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  • Aachen - Koordinationsstelle Jugendpartizipation

    Interesse für politisches Engagement bei Jugendlichen wecken: In der StädteRegion Aachen gibt es eine Stelle für Jugendpartizipation. Zentrale Aufgaben sind Vernetzung der Schülervertretungen und der Dialog zwischen Jugend und Politik.

     

    Ausgangslage

    • Viele Jugendliche haben kein Interesse an Politik, wenig Vertrauen zu Politikern und gehen auch nicht zu Wahlen. In einigen Milieus ist eine Tendenz zu extremistischen Haltungen festzustellen.
    • Die StädteRegion Aachen setzt Teilnehmer des Freiwilligendienstes (FSJ Politik) für den Aufbau einer Koordinationsstelle Jugendpartizipation ein.

    Ziele

    • Jugendliche für politische Bildung und Beteiligung begeistern
    • Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche am gesellschaftlichen und politischen Leben aufzeigen
    • die Vernetzung der Schülervertretungen anregen
    • Jugendlichen Gehör bei der Politik verschaffen und ihren Mitgestaltungswillen sichtbar machen

    Umsetzung

    • Die Städteregion Aachen richtete gemeinsam mit zwei Jugendlichen in ihrem Freiwilligen Politischen Jahr und einem studentischen Mitarbeiter die Koordinationsstelle Jugendpartizipation im Bildungsbüro ein.
    • Weitere Schritte waren unter anderem:
      • Aufbau eines Netzwerks in Kooperation mit der Bezirksschülervertretung (BSV) und dem „Arbeitskreis Jugendpartizipation" (AK-Jupa).
      • Vernetzung der Schülervertretungen in der StädteRegion Aachen zum Beispiel mit dem Veranstaltungsformat „Schülervertretungstag" (SV-Tag).
      • Einrichtung der Werkstatt für Jugendbeteiligung und Jugendpolitik „Was geht?!": Jugendliche können hier mit Entscheidungsträgern, Journalisten und Jugendlichen aus ihrer Region diskutieren und an Workshops teilnehmen. Parteien, Jugendorganisationen, Beteiligungsgremien, Stiftungen, NGOs, Hilfsorganisationen und Initiativen stellen sich vor.
    • Um Jugendpartizipation in allen Kommunen zu fördern, wurde die Marke „Was geht?!" zu dem einjährigen Prozess „Das geht! – Dialog zwischen Jugend und Politik" weiterentwickelt.
    • Den Abschluss des Prozesses bildet eine Fahrt nach Brüssel. Die Ergebnisse wurden dort vorgestellt und die Wünsche und Forderungen der Jugendlichen an die EU-Kommission weitergegeben.
    • Die Fachhochschule Aachen (FH Aachen) begleitete den Prozess aus wissenschaftlicher Perspektive.

    Erfolge

    • Mit den Veranstaltungsformaten „Was geht?!" und dem Schülervertretungstag konnten mehr als 2.000 Jugendliche erreicht werden.
    • An der „Was geht?! Werkstatt für Jugendbeteiligung und Jugendpolitik" nahmen jeweils etwa 500 Schülerinnen und Schüler aus der StädteRegion teil.

    Kontakt

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  • Aachen - Übergänge in der frühen Bildung gestalten

    Um die Bildungswege von Kindern optimal fördern zu können, unterstützt das Bildungsbüro der StädteRegion Aachen die Zusammenarbeit der Bildungs- und Betreuungs-institutionen in einem Netzwerk „Übergangsmanagement Frühe Bildung".

    Ausgangslage

    • Die Qualität der Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen Lehr- und Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und weiterführenden Schulen trägt nachweislich zum Bildungserfolg der Kinder bei.
    • Deswegen unterstützt das Bildungsbüro die Akteure, die sich mit dem Übergang von der Elementar- in die Primarstufe (ElPri) und von der Primar- in die Sekundarstufe (ÜPS) beschäftigen sowie diejenigen, die den Offenen Ganztag gestalten.
    • Dabei wird der Aufbau und Ausbau von Netzwerken gefördert. Federführend sind folgende städteregionale Gremien:
      • Übergang von der Elementar- zur Primarstufe: ElPri-Konferenz und ElPri-Steuergruppe
      • Gestaltung der Offenen Ganztagsschule: OGS-Konferenz und OGS-Steuergruppe
      • Übergang von der Primar- zur Sekundarstufe: ÜPS-Steuergruppe und lokale Englisch- Deutsch-Gruppen

    Ziele

    • Strukturen für die Übergänge in der frühen Bildung unterstützen und (weiter-) entwickeln
    • Informationsfluss und Kommunikation institutions- und kommunenübergreifend unterstützen und verbessern
    • Handlungsempfehlungen für die Übergänge und den offenen Ganztag mit den beteiligten Akteuren erarbeiten und implementieren
    • Instrumente zur Unterstützung der Arbeit vor Ort bereitstellen
    • Fachveranstaltungen und Fortbildungen anbieten

    Umsetzung

    • Das Bildungsbüro unterstützt die Netzwerke sowohl inhaltlich als auch organisatorisch  und hat die Geschäftsführung.
    • Zur Planung der Maßnahmen wurden für die Bereiche ElPri, OGS und ÜPS Steuergruppen gebildet. Eingebunden sind Vertreterinnen und Vertreter der wichtigsten Akteursgruppen.
    • Die Steuergruppen im Bereich ElPri und OGS planen Konferenzen und berufen sie ein. Ihnen gehören Vertreterinnen und Vertreter aller Funktionsgruppen aus dem Bereich ElPri oder OGS an. Dabei sind alle zehn Städte und Gemeinden der StädteRegion Aachen berücksichtigt. Die Akteure wurden in einem partizipativen Prozess ausgewählt.
    • Die Mitglieder der Konferenzen wählen die Themen aus, zu denen gearbeitet wird. Die Konferenzen finden seit 2010 ein- bis zweimal jährlich statt.
    • Im Bereich ElPri findet die Zusammenarbeit von Kita und Schule außer in der  Konferenz in insgesamt 25 kommunalen Netzwerken statt sowie innerhalb der Verbünde (eine Schule mit mehreren Kitas).
    • Die Steuergruppe im Bereich ÜPS hat die Bildung von kommunalen Gruppen zu den Fächern Englisch und Deutsch vorbereitet und unterstützt.
    • In allen drei Bereichen kristallisierte sich heraus, dass es für die Akteure wichtig war, Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die insbesondere auf die Kommunikation und Kooperation untereinander eingehen.

    Erfolge

    • In allen Bereichen – ElPri, OGS, ÜPS – wurden in einem partizipativen Prozess mit den Akteuren Handlungsempfehlungen erarbeitet. Themen sind:
      • Raumgestaltung und Lernkultur
      • Lernzeiten
      • gemeinsamen Raumnutzung im Vormittags- und Nachmittagsbereich unter dem Aspekt von Lernkultur und enger Zusammenarbeit
      • Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule
      • Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf während der außerunterrichtlichen Angebote
      • Ideen zur Gestaltung des Übergangs von der Primar- in die Sekundarstufe
    • Fertigstellung des Ordners Arbeitshilfe ElPri – Handreichung zur Gestaltung des Übergangs von der Primar- in die Sekundarstufe im Sommer 2014, die alle Kitas und Schulen im Primarbereich erhalten haben.
    • Alle Einrichtungen bzw. Schulen der jeweiligen Bereiche sowie alle beteiligten Träger, Schul- und Jugendämter haben die Empfehlungen erhalten und nutzen sie zur Qualitätsentwicklung in unterschiedlicher Form.
    • Mittlerweile wurde die Vorstellung der OGS-Empfehlungen durch die OGS-Steuergruppe von verschiedenen Qualitätszirkeln oder Kommunen angefragt.

    Kontakt

    Ilona Hartung

    StädteRegion Aachen
    Zollernstraße 16
    52070 Aachen

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  • Aachen – Gesunde Familiengrundschule

    Die Stadt Aachen unterstützt Kinder und Eltern bei der Entwicklung und Beibehaltung einer gesunden Lebensweise. Mit Angeboten an zwei Familiengrundschulen werden alle Familien im Sozialraum angesprochen.

    Ausgangslage

    • Für eine nachhaltige gesundheitliche Prävention ist das Hand-in-Hand-Gehen von Bildung und Gesundheit unumgänglich.
    • Die Möglichkeiten der Entwicklung einer Gesundheitskompetenz müssen im Alltag möglichst niederschwellig und transparent sein.
    • So eignen sich besonders Grundschulen als Ort der Gesundheitsbildung. Neben der Gesundheitskompetenz der Kinder muss auch die Gesundheitskompetenz der Eltern gefördert werden.
    • Insbesondere Familien in schwierigen sozialen Lagen brauchen Unterstützung und Anregungen zur gesunden Gestaltung des Alltags.
    • Die Stadt Aachen übertrug bereits erfolgreich das Konzept der Familienzentren in Kindertagesstätten auf Grundschulen: die sogenannten ‚Familiengrundschulen in Aachen‘.

    Ziele

    • Verankerung von Gesundheitsförderung und -bildung im Leitbild der Grundschulen Am Haarbach und Driescher Hof
    • Entwicklung und Integration von Gesundheitskompetenz in den Familienalltag durch Einbindung und Bildung der Eltern
    • Gesundheitsprogramme für Kinder im Unterricht und in der Offenen Ganztagsschule sowie für Eltern an der Schule und im Sozialraum
    • Ziele für Kinder und Eltern:
      • gute Ernährung
      • viel Bewegung
      • weniger Stress
      • „Gut drauf sein“

    Umsetzung

    • Die Stadt Aachen erweiterte das an zwei Grundschulen etablierte Projekt „Familiengrundschule in Aachen“ um den Aspekt ‚Gesundheit‘. Bei der Gesundheitsförderung werden Kinder und Eltern gleichermaßen angesprochen
    • Das Projekt wurde im Rahmen der Präventionsstrategie der Stadt Aachen entwickelt. Die „Gesunde Familiengrundschule Aachen“ ist ein Baustein der Präventionskette in Aachen.
    • Die Schulen erhalten eine Gesundheitskoordination für jeweils vier Stunden pro Woche. Die Gesundheitskoordination hat folgende Aufgaben:
      • Umsetzung des Konzepts der „Gesunden Familiengrundschulen Aachen“ mit allen Akteuren
      • Regulierung der Kooperation mit allen Projektpartnern (Gesundheitsamt, Krankenkassen, Sportvereine u.v.m.)
      • konkrete Organisation der Gesundheitsprogramme für Kinder im Unterricht und in der Offenen Ganztagsschule
      • Fortbildung und Beratung des Lehrpersonals zur Integration von Gesundheitsthemen in den Unterricht und des Personals der Offenen Ganztagsschule
      • nach Bedarf selbstständige Durchführung von Gesundheitsprogrammen bei den Eltern
    • Zusätzlich werden Mütter und Väter pro Schule zu Gesundheitsmentoren geschult. Sie engagieren sich ehrenamtlich an der Schule.
    • Angebote für Kinder und Eltern:
      • Erlebnisorientierte Aktivitäten zur Gesundheitsförderung und Gesundheitsprogramme für Kinder
      • Angebotsformate des Gesundheitsamtes zum Thema „Kindergesundheit“
      • Sportangebote für die ganze Familie durch die Andockung des Projekts „SportVorOrt“ an beiden Grundschulen
      • bei Bedarf Durchführung des Elterncafés mit gesundheitlichen Themen
      • Kursangebote zu den Bereichen Ernährung, Bewegung, Stress und Lebenskompetenz und Elternkompetenz
      • Veranstaltungen zu den Themen Gesundheit und Lebenskompetenz
    • Das Projekt wird für drei Jahre von den Krankenkassen und -verbänden in NRW aus den Mitteln des Bundespräventionsgesetzes mit 272.000 Euro unterstützt.

    Erfolge

    • Der Gesundheitsaspekt wurde erfolgreich in den beiden Aachener Familiengrundschulen strukturell verankert.
    • Durch die Verknüpfung von vorhandenen Gesundheitsangeboten mit der Schule, entstand eine neue Qualität der Angebote für Eltern und Kinder.
    • Aus den Bedarfsermittlungen bei rund 140 Eltern, rund 30 Lehr- und Erziehungskräften aus dem Kollegium und Kindern leiten sich unter anderem folgende Themen ab:
      • allgemeiner Zuckerkonsum
      • Wassergewöhnung für Kinder und Eltern
      • Entspannungstechniken und Stressbewältigung (vorrangig mit Bewegung) für Kinder, Eltern und Lehrer
      • vielfältige Aktivitäten und Freizeitgestaltung mit Kindern im Hinblick auf psychosoziale Gesundheit
    • Die Auftaktveranstaltungen fanden jeweils an den Schulen statt. Sie waren in attraktive Aktivitäten der Schulen eingebettet, somit fühlten sich viele Eltern angesprochen.

    Kontakt

    Diana Wittmann

    Projektleitung
    Stadt Aachen
    Verwaltungsgebäude Mozartstraße Mozartstraße 2-10
    52064 Aachen
    Telefon: 0241 - 432 45321

    Weitere Informationen

  • Altena - Pop Up Stores

    New York, Barcelona, ​​London, Paris, Berlin und... Altena! Pop-Up-Stores beleben die Innenstadt der nordrheinwestfälischen Kleinstadt. Ein kurzfristiges Projekt zeigt langfristige Wirkung.

    Ausgangslage

    • Überdurchschnittlich starker Bevölkerungsrückgang
    • Mangelnde Nahversorgung in der Stadt und Abfluss der Kaufkraft in benachbarte Städte
    • Wachsender Leerstand in der Innenstadt; Bild einer sterbenden Stadt
    • Die Initialzündung für das Projekt „Pop-Up Altena" stellt die Errichtung einer neuen touristischen Attraktion inmitten der Innenstadt dar: Der Erlebnisaufzug Burg Altena hatte sich zu dem Leuchtturmprojekt der Regionale 2013 entwickelt. Aus diesem Grund wurde ein dringender Bedarf gesehen, das Stadtbild für Besucher und auch Bewohner attraktiver zu gestalten.

    Ziele

    • Die Pop-Up-Stores sind ein wichtiger Baustein um das Gesamtziel einer attraktiven Innenstadt zu erreichen.
    • Zudem sollten die Pop-Up-Stores einen Aufschwung bewirken, bei dem auch die bereits ansässigen Einzelhändler mitwirken und zusätzlich das Image einer auflebenden Stadt prägen.
    • Die Pop-Up-Stores wurden vor allen Dingen als geeignetes Konzept gesehen gleich mehrere Ladenlokale auf einmal anzusiedeln, da das Risiko für Teilnehmer und Hausbesitzer sehr überschaubar war.

    Umsetzung

    • Die Stadt Altena siedelte aktiv Pop-Up-Stores im Zentrum an, um die Innenstadt stärker zu beleben. Mit Informations-, Vermittlungs- und Koordinationstätigkeiten sowie finanzieller Unterstützung erleichterte sie den Ladeninhabern die Ansiedlung. Auch nach Ende des Projekts werden Pop-Up-Store-Betreiber in Altena unterstützt.
    • Die Umsetzung des ersten Projekts im Detail:
      • Verhandlungen mit Hausbesitzern über Mietkonditionen (Erstellung eines Leporellos mit Infos für Hausbesitzer)
      • Erstellung von Verträgen (Verein als Zwischenmieter; Ermitteln eines durchschnittlichen Mietpreises à dieser lag für die Dauer des Projekts bei 2,00€/m² kalt + 2,00€/m² Nebenkosten)
      • Kontaktieren von potenziellen Pop-Up-Betreibern (Einzelhändler aus Altena, sowie umliegenden Städten, größeren Firmen mit Markenprodukten)
      • Infoabend zu dem Projekt (mit Werbematerial für Interessenten)
      • Finanzielle Unterstützung der Pop-Up-Betreiber mit max. 800,00 € zur Herrichtung des Ladenlokals
      • Organisation eines Eröffnungsevents: Den ganzen Tag über belebten 9 Künstler (zum Teil auf Stelzen) die Innenstadt mit beeindruckenden Kostümen und einer Show (unter anderem gab es eine Show am Trapez, sowie eine Feuershow am späten Abend)
      • Umfangreiche Erstellung von Werbe- und Infomaterial (für Hausbesitzer, Pop-Up-Betreiber, Presse, Werbung Events, Bürger)
      • Durchführung von 2 Pop-Up-Phasen vom 22.04-03.08. (dabei wurde darauf geachtet, dass in jeder Phase mindestens ein Event als Highlight stattfindet) In der ersten Phase gab es 5 Pop-Up Stores.
      • Trotz Projektende werden weitere Pop-Up-Stores bestmöglich unterstützt.
    • Akteure waren:
      • Altenaer Einzelhändler
      • Pop-Up Betreiber (Hobbykünstler, Einzelhändler, Start Ups)
      • Hausbesitzer
      • Ehrenamtliche Unterstützung (Leihgabe von Paletten zur Ladeneinrichtung, Palettentransport durch Gerüstbauunternehmen)
      • Altena Stadtmarketing e.V.
      • Werbeagentur
      • Agentur „Urbane Helden" (Konzept-Idee, Workshops etc.)
    • Im ersten Jahr standen über den Verein zur Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements in Altena e.V. Mittel aus dem Programm ExWoSt („Kooperation Konkret") zur Verfügung, um die teilnehmenden Pop-Up-Händler mit bis zu 800 Euro bei der Erstausstattung der Läden zu unterstützen. Diese waren in 2015 nicht mehr verfügbar. 
    • Grundsätzlich ist das Projekt ohne Förderung realisierbar, da das Konzept der Pop-Up-Stores an sich viele Vorteile für Ladenbetreiber bietet.

    Erfolge

    • Durch das Projekt konnte Altena das noch in ihrer Bürgerschaft schlummernde Potential an Ladenbetreibern und Kreativen abschöpfen. Fünf von den Testläden sind seit dem noch vorhanden. Darunter ein Holz-Atelier, zwei Stoffläden und zwei Cafés.
    • Ein wichtiger Meilenstein bei dem Projekt war die Zusage von zunächst vier Pop-Up-Stores in der ersten Phase. Für die zweite Phase haben sich die Interessenten bereits von alleine beim Projektteam gemeldet.
    • Altena wird seit dem häufig als Best-Practice Beispiel zum Thema Leerstandmanagement herangezogen. Zuletzt in der Landesinitiative StadtBauKultur NRW 2020 im Rahmen des Symposiums „Gute Geschäfte" und der dazugehörigen Veröffentlichung. Daraufhin melden sich interessierte Kommunen.
    • Hobbykünstler bekommen die Gelegenheit, sich ohne großes Risiko selbstständig zu machen
    • Das Projekt wurde im Folgejahr noch einmal wiederholt, gekoppelt an ein Pop-Up-Weekend als Start-Veranstaltung und ohne finanzielle Förderung.
    • Es gibt weitere Anfragen von potentiellen Gründern auch nach Ablauf des Projekts.

    Kontakt

    Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing

    Stadt Altena
    Lüdenscheiderstraße 22
    58762 Altena
    Telefon: 02352 - 20 92 95

    Weitere Informationen

  • Arnsberg - Fachstelle Zukunft Alter

    Potenziale Älterer nutzen: Die Stadt Arnsberg unterstützt Seniorinnen und Senioren umfassend, unter anderem bei der Organisation ihrer Engagement-Aktivitäten. So erhöht Arnsberg die Wertschätzung von Älteren in der Stadtgesellschaft.

    Ausgangslage

    • Die Arnsberger Bevölkerung altert deutlich. Insbesondere die Gruppe der Hochaltrigen wird immer größer: Im Jahr 2030 wird der Anteil der über 80-Jährigen voraussichtlich bei 8,9 Prozent liegen.
    • Die Bevölkerungsgruppe der Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist sehr heterogen. Alt zu sein beinhaltet heute:
      • einerseits die Chance (und Herausforderung) Potenziale, Erfahrungen, Wissen, Kompetenzen und freie Zeitressourcen zu nutzen und möglicherweise in bürgerschaftliches Engagement einzubringen
      • andererseits kann eine höhere Lebenserwartung auch von nachlassender Mobilität und eingeschränkter Gesundheit geprägt sein
    • Um Engagementpotenziale zu nutzen und gleichzeitig die Lebensqualität von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen in Arnsberg langfristig zu sichern, musste die Stadt die Verantwortung für eine zunehmende Daseinsvorsorge und Netzwerkstruktur übernehmen. Diese beiden Komponenten entwickelten sich zum Schwerpunkt der Seniorenpolitik in Arnsberg.

    Ziele

    • die Potenziale, das Wissen und die Erfahrung der älteren Generation für die Bürgergesellschaft nutzbar machen
    • wohnortnahe Netzwerkstrukturen und Wohnformen unter Berücksichtigung und Stärkung der Selbsthilfe und Selbstorganisation gestalten und fachlich unterstützen
    • entsprechende Konzepte und Projekte koordinieren und in Kooperation mit den „Experten in eigener Sache" sowie unterschiedlichsten Trägern entwickeln und umzusetzen
    • bestehende Angebote und Dienstleistungen vernetzen und transparent machen

    Umsetzung

    • Die Stadt Arnsberg fördert in Zusammenarbeit mit engagierten Senioren und Seniorenbeirat das bürgerschaftliche Engagement und vernetzt die unterschiedlichen Initiativen und Projekte miteinander.
    • Die Verwaltung unterstützt, moderiert und steuert mit der Koordinierungsstelle „Zukunft Alter" und der Koordinationsstelle „Bürgerschaftliches Engagement" das Projektmanagement. Dazu gehören:
      • Weiterbildung und Qualifizierung im Hinblick auf Engagementaufgaben
      • Bereitstellung von Räumlichkeiten mit entsprechender medientechnischer Ausstattung
      • Übernahme des Versicherungsschutzes
      • logistische und organisatorische Unterstützung
    • Die Senioren führen in Selbstorganisation zahlreiche Projekte in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen durch. Dabei beraten, unterstützen und stärken sie sich gegenseitig mit ihren unterschiedlichsten Kompetenzen und Interessen.
    • Mit Hilfe des bundesweiten Modellprojektes EFI-Erfahrungswissen für Initiativen soll die Selbstorganisation von Senioren weiter gestärkt werden. Das Qualifizierungsprojekt bildet Senioren zu Senior-Trainern aus, die dann ihr Wissen und ihre Erfahrung in bürgerschaftliche Projekte einfließen lassen und so als Multiplikatoren dienen.
    • Dazu gehört die Mitwirkung in Stadtteilmarketingprozessen und Stadtentwicklungsprojekten, an Zukunfts- und Planungswerkstätten zu Fragen der Infrastruktur, Nahversorgung und Wohnungswirtschaft, im Fahrgastbeirat ÖPNV sowie das Engagement in Arbeitskreisen wie „Gewaltprävention" oder „Sucht im Alter".
    • Intergenerative Projekte, um Kinder und Jugendliche stark zu machen, gehören ebenso dazu, wie Unterstützungsstrukturen für Behinderte und hilfsbedürftige Menschen.
    • Viele Projekte sind auf Geselligkeit, Lebensfreude, Kultur, Sport und Freizeitgestaltungen gerichtet und beugen auf diese Weise der Vereinsamung, Isolation und Inaktivität im Alter vor.

    Erfolge

    • Es entstanden und entstehen viele Projekte wie z.B.:
      • Lern-Werkstadt Demenz
      • Märchen erzählen für Menschen mit Demenz
      • Mehrgenerationenhaus
    • Die Gesellschaft in Arnsberg nimmt durch das bürgerschaftliche Engagement die Potenziale und Ressourcen der älteren Menschen wieder als Gesamtleistung einer Generation wahr. Dies führt zu einer Wertschätzung und Anerkennung und einem veränderten Altenbild.
    • Auch für die älteren Menschen ist das Engagement ein großer persönlicher Gewinn. Gebraucht und gefragt zu sein, bedeutet Partizipation und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
    • Für ihren gesamtstrategischen Ansatz, der Übertragbarkeit und des hohen Engagements der älteren Generation in Arnsberg ist das Arnsberger-Senioren-Netzwerk inzwischen mehrfach ausgezeichnet worden.

    Kontakt

    Martin Polenz

    Fachstelle Zukunft Alter
    Stadt Arnsberg
    Clemens-August-Straße 120
    59821 Arnsberg

    Weitere Informationen

  • Arnsberg – Generation Zukunft

    Regelangebot Jugend-partizipation: Die Stadt Arnsberg lässt die Ideen und Wünsche der Jugendlichen stetig in die Entwicklung der Stadt und ihrer kulturellen Angebote einfließen. Aus dem Projekt "Generation Zukunft Arnsberg" ist auch eine Jugendbürgerstiftung enstanden.

    Ausgangslage

    • Arnsberg ist eine Kleinstadt mit knapp 74.000 Einwohnern. Innerhalb von sieben Jahren hat die Stadt 3,8 Prozent ihrer Einwohner verloren, bis 2030 werden es 12,6 Prozent sein.
    • Besonders junge Menschen wandern ab.
    • Die Stadt Arnsberg ist eine der 18 teilnehmenden Kommunen im Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" der Landesregierung NRW und der Bertelsmann Stiftung. Durch den Aufbau kommunaler Präventionsketten sollen Weichen für gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen gestellt werden. 
    • Eine Umfrage bei fast 2.000 Schülern und Schülerinnen an allen weiterführenden Schulen ergab, dass viele von ihnen wenig über das kulturelle Angebot sowie über berufliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wussten.

    Ziele

    • Jugendliche sollen besser über die Angebote in ihrer Stadt informiert sein
    • Es soll Möglichkeiten der Mitgestaltung geben, damit sich Jugendliche eine Zukunft in Arnsberg vorstellen können.

    Umsetzung

    • Die Stadt Arnsberg etablierte ein vielfältiges Jugendangebot in enger Zusammenarbeit mit Arnsberger Jugendlichen, um die Stadt wieder attraktiver für junge Menschen zu machen. Das aus dem Projekt „Generation Zukunft Arnsberg" hervorgegangene Regelangebot zur Jugendpartizipation entwickelt sich stetig weiter. 
    • Die Ergebnisse der Befragung der Jugendlichen wurden einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
    • Im Anschluss daran fanden mehrere Einzel- und Gemeinschaftsworkshops mit Unternehmern, Veranstaltern, Vereinen, Schulen und Azubis statt. Hier erarbeiteten sie gemeinsam Projektvorschläge zu den Themen Kommunikation, Freizeit, Karriere und Kultur. 
    • Aus den 183 entstandenen Projektideen wurden zunächst 11 konkrete Projektvorschläge entwickelt, wie man die Stadt für junge Menschen attraktiver machen kann. Beispiele sind:
      •  "Kultur Alarm" mit den regelmäßig statt findenden "Open Stage Aktionen",
      • "ArnsbergApp"
      • Ausbildungsbotschafter
      • Leitfaden zur Berufsorientierung 
    • Die Stadt erarbeitete gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher und Azubis Lösungen, um die von den Jugendlichen gewünschte virtuelle Informationsplattform umzusetzen.
    • Die Bürgerstiftung Arnsberg unterstützte das Projekt "Generation Zukunft" finanziell und aktiv.

    Erfolge

    • Das Projekt "Generation Zukunft" ist als Regelangebot für Jugendpartizipation in Arnsberg etabliert.
    • Alle 11 Projektideen wurden bereits umgesetzt.
    • Mittlerweile haben mehrere Jugenddorfkonferenzen in Arnsberger Ortsteilen statt gefunden, aus denen ebenfalls Projektideen entwickelt und umgesetzt wurden.
    • Die Bürgerstiftung Arnsberg hat aufgrund der guten Erfahrungen im Projekt eine Jugendbürgerstiftung ins Leben gerufen, die im Februar 2017 ihre Arbeit begonnen hat.
    • Das Familienbüro erhält regelmäßig Anfragen aus anderen Kommunen zu dem Projekt. Hierbei wird nach dem Gesamtkonzept aber auch gezielt nach Teilbereichen gefragt z.B. die Online-Jugendbefragung, die ArnsbergAPP, Leitfaden zur Berufsorientierung.
    • Verschiedene Veröffentlichungen und Präsentationen des Projektes oder von Teilen des Projektes u.a. als BestPracticeBeispiel (Jugendpflegertagung vom LWL, der Deutsche Verein, Newsletter der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter, KEKIZ).

    Kontakt

    Christian Eckhoff

    Stadt Arnsberg
    Rathausplatz 1
    59759 Arnsberg
    Telefon: 02932 / 201-1395

    Weitere Informationen

  • Arnsberger „Lern-Werkstadt" Demenz

    Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz: Die Stadt Arnsberg zeigte in einem Modellprojekt die Vorteile für Kommunen, die Demenz zum öffentlichen Thema machen. Viele Akteure wurden gewonnen und die Lern-Werkstadt Demenz Arnsberg verstetigt.

    Ausgangslage

    • In der Stadt Arnsberg leben schätzungsweise etwa 1200 Menschen mit Demenz.
    • Schon seit vielen Jahren beschäftigt sich Arnsberg intensiv mit den Auswirkungen des demographischen Wandels.
    • Ergebnisse dieser Beschäftigung sind unter anderem die Gründung der kommunalen Fachstelle „Zukunft Alter", die heute zentraler Knotenpunkt eines breiten, Generationen verbindenden lokalen Netzwerkes unterschiedlichster Partner ist.
    • An diese gewachsenen Strukturen knüpft die „Lern-Werkstadt Demenz" an.

    Ziele

    • Das Projekt stellt Menschen mit Demenz und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt.
    • Ihre Lebenswelt soll auch für Nichtbetroffene erfahrbar werden.
    • Stück für Stück will das Projekt das Thema enttabuisieren und bürgerschaftliches Engagement auf diesem Feld stärken.
    • Ziel ist es, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz zu verbessern und Angehörige zu entlasten.

    Umsetzung

    • Mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung wurde ein Aktionsprogramm entworfen, das die Möglichkeiten einer Kombination professioneller und zivilgesellschaftlicher Ressourcen für Menschen mit Demenz und ihre Familien erschließen sollte.
    • Die Stadt Arnsberg richtete eine Koordinationsstelle ein, die alle Aktivitäten konzipierte und organisierte. Menschen, die sich engagieren möchten, erhalten hier die Unterstützung, die sie benötigen um ihr Engagement umsetzen zu können. 
    • Neben den „klassischen" Hilfen bei Demenz (wie die Vermittlung von ambulanten Pflegediensten oder Unterstützung bei der Antragstellung für Leistungen der Pflegeversicherung) wurde in den Beratungsstützpunkten auch die Unterstützung von Freunden und Familien, Nachbarn und Ehrenamtlichen vermittelt.
    • Mit einem Schulungs- und Fortbildungsprogramm wurden unterschiedliche Zielgruppen möglichst passgenau angesprochen.
    • Netzwerke zwischen unterschiedlichen Akteuren wurden aufgebaut und erweitert, um bestehende Angebote für Menschen mit Demenz zu öffnen und neu zu entwickeln. Daraus entstand beispielsweise ein Projekt zur tiergestützten Therapie im Seniorenheim.
    • Vielfältige Öffentlichkeitsveranstaltungen dienten dazu, die Projektziele zu vermitteln, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und das Thema Demenz zu enttabuisieren.
    • Veranstaltungen für Angehörige fanden beispielweise zu diesen Themen statt:
      • Kommunikation mit Menschen mit Demenz
      • Umgang mit herausforderndem Verhalten
      • Pflege zu Hause
    • In der Einzelfallberatung wurde der individuelle Unterstützungsbedarf ermittelt, um anschließend die verfügbaren Ressourcen sowohl aus dem professionellen Sektor als auch aus dem zivilgesellschaftlichen Bereich zu vermitteln.
    • Es wurde ein Handbuch „Arnsberger ‚Lern-Werkstadt' Demenz – Handbuch für Kommunen" verfasst.
    • Die Robert Bosch Stiftung förderte die ersten drei Jahre des Aktionsprogramms als Modellprojekt.

    Erfolge

    • In der dreijährigen Projektphase ist es gelungen, dem Thema Demenz einen besonderen Stellenwert in der lokalen Öffentlichkeit zu verschaffen. In über 300 Artikeln in lokalen Zeitungen wurde das gesamte Spektrum behandelt. Es kamen bis zu 400 Teilnehmer bei den Öffentlichkeitsveranstaltungen.
    • Das Schulungsangebot wurde insgesamt gut angenommen. Veranstaltungen für Angehörige wurden besonders häufig nachgefragt.
    • Von lokalen Akteuren wurden bestehende Angebote für Menschen mit Demenz geöffnet und neue entwickelt.
    • Es wurden über 40 Einzelprojekte im Stadtgebiet umgesetzt, von Kindergarten-Altenheim-Kooperationen über eine Broschüre zum Thema Wohnraumanpassung bei Demenz für das Handwerk bis zu Kreativangeboten wie Tanzen, Handwerken und Malen oder den Zirkus der Generationen.
    • Die passgenaue Vermittlung von bürgerschaftlichem Engagement im Einzelfall erwies sich jedoch als schwierig. Dies zeigte der Kontakt zu etwa 250 Klienten, die im Laufe der Projektphase Kontakt zu den Projektberatern hatten.
    • Der in Arnsberg gedrehte Film „Diagnose Demenz" diente vielfach als Türöffner und Einstieg in die Thematik.

    Kontakt

    Martin Polenz

    Z | Fachstelle "Zukunft Alter"
    Stadt Arnsberg
    Clemens-August-Straße 120
    59821 Arnsberg
    Telefon: 02932 201-2206

    Weitere Informationen

  • Bayreuth - "Die Schulhüpfer"

    Vorschulkinder mit Entwicklungsdefiziten besser unterstützen: Die Jean-Paul-Schule Bayreuth bietet eine neue individuelle Förderung an und schließt damit eine Lücke in den bisherigen Angeboten der vorschulischen Bildung.

    Ausgangslage

    • Im Einzugsgebiet der Jean-Paul-Grundschule Bayreuth leben zahlreiche Familien mit Migrationshintergrund. Die Kinder bringen ihre Muttersprache als Ressource mit, verfügen darin aber häufig nur über einen sehr beschränkten Wortschatz.
    • In der Zweitsprache Deutsch sind individuell unterschiedliche Kompetenzen vorhanden. 
    • Bei der Schuluntersuchung durch das Gesundheitsamt werden zahlreiche Defizite bei den Kindern diagnostiziert.
    • Außer der sprachlichen Problematik zeichnen sich große Defizite in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Konzentration, Zahl- und Mengenerfassung, räumliches Denken und soziale Entwicklung ab.
    • Nicht alle Kinder mit Defiziten weisen jedoch gleichzeitig sonderpädagogischen Förderbedarf auf, was durch den K-ABC-Test (Test zur differenzierten Intelligenz- und Fähigkeitsdiagnostik) eindeutig nachgewiesen wurde.
    • Viele der vorgestellten schulpflichtigen Kinder sind nur eingeschränkt schulfähig.
    • Die bisher durchgeführten ganzjährigen Vorkurse durch die Kindergärten reichen zur vorschulischen Förderung nicht mehr aus.
    • Rückstellungen mit anschließendem Besuch eines normalen Kindergartens gewährleisten keine ausreichende Förderung.

    Ziele

    • Das Projekt "Die Schulhüpfer" an der Jean-Paul-Grundschule in Bayreuth möchte:
      • den Übergang vom Kindergarten in die Schule fließend gestalten
      • Zugänge zur Bildung erleichtern
      • präventive Maßnahmen gegen Gewalt, Ausgrenzung, psychische Gefährdung, Schulversagen, Schulverweigerung durchführen
      • personale Kompetenzen der zukünftigen Schüler stärken
      • Erziehungs- und Förderkompetenzen der Eltern ausbauen
    • Übergeordnete Zielsetzung ist es, die Integration zu fördern und frühzeitige Stigmatisierung zu vermeiden.

    Umsetzung

    • Mit dem Projekt "Die Schulhüpfer" unterstützt die Jean-Paul-Schule Bayreuth Vorschulkinder mit Sprach-, Wahrnehmungs- und weiteren Entwicklungsdefiziten durch individuelle Förderung in den Bereichen Sprache, Muttersprache, Zahlen, basale Fähigkeiten und soziales Lernen unter Einbeziehung aller Sinne und kontinuierliche Elternarbeit.
    • Zielgruppen des Projekts "Die Schulhüpfer" sind:
      • Kinder, die vom Schulbesuch wegen Entwicklungsverzögerungen zurückgestellt werden müssen
      • Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, aber ohne sonderpädagogischen Förderbedarf
      • Eltern der betroffenen Kinder, die im Folgejahr schulpflichtig werden
    • An der Jean-Paul-Grundschule Bayreuth werden folgende Rahmenbedingungen hergestellt:
      • An der Schule gibt es Elterngespräche in verschiedenen Sprachen.
      • Sowohl Erzieher als auch Lehrkräfte für muttersprachlichen Unterricht in Russisch und Türkisch stehen zur Verfügung.
      • Das Kitapersonal nimmt seit Jahren regelmäßig an den in der Schule stattfindenden Vorkursen teil und gestaltet diese auch aktiv mit. So ist eine Vertiefung der Arbeit im Kindergarten sehr effizient gewährleistet.
      • Alle Eltern stimmen nachweislich zu, dass Schule und Kindergarten über ihre Kinder Gespräche führen dürfen. Gemeinsame Veranstaltungen unterstützen die gegenseitige Offenheit.
    • Durch vorschulische Förderung sollen die Kinder Entwicklungsrückstände gezielt aufholen. Für jedes Kind werden individuelle Förderpläne entwickelt.
    • Zu Schuljahresbeginn finden Reflexionen zwischen Kindergarten und Schule statt, woraus sich auf die Kinder individuell abgestimmte konzeptionelle Neuerungen ergeben. 
    • Der Aufnahme geht in jedem Fall ein Beratungsgespräch voraus. Ggf. werden von den Eltern Schweigepflichtsentbindungen zwischen Schule und Ärzten oder Fördereinrichtungen erbeten.
    • Die Aufnahme erfolgt mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten mit gleichzeitiger Verpflichtung zur regelmäßigen Teilnahme und Mitarbeit der Eltern an den stattfindenden Elternstunden.
    • Es gelten für die Kinder die Fehlzeitenregelungen der Bayrischen Schulordnung.
    • Der Nachweis der Defizite und Förderbedürftigkeit erfolgt durch Testverfahren (Beratungslehrer, MSH) und Empfehlung des Kindergartens.
    • Alle Eltern erklären sich mit dem Konzept in einer Vereinbarung einverstanden.
    • Eine Zusammenarbeit erfolgt u.a. mit Kindergarten, Behörden und Ärzten.

    Erfolge

    • Die Eltern erweisen sich als ausgesprochen kooperativ, besuchen die Elternstunden und versuchen aktiv mitzuwirken, soweit ihre Möglichkeiten dies erlauben.
    • Es nehmen pro Schuljahr zwischen 14 und 19 Vorschulkinder teil.
    • Durch das tägliche intensive Lernen in der Schule starteten die Vorschulkinder selbstbewusster und motivierter in die 1. Klasse.
    • Dies setzte sich in den folgenden Jahrgängen fort, so dass ca. 60% der Kinder eine reelle Chance auf weiterführende Schulen bekamen.
    • Der Rest der Kinder zeigt bereits gute Teamfähigkeit. Sprachliche Defizite konnten teilweise noch nicht ausreichend behoben werden. In diesen Fällen wird gemeinsam mit den Eltern eine weitere Fördermöglichkeit gesucht (z. B. durch das Projekt „KÜKI – Kümmerer für Kinder").
    • Best Practice im Bildungsbericht des Staatsministeriums
    • Mehrere Grundschulen übernahmen das Konzept in reduzierter Form. Es kamen Anfragen von Schulen aus verschiedenen Bundesländern.

    Kontakt

    Jean-Paul-Grundschule

    Königsallee 19
    95448 Bayreuth

    Kindertagesstätte Grashüpfer

    Graserstraße 7
    95448 Bayreuth
    Telefon: 0921 - 92 238

    Weitere Informationen

    Unter den angegebenen Kontakten können das Curriculum sowie der Beobachtungsbogen und Förderpläne angefordert werden.

    Jean-Paul-Schule Bayreuth

  • Bayreuth - Projekt KÜKI – Kümmerer für Kinder

    Betreuung bei familiären Ausnahmesituationen: Im Projekt „KÜKI – Kümmerer für Kinder" kümmern sich ehrenamtlich Engagierte um die Kinder sozial benachteiligter Familien. Die Grundschüler werden bei Krankheit und in Notsituationen spontan betreut. 

    Ausgangslage

    • Die Jean-Paul-Schule Bayreuth liegt in einem Quartier mit einem hohen Anteil von sozialem Wohnungsbau.
    • Im Einzugsgebiet leben zahlreiche Aussiedler- und Ausländerfamilien, deren Kinder die Schule besuchen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 79 Prozent.
    • Viele Kinder verfügen nicht über ausreichende Deutschkenntnisse.
    • 75 Prozent der Schülerinnen und Schüler leben bei alleinerziehenden Eltern oder in Patchwork-Familien mit fehlender sozialer Absicherung und Einbindung.
    • Kinder, die sich in unsicheren Lebensverhältnissen befinden, haben geringere Bildungschancen.

    Ziele

    • Lernhilfe und Bildungsangebote durch entsprechend befähigte Personen vermitteln
    • den Eltern durch Sicherung der Betreuung des Kindes die Berufstätigkeit ermöglichen
    • den Eltern dabei helfen, unvorhersehbare familiäre Not- und Krisensituationen besser zu bewältigen
    • Verbesserung der Bildungschancen der Kinder durch zusätzliche Unterstützung
    • Verbesserung der sozialen Einbindung der Eltern in ihr Wohnumfeld

    Umsetzung

    • Die Jean-Paul-Schule Bayreuth unterstützt Kinder und ihre Eltern dabei, unvorhersehbare familiäre Situationen besser zu bewältigen. Es handelt sich stets um kurzfristige Hilfe und Unterstützung durch ehrenamtlich tätige Personen.
    • Anfänglich gab es kurzfristige Einzeleinsätze von Personen, die bereit waren, sich ehrenamtlich für Kinder zu engagieren.
    • Inzwischen werden interessierte Personen durch das Freiwilligen-Zentrum Bayreuth vermittelt oder Interessierte melden sich unmittelbar bei der Schule und bieten ihre Mithilfe an.
    • Bei Engpässen springen Lehrkräfte außerhalb ihrer Stundenverpflichtungen ein.
    • Von besonderer Bedeutung ist die Betreuung der ehrenamtlichen Mitarbeiter durch beständige Kontaktpflege und Gemeinschaftsveranstaltungen, die die Schule organisiert.
    • Angebote für Kinder und Eltern:
      • Schulwegbegleitung
      • Hausaufgabenbetreuung
      • flexible Abholzeiten nach Unterrichtsende, um berufstätigen Eltern Zeitdruck zu ersparen
      • Stützkurse (individuelle Förderung von lernstarken Schülern für den Übertritt an weiterführende Schulen)
      • Fremdsprachenunterricht für besonders Begabte
      • Unterstützung von Familien in Not- bzw. Krisensituationen (z. B. bei Trennung, Krankheit der Kinder oder Eltern, Todesfällen in der Familie)
      • Unterstützung von Familien mit Strukturierungsproblemen im Alltag
      • Begleitung von Kindern im Freizeitbereich
      • Ermöglichung von Konzert- und Theaterbesuchen, Teilnahme an Workshops des Festivals junger Künstler Bayreuth
      • Begleitung behinderter Kinder im Sport- und Schwimmunterricht
      • gesundes Frühstück für Kinder, die zu Hause kein Frühstück bekommen
    • Interessierte Personen führen zunächst ein Gespräch mit der Schulleitung, um Vorstellungen und Möglichkeiten des Einsatzes abzuklären.
    • KÜKI-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter können sich für einzelne Einsatzbereiche entscheiden
    • Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich regelmäßig an festgelegten Tagen bei der flexiblen Abholzeit, der Hausaufgabenbetreuung, dem Musikunterricht und dem Stützunterricht ein.
    • Im Bereich Kunst tätige Menschen bieten nach Möglichkeit Freiplätze für interessierte aber bedürftige Kinder an.
    • Für KÜKl-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter wird ein Einsatzplan erstellt, sie müssen nicht ständig in Rufbereitschaft sein.
    • Eltern melden sich bei Notfällen in der Schule und erhalten nach Rücksprache mit dem KÜKI-Mitarbeiter dessen Telefonnummer, sie stellen dann selbst den Kontakt her und sprechen den Einsatz ab
    • Teilweise erfolgt ein langfristiges Engagement, teilweise ein mittelfristiges (vor allem bei den jüngeren Ehrenamtlern, da sich Lebensphasen ändern).

    Erfolge

    • Durch die Versorgung der Kinder konnten Arbeitsplätze für Mütter gesichert bzw. ermöglicht werden.
    • Der Kontakt zu den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ermöglicht die Verbesserung der sozialen Einbindung von jungen Familien und Seniorinnen und Senioren in ihr Wohnumfeld.
    • Junge Menschen erproben ihre Fähigkeiten vor der Berufswahl und engagieren sich in ihrer Freizeit.
    • Kinder mit diagnostiziertem sonderpädagogischen Förderbedarf können in Regelklassen erfolgreich beschult werden.
    • Steigerung der Übertrittsquote an weiterführende Schulen
    • Gewinn des Sonderpreises des Nationalen Bürgerpreises (Deutscher Ehrenamtspreis) (2008)
    • Gewinn des Tutzinger Umweltpreises (2010)

    Kontakt

    Jean-Paul-Grundschule

    Königsallee 19
    95448 Bayreuth

    Weitere Informationen

  • Benningen - Apfelernte mit Geflüchteten zur Finanzierung von Deutschkursen

    Um Geflüchteten die Integration in das Gemeindeleben in Benningen zu erleichtern, initiierte der Arbeitskreis Asyl Benningen e.V.  eine gemeinsame Apfelernte von Flüchtlingen und Einheimischen. Mit den Erlösen aus dem Verkauf des daraus gepressten Apfelsaftes werden Deutschkurse finanziert.

    Ausgangslage

    • In der Gemeinde Benningen lebten zum Projektstart über 80 Flüchtlinge, die noch keine Arbeitserlaubnis besaßen.
    • Solange noch kein positiver Asylbescheid vorliegt ist auch die Teilnahme an Deutschkursen limitiert. Gleichzeitig verfügen Flüchtlinge kaum über die finanziellen Mittel sich selbst einen Deutschkurs zu finanzieren.
    • Im Sommer 2014 fiel Mitarbeitern des Arbeitskreises Asyl bei einem gemeinsamen Spaziergang mit Flüchtlingen auf, dass in Benningen überproportional viele nicht abgeerntete Streuobstwiesen vorhanden sind.
    • Um Deutschkurse finanzieren zu können, kam die Idee auf, die Äpfel zu ernten und zu Apfelsaft zu pressen. Durch den Verkauf des Apfelsafts sollte versucht werden die Deutschkurse zu finanzieren.

    Ziele

    • Der Erlös der Apfelsäfte soll in die Mitfinanzierung von Sprachkursen investiert werden.
    • Außerdem soll den Geflüchteten ermöglicht werden, ihren Alltag sinnvoll zu erfahren. Dafür gibt das Ernten Struktur und Routine.
    • Darüber hinaus wird durch das gemeinsame Ernten ein Miteinander zwischen den Geflüchteten und den Einheimischen geschaffen. Gleichzeitig schulen die Flüchtlinge ihre Sprachkompetenz.
    • Das Kulturgut Streuobstwiese bleibt erhalten und wird durch die Arbeit wertgeschätzt.

    Umsetzung

    • Im „Benninger Blättle" wurden alle Streuobstwiesenbesitzer aufgerufen, die Apfelbäume dem Verein Pro Asyl zu überlassen, sodass dieser mit den Geflüchteten die Äpfel zu Saft pressen kann.
    • Das katholische Dekanat Ludwigsburg „Neue Horizonte" unterstützt mit ihren Projektmitteln die Anschaffung von Säcken, Apfelpflückern, Eimern und Wannen und übernimmt auch die Spritkosten der Fahrzeuge. Vereinsmitglieder fahren die Ernte zur Saftpresse.
    • 10 Tonnen Äpfel ergeben ca. 5.500 Litern Apfelsaft der in 5-Liter BaginBoxen verkauft wird.
    • Durch Ehrenamtliche werden Deutsch- und Hausaufgabenkurse angeboten. Hierfür können aber keine Bescheinigungen für weiterführende Berufsausbildungen vergeben werden.

     

    Erfolge

    • Über die Einnahmen (Reingewinn ca. 2500 Euro) können rd. 10 VHS-Kurse pro Jahr für Flüchtlinge, die keine Integrationskurse vom Jobcenter bekommen, bis zum Sprachniveau B2 finanziert werden.
    • Mit Spenden werden pro Jahr ca. 4.000 bis 5.000 Euro in Sprachkurse investiert.
    • Zusätzlich zur Mitfinanzierung von externen Deutschkursen konnte auch die Finanzierung von zahlreichen Deutschlernbüchern und S-Bahn-Tickets zum Kursort gewährleistet werden.
    • Einige Flüchtlinge konnten aufgrund der erfolgreich absolvierten Kurse bereits Ausbildung beginnen und sind eine große Motivation für andere Flüchtlinge.
    • Es gibt zwischenzeitlich in der Gegend unter den "Arbeitskreisen Asyl" viele Nachahmer. Das ist einerseits wünschenswert, jedoch gestaltet sich dadurch der Verkauf (Erlös für Deutschkurse) des Apfelsaftes immer schwieriger.
    • Die Empathie der Einheimischen gegenüber den Geflüchteten konnte erhöht, und Vorurteile abgebaut werden. Die Vermittlung von kulturellen Werten und Normen konnte implizit durch das Projekt erfolgen.
    • Der Verein gehörte 2015 zu den Preisträgern des Karl-Mommer-Preis und wurde im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs "Menschen und Erfolge" durch die Bundesministerin Barbara Hendricks ausgezeichnet
    • Das Projekt wird in der Handreichung „Willkommenskultur vs. Rechtsextremismus – Handlungsansätze aus der Arbeit vor Ort" im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!" vorgestellt.

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Berlin - Stadtteilmütter

    Mütter beraten Mütter: In Berlin-Neukölln werden arbeitslose Migrantinnen mit Kindern zu Stadtteilmüttern ausgebildet. Sie beraten andere Mütter mit dem gleichen ethnischen Hintergrund bei Hausbesuchen in Fragen rund um Bildung, Gesundheit, Erziehung und Sprache.

    Ausgangslage

    • Im Berliner Stadtteil Neukölln haben rund 40 % der Einwohner einen Migrationshintergrund.
    • Vor allem im Norden des Stadtteils gibt es zahlreiche soziale Probleme, wie z. B. Armut und hohe Arbeitslosigkeit. Hier leben rund 80 % der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Einwandererfamilien.
    • Viele Mütter haben nur wenige Außenkontakte und daher Probleme, die deutsche Sprache zu lernen.
    • Oftmals kennen sie sich wenig mit dem deutschen Bildungswesen und den Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung aus. Sie wissen häufig nicht, welche Formen von Beratung und sonstiger Unterstützung sie in Anspruch nehmen können. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede stellen weitere Hürden dar.
    • Oftmals scheuen sich die Familien, sich bei Problemen an die deutschen Behörden, wie z. B. das Jugendamt, zu wenden.
    • All dies verschlechtert die Bildungschancen ihrer Kinder. Viele verlassen die Schule ohne Abschluss oder erwerben nur einen Hauptschulabschluss.

    Ziele

    • Das Projekt „Stadtteilmütter in Neukölln" soll dabei helfen, Familien mit Migrationshintergrund bei der Integration zu unterstützen.
    • Dabei stehen besonders das Erlernen der deutschen Sprache und die Verbesserung der Bildungschancen der Kinder im Vordergrund.
    • Außerdem sollen soziale Segregation und Rückzug in die eigene ethnische Gemeinschaft verringert werden.
    • Es sollen vor allem Familien erreicht werden, zu denen deutsche Sozialarbeiter keinen Zugang haben.
    • Die Stadtteilmütter sollen durch die Ausbildung und ihre Arbeit an Selbstvertrauen gewinnen und eine Vorbildfunktion für andere Frauen im Stadtteil einnehmen.
    • Bei der gemeinsamen Qualifizierungsmaßnahme kommen Frauen verschiedener Nationalitäten zusammen und sollen dadurch eventuelle Vorurteile abbauen.

    Umsetzung

    • In Berlin werden arbeitslose Mütter mit Migrationshintergrund zu Stadtteilmüttern ausgebildet – vor allem Frauen türkischer und arabischer Herkunft, doch auch Migrantinnen anderer Herkunft. So gibt es auch Stadtteilmütter mit südosteuropäischen Wurzeln.
    • Sie sollen als „Türöffner" fungieren und die besuchten Familien zu außerhäuslichen Aktivitäten anregen sowie die Zusammenarbeit mit Kitas, Schulen, Elterncafés und weiteren Einrichtungen fördern.
    • Sie werden ein halbes Jahr lang zwei- bis dreimal pro Woche zu Themen wie Erziehung, Bildung, Gesundheit und Sprache weitergebildet.
    • Die Stadtteilmütter sind im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahme tätig oder auf geringfügiger Basis beschäftigt.
    • Sie geben ihr Wissen bei jeweils 10 Hausbesuchen an Familien mit Kindern im Alter von bis zu 12 Jahren weiter. Ursprünglich gehörten nur Familien mit Kindern bis zum Alter von maximal 6 Jahren zur Zielgruppe, aber dann wurden die Stadtteilmütter zum Thema Grundschule weiterqualifiziert.
    • Die Frauen kooperieren eng mit Erziehern und Lehrern.
    • Der Träger des Projektes ist das Diakoniewerk Simeon gGmbH. Kooperationspartner sind das Bezirksamt Neukölln von Berlin, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und das JobCenter Neukölln.

