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Siegen-Wittgenstein - „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren“

Junge Flüchtlinge mit Freude an der Arbeit mit Metall werden im Kreis Siegen-Wittgenstein fachlich qualifiziert. Verschiedene Theorie- und Praxis-Kurse werden ergänzt durch Praktika in Betrieben. Die Erfahrungen aus dem Projekt bilden die Grundlage für das Folgeprojekt „Haus der Berufsvorbereitung für Flüchtlinge".

Ausgangslage

  • Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe zeigen eine große Bereitschaft Flüchtlingen Praktikums- oder Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
  • Flüchtlinge benötigen jedoch oftmals eine intensive Betreuung und Unterstützung aufgrund nicht hinreichender Deutschkenntnisse und fehlende Kenntnisse der rechtlichen Arbeitsvoraussetzungen.
  • Im Mai 2015 startete das Projekt "Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren". Die Idee war, die Teilnehmer auf die theoretischen und praktischen Anforderungen einer Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich vorzubereiten, ihnen die notwendigen Deutschkenntnisse für die praktische Arbeit zu vermitteln und sie dann weiter zu qualifizieren.
  • Obwohl die teilnehmenden jungen Menschen sehr motiviert waren, musste das ursprüngliche Ziel der direkten Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit aufgegeben werden, weil die Deutsch- und Mathematikkenntnisse bei weitem nicht für eine Qualifizierung im Metallbereich ausreichten.
  • Ein dreimonatiger Kurs ermöglichte es, Kandidaten mit Interesse an einer Ausbildung und entsprechenden metalltechnischen Fähigkeiten und Fertigkeiten herauszufiltern.

Ziele

  • Das Ziel ist es, die geflüchteten jungen Menschen auf das Arbeitsleben in Deutschland und auf eine Ausbildung mit all den schulischen und praktischen Anforderungen vorzubereiten.
  • Das Projekt soll zur Fachkräftesicherung in den Regionen Siegen-Wittgenstein und Olpe beitragen.
  • Durch die Schaffung sinnvoller Beschäftigungsmöglichkeiten soll der gesellschaftliche Dialog und die Integration in die Gesellschaft gefördert werden.
  • Die Diskussion des Themas „Migration" soll in der lokalen Öffentlichkeit um den Aspekt der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Notwendigkeit des Zuzugs junger Menschen aus dem Ausland ergänzt werden.
     

Umsetzung

  • Das Angebot „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren" richtete sich an Flüchtlinge
    • zwischen 18 und 25 Jahren
    • mit einer relativ gesicherten Bleibeperspektive,
    • die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz unterstützt werden
    • die nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen
  • Wie geplant wurde der praktischen Maßnahme ein Deutschkurs von zwölf Stunden vorgeschaltet. Dieser beinhaltete die Vermittlung von Kenntnissen zu den wichtigsten Werkzeugen und Sicherheitsvorschriften in der Werkstatt. 
  • Im weiteren Verlauf arbeiteten die Teilnehmer drei Monate in der Werkstatt an kleineren Metallprojekten.
  • Im Anschluss an die Praxisphase sollten die Personen ermittelt werden, die in der Lage waren, eine weitere Qualifizierung zu durchlaufen. Hier war ein Grundlehrgang Metall mit Aufbaulehrgang in Richtung Drehen/Fräsen oder Schweißen angedacht. Für den Kurs war eine Dauer von drei Monate vorgesehen.
  • Aufgrund der großen Schwierigkeiten im sprachlichen und im mathematischen Bereich war kein Teilnehmer in der Lage, diese Qualifizierung zu beginnen. Aufgrund dessen wurde der Zeitplan geändert.
  • Die Vorbereitungszeit auf das Praktikum wurde verlängert und inhaltlich um Deutsch und Mathematik erweitert.
  • Darüber hinaus wurde entschieden, das Praktikum in den Firmen vorzuziehen und die weitere Qualifizierung von den Bedarfen der Firmen abhängig zu machen.
  • Finanziert wurde das Programm von der IHK Siegen und aus dem Europäischen Sozialfonds.

Erfolge

  • Durch die verlängerte Vorbereitungszeit gelang es, alle Teilnehmer in ein Praktikum zu vermitteln, was aufgrund der Anforderungen der Firmen bezüglich guter Deutschkenntnisse in der ursprünglichen Zeitplanung nicht möglich gewesen wäre.
  • 12 Flüchtlinge konnten durch das Projekt „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren" in eine Ausbildung vermittelt werden.
  • 10 Teilnehmenden gelang es, ein Arbeitsverhältnis aufzunehmen.
  • Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren" dienen als Grundlage für das neu entwickelte Projekt „Haus der Berufsvorbereitung für Flüchtlinge (HdB-F)".
  • Im Folgeprojekt „Haus der Berufsvorbereitung für Flüchtlinge" werden 6 Berufsbereiche (Metall, Handel, Lager/Logistik, Pflege, Bau, Gastronomie) angeboten. Auch hier ist das Ziel die Teilnehmer/innen in Ausbildung und/oder Arbeit zu vermitteln.

Kontakt

Ute Joachimczak

Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen
Birlenbacher Hütte 10
57078 Siegen
Telefon: 0271 89057-35

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Siegen-Wittgenstein, LKNordrhein-Westfalen

Bevölkerung 2015

280.800

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-8,4

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