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Steinhagen - Grundschule Amshausen

Individuelle Lernprozesse und sanfte Übergänge: Das pädagogische Konzept der Grundschule Amshausen wird durch das Kollegium kontinuierlich weiterentwickelt. Im Fokus steht die Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes.

Ausgangslage

  • Kindheit und Jugend waren in den letzten 50 Jahren einem rasanten Wandel unterlegen. So haben sich die Aufgaben der Schule beständig erweitert.
  • Kinder werden mit unterschiedlichsten Voraussetzungen eingeschult.
  • Die Altersbandbreite in Grundschulklassen beträgt bis zu zwei Jahre.
  • Die unterschiedlichen persönlichen Neigungen und Fähigkeiten der Kinder fordern in fast allen Bereichen des Unterrichtes Maßnahmen innerer Differenzierung und Indivi­dualisierung.

Ziele

  • Die Grundschule Amshausen fühlt sich den Gedanken der Agenda 21 verpflichtet. Sie will ein Haus des Lernens sein, in dem:
    • sich Eltern und Lehrerende wohlfühlen und rücksichtsvoll miteinander umgehen
    • Gemeinschaftserlebnisse auf kulturellem, sozialem und sportlichem Gebiet die Menschen verbinden
    • Verstehen, Kreativität und Selbstständigkeit genauso wichtig sind, wie Wissen
  • Jedes Kind soll mit Freude so viel lernen, wie es ihm möglich ist und dabei auch soziale Verantwortlichkeit entwickeln.
  • Durch nachhaltige Lernerfahrungen sollen die Kinder offen werden für die gegenwärtigen und zukünftigen Schlüsselprobleme gegenwärtiger der Gesellschaft.