    Erfolge

    • Seit Projektstart wurden über 400 Stadtteilmütter ausgebildet, davon sind rund 70 tätig.
    • Insgesamt wurden bereits über10.600 Familien erreicht.
    • Dadurch, dass es sich bei den Stadtteilmüttern um Menschen aus der eigenen Community handelt, fällt es ihnen leichter, Kontakt zu den Familien herzustellen und kulturelle Besonderheiten zu berücksichtigen.
    • Viele der besuchten Frauen nehmen nun an einem Deutschkurs teil und schicken ihre Kinder in eine Kindertagesstätte.
    • Eine Evaluation hat viele positive Effekte ergeben, wie z. B. eine gute Erreichung der Zielgruppe und die Nachhaltigkeit der Hausbesuche.
    • Das Projekt wurde vielfach ausgezeichnet.
    • Das Stadtteilmütterprojekt wurde deutschlandweit in dieser Form erstmalig in Neukölln durchgeführt, aber inzwischen gibt es Stadtteilmütter in vielen weiteren Städten.

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Berlin - Start in den Beruf mit der Initiative JOBLINGE

    JOBLINGE ist eine gemeinnützige Organisation für junge Menschen, die Anschluss an die Arbeitswelt suchen. Sie verbindet Qualifizierung in der Praxis mit persönlicher, individueller Förderung und der konkreten Chance, sich einen Ausbildungsplatz aus eigener Kraft zu erarbeiten. Damit das möglich wird, bündelt JOBLINGE das Engagement und die Kompetenzen unterschiedlichster Akteure und Institutionen aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft.

    Ausgangslage

    • Trotz des demographischen Wandels und einer relativ guten Wirtschaftslage sowie drohendem Fachkräftemangel in einigen Branchen haben es gering qualifizierte junge Menschen oftmals schwer, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden.
    • Viele sind arbeitslos oder befinden sich im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf.
    • Jeder zweite Hauptschulabgänger hat auch ein Jahr nach dem Schulabschluss noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.
    • Viele haben sich bereits aufgegeben und können nicht auf die Unterstützung ihres Umfeldes zählen.
    • Die Auseinandersetzung mit Kultur und Sport spielt eine wichtige Rolle dabei, verantwortungsbewusste und starke Persönlichkeiten hervorzubringen, die sich nachhaltig sozial integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

    Ziele

    • Gemeinsam mit Partnern und Unterstützer*innen sollen junge Erwachsene mit schwierigen Startbedingungen dauerhaft in eine Ausbildung oder Arbeit gebracht werden.

    Umsetzung

    • JOBLINGE unterstützt benachteiligte junge Menschen zwischen 17 und 27 Jahren auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt.
    • In den beiden sechsmonatigen Programmen "Klassik" und "Kompass" können junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund ihre Fähigkeiten in der Praxis unter Beweis stellen - jenseits von Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen.
    • Ablauf des Joblinge-Programms:
      • Beginn mit einer gemeinnützigen Projektarbeit, bei der die Teilnehmenden ihre Motivation unter Beweis stellen können. Erst danach werden sie ins Programm aufgenommen.
      • Schließlich erhalten sie Orientierung über die eigenen Stärken und passenden Berufe, bevor sie dann in JOBLINGE-Partnerunternehmen Praxiserfahrung sammeln.
      • Bei einem Qualifizierungspraktikum können sie erste Berufserfahrungen sammeln, bei einem Bewerbungspraktikum ihre Eignung für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz unter Beweis stellen.
    • Während der gesamten Zeit werden die Jugendlichen nicht nur von den hauptamtlichen JOBLINGE-Mitarbeitenden begleitet, sondern die Teilnehmenden erhalten alle persönlich, ehrenamtliche Mentor*innen (1:1-Unterstützung). 
    • Die ehrenamtlichen Mentor*innen verfügen über Lebens- und Berufserfahrung. Sie hören zu, motivieren und helfen in schwierigen Phasen dabei, nicht aufzugeben.
    • Zum JOBLINGE-Programm gehören auch kreative Projekte und das Kultur- und Sportprogramm, das gemeinsam mit vielen Künstlern, Museen, Theatern, Hochschulen und Sportvereinen umgesetzt wird.
    • Auch nach Abschluss des Programms und während der Ausbildung bleiben die JOBLINGE-Mitarbeitenden den Teilnehmenden und den Unternehmen als Ansprechperson erhalten. Der Kontakt zu den Mentor*innen wird oftmals ebenfalls über die Projektdauer hinaus aufrechterhalten.
    • Die gemeinnützige Initiative JOBLINGE wurde von der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG konzipiert und ins Leben gerufen. JOBLINGE ist als Social-Franchise-System organisiert.
    • Die JOBLINGE-Dachorganisation setzt die Arbeit der Initiatoren fort. Sie unterstützt die bestehenden Standorte in ihrer täglichen Arbeit, sichert gemeinsame Qualitätsstandards und koordiniert den Ausbau der Initiative und des Netzwerks.
    • Die BostonConsultingGroup leitet diese Organisation als Teil ihres gesellschaftlichen Engagements honorarfrei und unterstützt die Arbeit über die JOBLINGE-Stiftung.
    • Lokal ist die Initiative in Form von gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAGs) organisiert, in die sich Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einbringen.
    • Unternehmen und Kommunen engagieren sich als (Gründungs-)Aktionäre und stellen das Startkapital für einen JOBLINGE-Standort in ihrer Stadt bereit; ehrenamtliche Vorstände und Aufsichtsräte unterstützen, lenken und stellen ihr Netzwerk zur Verfügung.

    Erfolge

    • Weit über 9000 Teilnehmende konnten bisher auf ihrem Weg unterstützt werden.
    • mit 70% eine weit überdurchschnittliche Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt
    • 80 Prozent derjenigen, die einen Ausbildungsplatz gefunden hatten, befanden sich auch nach 6 Monaten noch in der Ausbildung.
    • Das Projekt hat zahlreiche Auszeichnungen bekommen, darunter:
      • JOBLINGE Lern-App "Mathe als Mission" gewinnt 2018 den bitkom-Innovationspreis für digitale Bildung
      • JOBLINGE wirkt - in 2017 durch PHINEO
      • „Integrationsprojekt des Jahres" 2014 der Deutschlandstiftung Integration
    • Inzwischen ist JOBLINGE bundesweit mit 9 gemeinnützigen Aktiengesellschaften an bundesweit mehr als 30 Standorten aktiv.
    • Mehr als 2.400 Partnerunternehmen aller Größen und Branchen, 1.700 ehrenamtlich engagierte Privatpersonen und 50 Institutionen der öffentlichen Hand bilden das JOBLINGE-Netzwerk.

    Kontakt

    JOBLINGE e.V.

    Kapuzinerstr. 9d
    80337 München

    Weitere Informationen

  • Berlin – "Zusammenleben Willkommen" Wohngemeinschaften mit Geflüchteten

    Dezentrale Unterbringung von Geflüchteten: Der Mensch Mensch Mensch e.V. bietet eine Wohnraumvermittlung und -beratung für Geflüchtete und Interessierte der aufnehmenden Gesellschaft an. Das Konzept ‚Zusammenleben Willkommen‘ (ehemals 'Flüchtinge willkommen') wird in 16 Ländern weltweit umgesetzt.

    Ausgangslage

    • Geflüchtete werden häufig in provisorischen Massenunterkünften untergebracht und haben wenig bis keinen Kontakt zur aufnehmenden Gesellschaft. Das bedeutet für sie Isolation und Ausgrenzung.
    • Es fehlt an Konzepten zur Wohnraumvermittlung für Geflüchtete in private Wohngemeinschaften.
    • Menschen, die ein Zimmer für Geflüchtete zur Verfügung stellen möchten, haben kaum Zugang zu Informationen über die Voraussetzungen dafür.
    • Die Initiatoren und Initiatorinnen stellten 2014 selbst einem Geflüchteten ein Zimmer ihrer Wohnung zur Verfügung und machten damit positive Erfahrungen. So entstand die Idee, aus der kleinen Initiative eine weitreichende Plattform zu entwickeln.

    Ziele

    • Möglichst viele Geflüchtete werden dezentral untergebracht. Sie wohnen in privaten Wohngemeinschaften und leben so mit Menschen aus der aufnehmenden Gesellschaft zusammen.
    • Menschen verschiedener Kulturen und in unterschiedlichen Lebenssituationen kommen direkt, gleichberechtigt und auf Augenhöhe in Kontakt und unterstützen sich gegenseitig.
    • Übergeordnete Zielsetzung ist ein Beitrag zu einer offenen Gesellschaft, in der ein solidarisches Miteinander und ein Zusammenleben auf Augenhöhe als selbstverständlich gelten.

    Umsetzung

    • Zusammenleben Willkommen vermittelt zwischen Geflüchteten und Menschen, die Wohnraum zur Verfügung stellen möchten. Neben der Beratung und Vermittlung wird auch die Hilfestellung bei der Finanzierung der Miete angeboten. Flüchtlinge Willkommen ist ein Projekt des Mensch Mensch Mensch e.V.
    • Personen mit freiem Wohnraum können ihr Zimmer unkompliziert über die Online-Plattform Zusammenleben Willkommen anmelden.
    • Nach der Registrierung folgt ein persönliches Erstgespräch zwischen dem Wohnraumgebenden und dem Team von Zusammenleben Willkommen.
    • Nun sucht das Team von Zusammenleben Willkommen nach einer passenden Mitbewohnerin oder einem passenden Mitbewohner und stellt den Kontakt her.
    • Auch bei der Finanzierung der Miete unterstützt das Team von Zusammenleben Willkommen. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten:
      • Mikrospenden
      • ein durch Spenden finanziertes Mietkosten-Konto
      • Förderung des Umzugs und Übernahme der Mitkosten durch die Jobcenter oder Sozialämter (Bundeslandabhängig)
    • Nach dem Einzug begleitet das Team die Mitglieder der Wohngemeinschaft und ist Ansprechpartner für z.B. Fragen des Zusammenlebens.
    • Zusammenleben Willkommen berät zudem Geflüchtete, damit sie sich selbstständig auf dem Wohnungsmarkt orientieren und ein Zimmer suchen können. Die Wohnraumberatung beinhaltet:
      • eine allgemeine Einführung zum Thema WG-Leben, WG-Plattformen, WG-Casting und rechtlichen Aspekten unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangssituation der Geflüchteten
      • individuelle Unterstützung beim Schreiben von WG-Bewerbungen mit Ehrenamtlichen aus den jeweiligen Lokalgruppen
      • Auch nach der Beratung steht das Team von Zusammenleben Willkommen den Interessierten für Fragen zur Verfügung.
      • Bei Bedarf können Ehrenamtliche geflüchtete Menschen zu den WG-Castings auch begleiten.
    • Die Arbeit von Zusammenleben Willkommen wird aktuell durch die Lokalgruppen in Berlin, Hamburg, München, Münster und Osnabrück unterstützt. Lokalgruppen in weiteren Städten werden aufgebaut.
    • Zusammenleben Willkommen wird von verschiedenen Projektförderern finanziell gefördert und finanziert sich zusätzlich durch private Spenden. Förderer ist aktuell die Skala-Initiative.

    Erfolge

    • In Deutschland kamen bereits über 400 neue Wohngemeinschaften durch Zusammenleben Willkommen zusammen.
    • International entstanden bereits über 1.400 neue Wohngemeinschaften durch Zusammenleben Willkommen.
    • Deutscher Integrationspreis der Hertie-Stiftung, 3. Platz (2017)
    • Das Konzept REFUGEES WELCOME INTERNATIONAL wird bereits in 16 Ländern umgesetzt: Deutschland, Österreich, Griechenland, Portugal, Spanien, Schweden, Niederlande, Polen, Italien, Kanada, Tschechien, Rumänien, Nord-Irland, Australien, Frankreich und Japan.

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Berlin – Flussbad am Spreekanal

    Nachhaltige Stadtentwicklung: Im historischen Zentrum Berlins soll der heute kaum genutzte Spreekanal öffentlich zugänglich gemacht und ökologisch aufgewertet werden. Das preisgekrönte Projekt erhöht die Lebensqualität im Stadtzentrum Berlins und bekommt breite Unterstützung aus der Politik.

    Ausgangslage

    • In Berlin gab es bis Mitte der 1920er Jahre zahlreiche Flussbadeanstalten. Eine sogenannte „Doppel-Bade-Anstalt“ lag direkt vor dem Berliner Stadtschloss. Aufgrund der starken Verschmutzung der Spree und des Kanals wurden jedoch alle Badeanstalten in Berlin geschlossen.
    • Der Spreekanal in seiner heutigen Form wird kaum frequentiert und dient vor allem der Hoch- und Schmutzwasserabfuhr. Der Kanal ist durchgängig von hohen Mauern eingefasst und bislang nicht öffentlich zugänglich.
    • Das Spreekanalwasser wird zudem 20-30 Mal im Jahr bei Starkregen-Ereignissen durch ungeklärte Abwässer aus der Kanalisation verunreinigt.
    • Die Projektidee für ein Flussbad in Berlin wurde bereits 1998 von zwei Künstlern und Architekten (realities:united) veröffentlicht. Zwei bedeutende Auszeichnungen für die Projektidee gaben den Anstoß, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der diese realisiert.

    Ziele

    • Der innerstädtische 1,8 km lange Spreekanal zwischen Fischerinsel und Bode-Museum einschließlich seiner angrenzenden Flächen ist ein öffentlich zugänglicher, nicht kommerzieller Ort der Erholung.
    • Übergeordnete Zielsetzung ist die Erhöhung der Lebensqualität im Stadtzentrum Berlins mit ökologischem Gewinn. Ein Fokus liegt dabei auf dem Zusammenwirken verschiedener Nutzungen, Generationen und Themen.

    Umsetzung

    • Im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts Flussbad Berlin wird der seit über hundert Jahren weitgehend ungenutzte Spreekanal im historischen Berlin reaktiviert. Das Projekt wird durch eine bürgerschaftliche Initiative im Sinne einer „Stadtentwicklung von unten“ getragen.
    • Koordiniert wird das Projekt vom eigens gegründeten gemeinnützigen Verein Flussbad Berlin. Hauptaufgabe des Vereins ist dabei die Kommunikation der Projektidee.
    • Das Projekt Flussbad Berlin gliedert den Spreekanal in drei Bereiche:
      • Naturnaher Flusslauf: Dieser dient auch als ökologischer Trittstein im Biotopverbund.
      • Ökologischer Wasserfilter: Dieser stellt trotz starker Schwankungen der Wasserqualität im Spreekanal eine gleichbleibende Badewasserqualität im angrenzenden Abschnitt sicher.
      • Schwimmbereich: Angrenzend an den natürlichen Wasserfilter dient der Spreekanal zukünftig als ein für alle öffentlich zugängliches Flussbad.
    • Wichtige Maßnahmen und Meilensteine im Projekt Flussbad Berlin:
      • Eine Machbarkeitsstudie bestätigte die technische Umsetzbarkeit des Projektes Flussbad Berlin.
      • Bei der jährlichen Sportveranstaltung ‚Flussbad-Pokal‘ wird die Eignung des Spree-Abschnittes als Badegewässer erprobt.
      • Der Flussbad-Garten dient mit seiner Ausstellung und einer Plattform auf dem Grundriss der dort bis 1925 befindlichen Doppel-Badeanstalt als Testbetrieb für die zukünftige Einrichtung einer größeren kulturellen Institution und für die Bekanntmachung des Projektes.
      • Der Flussbad-Testfilter im Kahn ‚Hans-Wilhelm‘ dient dem wissenschaftlichen Nachweis der Funktionsfähigkeit des geplanten ökologischen Filters.
      • In der Flussbad-Akademie mit ihren wechselnden Formaten und Themen der Umweltbildung werden Wissen und Erfahrungen aus dem Projekt weitergegeben und diskutiert.
    • In der Geschäftsstelle des Flussbad Berlin e.V. arbeiten derzeit acht Personen. Sie wird durch einen Fachbeirat unterstützt.
    • Beteiligt an der Projektentwicklung und Umsetzung sind Vertreter*innen der Stadt- und Landespolitik, Vereinsmitglieder. Darüber hinaus wurden Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste der Stadt in den Prozess miteinbezogen.
    • Flussbad Berlin e.V. arbeitet zudem mit verschiedenen Universitäten und Hochschulen im Rahmen von Seminaren, Exkursionen, Entwürfen und Abschlussarbeiten zusammen.
    • Das Flussbad-Projekt wurde als "Nationales Projekt des Städtebaus" vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat sowie durch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen mit 4 Mio. Euro bis Ende 2018 gefördert.
    • Der Verein finanziert sich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Sponsorengeldern. Die Machbarkeitsstudie wurde aus Mitteln der LOTTO-Stiftung Berlin finanziert.

    Erfolge

    • Im Berliner Landeshaushalt stehen im Jahr 2019 250.000,- € für Flussbad Berlin zur Verfügung.
    • Das Projekt Flussbad Berlin wurde 2018 im Berliner Parlament von allen Fraktionen (außer der AfD) zur Umsetzung empfohlen.
    • Über 400 Vereinsmitglieder unterstützen Flussbad Berlin e.V. (2018)
    • Stetig zunehmende Teilnehmerzahlen beim Berliner Flussbad-Pokal: zuletzt 500 Schwimmer.
    • Qualitätslabel "Projekt Nachhaltigkeit 2017" vom Rat für Nachhaltige Entwicklung
    • Die Berliner Landesregierung verankerte Flussbad Berlin in den Koalitionsvereinbarungen.

    Kontakt

    Flussbad Berlin e. V.

    Falckensteinstr. 48
    10997 Berlin

    Weitere Informationen

  • Bielefeld - Minimax: Flexible Betreuung schaffen – ein Mehrwert für Familien und Unternehmen

    Minimax richtet sich an Unternehmen, deren Mitarbeiter flexible oder atypische Arbeitszeiten haben oder frühzeitig aus der Elternzeit zurückkommen möchten. Die Plätze werden von den einzelnen Betrieben gebucht. Die Eltern zahlen bei Minimax den einkommensabhängigen Elternbeitrag. Die erweiterten Öffnungszeiten werden über die Unternehmerpauschale finanziert.

    Ausgangslage

    • Die sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen an Arbeitszeiten und Flexibilität im Beruf stellen Eltern mit Kindern vor neue Herausforderungen.
    • Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, wurde in der Kindertagesstätte „Bielefelder Flachsfarm" das anfänglich mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte „Minimax"-Projekt umgesetzt.

    Ziele

    Folgende Ziele wurden zu Beginn des Projekts im Wesentlichen benannt:

    • Einerseits wurde angestrebt, Personal- und Dienstplanmodelle zu entwickeln, die eine umfangreiche Betreuungs- und Öffnungszeit ermöglichen, ohne dass die Kinder einen ständigen Wechsel des Personals ertragen müssen.
    • Zum anderen sollte ein tragfähiges Finanzierungsmodell entwickelt werden, mit dem die erheblich erhöhten Personalkosten, die durch die erweiterten Öffnungszeiten entstehen, gedeckt werden.

    Umsetzung

    • Minimax wurde 2003 – 2005 als EQUAL-Projekt zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Mittel des Europäischen Sozialfonds konzipiert.
    • Nach Ablauf der Projektzeit hat die Stadt Bielefeld den Weiterbetrieb auf Basis einer „kleinen altersgemischten Gruppe" gewährleistet.
    • Heute ist Minimax ein Angebot sowohl für unter dreijährige Kinder wie auch für die Kinder, die im Alter von 3 Jahren in eine der Regelgruppen übergehen.
    • Minimax richtet sich an Unternehmen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter flexible oder atypische Arbeitszeiten haben oder frühzeitig aus der Elternzeit zurückkommen möchten.
    • Auf Basis der KiBiz-Finanzierung von Kindertagesstätten – wie sie in Regeleinrichtungen in NRW bestehen – wird den Familien und deren Unternehmen folgendes (an)geboten:
      • Erweiterte, ganzjährige Öffnungszeiten: Den Familien stehen Minimax-Öffnungszeiten von 6:30 bis 20:30 Uhr zur Verfügung, es gibt keine Schließungszeiten in den Ferien und an Feiertagen sowie eine garantierte Betreuung am Wochenende. Über diese Zeiten hinaus können Betreuungszeiten (z. B. auch im eigenen Haushalt oder als Begleitung auf Dienstreisen) gebucht werden, die als Zusatzleistung extra in Rechnung gestellt werden.
      • Serviceleistungen wie ein Hol- und Bringdienst: Die Eltern können bei beruflich bedingten terminlichen Engpässen einen Hol- und Bringdienst, eine Art „Baby-Taxi", nutzen. Die Nutzung wird Ihnen jeweils als Zusatzleistung in Rechnung gestellt. Es wird ein Mittagstisch für Eltern angeboten.
    • Die Finanzierung erfolgt durch eine Unternehmenspauschale von 295 Euro monatlich. Die Plätze werden von den einzelnen Betrieben gebucht. Die Eltern zahlen den in jeder Kindertagesstätte üblichen einkommensabhängigen Elternbeitrag. Die erweiterten Öffnungszeiten werden über die Unternehmenspauschale finanziert.
    • Die Familien gewinnen durch:
      • professionelle und verlässliche Kinderbetreuung
      • Unterstützung bei beruflichen oder familiären Engpässen
      • früherer Einstieg aus der Elternzeit in den Beruf
      • Betreuungsangebot bis zum Schuleintritt
      • Kinder erleben die Situation, dass sie „länger" in der KiTa bleiben, nicht als Nachteil
    • Die Unternehmen gewinnen durch:
      • flexibel einsetzbares Personal
      • zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
      • Kostenersparnis im Personalmanagement
      • Imageaufwertung hinsichtlich der Familienfreundlichkeit des Unternehmens
      • Fachkräfte bleiben dem Betrieb erhalten
      • Kosten für Kinderbetreuung sind steuerlich absetzbar
    • Die Kommune gewinnt durch:
      • innovatives Konzept zur Erweiterung von Betreuungsangeboten

    Erfolge

    • Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen durch Eltern einerseits und Unternehmen andererseits ist sehr hoch und übersteigt leider nach wie vor das Angebot.
    • Rückblickend auf eine mehrjährige Praxis wurde eine „Konzeption zur frühkindlichen Bildung bei erweiterten oder atypischen Öffnungszeiten" erarbeitet. Es zeigt sich, dass Flexibilität und Dienstleistungsorientierung und das Selbstverständnis einer KiTa als Bildungseinrichtung nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen.
    • Durch die Praktikabilität des Konzeptes ist Minimax eine übertragbare Idee für andere Kommunen und Einrichtungen, die in Kooperation mit Unternehmen über neue Angebote der Kinderbetreuung nachdenken.

    Kontakt

    Erik Zurdel

    von Laer Stiftung
    Spindelstraße 5 + 7
    33604 Bielefeld
    Telefon: 0521 - 96 45 90

    Weitere Informationen

  • Borgholzhausen – Cricket-Mannschaft ‚Zalmi Borgholzhausen‘

    Integration durch Cricket und mehr: Mit umfassender ehrenamtlicher Unterstützung integrieren sich junge Geflüchtete aus Afghanistan und Pakistan im ländlichen Raum. Die 2016 neu gegründete Cricket-Mannschaft des TuS Borgholzhausen spielt heute in der Regionalliga. Alle Mannschaftsmitglieder sind inzwischen berufstätig oder gehen zur Schule.

    Ausgangslage

    • Geflüchtete aus Pakistan und Afghanistan haben im laufenden Asylverfahren in Deutschland keinen Anspruch auf einen qualifizierten Integrationskurs. Sie sind auf ehrenamtliche Sprachlehrer angewiesen.
    • Cricket ist in Deutschland zu Projektbeginn unpopulär, es gibt nur wenige Mannschaften in größeren Städten. In Pakistan und Afghanistan gilt Cricket als Nationalsport.
    • Eine Borgholzhausenerin gab mehreren Geflüchteten ehrenamtlich Sprachunterricht. Die heterogene Gruppe setzte sich aus jungen Männern mit ganz unterschiedlicher Bildungsbiographie zusammen.
    • Im Rahmen der sprachlichen Übungen redete man auch über sportliche Hobbies der Geflüchteten. Eine Gruppe von Geflüchteten spielte behelfsmäßig auf der Straße, mit Holzlatten und Tennisbällen.

    Ziele

    • Ziele mit der Cricket-Mannschaft:
      • vertiefender Spracherwerb
      • Unterstützung der Alltagsstruktur der Geflüchteten und Steigerung der Selbstorganisation
      • Förderung von Fair Play, Toleranz und Regelverständnis
    • Übergeordnete Zielsetzung ist die Integration der Flüchtlinge in Borgholzhausen durch Sprache, Arbeit, Sport, Soziale Teilhabe, Beratungs- und Unterstützungsangebote.
    • Entwicklung eines alternativen, für alle Interessierten offenen Sportangebots

    Umsetzung

    • Auf Wunsch und Anregung von jungen Geflüchteten aus Afghanistan und Pakistan bildete der TuS Borgholzhausen eine neue Cricket-Mannschaft. Darüber hinaus gehende ehrenamtliche Unterstützung hilft den Geflüchteten im ländlichen Raum bei der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration.
    • Schritte zur Gründung der Mannschaft:
      • Kontaktaufnahme und Kennenlernen mit den umliegenden schon bestehenden Cricket-Teams in größeren Städten. Einen Sommer lang trainierten die Borgholzhausener mit der Mannschaft Osnabrück.
      • Die erste Ausstattung akquirierte die Ehrenamtliche von den Düsseldorfer Blackcaps. Diese stellten kurzfristig ausrangierte Handschuhe und Schläger zur Verfügung. Dieser Kontakt ermöglichte zudem ein Freundschaftsspiel beim damaligen Tabellenführer der Cricket-Bundesliga.
      • Auf Vorschlag der Cricket-interessierten Geflüchteten wurde der heimische Verein TuS Ravensberg Borgholzhausen e.V. angesprochen. Dieser erweiterte sich um die Sparte Cricket.
    • Deutsch wird im Team und in den Spielen als Hauptsprache genutzt. Auf dem Spielfeld sind jedoch bis zu zehn Muttersprachen zu hören.
    • Die Cricket-Mannschaft Zalmi Borgholzhausen trainiert im Winter und Sommer mit festen Hallen- und Sportplatz-Zeiten. Unterstützung dafür gab es von anderen Vereinsmannschaften und der Stadtverwaltung Borgholzhausen.
    • Bereits kurz nach der Gründung der Cricket-Mannschaft unter dem TuS Borgholzhausen entschied sich das Cricket-Team dafür, in der kommenden Saison Liga zu spielen. Der regelmäßige Spielbetrieb als feste Mannschaft bietet eine Basis für eine persönliche Weiterentwicklung und trägt zum Gelingen individueller Herausforderungen außerhalb des Sports bei.
    • Der Mannschaftskapitän ist organisatorisch eingebunden: Er besitzt die Verantwortung für die Ausrüstung (Zeugwart) und steuert die What‘s-App-Gruppe, in der Termine und Organisatorisches abgestimmt werden. Die Online-Eingabe des Spielberichts ist eine weitere Aufgabe.
    • Entscheidungen werden gemeinsam in der Cricket-Mannschaft getroffen und so die Identifikation der Mitglieder mit der Mannschaft erhöht.
    • Beteiligt am Projekt sind der TuS Borgholzhausen, ehrenamtliche Borgholzhausener, die Stadtverwaltung bezüglich der Belegungspläne und der Bauhof (Rasenpflege vor Heimspielen).
    • Fördermittel wurden vom Kreissportbund und vom Landessportbund akquiriert. Die Trikots wurden von einem lokalen Sponsor bereitgestellt.
    • Die Geflüchteten beteiligen sich mit einem finanziellen Eigenanteil an den laufenden Kosten (Spritkosten bei Auswärtsfahrten werden geteilt und eigene Cricketturnschuhe  selbst bezahlt).
    • Damit die Spieler in ihrem ersten Sommer zum Training fahren konnten, stellte ein lokales Busunternehmen während der Sommerferien kostenlos einen Bus zur Verfügung.
    • Die Mannschaft vereint neben Geflüchteten aus Borgholzhausen auch Geflüchtete aus umliegenden Orten: Borgholzhausen, Versmold, Sassenberg, Werther, Verl, Halle, Dissen und Bielefeld.
    • Neben der sportlichen Begleitung ist auch weiterhin Unterstützung im Alltag durch persönliche Gespräche, Berufsberatungen, Hausaufgabenhilfe, Wohnungssuche u.a. für die Mannschaftsmitglieder erforderlich.

    Erfolge

    • Die Cricket-Mannschaft des TuS Borgholzhausen besteht mittlerweile aus 20 Mitspielern. Sie läuft als normaler Spielbetrieb und spielt die zweite Saison in der Regionalliga des Westdeutschen Cricketverbandes.
    • 80% der Geflüchteten arbeiten mittlerweile in sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstellen in Mangelbereichen wie Handwerk, Gastronomie oder im Hotelfach.
    • 20% der Geflüchteten haben einen Minijob, erarbeiten sich einen deutschen Schulabschluss oder besuchen nach Erteilung eines Aufenthaltstitels einen Integrationskurs.
    • Alle Mannschaftsmitglieder sprechen deutsch.
    • Auszeichnung als „Anerkannter Stützpunktverein Integration durch Sport 2017 - Der Bundesinnenminister“ durch den Landessportbund NRW.
    • Teilnahme am Achtelfinale der Aufstiegsrunde in die Bundesliga (2017) und zweiter Platz bei einem großen Cricket-Hallenturnier in Moers/Niederrhein (2018)
    • Zwei der Geflüchteten besitzen mittlerweile einen Führerschein und ein eigenes Auto. Die Spieler sind als Team mobil und können Auswärtsspiele auch selbstständig wahrnehmen.
    • Immer mehr Borgholzhausener interessieren sich für Cricket-Sport und unterstützen die Geflüchteten und „ihre“ Cricket-Mannschaft in dem Bemühen um einen gesicherten Aufenthalt in Deutschland aufgrund erfolgreicher Integrationsleistungen trotz negativer Asylbescheide.
    • Nur zwei der Geflüchteten besitzen einen sicheren Aufenthaltstitel, für die anderen 18 setzen sich die Ehrenamtlichen weiterhin ein.

    Kontakt

    Gaby Lindemann

    Abteilungsleiterin Cricket
    TuS Ravensberg e.V. Borgholzhausen
    Postfach Postfach 1231
    33826 Borgholzhausen
    Telefon: 05425 933060

    Weitere Informationen

  • Brandenburg - App „Maerker Brandenburg“

    Maerker Brandenburg Maerker Brandenburg

    In Brandenburg können Bürgerinnen und Bürger über eine App direkt die Verwaltung vieler Kommunen kontaktieren und Infrastrukturmängel melden. Die Kommunen reagieren innerhalb von drei Tagen auf neue Einträge und jeder kann öffentlich nachverfolgen, wie und wann ein Problem gelöst wurde.

    Ausgangslage

    • Viele Bürgerinnen und Bürger haben Hemmungen, sich bei Infrastrukturproblemen an die dafür zuständige Kommune zu wenden.
    • Die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner und den Kontaktdaten ist häufig aufwändig und damit eine Hemmschwelle für Bürgerinnen und Bürger, Mängel in der Infrastruktur zu melden.

    Ziele

    • schnelle, einfache und niedrigschwellige Kontaktmöglichkeit zwischen Kommune und Bürgerinnen und Bürgern
    • bessere Bürgerbeteiligung
    • schnelle Beseitigung von Infrastrukturmängeln
    • Steigerung des Wohlfühlcharakters in den Kommunen

    Umsetzung

    • Mit der kostenlosen Smartphone-App „Maerker Brandenburg" können Bürgerinnen und Bürger direkt bei ihrer Kommune Infrastrukturhinweise melden. 
    • Die Kommunen haben sich verpflichtet, innerhalb von drei Tagen auf einen Eintrag zu reagieren.
    • Durch eine Ampel wird der Status einer Meldung ersichtlich. Rote Meldungen sind angekommen, aber noch nicht gesichtet, gelbe befinden sich noch in der Bearbeitung, grüne Missstände wurden bereits behoben.
    • Falls ein Missstand nicht durch die örtliche Verwaltung beseitigt werden kann, wird dies angezeigt. Das ist z. B. dann der Fall, wenn die Angelegenheit einen privaten Eigentümer betrifft, eine andere Verwaltung zuständig ist oder derzeit keine finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stehen.
    • So können die Bürgerinnen und Bürger direkt verfolgen, was aus ihrem Hinweis geworden ist. Sie können sich zusätzlich per E-Mail Benachrichtigungen über den Bearbeitungsstand informieren lassen.
    • Der Nachricht kann ein Foto hinzugefügt werden. Die Einträge sind nach redaktioneller Prüfung durch die Verwaltung öffentlich sichtbar.
    • Die Kontaktmöglichkeit per E-Mail kann von der Verwaltung auch genutzt werden, um Rückfragen zu stellen. 
    • Falls gewünscht, können auch anonyme Hinweise an die Verwaltung gesendet werden. Manchmal sind jedoch Rückfragen seitens der Verwaltung notwendig. Sind diese nicht möglich, kann es sein, dass Sachverhalte nicht zufriedenstellend bearbeitet werden können.

    Erfolge

    • Über 115.000 Hinweise sind bereits über Maerker Brandenburg eingegangen.
    • Als Weiterentwicklung von Maerker wird MaerkerPlus von den Kommunen Rüdersdorf, Rathenow und Blankenfelde-Mahlow erprobt.
    • Über 115 brandenburgische Kommunen bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern die MaerkerApp an. Die Zahl der teilnehmenden Kommunen wächst ständig.
    • Über die App können sich die Bürger und Bürgerinnen verstärkt einbringen, auf Missstände hinweisen und das Handeln der Verwaltung mitbestimmen.
    • Das Projekt Maerker wurde Sieger beim bundesweiten E-Government-Wettbewerb (2010).

    Weitere Informationen

  • Bremen - ZwischenZeitZentrale

    Die Bremer ZZZ – ZwischenZeitZentrale vermittelt zwischen Eigentümern leerstehender Gebäude und Flächen und potenziellen Zwischennutzern. So wird Leerstand verringert und eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten geschaffen.

    Ausgangslage

    • Bremen gehört zwar nicht zu den schrumpfenden Städten, aber dennoch stehen immer wieder Gebäude für eine längere Zeit leer, bevor sie neu genutzt werden. 
    • Auch Brachflächen bleiben oftmals längere Zeit ungenutzt.
    • Gleichzeitig sind viele kleine Unternehmen, Initiativen und Vereine auf der Suche nach günstigen Räumen und Flächen. 
    • Viele Eigentümer sind unter bestimmten Bedingungen gerne bereit, Gebäude und Grundstücke für eine Zwischennutzung zur Verfügung zu stellen.

    Ziele

    • Leerstehende Gebäude und brachliegende Flächen werden sinnvoll zwischengenutzt, sodass für alle Beteiligten eine Win-win-Situation entsteht.
    • Bürgerinnen und Bürger bringen sich vermehrt in Stadtentwicklungsprozesse ein.

    Umsetzung

    • Die ZZZ – ZwischenZeitZentrale Bremen vermittelt zwischen Eigentümern und Zwischennutzern. Sie sucht nach geeigneten Objekten und berät und begleitet alle Beteiligten. 
    • Das Prinzip lautet „vergünstigter Raum gegen befristete Nutzung".
    • Für eine Zwischennutzung kommen sowohl private als auch öffentliche Gebäude im gesamten Stadtgebiet in Frage.
    • Genutzt werden die Räumlichkeiten beispielsweise von Künstlergruppen, als Sozialkaufhaus, Büro, Atelier, Café oder Tauschboutique sowie für Ausstellungen, Film- und Theateraufführungen und als Filmlocation.
    • Die ZZZ – ZwischenZeitZentrale in Vertretung der Freien Hansestadt Bremen ist Teil des Pariser Urbact III Projekts und vernetzt sich im Projekt REFILL (2015-2018) mit 10 europäischen Städten, die Zwischennutzungen seit Jahren fördern und weiterentwickeln.
    • Zu Beginn wurde die ZZZ – ZwischenZeitZentrale Bremen als ein Pilotprojekt der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zu 50% vom Bund und 50% von der Freien Hansestadt Bremen gefördert.
    • Mittlerweile fördert die Stadtgemeinschaft Bremen die Arbeit der Zwischen-ZeitZentrale.
    • Im EU-Projekt TUTUR vermittelt die ZZZ – ZwischenZeitZentrale Bremen ihr Wissen weiter.

    Erfolge

    • Entstehung regulärer Mietverhältnisse oder sogenannter Second Hand Spaces aus bestimmten Zwischennutzungen.
    • Das Projekt ZZZ – ZwischenZeitZentrale wurde von der Freien Hansestadt Bremen wiederholt verlängert: bis Oktober 2020. Ziel ist die Entwicklung von "Urbanen Laboren": Orte, die in Ihrer Diversität gemeinschaftlich entwickelt werden.
    • Sonderpreis des Deutschen Städtbaupreises 2016 für ‘Bremen - Wurst Case‘: eine Zwischennutzung in einer aufgegebenen Wurstfabrik der Firma Könecke im Bremer Stadtteil Hemelingen.
    • Publikation des Buches „Building Platforms - Entstehungsorte schaffen"
    • Prämiert als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen 2013/14" für wegweisende Impulse für die Städte und Gemeinden der Zukunft („Ideen finden Stadt").
    • In Rom (Italien) und Alba Iulia (Rumänien) sollen Zwischennutzungsagenturen entstehen, die sich an der ZZZ – ZwischenZeitZentrale Bremen orientieren.

    Kontakt

    AAA GmbH

    Zum Sebaldsbrücker Bahnhof 1 (WURST CASE)
    28309 Bremen
    Telefon: 0421- 69 58 126

    Weitere Informationen

    Internetseite des Projekts: www.zzz-bremen.de

    Sonderpreis des Deutschen Städtbaupreises 2016

     

  • Calgary - Willkommenskultur für Immigranten

    Die Organisation Calgary Local Immigration Partnership (CLIP) erleichtert Immigranten den Zugang zum öffentlichen Leben in Calgary. Zu den Maßnahmen gehören z. B. die Etablierung einer Willkommenskultur, Unterstützung bei der Arbeits-suche und die Einbeziehung der Migranten in Netzwerke.

    Ausgangslage

    • Calgary in Kanada hat mehr als 1,2 Millionen Einwohner (Stand 2017). Die Bevölkerung besteht zu 26% aus Migranten, 2% der dort lebenden Bevölkerung ist nur für einen befristeten Zeitraum in der Stadt.
    • Die Bevölkerung der Wirtschaftsmetropole Calgary wächst stetig.
    • Da Immigranten keinen einfachen Zugang zum öffentlichen Leben hatten, wurde die Organisation Calgary Local Immigration Partnership (kurz: CLIP) gegründet. CLIP ist eins von 40 Projekten, das aus einer landesweiten Initiative entstand.

    Ziele

    • Calgary setzt sich für eine umfassende Willkommenskultur ein, die auf alle Bereiche ausgerichtet werden soll, und ist gegen die Restriktion von symbolischen Kleidungsstücken im Berufsleben. 
    • CLIP strebt eine Erleichterung der Teilhabe am öffentlichen Leben an.
    • Das bereits vorhandene Potenzial soll in der Stadt und in der Wirtschaft gezielt gefördert und entfaltet werden. Durch Unterstützung und Vereinfachung beim Zugang zum Arbeitsmarkt kann der Eingewanderte eher einen Beitrag zum Wohlstand und zur Lebensqualität der Stadt leisten.
    • Für die Integration werden zwei wesentliche Ziele festgelegt:
      • Die Förderung der Migranten entsprechend ihrer Qualifikation.
      • Alle Migranten in soziale Netzwerke einzubeziehen, sie sowohl mit ihrer Gemeinschaft als auch mit der Aufnahmegesellschaft zu vernetzen.

    Umsetzung

    • Zur Förderung von Einwanderern auf dem Arbeitsmarkt wird eine System Map entwickelt. Das ist eine Art Datenbank, die helfen soll, Projekte mit Partnerorganisationen zu entwickeln und durchzuführen. Sie hilft den Eingewanderten, Jobs zu finden – bestenfalls solche, die ihren Fähigkeiten und Kenntnissen entsprechen. Das Erlangen von angemessenen Jobs hilft ihnen, sich wertgeschätzt zu fühlen.
    • Das Projekt organisiert in gezielten Kampagnen mehrere Begegnungen zwischen der lokalen Gesellschaft und den Zugewanderten. Man erhofft sich dadurch stärkere Bindungen zwischen den unterschiedlichen Gruppen – unabhängig von der jeweiligen Herkunft.
    • Anhand von Recherchen, gemeinsamen Initiativen und durch das Mitteilen von Erfolgsgeschichten möchte CLIP alle beteiligten Organisationen und Institutionen dabei unterstützen, die Migranten in qualifikationsgerechte Berufe einzuführen und sie in die Gesellschaft zu integrieren.
    • Der Vorstand bzw. der CLIP Council legt regelmäßig gemeinsame Ziele fest und formuliert gemeinsame Wertvorstellungen. Diese werden dann in der Organisation umgesetzt und in der Gesellschaft verbreitet.
    • Die dazu festgelegten CLIP Strategien werden von dem Immigrant advisory table darauf überprüft, ob die Themen relevant für die Gesellschaft sind. Die Mitglieder ergänzen den Plan inhaltlich, geben Feedback in Bezug auf die Umsetzung und setzen sich ebenfalls für die Ziele von CLIP in der Gesellschaft ein.
    • Entwickelt und umgesetzt wird der strategische Plan dann letztendlich beim CLIP Secretariat.
    • Jeder Bürger Calgarys kann sich bei CLIP mit einem Vortrag oder einem anderen Beitrag einbringen.

    Erfolge

    • CLIP richtete das LIPs Learning Event aus: Rund 60 Teilnehmer von rund 15 anderen kanadischen local immigration partnerships (LIPs) vernetzten sich und lernten voneinander.
    • CLIP richtete einen Immigrant Advisory Table für das CLIP Council mit ehrenamtlihen Ratgebern ein. Die Bewerbungsphase der Ehrenamtlichen ist bereits abgeschlossen.
    • Herausgabe des Calgary Newcomer Services Guide.
    • Die gute Einbindung der Immigranten trägt dazu bei, den Migranten eine ihren Fähigkeiten entsprechende Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben und das soziale Leben zu bereichern, sodass der wirtschaftliche Erfolg Calgarys gesichert und die hohe Lebensqualität der Stadt erhalten wird.

    Kontakt

    CLIP

    The City of Calgary
    107-1409 Edmonton Trail
    T2E 3K8 Calgary
    Kanada

    Weitere Informationen

    Calgary Local Immigration Partnership: www.calgarylip.ca

  • Darmstadt - WohnSinn

    Wohnprojekt mit Gemeinschafts-sinn: Neben der eigenen Wohnung gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich mit den anderen Bewohnern zu treffen: Gemeinschaftsräume, Werkstatt, Café, Wintergarten und Gemeinschaftsdachterrasse.

    Ausgangslage

    • Für ein Baugebiet in Darmstadt wurde ein sozial-ökologischer Bebauungsplan beschlossen. Für dieses Baugebiet war es erforderlich, dass sich die zukünftigen Bewohner zu Baugruppen zusammenfinden. Nur an solche Baugruppen sollten die Grundstücke auch in Erbpacht vergeben werden. Niedrigenergiehäuser und komplette Regenwasserversickerung waren Pflicht.
    • Ein VHS Kurs mit dem Titel „Neue Wohnformen im Alter" brachte die ersten Interessierten und späteren Genossenschaftsgründer und -mitglieder zusammen.
    • Daraufhin bildete sich eine Kerngruppe von 12 Personen, die qualifiziert dafür war, die Genossenschaft „WohnSinn" zu gründen.
    • Ein regional ansässiger Baubetreuer, der reichlich Erfahrung mit dem Bau von Passivhäusern und der Gruppenfinanzierung hatte, der geeigneter Bauplatz in Erbpacht und die Genossenschaft „WohnSinn" mit engagierten Mitgliedern führte schließlich zur Umsetzung des geplanten Wohnprojekts.

    Ziele

    • Schaffung von genossenschaftlichem Wohnraum unter Selbstverwaltung der Bewohner. Besonders wichtig war der Genossenschaft hierbei:
      • Erstellung von Wohnraum für generationenübergreifende Nachbarschaft der Bewohner
      • Mischung der Bewohnerschaft zwischen Alt und Jung, Reich und Arm, behinderten Menschen und ausländischen Mitbürgern. Dazu wurden Bewohnerquoten vorgegeben, 1/3 der Wohnungen als Sozialwohnungen mit öffentlicher Förderung gebaut und das gesamte Bauobjekt barrierefrei konzipiert.

    Umsetzung

    • Vor Baubeginn wurde ein Förderverein („Gemeinsam Wohnen Jung und Alt e.V.") zur Sammlung der Interessierten und Festlegung der allgemeinen Grundsätze gegründet.
    • Zur Bauumsetzung ist schließlich zur Stärkung der Mitgliedschaft (mit weitergehender finanzieller Verpflichtung der Bauwilligen) die Genossenschaft „WohnSinn eG" entstanden.
    • Die Genossenschaft betrieb starke Öffentlichkeitsarbeit zur Gewinnung weiterer Mitglieder und Überzeugungsarbeit für kommunale Parteien und Politiker zur Umsetzung des Sozialen Wohnungsbaus.
    • Ergänzend wurde fachliche Beratung in Rechts- und Finanzfragen geordert. Außerdem waren Akteure aus dem Büro Faktor 10 für Architektur und Passivhaus, die Volksbank, die GLS Bank, die Umweltbank, das städtische Amt für Wohnungswesen, die örtliche Presse und die zuständigen Dezernenten der Stadt beteiligt.
    • Finanziert wurde „WohnSinn 1" durch den Verkauf von Dauerwohnrechten an seine Mitglieder, der Soziale Wohnungsbau durch zinslose Kredite der Stadt Darmstadt und das Land Hessen. Eine ergänzende Finanzierung erfolgte durch eine Bürgergemeinschaft der GLS Bank und Förderkredite der Mitglieder.
    • Ein großer Teil der Arbeit wurde in ehrenamtlicher Tätigkeit der Mitglieder erbracht.
    • Das Bauvorhaben umfasste:
      • „WohnSinn 1" mit 26 Wohnungen mit Dauerwohnrecht und 13 öffentlich geförderte Wohnungen. Dazu 300 qm sonstige Räume wie z. B. Gemeinschaftsraum mit Küche, Gästeappartement, Sauna und Dachterrasse.
      • „WohnSinn 2" mit insgesamt 34 Wohneinheiten (diesmal zusätzlich auch freifinanzierte Mietwohnungen)
    • Baubeginn war Ende 2002, im Mai 2003 konnte schließlich Richtfest gefeiert werden und im Juli 2003 fanden die ersten Einzüge in „WohnSinn 1" statt. „WohnSinn 2" folgte im Februar 2008.
    • Die wichtigsten Schritte in diesem Prozess waren die Zusageschreiben für die nötige Bankfinanzierung, der Erbpachtvertrag für das Baugrundstück und das Richtfest.

    Erfolge

    • Es wurden mittlerweile zwei Wohnprojekte realisiert.
    • Das erste Wohnprojekt beinhaltet 73 Wohnungen zwischen 50 und 150 qm für Jung und Alt im Passivhausstandard und 500 qm Gemeinschaftsräume.
    • WohnSinn Bessungen geht als drittes Projekt unter dem Dach der Dachgenossenschaft WohnSinn zurzeit in die konkrete Planung.
    • Gründung der Dachgenossenschaft „WohnSinn eG". Unter dem Dach der Genossenschaft können nun im Umfeld von Darmstadt weitere Wohnprojekte umgesetzt werden.
    • Das Konzept wurde von anderen aufgegriffen: In Darmstadt durch das Projekt WohnArt3 (umgesetzt) und die Genossenschaft AGORA (im Bau befindlich).

    Kontakt

    Weitere Informationen

    WohnSinn eG

    Wer und was ist WohnSinn? – Kurzer Beitrag einer langen Geschichte, die gerade erst beginnt

  • Deutschland, Schweiz, Österreich - Mängelmelder.de

    Eine App für alle Kommunen: Mit der Mängelmelder-App können Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland Missstände melden. Die App erkennt den Standort. Die jeweilige Stadtverwaltung erhält diese Bürgerhinweise standardisiert und kategorisiert. 

    Ausgangslage

    • Bürgeranliegen erreichen die Verwaltung über verschiedene Kanäle (E-Mail, Telefon etc.). Oftmals sind die Beschreibungen der Hinweise von unterschiedlichem Detailgrad, ohne genaue Ortsangabe oder Beschreibung des Schadensumfangs. Die Meldungen werden oft nicht vollständig dokumentiert und statistisch ausgewertet.
    • Bei der Bearbeitung von Bürgeranliegen kommt es häufig zu Medienbrüchen (Meldezettel, Email, Telefon, Hauspost, ggf. Rücksprache mit MelderIn). Dies führt für die beteiligten Akteure (Bürgerschaft, Sachbearbeitende, Stadtwerke) zu einem hohen zeitlichen Aufwand.
    • Bürgerinnen und Bürger müssen - ohne Mängelmelder - den zuständigen Ansprechpartner ermitteln, um mit der Stadtverwaltung in Kontakt treten zu können.
    • Werden die Hinweise bearbeitet, erhalten die Melder häufig keine direkte Rückmeldung.

    Ziele

    • medienbruchfreie Kommunikation zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und städtischen Betrieben
    • effizientes Verwaltungshandeln bei der Bearbeitung der Meldungen durch eine Vereinheitlichung der Angaben, die bei einer Meldung gemacht werden
    • erhöhte Transparenz des Verwaltungshandelns durch direkte Rückmeldungen
    • Imageverbesserung: Durch den Mängelmelder wird das Verwaltungshandeln der Kommunen „direkt vor der Haustüre" sichtbar gemacht.
    • Vertrauensaufbau zwischen Verwaltung und Bürgern

    Umsetzung

    • Mit der Mängelmelder-App können Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich Missstände melden. Die jeweilige Stadtverwaltung erhält diese Bürgerhinweise standardisiert und kategorisiert. 
    • Die bundesweite Plattform www.mängelmelder.de mit den kostenfreien Smartphone-Apps wurde von einer ausgegründeten GmbH der TU Darmstadt entwickelt. Sie entstand aus einem Forschungsprojekt, das sich mit den digitalen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und des Bürgerservice befasste.
    • Der Mängelmelder wurde als Inhouse-Software erstellt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei stellt er einen Teil einer umfassenden, modularen Lösung für digitale Bürgerbeteiligung dar und wird in verschiedenen Kontexten eingesetzt.
    • Mängelmelder.de in der Standardversion ist ein sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für die Kommunen kostenloses Angebot.
    • Kommunen können den Mängelmelder auch als kostenpflichtiges individualisiertes Kundensystem an die eigenen Bedürfnisse und Prozesse anpassen lassen. 
    • Jedes gemeldete Anliegen besteht aus einer Beschreibung, einem Foto und dem Standort.
    • Dieses kann in Deutschland, Österreich und der Schweiz mittels der App direkt vom Schadensort aus gemeldet werden. Daraufhin wird es an die zuständige Kommune weitergeleitet.
    • Alle beteiligten Akteure werden über Statusaktualisierungen sowie zusätzliche Kommentare oder Fotos informiert. Der Status wird im Ampelsystem angezeigt.
    • Meldungen und Aktualisierungen werden darüber hinaus in einer Historie übersichtlich zusammengefasst. Die Meldungen sind in den entsprechenden Farben auch öffentlich auf einer Schadenslandkarte zu sehen.
    • Auch wenn man sich aus einer Nicht-Kunden-Kommune meldet: Es werden die bundesweiten Kategorien des Mängelmelders geladen und das Anliegen wird in standardisierter Form an die jeweilige Kommune gesendet. 
    • Die Kommunen sind also nicht verpflichtet, sich mit den Anliegen zu beschäftigen. Sie haben aber die Möglichkeit, in einem Eingabefeld den Status zu ändern, sodass dieser auch auf der Plattform erkennbar ist und an den Melder zurückgemeldet wird.
    • Freigabe der Meldungen: Persönliche oder personenbezogene Daten, wie Namen oder Kfz- Kennzeichen werden aus datenschutzrechtlichen Gründen vor der Freigabe entfernt.  

    Erfolge

    • Seit Einführung des bundesweiten Mängelmelders wurde das Meldeaufkommen mehr als verfünffacht.
    • Im Jahr 2018 gab es mehr als 4.000 Meldungen von den Bürgerinnen und Bürgern. Das waren fast 20% mehr als im Vorjahr. (Diese Zahlen beziehen sich auf den bundesweiten, kostenlosen Service von Mängelmelder.de.)
    • Es dauerte 2018 durchschnittlich ca. 1,4 Tage, bis die Meldungen freigegeben wurden. Nach durchschnittlich 25,4 Tagen wurden die Meldungen gelöst. (Auch diese Zahlen beziehen sich auf den bundesweiten, kostenlosen Service von Mängelmelder.de.)
    • Rund 40 Kommunen in Deutschland haben bereits einen individualisierten Mängelmelder.
    • Es dauerte im Jahr 2016 ca. 0,9 Tage im Durchschnitt, bis die Meldungen freigegeben wurden. Die Prüfzeit der freigegebenen Meldungen beträgt bei den Kommunen durchschnittlich 2,1 Tage. Die Meldungen werden nach durchschnittlich 23,1 Tagen gelöst.
    • Häufig ebnet der Mängelmelder den Weg zu mehr Bürgerbeteiligung in einer Kommune:
      • einerseits geht die Verwaltung mit der strukturierten Bearbeitung von Bürgeranliegen als alltägliche Arbeitsaufgabe um
      • andererseits übernimmt die Bürgerschaft Verantwortung für ihr direktes Lebensumfeld und bekommt dafür eine Rückmeldung über den Bearbeitungsstand.
    • Der Mängelmelder ist „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen 2013/2014".

