Sachsen – Netzwerkbildung in Oberlausitz-Niederschlesien

Die Region Oberlausitz-Niederschlesien hat mit einem massiven Verlust an Einwohnern zu kämpfen. Um dem demografischen Wandel zu begegnen, haben sich einige Städte zum „Städtenetzwerk Demografie Oberlausitz-Niederschlesien" zusammengetan. Die gesamte Region soll durch Kooperation und gemeinsame Projekte profitieren.

Ausgangslage

  • Die Region Oberlausitz-Niederschlesien ist unter anderem durch die starke Deindustrialisierung sehr stark vom demografischen Wandel betroffen. Die Bevölkerung hat zwischen 1990 und 2008 um 19,4 Prozent abgenommen. Bis 2020 wird ein weiterer Bevölkerungsrückgang um 10,5 Prozent prognostiziert.
  • Auch für die Zeit danach wird aufgrund der Altersstruktur und dem ungünstigen Geschlechterverhältnis mit einer Bevölkerungsabnahme gerechnet. Bereits heute ist die Anzahl der potentiellen Mütter in der Region zu gering, es fehlt eine mögliche Elterngeneration, die das Bevölkerungsdefizit ausgleicht.
  • Neben den niedrigen Geburtenzahlen sorgt die Abwanderung in die alten Bundesländer und zum Teil auch in andere Regionen in Sachsen für eine immer größere Bevölkerungsabnahme in der Oberlausitz-Niederschlesien-Region.
  • In Zukunft wird es in vielen dünn besiedelten Gemeinden Einschränkungen in den Bereichen Einzelhandel, Dienstleistungen, Wohnungsmarkt, Verkehr und technische Infrastruktur geben.
  • Deshalb wurde diese Region von der sächsischen Landesregierung zur Modellregion erklärt.
  • Dazu gehören der Oberzentrale Städteverbund Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda (festgelegt im Landesentwicklungsplan des Freistaates Sachsen) sowie Zittau, Weißwasser, Radeberg, Niesky, Löbau und Kamenz.

Ziele

  • Die Netzwerkpartner möchten die Region Oberlausitz-Niederschlesien stärken, um dem demographischen Wandel zu begegnen.
  • Die Konkurrenzfähigkeit der Region gegenüber anderen Regionen soll gestärkt werden.
  • Durch Kooperation soll mehr erreicht werden, als eine einzelne Stadt oder Gemeinde es könnte.

Umsetzung

  • Es handelt sich um ein Netzwerk, das auf freiwillige Zusammenarbeit setzt und vom Oberzentralen Städteverbund gesteuert wird.
  • Die Sächsische Staatskanzlei und die Fachministerien begleiten das Projekt.
  • Jede Stadt und jede Gemeinde des Netzwerkes definiert eigene Ziele und Leitprojekte, zu denen z. B. die Bindung der Jugend an die Region, Mehrgenerationenwohnen, ehrenamtliches Engagement, eine Stärkung des Stadtzentrums oder Projekte aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Bildung gehören.
  • Die möglichst nachhaltigen Projekte sollen nicht nur miteinander abgestimmt werden, sondern auch interkommunal realisiert werden.
  • Das Städtenetzwerk ist sächsischer Partner im „Städtenetzwerk Demografie in Mitteldeutschland"

Erfolge

  • Bereits seit 10 Jahren erfolgt eine erfolgreiche Kooperation. Den Oberzentralen Städterat gibt es sogar schon seit 20 Jahren.
  • Die Erfahrungen werden an andere Regionen, z. B. in Sachsen-Anhalt und Thüringen, weitergegeben.
  • Auf einer gemeinsamen Homepage können sich alle Interessierten informieren. Dort gibt es auch eine umfangreiche Projektbibliothek mit zahlreichen Projekten, aktuellen Hinweisen und vielen Ansprechpartnern.

Kontakt

Wolfgang Zettwitz

Referent des Oberbürgermeisters
Oberzentraler Städteverbund Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda
Fleischmarkt 1
02625 Bautzen
Telefon: 03591 / 53 44 90

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Sachsen

Bevölkerung 2014

4.055.274

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-5,9

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