Umsetzung

  • Das pädagogische Konzept der Grundschule Amshausen setzt auf individuelle Lernprozesse und sanfte Übergänge. Im Fokus steht die Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes.
  • Begabungsförderung durch Individualisierung:
    • frühzeitiges Screening zu besser begabten Kindern sowie Kinder mit fehlender Schulfähigkeit
    • individualisiertes Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen mit flexibler Eingangsstufe
    • Lernen in Lerngruppen
    • Akzeptanz des längeren Verweilens und Lernens in verzögertem Tempo 
    • „Expertenaufgaben" für begabte Kinder innerhalb des Unterrichts 
  • Übergang Kindertageseinrichtung - Grundschule:
    • Die Begleitung der künftigen Erstklässler erfolgt bereits in der Kindergartenzeit.
    • Bei der Schulanmeldung im November erhalten die Eltern einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung des Entwicklungsstandes des eigenen Kindes, den sie später wieder mitbringen.
    • Grundsätzlich werden alle schulpflichtigen Kinder aufgenommen, um so eine frühzeitige Selektion und Stigmatisierung zu verhindern.
    • Auch die vorzeitige Einschulung (Akzeleration) wird erleichtert, da die Kinder bei Bedarf bis zu drei Jahre in der Eingangsstufe verbleiben können.
    • Die erste Diagnostik erfolgt lange vor der Einschulung um eine bruchlose Bildungsbiographie zu gewährleisten.
    • Eventuelle Entwicklungsdefizite oder besondere Begabungen werden schon jetzt dokumentiert und nach Gesprächen mit den Erzieherinnen und Erziehern als Grundlage für ein zeitnahes Elternberatungsgespräch genutzt.
    • Den Eltern werden anhand einer schriftlichen Lern- und Förderempfehlung (für Eltern und Kindergarten) Fördermöglichkeiten aufgezeigt, so dass in dem halben Jahr vor der Einschulung noch Forder-/Fördermaßnahmen greifen können.
    • Kinder erhalten eine so genannte „Lerntüte" mit spielerischen Materialien zu unterschiedlichen Forder- oder Förderschwerpunkten.
    • Es folgen einige Monate vor der Einschulung regelmäßige Übergabegesprächen zur Einschulung, zwischen amtsärztlichem Dienst und Schule sowie Kindergarten und Schule mit Zustimmung der Eltern.
    • LehrerInnen besuchen bei Bedarf bereits sehr früh ihre späteren SchülerInnen.
    • Seit einigen Jahren nimmt die Grundschule Amshausen vermehrt hochbegabte Kinder aus den Nachbargemeinden und -städten in die Eingangsstufe auf.
    • Darüber hinaus wechseln noch weitere hochbegabte Kinder während der Grundschulzeit an die Schule.
    • Die enge Zusammenarbeit mit der Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh im Arbeitskreis „Hochbegabung" und die Zusammenarbeit mit Eltern erleichtert die Förderung von Kindern.
  • Individualisierung von Anfang an:
    • In der ersten bis zweiten Schulwoche erhalten alle Kinder das kleine „Ich kann-Heft". 
    • 1. – 4. Schulwoche: Diagnostik und weitere Beobachtung in Teilungsstunden durch Förderlehrkraft in den Klassen
    • Klassenlehrkraft und Förderlehrkraft weisen Kinder Forder- und Fördergruppen zu
    • Förderlehrkraft: Weitere Testung aus Diagnosebox Mathe oder Diagnosebox Deutsch
    • Förderlehrkraft: Forder- und Förderplanaufstellung
    • Spätestens zu den Herbstferien startet die durchgängige Individualisierung durch Lernangebote auf unterschiedlichem Niveau (fächerübergreifend und projekt­orientiert). 
    • Der Schultag wurde neu rhythmisiert und der Klassenraum umstrukturiert.
    • Die Notwendigkeit und Problematik einheitlicher Leistungsvergleiche und die damit verbundene Stigmatisierung einzelner Kinder entfällt. Das Aufrücken in eine weiterführende Gruppe in einzelnen oder allen Fächern wird zeitlich individuell gestaltet.
  • Übergang Grundschule - Sekundarstufe I:
    • Als Referenzschule im Netzwerk Zukunftsschulen NRW wurde ein Kooperationsvertrag mit den weiterführenden Schulen am Ort geschlossen, um das Übergangsmanagement von einer Schulform in die andere zu optimieren.
    • Jährlich startet die Kl. 4 mit der Anmeldung an den weiterführenden Schulen.
    • Im zweiten Halbjahr der Klasse 4 hospitieren Realschullehrkräfte und Gymnasiallehrkräfte für jeweils mehrere Schulstunden in den beiden vierten Klassen der Grundschule, sind im Team­teaching eingebunden und lernen künftige Schülerinnen und Schüler kennen.
    • Intensive Übergabegespräche im Frühsommer nehmen einzelne Kinder zielgerichtet in den Blick.
    • Im ersten Schulhalbjahr der Klasse 5 nehmen zwei Kolleginnen und Kollegen der Grundschule möglichst mit je zwei Wochenstunden im Team­teaching-Modell am Unterricht der Klasse 5 an einer der beiden weiterführenden Schulen teil.
    • Sie begleiten ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler noch über das erste Schulhalbjahr in Klasse 5. Sie sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Kinder bei großen und kleinen Sorgen und für die Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen in Fragen besonderer Förderung und Begleitung einzelner Kinder.

Erfolge

  • Der Blick auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes ist geschärft. Kinder und Lehrende nehmen die Unterschiedlichkeiten der Menschen als normal und gewinnbringend für alle Beteiligten wahr.
    • Individuelle Entwicklungsverzögerungen können durch den längeren Verbleib in der Eingangsstufe in gewohnter Umgebung ohne Wechsel der Lerngruppe relativ stressfrei aufgefangen werden.
    • Schnellerer Entwicklung kann durch einjährige Verweildauer in der Schuleingangsphase begegnet werden. Unterforderung und Langeweile werden so vermieden. 
  • Seitdem die flexible Eingangsstufe neu geregelt ist, gibt es keine Nichtversetzungen mehr.
  • Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern hat die schulische Entwicklung enorm bereichert und befördert.
  • Vielfache Auszeichnungen unterschiedlicher Institutionen, darunter:
    • Agenda 21-Schule in NRW
    • mehrfach Schule der Zukunft
    • Netzwerk der Zukunft 2015
    • Netzwerk Hochbegabtenförderung NRW 2010
    • Zukunftsschule NRW – Referenzschule 2014
    • Schulpreis NRW 2014 für Begabtenförderung an Grundschulen
    • Netzwerk Zentren für Begabtenförderung NRW 2016

Kontakt

Annette Hellmann

Schulleitung
Grundschule Amshausen
Auf dem Kampe 2
33803 Steinhagen

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Steinhagen (GT)Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stabile ländliche Städte und Gemeinden

Bevölkerung 2017

20.715

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-5,4

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