    Kontakt

    Tobias Vaerst, M.A.

    Projektleiter Mängelmelder
    wer|denkt|was GmbH
    Robert-Bosch-Straße 7
    64293 Darmstadt
    Telefon: 06151 6291552

    Weitere Informationen

    Mängelmelder Deutschland: www.mängelmelder.de

     

     

  • Dormagen - NeFF – Netzwerk frühe Förderung

    Um von Armut betroffenen Kinder eine möglichst frühe Unterstützung und Hilfe anbieten zu können, schlossen sich verschiedenen Anbieter aus dem Kinder- und Familienbereich in Dormagen zu einem Netzwerk zusammen. 

    Ausgangslage

    • Jugend- und Sozialhilfe in Dormagen arbeiten in einer Organisationseinheit zusammen, um von staatlichen Leistungstransfers abhängigen Menschen ganzheitliche Hilfe anzubieten.
    • Bis zur Umsetzung von Hartz IV waren nahezu alle armen Kinder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes bekannt. Durch Hartz IV wurde im Regelfall die ARGE zuständig und so konnte eine große Zahl der armen Kinder bis zum eventuellen Besuch des Kindergartens oder der Einschulung den städtischen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern unbekannt bleiben. Vorhandene frühe Hilfen drohten damit ins Leere zu gehen.
    • Der Ausgangsgedanke war die Gefahr, dass Hilfen oft zu spät kommen und dann umso aufwendiger sind.

    Ziele

    • Die Ziele des Netzwerks „Frühe Förderung in Dormagen" orientieren sich unmittelbar am Kinder- und Jugendhilfegesetz (§1 SGB IIIV, Satz 3 Abs. 1-4).
    • Das Leitziel des Dormagener Netzwerkes besteht entsprechend darin, Benachteiligungen abzubauen. Ermöglicht werden soll dieser Vorsatz durch:
      • einen modernen Kinderschutz in der Jugend- und Familienhilfe
      • eine möglichst frühe Förderung von Kindern
      • die Initiierung einer Vielzahl von Präventionsprojekten
      • die Unterstützung von Familien in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen
    • Moderner Kinderschutz bedeutet hier vor allem, Lebensbedingungen dadurch zu verändern, dass die Eigenkräfte der Familien gestärkt, soziale Konflikte und Notlagen erkannt und konkret Hilfe geleistet wird.

    Umsetzung

    • Um die Armutsfolgen zu mildern, sollten niedrigschwellige Zugänge zu den betroffenen Familien gefunden werden. Einen Ansatz hierzu bot das mehrsystemische „Netzwerk Frühe Förderung" (NeFF), das vom Landschaftsverband Rheinland 2006 bis 2009 mit sechs Kommunen entwickelt wurde.
    • Das Netzwerk besteht aus verschiedenen Anbietern und Diensten aus dem Bereich der Kindertagesstätten, des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD), der Familienberatung, der Familienbildung und des Gesundheitswesens in den beteiligten Kommunen.
    • Das Präventionsnetzwerk versteht sich auch als kommunales Bildungsnetzwerk. Das bedeutet:
      • Begonnen wird zum jeweils frühestmöglichen Zeitpunkt (Präventionskette).
      • Existenzielle Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes werden sichergestellt (Schulmittelfreiheit, Familienpass, Betreuungsplatz, Elternschule etc.).
      • Gefördert werden Teilhabe, Integration, Bildung und Gesundheit.
      • Eltern und Familien sind erste Adressaten.
      • Die Lebenswelt der Kinder (KiTas, Schule, Stadtteil etc.) nimmt Einfluss.
    • Zur optimalen Angebotsabstimmung werden regelmäßige Befragungen zu Bedarfen und zur Qualität der eigenen Arbeit durchgeführt. Zur Bedarfsanalyse gehören:
      • Interviews mit allen Fachkräften im Stadtgebiet zu Themen wie Armut, Prävention, frühe Hilfen
      • Befragung von Kindern zum Thema Kinderarmut
      • Befragung von Eltern zum Betreuungsbedarf
      • jährliche Bürgerversammlungen in allen Stadtteilen zu Themen wie Kinderbetreuungsbedarf, Schulsituation, Verkehr
      • Sozialraumkonferenzen/Stadtteilarbeitskreise
      • Analysen kinder- und jugendärztlicher Dienste
      • detaillierte Auswertung der gewährten Erziehungshilfe
    • Um eine gute Kooperation der verschiedenen Dienste zu erreichen, wurde hierzu ein sog. Netzwerkzyklus installiert. Dieser strukturiert die Treffen der Netzwerkbeteiligten und hält diese zugleich in einem überschaubaren Rahmen, damit es nicht zur Überforderung des Einzelnen kommen kann:
      • zweimaliges Treffen der Lenkungsgruppe pro Jahr
      • viermaliges Treffen der Familienzentren pro Jahr
      • zweimaliges Treffen der AG Schulen pro Jahr
      • einmalige Fachtagung pro Jahr
      • einmaliges Gesamtnetzwerktreffen
      • thematische AGs nach Vereinbarung
    • Es findet zweimal jährlich ein Kinderparlament statt. Eltern werden zu den Qualitätswerkstätten des Projekts eingeladen.
    • Mindestens einmal jährlich wird über die erfolgten Arbeitsfortschritte in den Ausschüssen berichtet.
    • Gesichert wird das Projekt u.a. durch eine Vollzeitstelle für die Netzwerkkoordination und Fördermittel für Aktivitäten des Netzwerkes in Höhe von 7.000 Euro jährlich.

    Erfolge

    • Die Ergebnisse der Selbst- und Fremdevaluation haben gezeigt, dass sich eine fortlaufende Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und deren Familien eingestellt hat.
    • Aufbau eines Präventionsnetzwerks mit den Schwerpunkten Gesundheit, Erziehung, Bildung, Integration, Fortbildungen von päd. Fachkräften in Kindertagesstätten und Grundschulen
    • Systematische Einführung einer Präventionskette im Leben des Kindes von der Schwangerschaft über die Geburt, den Besuch des Kindergartens bis zur Grundschulzeit
    • Ausbau der Zusammenarbeit von Gesundheitsamt, Schulen, Kindergärten, Ärzten und Jugendhilfe z. B. durch institutionalisierte Gesundheitsprojekte und im Dialog erarbeitete Standards zur Prävention
    • Umsetzung des neuen Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung in verbindlichen Vereinbarungen mit allen Trägern der Freien Jugendhilfe und der Schulen.
    • Aufbau von Elternschulen in der Stadtmitte und den verschiedenen Sozialräumen, inklusive an den Entwicklungsphasen orientierten zusätzlichen Angeboten (Babyclubs, Krabbelclubs etc.)
    • Systematische Entwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren und ihre kontinuierliche Unterstützung beim weiteren Ausbau der Angebote
    • Aufbau einer koordinierten Öffentlichkeitsarbeit (u. a. Internetseite für Familien, Aufbau eines elektronischen Newsletters über aktuelle Ereignisse)
    • Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern zu Themen der frühen Förderung

    Kontakt

    Uwe Sandvoss

    Stadt Dormagen
    Paul-Wierich-Platz 2
    41538 Dormagen
    Telefon: 02133 - 25 72 45

    Weitere Informationen

  • Duisburg - Kultursensible Pflege im „Haus am Sandberg“

    Viele der in Duisburg lebenden ehemaligen „Gastarbeiter" sind inzwischen pflegebedürftig. Das multikulturelle Duisburger Seniorenzentrum „Haus am Sandberg" ist auf die Bedürfnisse älterer Migrantinnen und Migranten bestens eingestellt.

    Ausgangslage

    • Früher ging man davon aus, dass viele sogenannte "Gastarbeiter" im Rentenalter in ihre Heimat zurückkehren werden. Deshalb wurden keine Konzepte für die Pflege von Senioren mit Migrationshintergrund entworfen.
    • Viele Menschen, die jedoch einst als „Gastarbeiter" gekommen sind, werden ihren Lebensabend in Deutschland verbringen.
    • Durch die Anforderungen der Arbeitswelt und sich wandelnde Familienverhältnisse können viele pflegebedürftig gewordene ältere Menschen mit Migrationshintergrund nicht von ihrer Familie versorgt werden.
    • Dies bedeutet, dass ein vermehrter Bedarf an kultursensiblen Pflegeangeboten besteht, die auf die Bedürfnisse von Migrantinnen und Migranten zugeschnitten sind.

    Ziele

    • Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sollen dort einen angenehmen Lebensabend erleben.
    • Zur Zielgruppe gehören neben Deutschen vor allem Migrantinnen und Migranten mit türkischen Wurzeln.  

    Umsetzung

    • Das „Haus am Sandberg" in Duisburg-Homberg ist ein vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) geführtes multikulturelles Pflegeheim, das sich auf die Pflege von Menschen unterschiedlichster kultureller Hintergründe spezialisiert hat.
    • Bereits 1994 startete im „Haus Rheinkamp" das Projekt „Ethnischer Schwerpunkt Altenhilfe"(ESA) – initiiert durch den DRK LV Nordrhein in Kooperation mit dem Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg. Ziel des dreijährigen Projektes war die Vorbereitung der Einrichtung auf die Betreuung von Einwanderern.
    • Drei Jahre später erfolgte der Umzug in das „Haus am Sandberg". Im gleichen Jahr zogen die ersten Migrantinnen und Migranten ein. Damit ist dieses Pflegeheim das erste multikulturelle Pflegeheim Deutschlands.
    • In dem multikulturellen Konzept wird berücksichtigt, dass auch Migranten keine homogene Gruppe darstellen – auch dann nicht, wenn ihre Wurzeln im gleichen Land liegen.
    • Es gibt interne und externe Fort- und Weiterbildungen für das Personal aller Tätigkeitsbereiche zur „kultursensiblen Altenpflege" zu Themen wie:
      • Akzeptanz der Lebenssituation
      • Sprache
      • Religion
      • Essgewohnheiten der Migranten
    • Es wurde bevorzugt qualifiziertes bilinguales/bikulturelles Personal eingestellt, besonders in der medizinisch-pflegerischen und psychosozialen Betreuung (möglichst ganztags). So gibt es z. B. Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeiter mit türkischer, kurdischer, russischer und polnischer Zuwanderungsgeschichte.
    • Sehr wichtig ist auch das Engagement von Ehrenamtlichen. Es gibt ca. 40 Ehrenamtliche mit türkischen, assyrischen, arabischen oder italienischen Wurzeln.
    • Neben deutschem Essen gibt es täglich ein türkisches Menü und es ist überall türkischer Tee erhältlich. Ehrenamtliche organisieren türkisches Frühstück.
    • Auch die Religion der Bewohner wird berücksichtigt. Neben einem deutschen Gebetsraum gibt es eine hauseigene Moschee und zweimal in der Woche islamische Seelsorge.
    • Nicht nur christliche, sondern auch muslimische Feste werden gefeiert, wie z. B. Zuckerfest, Opferfest und das Fastenbrechen.
    • Außerdem gibt es zahlreiche Freizeitbeschäftigen, die Rücksicht auf den kulturellen und sprachlichen Hintergrund der Bewohner nehmen. So werden z. B. Gedächtnistraining, Gymnastik, Vorlesestunden und Kino auch auf Türkisch angeboten.

    Erfolge

    • Seit Einführung des multikulturellen Konzepts im Haus am Sandberg konnten über 130 Migrantinnen und Migranten, unter anderem aus der Türkei, Griechenland, den Niederlanden, Russland, Italien, Tunesien, Azerbaidschan und dem Kongo, vollstationär oder als Kurzzeitpflegegäste betreut werden.
    • Durchschnittlich leben etwa 20 türkische Migrantinnen und Migranten und 10 Menschen anderer Herkunftsländer in der Einrichtung. Insgesamt verfügt das Haus über 96 Plätze.
    • Bislang waren mehr als 500 Besuchergruppen aus aller Welt zu Besuch im Multikulturellen Seniorenzentrum in Duisburg.
    • Das gehobene Interesse an Individualität und verschiedenen Kulturen kommt allen Bewohner/-innen und dem gesamten sozialen Umfeld zu Gute.

    Kontakt

    Ralf Krause

    Heimleiter
    „Haus am Sandberg"
    Kirchstraße 28 g
    47198 Duisburg
    Telefon: 02066 - 99 70 0

    Weitere Informationen

  • Duisburg - Tag des Dialogs

    Austausch zwischen den Kulturen: Die Stadt Duisburg bietet mit dem „Tag des Dialogs" Menschen unterschiedlicher Herkunft die Gelegenheit, sich über vorgegebene Themen auszutauschen. Über die Stadt verteilt werden zahlreiche moderierte Dialoge angeboten.

    Ausgangslage

    • Entstanden ist die Idee in Rotterdam in den Niederlanden. Die Initiative des Rotterdamer Forums „De Dialoog" hatte sich nach den Ereignissen des 11. Septembers 2001 gegründet als verschiedene Organisationen das Bedürfnis verspürten, miteinander ins Gespräch zu kommen und über Fragen zum Zusammenleben und zur Integration zu diskutieren.
    • Ziel dieser Aktion war es, die breite Masse der Rotterdamer Bürger zu erreichen und zu gemeinsamen Gesprächen zu animieren.
    • Diese Idee wurde in Duisburg übernommen und wird dort seit 2006 an jedem zweiten Novembersamstag unter dem Titel „Tag des Dialogs" durchgeführt.

    Ziele

    • Der „Tag des Dialogs" soll einen Beitrag dazu leisten, dass auch einander unbekannte Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
    • Durch den gemeinsamen Dialog sollen eventuelle Vorurteile abgebaut sowie Diskriminierungstendenzen und Rassismus entgegengetreten werden.

    Umsetzung

    • Der „Tag des Dialogs" wird vom Referat für Integration, vom Anti-Rassismus-Informations-Centrum NRW e.V. (ARIC) und von der Bürgerstiftung Duisburg veranstaltet.
    • Er beruht auf dem Prinzip der Dialogkultur in der Stadtgesellschaft und dem Mission Statement des Referats für Integration der Stadt Duisburg: begegnen – kommunizieren – verstehen – (voneinander) lernen.
    • Am „Tag des Dialogs" kommen gleichzeitig viele verschiedene Menschen an unterschiedlichen Orten im gesamten Stadtgebiet an Dialogtischen zusammen.
    • An diesen Dialogtischen sprechen sechs bis acht Gäste über ein im Vorfeld vereinbartes gesellschaftsrelevantes Thema, teilen Erfahrungen, lernen sich kennen und treten so in einen gegenseitigen Austausch. Begleitet werden diese Dialoggespräche durch Moderatoren, die durch das Tischgespräch führen und darauf achten, dass sich jeder Gast am Dialog beteiligen kann.
    • Gastgeber können Vereine, Verbände, Initiativen, Selbstorganisationen, Firmen, Kirchen oder Privatpersonen sein.
    • Die Gastgeber werden bei Bedarf in der Gesprächsmoderation geschult.
    • Das Motto wird jeweils extra allgemein gehalten. So kann sich jeder Teilnehmer leicht einbringen.
    • Mittlerweile findet das Format über zwei Tage (Freitag und Samstag) statt um auch Schulen und Schüler besser zu erreichen.
    • Die persönliche Ansprache möglicher Gastgeber ist besonders wichtig. Die erfolgreiche Durchführung des Tags des Dialogs hängt weitgehend vom Engagement der Menschen ab.
    • Um noch mehr Menschen zu erreichen, werden zukünftig soziale Medien stärker genutzt.

    Erfolge

    • Der Duisburger „Tag des Dialogs" findet dieses Jahr bereits zum dreizehnten Mal in Folge statt.
    • Etwa 40 bis 70 Dialogtische pro Jahr finden am „Tag des Dialogs" in Duisburg statt.

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Duisburg – „Tausche Bildung für Wohnen“

    Tausche Bildung für Wohnen e.V.: Im Duisburger Stadtteil Marxloh wohnen manche jungen Menschen mietfrei. Im Gegenzug helfen diese als Bildungspaten benachteiligten Kindern des Stadtteils, mit Nachhilfe und gemeinsamen Freizeitaktivitäten.

    Ausgangslage

    • Der Duisburger Stadtteil Marxloh war in der Nachkriegszeit ein nobler Vorzeigestadtteil, doch nach dem Niedergang der Stahlindustrie in den 1990ern begann sein wirtschaftlicher Niedergang.
    • Zu Beginn des Projekts lebten hier 17.500 Menschen:
      • 60% von ihnen hatten einen Migrationshintergrund
      • 23% waren arbeitslos
      • 34% lebten von Transferleistungen
      • 29 % der Marxloher waren jünger als 19 Jahre
    • Außerdem standen 12% aller Wohnungen und Geschäfte leer.

    Ziele

    • Bildung einer Präventionskette gegen soziale, kulturelle und ökonomische Benachteiligung von Kindern und ihren Familien durch systematische Nachmittags-, Hausaufgaben-, Sprach-, Lern- und Freizeitbetreuung für Kinder ab 6 Jahren
    • Aufbau einer verlässlichen Bezugsstruktur für Kinder des Stadtteils
    • Zuzug junger, gebildeter Menschen in benachteiligte Stadtteile und dadurch entstehende soziale Durchmischung und Befriedung
    • sinnvolle und soziale Nutzung von Leerstand und damit Aufwertung von Immobilien und Nachbarschaft

    Umsetzung

    • Im Duisburger Stadtteil Marxloh können junge Menschen im Tausch für soziales Engagement kostenlos Wohnen.
    • Junge Bildungspaten (Studierende, Bundesfreiwillige, Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres, Künstler und Kreative) erhalten mietfreies Wohnen in projekteigenen WGs im Tausch für die Betreuung benachteiligter Erst- bis Sechstklässler aus schwierigen und benachteiligten Verhältnissen.
    • Jeder Pate übernimmt eine feste Patenschaft für zwei Gruppen à vier „eigenen" Kindern.
    • Der Fokus liegt auf Kindern aus Haushalten, die Transferleistungen beziehen, deren Umfeld sich wenig kindgerecht darstellt und die allgemeine, schulische oder sprachliche Probleme haben.
    • Die Betreuung umfasst vor allem Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe, die in der TauschBar („Stadtteilwohnzimmer", Projektbüro, Spiel- und Lernort) stattfindet.
    • Aktive Freizeitgestaltung findet im gesamten Stadtteil statt, beispielsweise:
      • Fahrrad fahren im Schwelgernpark
      • gemeinsames Backen in der Küche des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums
      • Gartenarbeit im Garten der TauschBar
      • Besuch kultureller Veranstaltungen im Ruhrgebiet
    • Vor dem Start der Betreuung werden die Paten sorgfältig ausgewählt und für ihre Aufgaben in pädagogischen, kulturellen und politischen Belangen qualifiziert. Das Auswahl- und Qualifizierungskonzept wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert und ist ein zentrales Element von „Tausche Bildung für Wohnen".
    • Studentische Paten erhalten für ihre Teilnahme Credit-Points für ihr Studium (in Planung) und tragen ihr Wissen an die Universität zurück (Community Outreach); die anderen Paten erhalten ein Zertifikat.
    • Das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V. an der Universität Duisburg-Essen übernimmt die wissenschaftliche Begleitforschung des Projekts.
    • „Tausche Bildung für Wohnen" auf weitere Stadtteile (Social-Franchise-Modell) übertragen werden.
    • Die Finanzierung wird durch Stiftungsgelder, Preisgelder, städtische Fördergelder, Spenden und durch Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung sichergestellt.

    Erfolge

    • Über 240 Schülern aus Marxloh konnte seit Beginn des Projekts Nachhilfe und weitere Unterstützung angeboten werden.
    • "Tausche Bildung für Wohnen" gibt es jetzt auch in Gelsenkirchen-Ückendorf.
    • Das Projekt wurde bereits vielfach ausgezeichnet, darunter:
      • 1. Bundessieger Deutscher Nachbarschaftspreis (2018)
      • Carl-Besse-Preis (2017)
      • Solidaritätspreis der NRZ und Freddy-Fischer-Stiftung (2017)
      • Duisburger Integrationspreis, ausgelobt von der BKK Novitas Duisburg (2014)
      • „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen 2013/14" und Bundessieger in der Kategorie „Bildung" der Initiative „Land der Ideen"
      • Förderpreis in der Kategorie „Bildung" der Help & Hope Stiftung (2013)
      • startsocial-Stipendium des bundesweiten Businessplan-Wettbewerbs zur Förderung sozialer Projekte und Ideen unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (2012/13)

    Kontakt

    Lena Wiewell

    Tausche Bildung für Wohnen e.V.
    An der Paulskirche 9
    47169 Duisburg-Marxloh

    Weitere Informationen

  • Eching - Alten Service Zentrum

    Im Alter lässt die Mobilität nach. Versorgungseinrichtungen und Kulturangebote müssen dann leicht zu erreichen sein. Mitten im Leben alt werden können die Menschen in der Gemeinde Eching, wo direkt im Zentrum eine Wohnanlage mit Service-Einrichtungen realisiert wurde.

    Ausgangslage

    • Die Prognose in der ersten Fortschreibung des Gemeindeentwicklungsprogramms vor rund dreißig Jahren ließ bereits damals einen Anstieg der älteren Bevölkerungsgruppen erkennen.
    • Die Gemeinde gab derzeit eine Befragung in Auftrag, um herauszufinden, wie die Bürger im Alter leben wollen. Das Ergebnis: Die Mehrheit möchte im Alter in der eigenen Wohnung und möglichst lange selbstbestimmt leben.
    • Der Gemeinderat beschloss daraufhin die Errichtung eines Alten Service Zentrums (ASZ) in zentraler Lage. In Kooperation mit den in Eching tätigen Einrichtungen der Altenarbeit wurde ein Konzept ausgearbeitet.

    Ziele

    • Ermöglichung des Altwerdens in der Mitte der Stadtgesellschaft

    Umsetzung

    • Für die Errichtung und spätere Trägerschaft des Alten Service Zentrums wurde der neue Verein „Älter werden in Eching e. V." gegründet. Dadurch wurde eine Einrichtung geschaffen, die nicht an eine Konfession oder eine bestimmte Weltanschauung gebunden ist.
    • Der Verein „Älter werden in Eching e. V." koordiniert über ein Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus die kommunale Altenarbeit.
    • Das Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus befindet sich im Zentrum von Eching, sodass alle Geschäfte des täglichen Bedarfs sowie Ärzte und Ämter leicht zu erreichen sind.
    • Zu den Angeboten zählen:
      • Leitstelle zur Koordinierung und Beratung
      • betreutes Wohnen (34 Wohnungen) mit 24-Stunden-Betreuung bei Bedarf
      • Sozialstation für ambulante Hauskrankenpflege.
      • mobile soziale Dienste (Einkaufs-, Reinigungs- und Fahrdienste)
      • Begegnungsstätte mit breit gefächertem Veranstaltungsprogramm
    • Die Trägerschaft des Bürgervereins ermöglicht flexible Strukturen und Organisationsformen, sodass das Angebot des Alten Service Zentrums/Mehrgenerationenhauses dem sich verändernden Betreuungsbedarf angepasst werden kann.
    • Außerdem können alle am Ort bereits tätigen Einrichtungen auch organisatorisch eingebunden und eine konkurrenzfreie Situation verwirklicht werden.
    • Die beteiligten Organisationen und vor allem die (älteren) Echinger Bürger können auf die Arbeit der Einrichtung im Rahmen des Vereins demokratisch Einfluss nehmen.
    • Mittlerweile betreibt das Alten Service Zentrum Eching auch eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Ältere.
    • Das Alten Service Zentrum Eching wurde 2007 in das Aktionsprogramm „Mehrgenerationenhäuser" des Bundesfamilienministeriums aufgenommen.
    • Generationenübergreifenden Familienangeboten der verschiedenen Träger in das Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus wurden integriert.

    Erfolge

    • Das Echinger Konzept beweist, dass kommunale Altenarbeit auch unabhängig von den eingefahrenen Konzeptionen der großen Verbände der freien Wohlfahrtspflege möglich ist.
    • In den Jahren seines Bestehens hat sich das Konzept als gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener Konfessionen und Interessengruppen erwiesen.
    • Das Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus vereint ein Netz an Vielfalt unter einem Dach, kann deshalb besonders flexibel auf die jeweils individuellen Bedürfnisse der älteren Menschen reagieren und maßgeschneiderte Hilfen für jeden anbieten.
    • Das Alten Service Zentrum/Mehrgenerationenhaus ist baulich und in seinen Angeboten stetig gewachsen.
    • Projekt Engagement 55+ der Phineo gAG (2010)
    • Luise-Kiesselbach-Preis des Paritätischen (2009)

    Kontakt

    Siglinde Lebich

    Alten Service Zentrum Eching
    Bahnhofstraße 4
    85386 Eching
    Telefon: 089 - 32 71 420

    Weitere Informationen

    Gemeinde Eching

    www.mehrgenerationenhaeuser.de             

    • Lebich, Siglinde: Bürgerschaftsverein und Kommune als treibende Kraft. Beispiel: Älter werden in Eching e.V., in: Kremer-Preiß, Ursula, Stolarz, Holger: Anforderungen an die Gestaltung quartiersbezogener Wohnkonzepte, S. 65-82   
    • Broschüre: Pionierprojekt.Erfolgsmodell – Die Entwicklung des Alten- und ServiceZentrums Eching als sozialraumorientiertes Quartierskonzept, eine Studie gefördert von der Robert-Bosch-Siftung (2013; 46 S.) (Die Broschüre kann im Alten Service Zentrum bestellt werden.)                          
  • Erfurt - Die Leselernhelfer

    Lesen üben ohne schulischen Leistungsdruck: Leselernhelfer verbessern in Erfurt die Sprach- und Lesekompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Jeder kann freiwillig teilnehmen. Die Mentoren unterstützen und helfen auf ehrenamtlicher Basis in der Schule.

    Ausgangslage

    • Die Idee der Leselernhelfer stammt von dem Buchhändler Otto Stender aus Hannover.
    • Eine Erfurterin lernte das Projekt in Hannover kennen und rief die Initiative in Erfurt im Seniorenschutzbund ins Leben.

    Ziele

    • Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Lese- und Sprachkompetenz zu verbessern
    • Somit soll die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen, die Schwierigkeiten mit der Sprache und dem Lesen haben, erhöht werden.

    Umsetzung

    • Leselernhelfer verbessern in Erfurt die Sprach- und Lesekompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Die Mentoren unterstützen und helfen auf ehrenamtlicher Basis in der Schule.
    • Unter dem Motto „Alt für Jung" wurde „MENTOR Erfurt" mit Unterstützung des Programmes „Soziale Stadt" im „Schutzbund der Senioren und Vorruheständler Thüringen e. V." (Stadtverband Erfurt) eingerichtet.
    • Leselernhelfer und Lesekind treffen sich ein bis zweimal in der Woche in der Schule.
    • Leselernhelfer sind jedoch weder Hilfslehrer noch Nachhilfelehrer. Jeder, der gerne liest und Geduld hat, kann Leselernhelfer werden.
    • Die Förderung geschieht ohne schulischen Leistungsdruck.
    • Spaß, motivierende Spielformen, das Sprechen, das Erzählen und Zuhören aber auch das Darstellen von Geschichten und Szenen oder das Handeln nach „Arbeitsanweisungen" nehmen dabei einen großen Raum ein.
    • Bilder-, Kinder- und Jugendbücher, Zeitungen, Illustrierte und Lexika bieten eine Fülle von Anregungen und Lesematerial.
    • Die Teilnahme am Projekt ist für alle Beteiligten freiwillig. Die erforderlichen Zustimmungen des Kindes, der Eltern und des Klassenlehrers werden in der Regel über den Klassenlehrer eingeholt.
    • Die Leselernhelfer treffen sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch.
    • Über das Projekt „MENTOR Erfurt – die Leselernhelfer" existiert ein 12-minütiger Informationsfilm.
    • Darüber hinaus gibt es eine Materialsammlung mit Büchern, Spielen, Anregungen und Kopiervorlagen zum Ausleihen.
    • Für die Leselernhelfer gibt es viele Möglichkeiten sich weiterzubilden:
      • individuelle Beratung durch den Verein
      • Hospitation bei anderen Leselernhelfern
      • Informations- und Erfahrungsaustausch in der „Großgruppe"
      • Herstellen und Ausprobieren von Arbeitsmaterialien in der „Lernwerkstatt"
      • Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen
    • Alle Projektmitwirkenden arbeiten rein ehrenamtlich.
    • Materialien und ein jährlicher Puppentheaterbesuch für alle Lesekinder und Mentoren werden aus Spenden finanziert.

    Erfolge

    • Die Erfolge liegen in erster Linie in der Stärkung des Selbstwertgefühls der Lesekinder und der Verbesserung ihrer Schulnoten.
    • Inzwischen gibt es in Erfurt rund 40 Mentoren, die etwa 100 Schüler an 15 Schulen betreuen.
    • Teilweise beteiligen sich nun auch junge Erwachsene an dem Projekt.
    • Das Projekt erhielt die Auszeichnung Helferherzen von dm (2016).
    • Auszeichnung von Frau Andrea Zerull als Thüringer des Monats April (2015; eine Aktion vom MDR und der Ehrenamtsstiftung)

    Kontakt

    Andrea Zerull

    Projektleiterin
    Kompetenz- und Beratungszentrum Im Schutzbund der Senioren und Vorruheständler Thüringen e.V.
    Juri-Gagarin-Ring 64
    99084 Erfurt
    Telefon: 0361 55 08 24 22

    Weitere Informationen

  • Erfurt - Fremde werden Freunde

    Das Begegnungsprojekt „Fremde werden Freunde" ist zu einem wichtigen Zentrum interkultureller Begegnungen in Erfurt geworden. Das Projekt vermittelt Patenschaften zwischen ausländischen Studierenden und Erfurter Bürgern.

    Ausgangslage

    • Das Image einer weltoffenen und gastfreundlichen Stadt ist für die Stadt Erfurt als kulturelles Zentrum, als Wirtschafts- und Hochschulstandort ein wichtiger Faktor.
    • Daher besteht bereits seit 15 Jahren das Projekt „Fremde werden Freunde", in dem Patenschaften zwischen Erfurter Bürgern und ausländischen Studierenden aufgebaut werden.

    Ziele

    • Ziel ist es einerseits, ausländische Studierende der beiden Hochschulen in das Leben der Stadt Erfurt zu integrieren. Andererseits werden durch diese ganz persönlichen Kontakte zahlreiche freundschaftliche Beziehungen zwischen Ausländern und Erfurter Bürgern aufgebaut, die für beide Seiten nachhaltig wirken.
    • Des Weiteren soll zwischen den ausländischen Studierenden und den ansässigen Firmen eine Kooperation aufgebaut werden, sodass die Studierenden Erfahrungen sammeln und eine berufliche Verbindung zu Erfurt aufbauen können.
    • Von dieser Kooperation sollen die Firmen ihrerseits durch die fachlichen, sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen der Studierenden profitieren.

    Umsetzung

    • „Fremde werden Freunde" ist ein gemeinsames Projekt der Universität, der Fachhochschule und der Stadtverwaltung Erfurt sowie des Thüringer Instituts für Akademische Weiterbildung.
    • Kontakte zur Wirtschaft bestehen über die IHK, die HWK, das noxus-Wirtschaftsnetz, das Welcome Center und die Wirtschaftsjunioren.
    • Fremde werden Freunde ist Bestandteil eines riesigen Netzwerkes in Erfurt, in dem z.B. auch in der Flüchtlingshilfe eng zusammengearbeitet wird.
    • Das Projekt setzt auf eine breite Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel mit Hilfe eines Imagefilms.
    • Zentrale Veranstaltungen sind:
      • ein Begrüßungsabend bei dem sich ausländische Studierende und Paten kennenlernen. Dieser Abend wird durch Vertreter der Hochschule sowie der Stadtverwaltung eröffnet. Dabei sorgen lokale Künstler für den musikalischen Rahmen und einzelne Patenschaften und deren Erlebnisse werden vorgestellt.
      • ein Internationaler Stammtisch, der einmal im Monat im zwanglosen Rahmen bis zu über 100 interkulturell Interessierte zusammenführt.
      • Ausstellungseröffnungen, da es in den letzten Jahren eigene Wanderausstellungen zum Thema an unterschiedlichen Orten gegeben hat.
      • Interkulturelle Workshops für ausländische Studierende und ihre Paten, die die Multiplikatorenfunktion der Paten unterstützen sollen,
      • und gemeinsame Aktivitäten von Studierenden und Paten.
    • Alle Mitwirkenden sind Botschafter für Erfurt: die Paten, indem sie sich mit ihrem Engagement für eine weltoffene, tolerante und fremdenfreundliche Landeshauptstadt einsetzen, und die Studierenden, indem sie in aller Welt über die weltoffene Stadt und die freundliche Aufnahme berichten. 

    Erfolge

    • Im Durchschnitt beteiligen sich 300 Studierende aus über 60 Ländern am Projekt.
    • Die Patenschaften erleichtern nicht nur den Studierenden das Sich-zu-Hause-fühlen in einem fremden Land, sondern eröffnen auch den Erfurtern neue Perspektiven.
    • Etwa 60 ausländische Studierende haben nach Abschluss ihres Studiums einen Job in Erfurt, Thüringen oder einer anderen Stadt in Deutschland aufgenommen.
    • Weimar und Mainz haben das Konzept direkt übernommen. Deutschlandweit gibt es solche oder ähnliche Projekte, die mitunter anders heißen.
    • Einige Studierende, aber vor allem einige Paten engagieren sich nun auch in der Flüchtlingsarbeit.
    • Mittlerweile gibt es in Erfurt weitere Organisationen, die Patenschaften für Geflüchtete vermitteln.
    • Fremde werden Freunde wurde vielfach ausgezeichnet. Darunter zweimal vom Land Thüringen mit dem Europapreis und als Landessieger bei "Teilhabe und Integration von Migranten" sowie der Ehrenpreis des bundesweiten Wettbewerbes "Aktiv für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt".

    Kontakt

    Dana Kittel

    Fachhochschule Erfurt
    Altonaer Str. 25
    99085 Erfurt

    Weitere Informationen

  • Erfurt - Teilhabe und Integration durch Bürgerbeteiligung

    Integration durch ehrenamtliches Engagement: Das Zentrum für Integration und Migration der Stadt Erfurt (ZIM) unterstützt Zuwanderer dabei, sich selbst aktiv für ein gesellschaftliches Anliegen einzusetzen, das über die reine Selbsthilfe hinausgeht. 

    Ausgangslage

    • Mit dem Begriff „Zuwanderer" sind viele Assoziationen und auch Vorurteile verbunden.
    • Aus der Soziologie weiß man, dass Einzelne oder Personengruppen sich häufig mit der ihnen zugeschriebenen Rolle identifizieren und es dann erst recht schwer haben, sich daraus zu befreien. „Benachteiligt" und „Empfänger von Hilfeleistungen" zu sein, gehört zu diesen Etikettierungen.
    • Wer sich engagiert und Verantwortung für sich und andere übernimmt, erfährt Wertschätzung und macht die gute Erfahrung, etwas bewirken zu können.

    Ziele

    • Zuwanderer sollen nicht ausschließlich Adressaten bürgerschaftlichen Engagements sein, sondern sich selbst aktiv für ein gesellschaftliches Anliegen einsetzen, das über die reine Selbsthilfe hinausgeht.
    • Auch sollen Migranten unterschiedlicher Herkunft gemeinsam und gleichberechtigt mit Einheimischen zusammenarbeiten.

    Umsetzung

    • Das Konzept besteht darin, dass die Stadt die Bürgerbeteiligung von Zuwanderern unterstützt.
    • Das ZIM versteht sich als Kompetenzzentrum für Vernetzung, Verzahnung und Transparenz der verschiedenen Angebote. Hier befinden sich:
      • die Geschäftsstelle des Netzwerkes für Integration für Spätaussiedler und Migranten
      • die Migrationserstberatungsstelle
      • der Fachdienst für Flüchtlingsarbeit Thüringen
    • Die ehrenamtlichen Mitarbeiter erhalten Fortbildungsangebote in Form von Schulungen, Seminaren und Tagungen.
    • Die sechs ansässigen Vereine – vier davon sind Migrantenvereine – haben sich per Unterschrift dazu verpflichtet, sich über ihre eigenen Anliegen hinaus einzubringen und mit den anderen Vereinen zusammenzuarbeiten.
    • Das Ergebnis ist ein gemeinsames Programm quer durch die Kulturen. Dies reicht von der gesamten denkbaren Beratungspalette über Sprach- und Integrationskurse und ein vielfältiges Kulturprogramm bis hin zu Hausaufgabenhilfe und Kinderbetreuung. Auch eine Theatergruppe, Aerobic, Musikunterricht und ein Frauenclub gibt es im ZIM.
    • Die drei hauptamtlichen Mitarbeiter besitzen soziale, interkulturelle und sprachliche Kompetenzen und bilden sich regelmäßig weiter.
    • Für die Finanzierung des Zentrums für Integration und Migration der Stadt Erfurt (ZIM) fand die Stadt einen eigenen Weg: Die Kommune finanziert das 1000 Quadratmeter große Gebäude, ihre Arbeit müssen die dort tätigen Vereine jedoch quasi als Gegenleistung selbst finanzieren. Damit dies gelingt, werden sie bei der Einwerbung von Mitteln vom Bund, dem Land, der Kommune oder Stiftungen von zwei Mitarbeitern fachkundig beraten und unterstützt.

    Erfolge

    • Pro Woche nutzen rund 400 Menschen die Angebotslandschaft des ZIM.
    • Mittlerweile egangieren sich rund 90 Personen ehrenamtlich im ZIM.
    • Das ZIM ist einer von 100 Stipendiaten des startsocial e.V. Damit verbunden ist ein Coaching für die ZIM-Ehrenamtsbörse. (2018)
    • Preis für ideenreiches und wirkungsvolles Beispiel zivilen Engagements im Wettbewerb für Demokratie und Toleranz (2017)
    • Preis im Wettbewerb „Geschichten der Vielfalt", Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (2014)
    • zweiter Platz für die Stadt Erfurt beim bundesweiten Praxis- und Ideenwettbewerb „Teilhabe und Integration von Migrantinnen und Migranten durch bürgerschaftliches Engagement" der Stiftung „Bürger für Bürger" (2008)

    Kontakt

    Zentrum für Integration und Migration

    Internationaler Bund - IB Mitte gGmbH (IB)
    Rosa-Luxemburg-Straße 50
    99086 Erfurt

    Weitere Informationen

  • Erlangen - Die Begleiter

    Ehrenamtliche Bildungspaten und Förderunterricht: Das Integrationsprogramm „die begleiter." richtet sich an alle Jugendlichen in Erlangen. Ihre Chancengleichheit in Schule und auf dem Ausbildungsmarkt soll deutlich erhöht werden.

    Ausgangslage

    • In Deutschland verlassen jedes Schuljahr 80.000 Kinder die Schule ohne jeglichen Abschluss. Dabei ist der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund an Hauptschulen überdurchschnittlich hoch.
    • Des Weiteren haben viele Schüler mit Hauptschulabschluss enorme Probleme, eine Lehrstelle zu finden. Hierzu bedarf es gerade bei benachteiligten Jugendlichen oftmals Unterstützung in einem Maß, das seitens der Eltern sowie der Schule und der Berufsberatung nicht geleistet werden kann. 
    • Auch wenn die Situation in Erlangen weniger dramatisch ist als in vielen deutschen Großstädten, so sind die Grundzüge der aktuellen Lage vergleichbar mit der gesamtdeutschen Entwicklung.
    • Schulstudien zeigen, dass auch in Erlangen Kinder mit Migrationshintergrund an Hauptschulen überdurchschnittlich stark vertreten sind und bei den Schulabschlüssen sowie beim Übergang in Ausbildung meist schlechter abschneiden als ihre „einheimischen" Mitschüler.
    • Initialzündend für den Start des kommunalen Integrationsprogramms war das Auslaufen des Integrationsprojektes SPUTNIK für deutsche Spätaussiedler aus Russland. Die bis dahin geleistete wertvolle Arbeit des Projektes sollte künftig interkulturell geöffnet und massiv ausgebaut werden.

    Ziele

    • Die Chancengleichheit von Jugendlichen in Schule und auf dem Ausbildungsmarkt deutlich erhöhen.
    • Die Angebote des kommunalen Integrationsprogramms „die begleiter." sollen allen Jugendlichen unabhängig der Herkunft offenstehen.

    Umsetzung

    • Das Integrationsprogramm orientiert sich in seiner Ausrichtung an den zentralen Zielen des Erlanger Leitbildes für Integration und gleichzeitig an den Zielen der Erlanger Bildungsoffensive.
    • Folgende konkrete Maßnahmen in den zwei Schwerpunkten "Förderunterricht" und "Vermittlung ehrenamtlicher Paten" wurden umgesetzt um die gesetzten Ziele zu erreichen:
    • An einer Realschule wird an jeweils zwei Nachmittagen kostenlos eine mehrsprachige Hausaufgabenbetreuung und Vertiefung des Lernstoffes im Sinne des ergänzenden Lernens und Übens angeboten.
    • In jeder Förderunterrichtsgruppe kann der Schulstoff ergänzend auf Türkisch und Russisch erklärt werden. Dies kommt insbesondere den Schülern zugute, deren schwache schulische Leistungen auf Sprachschwierigkeiten zurückzuführen sind.
    • Die zweisprachigen Lehrkräfte nehmen in Zusammenarbeit mit der Teamleitung auch Kontakt zu den Eltern auf, um gezielte Förderpläne für die Jugendlichen zu erarbeiten.
    • In Kooperation mit der Volkshochschule wird das Modell der optimierten Lernförderung an Grund- und Mittelschulen angeboten.
    • Bildungspaten unterstützen Jugendliche auf ihrem Weg in Ausbildung auf vielfältige Art und Weise:
      • sie strukturieren den Bewerbungsprozess
      • helfen bei der Berufsorientierung sowie bei der Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche
      • leisten Beistand in schulischen und persönlichen Problemlagen
      • motivieren zur aktiven Zukunftsplanung
    • Um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, betreuen die Paten die Jugendlichen auch während der Ausbildung weiter.
    • Durch den Eins-zu-eins-Betreuungsschlüssel der Bildungspaten sowie deren inhaltliche und zeitliche Flexibilität lässt sich eine individuelle, bedarfsgerechte Unterstützung ermöglichen.
    • Bildungspaten sind intensive Wegbegleiter und Vertrauenspersonen und leisten sehr viel mehr als reine Wissensvermittlung.
    • Um einer Überforderung der Ehrenamtlichen entgegenzuwirken, sind diese in ein umfangreiches Rahmenprogramm eingebunden.
    • Auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden von zurzeit 20 Paten in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und den Trägern der Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gefördert.

    Erfolge

    • Seit Beginn des Programmes konnten bereits rund 200 Schüler an einen Bildungspaten vermittelt werden. 
    • Am Förderunterricht haben seit Beginn des Programmes ca. 350 Schüler teilgenommen.
    • Die Bildungspatenschaften laufen sehr erfolgreich, fast immer gelingt der Übergang in Ausbildung bzw. weiterführende Schulen, die Abbruchquote bei den Bildungspatenschaften ist sehr gering.
    • Durch die zweisprachigen Honorarkräfte des Programms kann leicht Kontakt zu den Eltern aufgenommen werden und diese zur Mitarbeit gewonnen werden.
    • Seit Beginn des kommunalen Integrationsprogramms konnten viele neue Bildungspaten gewonnen werden.
    • Auszeichnung als best-practice-Beispiel beim Regionalranking 2016 von IW-Consult.

    Kontakt

    Tanja Stark-Kantar

    die begleiter.
    Büro für Chancengleichheit und Vielfalt der Stadt Erlangen
    Rathausplatz 1
    91052 Erlangen
    Telefon: 09131 – 861780

    Swetlana Villemsoo

    die begleiter.
    Büro für Chancengleichheit und Vielfalt der Stadt Erlangen
    Rathausplatz 1
    91052 Erlangen
    Telefon: 09131 – 861421

    Weitere Informationen

  • Erlangen - ZusammenArbeit – Inklusion für eine gemeinsame Arbeitswelt

    In Erlangen werden arbeitsuchende Menschen mit Behinderung beim (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben umfassend unterstützt. Ein wichtiger Baustein dabei ist die direkte Ansprache von Arbeitgebern. Im Modellprojekt ZUSA wurde das Konzept erprobt.

    Ausgangslage

    • Die Jobcenter der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen Höchstadt sind zuständig für zahlreiche langjährige Arbeitslosengeld II - Bezieher mit Schwerbehinderung, die von den zuweisenden Behörden bisher nicht in den Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.
    • Die Jobcenter waren zu Projektbeginn in ähnlichen Arbeitsfeldern unabhängig voneinander tätig. Es bestand der Wunsch, diesbezüglich rechtskreisübergreifend zusammenzuarbeiten, um diese Kräfte zu bündeln.

    Ziele

    • Aktivierung, Motivation und Inklusion der Teilnehmer
    • Arbeitgebergewinnung
    • Die übergeordnete Zielsetzung ist die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen.

    Umsetzung

    • In Erlangen und Erlangen-Höchstadt werden arbeitsuchende Menschen mit Behinderung beim (Wieder-) Einstieg in das Berufsleben umfassend unterstützt. Das Konzept des Projekts ZusammenArbeit (ZUSA):
    • Arbeitssuchende schwerbehinderte Menschen mit besonderen Vermittlungshemmnissen werden gestärkt:
      • Eingangsphase – Clearing- und Coaching-Gespräche: Persönliche Standortbestimmung des Teilnehmers, Herausarbeitung der Stärken und Möglichkeiten des Teilnehmers, Zielbenennung durch den Teilnehmer.
      • Coaching der Arbeitssuchenden
      • Qualifizierung in Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) und in integrativen Betrieben
    • Durch zielführende Netzwerkarbeit und innovative Arbeitgeberakquise wird eine Vielzahl von Kontakten zu Unternehmen, Arbeitgebern und deren Personalverantwortlichen geknüpft:
      • Beratungsgespräche und Analyse des Betriebs
      • Identifikation und Schaffung von Stellen
      • Initiative Inklusion: Auszeichnung von Arbeitgebern, die sich besonders für Inklusion engagieren
    • Bei guter Passung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden Arbeitserprobungen in Betrieben oder Werkstätten für Menschen mit Behinderung vorgenommen. Ziel ist immer die Festanstellung bzw. ein langfristiges Beschäftigungsverhältnis.
    • Darüber hinaus findet bei Bedarf eine Vernetzung mit weiteren Fachdiensten und Beratungsstellen, wie z.B. Sozialpsychiatrischer Dienst, Integrationsamt, Schuldnerberatungsstelle, Bürgerstiftung, Suchtberatung, Gesundheitsamt etc. statt.
    • Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden zudem von der Access Integrationsbegleitung gGmbH begleitet.
    • Am Modellprojekt ZUSA (2015-2018) beteiligt waren die Jobcenter Erlangen, die Bundesagentur für Arbeit, die Access Integrationsbegleitung gGmbH, eine Kommunikationsagentur, mehrere Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Integrative Betriebe, Beirat mit Mitgliedern aus Wirtschaft und Politik, Arbeitgeber, Arbeitnehmer / Maßnahmeteilnehmer.
    • Finanziert wurde das Projekt ZUSA aus Mitteln des Ausgleichsfonds durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
    • Es wurde ein ZUSA-Beirat mit Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in der Region eingerichtet.
    • Arbeitgeber wurden in Diskussionsrunden („AG-Stammtische“) aktiv in die Projektentwicklung einbezogen. Des Weiteren fanden zwei große Events mit Arbeitgebern der Region statt.

    Erfolge

    • Die Beratung und Begleitung der Einzelpersonen mit Behinderung wird auch seit Projektende weiterhin angelehnt an das Konzept durchgeführt.
    • Die Jobcenter der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen Höchstadt arbeiten in der Vermittlung von Personen mit Behinderung regelmäßig zusammen.
    • Erfolge nach dreijähriger Projektlaufzeit:
      • 240 ausführliche Informationsgespräche mit Menschen aus dem Personenkreis
      • 180 Maßnahmeteilnehmer, Aktivierungen / Stabilisierungen
      • 50 Integrationen in den Arbeitsmarkt
      • ca. 800 Arbeitgeberkontakte
      • ca. 180 Arbeitserprobungen
    • „Miteinander-Preis“ der Bayerischen Staatsregierung (2016)

    Kontakt

    Karl-Heinz Miederer

    Geschäftsführer
    ACCESS gGmbH
    Michael-Vogel-Straße 1c
    91052 Erlangen
    Telefon: 09131 - 897 444

    Martin Federschmidt

    Bereichsleiter
    ACCESS gGmbH
    Michael-Vogel-Straße 1c
    91052 Erlangen
    Telefon: 09131 - 897 444

    Weitere Informationen

  • Erzgebirgskreis - Sozialnavigator

    Die Internetplattform Sozialnavigator stellt umfassende Informationen über die sozialen Angebote des Erzgebirgskreises bereit. Bürger, Kommunen, Wohlfahrtsverbände und soziale Dienstleister nutzen den Sozialnavigator als Informationssystem.

    Ausgangslage

    • Von 2012 – 2030 wird die Bevölkerung im Erzgebirgskreis um ca. 22,8 Prozent zurückgehen.
    • Die Zahl der Pflegebedürftigen im Erzgebirgskreis wird bis 2030 um ca. 32 Prozent steigen.
    • Der demographische Wandel führt dazu, dass sich die Art der nachgefragten sozialen Leistungen ändert.
    • Die soziale Infrastruktur muss neu ausgerichtet werden.
    • Es gab bisher keine Datenbank, in der nahezu alle sozialen Angebote verzeichnet waren.

    Ziele

    • Die sozialen Angebote im Erzgebirgskreis sollen möglichst vollständig in einer einzigen, frei zugänglichen Datenbank erfasst sein.
    • Bürger und Bürgerinnen sollen schnell und einfach die von ihnen benötigten Angebote in ihrer Umgebung finden können.
    • Die Kommunen, die Wohlfahrtsverbände und auch die sozialen Dienstleister sollen ein nützliches Planungsinstrument zur Verfügung haben.

    Umsetzung

    • Die Internetplattform Sozialnavigator dient sowohl Bürgern sowie Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und sozialen Dienstleistern des Erzgebirgskreises als Informationssystem.
    • Initiiert wurde das Projekt von der Staatskanzlei vor dem Hintergrund des demographischen Wandels.
    • Umgesetzt wurde es vom Erzgebirgskreis, dem Arbeiter-Samariter-Bund (Kreisverband Erzgebirge) und der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn.
    • Alle im Sozialnavigator aufgeführten Akteure waren durch ihre Mitwirkung an dem Projekt beteiligt.
    • Es finden sich Angebote für alle Alters- und Zielgruppen. Dazu gehören u.a. Bildungseinrichtungen, Kinderbetreuungsmöglichkeiten, ambulante Pflegedienste, stationäre Altenpflegeinrichtungen, betreutes Wohnen für Behinderte, Selbsthilfegruppen, Vereine und Freizeitangebote.
    • Die Angebote können nach verschiedenen Kriterien/Suchbegriffen gefiltert werden.
    • Der Benutzer kann schnell und einfach Angebote aus seiner Umgebung finden. Darunter sind nicht nur solche, die er selbst in Anspruch nehmen kann, sondern auch solche, bei denen er sich engagieren kann. Dadurch wird das ehrenamtliche Engagement gefördert.
    • Der Sozialnavigator zeigt, welche soziale Infrastruktur im Erzgebirgskreis vorhanden ist. Diese kann als Planungsgrundlage für zukünftige Angebote verwendet werden. 
    • Die Angaben im Sozialnavigator werden laufend aktualisiert, sodass sie immer auf dem neuesten Stand sind.

    Erfolge

    • Auf der Homepage des Sozialnavigators sind nun fast alle sozialen Angebote (ca. 24.000 Datensätze) für alle 62 Städte und Gemeinden des Erzgebirgskreises abrufbar.
    • Der Sozialnavigator ist inzwischen ein wichtiges Instrument für die Arbeit der sozialen Dienste der Landkreisverwaltung.
    • Auch Kommunen, Wohlfahrtsverbände und soziale Dienstleister akzeptieren ihn als nützliches Informationssystem.
    • Die Vielzahl der Rückmeldungen lässt darauf schließen, dass er auch von den Bürgern und Bürgerinnen gut angenommen wird.

    Kontakt

    Abteilung 2 Soziales und Ordnung

    Landratsamt Erzgebirgskreis
    Paulus-Jenisius-Straße 24
    09456 Annaberg-Buchholz

    Weitere Informationen

    Sozialnavigator

    Sächsische Staatskanzlei (2014): Dem demografischen Wandel mit Ideen begegnen. Praxisbeispiele und Modellprojekte aus dem Freistaat Sachsen. Dresden.

  • Essen - „Mehr Bewegung im Alltag! - Willst Du mit mir gehen?“

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    In Essen sorgen begleitete Spaziergänge für Seniorinnen und Senioren für mehr Bewegung, soziale Kontakte und eine engere Bindung an den Stadtteil. Auch erhält die Stadt regelmäßige Rückmeldung über die "Spaziergangsfreundlichkeit" der einzelnen Stadtteile.

