Dresden - Wachsen und Schrumpfen

Die Stadt Dresden hat ein vom Stadtrat beschlossenes räumliches Leitbild mit der Doppelstrategie der gezielten baulichen Wachstums- und Schrumpfungssteuerung. Dieses Leitbild wird im neuen Flächennutzungsplan verankert. Dresden entwickelt räumlich differenzierte Strategien zum Umgang mit Brachen und Leerständen. Damit soll Dresden sich zu einer attraktiven Stadt mit traditioneller europäischer Prägung entwickeln.

Ausgangslage

  • Zwischen 1990 und 2000 haben etwa 30.000 Menschen die sächsische Hauptstadt verlassen. Hinzu kam ein hoher Sterbeüberschuss. Seit dem Jahr 2000 verzeichnet die Stadt wieder Bevölkerungszuwächse. Von 2009 bis 2030 weisen die Prognosen einen Anstieg von ca. 60.800 Einwohnern aus. Dies ist neben einem positiven Wanderungssaldo durch einen seit 2006 (prognostiziert bis ca. 2020) anhaltenden Geburtenüberschuss begründet.
  • Seit 1990 hatten die Stadtteile mit großen Plattenbaugebieten Bevölkerungsverluste von z. T. über 30 Prozent und Gebiete am Standrand bzw. sanierte Altbaugebiete hohe Zuwächse zu verzeichnen. Dieser Prozess ist jetzt weitestgehend abgeschlossen. Das Programm „Soziale Stadt" trug zur Imageverbesserung und Minderung von Segregationstendenzen bei.
  • Die gegenwärtige Entwicklung Dresdens ist von einer moderaten baulichen Vervollkommnung (partielles Wachstum) vorzugsweise in integrierten Lagen und im Innenstadtbereich (Bauen im Bestand) geprägt. Insgesamt übersteigt der Bestand an Flächen für alle städtischen Nutzungskategorien den Bedarf. Durch Maßnahmen des Stadtumbaus konnte der gesamtstädtische Wohnungsleerstand von 20,8 Prozent im Jahr 1999 auf 10,2 Prozent im Jahr 2009 gesenkt werden.

Ziele

  • Dresden soll sich zu einer attraktiven Stadt traditioneller europäischer Prägung entwickeln.
  • Die Stadt Dresden verfügt über ein vom Stadtrat beschlossenes räumliches Leitbild mit der Doppelstrategie der gezielten baulichen Wachstums- und Schrumpfungssteuerung. Dieses Leitbild wird in der Flächennutzung, im neuen Flächennutzungsplan verankert. Dresden entwickelt räumlich differenzierte Strategien zum Umgang mit Brachen und Leerständen.

Umsetzung

  • Im Mittelpunkt steht das Leitbild der kompakten Stadt mit einem funktionsfähigen und attraktiven Stadtzentrum. Die Wachstumspotenziale werden deshalb auf den Erhalt, die Vitalisierung und weitere Verdichtung der traditionellen städtischen Strukturen gelenkt. Der Schrumpfungsprozess wird genutzt, um die Ausuferungen in das landschaftliche Umland zu stoppen, eine Entdichtung in den Randzonen der Stadt zu bewirken und das Stadtgefüge mithilfe großräumiger grüner Einschnitte im Inneren gezielt neu zu gliedern und aufzuwerten.
  • Die Stadt unterstützt Investitionen in den Bestand (Sanierung, Wiedernutzung, Um- und Ausbau von Originalsubstanz). Um die Stadt von innen heraus zu stärken und die Vorteile des städtischen Wohnens sichtbar zu machen, werden räumliche Schwerpunkte des Bauens im Bestand gesetzt (z. B. Innenstadt, örtliche Zentren, Umgebung von S-Bahnhöfen, Wohnbauflächenmanagement für innerstädtisches Wohnen).
  • Die gezielte Renaturierung von Brachflächen reduziert den Bauflächenüberschuss und soll den Stadtkörper gliedern, die Erholungsfunktion stärken und der stadtökologischen Aufwertung dienen.
  • Vorwiegend im Bestand der Plattensiedlungen werden Abrissmaßnahmen gefördert, um den Wohnungsleerstand zu reduzieren, die Wohndichte in den Plattensiedlungen zu verringern, deren Wohnumfeld zu verbessern sowie Verwerfungen im Stadtbild/in der Stadtstruktur rückgängig zu machen.
  • Die interkommunalen Arbeitsgemeinschaften mit den Nachbargemeinden und alle Formen der Nachbarschaftsbeteiligung bei Planungen werden stärker dafür genutzt, Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Entwicklung auch über die Grenzen des Stadtgebietes von Dresden hinaus zu setzen.
  • Es erfolgt ein kontinuierliches Monitoring verbunden mit einem Controlling der Ergebnisse und der Steuerung von Intensität und Form der Umsetzungsinstrumente. Es erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung und dem „Zentrum Demographischer Wandel" der TU Dresden.

Erfolge

  • positive Wirtschaftsentwicklung der Stadt
  • positives Image auf internationaler und nationaler Ebene
  • Bevölkerungswachstum auf Grundlage hoher Geburtenzahlen und Wanderungsgewinnen
  • städtebaulich architektonisch hochwertige Umbaumaßnahmen
  • Brachflächenrevitalisierung von ca. 700 ha
  • Infrastrukturnetzanpassung an teilräumlich divergierende Entwicklung

Kontakt

Rolf Hermann

Abteilungsleiter Stadtentwicklungsplanung
Landeshauptstadt Dresden
Freiberger Straße 39
01067 Dresden
Telefon: 0351 - 48 83 540

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Dresden Sachsen

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2014

536.308

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

10,9

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