Leipzig - Integrierte Stadtentwicklungsplanung

Leipzig hat seit Mitte der 1990er-Jahre eine integrierte Stadtentwicklungsplanung aufgebaut, um Stadtentwicklungsprozesse strategisch und umsetzungsorientiert zu beeinflussen. Die Großstadt verfolgt dabei ein Konzept sektoraler Stadtentwicklungspläne um sich den ständig ändernden Entwicklungsbedingungen in den verschiedenen Stadtteilen möglichst flexibel anpassen zu können.

Ausgangslage

  • Leipzig hat zwischen 1989 und 1998 durch Geburtenrückgang, Suburbanisierung und arbeitsmarktbedingte Fernwanderungen fast 100.000 Einwohner verloren. Im Jahr 2000 standen 20 Prozent der Wohnungen leer (Schwerpunkt im Altbau) mit wirtschaftlichen, sozialen und baulichen Folgeproblemen.
  • Seit dem Jahr 2000 zeigen sich ein deutlicher Geburtenanstieg sowie Wanderungsgewinne junger Menschen und damit Einwohnerzuwachs. Mittelfristig ist weiterhin ein Einwohnerzuwachs zu erwarten.
  • Der Einwohnerzuwachs ist im Wesentlichen durch Zuwanderung bedingt und erfordert aktives Handeln zur Stabilisierung der Zuwanderung, auch von Migranten und ausländischen Fachkräften. Gleichzeitig muss einem Wegzug insbesondere von Familien in das Umland weiter entgegengesteuert werden.
  • Aus den aktuell steigenden Geburtenraten resultieren ein enormer Erweiterungsbedarf der Infrastrukturen für Kinder und Jugendliche (KiTas, Schulen u. a.) und familiengerechte Angebote in den innerstädtischen Wohnquartieren.
  • Mit der steigenden Zahl von über 80-Jährigen sind vielfältige Handlungsbedarfe verbunden – von der Versorgung und aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bis hin zu selbstbestimmtem Wohnen in gewohnter Umgebung.
  • Die Stadt ist durch eine bipolare Stadtentwicklung gekennzeichnet, d. h. schrumpfende Stadtteile einerseits sowie wachsende andererseits. Mit den demographisch gegenläufigen Entwicklungen geht auch eine sozialräumliche Differenzierung einher.
  • Diese soziodemographischen Rahmenbedingungen verdeutlichen die anhaltende Notwendigkeit einer integrierten Stadt(teil)entwicklung, die Integration nicht nur als soziale Aufgabe sondern als Querschnittsaufgabe für die gesamte Stadt versteht.

Ziele

Etablierung und Weiterentwicklung der integrierten Stadtentwicklung mit folgenden Zielbereichen:

  • Nationale und internationale Bedeutung steigern, d. h. die Qualitäten weiter ausbauen und wirkungsvoll auch in Städtekooperationen kommunizieren
  • Wettbewerbsfähigkeit Leipzigs weiter stärken, um für Unternehmen und vor dem Hintergrund des demographischen Wandel für junge Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen attraktiv zu sein.
  • Lebensqualität erhalten und verbessern: Leipzig wird von seinen Bewohnern für seine hohe Lebensqualität geschätzt. Damit dies weiterhin der Fall ist, geht es darum, das Infrastrukturangebot zu sichern und an den (teilräumlichen) Bedarf anzupassen, den Wohnungsmarkt und die Quartiersentwicklung bedarfsgerecht und an die demographische Entwicklung angepasst zu gestalten, das Erholungs- und Kulturangebot zu sichern und auszugestalten sowie zum Klimaschutz und zur Umweltqualität beizutragen.
  • Soziale Stabilität sichern: Soziale Stabilität ist eine wichtige Basis für den sozialen Frieden in der Stadt und damit für die Lebensqualität und die Wettbewerbsfähigkeit Leipzigs.

Umsetzung

  • Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (SEKo) in einem zweijährigen Arbeitsprozess unter Beteiligung von 17 Ämtern der Stadt und zahlreichen verwaltungsexternen Akteuren.
  • Die fachübergreifende Stadtentwicklungsstrategie des SEKo besteht aus den Elementen:
    • Gesamtstädtische Ziele basierend auf den strategischen Zielen der Kommunalpolitik und auf Grundsätzen der Stadtentwicklung, abgeleitet aus der Leipzig Charta zur nachhaltigen Stadtentwicklung.
    • Identifizierung von neun Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung, in denen Ressourcen und Mittel gebündelt und konzentriert werden sollen.
  • Fortführung des SEKo-Prozesses mit dem Ziel einer regelmäßigen Abstimmung und Koordinierung von Entwicklungen in den Schwerpunkträumen und von stadtentwicklungsrelevanten Fachplanungen der Stadt.
  • Erprobung und Etablierung eines Verfahrens zur Analyse der räumlichen Verteilung von Investitionen und zur Lenkung von stadtentwicklungsrelevanten Investitionen in die Schwerpunkträume des SEKo.
  • Aufbau eines Fördermittelmanagements mit dem Ziel einer räumlichen Steuerung des Fördermitteleinsatzes, einer optimierten Nutzung und Koppelung von Fördermitteln sowie der Weiterentwicklung der Fördergebietskulisse.
  • Berücksichtigung der Ziele und Schwerpunkte des SEKo in Fachplanungen mit dem Ziel, die inhaltlichen und räumlichen Schwerpunkte des SEKo noch stärker in die Fachplanungen einfließen zu lassen und einer noch engeren Verzahnung von SEKo und Fachplanungen.
  • Erarbeitung/Fortschreibung teilräumlicher und inhaltlicher Konzepte auf Grundlage des SEKo
  • Erarbeitung eines Konzeptes für ein SEKo-Monitoring als Grundlage für die Anpassung der Stadtentwicklungsstrategie an künftige Veränderungen.
  • Weiterentwicklung des SEKo als kontinuierlicher Prozess, zunächst für die Themenbereiche Bildung, Soziales, Energieeffizienz/Klimaschutz, Sicherheit und Ordnung.
  • Stadtteilforen mit Arbeitsgruppen in den Schwerpunktgebieten der integrierten Stadtteilentwicklung

Erfolge

seit 1998:

  • Einwohnerzuwachs in den innerstädtischen Altbauquartieren
  • Rückgang des Wohnungsleerstandes um 15.000 Wohnungen bzw. von 22 auf 11 Prozent
  • 20 ha dauerhafte Grünflächen und 17 ha höherwertige Zwischennutzungen
  • 400 verkaufte Eigentumswohnungen/Stadthäuser im Selbstnutzerprogramm und Etablierung eines neuen Marktsegmentes „Stadthäuser"

Kontakt

Stefan Heinig

Stadtentwicklung
Stadt Leipzig
Martin-Luther-Ring 4-6
04109 Leipzig
Telefon: 0341 - 12 34 920

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Leipzig Sachsen

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2014

544.479

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

13,9

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