    Ausgangslage

    • Über 20 % der Essener sind mindestens 65 Jahre alt.
    • Viele ältere Menschen sind einsam, bewegen sich zu wenig und verlieren die Verbindung zu ihrem Stadtteil.
    • Der Effekt von Alltagsbewegung auf die Gesundheit älterer Menschen wird unterschätzt, Präventionschancen werden zu wenig genutzt.
    • Es gibt viele ältere Menschen, die auch im Alter noch aktiv sein und sich ehrenamtlich engagieren möchten.

    Ziele

    • mehr Bewegung in den Alltag von Senioren integrieren und deren vielfältige positive Auswirkungen nutzen (z.B. Prävention und Gesundheitsförderung)
    • Vertrautheit mit dem Stadtteil erhalten bzw. schaffen
    • soziale Kontakte fördern
    • Mobilisierung von bürgerschaftlichem Engagement „von Senioren für Senioren"
    • aktives Altern fördern
    • Rückmeldungen darüber, wie der Stadtteil bewegungsfreundlicher gestaltet werden kann.

    Umsetzung

    • In Essen bieten ehrenamtliche Patenteams von mindestens zwei Seniorinnen oder Senioren in jeweils 'ihrem' Stadtteil einen begleiteten Spaziergang an und schaffen so ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot für ältere Menschen aller gesellschaftlichen Schichten.
    • Das Projekt „Willst du mit mir gehen? – Spazieren gehen im Stadtteil" wurde initiiert durch den Seniorenbeirat, das Seniorenreferat des Amtes für Soziales und Wohnen sowie der Gesundheitskonferenz und deren Mitgliedsorganisationen.
    • Die kostenlosen Spaziergänge dauern etwa eine Stunde und starten immer am gleichen Treffpunkt.
    • Die Spaziergänge werden so geplant, dass auch mobilitätseingeschränkte Menschen daran teilnehmen können. Sie werden auch den Wünschen der Teilnehmer entsprechend angepasst. 
    • Die Spaziergängerinnen und Spaziergänger untersuchten zudem gemeinsam mit dem Institut für Stadtplanung der Universität Duisburg-Essen 'ihre' Stadtteile auf „Spaziergangsfreundlichkeit" und erarbeiteten Vorschläge.
    • Die Paten und Patinnen haben die Möglichkeit an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen und erhalten unterstützende Materialien (Button, Stadtplan u. a.).
    • Mithilfe der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung wurden die Erfahrungen der ersten fünf Monate das Projekts wissenschaftlich ausgewertet.
    • Die Werbung im Stadtteil (z. B. mit Postkarten und Plakaten) wird von den Patenteams selbst übernommen.
    • Halbjährlich finden Patentreffen im Rathaus statt, bei denen sich die Patinnen und Paten austauschen können und das Projekt weiterentwickelt wird. Die Stadt Essen bietet so einen geeigneten kommunalen Rahmen für die Förderung und Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements. 

    Erfolge

    • Inzwischen werden rund 35 wöchentliche Spaziergänge von über 140 Spaziergangspatinnen und -paten angeboten.
    • An den Spaziergängen nehmen pro Stadtteil durchschnittlich bis zu 35 ältere Menschen teil.
    • Die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge für die "Spaziergangsfreundlichkeit" der verschiedenen Essener Stadtteile fließen in die Stadtplanung ein.
    • Auszeichnung mit dem RWE Klimaschutzpreis (2014)
    • Im Rahmen der „Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017" gibt es eine Broschüre mit den schönsten Essener Spaziergängen der 34 Stadtteilteams
    • Das Projekt realisiert zeitgemäße Gesundheitsförderung, mobilisiert ein beachtliches bürgerschaftliches Engagement und schafft Vorbilder für ein aktives Altern.

    Kontakt

    Manuela Mumrey

    Amt für Soziales und Wohnen Seniorenreferat
    Steubenstraße 53
    45138 Essen

    Weitere Informationen

  • Finsterwalde - Qualifizierung zum Gesundheitsdienstleister

    Demographischer Wandel im Handwerk: Um möglichst lange selbstständig zu wohnen, sind im Alter oft bauliche Veränderungen notwendig. Das Handwerk in der Niederlausitz erkannte eben diesen Bedarf und reagiert darauf mit der Weiterentwicklung seiner Dienstleistungen.

    Ausgangslage

    • Die größte wirtschaftliche Kraft in Brandenburg und speziell in Südbrandenburg ist das Handwerk. Das Handwerk bietet den Menschen Arbeit. Diese Arbeitsplätze gilt es zu erhalten.
    • Einhergehend mit der immer älter werdenden Bevölkerung werden die Menschen auch gebrechlicher.
    • Damit sich Menschen auch im Alter selbst organisieren zu können, bedarf es oft grundlegender Veränderungen im Lebens- und Wohnumfeld der Menschen. So müssen z. B. Häuser und Wohnungen altersgerecht umgebaut werden. Auch die Finanzierung dieser Maßnahmen muss gesichert werden.
    • Das Handwerk erkannte eben diesen Bedarf an baulichen Veränderungen des Wohnumfelds sowie gesellschaftlicher Einrichtungen und reagiert darauf mit seinen Dienstleistungen.

    Ziele

    • Entwicklung von Dienstleistungen, die sich am demografischen Wandel orientieren
    • Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen im Handwerk

    Umsetzung

    • In Weiterbildungsmaßnahmen werden in der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft Handwerkerinnen und Handwerker zum Gesundheitsdienstleister/mobilen Wohnberater qualifiziert. 
    • Neben baulichen Fragen unterstützen Gesundheitsdienstleister auch bei der Fianzierung der geplanten Maßnahmen.
    • Die Handwerkerinnen und Handwerker regeln alle Angelegenheiten, die mit dem Umbau verbunden sind, selbst und rechnen mit den Krankenkassen ab.
    • Die Gesundheitsdienstleisterinnen und Gesundheitsdienstleister werden umfassend qualifiziert, u.a. in den Bereichen:
      • einschlägige Baunormen
      • Zuschüsse der Krankenkassen, der Pflegeversicherung oder der Berufsgenossenschaften
      • Fördermöglichkeiten der Banken
      • Veränderungen von Krankheitsbildern für das vorausschauende Bauen
    • Sind die Gesundheitsdienstleisterinnen und -dienstleister zugelassene Leistungserbringer nach dem Sozialgesetzbuch V, dürfen sie Hilfsmittel wie Rollstühle ausliefern. 
    • Mit einem Klinikum findet zudem eine Kooperation statt: Patientinnen und Patienten, die auf barrierefreies Wohnen angewiesen sind, werden schon im Krankenhaus beraten und umfassend bei Planung und Finanzierung der Umbaumaßnahmen unterstützt. 
    • Bei der Erarbeitung des Modells der Weiterbildungsmaßnahme wurden insbesondere Handwerksbetriebe des Bauhaupt- und Baunebengewerbes und weitere strategische Partner eingebunden, beispielsweise:
      • Pflege- und Krankenkassen
      • Berufsgenossenschaften
      • Ärzteverbände
      • Wohnungsgesellschaften
      • Pflegeeinrichtungen
      • Senioreneinrichtungen und
      • Betroffenenverbände
    • Die Themen der Weiterbildung werden immer aktuell angeglichen und erneuert, gerade im Bereich der DIN Vorschriften.
    • Im Anschluss an die Qualifizierung zum Gesundheitsdienstleister kann das bundesweite Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb - Service + Komfort" bei der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft erworben werden.

    Erfolge

    • Es wurden bereits über 160 Gesundheitsdienstleister ausgebildet.
    • Das Modell wird deutschlandweit nachgefragt.
    • Dieses Projekt entfachte eine weitergehende Qualifizierungs- und Weiterbildungsinitiative im Handwerk und öffnete damit den Markt der Gesundheitswirtschaft für das Handwerk.
    • Die Initiative wurde von der Financial Times Deutschland ausgezeichnet. (2005)

    Kontakt

    Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft Finsterwalde

    Genossenschaftsstraße 19
    03238 Finsterwalde
    Telefon: 03531 - 22 16

    Weitere Informationen

  • Flensburg - Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Neu- und Umgestaltung von Spielplätzen

    Spielplätze mit Kindern planen: In Flensburg wurde ein „Ruck-Zuck-Verfahren" zur Planungs-beteiligung von Kindern und Jugendlichen entwickelt. So können Kinder an Entscheidungen teilhaben, die sie selbst betreffen. 

    Ausgangslage

    • Nach dem Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) sowie des Jugendförderungsgesetzes und dem damit verbundenen Anspruch, Kinder und Jugendliche an sie betreffenden Entscheidungen teilhaben zu lassen, wurden in Schleswig-Holstein viele Projekte initiiert.
    • Die ganzheitliche Planung und Umsetzung von Kinderspielplätzen, Bolzplätzen, naturnahen Spielflächen, Jugendaktivitätsflächen und dem öffentlichen Raum steht im Mittelpunkt des in Flensburg entwickelten Verfahrens für die Planungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen beim Neu- oder Umbau von solchen Plätzen.

    Ziele

    • Kinder sollen in sie betreffende Entscheidung einbezogen werden (Förderung von Partizipation) und deshalb an der Gestaltung von Spielplätzen mitwirken.

    Umsetzung

    • Das „Standard-Ruck-Zuck-Verfahren" umfasst die folgenden sechs Teilschritte, die hier modellartig beschrieben sind, um das Grundanliegen eines solchen Planungs- und Beteiligungsprozesses anschaulich zu machen:
    • Februar/März: Vorbereitende Gespräche werden mit den Investoren, dem Landschaftsarchitekten und den Vertretern des Tiefbauamtes geführt.
    • April: Alle Anwohner werden auf die Fläche des Spielplatzes eingeladen. Das Spielmobilteam stellt sich vor, erläutert anhand von Plänen das Projekt und fragt in erster Linie die Erwachsenen nach ihren Vorstellungen für den neuen Spielplatz.
    • Am nächsten Tag sind nur die Kinder eingeladen. Ziel des Tages ist es, mit den Kindern gemeinsam die Umgebung zu erkunden und die bereits vorhandenen Spielmöglichkeiten zu erforschen.
    • Der dritte Tag dient dann der konkreten Ideenfindung für den Spielplatz. Je nach Alter malen oder schreiben die Kinder ihre Wünsche für den Spielplatz auf. An diesem Tag ist ein Landschaftsarchitekt dabei. Seine Aufgabe ist es, mit Tipps und Kompetenz den Prozess so zu begleiten, dass die Kinderwünsche ernstgenommen werden ohne ins Uferlose abzudriften. Es entsteht so eine Wunschliste der Kinder, die dann per Abstimmung (jedes Kind hat je nach Menge der Wünsche und der finanziellen Ressourcen drei bis fünf Stimmen) nach Prioritäten sortiert wird.
    • Im Laufe der Zeit wurden viele verschiedene Modelle der gängigen Spielgeräte im Maßstab 1:10 gebaut. Erst nachdem die ersten vier bis sechs Plätze feststehen, werden die Modelle hervorgeholt und im Sand des neuen und umgebauten Spielplatzes maßstabsgerecht aufgebaut. Bei der Überlegung und Entscheidung, wo welches Gerät positioniert wird, berät der Landschaftsarchitekt die Kinder. Mit diesen Eindrücken werden dann Pläne gezeichnet und Angebote von Spielgeräteherstellern eingeholt.
    • Mai/Juni: Die Pläne werden allen Anwohnern und Kindern auf dem Spielplatz an einem Nachmittag präsentiert. „Ist er das?" „Können mit dem Entwurf alle leben?" werden die Fragen des Tages sein. Wenn dies dann der Fall ist, kommt es zur Auftragsvergabe und zur Umsetzung.
    • August/September: Der Spielplatz wird mit einem kleinen Fest bei Saft, Kaffee und Keksen eröffnet. Den Kindern wird ihr Spielplatz übergeben.

    Erfolge

    • In den letzten Jahren sind mit dieser Methode mehrere neue Spielplätze entstanden und umgebaut worden. Das einstige Modellprojekt ist Standard und funktioniert.
    • Die pädagogisch ausgerichtete, kommunikative Art des Jugendamtes hat die technische, gärtnerische Sichtweise des Umwelt- und Grünamtes abgelöst und somit Schwerpunkte der Spielplätze verändert. Dies hat die Spielplätze in Flensburg positiv verändert, wie aus vielen Reaktionen zu schließen ist.
    • Das „Standard-Ruck-Zuck-Verfahren" wurde 2004 mit einem 2. Preis im Rahmen des „Dieter-Tiemann-Preises für Kinderfreundlichkeit und Alltagsdemokratie" des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.
    • Die Erfahrungen des Spielmobilteams und der anderen jeweils Beteiligten sind sehr positiv:
      • Kinder, Eltern und Anwohner werden mit ihren Wünschen ernst genommen.
      • Die Kinder sehen den Spielplatz als den ihren an.
      • Beteiligung bleibt zeitlich in einem überschaubaren Rahmen, erweckt keine utopische Hoffnung und kommunales Handeln findet vor Ort und nicht im anonymen Rathaus statt.

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Frankfurt - Arbeitsbereich HILDA im Bürgerinstitut Frankfurt

    Ehrenamtliche und Demenzbotschafter: Der Arbeitsbereich HILDA im Bürgerinstitut der Stadt Frankfurt begleitet und berät Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. In abgelegenere Frankfurter Stadtteile fährt ein Team mit dem HILDA-Mobil.

    Ausgangslage

    • Das 1899 gegründete Bürgerinstitut in Frankfurt am Main ist eine der ältesten privaten sozialen Einrichtungen der Stadt.
    • Seit Ende der 1980er Jahre stellt die Tätigkeit für und mit alten Menschen den Aufgabenschwerpunkt des Bürgerinstituts dar.

    Ziele

    • Der Arbeitsbereich HILDA im Bürgerinstitut hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu beraten und zu begleiten.
    • Ziel des HILDA-Mobils ist es - insbesondere in abgelegeneren Frankfurter Stadtteilen, die über wenig Beratungsinfrastruktur vor Ort verfügen - Interessierte sowie betroffene Personen und ihre Angehörigen zum Thema Demenz zu beraten, zu informieren und zu sensibilisieren.

    Umsetzung

    • HILDA bietet persönliche und telefonische Beratung in sozialen, finanziellen und pflegerisch-medizinischen Fragen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.
    • Eine Besonderheit ist das HILDA-Mobil, das – in Form eines begehbaren Kleinbusses – die einzige mobile Demenzberatungsstelle in Frankfurt darstellt:
      • Mobile Beratungen finden einmal monatlich in vier Frankfurter Stadtteilen statt.
      • Darüber hinaus kommt das HILDA-Mobil bei Straßen- und Stadtteil-festen sowie Veranstaltungen zum Einsatz.
      • Dabei sind grundsätzlich gemischte Beraterteams mit Haupt- und Ehrenamtlichen im Einsatz.
      • In Bezug auf geeignete und ungeeignete Standorte für mobile Beratungsangebote wurden wichtige Erfahrungswerte aufgebaut, so z.B. dass Märkte und Einkaufscenter geeigneter sind als Rathäuser oder Hauptverkehrsstraßen/Einkaufsstraßen.
    • Die ehrenamtlichen „Demenzbotschafterinnen und -botschafter" unterstützen die hauptamtlichen Berater. Die Demenzbotschafter haben ihre demenzkranken Angehörigen gepflegt oder pflegen sie noch und bieten an, ihre Erfahrungen an Angehörige von Dementen weiter zu geben. Die geschieht telefonisch per 24h-Krisentelefon sowie im HILDA-Mobil.
    • Das Beratungsangebot wird mit verschiedenen weiteren Angeboten zur Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen verknüpft:
      • Schulungen für pflegende Angehörige und Ehrenamtliche
      • ein Gesprächskreis für Menschen mit beginnender Demenz
      • eine wöchentliche Bewegungsgruppe und eine parallel dazu stattfindende Angehörigengruppe
      • ein ehrenamtlicher Besuchsdienst
      • eine ehrenamtliche Hospizgruppe und Trauercafé
      • die Seniorenbegegnungsstätte Treffpunkt Rothschildpark im Bürgerinstitut mit Vorträgen und diversen Freizeit- und Kulturaktivitäten
    • Zudem besteht eine enge Kooperation mit weiteren großen Sozialeinrichtungen im Netzwerk „Stichwort Care - Verbund für Altenhilfe, Behindertenhilfe & Geriatrie im Frankfurter Osten".
    • Die Kooperationspartner verpflichten sich hier, die Angebotspalette der anderen bei Kundenberatungen mitzudenken und können dadurch umfassendere ambulante Versorgungsmöglichkeiten aufzeigen.

    Erfolge

    • Mit HILDA besteht seit über 25 Jahren ein abgestuftes, vernetztes Hilfsangebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Zu den Stärken zählen insbesondere die Verzahnung von Beratungs- und niedrigschwelligen Unterstützungsleistungen sowie die sich sinnvoll ergänzende Kombination von Haupt- und Ehrenamt bei den einzelnen Angeboten.
    • Das HILDA-Mobil senkt die Schwelle zum Beratungszugang und trägt durch seine Präsenz im öffentlichen Raum zur Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz und Enttabuisierung dieser Krankheit bei.
    • Von besonderer Bedeutung ist auch die vorbildliche Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater.

    Kontakt

    Martina Albrecht

    Leitung Arbeitsbereich HILDA
    Bürgerinstitut e.V.
    Oberlindau 20
    60323 Frankfurt am Main

    Weitere Informationen

  • Freiburg - Der Wegweiser Bildung (WeBi)

    In der Freiburger Innenstadt wurde eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Bildungsberatung, der „Wegweiser Bildung" (WeBi), eingerichtet. Der „WeBi" informiert über alle Bildungsangebote, bringt rasche Orientierung und führt zügig zu individuellen und passgenauen Bildungsangeboten.

    Ausgangslage

    • Die Bildungslandschaft der Stadt Freiburg zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Einrichtungen und Beratungsstellen aus. Für Bürgerinnen und Bürger ist das Angebot häufig nicht leicht zu durchschauen.
    • Sie entstand in Zusammenarbeit mit der VHS und gehört zur Initiative Lernen erleben in Freiburg (LEIF) im Bundesprogramm Lernen vor Ort (LvO). Sie steht für mehr Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe.
    • Eines der Handlungsfelder von LEIF ist Erfolgreich Lernen im Lebenslauf, zu dem die Bildungsberatung und das Übergangsmanagement zählen.

    Ziele

    • mehr Bildungsgerechtigkeit und erfolgreiches Lernen im Lebenslauf erreichen
    • Transparenz und Informationen über die Freiburger Bildungswege herstellen
    • verstärkte Kooperation zwischen den beteiligten Akteuren fördern
    • aktive und selbstbestimmte Gestaltung von Bildungsbiografien ermöglichen
    • Prozesse zur Qualität und Professionalisierung von Bildungsberatung in Freiburg initiieren

    Umsetzung

    • Bei Wegweiser Bildung in Freiburg erhalten alle Bürgerinnen und Bürger Informationsmaterial und eine individuelle Beratung zu Bildungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bietet der Wegweiser Bildung eine Plattform für Freiburger Bildungs- und Beratungsinstitutionen, sich und ihre Angebote im WeBi und in der LEIF-Datenbank zu präsentieren.
    • Angebote vor Ort:
      • informative Beratung
      • individuelle wegweisende Beratung
      • Internetzugang zur selbstständigen Recherche
      • Zugang zur Infothek
      • lebenslagenbezogene Beratung durch Verbundpartner zu regelmäßigen Sprechzeiten im WeBi
    • Bildungsberatungs-Datenbank und Freiburger Lupe (auch online zugänglich):
      • Übersicht über die Bildungs- und Beratungsangebote in Freiburg
      • Übersicht über die Bildungswege in Freiburg
      • Rückkopplung an kommunales Bildungsmanagement
    • Koordination und Vernetzung:
      • Arbeits- und Vernetzungstreffen mit Verbundpartnern
      • lebenslagenbezogene Verbundangebote für Bürgerinnen und Bürger
      • Fachtagungen
      • Qualifizierungen für in Beratung Tätige

    Erfolge

    • Die Beratungsstelle „Wegweiser Bildung" ist in jeder Hinsicht niedrigschwellig:
      • Sie ist zentral gelegen und leicht zu finden.
      • Die Beratung kann spontan und ohne Voranmeldung erfolgen.
      • Ehrenamtliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, z. T. mit Qualifizierungen für Bildungsberatende, tragen ihr Knowhow direkt in die Sozialräume.
    • Der Wegweiser Bildung fungiert als strategischer Kern einer kommunal gesteuerten Bildungsberatungslandschaft.
    • Mit den initiierten Arbeits- und Kooperationsstrukturen sorgt der WeBi für die fortlaufende Weiterentwicklung, Qualitätssicherung und Abstimmung der Bildungsberatungsangebote im Sinne der Bürgerinnen und Bürger.

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Freiburg - Freiburger Kleeblatt

    Bildung für nachhaltige Ent-wicklung: Im Projekt „Freiburger Kleeblatt" entwickeln lokale Akteure gemeinsame Bildungs-angebote zum Thema ‚Nach-haltigkeit‘ für Kitas, Schulen und Erwachsenenbildung. Die vier Perspektiven der Nachhaltigkeit stehen dabei im Fokus.

    Ausgangslage

    • Die „Bildungsregion Freiburg" als staatlich-kommunale Verantwortungsgemeinschaft für Bildungsfragen besteht nunmehr als feste Einrichtung.
    • Mit dem Übergang der „Bildungsregion Freiburg" in die Regelphase wird einer kontinuierlichen und regelmäßigen Bildungsberichterstattung weiterhin hohe Priorität eingeräumt. Sie schafft eine zentrale Datenbasis für die Freiburger Bildungslandschaft und ermöglicht die Identifizierung von Stärken und Schwächen im Bildungsbereich.
    • Der Freiburger Stadtrat beschloss ein Handlungsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung. Im Themenfeld „Bildung" verpflichtet sich die Stadt Freiburg zur Förderung dieses Themas in Schulen und allen Lebenslagen.
    • Daraufhin startete mit der Initiative „LEIF - Lernen erleben in Freiburg" ein Projekt des BMBF-Förderprogramms „Lernen vor Ort" zum Aufbau eines umfassenden kommunalen Bildungsmanagements.
    • Das Projekt „Freiburger Kleeblatt Nachhaltigkeit Lernen" bringt Akteure aus den vier Dimensionen der Nachhaltigkeit - Ökonomie, Ökologie, Soziales und Kultur - zusammen, um themenübergreifende Bildungsangebote zu entwickeln.

    Ziele

    • Unterstützung von Kindern, Schülerinnen und Schülern sowie Erwachsenen beim Erlernen von nachhaltigem Denken und Handeln
    • Vernetzung von Akteuren aus Wirtschaft, Institutionen, Kulturvereinen und Privatpersonen in den für Nachhaltigkeit relevanten Bereichen von Ökonomie, Ökologie, Soziales und Kultur
    • Austausch, Entwicklung und Umsetzung konkreter Ideen für Freiburg
    • Entwicklung integrativer Bildungsangebote nach dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

    Umsetzung

    • Lokale Akteure aus Ökonomie, Ökologie, sozialer Gerechtigkeit und Kultur in Freiburg erarbeiten gemeinsame Bildungsangebote zum Thema ‚Nachhaltigkeit‘. Die Ökostation Freiburg koordiniert das Projekt "Freiburger Kleeblatt Nachhaltigkeit Lernen" im Auftrag der Stadt Freiburg.
    • In 2er- bis 4er-Teams werden diese Themen bearbeitet. Die Teams finden sich für jedes Projekt neu zusammen.
    • Die Partner und Partnerinnen betrachten gemeinsam die jeweiligen Themen aus den vier Perspektiven der Nachhaltigkeit (Kleeblatt):
      • Schutz der Umwelt
      • nachhaltiges Wirtschaften
      • soziale Gerechtigkeit
      • Kultur
    • Kernthemen sind beispielsweise Energie, Ernährung, Mobilität oder Migration.
    • Das „Freiburger Kleeblatt Nachhaltigkeit Lernen“ ist in den Elementarbereich und die Schulen eingebunden. So können möglichst viele Kinder und Jugendliche an den Kleeblatt-Projekten teilnehmen.
    • Desweiteren werden Sprachbildungsangebote in die Kleeblatt-Projekte eingebaut, um Sprachbarrieren abzubauen.
    • Bildungsangebote, die im Freiburger Kleeblatt entstehen, sind für alle Schularten und in der Erwachsenenbildung geeignet.
    • Das Konzept basiert auf dem Zielesystem der Initiative „Lernen erleben in Freiburg" (LEIF) und ist an dessen datenbasiertes Bildungsmanagement angebunden.
    • Der städtische „Freiburger BNE-Fonds" mit jährlich 40.000 € wird eingerichtet, für den sich die Kleeblatt-Akteure mit ihren Projekten bewerben können.

    Erfolge

    • 96 unterschiedliche Institutionen, Vereine und  Privatpersonen sind seit Beginn als Partner im Netzwerk vertreten.
    • Ergebnisdarstellung und Erörterung im dezernatsübergreifenden Jour Fixe, im Steuerkreis und in der Lenkungsgruppe LEIF, in der Steuergruppe des Regionalen Bildungsbüros Freiburg
    • Ergebnisdarstellung in Innovationsgesprächen und Präsentation bei Veranstaltungen (regionale und überregionale Foren), z. B. Markt der Nachhaltigkeit, Netzwerk21, Kongress in Stuttgart
    • bundes- und landesweite Vorträge zum Konzept 'Freiburger Kleeblatt'
    • Es wurden bereits zahlreiche Projekte umgesetzt.
    • Das Bildungsmonitoring der Stadt Freiburg i.Br. wurde durch die Einbeziehung der „Initative LEIF – Lernen erleben in Freiburg" erweitert.

    Kontakt

    Verena Schätzle

    Büro der Bürgermeisterin
    Dezernat für Umwelt, Jugend, Schule und Bildung der Stadt Freiburg im Breisgau
    Rathausplatz 2-4
    79098 Freiburg im Breisgau
    Telefon: 0761/201-2014

    Ökostation Freiburg

    Falkenbergerstr. 21b
    79110 Freiburg
    Telefon: 0761 / 89 23 33

    Weitere Informationen

  • Gießen - Eine Schule für alle

    Diese Gießener Schule ist für alle - sie ist inklusiv und integrativ. Hier wird bereits seit über 20 Jahren gemeinsam in gegenseitiger Wertschätzung und in unterschiedlichem Tempo und Umfang gelernt.

    Ausgangslage

    • Eltern von Kindern mit Behinderung in verschiedenen integrativen Kindertagesstätten der Lebenshilfe gaben den Anstoß zur Gründung einer integrativen Schule.
    • Die Lebenshilfe Gießen e.V. gründete danach 1998 die Sophie-Scholl-Schule, an der Behinderung als eine „Spielart des Verschieden-Seins" betrachtet wird – keine Behinderung wird ausgeschlossen.

    Ziele

    • Alle Kinder sollen in einer Schule länger und gemeinsam lernen.
    • Die Sophie-Scholl-Schule will jedem Kind selbständiges Lernen in größtmöglicher Freiheit eröffnen und schafft dafür einen gemeinschaftlichen Rahmen, in dem die Verschiedenheit aller Kinder Voraussetzung jedes Handelns ist.

    Umsetzung

    • Die Sophie-Scholl-Schule entwickelte auf der Grundlage tradierter reformpädagogischer Modelle ein lebendiges, modernes Schulkonzept, in dem Integration/Inklusion, Jahrgangsmischung und der Ganztag grundlegend sind.
    • Es gibt ein an die Rahmenpläne gebundenes Lernangebot mit dem Ziel der größtmöglichen inhaltlichen und zeitlichen Durchlässigkeit für alle Sek1-Abschlüsse.
    • Alle Schülerinnen und Schüler werden zieldifferenziert von einem multiprofessionellen Team bestehend aus Lehrkräften verschiedener Fachrichtungen und Schulformen, Erziehenden oder Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen betreut.
    • Zusätzlich unterstützen junge Menschen im Sozialen Jahr die Betreuung der Schülerinnen und Schüler (Jahrgang 1-6).
    • Bei Bedarf erhalten Schülerinnen und Schüler mit schweren Behinderungen eine personenbezogene Schulassistenz, die ebenfalls Teil des Lerngruppenteams wird.
    • Die Schule ist eine Ganztagsschule, in der sich Lernzeiten rhythmisiert über den ganzen Schultag spannen. Die Kinder arbeiten in definierten Zeiten gemeinsam an Übungsaufgaben, dadurch entfallen – bis auf wenige Ausnahmen – die Hausaufgaben.
    • Alle Schülerinnen und Schüler können Therapieangebote während der Unterrichtszeit wahrnehmen. Die Schule kooperiert mit einer benachbarten therapeutischen Praxis, so dass therapeutische Maßnahmen im Einklang mit dem Schulleben möglich sind.
    • Daneben gibt es spezielle Förder- und Therapiearrangements ebenso wie vielfältige Formen freier Arbeit. Besondere Rituale zur Verständigung und zur Orientierung im Tagesverlauf sind für die Schaffung inklusiver Strukturen von großer Bedeutung.
    • Die Sophie-Scholl-Schule ist als jahrgangsgemischte Stufenschule aufgebaut. In jeder Lerngruppe arbeiten zwei benachbarte Jahrgänge gemeinsam.
    • Alle jahrgangsgemischten Gruppen einer Stufe orientieren sich in ihrer Arbeit an gemeinsamen Stufenzielen. Diese Stufenziele beziehen sich auf das fachliche Lernangebot in den Gruppen, und zusätzlich auf überfachliche Entwicklungsziele, die etwa methodische Kenntnisse oder Stufen der Selbstorganisation betreffen.
    • Die Sophie-Scholl-Schule bietet ein spannendes Ganztagskonzept mit einer Rhythmisierung, die den Lern-, Bewegungs- und Spielbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen entgegen kommt.
    • Gemeinsame Mahlzeiten gehören zum Gruppenleben und sind Teil der eigenen Kulturentwicklung. Hausaufgaben bleiben überwiegend Schul-Aufgaben und werden vollständig oder größtenteils in Übungszeiten erledigt.
    • Kinder, deren Lernentwicklung dies erforderlich macht, erhalten individuelle Förderpläne. Für alle gelten die gleichen Arbeitsformen, die gleichen Regeln und Rituale.
    • Der persönliche Lernfortschritt wird in Beziehung zum individuellen Leistungsvermögen gesetzt. Kinder und Eltern erhalten dazu regelmäßig Rückmeldungen der Lehrkräfte.
    • Ausführliche Lernentwicklungsberichte dokumentieren die Leistungsentwicklung jedes Kindes und ersetzen ein Notenzeugnis.

    Erfolge

    • Aktuell lernen ca. 320 Kinder (1.- 8. Jahrgang) in 17 Lerngruppen und an drei Standorten, darunter ca. 80 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
    • Weiterführende Schulen attestieren den Schülerinnen und Schülern besondere Selbstständigkeit im Lernprozess und eine herausragende soziale Kompetenz.
    • Kollegen aus anderen Schulen (regional, überregional, europäisches Ausland) lassen sich in der Sophie-Scholl-Schule erläutern, wie inklusives Lernen funktionieren kann.
    • Die Schule ist im gesellschaftlichen Umfeld sehr gut vernetzt.
    • 2009 erhielt die Schule den Jakob Muth-Preis.

    Kontakt

    Sophie-Scholl-Schulen gGmbH

    Grüninger Weg 29
    35415 Pohlheim (Landkreis Gießen)
    Telefon: 06404-804-0

    Weitere Informationen

  • Graben - Wir - DAHEIM in Graben!

    "Damit unser Ort Zukunft hat! - Auf dem Weg in eine inklusive Gemeinde". Auch nach Abschluss des Projekts zur Gestaltung von inklusions- und sozialraumorientierten Hilfen laufen die Aktivitäten weiter.

    Ausgangslage

    • Etwa zwei Drittel aller Menschen in Bayern leben in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern. Eine dieser Gemeinden ist Graben im südlichen Landkreis Augsburg.
    • Graben stellt sich den Herausforderungen, die die demographische Entwicklung mit sich bringt.
    • Menschen mit Behinderung, mit krankheits – oder altersbedingten Einschränkungen wünschen sich auch mit ihren besonderen Unterstützungsbedarfen daheim bleiben zu können. Bisher müssen sie häufig trotz vielfältiger Anstrengungen in eine Wohnstätte oder eine Pflegeeinrichtung umziehen und damit ihre Heimat verlassen.
    • Jeder Mensch, der wegzieht, ist ein Verlust für Graben.
    • Der betroffene Mensch selbst verliert seine Heimat. Er muss sich von Angehörigen, Freunden, Nachbarn und seiner Gemeinde trennen.

    Ziele

    • Wege und Möglichkeiten erarbeiten, damit daheim für alle DAHEIM bleiben kann. Graben soll eine bunte Gemeinde und eine attraktive Heimat für alle Bürgerinnen und Bürger sein und bleiben.
    • Gemeinsinn, Solidarität und somit das gesamte Gemeinwesen nachhaltig stärken
    • Das Modell-Projekt setzte sich ein für die Inklusion und Teilhabe aller Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen. Voraussetzung für Inklusion ist ein solidarisches Miteinander von Menschen, das sich im gegenseitigen Geben und Nehmen ausdrückt.
    • Das, was in Graben an Ideen, an Engagement, an Vernetzungen und Kooperationen entwickelt und umgesetzt wurde, soll anderen Gemeinden als Beispiel und Erfahrungsgrundlage dienen.

    Umsetzung

    • Damit alle Menschen unabhängig von ihrem Hilfebedarf daheim bleiben können, gründete die Gemeinde das Projektbüro „Inklusives Graben".
    • Eine Mitarbeiterin vermittelte und beriet ehrenamtlich Engagierte, vernetzte die Akteure vor Ort und baute Kommunikationsstrukturen auf, die heute weitergeführt werden.
    • Eine Umfrage in der Gemeinde sollte zudem klären, wo die Einwohner die Probleme sehen.
    • Interessierte Bürgerinnen und Bürger begannen, sich in einer Themengruppe mit Lösungen für die in den Umfrage-Rückmeldungen und in einer Zukunftswerkstatt benannten Probleme zu beschäftigen.
    • Es wurden unterschiedliche Projekte realisiert:
      • Ortsbegehung „Barrierefreiheit“ (Überprüfung öffentlicher Gebäude und Straßen, Fuß- und Radwegen, Beleuchtung, Sitzbänke)
      • Wohn-Info-Tag „Klug gebaut für ALLE! (Wohnen in allen Lebenslagen z.B. barrierefrei für Kinderwägen oder Rollstuhl)
      • eine Infobroschüre (Nachschlagewerk für Versorgung zu Hause z.B. mobiler Frisör, Not- und Hilfsdienste, Ärzte, Lieferservice, Familienratgeber und Gesundheitsdienste etc.)
      • Defibrillator (Kulturzentrum)
      • Bürger-Experten-Dialog
      • Unterstützung bei Veranstaltungen (z.B. Wochenmarkt-Spezial und Benefizkonzerte der Gruppe HammOndStrat)
    • Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt „Wir – DAHEIM in Graben!" von der Universität Augsburg mit ihren Lehrstühlen für Humangeographie und Geo-Informatik sowie für Soziologie.

    Erfolge

    • Ehrenamtliche unterstützen heute Bürgerinnen und Bürger mit Dienstleistungen und ergänzen professionelle Angebote, zum Beispiel den ambulanten Pflegedienst.
    • Gemeinsam geht es besser – dies bewährt sich durch Vernetzung und Kooperation zwischen Bürgern und Professionellen. Gemeinsinn, Solidarität und das gesamte Gemeinwesen wurden durch das Projekt gestärkt.
    • Die im Projekt erzielten Ergebnisse erschienen im Buch „Auf dem Weg in eine inklusive Gemeinde – Perspektiven für die Praxis".
    • Der Helferpool wird weiterhin durch die Gemeinde Graben koordiniert.
    • Aus der Themengruppe „Wir daheim in Graben" hat sich eine weiterhin aktive Arbeitsgruppe gebildet. Die Arbeitsgruppe besteht aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde, die sich regelmäßig treffen, um längerfristige Fragestellungen, die während der Projektphase auftauchten, zu bearbeiten.
    • Geplant ist die Einrichtung einer festen Koordinatorenstelle für die Weiterführung der Aktivitäten von „Wir daheim in Graben".

    Kontakt

    Karina Pade

    Gemeindeverwaltung Graben
    Rathausplatz 1
    86386 Graben
    Telefon: 08232 9621-20

    Weitere Informationen

  • Grafschaft Bentheim und südliches Emsland - Dorfgemeinschaft 2.0

    Digitalisierung für Gesundheit: In vielfältigen Modellprojekten erprobt der Gesundheitsregion EUREGIO e. V. die Chancen der Digitalisierung für die Bewältigung des demografischen Wandels im ländlichen Raum. Im Kern: ein virtueller Dorfmarktplatz.

    Ausgangslage

    • Bedingt durch den demographischen Wandel sind die gewohnten lokalen Versorgungs- und familiären Unterstützungsstrukturen der realen Dorfgemeinschaften stark gefährdet.
    • Besonders in ländlichen Regionen wird mit steigendem Alter eine rasche Veränderung der Lebensbedingungen und individuellen Bedürfnisse wahrgenommen.
    • Aus diesem Grund stehen die Kommunen vor der Herausforderung neue Hilfen zu schaffen, die der Bevölkerung ein möglichst langes Leben im Eigenheim ermöglichen und dabei ein hohes Maß an Sicherheit und Lebensqualität erreichen.
    • Die Ergebnisse der durchgeführten Workshops und Studie zeigen, dass die Herausforderungen in der ländlich geprägten Modellregion (Niedersachsen) insbesondere in
      • einer defizitären, nicht den Bedarfen der älteren Bürger (Altersgruppe 50+) entsprechenden medizinischen und sozialen Versorgungsinfrastruktur,
      • großen Entfernungen zu Dienstleistern und
      • erheblichen Unterschieden im Zugang zu und der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen liegen.
    • Die Grafschaft Bentheim und das südliche Emsland gehören zu den vergleichsweise dünn besiedelten Regionen in Deutschland.

    Ziele

    • Ältere Menschen können möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben.
    • Verbesserung der Versorgungsituation von Patienten und eine Entlastung der Krankenhäuser, Pflegeheime und Angehörigen
    • Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle, damit die entwickelten und evaluierten Konzepte auch nach Projektende weitergeführt werden
    • Sicherung eines für den Raum Grafschaft Bentheim/südliches Emsland prägenden Lebensgefühls in einer generationenübergreifenden Dorfgemeinschaft für die älterwerdenden Menschen

    Umsetzung

    • Das Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ entwickelt in enger Zusammenarbeit mit den Konsortialpartnern und den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen in der Region „Grafschaft Bentheim/südliches Emsland“ ein gesundheitsbezogenes Versorgungskonzept mit vier Bausteinen:
      • „Dorfladen“ für Produkte des täglichen Bedarfs
      • „Mobilität“: bedarfsorientierte Mobilitätskonzepte für die Dorfgemeinschaft, z.B. Kombibus und Patientenbegleitdienst
      • „Digitalisierte Pflege“: ein multiprofessionelles, technologieorientiertes Konzept für die häusliche Pflege
      • „Mobile Gesundheitsversorgung“ zur Etablierung einer aufsuchenden telemedizinischen Gesundheitsversorgung
    • Im Mittelpunkt steht hierbei die Koordination aller relevanten Dienste über einen virtuellen Dorfmarktplatz. Hier werden innovative und mobile Dienste bedarfsgerecht bereitgestellt bzw. sind buchbar.
    • In der Gemeinde Ohne wird zudem ein „Dorfladen“ errichtet, in dem diese Dienste persönlich gebucht werden können. Im ersten Schritt wird eine bauliche Umsetzung des neuen Dorfladens anvisiert. Im zweiten Schritt soll das Dorfladenkonzept, welches technische Möglichkeiten beinhaltet, integriert und in Form von Piloten wissenschaftlich evaluiert werden.
    • Vor Projektstart wurde die Bedarfslage im Raum „Grafschaft Bentheim/südliches Emsland“ bezüglich der lokalen Versorgungs- und familiären Unterstützungsstrukturen untersucht. Dazu wurden verschiedene Beteiligungsformate angewandt:
      • drei Bürgerforen
      • ein Expertenforum
      • eine schriftliche Bürgerbefragung
      • 24 qualitative Interviews mit unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitssystems
    • Alle Anwendungen der Dorfgemeinschaft 2.0 werden dabei kontinuierlich durch ethische und datenschutzrechtliche Fragestellungen sowie Forschungsfragen seitens der Universität Osnabrück und der Hochschule Osnabrück begleitet.
    • Das Projekt wird von verschiedenen Konsortialpartnern aus unterschiedlichen Bereichen unterstützt. Konsortialführer ist der Gesundheitsregion EUREGIO e.V., Praxispartner sind: EUREGIO-KLINIK Grafschaft Bentheim Holding GmbH, LEBENSHILFE Nordhorn gGmbH, Bentheimer Eisenbahn AG, I.T. Out, Optadata und Eno telecom GmbH.
    • Zudem gibt es weitere assoziierte Verbundpartner aus der Region, die über die Gesundheitsregion EUREGIO e.V. eingeschlossen sind.
    • Eine Leitzentrale in Nordhorn ist das Bindeglied aller Aktivitäten in den beteiligten Gemeinden.
    • Die Projektergebnisse werden so aufbereitet, dass sie auch auf andere Regionen übertragen werden können.
    • Das Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Zuge des Demographiewettbewerbs „Innovationen für Kommunen und Regionen im demographischen Wandel (InnovaKomm)“ bis 2020 gefördert.

    Erfolge

    • Die virtuelle Plattform und digitale Basis der „Dorfgemeinschaft 2.0“ steht zur Verfügung. Somit können bereits erste Widgets technisch getestet und angepasst werden.
    • Die Ergebnisse der Erhebungen in der Modellregion zeigen, dass die Bürger ihren Alltag selbständig und selbstbestimmt im gewohnten Umfeld verbringen möchten.
    • Nach Abschluss der gezielten Bedarfsanalysen wurden innerhalb der Teilprojekte „Use Cases“ erstellt. Die darin enthaltenen praxisnahen Szenarien bilden die Basis für die Lösungsansätze über den „virtuellen Dorfmarktplatz“.
    • Erste Projekte laufen bereits:
      • In Emlichheim: präventive Hausbesuche „DaHeim in Emlichheim“
      • In Spelle: Behandlungen im Voraus planen (BVP)
      • In Neuenhaus: Eine leerstehende alte Hofstelle wird für innovatives Wohnen von Jung und Alt umgebaut.
    • Der Kreativ- und Beteiligungsprozess für Bürger der Samtgemeinde Spelle ist abgeschlossen. Auf dieser Basis werden nun Handlungsempfehlungen für Spelle erarbeitet und zukünftig in machbare Projekte überführt.

    Kontakt

    Thomas Nerlinger

    Projektleiter Dorfgemeinschaft 2.0
    Gesundheitsregion EUREGIO e.V.
    Albert-Schweitzer-Straße 10
    48527 Nordhorn
    Telefon: 0 59 21-84 10 11

    Weitere Informationen

    Dorfgemeinschaft 2.0: www.dorfgemeinschaft20.de/
  • Görlitz - Probewohnen Görlitz-Altstadt

    Wie lebt es sich in einer historischen Innenstadt wie der Altstadt von Görlitz? Im Projekt „Probewohnen Görlitz-Altstadt" konnten Interessierte eine Woche lang testweise in der Stadt an der Neiße wohnen. Ziel war es, Görlitz als attraktiven Wohnort bekannter zu machen.

    Ausgangslage

    • In der historischen Altstadt von Görlitz fanden in den letzten Jahrzehnten umfangreiche Sanierungsarbeiten statt – finanziert unter anderem durch verschiedene Bund-Länder-Programme für die Städtebauförderung.
    • Aus städtebaulicher Sicht gilt der Stadtteil „Historische Altstadt" in Görlitz als besonders qualitätsvoll:
      • Er ist geprägt durch einen sehr dichten Bestand an Kultur- und Baudenkmalen aus verschiedenen Bauepochen.
      • Der Stadtteil bietet mit seinen Wohngebäuden, der Grün- und Freiraumstruktur sowie Infrastruktur viele Potenziale als attraktiver Wohn- und Arbeitsort, die über die Funktion als Tourismusmagnet hinausgehen.
    • Trotz dieser positiven Entwicklung ist der Wohnungsleerstand in der historischen Altstadt im gesamtstädtischen Vergleich nach wie vor überdurchschnittlich hoch.
    • Das bundesweit erste Probewohnen in den Jahren 2008/2009, damals im Gründerzeit-Quartier von Görlitz, wurde als Modellvorhaben der Nationalen Stadtentwicklungspolitik durch das damalige Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.

    Ziele

    • Auswärtige für einen Umzug nach Görlitz begeistern
    • die Stadt und den Stadtteil als attraktiven Wohnstandort bekannter machen
    • weiteres Wissen über Wohnwünsche und Wohnbedürfnisse potenzieller Innenstadtbewohner zusammentragen

    Umsetzung

    • Die Stadt Görlitz gab Interessierten die Möglichkeit, eine Woche lang mietfrei in der Görlitzer Altstadt zur Probe zu wohnen, lediglich eine Betriebskostenpauschale war zu zahlen. Für das Projekt standen im Zeitraum September 2015 bis Oktober 2016 bis zu drei möblierte Wohnungen zur Verfügung.
    • Wissenschaftliche Befragungen der Altstadtbewohner auf Probe brachten unter anderem Erkenntnisse dazu, wie die Stadt und das kommunale Wohnungsunternehmen noch besser auf Wohnwünsche und Wohnbedürfnisse heutiger und künftiger Bewohner eingehen können:
      • Dazu wurden die Teilnehmenden im Vorfeld zu ihren Erwartungen an das Wohnen in der Altstadt befragt.
      • Während ihres Aufenthalts in Görlitz erhielten sie einen weiteren Fragebogen mit Fragen zu ihren Erfahrungen während der Zeit des Probewohnens.
    • Das Projekt „Probewohnen Görlitz‐Altstadt" wurde federführend von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen Görlitz GmbH durchgeführt, unterstützt durch die Stadt Görlitz.
    • Das Interdisziplinäre Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS) in Görlitz, eine gemeinsame Einrichtung des Leibniz‐Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und der Technischen Universität Dresden, begleitete das Projekt wissenschaftlich.

    Erfolge

    • Mehr als 300 Bewerbungen aus ganz Deutschland und Ländern wie den Niederlanden, den USA, Kroatien oder Polen sind für das „Probewohnen Görlitz-Altstadt" eingegangen.
    • Insgesamt haben mehr als 200 Menschen verteilt auf 115 Haushalte in der Görlitzer Altstadt zur Probe gewohnt – darunter 58 Paare, 20 Familien mit zusammen 28 Kindern und 31 Einzelpersonen.
    • Rund die Hälfte der Probebewohner kam aus Großstädten wie Berlin, Dresden, Frankfurt/M. oder Hamburg. Besonders viele der „Görlitzer auf Probe" stammten aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (16 %), Sachsen (15 %) und Baden-Württemberg (12 %).
    • Mehrere Familien und Einzelpersonen sind nach ihrem Probewohnen bereits nach Görlitz umgezogen.
    • Die wissenschaftliche Befragung der Teilnehmenden fiel positiv aus. Fast 80 Prozent der Teilnehmenden fanden Görlitz so attraktiv, dass sie sich grundsätzlich vorstellen könnten, in die Stadt an der Neiße zu ziehen. 
    • Das Projekt lieferte Hinweise darauf, ob und wie sich individuelle Wohnwünsche mit dem Wohnen in einer historischen Innenstadt vereinbaren lassen und durch welche Maßnahmen das Wohnen in Görlitz und generell in historischen Innenstadtbereichen kleinerer Städte attraktiver gestaltet werden kann.
    • Ausblick: Der Erfolg des „Probewohnens Görlitz-Altstadt" in den Jahren 2015/16 hat die Projektpartner bewogen, weitere Auflagen zu planen. Diese werden andere Fragestellungen in anderen Stadtteilen in den Blick nehmen.

    Kontakt

    Prof. Dr. Robert Knippschild

    Interdisziplinäres Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS)
    Gottfried-Kiesow-Platz 1
    02826 Görlitz
    Telefon: 03581 / 7924790

    Weitere Informationen

  • Gütersloh - Gerontopsychiatrisches Zentrum

    Wesentlicher Grundsatz des umfassenden Behandlungsangebotes des Gerontopsychiatrischen Zentrums in Gütersloh ist die bedarfs- und bedürfnisgerechte Behandlung alter Menschen mit psychischen Störungen - wie z.B. Demenz - nach dem Prinzip „ambulant oder teilstationär vor stationär".

    Ausgangslage

    • Durch die Einführung der Pflegeversicherung sind die Steuerungsmöglichkeiten im Pflegesektor auf die Bundes- und Länderebene verlagert worden. Die Kommunen haben keine direkten Steuerungsmöglichkeiten.
    • Die Angebote und Aktivitäten des Gerontopsychiatrischen Zentrums spielen eine zentrale Rolle beim Ausbau der ambulanten pflegerischen Versorgung im Kreis Gütersloh.
    • Psychische Erkrankungen – insbesondere demenzielle Erkrankungen – sind einer der häufigsten Indikationen für Pflege. Durch die umfängliche und dauerhafte Inanspruchnahme von pflegenden Angehörigen, ist gerade die häusliche und ambulante Versorgung von demenziell erkrankten Menschen, mit besonderen Schwierigkeiten verbunden.
    • Die Psychiatrischen Kliniken in Gütersloh sind stark durch den ehemaligen Chefarzt Dr. Klaus Dörner geprägt. Dieser war einer der herausragenden Vertreter der Sozialpsychiatrie.

    Ziele

    • Ziel des Gerontopsychiatrische Zentrums ist es, mit den Betroffenen und ihren Angehörigen alte Fähigkeiten zu aktivieren und neue Perspektiven gemeinsam zu entwickeln.
    • Hierzu soll das in Zusammenarbeit mit anderen pflegerischen, medizinischen und kommunalen Akteuren aufgebaute ambulante Versorgungsnetz für die Betreuung psychisch kranker alter Menschen im Kreis Gütersloh passgenau genutzt werden.

    Umsetzung

    • Das bundesweit erste Gerontopsychiatrische Zentrum in Gütersloh wurde mit einer gerontopsychiatrischen Ambulanz, einer Tagesklinik und drei Stationen am LWL-Klinikum Gütersloh bereits vor rund 30 Jahren eröffnet.
    • Wesensmerkmal der gerontopsychiatrischen Ambulanz in Gütersloh ist ihre "aufsuchende" Arbeitsweise: rund 90% der 5.600 Patienten pro Jahr finden in der häuslichen Umgebung statt.
    • Dabei werden alte Menschen mit Verdacht auf psychische Störungen nach Überweisung durch den Hausarzt von einem multiprofessionellen Team des Gerontopsychiatrische Zentrums in ihrer gewohnten Umgebung untersucht. Gemeinsam mit ihren Angehörigen werden sie über die zahlreichen Behandlungs- und Hilfsmöglichkeiten für psychisch kranke Ältere vor Ort informiert.
    • Das Gerontopsychiatrische Zentrum übernimmt damit u.a. eine zentrale Lotsenfunktion für die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz im Kreis.
    • Zudem bietet das Gerontopsychiatrische Zentrum wöchentlich „Fall"- und Konzeptberatungen für ambulante Pflegedienste und andere Pflegeeinrichtungen bzgl. des Umgangs mit psychisch auffälligen Pflegebedürftigen an.
    • Für andere somatische und psychische Kliniken im Kreis wird ein gerontopsychiatrischer Konsiliar- und Liaisondienst angeboten.
    • Die Zusammenarbeit und Vernetzung im Kreis fördert das Gerontopsychiatrische Zentrum auch über die verbindliche Teilnahme an kommunalen Gremien der Altenhilfe und -pflege, wie bspw. der Kreispflegekonferenz.
    • Zusätzlich hat sich das Gerontopsychiatrische Zentrum an der Entwicklung kommunaler Versorgungskonzepte beteiligt, bspw. durch die Initiierung und Moderation eines kreisweiten Arbeitskreises Gerontopsychiatrie.
    • Innerhalb des Klinikums wurde in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken das interdisziplinäre Zentrum für Altersmedizin (bestehend aus Neurologie, Innere Medizin/Geriatrie, Gerontopsychiatrie) gegründet, in dem ältere Patientinnen und Patienten von den unterschiedlichen Disziplinen diagnostiziert und gemeinsam therapiert werden, ohne dass Verlegungen erforderlich sind.
    • Pflegende Angehörige werden durch Beratung, Angehörigengruppen und Pflegekurse unterstützt.
    • Das Bewusstsein für die Krankheit Demenz sowie für geeignete Versorgungsansätze wird durch die Organisation zahlreicher Informations- und Fachveranstaltungen sowie die Durchführung von Schulungsprogrammen im Landkreis gesteigert.
    • Das Gerontopsychiatrische Zentrum und das Zentrum für Altersmedizin selbst führen regelmäßig Fortbildungsreisen zu nationalen und internationalen innovativen Projekten durch.

    Erfolge

    • Die Angebote und Vernetzungsaktivitäten des Gerontopsychiatrischen Zentrums spielen nach Einschätzung vieler Interviewpartnerinnen und Interviewpartner eine wesentliche Rolle bei der Stützung ambulanter Versorgungssettings von dementen Pflegebedürftigen im Kreis Gütersloh.
    • Der professionelle ambulante Versorgungsanteil steigt kontinuierlich an und liegt um rund 10 Prozentpunkte über dem bundesweiten Durchschnitt.
    • Bei den Haus- und Klinikärzten sowie beim Pflege- und Beratungspersonal etc. im Kreis zeigt sich auch auf Basis der umfangreichen Aktivitäten des Gerontopsychiatrischen Zentrums eine im Vergleich zu anderen Kommunen deutlich erhöhte Sensibilität für die Bedürfnisse von Demenzerkrankten.

    Kontakt

    Bernd Meißnest

    Chefarzt
    Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am LWL-Klinkum Gütersloh
    Buxelstr. 50
    33334 Gütersloh

    Weitere Informationen

  • Gütersloh - Tagespflege bei Daheim e.V.

    Tagespflege mit Unterstützung der Angehörigen: Der Verein Daheim e.V. bietet pflegebedürftigen Menschen in Gütersloh Alternativen zu einer Heim- oder Klinikunterbringung. Ein Fokus liegt dabei auf der Entlastung der Angehörigen.

    Ausgangslage

    • Der Verein Daheim e.V. wurde vor fast 30 Jahren von Mitarbeitern des LWL-Klinikums Gütersloh und pflegenden Angehörigen gegründet, um eine Tagespflege-Einrichtung für alte psychisch kranke Menschen aufzubauen.
    • 1991 wurde diese in der Stadt Gütersloh als erst zweite ihrer Art in NRW eröffnet.
    • Gerade in den ersten Jahren erfolgte der weitere Angebotsausbau in enger Verknüpfung mit der Ambulantisierungsbewegung vor Ort, die u.a. durch den damaligen Leiter des Psychiatrischen Krankenhauses Gütersloh, Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, vorangetrieben wurde.

    Ziele

    • Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen bei Pflegebedürftigkeit Alternativen zu einer Heim- oder Klinikunterbringung bieten
    • pflegende Angehörige konsequent unterstützen und entlasten

    Umsetzung

    • Das Angebot der Tagespflege-Einrichtungen von Daheim e.V. orientiert sich nicht nur an der Struktur eines „normalen" Tagesablaufs, sondern setzt gleichzeitig einen besonderen Fokus auf die Entlastungs- und Unterstützungsbedürfnisse der pflegenden Angehörigen.
    • Die Einrichtungen bieten neben sozialen Betreuungsleistungen und Freizeitangeboten weitere umfassende Leistungen :
      • Fahrdienst
      • Breite grundpflegerische Betreuung und Behandlungspflege
      • Arztvisiten im Haus und Begleitung zu Ärzten sowie Rezept- und Medikamentenmanagement
      • Terminorganisation und Begleitung zu Logopäden, Krankengymnasten, Optikern, Akustikern, orthopädischen Schuhmachern, Fußpflegen, etc.
      • Unterstützung bei MDK-Begutachtungen und Beratung der pflegenden Angehörigen
      • Flexible Öffnungszeiten, bei Bedarf auch am Wochenende und an Feiertagen
      • Übernahme auch herausfordernder Pflegesituationen
      • Angebot von Sonderleistungen wie Begleitung bei Einkäufen, Friseurbesuchen, Behörden, etc.
    • Das Tagespflege-Angebot ergänzt sich mit weiteren Angebotsbausteinen von Daheim e.V.zu einem ambulanten Gesamtversorgungssystem:
      • ambulante Pflegedienste
      • Betreutes Wohnen an jeweils drei Standorten
      • solitäre Kurzzeitpflege
      • mittlerweile 11 ambulante Hausgemeinschaften (Pflege-WGs) in sechs Gemeinden
    • Jedem der ambulant betreuten Klienten wird eine Bezugsperson an die Seite gestellt, die für die ganzheitliche Planung und Durchführung der Pflege und Betreuung verantwortlich ist.
    • Daheim e.V. gibt seine Erfahrungen an weitere Tagespflege-Anbieter und -Investoren weiter und hat über den kreisweiten Tagespflege-Arbeitskreis einen regelmäßigen Austausch aller Betreiber initiiert. Zudem bringt er sich regelmäßig in die Diskussionen zur Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft in den kommunalen Gremien der Altenpflege und -hilfe ein.

    Erfolge

    • Daheim e.V. betreibt im Kreis Gütersloh in mittlerweile sechs Städten und Gemeinden eine Tagespflege-Einrichtung, welche über insgesamt 84 Plätze verfügen.
    • Zahlreiche Bürgermeister im Kreis fragen aktiv beim Verein bezüglich der Errichtung weiterer Tagespflege-Einrichtungen an.
    • Insgesamt kümmern sich bei Daheim e.V. derzeit 500 Mitarbeiter und 100 Freiwillige um rund 2.000 Pflege- und Hilfsbedürftige im Landkreis.
    • Durch den sukzessiven Ausbau des ambulanten und teilstationären Angebots kann für einen Großteil der betreuten Pflegebedürftigen eine vollständige ambulante Versorgungskette als eine dauerhafte Alternative zur Heimunterbringung angeboten werden.
    • Das Prinzip der ambulanten Hausgemeinschaften, das 2000 von Daheim e.V. vor Ort initiiert wurde, hat sich dabei zur Erfolgsgeschichte im gesamten Kreis Gütersloh entwickelt. Heute bestehen im Kreis mehr als 50 Pflege-WGs mit mehr als 600 Plätzen als Alternative zum klassischen Pflegeheim.

    Kontakt

    Susann Klingert

    Geschäftsführerin
    Daheim e.V.
    Dammstraße 69
    33332 Gütersloh

    Weitere Informationen

  • Halle (Saale) - Treffpunkt Lutherplatz: Familienzentrum der Bauverein Halle & Leuna eG

    Computerraum, Nähstübchen, Familienberatung, Hobbykeller und noch mehr: Der „Treffpunkt Lutherplatz“ als sozialer Mittelpunkt im Quartier bietet generationenübergreifende und interkulturelle Kommunikationsmöglichkeiten. Mittlerweile gibt vier solcher Treffpunkte in Halle (Saale).

    Ausgangslage

    • Die Wohnungsgenossenschaft Bauverein Halle & Leuna eG entstand infolge der Fusion aus dem Bauverein für Kleinwohnungen e.G. und der Wohngenossenschaft Leuna eG. Ihr Wohnungsbestand umfasst ca. 7.500 Wohnungen.
    • Die Bewohner haben vielfältige individuelle Bedürfnisse und Bedarfe.
    • Im Ergebnis vieler Gespräche mit Mitgliedern der Genossenschaft und Bewohnern entstand die Idee zur Gründung eines "Interkulturellen und Generationsübergreifenden Familienzentrums" für Bewohner des Stadtteils Lutherviertel - eine Wohnanlage mit ca. 1.200 Wohneinheiten.

    Ziele

    • Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Tagesgeschäft der Vermietung wurden folgende Ziele festgelegt:
      • den genossenschaftlichen Gedanken wiederbeleben
      • das Wohnen in der Genossenschaft attraktiver gestalten
      • Mieter binden, halten und Neumieter gewinnen
      • Präsenz in den Medien
    • Das Familienzentrum als sozialer Mittelpunkt hat zum Ziel, die Fremdheit, Angst und die realen Interessengegensätze aufzunehmen und zu bearbeiten.

    Umsetzung

    • Zusammen mit dem Verein für Bewegung und Kreativität in der Kita e. V. und weiteren Partnern wurde das lokale Bündnis für Familie Halle (Saale) initiiert. Der Treffpunkt Lutherplatz stellt innerhalb dieses Bündnisses das Hauptprojekt dar.
    • Durch die Genossenschaft wurden für das Projekt „Treffpunkt Lutherplatz" Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. So wurden zunächst in zwei unmittelbar zusammenhängenden Wohnungen Veranstaltungen, anfangs vorrangig für ältere Mitglieder der Genossenschaft, durchgeführt werden.
    • Mit steigender Nachfrage, Weiterentwicklung von Ideen wurde der Ursprungsgedanke Kommunikationsmöglichkeiten vorrangig für Senioren zu schaffen, schnell erweitert.
    • Mit der Zuwendung von Fördergeldern aus dem ExWost – Projekt - Forschungsfeld: „Modelle genossenschaftlichen Wohnens – Erschließen von Genossenschaftspotenzialen", wurde nunmehr die Möglichkeit geschaffen, ein ganzes Wohnhaus mit 6 Wohnungen für die Belange von jungen Familien bis zu den Senioren einzurichten.
    • Nach und nach wurde das Angebot erweitert und umfasst mittlerweile unter anderem:
      • einen Computerraum
      • eine Wohngebietsbibliothek für Jung und Alt, entstanden durch großes Engagement der Bewohner mittels Bücherspenden und komplettiert durch Unterstützung von Verlagen
      • separate Räumlichkeiten für Familienberatung, Therapiegespräche und Mediation durch den Kooperationspartner IRIS Regenbogenzentrum e.V.
      • Bewegung bei Sport und Spiel für Kinder und Senioren
      • Musikalische Früherziehung
      • Kinderbetreuung in einer Krabbelgruppe in eigens hergerichteten Räumen.
      • verschiedene Kurse und Weiterbildungen, angeboten von Existenzgründern
      • ein Nähstübchen für schnelle Änderungen und kreatives Gestalten
      • ein Hobbykeller für Kleinstreparaturen und Bastelfreunde
      • ein kleines Cafe
      • Familienbildungsprogramm „Hallo Nachbar" in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz
    • Die Treffpunkte werden hauptamtlich durch 2 Mitarbeiterinnen der Genossenschaft betreut.
    • Eine Vielzahl von Kursen wird durch Ehrenamtliche organisiert.
    • Die Inhalte in den Treffpunkten sind verschieden. Die Entwicklung erfolgt immer in Anpassung an die Bedarfe der Mieter im Wohngebiet.
    • Für die "rüstigen" Mieter werden Außerhaus-Veranstaltungen angeboten: Busfahrten, Walking Gruppen, Theaterbesuche, Pavillonkonzertbesuche, Museumstreff.
    • Wohnraumberatung. Die Mieter erhalten in regelmäßigen Sprechstunden im Treffpunkt Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen, Beantragung von Pflegegraden, Schwerbeschädigten Ausweisen, Beantragung von Befreiungen u.a.
    • Es werden Englischkurse durch eine muttersprachliche FSJ-lerin und Ehrenamtliche angeboten.
    • Zum Jahresende wird traditionell für alle Engagierten eine Dankeschön-Veranstaltung organisiert.

    Erfolge

    • Mittlerweile betreibt die Genossenschaft 4 Treffpunkte in 4 Wohngebieten: Lutherplatz, Neustadt, Thaerviertel, Merseburg.
    • Es sind rund 50 Ehrenamtliche in den Treffpunkten aktiv.
    • Die Techniker-Computersprechstunden werden aufgrund der hohen Nachfrage weiter ausgebaut.
    • Mit diesen Treffpunkten wird die Möglichkeit der Kommunikation innerhalb der Genossenschaft geschaffen und somit eine für die Genossenschaft neue Form der Erhöhung der Wohnqualität erreicht.
    • Die Genossenschaft ist so neue Wege bei der Vermarktung ihrer Wohnungsbestände in einem insgesamt durch Leerstand geprägten lokalen Wohnungsmarkt gegangen.

    Kontakt

    Bauverein Halle & Leuna eG

    Schülershof 12
    06108 Halle (Saale)
    Telefon: 0345 - 67340

    Weitere Informationen

    Bauverein Halle & Leuna eG: www.bauverein-halle.de

  • Hamburg - Bärenhof, Servicewohnen für Alt und Jung

    Traditionelles genossen-schaftliches Wohnen für Alt und Jung: Das Projekt „Bärenhof" in Hamburg-Langenhorn stellt auch mehrere Wohneinheiten für demenziell Erkrankte bereit und bietet zusätzlichen Service.

    Ausgangslage

    • Voraussetzungen für dieses Projekt waren ein Liegenschaftsgrundstück, reserviert für Baugemeinschaften, und zusätzliche Fördermittel von Bund und Land speziell für dieses Projekt.
    • Ansatzpunkte der Baugenossenschaft Fluwog-Nordmark eG für die Entwicklung dieses Bauvorhabens in Hamburg-Langenhorn waren:
      • eine Verbindung zwischen dem traditionellen genossenschaftlichen Wohnen und zusätzlichen Serviceangeboten für die Mitglieder
      • ein Wohnprojekt für Alt und Jung in Verbindung mit der Einrichtung einer Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte

    Ziele

    • Mit dem Wohnprojekt „Bärenhof" erfüllt die Genossenschaft ihre Aufgabe für gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung  und setzt ein generationenübergreifendes wie auch seniorengerechtes Projekt um.

    Umsetzung

    • Bildung von zwei Baugemeinschaften: die altershomogene „de olen Smugglers GbR" und die altersgemischte „die Tarpens GbR"
    • Abschluss von Kooperationsvereinbarungen: Die Einflussnahme durch die Genossenschaft ist vertraglich gesichert.
    • Planungsbeteiligung der damals zukünftigen Bewohner (z. B. Wohnungsgrundrisse, Wohnungsausstattung, Außenanlagen usw.)
    • Selbstverwaltung durch die Bewohner in den Phasen Bauvorbereitung, Durchführung und Nutzung. Die Selbstverwaltung findet in Zusammenarbeit mit einem Vermittlungsgremium statt und betrifft unter anderem auch die Wohnungsvergabe.
    • Es gibt 15 familien- und 32 altengerechte Wohnungen, eine Wohngemeinschaft mit 8 Appartements für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, einen Service-Stützpunkt, Gemeinschaftsflächen für Kommunikation und Hobby und eine Tiefgarage mit 33 Plätzen.
    • Beteiligt am Bauprojekt waren auch:
      • Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (vormals Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt) für das Liegenschaftsgrundstück
      • Hamburgische Investitions- und Förderbank (vormals Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt), Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz für die Finanzierung
      • Aufgrund des Modellcharakters wurde das Bauvorhaben im Forschungsfeld „Modelle genossenschaftlichen Wohnens – Erschließen von Genossenschaftspotenzialen" des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) gefördert. ExWoSt ist ein Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (vormals Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen) und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung
      • Die Stadtentwicklungsgesellschaft STATTBAU Hamburg für die Begleitung während der Planungs- und Bauphase
      • Martha Stiftung als Kooperationspartner für Demenzwohngemeinschaft und Service-Station.

    Erfolge

    • Realisierung von 47 Wohneinheiten, davon 32 altengerecht und 1 Wohngemeinschaft mit 8 Einheiten für demenziell Erkrankte.
    • Die Erfahrungen aus diesem Projekt lassen sich auf andere Bauvorhaben übertragen:
    • So ist es besonders wichtig, die zukünftigen Bewohner an den Planungen zu beteiligen, Bewohnergruppen von einheitlicher Interessenlage zu bilden und verschiedene Grundrissvarianten zuzulassen.
    • Die Dienstleistungen des Service-Stützpunkts sollten sich nach dem Bewohnerbedarf richten und sich weiterentwickeln.
    • Trotz erhöhter Herstell- und Bewirtschaftungsaufwendungen, enormem Abstimmungsbedarf mit Behörden, einem erhöhten Investitionsrisiko und einem langen Planungszeitraum sind positive Erfolge zu verzeichnen:
      • erhöhte Bewohneridentifikation
      • frühe Vermietung
      • längere Wohndauer
      • Kommunikation zwischen den Generationen

    Kontakt

    Weitere Informationen

    Baugenossenschaft Fluwog-Nordmark eG: www.fluwog.de

  • Hamburg - Einbürgerungskampagne und Lotsenprojekt „Ich bin Hamburger!"

    Die Türkische Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. stellt im Einbürgerungsprojekt „Ich bin Hamburger!" Personen, die sich einbürgern lassen wollen, einen Einbürgerungslotsen zur Verfügung. Dieser hat oft selbst Migrationshintergrund und wird speziell geschult.

    Ausgangslage

    • Eine Einbürgerung ist wichtig für die freie Wahl des Wohnsitzes in der gesamten EU, die Reisefreiheit in fast alle Länder der Welt und das vollständige Wahlrecht.
    • Zu einer Einbürgerung gehört jedoch auch, dass man sich zu Deutschland als neue Heimat mit seinen Werten bekennt.
    • Von den ca. 1,8 Mio. Hamburgerinnen und Hamburgern besitzen etwa 400.000 – also mehr als 20 Prozent – einen Migrationshintergrund. Von diesen verfügen wiederum 236.000 nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit.
    • Etwa 137.000 Personen erfüllen möglicherweise die Voraussetzungen für eine Einbürgerung, insbesondere hinsichtlich der Aufenthaltsdauer.
    • Hürden auf dem Weg vom „Hamburger zum Staatsbürger" sind beispielsweise:
      • ein langes und bürokratisches Verfahren
      • unzureichendes Wissen über das Einbürgerungsverfahren und die mit einer Einbürgerung verbundenen Vorteile
      • Demotivation durch Probleme bei den ersten Schritten

    Ziele

    • Die Kampagne soll:
      • das Interesse an der Einbürgerung erhöhen
      • insbesondere bei gut integrierten Migrantinnen und Migranten, die dauerhaft hier leben, die Entscheidungen für die deutsche Staatsangehörigkeit nachhaltig steigern
    • Das Projekt soll den Prozess der Einbürgerung durch sogenannte Einbürgerungslotsinnen und Einbürgerungslotsen vereinfachen und beschleunigen.

    Umsetzung

    • Die Projektbeteiligten in Hamburg stellen den Migrantinnen und Migranten verbesserte Informationen zur Verfügung stellen. Hierzu setzen sie auf eine breite Öffentlichkeitsarbeit.
    • So wird die Zielgruppe in einem persönlichen Brief vom Oberbürgermeister direkt angeschrieben und über die Vorteile der Staatsbürgerschaft informiert.
    • Das Projekt wird vom kultur- und herkunftsübergreifenden Einbürgerungsprojekt „Ich bin Hamburger!" der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. begleitet und durch ehrenamtlich engagierte Einbürgerungslotsinnen und Einbürgerungslotsen unterstützt.
    • Die Einbürgerungslotsinnen und -lotsen sind Personen im Alter von 17 – 73 Jahren, mit und ohne Migrationshintergrund, die Einbürgerungsinteressierte informieren und beraten.
    • Die Einbürgerung wird durch Aufklärung, Vermittlung (z. B. zwischen den Bewerberinnen und Bewerbern und Behörden) und Hilfestellungen der Lotsinnen und Lotsen bei der Antragsstellung erreicht.
    • Außerdem gibt es eine enge Kooperation der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V. mit den Behörden und sozialen Einrichtungen, damit sich die Einbürgerungslotsinnen und -lotsen über die aktuelle Rechtslage informieren können. Hierzu werden die Lotsinnen und Lotsen mit Hilfe von Workshops des Vereins geschult.
    • Die Vielfalt der Lotsinnen und Lotsen an Sprachen, Kulturen und Kompetenzen garantiert die Ansprache aller Einbürgerungskandidatinnen und -kandidaten, unabhängig von deren Alter, Nationalität oder beruflicher Tätigkeit.
    • Die Lotsinnen und Lotsen kennen sich mit dem Verfahren zur Einbürgerung gut aus, weil sie beispielsweise selbst das Einbürgerungsverfahren durchlaufen haben und damit aus erster Hand über die Chancen einer Einbürgerung informieren und beraten und Einbürgerungsbewerber zu Behörden, Konsulaten und Botschaften begleiten.
    • Die Lotsinnen und Lotsen helfen auch, wenn die Ausbürgerung aus dem Herkunftsland zum Problem wird.

    Erfolge

    • Die gute und fundierte Beratung und Betreuung hat sich herumgesprochen, so dass auf diesem Weg ebenfalls die Zahl der Einbürgerungen vervielfacht werden konnte.
    • Seit Start des Projektes wurden über 90 ehrenamtliche Lotsinnen und Lotsen aus unterschiedlichen Ländern gewonnen.
    • Das Team des Einbürgerungsprojektes hat bis jetzt rund 2.700 Einbürgerungsinteressierte individuell in Einzelgesprächen beraten und geholfen.
    • Zusätzlich konnten über die Kampagne mehr als 10.000 Personen in über 200 Informationsveranstaltungen informiert werden.
    • Die Städte Hannover und Kassel starteten Lotsen- bzw. Begleiter-Projekte nach dem Vorbild von "Ich bin Hamburger!".

    Kontakt

    Doris Kersten

    Amt für Arbeit und Integration
    Adolph-Schönfelder-Straße 5
    22083 Hamburg

    Einbürgerungsabteilung

    Einwohner-Zentralamt
    Behörde für Inneres und Sport
    Hammer Str. 30 – 34
    22041 Hamburg
    Telefon: 040 - 428280

    Tülin Akkoc

    Türkische Gemeinde in Hamurg und Umgebung e.V.
    Hospitalstraße 111
    22767 Hamburg

    Weitere Informationen

  • Hamburg - Interkulturelles Kompetenztraining für Lehrkräfte

    Lehrkräften in Hamburg wird ein „interkulturelles Kompetenz-training" angeboten, um sich im Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft zu trainieren. Das Wissen kann anschließend in selbst durchgeführten Trainings an die Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden.

    Ausgangslage

    • Hamburg ist im Bundesvergleich das Bundesland mit dem anteilig höchsten Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund.
    • Viele Lehrkräfte fühlen sich im Umgang mit Schülern mit Migrationshintergrund unsicher, insbesondere wenn sie aus einem sozial-ökonomisch benachteiligten Milieu stammen. Dies rührt u. a. daher, dass der überwiegende Teil der Lehrkräfte (95 Prozent) der Mehrheitsgesellschaft angehört, i. d. R. aus der Mittelschicht stammt und selbst nicht in einem multikulturellen Umfeld aufgewachsen ist.
    • Konkret äußert sich das u. a. darin, dass pädagogische Probleme oft auf kulturelle Prägungen zurückgeführt werden.
    • Für die Teilnahme am interkulturellen Kompetenztraining liegen bei Lehrkräften daher zwei unterschiedliche Motivationen vor:
      • Vorbereitung der Schülerschaft auf eine globalisierte Welt/Ausbau der interkulturellen Kompetenzen als persönliche und berufliche Schlüsselqualifikation.
      • Wunsch als Lehrkräfte nach einer Fortbildung zum „Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund".

    Ziele

    • Das Projekt soll die teilnehmenden Lehrkräfte
      • zur Selbstreflexion anregen 
      • ihnen bewusst machen, dass die ethnische Herkunft nur einen Teil der Identität ausmacht 
      • zu mehr Sicherheit im Umgang mit Heterogenität in der Schülerschaft und mit lebensweltlich fremden Kulturen führen
    • Zudem soll sich die neue Sichtweise auf kollegiale Diskussionen und konkrete Maßnahmen im Hinblick auf eine heterogene Schülerschaft auswirken.
    • Für die Schüler, die an interkulturellen Kompetenztrainings durch ihre Lehrkräfte teilnehmen, soll es eine Chance sein, sich durch ganzheitlich angelegte Übungen in die Situation anderer einzufühlen und darüber in den Dialog zu treten.
    • Für den Unterricht und für die Schule soll es zu einer besseren Atmosphäre in der Klasse und im Unterricht führen, da Themen, die für Konflikte sorgen, thematisiert werden und die Schüler- und Lehrerschaft für mögliche Verletzungen und Diskriminierungen sensibilisiert werden.

    Umsetzung

    • Das interkulturelle Kompetenztraining wurde fast zeitgleich vor rund 10 Jahren von zwei verschiedenen Institutionen, unabhängig voneinander, für Lehrkräfte zweier unterschiedlicher Hamburger Schulen entwickelt und erfolgreich durchgeführt.
    • Als die Nachfrage zunahm, schlossen sich die Nicht-Regierungsorganisationen „Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation" (ikm) und die „Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung" am Hamburger „Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung" zusammen, um ihre Expertise für ein gemeinsames Angebot zu nutzen.
    • Lehrkräfte der Sekundarstufe werden im Projekt in einem interkulturellen Kompetenztraining/Anti-Bias-Training befähigt, Trainings zum Umgang mit Vorurteilen und Diskriminierung mit Schülern durchzuführen.
    • Gleichzeitig lernen sie auf Teilnehmerebene Übungen aus bewährten Diversity-Trainings und Grundlagen interkultureller Bildung kennen.
    • Im Austausch mit bisherigen Teilnehmern am interkulturellen Kompetenztraining erhalten sie gute Praxisbeispiele der schulischen Umsetzung und können darüber hinaus ein umfangreiches Unterstützungssystem nutzen (Methodenordner, Coaching, Refresherkurse).
    • Ein Coaching, nutzbar für die Vor- und Nachbereitung des Trainings an der Schule oder auch zur Hospitation im Kurs durch Experten sowie regelmäßige „Refresherkurse" komplettieren diese „Train-the-Trainer"-Ausbildung.
    • Die Unfallkasse Nord und das Landesinstitut übernahmen die Kofinanzierung des Projektes.

    Erfolge

    • Seit rund 10 Jahren wird die Qualifizierungsmaßnahme einmal jährlich mit einer Gruppe von ca. 20 Lehrkräften durchgeführt.
    • In etwa 10 Jahren wurden 20 Schulen ausgebildet, die das Interkulturelle Kompetenztraining in unterschiedlichen Formen an ihrer Schule umsetzen.
    • Das Margaretha-Rothe-Gymnasium gewann mit ihrem interkulturellen Kompetenztraining in der Oberstufe den Wettbewerb „Alle Kids sind VIPs" der Bertelsmann Stiftung. (2010)
    • Das Projekt ist eine der Maßnahmen des Hamburger Aktionsplanes zur Integration junger Menschen in Ausbildung des 1. Bürgermeisters der Stadt Hamburg.
    • Bei der Konferenz der International Association of Intercultural Educators in Athen im Jahr 2010 wurde das Projekt ca. 40 internationalen Workshop-Mitgliedern vorgestellt.

    Weitere Informationen

  • Hamburg - Open Data im Transparenzportal Hamburg

    Transparenzportal Hamburg Transparenzportal Hamburg

    „Hamburg öffnet die Akten-schränke!“: Im Transparenzportal Hamburg können Bürgerinnen und Bürger eine Vielzahl von Daten und Dokumenten frei nutzen. Neben der Verwaltung stellen auch stadtnahe Unternehmen ihre Daten ein. Grundlage dafür ist das Hamburgische Transparenzgesetz.

     

    Ausgangslage

    • Viele Daten sind nur für diejenigen zugänglich, die damit arbeiten, obwohl sie auch für andere nützlich wären.
    • Das Hamburgische Transparenzgesetz (HmbTG) löste im Jahr 2012 das bisherige Informationsfreiheitsgesetz ab.
    • Initiiert wurde es durch den Verein „Mehr Demokratie" und die Bürgerinitiative „Transparenz schafft Vertrauen". Sie trugen die Idee an die politisch Verantwortlichen heran. Daraufhin wurde es einstimmig von der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen.
    • Mit der Veröffentlichung zahlreicher bisher unter Verschluss gehaltener Behördendaten sollten die Bürgerinnen und Bürger einen tieferen Einblick in die Abläufe der hamburgischen Verwaltung erhalten. Behördliches Handeln sollte nachvollziehbarer sein.

    Ziele

    • Die Öffentlichkeit kann sich aktiver in die Gestaltung des Gemeinwesens einbringen (mehr Teilhabe).
    • Verwaltungsabläufe sind besser nachvollziehbar.
    • Eine größere Transparenz staatlichen Handelns ist erreicht.
    • Die Kontrolle staatlichen Handelns wird vereinfacht.

    Umsetzung

    • Im Transparenzportal Hamburg können Bürgerinnen und Bürger eine Vielzahl von Daten und Dokumenten frei nutzen. Neben der Verwaltung stellen auch stadtnahe Unternehmen ihre Daten ein. Grundlage dafür ist das Hamburgische Transparenzgesetz.
    • Wie im Gesetz vorgeschrieben, veröffentlichen neben der klassischen Verwaltung (Fachbehörden, Bezirksämter und Landesbetriebe) auch die Unternehmungen, auf die die Freie und Hansestadt Hamburg einen dominierenden Einfluss ausübt, ihre Unterlagen im Transparenzportal. 
    • In einem Zeitrahmen von zwei Jahren wurden durch eine behördenübergreifende Projektgruppe die rechtlichen, organisatorischen und technischen Fragestellungen und Aufgaben geklärt, umgesetzt und entwickelt. 
    • Die Umsetzung erfolgte in Kooperation mit allen Behörden, Dataport (Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnik der öffentlichen Verwaltung u. a. in Hamburg), HITeC e. V., dem Fraunhofer-Institut und weiteren Dienstleistern.
    • Mit einem breit angelegten und zielgruppenorientierten Schulungsprogramm (z. B. für Sachbearbeiter und Führungskräfte) wurde der Paradigmenwechsel unterstützt.
    • Der Datenbestand des „Open Data Portal Hamburg" wurde in das Transparenzportal integriert. Außerdem sind dort weiterführende Informationen zum Thema Transparenz zu finden.
    • Unter den veröffentlichten Daten befinden sich u.a. Textdokumente wie z. B. Verträge, die Hamburg mit Unternehmen schließt, Senatsmitteilungen, Gutachten und Studien, Baugenehmigungen, Dienstanweisungen und Empfänger von Subventionen.
    • Außerdem stehen dort strukturierte Daten von fast 60 Liefersystemen wie beispielsweise dem Luftmessnetz, dem Ratsinformationssystem der Bezirksämter oder etwa dem Baumkataster mit Kartendarstellungen und Informationen zu den über 120.000 Bäumen im Stadtbereich zur Verfügung.
    • Über eine Programmierschnittstelle (API) können Interessenten die strukturierten Daten für eine maschinelle Weiterverarbeitung direkt entnehmen.

    Erfolge

    • Mit dem Hamburgischen Transparenzgesetz nimmt Hamburg bundesweit eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet behördlicher Transparenz ein.
    • 46 Unternehmen haben Teile ihrer Unterlagen ins Register gestellt, weitere Stellen beteiligen sich freiwillig.
    • Im stetig wachsenden Portal sind aktuell über 89.000 Datensätze eingestellt (Stand 10.2018).
    • 1. Platz beim Transparenzranking der gemeinnützigen Vereine Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. und Mehr Demokratie e.V. für die Stadt Hamburg aufgrund des Transparenzgesetzes und des Transparenzportals.
    • Monatliche Nutzungszahlen seit Gründung des Tranzparenzportals: bis zu 2.555.100 Zugriffe via API und Seitenansichten. 
    • Anfragen von Kommunen und Trägern sowohl aus dem skandinavischen Raum als auch aus der Bundesrepublik Deutschland. Es fand ein reger Knowhow-Transfer zu Konzept,  Aufbau und Betrieb des Transparenzportals Hamburg statt.

    Kontakt

    Fachliche Leitstelle Transparenzportal

    Freie und Hansestadt Hamburg
    Kattunbleiche 19
    22041 Hamburg

    Weitere Informationen

  • Hamburg - Vom multikulturellen Klassen- zum multikulturellen Lehrerzimmer: Hamburger Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationshintergrund"

    Vom multikulturellen Klassen-zimmer zum multikulturellen Lehrerzimmer: Das Hamburger Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte" verbessert die Qualität der Hamburger Bildungseinrichtungen.

    Ausgangslage

    • Hamburg ist im Bundesvergleich das Bundesland mit dem anteilig höchsten Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund.
    • Die Vielfalt der Schülerschaft spiegelt sich jedoch nicht in den Lehrerzimmern wieder. Trotz steigender Zahlen gehört der überwiegende Teil der Lehrkräfte der Mehrheitsgesellschaft an und ist selbst nicht in einem multikulturellen Umfeld aufgewachsen.

    Ziele

    • Die Förderung
      • des Potenzials einer kulturell und sprachlich heterogenen Gesellschaft,
      • der gesellschaftlichen Partizipation von Menschen mit Migrationsgeschichte,
      • des Bildungserfolgs von jungen Menschen mit Migrationsgeschichte und
      • der Qualität der Hamburger Bildungseinrichtungen durch Unterstützung der interkulturellen Öffnung von Schulen, insbesondere durch die Gewinnung von mehr Lehrkräften mit Migrationsgeschichte.

    Umsetzung

    • Das Hamburger Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte" versteht sich als Interessenvertretung für (angehende) Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte mit Migrationsgeschichte.
    • Es bietet eine Plattform, um eigene Ideen zur interkulturellen Öffnung unseres Bildungssystems zu realisieren.
    • Angebote des Netzwerkes sind:
      • Einzelberatungen für (angehende) Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte sowie Lehrkräfte mit ausländischen Abschlüssen.
      • „Interkultur ganz einfach!" – Wahlmodul für Lehrkräfte mit und ohne Migrationsgeschichte im Vorbereitungsdienst sowie in der Anpassungsqualifizierung: Anhand von praktischen Übungen wird u.a. die eigene soziokulturelle Prägung im Modul reflektiert und eingeübt Missverständnissen entgegen zu steuern.
      • Referentinnen- und Referentenpool: Die Fortbildungsreihe richtet sich an pädagogische Fachkräfte an Hamburger Schulen, die Interesse an einer Tätigkeit als Referentin bzw. Referent am Hamburger Landesinstitut haben.
    • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer…
      • lernen Grundsätze und Beispiele für gute interkulturelle Praxis kennen,
      • entwickeln unter Anleitung und in kollegialer Beratung ein eigenes Fortbildungskonzept,
      • lernen didaktische Modelle zur Planung und Durchführung von Lehr- und Lernprozessen in Fortbildungsveranstaltungen kennen,
      • erproben in Simulationen ihre Rolle als Fortbildnerin bzw. Fortbildner und
      • erhalten einen ersten Überblick über die organisatorischen Rahmenbedingungen für die Arbeit als Fortbildnerin bzw. Fortbildner am Landesinstitut.
    • Schülerinnen- und Schülercampus: Ziel ist es, mehr junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte für das Lehramtsstudium und den Lehrerinnen und Lehrerberuf zu interessieren.
    • Halbjährlich finden öffentliche oder netzwerkinterne Tagungen und Treffen mit Berichten über die Angebote und Vorhaben des Netzwerks statt. Externen Trägern interkultureller Projekte bietet sich die Möglichkeit, sich vorzustellen.
    • Qualifizierung zur Interkulturellen Koordination: Die vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung und der Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e. V. ausgerichtete Qualifizierungsmaßnahme bereitet Hamburger Lehrkräfte auf ihren Einsatz als „Veränderungsakteure" vor, die interkulturelle Schulentwicklungsprozesse initiieren und begleiten.
    • Mit dem Stipendienprogramm 'Horizonte' fördern die Claussen-Simon-Stiftung, die Jürgen Sengpiel Stiftung und die Dürr-Stiftung angehende Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, die ein Lehramtsstudium an der Universität Hamburg absolvieren. Als Kooperationspartner unterstützt das Hamburger Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte" das Programm.

    Erfolge

    • Mit seinen Angeboten und Kooperationen bietet und unterstützt das Netzwerk passgenaue Formate für Schülerinnen und Schüler, Lehramtsstudierende, Lehrkräften im Vorbereitungsdienst und der Anpassungsqualifizierung sowie Lehrkräften mit Migrationsgeschichte von der ersten Studienfachwahl bis zur Übernahme erster Leitungsaufgaben.
    • Aktuell verfügt das Netzwerk über Kontakte zu rund 270 Hamburger Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften, die eine Zuwanderungsgeschichte haben.
    • Die Zahl der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, die über einen Migrationshintergrund verfügt, liegt in Hamburg seit mehreren Jahren konstant knapp über 20 Prozent. Hiermit zählt Hamburg zu den Spitzenreitern im bundesweiten Vergleich.

    Kontakt

    Frau Anh Thi Do-Kavka

    Landeskoordination des Netzwerks der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund
    Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI)
    Felix-Dahn-Str. 3
    20357 Hamburg

    Herr Faried Ragab

    Landeskoordination des Netzwerks der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund
    Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI)
    Felix-Dahn-Str. 3
    20357 Hamburg

    Weitere Informationen

  • Hamburg - W.I.R work and integration for refugees

    Hamburg bietet Geflüchteten eine eigene Anlaufstelle zu arbeitsmarktrelevanten Themen an. Mit dem Programm W.I.R- work and integration for refugees werden die Kompetenzen der geflüchteten Menschen erfasst und Qualifizierungsmöglichkeiten geboten, um sie dann in den Arbeitsmarkt zu vermitteln.

    Ausgangslage

    • In Hamburg befanden sich gemäß dem Ausländerzentralregister mit Stand zum April 2017 insgesamt 50.466 registrierte Geflüchtete, von denen 30.618 seit Beginn des Jahres 2015 angekommen sind. 37.181 der Geflüchteten befinden sich im erwerbsfähigen Alter (zwischen 18 und 65 Jahren).
    • Viele der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge besitzen Qualifikationen und Potentiale, die derzeit nicht systematisch erfasst werden.
    • Für die Arbeitsvermittlung sind in Hamburg die Agentur für Arbeit und das Jobcenter team.arbeit.hamburg zuständig.
    • Für das Programm W.I.R- work and integration for refugees haben sich unter der Beteiligung des „Aktionsbündnisses Bildung und Beschäftigung Hamburg- Hamburger Fachkräftenetzwerk" die Arbeitsmarktpartner darauf verständigt, die Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration für Flüchtlinge nach der Idee der Jugendberufsagentur weiterzuentwickeln und auch die Erfahrungen von Trägern der Flüchtlingshilfe direkt mit einzubeziehen.

    Ziele

    • Ziel ist die nachhaltige Integration von Flüchtlingen in den qualifizierten Arbeitsmarkt.
    • W.I.R richtet sich an alle erwerbsfähigen Flüchtlinge in Hamburg mit Arbeitsmarktperspektive, die grundsätzlich noch keine Leistungen des Jobcenter beziehen.
    • Im Rahmen des W.I.R-Programm ist durch kurzfristige Kompetenzerhebung beim Ankommen in Hamburg sichergestellt, dass alle Flüchtlinge mit Arbeitsmarktperspektive im erwerbsfähigen Alter im System der Bundesagentur für Arbeit registriert, und ihre beruflichen Kompetenzen systematisch erfasst und entwickelt werden.
    • W.I.R pflegt ein umfangreiches Berichtswesen.

    Umsetzung

    • Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration entwickelte gemeinsam mit dem Jobcenter team.arbeit.hamburg und der Agentur für Arbeit das Vorhaben W.I.R- work and integration for refugees. 
    • W.I.R bietet für Geflüchtete eine umfangreiche Beratung, Betreuung und Unterstützung an. Mit dem Programm werden die Kompetenzen der geflüchteten Menschen erfasst und Qualifizierungsmöglichkeiten angeboten, um sie dann der Arbeitsvermittlung zu übergeben.
    • Im Anschluss an eine Lebenslagenberatung erfolgt jeweils auf jeden Einzelfall abgestimmt, eine gemeinsame Maßnahmenplanung. Dabei wird auf die frühzeitige Verknüpfung von Spracherwerb, Anerkennung der beruflichen Kompetenzen und Praxiserfahrung geachtet und eine nachhaltige Vermittlung in Beschäftigung angestrebt.
    • Gleichzeitig richtet sich ein Unternehmensservice von W.I.R an Unternehmen, die Ausbildungs- oder Arbeitsplätze bzw. Praktika für die Zielgruppe bereitstellen möchten.
    • Für einen frühzeitigen Erwerb von Berufspraxis hält der Unternehmensservice außerdem Beschäftigungs- und Ausbildungsangebote sowie Praktikumsplätze für die Kundinnen und Kunden vor.
    • Der gemeinsame Standort der Arbeitsstelle W.I.R optimiert die Prozessgestaltung und die erforderliche Netzwerkarbeit mit den Wirtschafts-und Sozialpartnern. Die Arbeitsstelle arbeitet dabei wie ein vorgezogenes Kundenbüro aller beteiligten Akteure, um Doppelstrukturen zu vermeiden und den Zugang zu allen Dienstleistern zu erleichtern.
    • Hierfür werden die Aktivitäten aller Beteiligten an dem Regelsystem der Vermittlung und Leistungsgewährung im SGB III und II ausgerichtet und durch kommunale Leistungen erweitert.
    • Neben den Arbeitsmarktpartnern sind berufsbezogene und sozialberatende Träger sowie die Handelskammer Hamburg, die Handwerkskammer Hamburg und der UV Nord in den Prozessablauf eingebunden.

    Erfolge

    • Seit dem Start des Vorhabens W.I.R. im November 2015 Jahres bis einschließlich Juni 2017 wurden 3.700 Menschen von W.I.R-MitarbeiterInnen durch ein überwiegend muttersprachliches Vorscreening erfasst.
    • Die 3.700 von W.I.R. betreuten Menschen haben ferner fast vollständig eine Lebenslagenberatung, als auch eine berufsbezogene Beratung erhalten, bzw. wurde diese bereits terminiert.  
    • Eine Auswertung der W.I.R.-Kundenprofile aus dem Vorjahr hat ergeben, dass über 60 %  der Kunden über eine elf- und mehrjährige Schulbildung verfügen, mehr als die Hälfte haben auch akademische Bildungserfahrung und verfügen über eine fünf- und mehrjährige Berufserfahrung in Tätigkeiten, die auch in Hamburg zum typischen Berufsbild gehören. Jedoch können nur knapp 23 % der Geflüchteten hierzu einen formale Abschlüsse, bzw. Zeugnisse vorweisen.
    • Gerade für diese Gruppe der Geflüchteten bietet das Vorhaben W.I.R. mit seinen Kooperationspartner ZAA und „Mission Zukunft"  zwei Beratungseinrichtungen an, die in der Lage sind, berufliche Vorerfahrungen einzuschätzen, die auf dem Hamburger Arbeitsmarkt üblichen Standard zu bewerten und – falls notwendig – entsprechende Nachqualifizierungen anzubieten und einzuleiten.

    Kontakt

    Birte Steller

    Referat A I 34, Arbeitsmarktintegration für Geflüchtete und Zuwanderer
    Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Stadt Hamburg
    Hamburger Straße 47
    22083 Hamburg

    Weitere Informationen

    W.I.R. work and integration for refugees: www.hamburg.de/wir/

     

  • Hamburg - tatkräftig e. V. – Hände für Hamburg

    Projektweises Engagement in der Heimatstadt: Nach dem Prinzip „Ein Team. Ein Tag. Ein Ziel.“ vermittelt der tatkräftig e.V. Freiwilligengruppen an gemeinnützige Organisationen in Hamburg für eintägige Hilfseinsätze.

    Ausgangslage

    • Zu Projektbeginn waren die Möglichkeiten sich in Hamburg zu engagieren meist für einzelne Personen oder langfristig angelegt.
    • Vor allem junge Menschen können sich jedoch aufgrund beruflicher Verpflichtungen sowie des allgemein gestiegenen zeitlichen Drucks häufig nicht mehr regelmäßig engagieren, obwohl sie dies Umfragen zufolge gerne tun würden.
    • Es fehlte ein hamburgweites Angebot, das es Menschen ermöglicht, auch mit wenig Zeit für andere aktiv zu werden. Darüber hinaus fehlte eine Übersicht, wo man sich überhaupt engagieren kann.

    Ziele

    • Menschen in Hamburg mit wenig Zeit haben die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren.
    • Freiwillige, die sich bisher noch nicht oder selten engagieren, werden dafür begeistert, Engagement in ihr Leben zu integrieren.
    • Im besten Fall sind tatkräftig-Einsätze ein Sprungbrett in ein dauerhaftes Engagement.

    Umsetzung

    • Der Verein „tatkräftig – Hände für Hamburg" fördert das projektweise Engagement in Hamburg. Er vernetzt nach dem Prinzip "1 Team. 1 Tag. 1 Ziel“ Freiwillige mit gemeinnützigen Einrichtungen, die Hilfe benötigen. Gruppen von Freiwilligen können sich einfach und wirkungsvoll für ihre Mitmenschen engagieren.
    • An einem Tag können sich private Gruppen und Einzelpersonen oder Firmen-Teams im Rahmen von Corporate Volunteering für Hilfebedürftige in Hamburg tatkräftig einsetzen.
    • Als Vorbild diente die niederländische Freiwilligenorganisation ‚Stichting Present‘. Deren Idee wurde in ein Konzept übertragen, das auf die strukturellen Gegebenheiten und die Bedürfnisse der insbesondere jungen und berufstätigen Menschen in Hamburg eingeht.
    • Merkmale der Angebote von tatkräftig e. V. sind:
      • Spezialisierung auf Gruppen: Alle Projekte sind für Gruppen von Freiwilligen ausgelegt – das senkt die Hemmschwelle für ein Engagement und fördert das Gemeinschaftsgefühl.
      • Selbstbestimmtes Engagement: Die Ressourcen, Wünsche und Kapazitäten der Freiwilligen bilden den Ausgangspunkt für die Auswahl und Durchführung der Projekte.
      • Umfassender Projektservice: Jedes Projekt wird von einem Projektbegleiter betreut. Das gibt allen Beteiligten Sicherheit und fördert die Projektqualität.
      • Strukturelle Hilfe: Alle Projekte finden in Zusammenarbeit mit festen Kooperationspartnern statt.
      • Kostenlose Hilfe: Für gemeinnützigen Organisationen und private Freiwilligengruppen ist das Angebot kostenfrei.
      • Projektarten: Beispielsweise eher körperliche Einsätze wie Gartenarbeit, Renovierungen, Umzüge, Aufräum- und Entrümpelungsaktionen oder betreuende Einsätze wie Ausflüge, Veranstaltungen, Back- und Kochangebote, Spiel- und Bastelaktionen.
      • Hilfeempfänger sind sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, Senioren, Menschen mit Behinderung sowie Menschen in Not. 
    • Beispiele für von tatkräftig e. V. unterstützte Projekte:
      • Kochabend für Eltern schwerkranker Kinder
      • inklusives Fußballturnier
      • Umzugshilfe u.v.m.
    • tatkräftig e.V. wird größtenteils aus Spenden finanziert. Unternehmen, die sich mit Mitarbeiterteams oder Azubis im Rahmen von Corporate Volunteering engagieren möchten, zahlen eine Projektgebühr.

    Erfolge

    • Insgesamt unterstützte tatkräftig e.V. bereits über 200 Hamburger Institutionen.
    • In sechs Jahren wurden über 4.500 Freiwillige in über 500 Projekte vermittelt. Pro Jahr werden derzeit durchschnittlich ca. 100 Projekte mit ca. 800 Freiwilligen realisiert.
    • In den letzten Jahren engagierten sich zahlreiche namhafte Unternehmen mit dem tatkräftig e.V. Ein namhaftes lokales Unternehmen setzte 2017 und 2018 jeweils acht tatkräftig-Projekte gleichzeitig an einem Tag um.
    • Seit 2017 fungiert der tatkräftig e. V. als UPJ-Partner für Hamburg. UPJ ist das Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen in Deutschland für Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility.
    • Preise und Auszeichnungen des tatkräftig e. V.:
      • Teilnehmer bei der Förderinitiative digital.engagiert vom Stifterverband und Amazon Deutschland mit der Projektidee “Volunteering Channel System” - eine smarte Lösung zur Freiwilligenakquise (2018)
      • Sparda-Bank Hamburg Award zur Förderung regionaler gemeinnütziger Projekte (2018)
      • HelferHerzen – dm-Preis für Engagement (2016)
      • Qualitätssiegel „Werkstatt N Projekt 2016+2017“ vom Rat für Nachhaltige Entwicklung
      • Nominierung Deutscher Engagementpreis (2016)
      • Lokalprojekt-Gewinner der Google Impact Challenge Deutschland (2015/2016)
      • Qualitätssiegel für Freiwilligenagenturen seit 2014
      • startsocial-Stipendiat (unter den 25 besten Projekten des Jahrgangs 2013/2014)

     

    Kontakt

    Julia Warnecke

    Vorstand / Öffentlichkeitsarbeit
    tatkräftig e. V.
    Normannenweg 17
    20537 Hamburg
    Telefon: 040 - 53 260 260

    Weitere Informationen

  • Hameln – Eine dorfähnliche Wohnanlage speziell für Menschen mit Demenz

    Immer mehr Menschen erkranken an Demenz. Die dorfähnliche Wohnanlage „Tönebön am See" ist speziell auf die Bedürfnisse demenzkranker Senioren ausgerichtet und bietet ihnen in einem geschützten Rahmen viele Freiheiten und einen möglichst normalen Alltag.

    Ausgangslage

    • Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft erwartet einen Anstieg der Demenzerkrankungen von aktuell 1,4 Millionen auf ca. 3 Millionen Menschen im Jahr 2050.
    • Demenzerkrankte finden sich häufig in ihrem gewohnten Lebensumfeld nicht mehr zurecht und benötigen einen geschützten Rahmen, um sich frei bewegen zu können.

    Ziele

    • In der geschützten Wohnanlage „Tönebön am See" sollen Demenzkranke ihren Alltag so normal wie möglich leben können. Dabei sollen die individuellen Bedürfnisse der Bewohner im Mittelpunkt stehen.
    • Die geschützte Anlage soll es den Erkrankten ermöglichen, so frei und selbstständig zu leben, wie es möglich ist.
    • Die Tage sollen mit angenehmen Aktivitäten gefüllt sein, um den Bewohnern einen schönen Lebensabend zu ermöglichen.
    • Die Angehörigen sollen von der oftmals zeit- und kraftraubenden Pflege und Betreuung entlastet werden.

    Umsetzung

    • Das Dorf „Tönebön am See" bietet Wohn- und Lebensraum für 76 pflegebedürftige Menschen mit Demenz bzw. eingeschränkter Alltagskompetenz und einem hohen Pflege- und/oder Betreuungsbedarf.
    • Das bekannte niederländische Demenzdorf „De Hogeweyk" in der Nähe von Amsterdam dient als Vorbild.
    • Es gibt vier ebenerdige Häuser, die sich um einen Garten gruppieren und zwei weitere Villen.
    • Jede Hausgemeinschaft verfügt über einen großen Wohn- und Küchenbereich und 13 Einzelzimmer.
    • Die privaten Zimmer können individuell möbliert und gestaltet werden. Lediglich das Pflegebett gehört zur obligatorischen Grundausstattung. Einige Zimmer sind mit einer Verbindungstür versehen und deshalb sehr gut für Paare geeignet.
    • Um gut auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen zu können, sind die Abläufe bewohnerorientiert.
    • Im Rahmen der Biografie-Arbeit werden persönliche Ressourcen und Wünsche ans Tageslicht befördert.
    • Bei der Gestaltung von Wohnanlage und Tagesstruktur wurde darauf geachtet, sowohl Rücksicht auf den Wunsch nach Privatsphäre und Rückzug als auch auf das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Nähe zu nehmen.
    • Die Mahlzeiten werden täglich individuell in den Wohnküchen zubereitet.
    • Die Bewohner und Bewohnerinnen helfen bei Haushalt, Einkauf und Gartenpflege, sofern sie dies möchten und ihre Fähigkeiten es zulassen.
    • Ein Café, ein Laden und Frisör helfen bei einer möglichst alltagsnahen Lebensführung.
    • In „Töneböns Minimarkt" steht ein bedürfnisorientiertes Grundsortiment zur Verfügung. Außerdem finden die Erkrankten dort die Zutaten für die gemeinsamen Mahlzeiten vor. Sie können gemeinsam mit Alltagsbegleitern „eingekauft" werden.
    • Ein Dorfplatz mit Sitzbänken unterstützt geselliges Beisammensein und der Sinnesgarten ermöglicht neue Erfahrungen.
    • Die Wege sind so angelegt, dass es keine Sackgassen gibt. So können sich die Bewohner nicht verlaufen.
    • Sie können sich in der Anlage frei bewegen und jederzeit z. B. den Garten aufsuchen, da sie von einem Zaun umgeben ist. Das Gelände kann lediglich über die Rezeption im Haupthaus verlassen werden.
    • Es werden Besichtigungsmöglichkeiten für Schulklassen (Auszubildende in der Pflege, Investoren u.s.w.) angeboten.
    • Die pflegerische Versorgung ist selbstverständlich zusätzlich über 24 Std. in der Einrichtung über einen sogenannten Pflegepool geregelt.
    • Das Konzept wurde im Rahmen des Sozialen Betreuungskonzeptes durch Tiergestützte Projekte (Hunde- und Pferdeprojekt) erweitert.

    Erfolge

    • Es leben aktuell über 70 dementiell veränderte Bewohner in den sechs Villen in Tönebön am See.
    • Es gibt viele Heimplatzanfragen aus ganz Deutschland: Es wird eine Warteliste geführt.
    • Ähnliche Konzepte sind nach Information von Investoren in verschiedenen Regionen Deutschlands geplant.
    • Die Medien zeigen stetig großes Interesse an Tönebön.
    • In diesem geschützten Rahmen können viele Bewohner eine Freiheit erleben, die außerhalb der Anlage nicht mehr möglich ist.

    Kontakt

    Haus Tönebön am See

    Tönebönweg 11
    317879 Hameln
    Telefon: 05151 / 78 104-0

    Weitere Informationen

    Wohnanlage Tönebön am See: www.toeneboen-stiftung.de/pflegeheim/toeneboen-am-see/

  • Hamm - Bürgeramt für Migration und Integration

    One-Stop-government: Das Bürgeramt für Migration und Integration der Stadt Hamm bündelt als zentrale Servicestelle alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit Migration und Integration. So kann der Service aus einer Hand angeboten werden. 

    Ausgangslage

    • Rund 27 Prozent der Bevölkerung der Stadt Hamm verfügen über einen Migrationshintergrund; mehr als 120 verschiedene Nationen leben hier.
    • In einem Stadtteil Hamms liegt der Anteil von 0- bis 35-jährigen Einwohnern mit Migrationshintergrund bei 50 Prozent.
    • Im Stadtteil Uentrop steht der größte Hindu-Tempel Europas, der an Festtagen bis zu 20.000 Gläubige aus Deutschland und den Nachbarländern anlockt.
    • Anfang 2006 wurde der erste repräsentative Moscheeneubau mit Platz für 1.200 Personen feierlich eröffnet.
    • Vor diesem Hintergrund verstärkte die Stadt ihre Integrationsanstrengungen seit dem Jahr 2000 erheblich und machte das Thema zu einem Leitprojekt der Stadtentwicklung.
    • Kern der Bemühungen ist ein stadtweites Netzwerk, an dem neben Politik und Verwaltung auch alle relevanten Vereine und Gruppen beteiligt sind.

    Ziele

    • Weitere Optimierung der Migrations- und Integrationsarbeit der Stadt und der kommunalen Service-Leistungen für Bürger mit Migrationshintergrund.
    • Ausbau der Steuerungsmöglichkeiten der Kommune angesichts der demographischen Entwicklung (weniger, bunter, älter).

    Umsetzung

    • Die Stadt Hamm bündelt im Bürgeramt für Migration und Integration als zentraler Servicestelle alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit Migration und Integration, führte die getrennten Bereiche der Ordnungsbehörde und der Sozialverwaltung wurden zusammen und bietet so den Kunden eine Bedienung aus einer Hand (one-stop-government).
    • Gleichzeitig soll das Bürgeramt für Migration und Integration der gesamten Bevölkerung die gewachsene und zunehmende Bedeutung des Themas signalisieren.
    • Ebenso zogen die örtliche Migrationserstberatung und der Jugendmigrationsdienst (durchgeführt von Arbeiterwohlfahrt und Deutschem Roten Kreuz) in die Räumlichkeiten des Amtes für Soziale Integration und wurden Teil des Bürgeramtes für Migration und Integration.
    • Alle beteiligten Institutionen bewahren dabei jedoch ihre eigenständige Aufgabenwahrnehmung und die sich aus dem Zuwanderungsgesetz ergebende Unabhängigkeit. Dies wird auch den Kunden klar kommuniziert.
    • Durch die unmittelbare räumliche Zusammenarbeit kann mit jedem Neuzuwanderer unmittelbar nach der Einreise ein individuelles Integrationsprogramm entwickelt werden. In Zukunft soll dabei auch eine gegenseitige Integrationsvereinbarung getroffen werden.
    • Auch durch die räumliche Gestaltung (Front-Office, Spielecke etc.) soll den Migranten ihre Wertschätzung durch die Stadt Hamm vermittelt werden.
    • Weitere Maßnahmen sind:
      • Aufbau von stadtweiten Netzwerken für Frauen sowie Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund.
      • Standort des MIMI-Projektes (Gesundheitsförderung für Migranten) im Bürgeramt
      • Gewinnung, Ausbildung und Einsatz von freiwilligen Migrantinnen und Migranten als Multiplikatoren zur Unterstützung der Erziehungs- und Bildungsarbeit in Familien mit Migrationshintergrund
      • Einrichtung von Stadtteilbüros bzw. offenen Bewohnertreffs in Quartieren mit hohem Migrantenanteil
      • regelmäßige Treffen von Vertretern der Verwaltung und dem Oberbürgermeister mit den Vorständen der Migrantenorganisationen zur Abstimmung der Integrationsarbeit
    • Die Stadt verfügt über ein flächendeckendes Netz von „Integrationsbegleitern und Mediatoren". Durch direkte Ansprache werden Bürger ermuntert, als Integrationslotsen tätig zu werden.
    • Die Stadt Hamm bezieht Migranten und ihre Vereine und Organisationen in Entscheidungsprozesse ein.
    • Integrations- und Migrantenvereine und -organisationen erhalten auch finanzielle Unterstützung zur Selbstorganisation.
    • Aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen hat die Stadt Hamm 2016 ein eigenes Amt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten eingerichtet. Damit werden die Aufgaben Unterbringung und die wirtschaftliche Hilfe der Flüchtlinge sowie die Rückführung/Abschiebung der abgelehnten Asylbewerber (StA 54) jetzt nicht mehr im Bürgeramt für Migration und Integration durchgeführt.
    • Ein neues Projekt des Bürgeramts für Migration und Integration ist das Integrationsmanagement. Das Integrationsmanagement ist stadtteil- und quartiersorientiert ausgerichtet.

    Erfolge

    • Viele Städte und auch Kreise besuchten das Bürgeramt für Migration und Integration der Stadt Hamm und haben sich das Konzept erläutern lassen – ferner wurde das Konzept anderen Kommunen bei vielen Vorträgen vorgestellt.
    • Durch die neue Form der Integrationsarbeit im Bürgeramt Migration und Integration in Hamm werden Zeitverluste vermieden, die sich bis jetzt z. B. im Bereich des Familiennachzugs negativ auf den Integrationsprozess ausgewirkt haben.
    • In das Bürgeramt für Migration und Integration wurde zwischenzeitlich auch das neu eingerichtete Kommunale Integrationszentrum einbezogen. Somit haben sich die Integrationsmaßnahmen und Kompetenzen noch erheblich erhöht.
    • Es entstand ein neues Integrationskonzept, das für alle bereits zugewanderten Menschen nach Hamm gilt und für alle Menschen, die zukünftig noch zuwandern und Integrationsbedarfe haben.
    • Das neue Projekt des Bürgeramts für Migration und Integration Integrationsmanagement wurde vom Land NRW im Rahmen des Projektes „Einwanderung gestalten" ausgewählt. Das Land NRW fördert jetzt die weitere Umsetzung, Evaluation und den Aufbau eines Qualitätsmanagements. 

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Hamm – kommunale Bildungsbegleitung für Lernförderangebote

    Vom Schulsozialarbeiter zum Bildungsbegleiter: In der Stadt Hamm werden die ehemaligen Schulsozialarbeiter nun als kommunale Bildungsbegleiter eingesetzt. Sie agieren als Bindeglied zwischen Jugendhilfe und Schule und ermöglichen den niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsangeboten.

    Ausgangslage

    • Die Umsetzung des von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Bildungs- und Teilhabepaketes – und damit auch der zusätzlichen Schulsozialarbeit – oblag den Kreisen und kreisfreien Städten, hier der Stadt Hamm.
    • Ausgerichtet war das Programm auf die Kinder und Jugendlichen, die gem. §§ 28 SGB II anspruchsberechtigt sind. Hierzu zählen:
      • Leistungsempfänger nach dem SGB II und dem 3. Kapitel SGB XII 
      • Bezieher von Kinderzuschlag und Wohngeld
      • Empfänger von Leistungen gem. § 2 und 3 AsylbLG
    • Hamm war eine der  teilnehmenden Kommunen im Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" der Landesregierung NRW und der Bertelsmann Stiftung.
    • Durch den Aufbau kommunaler Präventionsketten sollten Weichen für gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen gestellt werden. 

    Ziele

    • Erfolgreiche Bildungsbiografien gestalten: Die Schülerinnen und Schüler sollen zukünftig nachhaltig unabhängig von staatlichen Transferleistungen leben.
    • Chancengleichzeit erhöhen, indem gezielt Kinder aus sozial schwachen und oder bildungsfernen Familien unterstützt werden
    • soziale Teilhabe ermöglichen
    • neue Unterstützungsangebote an Schulen oder im Sozialraum

    Umsetzung

    • Die Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter in Hamm unterstützen, beraten und fördern Schülerinnen und Schüler ihren Fähigkeiten entsprechend. Sie sind auch Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe.
    • Die Bildungsbegleitung ist organisatorisch dem Kommunalen Jobcenter Hamm (AöR) zugeordnet.
    • Die Hauptaufgabe der Bildungsbegleitung heute ist es, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützten, entsprechend ihren Talenten und Fähigkeiten
      • den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu erlangen,
      • einen erfolgreichen Übergang in Ausbildung oder Studium zu erreichen und
      • am sozio-kulturellen Leben teilzuhaben.
    • Die Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter in Hamm vermitteln Lernförderangebote, indem sie Familien bei der Suche nach passenden Angeboten unterstützen und bei der Beantragung helfen.
    • Darüber hinaus unterstützen die Bildungsbegleiterinnen und Bildungsbegleiter bei der Vermittlung von Freizeit- und Sportangeboten.
    • Die Teams der Bildungsbegleitung ab der 8.Klasse und der Ausbildungsvermittlung und Studienberatung ab dem 15. Lebensjahr wurden mittlerweile zusammengeschlossen.
    • Insgesamt sind Bildungsbegleiter auf 27,5 Stellen an 44 von 51 Hammer Schulen präsent, für die Übrigen wurden feste Ansprechpartner benannt.
    • Die Bildungsbegleiter initiieren bedarfsweise auch Projekte: z. B. „Sprache und Sport" für zugewanderte und Flüchtlinge mit dem Ziel Spracherwerb und Übergang in Vereine, Theaterworkshops, Knigge-Kurse für Vorstellungsgespräche u.v.m.
    • Seit dem Wegfall der Bundesfinanzierung wird das Projekt aus kommunalen Mitteln weiterfinanziert.
    • Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation erfolgt durch die SRH Hochschule Heidelberg.

    Erfolge

    • Pro Jahr werden durchschnittlich etwa 25.000 Beratungsgespräche durchgeführt.
    • Jährlich werden 900 - 1.000 Kindern und Jugendlichen Lernförderangebote vermittelt.
    • In jedem Schuljahr sind ca. 3700 Kinder und Jugendliche und deren Eltern in der Beratung.
    • Schuljährlich ca. 1.500 bewilligte Lernförderungen, davon sind i.d.R. rund 80% erfolgreich.
    • 93% aller Schüler- und Schülerinnen, die mindestens ein Jahr begleitet wurden, erreichten im Schuljahr 2015/2106 einen Schulabschluss Klasse 10 B oder höher. 69,04 % erreichten sogar einen Realschulabschluss, die Fachoberschulreife oder das Abitur.
    • Anfragen aus anderen Kommune gibt es häufig – aber: In Kommunen in denen die Bundes- oder Landesmittel an die Schulen gegeben und nicht in der städtischen oder Jobcenter Organisation und Steuerung belassen wurden, ist es schwierig ein so komplexes System umzusetzen.

    Kontakt

    Bildungsbegleitung

    Kommunales Jobcenter Hamm
    Bismarckstraße 1
    59065 Hamm
    Telefon: 02381 17-7804

    Frank Schulte

    Amtsleiter
    Amt für Soziales, Wohnen und Pflege der Stadt Hamm
    Westentor 1 - 3
    59065 Hamm
    Telefon: 02381 17 - 6600

    Weitere Informationen

  • Hanau – "Innenstattaußen"

    Ungenutzte Flächen aktivieren: Über eine Potenzialflächen-Datenbank werden Informationen über freie Areale bereitgestellt und Interessenten vermittelt. So konnten in Hanau bereits 13 brachliegende Areale wieder der Nutzung zugeführt werden. 

    Ausgangslage

    • Für den Start des Projektes gab es mehrere Anlässe:
      • Der Flächenverbrauch für neue Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen sank nicht in dem aus ökonomischen und ökologischen Zielen gewünschten Maße.
      • Durch die Zunahme der Bevölkerung herrscht insbesondere im Rhein-Main-Gebiet eine große Flächenknappheit. Auch in Hanau ist die Zahl der Flächensuchenden, sei es für Wohnraum oder Gewerbe, sprunghaft angestiegen.
    • Die Stadt Hanau nahm an dem Pilotprojekt teil, um Grundstücksinteressenten adäquate Angebote unterbreiten und eine Vermarktung der Grundstücke forcieren zu können.
    • Mit der Novellierung des neuen BauGB im Jahr 2013 sind Innenpotenziale zukünftig Abwägungstatbestand in der Bauleitplanung. Es besteht daher für jede Kommune die Notwendigkeit, ihre zur Verfügung stehenden Flächen zu katalogisieren bzw. den vorhandenen Datenbestand weiter zu pflegen.
    • Die Stadt Hanau führte in Zusammenarbeit mit der in Hanau ansässigen Deutschen Gesellschaft für Innenentwicklung mbH das Pilotprojekt „Innerstädtische Flächen optimal nutzen und verwerten" durch.

    Ziele

    • Übergeordnetes Ziel des Pilotprojektes war die Entwicklung von bisher ungenutzten, minderausgenutzten und leerstehenden Flächen innerhalb des Innenstadtbereiches sowie die Sicherung des Standortes der Stadt Hanau.
    • Dabei stehen eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung und der Werterhalt des Immobilienbestandes im Fokus.

    Umsetzung

    • Am Anfang stand ein Workshop der Deutschen Gesellschaft für Innenentwicklung mbH gemeinsam mit den Fachämtern der Stadt. Bei diesem Termin wurden einerseits Kategorien von Potenzialflächen definiert und andererseits aus dem „Wissenspool" der Beteiligten Flächen identifiziert.
    • Ein zweiter Schritt sah die detaillierte Erfassung der Areale in einer Datenbank vor. Hierzu wurde eine umfassende Softwarelösung erarbeitet, die als Erweiterung zum kommunalen Immobilienportal (KIP) die Erfassung und Verwaltung der Areale gewährleistet.
    • Eine mobile Anwendung unterstützt dabei den Erfassungsprozess, die moderne internetbasierte Datenbank erlaubt vielfältige Datenanalysen.
    • Als weitere Bausteine folgten:
      • die Definition verwaltungsinterner Prozesse
      • die Erarbeitung städtebaulicher Konzepte bzw. die Festlegung der „Talente" der Flächen
      • die Gestaltung eines Dialogs mit den Eigentümern der Grundstücke
    • In einem sogenannten „Quickcheck" wurde hierbei herausgearbeitet, warum die Flächen bislang nicht am Immobilienmarkt angeboten wurden, wo mögliche Probleme liegen und in welchem Zeitraum eine Aktivierung denkbar ist.
    • Mit Zustimmung der Eigentümer wurden erste Flächen in einem eigenen Register „Potenzialflächen" im kommunalen Immobilienportal der Stadt Hanau (KIP) veröffentlicht und somit dem Immobilienmarkt zur Verfügung gestellt.

    Erfolge

    • 13 brachliegende Areale wurden bereits vermittelt, darunter auch Leerstände in der Innenstadt.
    • Bei allen Projekten wurde mit der immobilienwirtschaftlichen Aufbereitung der jeweiligen Kennzahlen und Informationen der Impuls gesetzt. Etwa die Hälfte der Areale konnte dabei aktiv über das KIP der Stadt vermittelt werden.
    • In der Hanauer Innenstadt wurden insgesamt 63 Areale mit mehr als 17 Hektar Gesamtfläche erfasst und in der Potenzialflächendatenbank dargestellt.
    • Das Projekt „Innenstattaußen" wird zwischenzeitlich durch die Stadt Hanau in eigener Verantwortung fortgeführt.
    • Weitere Kommunen in Hessen werden die Potenzialflächenerfassung durchführen.
    • Mit der entwickelten Softwarelösung betreiben heute bereits mehr als 250 Kommunen eine eigene regionalisierte Immobilienbörse.

    Kontakt

    Thomas Müller

    Deutsche Gesellschaft für Innenentwicklung mbH (dgi)
    Westbahnhofstraße 36
    63450 Hanau

    Weitere Informationen

  • Heidelberg - Ergebnisorientierte Steuerung durch Kontraktmanagement

    Wie viele andere Kommunen wurde auch die Stadt Heidelberg von der Finanzkrise getroffen. Während die Ausgaben weiter stiegen, brachen vor allem die Gewerbesteuereinnahmen ein. Nur durch die schnelle Reaktion konnte eine langfristige finanzielle Schieflage vermieden werden. 

    Ausgangslage

    • Anfang der 90er-Jahre haben sich die finanziellen Rahmenbedingungen für die Kommunen zunehmend verschlechtert. Unmittelbare Folge dieser Entwicklung war die Verringerung der kommunalen Handlungsspielräume.
    • Zum Jahr 2007 führte Heidelberg als eine Pilotkommune in Baden-Württemberg das Neue Kommunale Haushaltsrecht (Doppik) ein.
    • Die Stadt Heidelberg hat dabei einen organisationsbezogenen Ansatz (Gliederung nach Ämtern und darin produktorientiert) gewählt. Eine Struktur, die sich bereits in den Haushaltsplänen ab dem Haushaltsjahr 2000 flächendeckend wiederfindet.

    Ziele

    • Ziel war es, dass die Stadt auch künftig dauerhaft wirtschaftlich und leistungsfähig bleibt und dass im Interesse einer hohen Bürger- und Kundenorientierung Handlungsspielräume erhalten bzw. neu geschaffen werden können.
    • Konkret bedeutete dies:
      • Steuerung der Verwaltung durch konzeptionelle Zielvorgaben von Verwaltungsspitze und Gemeinderat (Kontraktmanagement und Budgetierung)
      • transparente Kosten- und Leistungsrechnung
      • Budget- und produktorientierter/outpurorientierter Verwaltungsaufbau
    • umfassendes Controllingsystem zur besseren Feinabstimmung

    Umsetzung

    • Das Kontraktmanagement in Heidelberg läuft im Kern über die Steuerung durch Ziele, Maßnahmen zur Zielerreichung, Kennzahlen und Budgets. Dabei werden für jede Produktgruppe bzw. die Schlüsselprodukte in den einzelnen Teilhaushalten zunächst die Finanzziele und das Gesamtbudget festgelegt.
    • Die weitere Steuerung erfolgt über strategische und operationale Ziele, die mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden:
      • Die strategischen Ziele werden mittel- bis langfristig ausgelegt und bestimmen die grundsätzliche Ausrichtung der Stadtverwaltung. Abgeleitet werden diese von strategischen Rahmenplanungen (z. B. Stadtentwicklungsplan).
      • Die operationalen Ziele dienen der kurzfristigen Steuerung und werden jährlich mit den steuerungsrelevanten Maßnahmen verknüpft. Der Zielerreichungsgrad wird über Indikatoren und Kennzahlen gemessen. Kennzahlen werden (wenn möglich) quantitativ, Indikatoren verbal umschrieben.
    • Die Arbeitsteilung zur strategischen Ausrichtung wird durch die Politik wahrgenommen, die Operationalisierung durch die Verwaltung. Das „Feintuning" erfolgt über interne Zielvereinbarungen mit den einzelnen Ämtern, an denen sowohl die Mitarbeiter als auch die Personalvertretungen beteiligt sind. Die Ziele werden stets knapp und präzise gehalten, um so die Zielerreichung besser messen zu können.
    • Die Finanzmittelzuweisungen können über drei verschiedene Arten von Budgetierungen gesteuert werden. In der Ausgabebudgetierung (Regelfall) sind die Personal- und Sachaufwendungen gegenseitig deckungsfähig. In der Zuschussbudgetierung werden zusätzlich Erträge in die Deckungsfähigkeit einbezogen. Die Wettbewerbsbudgetierung basiert auf einer Kostenstruktur, die an privatwirtschaftliche Konkurrenz angepasst ist. Für jeden Fachbereich kann dadurch die adäquate Budgetierungsform genutzt werden.
    • Jede Haushaltsrunde (Doppelhaushalt) basiert auf neuen operationalen Zielvereinbarungen, die in den einzelnen Fachbereichen entstehen und nach Abstimmung mit der Kämmerei, den Dezernenten und dem Oberbürgermeister in den Fachausschüssen beraten werden, bevor der Gemeinderat darüber entscheidet.
    • Standardleistungen werden im Produkt- und Leistungsplan der Stadt Heidelberg definiert.
    • In Jahresberichten und unterjährigen Steuerungsgesprächen müssen die Fachbereiche durch Plan-ist-Vergleiche Rechenschaft über die Zielerreichung ablegen.

    Erfolge

    • Durch Einführung von Kontraktmanagement und Neuem Steuerungsmodell konnte in Heidelberg schrittweise ein funktionierendes System der ergebnisorientierten Verwaltungssteuerung etabliert werden.
    • Die Vorteile liegen vor allem in:
      • der transparenteren Darstellung der Verwaltungsleistungen (Produkte) und der Wirtschaftlichkeit,
      • einer neuen Steuerungsqualität, insbesondere durch die politischen Gremien,
      • dem Kosten- und Zielbewusstsein der einzelnen Mitarbeiter,
      • der verbesserten Flexibilität durch höhere Spielräume der einzelnen Fachbereiche sowie
      • finanziellen und strukturellen Verbesserungen.
    • Das doppische Rechnungswesen liefert die steuerungsrelevanten Finanzdaten (inkl. Abschreibungen und Rückstellungen) und trägt damit auch zur Generationengerechtigkeit bei.
    • Nach anfänglicher „Eingewöhnungszeit" konnten auch die Mitglieder des Gemeinderats für das neue Steuerungssystem gewonnen werden. Die Diskussion über kommunales Leistungsangebot und Ziele hat sich im Laufe des Prozesses qualitativ verbessert und gilt als Indikator für die Akzeptanz der Reform.
    • Ein zentraler Erfolgsfaktor des gesamten Modells war die Entwicklung der Reformbausteine und deren konkrete Umsetzung (mit Augenmaß) aus der Verwaltung heraus, d. h., die frühe Einbeziehung der Mitarbeiter und der Personalvertretung, sowie die Legitimation und Unterstützung durch Verwaltungsspitze und Gemeinderat. Dadurch konnten auch Widerstände schnell gelöst werden oder traten gar nicht erst auf.

    Kontakt

    Stefan Schork

    Stadt Heidelberg
    Marktplatz 10
    69117 Heidelberg

    Weitere Informationen

  • Hiddenhausen - Förderprogramm „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser"

    Menschen, die einen Altbau in der Dorfmitte kaufen, erhalten Zuschüsse und für jedes Kind einen Bonus. Ein Modell, das die Region für Jüngere attraktiv macht: Mittlerweile lebt durchschnittlich ein Kind in jedem geförderten Haushalt.

    Ausgangslage

    • Aufgrund einer Bevölkerungsprognose der Bezirksregierung Detmold wurde eine genaue Analyse der örtlichen Altersstruktur (Altersatlas der Gemeinde Hiddenhausen) in der Gemeinde Hiddenhausen erstellt.
    • Demnach würde die Zahl der Über-75-Jährigen in den folgenden fünf Jahren um mehr als 50 Prozent steigen und junge Familien kaum nachkommen.
    • Es war absehbar, dass ein beachtlicher Anteil an Altimmobilien auf den Markt kommen und es immer mehr Leerstände geben würde, weil die Häuser nicht verkauft werden konnten.
    • Es stand der Gemeinde der Weg offen, das Angebot an Neubauflächen nicht unnötig auszuweiten, um so das Interesse auf den Altbaubestand zu lenken.
    • Angesichts der kommunalen Konkurrenz, die zum Teil noch wächst und vermehrt Neubaugebiete für junge Familien ausweist, würde das jedoch nicht ausreichen, um junge Familien am Ort zu halten, neue junge Familien zu gewinnen und den Altbaubestand vor Leerständen zu bewahren.
    • Bei einer ersten Expertenrunde aus Banken, Sparkassen, Maklern, Wohnbaugesellschaften, Planern und Architekten wurde deutlich, dass ein zentrales Problem bei der Vermarktung bzw. Wiedernutzung von Altbauten die Einschätzung des Sanierungsaufwandes ist.
    • Im Gegensatz zu Neubauten fehlt es den Bauherren hier an fundierten Grundlagen für die Finanzierung. Viele Bauherren scheuen aufgrund der Kosten davor zurück, Fachleute einzuschalten und lassen den Gedanken an die Um- bzw. Nachnutzung einer Altimmobilie gleich wieder fallen.

    Ziele

    • Ein neues Denken in der Baulandpolitik war und ist gefragt, um den Blick der jungen Menschen „weg vom Neubau – hin zum Altbau" zu steuern.
    • Junge Familien sollen zum Erwerb einer eigenen, mindestens 25 Jahre alten Immo­bilie animiert werden.

    Umsetzung

    • Das kommunale Förderprogramm „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser" unterstützt junge Menschen bei der Altbausanierung.
    • Um die Nutzungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Umbau- und Sanierungskosten von Gebrauchtimmobilien fachkundig abschätzen zu lassen, fördert die Gemeinde die Erstellung eines Altbau-Gutachtens im Rahmen des ersten Bausteins des kommunalen Förderprojekts „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser".
    • Im Rahmen der Förderung des Altbaugutachtens (erster Baustein des Programms) wird die Ortsbegehung, Bestandsaufnahme, Modernisierungsempfehlung und Kostenschätzung einmalig mit einem Sockelbetrag von 600 €, der je nach Kinderzahl bis auf maximal 1.500 € anwachsen kann (300 € für jedes Kind), bezuschusst.
    • Voraussetzungen für die Förderung des Altbaugutachtens sind:
      • das Einverständnis des Eigentümers 
      • der Nachweis der Fachkunde des Gutachters 
      • die Weitergabe des Gutachtens an die Gemeinde zum Zwecke der Veröffentlichung und zur Schaffung eines Informationspools 
    • Die Gemeinde vermeidet so, dass eine Immobilie mehrfach begutachtet bzw. gefördert wird.
    • Durch den zweiten Baustein des Förderprogramms wird darüber hinaus der Altbauerwerb für die Dauer von 6 Jahren mit einem jährlichen Grundbetrag von 600 € und 300 € für jedes zum Haushalt der Antragsteller gehörende, minderjährige Kind gefördert. Bei Geburten innerhalb des Förderzeitraumes erhöht sich der Förderbetrag im Sinne eines „Altbau-Kindergeldes" automatisch bis zu einem jährlichen Förderbetrag von 1.500 €.
    • Der dritte Förderbaustein sieht die Förderung bei Abbruch eines Altbaus und die Errichtung eines Ersatzneubaus an gleicher Stelle mit den gleichen Fördersätzen wie bei der Altbauförderung vor.

    Erfolge

    • Mit dem nun seit neun Jahren laufenden kommunalen Förderprogramm „Jung kauft Alt – Junge Menschen kaufen alte Häuser" werden
      • immer knapper werdende Freiflächenressourcen nachhaltig geschont
      • gewachsene Quartiere wieder mit jungem Leben gefüllt
      • die Auslastung der vorhandenen Infrastruktur verbessert
      • Kindergärten und Schulen gestärkt
    • Bislang wurde so der Erwerb von über 430 Altbauten sowie die Erstellung von insgesamt 40 Altbaugutachten durch die Gemeinde Hiddenhausen gefördert.
    • In den Förderhaushalten leben fast 500 Kinder, d. h. in jedem geförderten Altbau wohnt statistisch gesehen mindestens ein Kind.
    • Erfreulich für die Gemeinde Hiddenhausen ist die Geburt von über 90 Babys innerhalb des Förderzeitraumes, die in den geförderten Haushalten leben.
    • Die mit dem Förderprogramm angesprochene Zielgruppe – junge Paare und Familien mit Kindern – wurde dabei erreicht: Knapp zwei Drittel sind Haushalte mit Kindern (Familien bzw. Alleinerziehende), 20 Prozent sind junge Paare noch ohne Kinder.
    • Besonders bemerkenswert ist, dass die Gemeinde Hiddenhausen nicht nur junge Familien halten, sondern auch junge Neubürger gewinnen konnte, denn knapp 60 Prozent der geförderten Haushalte sind in die Gemeinde Hiddenhausen zugezogen.
    • Jung kauft alt wurde mehrfach ausgezeichnet. Darunter: Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen, Nominierung Deutscher Nachhaltigkeitspreis, 1. Platz Demo-Kommunalfuchs u.a.

    Kontakt

    Amt für Gemeindeentwicklung

    Gemeinde Hiddenhausen
    Rathausstraße 1
    32120 Hiddenhausen
    Telefon: 05221 - 964123

    Weitere Informationen

  • Hochsauerlandkreis - Projekt "ambulant vor stationär"

    Einsparung von Pflegekosten: In einem Pilotprojekt erhöhte der Hochsauerlandkreis den Anteil der ambulant versorgten Leistungsbezieher und sparte damit rund 1 Mio. € ein. „Ambulant vor stationär" gehört nun zu den Regelangeboten des Hochsauerlandkreises.

    Ausgangslage

    • Der Hochsauerlandkreis ist in NRW mit einer Fläche von knapp 2.000 qkm der flächenmäßig größte Landkreis und derjenige mit der geringsten Bevölkerungsdichte.
    • Prognosen rechnen bis 2030 mit einem deutlichen Bevölkerungsrückgang bei gleichzeitigem Anstieg der >80-Jährigen um 50%
    • Kommunen haben den im SGB festgelegten Auftrag, das Verhältnis ambulanter zu stationärer Pflegekosten im „Hilfe zur Pflege"-Bereich zu verbessern, sowie bedarfsorientierte Angebote im Landkreis zu schaffen.
    • Der Hochsauerlandkreis weist einen deutlich unterdurchschnittlichen Anteil von ambulant betreuten „Hilfe zur Pflege"-Empfängern auf.

    Ziele

    • Verbesserung des Verhältnisses ambulanter zu stationärer Pflegekosten im Hilfe-zur-Pflege-Bereich
    • Schaffung bedarfsorientierter Angebote im Landkreis.
    • Im Ergebnis soll hiermit eine Verbesserung der Lebenssituation und -qualität der Betroffenen und ihrer pflegenden Angehörigen erreicht werden.

    Umsetzung

    • Der Hochsauerlandkreis setzte von Frühjahr 2012 bis März 2015 das Pilotprojekt „ambulant vor stationär" um, für das für 3 Personalstellen sowie Sach- und Fördermittel bis zu 390.000 € p.a. zur Verfügung gestellt wurden.
    • Bestandteile des Projektes waren:
      • Kostenlose, trägerunabhängige und unverbindliche Beratung von pflegebedürftigen Einwohnern und deren Angehörigen, die bei zusätzlich auftretenden Hilfebedarfen oder nach einem Krankenhausaufenthalt eine Alternative zu einer stationären Heimunterbringung suchen.
      • Entwicklung von Handlungsempfehlungen hinsichtlich ambulanter Unterstützungsmöglichkeiten
      • Inaugenscheinnahme / Überprüfung der Wohnsituation vor Ort
      • Case-Management bei Bedarf
      • Vernetzung mit anderen Beratungsstellen und den Krankenhaus-Sozialdiensten im Hochsauerlandkreis
      • Bereitstellung eines Fördertopfs für innovative Ideen von Pflegeanbietern i.H.v. 120.000 € p.a.
      • Bereitstellung eines unbürokratischen „Notfalltopfs", aus dem finanzielle Mittel eingesetzt werden können, um akute ambulante Unterstützungsleistungen zwischenzufinanzieren.
    • Innerhalb des Projektzeitraums wurden über 770 Kunden beraten. Das Beratungsangebot ist für alle Kreisbewohner zugänglich, vorrangige Zielgruppen sind Menschen mit Pflegestufe 0 und I.

    Erfolge

    • Durch die Beratung konnte in vielen Fällen eine Lösung für den Verbleib in der Wohnung und eine ambulante Versorgung gefunden werden. Insbesondere der Anteil der ambulant versorgten Leistungsbezieher der Pflegestufe 0 konnte deutlich um knapp 11% gesteigert werden.
    • Laut Befragungsergebnissen sind 93% der Beratenen mit der Beratung sehr zufrieden. Ein Großteil gab zudem an, dass sich ihre Lebenssituation durch die erfolgte Beratung verbessert habe. Auch die professionellen Pflegeanbieter im Hochsauerlandkreis bewerteten die Zusammenarbeit positiv und plädierten für eine Fortführung des Angebots.
    • Eine externe Evaluation des Projektes errechnete für den Hochsauerlandkreis Netto-Einsparungen von rund 1 Mio € durch die Umsetzung des 3-jährigen Projektes und empfahl die Fortführung des Angebots.
    • Nach Ablauf der Pilotphase beschloss der Kreistag auf dieser Basis das Angebot in die Regelfinanzierung zu überführen und alle Projektstellen zu entfristen.

    Kontakt

    Regine Clement

    Sozialplanung
    Hochsauerlandkreis
    Am Rothaarsteig 1
    59929 Brilon
    Telefon: 02961 - 94 34 42

    Weitere Informationen

  • Hoyerswerda - Stadtumbau von außen nach innen

    Wie demographische und wirtschaftliche Einschnitte städtebaulich und infrastrukturell positiv gewendet werden können, zeigt die Stadt Hoyerswerda. Durch Abriss von Plattenbauten einerseits und Wiederherstellung älterer Stadtteile ist die Stadt zu neuer Identität gelangt.

    Ausgangslage

    • Hoyerswerda war zu DDR-Zeiten Wohnstadt für den benachbarten Industriestandort Schwarze Pumpe und zählte zur Hochzeit fast 71.000 Einwohner.
    • Seit der Wende hat die Stadt aufgrund einer verstärkten Abwanderung 50 Prozent seiner Bevölkerung verloren. Bis 2030 rechnet man mit einem Rückgang bis auf 24.080 Einwohner.
    • Der aktuelle Leerstand und die Bevölkerungsprognosen erforderten und erfordern einen alle Strukturen umfassenden Stadtumbau, der auch den Rückbau von Wohneinheiten beinhaltet.
    • Die bisherige Entwicklung und die Einwohnerprognosen ergeben einen Rückbauumfang von 12.100 Wohnungen. Das sind 42,6 Prozent des 1999 am Wohnungsmarkt Hoyerswerda vorhandenen Angebotes.
    • Hoyerswerda ist zweisprachig, die Stadt liegt im sorbischen Siedlungsgebiet.

    Ziele

    • Hoyerswerda ist wieder eine attraktive Stadt:
      • Die Neustadt wird als eine intensiv durchgrünte, moderne Stadtform im inneren Kern erhalten, aber auch zu größerer Urbanität weiterentwickelt.
      • In den teilweise neu strukturierten Gebieten wird die ortsnahe Verknüpfung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit ermöglicht.
      • Der Altstadt wird das Gesicht einer historisch gewachsenen Stadt wiedergegeben.
    • Mit der Umsetzung des aktuellen "Leitbild Hoyerswerda 2030 – für eine solidarische, selbstbewusste und weltoffene Heimatstadt | Směrodajny program Wojerecy 2030 – za solidarne, sebjewědome, swětej wote-wrjene domjace město" sollen u.a. Antworten auf folgende Fragen gefunden werden:
      • Wie gelingt es uns, gemeinsam den anhaltenden Einwohnerrückgang durch zielgerichtetes Handeln perspektivisch zu stoppen?
      • Wie wollen und wie werden wir 2030 in unserer Stadt leben?
      • Wie fühlt sich unser Hoyerswerda von morgen an?

    Umsetzung

    • In einer ganzheitlichen Strategie werden in Hoyerswerda die Maßnahmen des klassischen Stadtumbaus (Rückbau, Aufwertung, Anpassung Infrastruktur) in Zusammenhang mit den wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklungskonzepten gestellt.
    • Für den Rückbau von Wohnungen gelten folgende verbindliche Kriterien:
      • Rückbau von außen nach innen
      • Rückbau von unbeliebten Wohnungstypen
      • Rückbau von 5- bis 11-geschossigen Gebäuden
      • Rückbau von Gebäuden ohne Komplexmodernisierung
      • Entdichtung in den Wohngebieten durch punktuellen Rückbau
    • Grob lassen sich drei Gebiete im Stadtumbauprozess abbilden:
      • Die Neustadt: Die am Stadtrand liegenden Wohnkomplexe werden großflächig rückgebaut, die Wohnkomplexe im inneren Kern der Neustadt werden modernisiert bzw. punktuell abgebaut.
      • Die Altstadt: Mittels Sanierung, Neubau und Aufwertungsmaßnahmen sowie durch die Festsetzung von zwei förmlichen Sanierungsgebieten wurde der Altstadt das Gesicht einer historisch gewachsenen Stadt wiedergegeben. 
      • Ortsteile mit Dorfcharakter: Die Erhaltung der Ortskerne und das harmonische Nebeneinander von alter Bebauung und ergänzender Neubebauung hat hier Priorität.
    • Für den Erfolg des Stadtumbaus ist es wichtig, alle betroffenen Akteure einzubinden. Dabei zeigte sich, dass Bürger den Bevölkerungsrückgang und den Stadtumbauprozess nur in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld wahrnehmen. Eine Sensibilisierung für den Gesamtprozess gestaltet sich schwierig.

    Erfolge

    • Weite Teile der Neustadt und der Altstadt sind bereits modernisiert.
    • Bislang umfasst der Rückbau ca. 9.900 Wohnungen. Durch die gezielten Maßnahmen des Stadtumbaus entwickelt sich eine kompakte, lebenswerte und abwechslungsreiche Stadt.
    • Leitbild Hoyerswerda 2030 – für eine solidarische, selbstbewusste und weltoffene Heimatstadt
    • Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts zum Stadtumbaugebiet Hoyerswerda

    Kontakt

    Stefan Skora

    Oberbürgermeister
    Stadt Hoyerswerda
    S.-G.-Frentzel-Str. 1
    02977 Hoyerswerda
    Telefon: 03571 - 45 61 00

    Annette Krzok

    Fachgruppenleiterin Stadtentwicklung
    Stadt Hoyerswerda
    S.-G.-Frentzel-Str. 1
    02977 Hoyerswerda
    Telefon: 03571 - 45 65 40

    Weitere Informationen

  • Japan – Silver Human Resource Center: Vermittlung von Jobs an Senioren

    In Japan hat der Beruf einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Viele Ältere möchten auch nach Erreichung des offiziellen Rentenalters weiterarbeiten. Die Silver Human Resource Center vermitteln im Auftrag der jeweiligen Stadt Jobs an Senioren. Außerdem bieten sie Weiterbildungen und Freizeitaktivitäten an. 

    Ausgangslage

    • Durch den demographischen Wandel gibt es auch in Japan die Gefahr von Altersarmut, Vereinsamung und Isolation im Alter.
    • Zudem hat Arbeit in Japan einen sehr hohen gesellschaftlichen Stellenwert und bildet den Mittelpunkt des sozialen Umfelds. Wenn die Arbeitsstelle mit Erreichen des Rentenalters wegfällt, hat dies oft negative Folgen für die gesellschaftliche Teilhabe. Außerdem verfügen Rentner über weniger Geld.

    Ziele

    • Ältere Menschen sollen die Möglichkeit haben, weiterhin einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und etwas hinzu zu verdienen, wenn sie dies wünschen.
    • Eine Beschäftigung im Alter soll helfen, weiterhin gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

    Umsetzung

    • Bei den Silver Human Resource Center können verstanden werden als „Arbeitsamt für Ältere". Es gibt sie schon seit den 1970ern, da die Auswirkungen des demographischen Wandels in Japan bereits früh erkennbar waren.
    • Die Center vermitteln im Auftrag der Stadt Arbeitsplätze in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und privaten Haushalten. Sie befinden sich in öffentlicher Hand und werden von Kommunen betrieben; staatliche Mittel werden zur Verfügung gestellt.
    • In Japan sind die häufigsten Einsatzgebiete für ältere Arbeitnehmer Unterstützung im Haushalt, bei der Kindererziehung und der Pflege hilfsbedürftiger Menschen. Weitere Einsatzfelder können z. B. Hausmeistertätigkeiten, Parkreinigung, Bürotätigkeiten, Fahrradreparaturen, Näharbeiten oder Ähnliches sein.
    • Außerdem bieten Silver Human Resource Center auch Hobbykurse wie Yoga und Kalligraphie, Teezeremonien und weitere Freizeitaktivitäten an. Oft spezialisieren sie sich auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinde und schulen die Mitglieder entsprechend.

    Erfolge

    • In Japan sind die Silver Human Resource Center sehr populär und werden von vielen Menschen genutzt.
    • Mit Hilfe der Silver Human Resource Center gelingt es vielen Älteren, wieder eine Beschäftigung zu finden.
    • Hierbei geht es nicht darum, einen Parallelarbeitsmarkt herzustellen, sondern Senioren wieder in den bestehenden Arbeitsmarkt einzugliedern.

    Weitere Informationen

    Japan's Silver Human Resources Centers: Undertaking an Increasingly Diverse Range of Work:  longevity.ilcjapan.org/f_issues/0702.html

     

     

  • Jülich - DORV-Zentrum

    Das DORV-Zentrum Barmen ist ein moderner Tante-Emma-Laden. Es bündelt Nahversorgung, Dienstleistungen, sozial-medizinische Dienste, Kommunikation und Kultur im Dorfzentrum. Inzwischen sind über 30 weitere DORV-Zentren entstanden.

    Ausgangslage

    • Die Ausgangslage ist eine sehr typische Situation im ländlichen Raum. Die Nahversorgung geht in vielen Dörfern und Stadtteilen zurück oder ist teilweise gar nicht mehr vorhanden. Die Lebensqualität leidet darunter erheblich, insbesondere bei den Bürgern, die nicht mehr oder nicht so mobil sind, also ältere oder behinderte Mitbürger sowie für Kinder und Jugendliche.
    • Kein Bäcker, kein Metzger, kein Lebensmittelgeschäft und schließlich die Schließung der Sparkasse motivierten die Bürger im 1.400 Einwohner großen Jülicher Ortsteil Barmen, etwas zu tun.
    • Mit dem Landespilotprojekt in Jülich-Barmen wurde gezeigt, wie es trotz aller negativer Entwicklungen gelingen kann, wieder eine Nahversorgung herzustellen und die Lebensqualität zu erhöhen.

    Ziele

    • höhere Lebensqualität durch beispielsweise wohnortnahe Arbeitsplätze
    • stärkere regionale Identität und regionale Wertschöpfung durch das Anbieten der Produkte regionaler Erzeuger 
    • Besonders die nicht (mehr) mobilen Menschen und jungen Familien sollen sich im Ort rundum selbst versorgen und lebenslang in der gewohnten sozialen Umgebung leben können.
    • Menschen gestalten ihre Zukunft selbst, nicht gegen sondern mit Privatwirtschaft und öffentlicher Hand.

    Umsetzung

    • Mit bürgerschaftlichem Engagement ohne jegliche finanzielle Unterstützung schufen die Barmener durch Bürgerkapital, Spenden und hohe Eigenleistung „ihren" neuen Ortsmittelpunkt.
    • Das DORV-Zentrum Barmen ist ein moderner Tante-Emma-Laden, der Nahversorgung, Dienstleistungen, sozial/medizinische Dienste, Kommunikation und Kultur für die 1.400 Bewohner im Dorfzentrum bündelt.
    • Ein DORV-Zentrum entsteht heute in folgenden Schritten:
      • Basisanalyse: Gründliche Analyse des jeweiligen Standortes mit eigener Methode (von DORV speziell entwickelt) Neben den üblichen Standarddaten (Bevölkerung, Kaufkraft…) werden auch die weichen Faktoren mit berechnet (u.a. bürgerschaftliches Engagement, Vereins- und Ehrenamtl. Aktivitäten, Freiwilligenbereich…).
      • Hierbei wird der Ort "gelesen: Gespräche mit Verantwortlichen, aber auch mit „zufälligen" Bürgerinnen und Bürgern, etwa durch eine ausführliche Begehung und Betrachtung des Ortes.
      • Bürgerversammlung: Wenn die Analyse positiv ist, werden die Ergebnisse öffentliche vorgestellt. Genau hier entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, ob der Prozess weiter geht.
      • Bürgerbefragung: – Bürger befragen sich selbst. Unter Anleitung wird ein Fragebogen entworfen, der durch eine aktive Haus zu Haus Befragung der Bürgerinngen und Bürger des Ortes selbst verbreitet wird. Ergebnis: erstens Multiplikatoreffekt, die Idee wird in jeden Haushalt getragen, zweitens: hohe Rücklaufquote und damit verlässliche Ergebnisse für weiteren Prozess.
      • Wieder Bürgerversammlung und Entscheidung.
    • Umsetzungsphase mit Facharbeitskreisen aus der Bürgerschaft, den regionalen Unternehmen und der Politik/Verwaltung. Aktive Begleitung durch die DORV UG. Planung, Umbau, Eröffnung.
    • Daneben wird zur Entwicklung von bestehenden Kleinflächen beraten und zuletzt die Übertragbarkeit in städtische Wohnquartiere erarbeitet.

    Erfolge

    • Inzwischen sind über 30 weitere DORV-Zentren entstanden. 
    • Bis heute steigt die Nachfrage von Kommunen, Privatpersonen und Initiativen nach Übertragbarkeit stetig.
    • Die ständige Weiterentwicklung des Systems verbunden mit wissenschaftlicher Begleitung lässt die DORV-Idee zum Wegbereiter neuer Formen ländlicher Nahversorgung werden.
    • Das DORV-Konzept wurde auch in den städtischen Raum übertragen. Mit dem quartVier-Zentrum im Stadtquartier Düren-Grüngürtel ist über einen Integrationsbetrieb sogar die Wiedereingliederung behinderter Menschen eingebunden.
    • DORV wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter: Bundesverdienstkreuz, Deutscher Engagementpreis als Einzelperson, Zuhause hat Zukunft (1. Platz), Robert-Jungk-Preis.

    Kontakt

    Heinz Frey

    Geschäftsführer
    DORV-Zentrum GmbH, DORV-UG, DORV-Quartier gGmbH
    Prämienstraße 49
    52428 Jülich

    Weitere Informationen

    DORV-Zentrum: https://www.dorv.de/

    DORV-Zentrum Jülich auf Netzwerk Ländlicher Raum: www.netzwerk-laendlicher-raum.de/service/veranstaltungen/dvs-archiv/2010/igw-2010/messestand/dorv-zentrum-juelich-barmen/

     

     

  • Kamen - Familienbande – Familiennetzwerk e.V.

    Wie ein moderner Dorfbrunnen: Bei der Familienbande in Kamen finden Familien Rat, Hilfe, Austausch und Orientierung. Hier können sich ganz unterschied-liche Menschen treffen, sich austauschen, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.

    Ausgangslage

    • Familien sind bei der Bewältigung ihres Alltags hohen Belastungen ausgesetzt.
    • Gerade junge Familien, Alleinerziehende, Neuzugezogene oder Familien mit kranken und behinderten Kindern haben einen enormen Informationsbedarf und daher oft den Wunsch nach Kontakt und Austausch mit anderen Eltern.
    • Aufgrund eigener Unzufriedenheit mit dem bestehenden Angebot für Familien in Kamen, haben sich erstmals im Jahr 2006 Mütter und Väter aus Kamen zusammengefunden, um eigene Ideen und Konzepte für familienbildende und entlastende Angebote zu entwickeln.
    • Im darauffolgenden Jahr wurde der Verein Familienbande – Familiennetzwerk Kamen e. V. gegründet.

    Ziele

    • Verbesserung der Lebenssituation von Familien in den Kommunen
    • Stärkung der Erziehungskompetenz und Erziehungsverantwortung
    • Prävention
    • Hilfe zur Selbsthilfe
    • Inklusion von Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung
    • Sensibilisierung der Eltern für die altersspezifischen Bedürfnisse ihrer Kinder
    • Intergenerative Begegnung und Hilfe
    • Insbesondere Familien mit behinderten und kranken Kindern sollen durch das Netzwerk der Familienbande unterstützt und ggf. aufgefangen werden.

    Umsetzung

    • Die Familienbande ist ein selbstorganisierter Sozialraum. Sie unterstützt die Familienselbsthilfe, fördert bürgerschaftliches Engagement, das Miteinander der Generationen und entwickelt und lebt eine neue, „alte" Form von Nachbarschaft im Quartier.
    • Die Familienbande ist ein Begegnungs- und Erlebnisort für:
      • Familien, die sich angesichts besonderer Hemmschwellen sonst nicht angesprochen fühlen
      • Kinder und Jugendliche, die eine Anlaufstelle suchen
      • Senioren, die eine Möglichkeit suchen, ihre Fähigkeiten einzubringen, um neue Kontakte mit Jüngeren zu knüpfen
      • Familien aus allen Kulturen
      • werdende Familien, die gerade in ihre Rollen hineinwachsen
      • Familien, die neu in der Region sind oder ihren Platz in der Stadt suchen
    • Die Familienbande entwickelt und organisiert ein umfangreiches Netzwerk, um bereits bestehende Angebote und Anlaufstellen zu Fragen rund um das Thema Familie zu verknüpfen und eine zentrale Kontakt- und Informationsdrehscheibe für Familien zu sein.
    • Die Familienbande motiviert Vereine, Verbände und Institutionen zu gemeinsamen Aktionen und fachübergreifender Zusammenarbeit. Dazu werden Konzepte entwickelt, die eng an das Konzept der Mütterzentren angelehnt sind. Diese werden unter anderem der Verwaltungsspitze der Stadt Kamen präsentiert. 
    • Im April 2008 gründete der Verein Familienbande – Familiennetzwerk Kamen e.V. gemeinsam mit der Stadtverwaltung Kamen ein lokales Bündnis für Familie.
    • Auf knapp 100 qm Fläche entstand zunächst ein Mütterzentrum im „Puppenstubenformat". Die Räume beinhalteten ein Café, einen Kursraum, ein Kinderatelier und ein Familienbüro.
    • Im Kamener Familienführer „Familienkompass" wurden alle Angebote rund um das Thema Familie in Kamen und Umgebung zusammengefasst und ansprechend präsentiert.
    • Im Zentrum von Kamen betreibt die Familienbande Kamen nun ein barrierefreies Haus für Familien. Das Haus vereint unter einem Dach:
      • ein Familiencafé
      • eine Familienbildungsstätte
      • ein Familienbüro als Netzwerkzentrale
      • eine Kita
      • eine Hebammenpraxis
      • das Mütterbüro NRW
      • einen Familien-unterstützenden Dienst
    • Eine besondere Rolle spielen das Café und die Gastgeber. Sie kümmern sich darum, dass der ganzheitliche Ansatz (Leib und Seele zusammenhalten) und das „sich umeinander kümmern" im Zentrum funktioniert.
    • Das offene Haus ist täglich für die großen und kleinen Besucher geöffnet.
    • Der barrierefreie Aus- und Umbau des Hauses wurde durch das Förderprogamm „Initiative ergreifen – Bürger machen Stadt" des Landes NRW gefördert.

    Erfolge

    • Das offene Haus wird im Jahr von ca. 40.000 Besuchern genutzt. 
    • Der Familienführer der Familienbande wird durch den Familienbesuchsservice der Stadt Kamen an alle Familien mit Neugeborenen kostenlos verteilt.
    • Mittlerweile ist die Familienbande auch über die Stadtgrenzen von Kamen sehr bekannt.
    • Die Resonanz der Besucher und Nutzer ist so groß, dass eine räumliche Ausweitung bereits nach zwei Jahren Betriebszeit dringend notwendig war.
    • Familienbande gewann den Inklusionspreis NRW (2015) und den Engagement Preis NRW (2015) sowie den Karl Kübel Preis (2014)
    • Die Einrichtung der Familienbande kommt in die Bundesförderung der Mehrgenerationenhäuser.
    • Zurzeit wird das Konzept MehrGenerationenHaus weiter ausgebaut.

    Kontakt

    Tanja Brückel

    Familienbande Familiennetzwerk Kamen e.V.
    Bahnhofstr. 46
    59174 Kamen

    Weitere Informationen

  • Kernen im Remstal - Der Rote Faden, der Eltern, Kinder und Jugendliche begleitet

    In der Gemeinde Kernen im Remstal im Rems-Murr-Kreis engagieren sich zahlreiche ehrenamtliche Bürger für Kinder und Jugendliche in allen Lebensbereichen. Die Initiative ist u .a. in den Bereichen „Übergang Kindergarten – Grundschule", „Übergang Schule – Beruf" und „Unterstützung von Familien" tätig. 

    Ausgangslage

    • Zwei Bürger (Mitglieder der gerade im Vorjahr gegründeten Ehrenamtsagentur „Bürgernetz") stellten fest, dass ehrenamtliche Azubipaten dann nicht helfen können, wenn Jugendlichen die Voraussetzungen fehlen. Es entstand der Wunsch, viel früher mit der Begleitung zu beginnen.
    • Eine erste Anfrage an die Grundschulen ergab, dass viele der Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten in der Beherrschung der deutschen Sprache, im Rechnen und im Sozialverhalten hatten.
    • Eine spätere Befragung in Kindergärten ergab, dass nicht nur beim Eintritt in den Kindergarten die deutsche Sprache altersgemäß unzureichend beherrscht wurde, sondern auch beim Verlassen.
    • Das „System Schule" und das „System Arbeitswelt" sind nicht ausreichend aufeinander abgestimmt. Außerdem sind geeignete Ausbildungsplätze – insbesondere für Hauptschüler – nur in begrenztem Umfang vorhanden.
    • Viele Schulabgänger brauchen eine individuelle begleitende Unterstützung, damit sie überhaupt den Einstieg in einen Beruf schaffen.

    Ziele

    • Kinder und Jugendliche in Kernen im Remstal:
      • beherrschen die deutsche Sprache
      • erfahren eine stabile emotionale, gesunde und soziale Entwicklung
      • besuchen Kindergarten und Schule mit Gewinn
      • finden im Beruf einen sicheren Platz

    Umsetzung

    • In der Gemeinde Kernen im Remstal engagieren sich zahlreiche ehrenamtliche Bürger für Kinder und Jugendliche in allen Lebensbereichen. Sie bilden die Initiative Roter Faden Kernen.
    • Ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger in Kernen entwickelten Ziele, Prinzipien und ein Organisationschema mit drei Projektbereichen. Für jeden wurde eine Ehrenamtliche oder ein Ehrenamtlicher tätig, suchte Mitstreiter und begann mit der Umsetzung.
    • Alle Aktivitäten der Initiative werden nach den 10 Prinzipien des Roten Fadens entwickelt:
    1. Das Wohlergehen des Kindes und damit der Familien steht im Mittelpunkt unserer Überlegungen: Kein Kind darf verloren gehen!
    2. Wir fangen früh an, um später nicht „reparieren" zu müssen.
    3. Wir wollen zu den Familien hingehen und um Mitarbeit werben.
    4. Nicht nur Starthilfen am Anfang des Lebens, sondern kontinuierliche, familienorientierte Begleitung sind gefragt.
    5. Das Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen wird durch drei Abschnitte markiert: familienorientierte Begleitung, Bildungsbegleitung und Begleitung in die Arbeitswelt. 
    6. Förderung und Vernetzung vorhandener Angebote. 
    7. Den zugewanderten Familien ist eine besondere Beachtung zu schenken.
    8. Der Kommune kommt eine besondere Verantwortung zu.
      „Um ein Kind in die Welt zu setzen, braucht man nur einen Mann und eine Frau. Aber um ein Kind großzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf." (Afrikanisches Sprichwort)
    9. Transparenz und Neutralität
    10. Lernende Organisation
    • Projektbereich 1 – Familienorientierte Begleitung
      • Ein Babytreff unter ehrenamtlicher Leitung wird von Müttern gut in Anspruch genommen.
      • Die Beratung „Mütter helfen Müttern" wird eingerichtet.
      • Die Sprach- und Lesepaten für Kinder betreuen ständig um die 20 Familien, fast alle mit Migrationshintergrund. Der von diesen Müttern gewünschte Deutschkurs für Migrantinnen wird von der Gemeinde gefördert und von der VHS durchgeführt.
      • Dem TagesEltern-Verein Fellbach-Kernen wird für die Beratung ein Büro im Rathaus vermittelt.
    • Projektbereich 2 – Bildungsbegleitung
      • Weiterbildungsangebote für alle ehrenamtlich Tätigen werden ausgebaut. Sie benötigen für ihre Arbeit Unterstützung in verschiedenster Form: Erfahrungsaustausch, Coaching bei Problemen, Informationen zu fachlichen Themen usw.
      • Das Projekt Nachmittagsbetreuung – Zusammenarbeit mit Vereinen ist als Baustein eines erweiterten Angebotes an den weiterführenden Schulen konzipiert.
    • Projektbereich 3 – Begleitung in die Arbeitswelt
      • Auf der Grundlage der Konzeption einer mitsorgenden Begleitung von Der Rote Faden wird in Kernen koordinierte, ehrenamtliche und professionelle Hilfen angeboten: Azubi-Patenschaften, Joblotsendienste, Berufsorientierungs- und Förderdiagnostikmodule.
      • Eine frühzeitige Bekanntschaft mit der betrieblichen Realität wird mit der Bereitschaft von zurzeit über 80 möglichen Einsatzstellen bei den Partnerbetrieben erreicht, die u. a. Praktikumsplätze, Betriebsbesichtigungen oder fiktive Bewerbungsgespräche anbieten. Danach werden sie von Vertrauenspersonen, die im Bedarfsfall Hilfen anbieten oder vermitteln, noch einige Zeit begleitet.
      • Im lokalen Arbeitskreis Übergang Schule – Beruf werden die die unterschiedlichen Angebote u. a. der Schulen, der Kommune, der Kammern, der Agentur für Arbeit, des Landkreises und des Roten Fadens vernetzt.

    Erfolge

    • Vielfältige Angebote wurden durch Der Rote Faden in Kernen auf den Weg gebracht. Hier ein Auszug:
      • Frühe Hilfen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Bildungsbiographie. Zum Start des Projektes wird eine der Familienbesucherinnen auf Betreiben des Roten Fadens für 2 Jahre von der Kerner Volksbank unterstützt.
      • Die Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse können regelmäßig in Kernen angeboten werden, da jetzt die Gemeinde auf Wunsch des Roten Fadens den Hebammen einen geeigneten Raum vermieten kann.
      • Die Lernbegleitung wird an allen Schulen in Kernen angeboten und von allen Beteiligten unterstützt und gefördert. Die Nachfrage steigt weiter an. 
    • Der Rote Faden gilt als Erfolgsgeschichte für Bildung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (2016)
    • Die Ehrenamtlichen von Der Rote Faden wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit:
      • Preisträger im Wettbewerb "Ideen für die Bildungsrepublik" 2013/2014
      • Ehrenamtspreis der BürgerStiftung Kernen für Werner Artmann als Ideengeber und maßgeblichen Organisator des "Roten Fadens" (2013)
      • Bürgerpreis Rems-Murr (2010)

         

         

         

    Kontakt

    Volker Reissig

    Römmelesweg 24
    71394 Kernen
    Telefon: 07151 - 206 121

    Werner Artmann

    Lerchenweg 28
    71394 Kernen
    Telefon: 07151 - 41 206

    Margret Baur

    Am Weihergraben 36
    71394 Kernen
    Telefon: 07151 - 41 990

    Weitere Informationen

    Der Rote Faden

    Projektbericht 2009 - Entstehung und Vorgehen

    Projektbericht 2011 - Erfahrungen und Weiterentwicklung

    Beide Projektberichte enthalten auch Arbeitsunterlagen und können als pdf-Dokument angefordert werden bei: Hr. Volker Reissig.

  • Klixbüll – Das Dörpsmobil

    Elektromobiles Carsharing im ländlichen Raum: Das Dörpsmobil in Klixbüll ergänzt Mobilitäts-lücken und fährt mit ‚haus-gemachtem‘ Strom. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Einführung des Dörpsmobils nach dem Klixbüller Vorbild landesweit.

    Ausgangslage

    • Die Gemeinde Klixbüll im Kreis Nordfriesland ist ein ländlich gelegenes, langgezogenes Straßendorf mit rund 1000 Einwohnern.
    • Die Bevölkerung im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins altert und wird somit immer weniger mobil.
    • Die Wege zu Ärzten, Geschäften und anderen Dienstleistern werden weiter, da diese sich mehr auf große Orte konzentrieren.
    • Die Angebotsqualität des ÖPNV wird zukünftig immer schwerer zu halten sein.
    • Der in Nordfriesland produzierte Strom übersteigt den Verbrauch vor Ort wesentlich.
    • Klixbüll ist die erste deutsche Gemeinde, die eine eigene Resolution für die Erfüllung der Agenda 2030 verabschiedet hat.

    Ziele

    • Lückenschluss im ländlichen Mobilitätsgefüge für mehr Teilhabe der ländlichen Bevölkerung
    • Steigerung der regionalen Wertschöpfung: Strom gebrauchen, ehe er abgeregelt oder abtransportiert wird („Sektorenkopplung“)
    • Stärkung des Tourismus, der eine wichtige wirtschaftliche Säule für Nordfriesland ist
    • Übergeordnete Zielsetzung ist es, die Idee der Elektromobilität weiter zu befördern.

    Umsetzung

    • Die Gemeinde Klixbüll schaffte zwei Elektro-Leasingwagen an, die Bewohner und Touristen stunden- oder tageweise mieten können: die Dörpsmobile (Plattdeutsch Dörp = Dorf).
    • Die Fahrzeuge werden mit Strom aus dem gemeindeeigenen Windpark geladen. Dafür installierte die Gemeinde ein differenziertes Ladeleistungssystem: 9 Ladesäulen mit unterschiedlicher Ladeleistung zwischen 3,7 und 22 Kilowatt je nach erwartetem Bedarf stehen im Gemeindegebiet.
    • So konnten die Ladesäulen vergleichsweise günstig installiert werden: 9 Ladesäulen für 25.000 Euro. Hierfür wurden Fördermittel der AktivRegion Nordfriesland Nord eingeworben.
    • Ein Dörpsmobil steht für alle Mitglieder zugänglich auf dem Grundstück des Bürgermeisters der Gemeinde Klixbüll. Das zweite zentral im Dorf.
    • Die stundenweise Reservierung eines Dörpsmobils erfolgt über ein Onlineportal. Auch Mitfahrgelegenheiten können hier in Anspruch genommen und angeboten werden.
    • Der Bürgermeister der Gemeinde verkaufte sein fossil betriebenes Kfz. Seine Dienstfahrten erledigt er seitdem mit dem elektrisch betriebenen Dörpsmobil.
    • Träger des Projektes ist der Dörpscampus Klixbüll e.V.
    • Wer einen der Wagen nutzen möchte, muss Mitglied im Verein sein. Denn die Dörpsmobil-Nutzer sind über den Verein versichert.
    • Touristen können kurzfristig und vorübergehend für die Dauer ihres Aufenthalts in den Verein aufgenommen werden.
    • Die Vereinsmitglieder zahlen einen monatlichen Grundbeitrag von 5 Euro und eine Fahrzeugmiete von 3,50 Euro pro Stunde. Urlaubs- und Ganztagstarife sind ebenfalls möglich. 
    • Mitglieder ohne eigenen Führerschein können das Dörpsmobil ebenfalls mieten. Dafür gibt es einen ehrenamtlichen Fahrdienst, der ebenfalls über den Verein organisiert ist.
    • Die Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V., das Landes-Innenministerium und das Landes-Umweltministerium unterstützen die Verbreitung des Projekts aktiv und mit 600.000 Euro bis 2021.

    Erfolge

    • Die Fahrzeuge tragen sich alleine aus den Mitgliedsbeiträgen und Nutzungsgebühren. Etwa 30 Personen nutzen das Dörpsmobil in Klixbüll.
    • 20 weitere Dörpsmobile in anderen Orten sind bereits entstanden.
    • Ein Dörpsmobil-Manager koordiniert nun die Implementierung des Konzepts in schleswig-holsteinischen Gemeinden.
    • Veröffentlichung des Leitfadens zur Implementierung des Dörpsmobils in anderen Kommunen
    • Eine landesweite Buchungssoft- und Hardware wird durch das Land Schleswig-Holstein finanziert.
    • Es herrscht bundesweit großes Interesse am Dörpsmobil und weiteren Aktivitäten der Gemeinde Klixbüll.
    • Das Dörpsmobil wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter ein Themenpreis bei der schleswig-holsteinischen Energieolympiade und der Tassilo-Tröscher Preis der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. (2017).
    • Perspektivisch soll das Dörpsmobil die Rufbus-Systeme in Schleswig Holstein ersetzen.

    Kontakt

    Werner Schweizer

    Bürgermeister
    Gemeinde Klixbüll (Kreis Nordfriesland)
    25899 Klixbüll

    Weitere Informationen

    Dörpsmobil Klixbüll

    Gemeinde Klixbüll

     Praxis-Leitfaden „Dörpsmobil SH – Wir bewegen das Dorf des AktivRegionen-Netzwerkes Schleswig Holstein (Hrsg.) (pdf) 

    Gedruckte Exemplare können über die Geschäftsstelle der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V. bestellt werden:

    Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V.

    Ansprechpartner: Torsten Sommer

    Hamburger Chaussee 25

    24220 Flintbek

          Email: info@alr-sh.de

  • Krefeld – Kommunale Flüchtlings- und Ehrenamtskoordination

    Mit Laufmappe und Leitfaden: Die Stadt Krefeld baute um-fassende Strukturen für die ganzheitliche Integration von Geflüchteten auf. Herzstück ist ein Büro für die Flüchtlings-koordination, das als Stabsstelle im Fachbereich Migration und Integration angesiedelt ist.

    Ausgangslage

    • Das Beratungs- und Unterstützungssystem in der Arbeit mit Geflüchteten ist hoch komplex. Für eine gelingende Integration Geflüchteter bedarf es einer gut abgestimmten Kommunikations- und Steuerungsstruktur.
    • Ein fehlender oder unzureichender Überblick über die Ansprechpartner sowie die rechtlichen und alltäglichen Herausforderungen verzögert den (beruflichen) Integrationsprozess Geflüchteter.
    • Seit 2015 hat die Stadt Krefeld etwa 4.000 Geflüchtete aufgenommen. Ein großer Anteil der Geflüchteten in Krefeld ist jung und hochmotiviert. Die Geflüchteten bringen Potenziale als Fachkräfte oder Auszubildende mit.
    • Die Stadt Krefeld ist eine der Pilotkommunen im Rahmen des Projekts „Ankommen in Deutschland“. „Ankommen in Deutschland“ begleitet Kommunen bei der ganzheitlichen Integration von Geflüchteten. Es ist ein Kooperationsprojekt der Bertelsmann Stiftung und des IQ Netzwerk und wird von der Stiftung JP Morgan Chase Foundation gefördert. 

    Ziele

    • Aufbau einer langfristig angelegten Steuerungs­ und Kommunikationsstruktur, um Folgendes abzusichern:
      • Transparenz über die Angebotsstrukturen zwischen den verschiedenen Institutionen und Diensten
      • abgestimmte Gestaltung der Begleit-­ und Förderketten
      • Schnittstellenmanagement im Interesse der Geflüchteten
      • Einbindung der vielfältigen Potentiale des Engagements der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft

    Umsetzung

    • Die Stadt Krefeld baute Strukturen für die ganzheitliche Integration von Geflüchteten auf. Insbesondere richtete die Stadt ein Büro für die Flüchtlingskoordination ein.
    • Im Büro Flüchtlingskoordination der Stadt Krefeld werden dezentrale und quartiersbezogene Unterstützungsangebote für Geflüchtete auf- und ausgebaut. Dabei werden alle gesellschaftlichen Akteure eingebunden. Beispiele für Aktivitäten des Büros für Flüchtlingskoordination:
      • Aufbau und Verstetigung einer dezentralen ehrenamtlichen Hilfestruktur
      • Aufbau von Paten- und Lotsensystemen zur Unterstützung der langfristigen Arbeitsmarktintegration
      • Ausbau der Zusammenarbeit der Akteure, die an Sprachkursen beteiligt sind
      • Entwicklung der Sprachförderketten über Integrationskurse und Berufssprachkurse
      • Nutzbarmachung steuerungsrelevanter Daten und Fachinformationen    
      • Informationsveranstaltungen für Geflüchtete: Die Veranstaltungen finden an Orten statt, die den Geflüchteten als regelmäßige Treffpunkte vertraut sind (Stadtteilcafés, Sprachtreffs etc.).
    • Alle wichtigen Dokumente und Unterlagen der Geflüchteten werden in einer ‚Laufmappe‘ gebündelt. So werden Doppelerhebungen der beteiligten Organisationen vermieden.
    • Ein ‚Leitfaden für Geflüchtete‘ dient als Hilfestellung für Geflüchtete bei ihrer Ankunft. Der Leitfaden wurde vom Flüchtlingskoordinator und der örtlichen Volkshochschule unter der Mitwirkung von zwei Geflüchteten auf Deutsch, Englisch, Französisch, Farsi und Arabisch erstellt.
    • Der ‚Leitfaden für Unternehmen‘ bietet interessierten Unternehmen eine erste Hilfestellung und einen Überblick über Ansprechpartner und zuständige Stellen für die Beschäftigung bzw. Ausbildung von Geflüchteten
    • Das Büro für Flüchtlingskoordination Krefeld verfügt über ein eigenes Budget aus dem kommunalen Haushalt.

    Erfolge

    • Durch die Einrichtung des Büros Flüchtlingskoordination Krefeld konnte eine effizientere und nachhaltige Zusammenarbeit aller Akteure erreicht werden, die für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten in der Arbeitswelt wichtig sind.
    • Die Stabsstellen der Kommunalen Integrationszentren (KI) wurden vom Land noch einmal mit zusätzlichen Mitteln gefördert.
    • Inzwischen gibt es einen neuen Fachbereich für Migration und Integration, der unter einem Dach die Ausländerbehörde, das Büro Flüchtlings-/ Ehrenamtskoordination, das Kommunale Integrationszentrum, die Asylbewerberleistungen sowie die Organisation der Unterkünfte inkl. Sozialarbeit zusammenfasst.
    • Das Büro Flüchtlingskoordination ist mittlerweile im neugegründeten Fachbereich Migration und Integration als Stabsstelle angesiedelt.

    Kontakt

    Doris Schlimnat

    Büro Flüchtlingskoordination
    Fachbereich Migration und Integration Stadt Krefeld
    St.-Anton-Straße 69
    47798 Krefeld
    Telefon: 02151 - 6458215

    Frau Dr. Tagrid Yousef

    Abteilung Integration
    Fachbereich Migration und Integration Stadt Krefeld
    Konrad-Adenauer-Platz 17
    47803 Krefeld
    Telefon: 02515 - 862502

    Weitere Informationen

  • Kreis Gütersloh – Die Bewegungskiste

    Ein „bewegtes" Sportkonzept für den Offenen Ganztag: Die „Bewegungskiste" vermittelt Kindern Freude an Bewegung, Spiel und Sport und schult dabei ihre motorischen Fähigkeiten. Schule, Ganztagsträger und Sportvereine arbeiten dabei eng mit Eltern zusammen.

    Ausgangslage

    • Die flächendeckende Einführung des Ganztags in den Schulen hat Auswirkungen auf den organisierten Vereinssport:
      • Die Zeitsouveränität der Schülerinnen und Schüler nimmt ab. Der klassische Vereinssport verschiebt sich im Tagesablauf nach hinten oder fällt für manche Kinder ganz weg.
      • Vereine treffen auf reduzierte Sportstättenkapazitäten, da diese am Nachmittag vermehrt von Schulen genutzt werden.
      • In vielen Wettkampf- und vor allem Mannschaftssportarten verändert sich der Trainingsbetrieb deshalb nachhaltig.
    • Die Vereinsentwicklung der kommenden Jahre muss sich an den oben beschrieben Veränderungen der Bildungs- und Betreuungssysteme orientieren, um gezielte, flächendeckende Zugänge der Institution Verein zu der Institution Schule zu schaffen.

    Ziele

    • Ziele der „Bewegungskiste" sind:
      • Freude an Bewegung, Spiel und Sport als Voraussetzung für eine optimale physische und psychische Entwicklung bei den Kindern wecken
      • die Kinder über die Institution Schule an sportliche Aktivität gewöhnen
      • Ausweitung der sportbezogenen Angebote in Schulen in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Sportvereinen
    • Gleichzeitig soll ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen im Kreis Gütersloh geleistet werden.
    • Übergeordnetes Ziel ist es, dem Sport mit seinen vielfältigen Leistungen für Bildung und Erziehung, Entwicklung und Gesundheit, soziale Kommunikation und Integration eine stärkere Position und noch größere Akzeptanz in unserer Gesellschaft zu verschaffen. 

    Umsetzung

    • Die „Bewegungskiste" bietet, ergänzend zum Schulsport, ein alters- und entwicklungsgerechtes, ganzheitliches Angebot zur motorischen Grundausbildung von Grundschülern in der Nachmittagsbetreuung an.
    • Die Förderung insbesondere für weniger sportaffine Kinder steht im Vordergrund.
    • Jede „Bewegungskiste" ist dabei individuell auf die speziellen Bedarfe (Anlehnung an Lehrplan, Abstimmung der pädagogischen Ziele u.a.) und die vorhandenen Gegebenheiten zugeschnitten.
    • Das Format wird an den beteiligten Grundschulen pro Klassenstufe mindestens einmal in der Woche für 60 Minuten durch qualifizierte Übungsleiter mit maximal 15 Kindern pro Kurs angeboten.
    • Die „Bewegungskiste" ist für die Kinder der 1./2. Klasse fester Bestandteil der Ganztagsbetreuung.
    • Für die Kinder der 3./4. Klasse wird stattdessen das Format "Sportprofis" angeboten, das in AG-Format wählbar ist und den Kindern verschiedene Sportarten näher bringt.
    • Verantwortlich für Initiierung und Organisation der „Bewegungskiste" sind der Kreissportbund Gütersloh e.V. und der AWO – Kreisverband Gütersloh e.V.
    • Der Kreissportbund Gütersloh unterstützt in seiner Rolle als Projektkoordinator z.B. die Sportvereine auf der Suche nach qualifizierten Übungsleitern. 
    • Übungsleiterinnen und Übungsleiter sind Lizenzinhaber mindestens der C-Lizenz oder (angehende) Sportlehrkräfte (in höheren Semestern).
    • Konzeptionstreffen bzw. Fortbildungen für Übungsleiterinnen und Übungsleiter tragen zum Erfahrungsaustausch und zur ständigen Verbesserung des Angebotes bei.
    • Es werden die bestehenden Räumlichkeiten und Möglichkeiten der jeweiligen Grundschule (Turnhalle, Außengelände, Sportgeräte…) genutzt.
    • Darüber hinaus bietet der Kreissportbund Gütersloh einen Sportgeräte-Fundus an, in dem neben Sportgeräten auch Alltagsgegenstände wie Wäscheklammern o.ä. für Sportspiele ausgeliehen werden können.
    • Außerdem gibt es eine Sportbibliothek, in der sich die Übungsleiterinnen und Übungsleiter selbstständig fortbilden können.
    • Die Übungsleiterinnen und Übungsleiter stehen mit dem Kreissportbund Gütersloh in Vertrag (Honorarvertrag). Die angebotenen Stunden der „Bewegungskiste" werden der AWO in Rechnung gestellt.
    • Abstimmungen und Fixtermine gemeinsam mit der Schule, dem Ganztag und dem Verein ermöglichen eine übergreifende Klärung der pädagogischen Ziele und Abläufe im Schulalltag.
    • Darüber hinaus garantieren Schul-Steuerungstreffen sowie Auswertungstreffen eine Qualitätssicherung auf beiden Seiten.
    • An Info-Elternabenden wird das Bewegungsangebot vorgestellt. Damit werden auch Beteiligungs- und Mitspracherechte von Eltern und Kindern bei der Konzeption und Ausgestaltung gewahrt.

    Erfolge

    • Derzeit koordiniert der Kreissportbund Gütersloh über 100 „Bewegungskisten"-Gruppen, geleitet von rund 40 qualifizierten Übungsleiterinnen und Übungsleitern.
    • Über 1.500 Kinder nehmen wöchentlich an dem Angebot teil.
    • Der Kreissportbund Gütersloh ist an 21 Schulen mit 11 Vereinen Ansprechpartner für die Bewegungskiste und weitere außerschulische Bewegungsangebote.
    • Sportvereine können sich über das Sportkonzept „Bewegungskiste" im Ganztag engagieren und dadurch ihren Sportverein und ihre Sportart bekannt machen.
    • Die Bewegungskiste hat sich innerhalb von 6 Jahren etabliert: Aus einem Projekt mit 4 Schulen ist ein bewährtes und bekanntes Konstrukt in der Bildungslandschaft im Kreis Gütersloh geworden.

    Kontakt

    Kreissportbund Gütersloh e.V.

    Am Reckenberg 6
    33378 Rheda-Wiedenbrück
    Telefon: 05241 85 1441

    AWO - Kreisverband Gütersloh e.V.

    Böhmerstraße 13
    33330 Gütersloh
    Telefon: 05241 - 9035-0

    Weitere Informationen

    Kreissportbund Gütersloh - Schulsport und Ganztag: www.ksb-gt.de/themen/nrw-bewegt-seine-kinder/schule-ganztag/

    Sportjugend NRW Unterstützungsleistungen zur Kooperation: www.sportjugend.nrw/unser-engagement/fuer-schulsport-und-ganztag/unterstuetzungsleistungen-zur-kooperation/

    Bewegungskiste (Video) : www.ksb-gt.de/fileadmin/co_system/guetersloh/media/Editorial/Downloads/NRW_bsK/BeimSportGelernt_Dennis_Heymann.mp4

  • Kreis Paderborn - Bearbeitung von Asylverfahren vor Ort

    Flexible Kommunalverwaltung: Die Ausländerbehörde des Kreises Paderborn unterstützte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durch die Bearbeitung der Asylanträge von Geflüchteten direkt vor Ort. Nach der Aufnahme sämtlicher Asylanträge im Kreis Paderborn wurde das Projekt beendet.

     

    Ausgangslage

    • Bei Projektstart lebten nahezu 6.000 Flüchtlinge im Kreis Paderborn.
    • In Deutschland müssen alle Flüchtlinge ihren Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen.
    • Da es oftmals sehr lange dauert um einen Termin bei einer Außenstelle des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zur Asylantragsstellung zu bekommen und der Weg dorthin gewährleistet werden muss, übernahmen nun erstmalig Mitarbeiter/innen der Ausländerbehörde des Kreises Paderborn die Antragsstellung vor Ort.

    Ziele

    • Durch die Übernahme der Asylantragsstellung sollte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entlastet werden.
    • Zielperspektive des Pilotprojektes war es, in etwa sechs Monaten alle Antragsverfahren zu eröffnen, sodass im Anschluss sofort mit Sprachkursen, Eingliederungsmaßnahmen und Förderprogrammen begonnen werden kann. Die anschließende Arbeitsvermittlung sollte in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit gewährleistet werden.

    Umsetzung

    • Für das Pilotprojekt wurden insgesamt sieben Mitarbeiter/innen eingesetzt.
    • Um den Rückstau der Anträge so schnell wie möglich zu beheben, war die Terminvorgabe klar geregelt: Zunächst wurden Dolmetscher für die jeweiligen Herkunftsländer organisiert. Für die Terminvergabe setzten sich die Mitarbeiter/innen mit den Kommunen in Verbindung, in denen die Flüchtlinge aus den „passenden" Ländern untergebracht waren. Danach wurden die Termine zur Antragsstellung vereinbart.
    • Die Antragsstellung erfolgte in den Räumen des Jobcenters für den Kreis Paderborn. Dafür wurde eine sogenannte Vollakte angelegt: Die Personalien wurden erfasst, die Umstände der Flucht erfragt und dokumentiert. Anschließend erfolgte die erkennungsdienstliche Behandlung. Dazu wurden die Fingerabdrücke genommen und ein Foto erstellt.
    • Die digitalisierte Akte wurde im Anschluss dem BAMF zugeleitet. Dieses traf die abschließende Entscheidung über den Asylantrag.

    Erfolge

    • Das deutschlandweite Pilotprojekt beschleunigte die Bearbeitung der Asylanträge und das Ankommen der Geflüchteten im Kreis Paderborn.
    • Durch die erkennungsdienstliche Behandlung wurde eine Sicherheitslücke geschlossen. Die registrierten Fingerabdrücke wurden mit der entsprechenden EU-Datenbank abgeglichen sodass eine Mehrfachregistrierung erkennbar wurde.
    • Das Projekt hat bundesweit Interesse hervorgerufen und ist in weiten Teilen von Politik und Gesellschaft positiv bewertet worden.
    • Der Landrat des Kreises Paderborn setzte hier ein Zeichen für die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Kommunalverwaltung.

    Kontakt

    Frau Pitz

    Amtsleiterin Pressesprecherin
    Kreis Paderborn
    Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Aldegreverstraße 10 – 14
    33102 Paderborn

    Weitere Informationen

  • Kreis Rendsburg-Eckernförde - Interkommunale Kooperation im Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg

    Gemeinsam weiterentwickeln: Im Kreis Rendsburg-Eckernförde arbeiten 13 Gemeinden bei der Raumentwicklung auf Augen-höhe zusammen. Prinzipien dabei sind Freiwilligkeit und Gleichberechtigung sowie die kommunale Eigenständigkeit und Selbstständigkeit.

     

    Ausgangslage

    • Die Zusammenarbeit der dreizehn Kommunen im Kreis Rendsburg-Eckernförde geht auf das Jahr 2002 zurück. Beteiligt sind von Beginn an die Gemeinden Alt Duvenstedt, Borgstedt, Fockbek, Jevenstedt, Nübbel, Schacht-Audorf, Osterrönfeld, Rickert, Schülldorf, Schülp b. Rendsburg und Westerrönfeld und die der Städte Büdelsdorf und Rendsburg.
    • Zusammen bilden diese den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg, im dem rd. 75.000 Einwohner leben. Die Hälfte in den beiden Städten, die andere Hälfte im ländlich geprägten Umland.
    • Die Kommunen sind eng miteinander verflochten: infrastrukturell, baulich und wirtschaftlich und bilden in diesem Sinne eine Region.
    • Sie teilen die Folgen demografischer Veränderungen und die Herausforderung sich im regionalen Standortwettbewerb behaupten zu müssen.
    • Der Handlungsspielraum einer einzelnen Kommune reicht nicht aus, um allein auf die Wirkungszusammenhänge wirksam Einfluss nehmen zu können.
    • Aufgrund der Herausforderungen verbindet die Beteiligten die Einschätzung, dass Konkurrenzen schädlich sind und stattdessen eine konstruktive Zusammenarbeit geboten ist.

    Ziele

    • Die im Kooperationsvertrag formulierten Ziele der im Lebens- und Wirtschaftsraum kooperierenden Kommunen lauten:
      • Denken ohne Grenzen
      • Innenentwicklung fördern
      • Zersiedelung vermeiden
      • Regionale Identität fördern
      • Kommunale Identität wahren
      • Unterschiedliche Lebensqualitäten sichern
      • Freizeitqualitäten und soziale Infrastruktur sichern und ausbauen
      • Den Wirtschaftsraum attraktiv gestalten
    • Aktuell konzentriert sich die Entwicklungsagentur auf die Bereiche „wohnbauliche und gewerbliche Flächenentwicklung", „Einzelhandel", „Verkehr und Mobilität", „Wirtschaft" und „Regionalentwicklung".

    Umsetzung

    • Die Kooperation der 13 Gemeinden im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist auf Dauer angelegt und seit 2012 institutionell in der „Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg, Anstalt des öffentlichen Rechts", verankert.
    • Die Zusammenarbeit gründet sich auf den Prinzipien der Freiwilligkeit und Gleichberechtigung sowie auf das gegenseitige Anerkenntnis der kommunalen Eigenständigkeit und Selbstständigkeit.
    • Der Vorstand wird von Mitarbeitern der beteiligten Verwaltungen gebildet. Der Verwaltungsrat aus den haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeistern der Mitgliedskommunen.
    • Die Einbeziehung der politischen Gremien der Mitgliedskommunen erfolgt durch Regionalkonferenzen, die zweimal jährlich stattfinden. Der Vorstand trifft sich monatlich. Der Verwaltungsrat in der Regel viermal im Jahr.
    • Ungeachtet ihrer Größe hat jede der 13 Kommunen in der Agentur nur eine Stimme.
    • Haupt- und Ehrenamt begegnen sich gleichberechtigt und auf Augenhöhe.
    • Darüber hinaus wurde von Beginn an sichergestellt, dass die Kooperation über eine finanzielle Ausstattung verfügt und damit handlungsfähig ist.
    • Im Vordergrund stehen infrastrukturelle Maßnahmen. Die Bandbreite reicht von verkehrlichen Erschließungsmaßnahmen bis zur Sanierung von Schulen.
    • An der Auswahl der Leitprojekte sind die politischen Gremien aller Mitgliedskommunen beteiligt. Von ihrer aller Zustimmung hängt letztlich die Förderung eines Projektantrages aus dem Strukturfonds ab.
    • Die Mitgliedskommunen zahlen 1% der Umlagegrundlage nach FAG in einen gemeinsamen Strukturfonds ein.
    • Als Teil des Interessenausgleiches, der durch die Bevölkerungsverluste der beiden Städte an die Umlandkommunen begründet ist, zahlen die Umlandkommunen zusätzlich 2.500 EUR je Wohneinheit in den Strukturfonds ein, die auf einer im gemeinsamen Flächenentwicklungsplan definierten Entwicklungsfläche im Umland errichtet wurde. Das jährliche Beitragsaufkommen beläuft sich auf durchschnittlich 750.000,-- EUR.
    • Der Strukturfonds wird zur Realisierung gemeinsamer „Leitprojekte" eingesetzt. Die Finanzkraft des Fonds wird durch die Fördermittel erhöht. Speziell für diesen Bereich wurde 2016 in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsagentur Region Heide, AöR, eine „Leitstelle Fördermittelmanagement" eingerichtet.

    Erfolge

    • Gründung der Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg in der Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts. Die Entwicklungsagentur hat sich über die Jahre als regionale Koordinations- und Entwicklungsinstanz der Region etablieren können.
    • Seit 2006 wurden, finanziert aus dem gemeinsamen Strukturfonds eine Vielzahl gemeinsamer Leitprojekte durchgeführt.
    • Die Entwicklung des gemeinsamen Flächenentwicklungsplanes. Ziele und Entwicklungspotenziale sind für alle Beteiligten transparent und aufeinander abgestimmt.
    • Als Modellvorhaben der Raumordnung wurde der Interessenausgleich entwickelt und vertraglich vereinbart.
    • Die Einrichtung einer Leitstelle „Fördermittelmanagement" in Kooperation mit der Region Heide, AöR.

    Kontakt

    Jan Dumke

    Entwicklungsagentur für den Lebens- - und Wirtschaftsraum Rendsburg
    c/o Stadt Rendsburg
    Am Gymnasium 4
    24768 Rendsburg
    Telefon: 04331 206-330

    Jürgen Wittekind

    Raum & Energie
    Institut für Planung, Kommunikation und Prozessmanagement GmbH
    Lülanden 98
    22880 Wedel
    Telefon: 04103 / 16041

    Weitere Informationen

  • Kyritz - JugendMobil

    Mobilität junger Menschen verbessern: In Kyritz wurden im Modellprojekt „JugendMobil" viele zum Teil kleinteilige Maßnahmen entwickelt und heute noch umgesetzt. In den Prozess waren die Jugendlichen vor Ort eingebunden. 

    Ausgangslage

    • In Brandenburg gibt es ländliche Regionen, die durch den demographischen Wandel stark von Schrumpfung und Alterung betroffen sind.
    • Durch sinkende Bevölkerungszahlen wird vielerorts der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt. Dies macht neue Mobilitätskonzepte erforderlich.
    • Ein schlechtes ÖPNV-Angebot kann die Abwanderung noch verstärken.
    • Insbesondere junge Menschen, die noch keinen Führerschein haben, sind in ihrer Mobilität eingeschränkt.
    • Bisher wurde die Sicherung der Mobilität Jugendlicher nur eingeschränkt als kommunale Aufgabe wahrgenommen.
    • Besonders abends, nachts, am Wochenende und in den Ferien gibt es Angebotslücken beim ÖPNV.
    • Im ländlichen Raum lässt sich der ÖPNV nicht kostendeckend organisieren. Bei weiter schrumpfender Bevölkerung wird er noch ineffizienter.

    Ziele

    • Verbesserung der Mobilitätssituation Jugendlicher
    • Ausbau der Partizipationsmöglichkeiten der etwa 12 bis 18-Jährigen
    • Schaffung von Alternativen zum herkömmlichen ÖPNV, die Modellcharakter für andere Regionen haben können.
    • Junge Menschen sollen dadurch motiviert werden, in der Region zu bleiben.

    Umsetzung

    • Im Modellprojekt "JugendMobil" entwickelte die Stadt Kyritz gemeinsam mit Jugendlichen vielzählige Maßnahmen, die die Mobilität der Jugendlichen vorort verbessert.
    • Ein Projektteam analysierte gemeinsam mit Jugendlichen die Mobilitätssituation junger Menschen und erarbeitete Verbesserungsvorschläge. Dies erfolgte in Ideenwerkstätten, Workshops und regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen, an denen auch Fachexperten beteiligt waren.
    • Es wurden wichtige Kernhandlungsfelder identifiziert (z. B. Angebotslücken beim ÖPNV, mangelnde Verzahnung zwischen ÖPNV und Individualverkehr, Kommunikationsdefizite).
    • Die Jugendlichen stellten ihre Vorschläge verschiedenen regionalen und lokalen Entscheidungsträgern vor.
    • Daraus ging das „Netzwerk Mobilität" hervor.
    • In einer Wissensdatenbank wurden die wichtigsten Vorschläge aus Wissenschaft und Praxis erfasst.
    • Die Hochschule Lausitz unterstützte das Projekt durch die wissenschaftliche Erarbeitung von Mobilitätskonzepten.
    • Ein besonderes Augenmerk lag auf dynamischen Fahrgemeinschaften.
    • Das Mitfahrsystem „flinc" schien besonders gut zu den Bedürfnissen der Jugendlichen zu passen und wurde besonders beworben.
    • Das Projekt „JugendMobil – immer unterwegs, immer erreichbar" wurde als eines von sechs Projekten im Modellvorhaben „Daseinsvorsorge 2030 – innovativ und modern – eine Antwort auf den demografischen Wandel" des Bundesministeriums des Innern gefördert.
    • Die Kleeblattregion Kyritz und die Sängerstadtregion Finsterwalde waren Modellregionen für „JugendMobil".
    • Das Projekt „JugendMobil" wurde auch im Spreewalddreieck Lübbenau/Calau/Vetschau umgesetzt. Hier finanziert durch das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg.

    Erfolge

    • Vielfältige Maßnahmen wurden und werden umgesetzt, z.B.:
      • Saisonale Taktung der Stadtlinie: Ab Mai fährt die Stadtlinie stündlich z.B. zum Strandbad. Auch am Wochenende und besonders bei großen Veranstaltungen, wie dem Stadtfest, fährt sie häufiger.
      • Bei Großveranstaltungen werden temporär auch neue Haltestellen eingerichtet.
      • Vergünstigungen verschiedener bestehender Ticketangebote für junge Menschen, z.B. 50/50-Taxi-Ticket, VBB-Ferientickets.
      • Einrichtung von Rufbussen, Ruftaxen und Discomobilen. Die Fahrten werden teilweise von Krankenkassen subventioniert.
      • Verbesserung der Fahrgastinformation.
    • Kontinuierliche Verbesserung der Schnittstellen zwischen ÖPNV und Fahrrad in der Kleeblattregion. Dazu gehören u.a. mehr Fahhradständer im Stadtgebiet, eine Fahrrad-Leihstation am Tourismusbüro und der Ausbau der Radwege um Orte miteinander zu verbinden.
    • Die Mitfahrzentrale „flinc" wurde innerhalb eines Jahres von etwa 120 Mitfahrern genutzt.
    • In allen drei Regionen soll die Netzwerkarbeit bedarfsorientiert fortgeführt werden. Das Netzwerk Mobilität in seiner bisherigen Zusammensetzung dient künftig als Steuerungsrunde für das weiter auszubauende Mobilitätsmanagement.
    • Auch nach Abschluss des Modellprojekts werden die Jugendlichen in Kyritz weiterhin regelmäßig zu ihren Bedarfen befragt.
    • Hinweise aus der Bevölkerung hinsichtlich Mobilitätslücken werden von der Stadt Kyritz gerne angenommen.

    Kontakt

    Nora Görke

    Bürgermeisterin der Stadt Kyritz
    Telefon: 033971 - 85 210

    Weitere Informationen

  • Landau - Grundschule Süd

    Mehr als lesen, rechnen und schreiben lernen: In Landau heißt Schule auch mitbestimmen und Verantwortung übernehmen von Anfang an. Die Grundschule Süd fördert eine demokratische Schulkultur und eigenverantwortliches Lernen.

    Ausgangslage

    • In der Grundschule Süd werden rund 200 Schüler in 9 Klassen unterrichtet. Die Schülerschaft zeichnet sich durch große Heterogenität aus:
      • Kinder aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien
      • Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen und aus der gehobenen Mittelschicht
      • Kinder mit deutscher Muttersprache
      • Kinder mit Migrationshintergrund 
    • Seit der Einrichtung der Schwerpunktschule im Jahre 2002 werden Kinder mit Beeinträchtigungen integrativ mit nicht beeinträchtigten Kinder unterrichtet.
    • Das Kollegium der Grundschule Süd setzt sich aus Grundschullehrerinnen, Förderlehrerinnen, pädagogischen Fachkräften und Integrationshelferinnen zusammen.
    • Der Aufbau einer neuen Schule bot die Chance, das Motto „Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren." (André Gide) in die Tat umzusetzen, die Vorstellungen von einer „guten" Schule zu verwirklichen und ein eigenes Schulprofil zu entwickeln.

    Ziele

    • Zu den wichtigsten Zielen gehörten und gehören:
      • Beteiligung der Kinder am Unterricht und am Schulleben (Partizipation)
      • eigenverantwortliches Lernen
      • individuelle Förderung/Forderung und Integration beeinträchtigter Kinder
    • Aus diesen 3 Zielen wurden die 3 Säulen des Schulkonzeptes entwickelt:
      • demokratische Schulkultur
      • EVAZ (eigenverantwortliche Arbeitszeit)
      • Schwerpunktschule (gemeinsames Lernen beeinträchtigter und nichtbeeinträchtigter Kinder)
    • Im Schulalltag stehen diese 3 Säulen nicht isoliert nebeneinander, sondern gehen ineinander über und bedingen sich gegenseitig.

    Umsetzung

    • Demokratische Schulkultur (Säule 1)
      • „Mitbestimmen und mitverantworten" war vom ersten Tag an der pädagogische Grundgedanke der Grundschule Süd.
      • Die Kinder sollen Verantwortung für das Zusammenleben und Zusammenarbeiten in der Schule (Lernklima, Schulgebäude, Gelände) übernehmen, sich partizipativ an der Unterrichtsgestaltung beteiligen. Gleichzeitig können sie ihre Interessen außerhalb der Schule (Gemeinde, Stadt, Stadtteil) wahrnehmen.
      • Als Foren demokratischen Handelns und Partizipation wurden folgende Gremien eingerichtet: wöchentlicher Klassenrat in allen Klassen, zweimal monatlich Abgeordnetenversammlung und eine monatliche Schulversammlung, an der alle Lehrkräfte und alle Schüler teilnehmen.
      • An 4 Demokratietagen im Jahr werden Kompetenzen trainiert, die für die aktive Mitarbeit in den oben genannten Gremien und für die Partizipation am Unterricht erforderlich sind.
      • Demokratische Schulkultur wird in der GS Süd als dynamischer Prozess verstanden, der ständig gemeinsam reflektiert und evaluiert wird.
      • Die Beschäftigung mit den UNO-Kinderrechten ist ein fester Bestandteil der Demokratieerziehung in der Schule.
    • EVAZ (eigenverantwortliche Arbeitszeit) (Säule 2): Da es keine „gleichen" Schüler gibt, ist es Ziel der pädagogischen Arbeit, das selbstgesteuerte eigenverantwortliche Lernen mit der Vielfältigkeit individuellen Lernens als organisches Ganzes zu verbinden.
    • Schwerpunktschule (gemeinsames Lernen beeinträchtigter und nichtbeeinträchtigter Kinder) (Säule 3):
      • Nicht aussortieren, sondern integrieren! Das gehört zum demokratischen Selbstverständnis der Grundschule Süd.
      • Die pädagogische Arbeit der Grundschule Süd entsprach von Anfang an den Grundsätzen des „individuellen Lernens", der Akzeptanz der Vielfalt und Andersartigkeit und damit den Leitlinien der Schwerpunktschulen in Rheinland-Pfalz.
      • Seit 2002 ist die Schule eine Schwerpunktschule und beeinträchtigte und nicht beeinträchtigte Kinder werden gemeinsam unterrichtet.

    Erfolge

    • Die Grundschule Süd in Landau erhielt folgende Auszeichnungen:
      • Deutscher Schulpreis der Robert-Bosch-Stiftung (2010)
      • besondere Anerkennung für demokratisches Handeln, Kinder haben Rechte, Klassenrat durch Theodor-Heuss-Stiftung und Akademie für Bildungsreform
      • Hans-Götzelmann-Preis von der Berghofstiftung für „Konfliktforschung"
      • Mit Aktionen in einer Themenwoche zu den Kinderrechten wurde die Schule als Sonderbotschafter von Unicef ausgezeichnet (2007).
    • Seit 2008 ist die Grundschule Süd Modellschule für Demokratie und Partizipation in Rheinland-Pfalz.
    • viele Hospitationsanfragen von Lehrkräften anderer Schulen und angehenden Lehrkräften

    Kontakt

    Grundschule Süd

    Raimund-Huber-Str. 14
    76829 Landau/Pfalz
    Telefon: 06341 - 134482

    Weitere Informationen

    Grundschule Süd: gs-sued-ld.de/index.php?id=51

    Bildungsserver Rheinland-Pfalz

     

  • Landkreis Borken - Praxismonat Allgemeinmedizin als 'Landarzt'

    Praxismonat Borken Praxismonat Borken

    Praxismonat Allgemeinmedizin: Der Landkreis Borken bietet angehenden Medizinerinnen und Medizinern an, einen Praxismonat in einer Arztpraxis oder in einem Krankenhaus auf dem Land zu absolvieren. 10 neue Ärzte konnten durch die Öffentlichkeitsarbeit bereits gewonnen werden.

    Ausgangslage

    • Bedingt durch den demographischen Wandel gibt es immer mehr ältere mehrfach erkrankte Patienten.
    • Auch die Hausärzte werden immer älter. 35 Prozent der Hausärzte im Landkreis Borken sind über 60 Jahre alt und werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen.
    • In ländlichen Regionen fehlt es jedoch oftmals an Nachwuchsmedizinern und langfristig kann damit die medizinische Nahversorgung gefährdet sein.

    Ziele

    • Der Kreis Borken möchte angehende Ärzte und Ärztinnen für eine Tätigkeit als Landarzt begeistern.
    • Junge Medizinstudierende sollen von den exzellenten Aus- und Weiterbildungs-möglichkeiten in den Krankenhäusern der Regelversorgung und den allgemeinmedizinischen Praxen des Kreisgebietes überzeugt werden.
    • Der Kreis Borken soll als lebens- und liebenswerte Region für den ärztlichen Nachwuchs präsentiert werden.
    • Das Projekt „Raus aufs Land – Praxismonat Allgemeinmedizin" will durch ein passgenaues Konzept den ärztlichen Nachwuchs auf die Region und die ausgezeichneten fachlichen Rahmenbedingungen aufmerksam machen.

    Umsetzung

    • Im Kreis Borken können zweimal im Jahr jeweils fünf angehende Medizinerinnen und Mediziner einen Monat lang die Tätigkeit als Landarzt in einer Arztpraxis oder in einem Krankenhaus erproben. 
    • Dies wird durch eine gemeinsame Unterkunft und die Bereitstellung eines Autos unterstützt.
    • Die Einsatzpläne werden nach den jeweiligen Neigungen und Wunschfächern der Studierenden erstellt. Hinzu kommen attraktive fachliche Zusatzangebote, wie z. B.:
      • Naht- und Knotenkurs 
      • EKG-Seminar 
      • Arbeiten am Da-Vinci-Simulator
    • Angehende Assistenzärzte für Allgemeinmedizin werden intensiv über mögliche finanzielle Förderungen durch das Land NRW sowie dem Bund beraten.
    • Auf Wunsch ist der Kreis Borken bei der Organisation und Vermittlung der passgenauen Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin im Kreis Borken behilflich.
    • Der Weiterbildungsverbund „Ärztinnen und Ärzte in den Kreis Borken" ist Kooperationspartner des Projektes „Praxismonat Allgemeinmedizin". Im Weiterbildungsverbund sind sechs Kliniken an acht Standorten und derzeit 22 Praxen mit über 30 Ärzten und Ärztinnen beteiligt.
    • Der Kreis Borken wirbt mit Dynamik, einer guten wirtschaftlichen Situation, Familienfreundlichkeit, Lebensqualität, Natur, Sport und Kultur. Außerdem werden die guten Karriereaussichten für angehende Hausärzte und Hausärztinnen herausgestellt. 

    Erfolge

    • Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit konnten bereits 10 neue Ärzte für das Kreisgebiet gewonnen werden und viele Vermittlungs- und Informationsgespräche geführt.
    • Einige der Studierenden erhalten ein Stipendium oder absolvieren ihr praktisches Jahr in einem der beteiligten Krankenhäuser.
    • Die gute fachliche Anleitung und die persönliche Betreuung während des Praxismonats Allgemeinmedizin überzeugte die bisher teilnehmenden Studierenden:
      • Sie fungieren damit an ihren Universitäten als Botschafter für die Region.
      • Viele entscheiden sich direkt dafür, weitere Ausbildungsabschnitte im Kreis Borken zu absolvieren.
    • Das Konzept des Praxismonates ist einzigartig und erhält überregionale Anerkennung.

    Kontakt

    Annette Scherwinski

    Kreis Borken, Fachbereich Gesundheit
    Telefon: 02861/82-1165

    Regina Kasteleiner

    Kreis Borken, Fachbereich Gesundheit
    Telefon: 02861/82-1094

    Weitere Informationen

  • Landkreis Darmstadt-Dieburg - "Gemeinsam Leben und Arbeiten" für geflüchtete Frauen

    Ausschließlich für geflüchtete Frauen: Das Modellprojekt „Gemeinsam Leben und Arbeiten im Landkreis Darmstadt-Dieburg (GeLa)“ ist speziell auf die besonderen Bedarfe dieser Zielgruppe zugeschnitten. Schwerpunkte sind Spracherwerb und berufliche Orientierung. 

    Ausgangslage

    • Häufig sind geflüchtete Frauen in ihren Herkunftsländern verantwortlich für Familie, sozialen Zusammenhalt und Zukunftsplanung der Kinder.
    • Die meisten kommen in Begleitung männlicher Familienmitglieder nach Deutschland.
    • Der Vorrang wird häufig dem Spracherwerb und der beruflichen Integration der männlichen Familienmitglieder gegeben. Dies führt zu einer Verfestigung der bestehenden Strukturen, tradierter Rollenbilder und zu einer Unterrepräsentation geflüchteter Frauen am Arbeitsmarkt, bei arbeitsmarktfördernden Maßnahmen und Sprachkursen.
    • Migrantinnen erwerben ihre schulischen und beruflichen Kompetenzen an unterschiedlichen Orten und nicht immer nach formalisierten Standards. Vielfach werden sie deshalb nicht in Datenerhebungen erfasst und wahrgenommen.
    • Oft werden Spracherwerb und Hinführung zum Arbeitsmarkt bzw. berufliche Orientierung voneinander abgekoppelt.

    Ziele

    • Primäres Ziel ist es, die gesellschaftliche Integration und Beschäftigungsfähigkeit zugewanderter Frauen zu verbessern. Frühzeitige Aktivierung trägt dazu bei, sich mit der neuen Lebenswirklichkeit und unterschiedlichen Lebensverhältnissen in Deutschland vertraut zu machen.
    • Eine regionale Vernetzung der Teilnehmerinnen, die Begegnung und Hilfestellung im Alltag.
    • Konkret zu erreichende Zielsetzungen des Programmes für die Teilnehmerinnen sind:
      • Spracherwerb mit dem Ziel des Zertifikats nach dem europäischen Referenzrahmen
      • berufliche Orientierung
      • Entwicklung einer beruflichen Perspektive

    Umsetzung

    • Das Modellprojekt „Gemeinsam Leben und Arbeiten im Landkreis Darmstadt-Dieburg (GeLa)“ wird vom „Zentrum für Information, Beratung und Bildung (ZIBB)“ in Groß-Umstadt umgesetzt. Die Leistungen sind speziell auf die besonderen Bedarfe geflüchteter Frauen zugeschnitten. Die Schwerpunkte von GeLa sind der Spracherwerb und die gleichzeitige berufliche Orientierung. 
    • Die Maßnahme verbindet die beiden Bereiche Spracherwerb und Hinführung zum Arbeitsmarkt miteinander, um bereits vorhandene Kompetenzen zu berücksichtigen.
    • Das Gruppenangebot läuft 12 Monate in Teilzeit, an 4 Tagen pro Woche.
    • Inhalte der Maßnahme sind:
      • Sprachunterricht (600 Unterrichtseinheiten)
      • Orientierungsunterricht (Recht, Normen, Sitten, Gebräuche …)
      • Berufliches Gruppencoaching (Kompetenzfeststellung, Standortanalyse, Arbeitsmarkt, Berufsbilder, Berufsfindung, Aus- und Weiterbildung, Bewerbungstraining…)
      • Berufliches Praktikum von 3-4 Wochen z.B. in betreuenden Schulen, Kindergärten, Altenpflegeheimen, Gaststätten- und Hotels
      • PC-Grundkurs
      • Zielentwicklung
      • Einzelcoaching und Trauma-sensible und psychosoziale Beratung, sowie die Einbeziehung der Ehepartner
      • Sozialpädagogische Unterstützung
    • Das Projekt wird vom Landkreis und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Hessen gefördert.

    Erfolge

    • Das Ziel des Modellprojekts - eine frühzeitige Aktivierung von asylsuchenden Frauen mit und ohne Kinder in laufenden Asylverfahren -wurde erreicht. Die meisten Frauen haben sich für eine Einstiegsqualifizierung über die Kreisagentur für Beschäftigung entschieden.
    • Keine Maßnahmenabbrüche (außer zwei Schwangerschaften und einem Umzug)
    • Zertifikatserwerb nach dem europäischen Referenzrahmen
    • erfolgreich absolvierte betriebliche Praktika
    • konkrete weitere Berufswegeplanung und Anschlussmaßnahmen
    • hohe Solidarität innerhalb der Gruppe über religiöse, ethnische, soziale Grenzen hinaus
    • gute Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Helfersystem
    • Einbeziehung der Partner in Fürsorgearbeit und Berufswegeplanung
    • Ein neuer Kurs wurde bereits bewilligt.

    Kontakt

    Andrea Balmerth

    Pädagogische Leitung/Geschäftsführung
    Zentrum Information Beratung Bildung (ZIBB) – Frauen für Frauen e.V.
    Steinschönauer Straße 4b
    64823 Groß-Umstadt
    Telefon: 06078 72377

    Weitere Informationen

    Modellprojekt GeLA

    Zentrum Information Beratung Bildung (ZIBB) – Frauen für Frauen e.V.

     

    Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Hessen.

  • Landkreis Emsland - Tatort Dorfmitte

    Ehrenamtliches Engagement zu fördern wird vor dem Hintergrund der schlechten Haushaltslage vieler Kommunen in Deutschland immer wichtiger. Das Projekt „Tatort Dorfmitte" initiierte in den Kommunen des Landkreises Emsland Maßnahmen von ehrenamtlichen Helfern.

    Ausgangslage

    • Auch der Landkreis Emsland ist von einer Alterung der Bevölkerung betroffen:
      • Der Anteil der unter 18-Jährigen wird voraussichtlich von 20,3 Prozent im Jahr 2009 auf 15,9 Prozent im Jahr 2030 sinken.
      • Gleichzeitig kann mit einer Steigerung des Anteils der 65- bis 79-Jährigen (von 13,5 Prozent auf 19,6 Prozent) und der ab 80-Jährigen (von 4,1 Prozent auf 7,1 Prozent) gerechnet werden.
    • Das Projekt „Tatort Dorfmitte" wurde daher als ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Emsland in Kooperation mit dem Kreisjugendring und dem Kreisseniorenbeirat ins Leben gerufen.

    Ziele

    • Steigerung der Lebensqualität vor Ort in Zeiten des demographischen Wandels durch aktives, ehrenamtliches Engagement der Bürger - möglichst gemeinsam von Jung und Alt
    • Die Innenentwicklung der Dörfer und Gemeinden wird bei diesem Projekt als eine wichtige Zukunftsaufgabe für ein l(i)ebenswertes Emsland angesehen.
    • Gemeinsam sollen Jung und Alt durch viele „Tatorte", die sich aus unterschiedlichsten Aktivitäten zusammensetzen können, Impulse für die Entwicklung vor Ort geben.

    Umsetzung

    • Um erste konkrete Ziele und Vorschläge zu erarbeiten und die Protagonisten an einen Tisch zu bringen, wurde ein Workshop mit über 100 jüngeren und älteren ehrenamtlichen Teilnehmern durchgeführt.
    • Aus dem Workshop entstanden mehrere konkrete Maßnahmen, die in den Kommunen vor Ort durchgeführt wurden. Viele Projektideen wurden entwickelt und diskutiert. Hierzu gehören
      • die Neugestaltung des Mehrgenerationenplatzes im Dorfkern Versen
      • der Bau von einigen Parkbänken in Osterbrock
      • das Anlegen von Bürgerplätzen in Bawinkel
      • die Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses im Emsbürener Ortsteil Mehringen
      • die Errichtung eines Bolzplatzes in Messingen
      • weitere Projekte siehe: Tatort Dorfmitte
      • Viele engagierte Bürger haben bereits gezeigt, was möglich ist. Weitere Aktionen und Projekte sollen kontinuierlich initiiert werden. Die Ansprechpartner des Landkreises und der jeweiligen Städte und Gemeinden vom kreisweiten Arbeitskreis „Demografie" stehen dabei unterstützend zur Seite.
    • Die konzeptionelle Weiterentwicklung des Projektes wird durch Vernetzung und Austausch vorangetrieben: Im bundesweiten Modellprojekt „Demografiewerkstatt Kommunen" wurde ein sogenannter Werkstattplan erstellt.
    • Als priorisiertes Werkzeug ist „Kommunikationsprozesse zur Dorfentwicklung" definiert worden, welches für das Projekt „Tatort Dorfmitte" neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet.

    Erfolge

    • Das Projekt hat es geschafft, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität in den Kommunen zu initiieren. Mehrere vorbildliche „Tatorte" sind in der speziellen projektbegleitenden Internetseite aufgelistet.
    • Die Aktion „Tatort Dorfmitte" stößt bei den Kooperationspartnern und allen Ehrenamtlichen, die sich bislang beteiligt haben, auf durchweg positives Echo.
    • Etablierung einer Arbeitsgruppe in der Gemeinde Lengerich, die regelmäßig Aktivitäten im Rahmen von „Tatort Dorfmitte" plant und durchführt.
    • Einbringen der eigenen praktischen Erfahrungen in die „Demografiewerkstatt Kommunen"

    Kontakt

    Walter Pengemann

    Demografiebeauftragter
    Landkreis Emsland
    Ordeniederung 1
    49716 Meppen
    Telefon: 05931 - 44 13 25

    Weitere Informationen

  • Landkreis Hersfeld-Rotenburg – die Hausarztakademie für eine bessere medizinische Versorgung auf dem Land

    Junge Mediziner für den ländlichen Raum: Die Hausarztakademie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg unterstützt junge Mediziner während ihrer Ausbildung und der Übernahme einer Praxis. So soll die hausärztliche Versorgung auch zukünftig sichergestellt werden.

    Ausgangslage

    • Das Durchschnittsalter der Hausärzte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt bei 56 Jahren und 37,8 Prozent der Hausärzte sind sogar über 60 Jahre alt.
    • Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hat im Jahr 2016 errechnet, dass von 95 Hausärztinnen und -ärzten, die die Versorgung der rund 121.000 Einwohnerinnen und Einwohner (2015) bewältigen,
      • im Jahr 2020 30 Hausärzte,
      • in 2025 48 und
      • in 2030 voraussichtlich 64 Hausärzte altersbedingt eine Nachfolge suchen werden.
    • Schon jetzt ist die hausärztliche Versorgung nicht mehr in allen Orten sichergestellt.
    • Durch den demographischen Wandel wird die Bevölkerung des Landkreises deutlich altern. Vor allem ältere Menschen sind auf eine gute medizinische Versorgung vor Ort angewiesen, da sie oft nicht mehr so mobil sind.
    • Bereits jetzt sind 23,5 Prozent der Bewohner des Landkreises älter als 65 Jahre. Im Jahr 2030 werden es voraussichtlich 31,5 Prozent sein.
    • Von 2012 – 2030 wird die Bevölkerung im Landkreis geschätzt um 7 Prozent abnehmen.

    Ziele

    • Sicherstellen der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum
    • Weiterbildung der Hausärzte aus einer Hand
    • junge Ärzte auf ihrem Weg zum Arzt für Allgemeinmedizin begleiten und fördern

    Umsetzung

    • Die Hausarztakademie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg unterstützt junge Mediziner während ihrer Ausbildung und bei der Übernahme einer Praxis.
    • Die Akademie wurde vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg, dem Klinikum Bad Hersfeld, dem Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg, dem KKH Rotenburg und niedergelassenen Ärzten in Zusammenarbeit mit dem hessischen Hausärzteverband gegründet.
    • Während der Weiterbildungszeit in der Klinik und Praxis steht den Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung ein Mentor zur Seite.
    • Das Mentoren-Programm beginnt für interessierte Studenten bereits während des Studiums. Bei den Mentoren handelt es sich um erfahrene niedergelassene Ärzte.
    • Auch nach der erfolgreichen Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin stehen die Mentoren den jungen Hausärzten weiter beratend zur Seite.
    • Es besteht die Möglichkeit als niedergelassener Arzt in einer Praxis, Praxisgemeinschaft oder anderen Kooperationsform tätig zu werden oder ggf. die Übernahme einer Praxis.
    • Daneben bietet die Hausarztakademie u. a. Folgendes:
      • beitragsfreie Mitgliedschaft in der Akademie während der Weiterbildung
      • Übernahme der Kosten für die Teilnahme am Weiterbildungskolleg Allgemeinmedizin
      • komfortable Aufstockung der Vergütung während der Weiterbildungszeit in der ambulanten hausärztlichen Versorgung
      • individuelle Mobilitätsunterstützung nach Abstimmung
      • eine klinische Ausbildung nach eigenen Wünschen in verschiedenen Fachgebieten (kurzfristige Fachgebietsrotationen)
      • langfristige Niederlassungsplanung mit Standortanalyse und Finanzierungskonzepten
      • „Schnupperwochen" in den Lehrpraxen
      • Unterstützung bei Wohnungssuche und Kinderbetreuung durch den Landkreis
      • Möglichkeit zum Erwerb von Zusatzbezeichnungen
      • Stammtisch für Ärzte in Weiterbildung, PJler und Famulanten
      • regelmäßigen hausärztlichen Qualitätszirkeltreffen
    • Die Hausarztakademie unterstützt die Weiterbildung von Arzthelfern und Arzthelferinnen zu Versorgungsassistenten und Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH).
    • Das Projekt wird durch Sponsoring und Spenden von Vereinsmitgliedern finanziert.
    • Die Hausarztakademie organisiert die Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin in Kooperation mit dem Klinikum Hersfeld-Rotenburg, dem Kreiskrankenhaus Rotenburg und niedergelassenen Ärzten und garantiert damit eine Weiterbildung aus einer Hand.

    Erfolge

    • Derzeit sind vier Ärzte in Weiterbildung Mitglieder der Hausarztakademie.
    • Ein Einstieg in eine bestehende Praxis durch eine ehemalige Ärztin in Weiterbildung konnte erfolgreich umgesetzt werden.
    • Die Hausarztakademie unterstützte zudem bei der Vermittlung von einer Facharztpraxis und drei hausärztlichen Niederlassungen.

    Kontakt

    Christine Trinks

    Beauftragte für Zukunftsfragen
    Kreisausschuss des Landkreises Hersfeld-Rotenburg
    Friedloser Straße 12
    36251 Bad Hersfeld
    Telefon: 06621 / 87-9101

    Weitere Informationen

  • Landkreis Kassel - Tagespraktikum am Refugees‘ Day

    Der Landkreis Kassel unterstützt Geflüchtete am Refugees‘ Day: Arbeitsuchende Geflüchtete erhalten einen exklusiven Einblick in den deutschen Arbeitsmarkt. Sie lernen Unternehmen kennen und treten in persönlichen Kontakt mit Arbeitgebern aus Nordhessen.

    Ausgangslage

    • Für viele Geflüchtete ist der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt schwieriger als für einheimische Arbeitsuchende. Es besteht der Wunsch, den deutschen Arbeitsmarkt kennenzulernen.
    • Umgekehrt sind nordhessische Unternehmen daran interessiert qualifizierte Arbeitskräfte kennenzulernen.
    • Geflüchtete stehen vor dem eintritt in den deutschan Arbeitsmarkt vor vielfältigen Hemmnissen, beispielsweise:
      • Oft reichen die offiziell genehmigten Deutschkurse nicht aus, um die Berufsschule erfolgreich abzuschließen.
      • Arbeitsstellen sind häufig nur mit Bus und Bahn zu erreichen, wofür eine Monatskarte des öffentlichen Personennahverkehrs gebraucht wird.
      • Für einige Jobs werden Sicherheitsschuhe und andere Arbeitskleidung benötigt.

    Ziele

    • Das Ziel des Refugees‘ Day ist es, sowohl den Geflüchteten als auch den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich gegenseitig kennenzulernen.
    • Geflüchtete können sich nach offenen Stellen und Karrieremöglichkeiten erkundigen, wie auch neue Berufsbilder erkunden.
    • Unternehmen können sich an dem Refugees‘ Day einer größeren Gruppe von Arbeitsuchenden vorstellen, ohne eine große Verpflichtung einzugehen.
    • Die persönliche Begegnung am Refugees‘ Day soll den persönlichen Kontakt ermöglichen, der sonst bei den aktuellen Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes nicht zustande kommen würde.
    • Übergeordnete Zielsetzung ist es, dass Geflüchtete in Kassel ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren können. 

    Umsetzung

    • Zur optimalen Vorbereitung der Veranstaltung erstellen Geflüchtete im Rahmen des Deutschunterrichts einen Steckbrief, aus dem wesentliche Informationen für Beschäftigungsmöglichkeiten entnommen werden können.
    • Verschiedene Partner, wie z.B. IHK, HWK, Hausleitung, Integrationsmanager und ehrenamtliche Unterstützer, setzten sich zusammen und suchen anhand der Steckbriefe Arbeitsplätze in der näheren Umgebung zur Wohn- oder Gemeinschaftsunterkunft.
    • Anschließend werden in der ‚Matchingphase‘ Flüchtlinge für den Refugees‘ Day in einen Betrieb vermittelt.
    • Die gesamte Durchführung des Refugees‘ Day wird in einer WhatsApp Gruppe dokumentiert.
    • Der Refugees‘ Day endet mit einem Auswertungsgespräch, in dem die nächsten Schritte für mögliche Hospitationen, Praktika oder Beschäftigungen erarbeitet werden.
    • Zusätzlich erhalten teilnehmende Geflüchtete Unterstützung während des gesamten Verfahrens einer Beschäftigungsübernahme, wie z. B. beim Erstellen eines Praktikumsvertrags oder bei der Kontaktaktaufnahme mit der Ausländerbehörde.
    • Bei den Gesprächen werden die Teilnehmer angeregt, über derzeitige Probleme bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten im Landkreis Kassel zu diskutieren und über Lösungsansätze nachzudenken.
    • Über eine Crowdfundingplattform werden zur Arbeitsaufnahme notwendige Posten finanziert, wie Arbeitskleidung, Fahrkarten für den Weg zur Arbeit bzw. Berufsschule oder Zuschüsse zu Qualifizierungen, wie den Gabelstaplerschein.

    Erfolge

    • Über 95 Geflüchtete nahmen bereits am Refugees‘ Day im Landkreis teil.
    • 35 Langzeitpraktika und 8 Ausbildungsplätze sind aus den Refugees' Days entstanden.
    • Mit dem Preisgeld, das über das Crowdfunding eingenommen wurde, konnten bisher über 80 Geflüchtete bei ihrem Weg in den Beruf unterstützt werden.
    • Der Refugees Day findet mehrmals jährlich an verschiedenen Standorten im Landkreis Kassel statt.

    Kontakt

    Bijan Otmischi

    Integrationsmanager
    Landkreis Kassel
    Albert-Einstein-Str. 6
    34277 Fuldabrück
    Telefon: 0561 1003 1655

    Weitere Informationen

    Refugees' Day

    Das Projekt Refugees Day Kassel auf der Crowdfunding Plattform: https://www.startnext.com/refugees-day

  • Landkreis Marburg-Biedenkopf - Netzwerkarbeit

    Die Stabstelle Altenhilfe im Landkreis Marburg-Biedenkopf vernetzt seit fast 30 Jahren Akteure der Altenhilfe und Altenpflege miteinander, darunter auch Akteure der Gerontopsychiatrie. Einige Modellprojekte aus diesen Kooperationen wurden bereits in die Regelversorgung aufgenommen.

    Ausgangslage

    • Der Landkreis Marburg-Biedenkopf zählt mit einer Bevölkerungsdichte von rund 190 Einwohnern je km² zu den stärker ländlich geprägten Landkreisen.
    • Durch die Einführung der Pflegeversicherung sind die Steuerungsmöglichkeiten im Pflegesektor auf die Bundes- und Länderebene verlagert worden. Die Kommunen haben keine direkten Steuerungsmöglichkeiten.
    • Der Aufbau von Vernetzungsgremien im Handlungsfeld Pflege (z.B. Pflegekonferenzen, Pflegenetzwerke) stellt für die Kommunen eine Möglichkeit dar, eine kommunale Pflegepolitik aufzubauen.

    Ziele

    • Förderung und Weiterentwicklung ehrenamtlicher, ambulanter, teilstationärer und stationärer Hilfen zur Verbesserung der Situation alter Menschen, Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger

    Umsetzung

    • Ein Schwerpunkt der Stabsstellenarbeit ist seit jeher die Beförderung und Moderation von Entwicklungs- und Abstimmungsprozessen mit Akteuren der Altenhilfe und -pflege.
    • Im Jahr 2000 wurde der Gerontopsychiatrische Verbund als ein freiwilliger Zusammenschluss von Einrichtungen, Diensten und Fachkräften zur Verbesserung der Situation psychisch kranker alter Menschen und ihrer Angehörigen gegründet.
    • Die Organisation und Moderation erfolgte durch die Stabsstelle Altenhilfe. Die regelmäßig tagenden Arbeitsgruppen Planung, Ambulante Dienste, Stationäre Einrichtungen und Fortbildung/Qualifizierung entwickelten das gerontopsychiatrische Konzept des Landkreises weiter und füllten es durch Ziel- und Kooperationsvereinbarungen mit Leben.
    • Zusätzlich initiierte und moderierte die Stabsstelle zahlreiche weitere temporäre Arbeitsgruppen und Projekte, bspw. im Rahmen des kreisweiten Modellprojektes Demografischer Wandel.
    • In Nachfolge der Kreis-Pflegekonferenz wurden zeitgleich mit der Einrichtung des Pflegestützpunktes fünf Versorgungsregionen definiert.
    • Zweimal jährlich finden dort Netzwerkkonferenzen mit insgesamt rund 100 aktiven Teilnehmern aus Pflege- und pflegenahen Anbietern, Pflegekassen, Kliniken, Kommunen, Vereinen, Seniorenvertretungen sowie Selbsthilfe-, Bürger- und Nachbarschaftsinitiativen statt.
    • In den durch die Stabsstelle Altenhilfe und die Pflegestützpunkt-Mitarbeiter koordinierten Netzwerkkonferenzen werden aktivierende Methoden der Gruppenarbeit eingesetzt. Dazu gehört auch die kollegiale Reflexion anonymisierter Fallbeispiele, die den Austausch über die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Akteuren besonders fördert. Themenauswahl und Arbeitsweise erfolgen grundsätzlich in enger Absprache mit den Netzwerkteilnehmern.
    • Im Jahr 2010 wurde in Kooperation mit der kreisangehörigen Universitätsstadt Marburg das „Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt", geschaffen, eine zentrale, trägerübergreifende Anlaufstelle zu den Themen Pflege, Betreuung, Wohnen im Alter und Engagement.
    • Pflegestützpunkt, städtische Pflege- und Wohnberatung sowie Altenhilfe/Altenplanung, Alzheimer Gesellschaft, Betreuungsverein und die Freiwilligenagentur arbeiten hier unter einem Dach eng zusammen und tauschen sich auch institutionalisiert mindestens einmal monatlich aus.

    Erfolge

    • Entwicklung von Leitlinien für eine bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit Hilfebedarf
    • Durch zentrale Einblicke in das komplexe und weitverzweigte Hilfesystem kann die Leistungserbringung der verschiedenen Teilnehmer der Netzwerkkonferenzen qualifiziert werden.
    • Mehr als 90% aller Netzwerkkonferenzteilnehmer sehen eine positive Beziehungsveränderung, 84% glauben, dass sie die dortigen Erkenntnisse gut in die eigene Arbeit einbringen können.
    • Projekt „Mobile ambulante geriatrische Rehabilitation" als Regelangebot etabliert
    • Beteiligung am Modellprojekt „Personengebundenes Pflegebudget"
    • umfängliche finanzielle und fachliche Unterstützung der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf
    • Etablierung von Case Management-Strukturen im Pflegestützpunkt und in der Hilfe zur Pflege

    Weitere Informationen

  • Landkreis Marburg-Biedenkopf - Programm VOICE

    Der Landkreis Marburg- Biedenkopf und die Arbeitsagentur entwickelten ein ganzheitliches Programm zur Integration von Geflüchteten: Das Programm VOICE stärkt das Miteinander und erleichtert den Einstieg in Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. 

    Ausgangslage

    • Der deutsche Arbeitsmarkt ist (nicht nur) für Asylbewerber und Flüchtlinge schwer zu verstehen:
      • Für die Beratung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern ist die Agentur für Arbeit zuständig.
      • Für anerkannte Flüchtlinge und Asylanten ist das KreisJobCenter zuständig
      • Darüber hinaus muss oft noch die Ausländerbehörde hinzugezogen werden.

    Ziele

    • Das Ziel des vernetzten Integrations- Programms VOICE ist es, den Spracherwerb für Flüchtlinge zu erleichtern indem neue Möglichkeiten zum Einstieg und Kennenlernen der regionalen Arbeits- und Wirtschaftswelt geschaffen werden.
    • Das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Landkreis soll ebenso erfahrbar gemacht werden.
    • Menschen, die als Geflüchtete gekommen sind, soll schnellstmöglich Teilhabe und Zugehörigkeit sowohl am Arbeitsplatz, als auch in Kultur und Gesellschaft ermöglicht werden.

    Umsetzung

    • Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter der Leitung des Ersten Kreisbeigeordneten entwickelte das Programm VOICE. Es besteht aus vier Projektbausteinen:
      • vocational: Hier werden Spracherwerb und Arbeitswelt miteinander verknüpft. Die Integration in den Arbeitsmarkt wird mit fundierten Sprachkursen begleitet.
      • information:  Besichtigungen und Informationsbesuche in Unternehmen und gesellschaftlichen Einrichtungen Die Informationsbesuche werden vertieft durch Einführungen in arabischer Sprache, die in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Nah- und Mitteloststudien der Marburger Philipps-Universität erarbeitet werden.
      • orientation: Gemeinsame Kennenlerntage, an denen ein erster Überblick über die Strukturen des deutschen Arbeits- und Sozialsystems gegeben wird. Außerdem finden mehrsprachige Informationsveranstaltungen zum Arbeitsmarkt statt.
      • culture: unterschiedliche kulturelle Veranstaltungen 
    • Ergänzt wird das Programm durch Angebote und Veranstaltungen unter dem Stichwort 'experience': Hierzu gehören unter anderem Theaterworkshops und andere handlungsorientierte Angebote.
    • Das Büro für Integration des Kreises und die dazugehörigen Sozialarbeiter sind die Schnittstellen und Kontaktmöglichkeiten sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Unternehmen.
    • Finanziert wird das Programm VOICE durch den Kreis. Darüber hinaus besteht eine finanzielle Förderung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

    Erfolge

    • Über 300 Flüchtlinge konnten bereits in den ersten Arbeitsmarkt (auch außerhalb MR-Biedenkopf) integriert werden.
    • Mind. 15 Personen nahmen eine Ausbildung noch vor dem Wechsel in SGB II auf.
    • Mehr als 600 Asylbewerberinnen und Asylbewerber wurden betreut.
    • Mehr als 1.200 Beratungskontakte auch mit Arbeitgebern fanden statt.
    • Seit Juni 2015 gibt es als Kooperationsprojekt vom Kreisjobcenter, der Agentur für Arbeit und der Stabstelle Integration in den Räumen der Arbeitsagentur ein gemeinsames Arbeitsmarktbüro für Flüchtlinge. Hier wurden zusätzlich knapp 100 Berufsberatungen durchgeführt
    • Über 40 fremdsprachliche Veranstaltungen mit rund 630 Teilnehmern.

    Kontakt

    Andrea Martin

    Fachbereichsleiterin Kreisjobcenter
    Landkreis Marburg-Biedenkopf
    Im Lichtenholz 60
    35043 Marburg
    Telefon: 06421 - 40570

    Weitere Informationen

  • Landkreis Marburg-Biedenkopf - Tagespflege "Aktives und rüstiges Altern"

    In den Tagespflegeeinrichtungen der AurA gGmbH (Aktives und rüstiges Altern) werden pflegebedürftige Menschen dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erkennen und durch soziale Kontakte die Kommunikationsfähigkeit zu stärken.

    Ausgangslage

    • Die Gründer von AurA nahmen in ihrer Zeit als pflegende Angehörige einen deutlichen, bislang nicht gedeckten Bedarf bei der tageweisen Betreuung in der Region wahr. Es gab Anfang der 1990er Jahre keine Tagespflege-Einrichtungen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
    • Der wirtschaftliche Betrieb von Tagespflege-Einrichtungen in Hessen hat dabei in den vergangenen Jahren nach Einschätzung zahlreicher Interviewpartner eine besondere große Herausforderung dargestellt. Grund sind demnach neben den bundesweiten Rahmenbedingungen vor allem die umfangreichen zu erfüllenden Standards nach dem Hessischen Heimrecht.
    • Aufgrund seines ländlichen Charakters ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf ein besonders herausforderndes Umfeld für Tagespflege-Einrichtungen.

    Ziele

    • AurA steht für „Aktives und rüstiges Altern".
    • Die TP-Einrichtungen von AurA haben insbesondere die Ziele:
      • pflegebedürftige Menschen dabei zu unterstützen, verschüttete Fähigkeiten und Fertigkeiten zu beleben
      • durch den Aufbau von sozialen Kontakten die Kommunikationsfähigkeit zu stärken oder neu zu wecken

    Umsetzung

    • AurA betreibt derzeit drei TP-Gruppen an zwei Standorten (Marburg und Roßdorf) mit insgesamt 39 Plätzen, die tageweise von etwa 100 Besuchern monatlich in Anspruch genommen.
    • Ca. 75% der Besucher stellen Menschen mit Demenz dar. Das Qualifikationsprofil der Mitarbeiter sowie das Angebot beider TP-Einrichtungen sind hierauf in besonderem Maße ausgerichtet. Eine TP-Gruppe bietet ausschließlich ein spezialisiertes gerontopsychiatrisches Angebot an.
    • Ein unterstützendes Betreuungs- und Freizeitangebot in den TP-Gruppen wird durch zehn über den AurA e.V. tätige Ehrenamtliche sowie eingeworbene Spenden und Förderbeiträge ermöglicht.
    • Der Standort Roßdorf liegt in einem besonders dünn besiedelten Einzugsgebiet, was eine große Herausforderung für einen wirtschaftlich abbildbaren Fahrdienst bedeutet; dieser wird bei AurA von 98% aller TP-Besucher in Anspruch genommen und stellt somit einen elementaren Angebotsbau-stein dar.
    • Der Fahrdienst wird dabei nicht nur als rein technischer Dienstleister, sondern als wichtiges Bindeglied zwischen TP und Häuslichkeit verstanden. Die Fahrer sichern den Austausch wichtiger Informationen und stehen im direkten Kontakt mit dem Umfeld der Besucher, z.B. den Pflegediensten.
    • Für das dünn besiedelte Einzugsgebiet mit Fahrtwegen von bis zu 34 km konnte AurA mit den Kostenträgern einen Erschwerniszuschlag von bis zu 3,16 Euro vereinbaren, was einen weniger defizitären Betrieb des Fahrtdienstes ermöglicht und die Wirtschaftlichkeit des TP-Angebots sichert.
    • Die Integration der Einrichtungen ins Quartier sowie die Vernetzung mit anderen Akteuren im Umfeld stellen elementare Tätigkeitsgrundsätze dar:
      • So gibt es enge Beziehungen zu den ambulanten Pflegediensten vor Ort und
      • Kooperationen mit einer gerontopsychiatrischen Fachklinik und der kreisweit tätigen Freiwilligenagentur.
      • AurA-Vertreter nehmen regelmäßig an Arbeitskreisen zur pflegerischen Versorgung im Landkreis teil.
      • Auf die eigene Initiative hin wurde ein quartiersinterner Arbeitskreis am Standort Roßdorf aufgebaut.

    Erfolge

    • AurA hat als kleiner, eigenständiger Anbieter sein Tagespflege-Angebot kontinuierlich ausgebaut und stellt mittlerweile deutlich mehr als die Hälfte aller solitären Tagespflege-Plätze im Kreis Marburg-Biedenkopf.
    • Beide Einrichtungen sind gut ausgelastet und haben Wartelisten.
    • Andere Pflegeakteure im Kreis beurteilen AurA als qualitativ hochwertigen und ins Umfeld besonders gut integrierten Tagespflege-Anbieter.

    Kontakt

    Hans Loock

    Geschäftsführer
    AurA gGmbH
    Cappeler Str. 72
    35039 Marburg

    Weitere Informationen

  • Landkreis Osterholz – SparkassenMobil

    Vor Ort und barrierefrei: Das SparkassenMobil bietet auf kleinem Raum alle Dienstleistungen der Sparkasse an. So werden auch die Einwohner und weniger mobile Kundinnen und Kunden in kleineren und abgelegenen Orten des Landkreises Osterholz weiterhin mit Finanzdienstleistungen versorgt.

    Ausgangslage

    • Die Kreissparkasse Osterholz ist eine Flächensparkasse mit Hauptsitz in der Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck.
    • Träger des öffentlich rechtlichen Kreditinstituts ist der Landkreis Osterholz.
      Noch vor einigen Jahren hatte die Kreissparkasse Osterholz in der Fläche über 30 Geschäftsstellen, in denen die Kunden ihre Geldgeschäfte erledigen konnten.
    • Durch die Digitalisierung wandelten sich die Geldgeschäfte mehr und mehr in Richtung Online Banking, so dass heute bereits über 50 Prozent der Kundinnen und Kunden ihre Geldgeschäfte über den PC, das Tablet oder das Smartphone einfach und sicher erledigen.
    • Dies wirkte (und wirkt) sich auf die Frequenz vor allem der kleineren Geschäftsstellen aus, so dass diese nur noch wenig ausgelastet waren und sich ein Fortbestand betriebswirtschaftlich nicht mehr rechtfertigte. Somit kam es in den letzten Jahren zur Schließung von über 10 Geschäftsstellen.

    Ziele

    • treue Kundinnen und Kunden insbesondere in den Bereichen der geschlossenen Geschäftsstellen weiter versorgen
    • die Einwohner in kleineren und abgelegenen Orten des Landkreises mit Finanzdienstleistungen versorgen

    Umsetzung

    • Der Verwaltungsrat und der Vorstand der Kreissparkasse Osterholz trafen die Entscheidung, eine mobile Geschäftsstelle anzuschaffen – das SparkassenMobil.
    • Die kleineren und abgelegenen Orte des Landkreises werden ein- oder mehrmals wöchentlich von Sparkassenmitarbeitern im SparkassenMobil angefahren.
    • Das SparkassenMobil hält u.a. teilweise an ehemaligen Standorten der Geschäftsstellen der Kreissparkasse.
    • Das Mobil ist ausgestattet wie eine normale Geschäftsstelle. Es beinhaltet:
      • einen Geldautomaten mit Ein- und Auszahlfunktion
      • einen Kontoauszugdrucker
      • einen kleinen Beratungsbereich für die diskrete Abwicklung aller Geldgeschäfte und Zahlungsverkehrsdienstleistungen.
      • Barrierefreier Zugang: Für schwerbehinderte Personen verfügt das Fahrzeug über einen Lift, der den Kunden ins Fahrzeug befördern kann.
    • Der Fahrplan und die Standzeiten des SparkassenMobils können über die Website der Kreissparkasse Osterholz eingesehen werden. Darüber hinaus sorgen Flyer und sonstige Werbemittel für die Verbreitung des Einsatzplanes des SparkassenMobils.  

    Erfolge

    • Mittlerweile fährt das SparkassenMobil wöchentlich 15 Stationen an und erfreut sich immer größerer Beliebtheit - vor allem bei den nicht online affinen und älteren Kunden.
    • Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Einführung des SparkassenMobils genau der richtige und wegweisende Schritt war, um in Zeiten fortschreitender Digitalisierung eine passende Alternative zur stationären Geschäftsstelle zu finden.
    • Die älteren und treuen Kundinnen und Kunden danken es der Kreissparkasse Osterholz, dass diese trotz Schließung der stationären Geschäftsstellen mit dem SparkassenMobil die Versorgung mit Finanzdienstleistungen auch in kleineren Orten weiterhin sicherstellt.

    Kontakt

    Sparkasse Rotenburg Osterholz

    Kivinanstraße 11
    27404 Zeven
    Telefon: 04281 - 9400

    Weitere Informationen

    Sparkasse Rotenburg Osterholz: https://www.spk-row-ohz.de/de/home.html
  • Landkreis Uckermark - Effizienter ÖPNV in ländlichen Regionen

    Wirtschaftlicher Busverkehr im ländlichen Raum: Das Modellprojekt „KombiBus" kombinierte Güter- und Personentransport, um Kürzungen von Linien und Fahrten vorzubeugen. Heute fördert das Land Brandenburg die Einführung des KombiBus.

    Ausgangslage

    • Die Uckermark ist vom demographischen Wandel in verschärftem Maße betroffen. Der Landkreis Uckermark hat im Vergleich zu anderen Landkreisen in Brandenburg überdurchschnittlich viele Einwohner verloren.
    • Dies hat Auswirkungen auf alle Bereiche der ländlichen Versorgung, wie z. B. die Gesundheits- und Lebensmittelversorgung. Zudem steigt die Entfernung zu Versorgungseinrichtungen durch deren Konzentration in den Städten.
    • Aus diesen Veränderungen resultiert ein erhöhter Handlungsbedarf hinsichtlich der Anpassung von Infrastruktur und Mobilitätsangeboten. Dies ist ganz besonders dringend in ländlichen, dünn besiedelten und strukturschwachen Räumen.
    • Besonders zwei Bevölkerungsgruppen sind betroffen:
      • Kinder und Jugendliche durch fehlenden Führerschein- und Autobesitz bei gleichzeitigem Bedürfnis nach Unabhängigkeit.
      • Alte und Hochbetagte durch körperliche Einschränkungen, wachsende Immobilität sowie sinkende Einkommen.
    • Im Rahmen des Modellvorhabens „Daseinsvorsorge 2030 – innovativ und modern – eine Antwort auf den demographischen Wandel" (initiiert vom Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer) wurde das Projekt „KombiBus" entwickelt. Es befindet sich aktuell in der Erprobungsphase.

    Ziele

    • Übergeordnetes Ziel ist es, die öffentliche Mobilität effizienter und kostengünstiger zu gestalten und dadurch als Schlüsselaufgabe der Daseinsvorsorge nachhaltig zu sichern.
    • Ziele des Modellprojekts KombiBus:
      • langfristige Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit des ländlichen ÖPNV
      • Arbeitsplätze sichern und ausgestalten
      • Erkenntnisgewinn zur nachhaltigen Optimierung ländlicher Infrastrukturen generieren
      • Erweiterung der Brandenburgischen Strategie zur Bewältigung des demographischen Wandels um eine Schlüsselkomponente und gleichzeitig weitergehenden Handlungsbedarf mit langfristigen Auswirkungen (etwa Änderung von Landesgesetzen) identifizieren
      • größtmögliche Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf andere Gebietskulissen

    Umsetzung

    • In der Uckermark wurde der KombiBus, ein kombinierter Güter- und Personentransport, erprobt um Kürzungen von Linien und Fahrten vorzubeugen.
    • In der ersten Phase des Modellprojekts wurden bekannte Beispiele aus Nachbarländern analysiert und auf den Landkreis Uckermark übertragen. Dabei wurden die lokalen Akteure beteiligt und sensibilisiert.
    • Die Umsetzungsphase umfasst:
      • die schrittweise Einführung des Integralen Taktfahrplans im Gebiet der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft
      • den Betriebsbeginn der kombinierten Transporte im Rahmen von Piloten (später Übergang in den Regelbetrieb)
      • die Installation einer leistungsfähigen Disposition
      • die abschließende gutachterliche Klärung rechtlicher Fragen
      • die Weiterbildung des Fahrpersonals
      • eine umfangreiche Marketingkampagne
    • Verschiedenste unbegleitete Güter werden im Fahrzeugraum, Kofferraum oder im Anhänger durch den Landkreis befördert – ob Koffer, Fahrräder, Lebensmittel oder Pakete.
    • Dies wird über eine umfangreiche Marketingkampagne kommuniziert, in der insbesondere regionale Multiplikatoren (Pflegedienste, Wohlfahrtsverbände, touristische Leistungsträger) zur erfolgreichen Nachfrage und Nutzung beitragen.
    • Zu den Kunden des KombiBus gehören:
      • Regionale Erzeuger (Lebensmittel)
      • Touristiker (Koffertransporte für das Wandern und Radfahren ohne Gepäck auf dem Märkischen Landweg)
      • Mediendienstleister (mobile Briefkästen, deren Leerung und Transporte von Postsendungen in ein Verteilungszentrum)
      • Medizintransportbranche
    • Der KombiBus ist nun ein Randgeschäft der Verkehrsgesellschaft zur Nutzung brachliegender Kapazitäten.

    Erfolge

    • Das Land Brandenburg stellt allen brandenburgischen Verkehrsgesellschaften eine Förderung in Höhe von 70.000 EURO bei der Einführung des KombiBus-Ansatzes auf bestehenden Linien auf Antrag zur Verfügung.
    • Seit fünf Jahren ist der KombiBus fester Bestandteil im Unternehmen UVG.
    • Der Kombibus wurde mehrfach ausgezeichnet. Darunter mit dem Innovationspreis PP (Sonderpreis Verkehr) und als Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen.
    • Es gibt Nachahmer in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.
    • Erweiterung der Dienstleistungen: mobile Briefkästen an den Bussen, die täglich geleert werden und Medizintransporte in Teilabschnitten.

    Kontakt

    Britt Stordeur

    Landkreis Uckermark
    Karl-Marx-Str. 1
    17291 Prenzlau
    Telefon: 03984 - 70 11 80

    Lars Boehme

    Geschäftsführer
    Uckermärkische Verkehrsgesellschaft mbH
    Steinstraße 5
    16303 Schwedt
    Telefon: 03332 - 44 27 10

    Weitere Informationen

    Richtlinie KombiBus (Brandenburg)

    KombiBus: http://kombibus.de

  • Langen - Der Elternservice

    Individuelle und bedarfsgerechte Kinderbetreuung: Der Elternservice Langen realisiert jährlich bis zu 300 individuelle Betreuungslösungen für Kinder. Neben Beratung und Vermittlung bietet der Elternservice auch Räumlichkeiten und eigene Kindergruppen an. 

    Ausgangslage

    • Langen liegt mitten im Rhein-Main-Gebiet. Hier entstanden neue Gewerbegebiete und damit Arbeitsplätze, die den Zuzug von jungen Familien förderten. Der Kinderbetreuungsbedarf ist dementsprechend groß.
    • In der Gründungsphase des Elternservice bzw. dessen Trägerverein Mütterzentrum Langen e. V. fehlten überall Betreuungsplätze - vor allem flexible, an den Bedürfnissen erwerbstätiger Eltern angepasste Angebote.
    • Der Träger des Elternservice, der Verein Mütterzentrum Langen e. V., ist bereits seit 1986 Anlauf- und Kontaktstelle für Mütter, Frauen und Familien. Nach dem Motto „von Müttern für Mütter" entstanden zahlreiche Selbsthilfeprojekte und -initiativen, u. a. auch eine Babysitterkartei, die zunächst ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern geführt wurde.
    • Die stark wachsende Nachfrage erwerbstätiger Mütter und Wiedereinsteigerinnen nach verlässlicher und flexibler Kinderbetreuung konnte alleine mit Babysittern nicht gedeckt werden.
    • Die ersten Tagesmütter wurden in die Kartei aufgenommen und an Betreuung suchende Eltern vermittelt. Es zeigte sich, dass der damit verbundene Beratungsbedarf seitens der Tagesmütter und Eltern jedoch nicht mehr wie zuvor in rein ehrenamtlicher Arbeit „zwischendurch" zu leisten war.

    Ziele

    • Schaffung von maßgeschneiderten Unterstützungs- und Entlastungsangeboten der Familien durch:
      • Qualitative und quantitative Verbesserung der Kinderbetreuung vor Ort durch Organisation individueller, bedarfsgerechter Betreuungslösungen.
      • Hilfe für Familien in Notsituationen.
    • Verbesserung des familienfreundlichen Klimas in Langen.

    Umsetzung

    • Der Elternservice ist ein professionell arbeitendes Non-Profit-Dienstleistungsunternehmen, das flexibel auf wechselnde Bedarfslagen von Familien reagieren kann und „Qualifizierte Dienste rund um die Familie" bietet.
    • Das Konzept wurde von einer Unternehmensberatungsfirma im Rahmen eines Existenzgründungsprojektes auf seine Umsetzbarkeit und Tragfähigkeit überprüft.
    • Der Elternservice ist gemeinsam mit dem Trägerverein und dem Verein Seniorenhilfe Langen e. V. im Zentrum für Jung und Alt angesiedelt. So können Senioren z. B. als Babysitter oder Betreuungs-Omas und -Opas, besser in die Kinderbetreuung integriert werden.
    • Es werden nur Menschen vermittelt, die den Mitarbeitern persönlich bekannt und geprüft sind und die mit dem Elternservice zum Wohle des Kindes zusammenarbeiten.
    • Es wurden eine eigene Kinderkrippe eingerichtet und eine offene Kinderbetreuung im ZenJA organisiert. Außerdem wird der Raum für ein vielfältiges Gesundheits-, Spiel- und Bewegungsprogramm für Eltern-Kind-Gruppen, für Tagesmütter und Tageskinder und die Krippenkinder des Taki-Hauses genutzt.
    • Eltern und Tagesmütter aus Langen können Vermittlungsleistungen und Qualifizierungen kostenfrei in Anspruch nehmen.
    • Mit der Grundqualifizierung für Kindertagespflegepersonen wurde inzwischen die Kreis-Volkshochschule beauftragt. Der Elternservice konzentriert sich seitdem auf betreuungsbegleitende Aufbauqualifizierungen.
    • Durch die Anstellung zweier Tagespflegepersonen, können weitere 10 Plätze vorgehalten werden.
    • Das KiWo-Modell ermöglicht es qualifizierten Tagespflegepersonen, die in ihrem häuslichen Umfeld nicht genügend Platz zur Verfügung haben, ihre Tätigkeit auszuüben und eine Kleingruppe von fünf Kindern zu begleiten.
    • Durch den Familienpflegedienst erhalten Mütter/Väter, die durch Erkrankung, Überlastung oder andere familiäre Krisensituationen Unterstützung bei der Betreuung und Versorgung ihrer Kinder benötigen, Hilfe. Der Pflegedienst arbeitet eng mit Krankenkassen und anderen Kostenträgern zusammen.
    • Das Kooperationsnetzwerk im Bereich Kindertagespflege umfasst den Bundesverband für Kindertagespflege e. V., das Hessische Kindertagespflegebüro sowie das Netzwerk Kindertagespflege im Kreis Offenbach. Außerdem arbeitet der Elternservice Langen im Arbeitskreis der Familienpflegedienste Hessen und im Netzwerk Frühe Hilfen mit.
    • Die Kindertagespflege wird vom Land Hessen und der Stadt Langen gefördert.
    • Das ZenJA Mehrgenerationenhaus ist im Bundesaktionsprogramm des Familienministeriums. Der Elternservice ist Teil des MGH Langen.
    • Der Elternservice ist als Maßnahmenträger des Bundesverbands für Kindertagespflege anerkannt.

    Erfolge

    • Es werden jährlich für 200 bis 300 Eltern individuelle Betreuungslösungen organisiert.
    • Der Elternservice erhöhte die Platzzahl der hauseigenen Kinderkrippe von 12 auf 20, so dass mit dem Kindertagespflegeprojekt KiWo insgesamt 30 Betreuungsplätze in direkter Trägerschaft bereitgestellt werden können.
    • Seit drei Jahren ist der Elternservice zusätzlich zu den Städten Langen und Dreieich auch für die Kommune Egelsbach tätig.
    • Im Rahmen des Bundesaktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser wurde das Langener Mehrgenerationenhaus 2007 aufgrund der Erfahrung und Kompetenz des Elternservice-Teams in Sachen Kinderbetreuung als „Leuchtturmhaus" ausgewählt.
    • In 2010 war der Elternservice Standort des bundesweit beachteten Projekts „wellcome – Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt".
    • Für das Konzept interessieren sich nationale und internationale Besuchergruppen. Im letzten Jahr war eine Delegation aus Südkorea zu Gast, die sich über die Betreuungslandschaft in Hessen und das Elternservice-Konzept informierte.

    Kontakt

    Monika Maier-Luchmann

    Zentrum für Jung und Alt
    Zimmerstr. 3
    63225 Langen
    Telefon: 06103 - 2 30 33

    Weitere Informationen

  • Leipzig - Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e. V.

    Hilfe durch Beratung: Ziel der „Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V." ist es, eine bewusstere Wahrnehmung der von der Demenz-Krankheit ausgehenden gesellschaftlichen Herausforderung und ihren Folgen zu bewirken. 

    Ausgangslage

    • Die Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich als regionale Selbsthilfeorganisation versteht.
    • Die Mitglieder der 2008 gegründeten Initiative sind Angehörige von Demenzkranken und im Umgang mit der Erkrankung erfahrene Personen.
    • Der Verein fühlt sich ausschließlich den Interessen der Demenzkranken und ihren Angehörigen verpflichtet.
    • Aus Sicht der Initiatoren des Vereins ist ein besseres Verständnis und eine neue Versorgungskultur für die Betroffenen und ihrer Angehörigen notwendig.

    Ziele

    • Ziel der „Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V." ist es, eine bewusstere Wahrnehmung der von der Demenz-Krankheit ausgehenden gesellschaftlichen Herausforderung und ihren Folgen zu bewirken.

    Umsetzung

    • Die „Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V." bietet den Betroffenen und ihren Angehörigen unabhängige Beratung und Vermittlung spezifischer Kenntnisse und Fertigkeiten in Bezug auf die Krankheit. Dabei stützt sie sich auf ein Netzwerk ausgewählter Leistungsträger.
    • Das Erfahrungswissen der Angehörigen und die Fachkompetenz verschiedener Berufsgruppen stehen in der Initiative gleichberechtigt nebeneinander.
    • Das Angebot „Hilfe durch Beratung" des Vereins schließt die folgenden Dienste ein:
      • Demenzhilfe – Telefon für Soforthilfe oder Kriseninterventionsberatung: Informationen über alle Belange der Demenz-Krankheit, Hilfe bei der Herstellung von Erstkontakten und Soforthilfe.
      • Internet-Website als Kontaktstelle und Informationsservice: E-Mail-Kontaktdaten und Informationen über Angebote zur Beratung regional und überregional. 
      • Beratungsstelle für Angehörige Demenz-Betroffener: Die „Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V." ist durch die Landesverbände der Pflegekassen anerkannte Beratungsstelle gemäß § 37 SGB XI und bietet individuelle Gespräche in der Beratungsstelle oder als Hausbesuch nach Terminvereinbarung an.
      • Selbsthilfegruppen für Angehörige Demenz-Betroffener
      • Schulung von Angehörigen Demenz-Betroffener: Die Pflegekasse der KKH-Allianz, Leipzig, und die „Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V." haben kostenfreie Seminare für die Weiterbildung von Angehörigen von Demenzkranken vereinbart. 
      • Schulung und Einsatzkoordinierung von ehrenamtlichen Betreuern: Die Schulung gilt als Voraussetzung für den Einsatz bei der häuslichen Versorgung demenzkranker Menschen zur Unterstützung der Angehörigen und die Gewährung einer Aufwandsentschädigung durch die Pflegekassen.
      • Weiterbildung von Kranken- und Altenpflegern im Umgang mit Demenz-Betroffenen
      • Aufklärung durch multimediale Öffentlichkeitsarbeit: Durch den Einsatz eines Demenzhilfe-Mobils können regionale und überregionale Informationsoffensiven gestartet und Ratsuchenden umfangreiches Informations­material bereit­gestellt werden. 
      • Beteiligung an innovativen Modellprojekten zur Unterstützung von Angehörigen
         

    Erfolge

    • Seit Bestehen der Demenzhilfe-Beratungsstelle wurden jährlich mehr als 250 individuelle Beratungsgespräche mit Angehörigen durchgeführt.
    • Bisher wurden neun Schulungskurse für ehrenamtliche Helfer mit insgesamt 70 Teilnehmern durch­geführt. Davon sind ständig 35 ehrenamtliche Helfer zur Betreuung Demenz-Betroffener in der Häuslichkeit im Einsatz.
    • Die „Alzheimer Angehörigen-Initiative Leipzig e.V." erhielt den Sozialpreis 2009/2010 vom Rotary Club Leipzig.
    • Nach einem mehrstufigen Analyseverfahren hat die Phineo AG 13 gemeinnützige Demenzprojekte als besonders wirkungsvoll identifiziert, eines davon ist die Initiative Leipzig e.V.

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  • Leipzig - Bildungspolitische Leitlinien

    Mit ihren „Bildungspolitischen Leitlinien" installierte die Stadt Leipzig ein Instrument der strategischen Steuerung für den gesamten Bildungsbereich. Ein übergeordnetes Ziel ist die Anpassung der Bildungsinfrastruktur an die demographische Entwicklung.

    Ausgangslage

    • Das Bevölkerungswachstum in Leipzig ist Chance und Herausforderung zugleich.
    • Bandbreite und Qualität der Bildungs- und Wissenschaftslandschaft sind entscheidende Standortfaktoren.
    • Bildungsinfrastruktur kann einen wichtigen Beitrag zur Stadtteilentwicklung leisten.
    • In Leipzig herrscht starke sozialräumliche Disparität in Bezug auf Schulempfehlungen und Bildungsabschlüsse. So besuchen in den Ortsteilen mit hoher Transferquote anteilig mehr als sechsmal so viele Kinder eine Lernförderschule und werden dreimal häufiger von der Einschulung zurückgestellt.

    Ziele

    • Anpassung der Bildungsinfrastruktur an die demographische Entwicklung
    • Bewältigung des hohen Sanierungsbedarfs
    • Beseitigung der sozialräumlichen Disparität von Bildungsleistungen
    • Die Leipziger „Bildungspolitischen Leitlinien"
      • zeigen Visionen, Werte und Ziele für die Leipziger Bildungslandschaft
      • geben Bildungsakteuren einen verbindlichen Handlungsrahmen vor
      • vermitteln Bürgerinnen und Bürgern Orientierung

    Umsetzung

    • Erarbeitung des Zukunftskonzepts „Strategisches Bildungsmanagement" als ämterübergreifende Entwicklungsstrategie für die Leipziger Bildungslandschaft.
    • Kita, Schule, Jugendarbeit und andere Bildungsakteure bringen ihre Konzepte ein.
    • Das „Fachkonzept Kommunale Bildungslandschaft" verknüpft die Themen des Bildungsmanagements vor Ort mit Zielen der Stadtentwicklung.
    • Zur Prozesskoordination wird die Steuerungsgruppe „Lernen vor Ort" gebildet. Es folgt ein zweijähriger Partizipations- und Steuerungskreislauf, an dem eine Vielzahl qualifizierter Schlüsselakteure und Gremien beteiligt sind.
    • Für Bürgerinnen und Bürger wurden zwei Podiumsdiskussionen und ein Workshop veranstaltet.
    • Erarbeitung einer Vorlage für den Leipziger Stadtrat; Diskussion der Bildungspolitischen Leitlinien im Rahmen einer bildungspolitischen Stunde
    • Mitzeichnung durch alle Dezernate der Stadtverwaltung
    • Beratung in allen Ausschüssen sowie in allen Stadtbezirksbeiräten und Ortschaftsräten
    • Bürgerinnen und Bürger entwickelten in einer Workshopreihe Maßnahmenvorschläge zur Umsetzung der Bildungspolitischen Leitlinien
    • Das 2. „Demokratietheater" (Vollversammlung) des StadtSchülerRates Leipzig diskutierte die Bildungspolitischen Leitlinien.

    Erfolge

    • Mit der jährlichen Bildungskonferenz, verwaltungsinternen und externen Steuerungsgremien und der „Bildungspolitischen Stunde" im Stadtrat hat die Stadt einen systematischen Diskurs um das Thema Bildung eröffnet.
    • Die kommunale Bildungsberichterstattung liefert ein faktengestütztes Lagebild zu Trends und Herausforderungen.
    • Maßnahmenpläne zur konkreten Umsetzung der Leitlinien wurden entwickelt.

    Kontakt

    Cornelia Klöter

    amt. Abteilungsleiterin Bildung
    Rathaus Wahren
    Georg-Schumann-Straße 357
    04159 Leipzig

    Weitere Informationen

  • Leipzig - Sozialräumliches Bildungsmanagement

    Das Zukunftskonzept „Strategisches Bildungsmanagement der Stadt Leipzig" hat zum Ziel durch maßgeschneiderte Maßnahmen in Schwerpunktgebieten Bildungschancen zu erhöhen und sozialen Ungleichheiten entgegen zu wirken.

    Ausgangslage

    • Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Leipzig 2020 (SEKo) basiert auf einem kleinräumigen Stadtbeobachtungssystem.
    • Analysen zeigten 2010 große sozialräumliche Differenzen bezüglich der Bildungsteilhabe und -erfolge von Kindern und Jugendlichen. Dagegen wurden lokale Managementansätze für die speziellen Bedürfnisse des jeweiligen Sozialraums erarbeitet.
    • Zu den sieben Schwerpunktgebieten der integrierten Stadtentwicklung gehören u. a. Grünau, der Leipziger Osten und der Leipziger Westen.
    • Grünau war bis 1989 mit rund 90.000 Einwohnern die größte Plattenbausiedlung Ostdeutschlands. Heute hat sich die Bevölkerungszahl dort mehr als halbiert, der Altersdurchschnitt liegt mit 56 Jahren deutlich über dem gesamtdeutschen Durchschnitt.
    • Der Leipziger Osten ist das Gebiet mit dem höchsten Anteil an Migrant/-innen in Leipzig (in einzelnen Bezirken bis zu 30%; Durchschnitt Gesamtstadt: knapp 9%).
    • Der Leipziger Westen ist ein Stadtteil, der stark durch seine frühere industrielle Nutzung geprägt ist.

    Ziele

    • Vernetzung und Koordination von Bildungs- und Jugendeinrichtungen im Sozialraum
    • Bessere Anpassung der Angebote der Kinder- und Jugendförderung an die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppen im jeweiligen Stadtgebiet
    • Optimierung der Verteilung der Haushaltsmittel für Kinder- und Jugendförderung
    • Sicherung der Inanspruchnahme stadtweiter Leistungsangebote der Kinder- und Jugendförderung

    Umsetzung

    • In Leipzig wird für jeden Planungsraum eine Koordinatorin bzw. ein Koordinator für Jugend und Bildung eingesetzt. Deren Aufgabe ist die Erarbeitung bzw. Umsetzung integrierter Stadtentwicklungskonzepte sowie die Organisation und Koordinierung in ihrem Planungsraum.
    • Diese Aktivitäten beziehen sich auf die Vertiefungsgebiete Familienbildung, kulturelle Bildung, Medienpädagogik, Schulsozialarbeit,  arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit, offene Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit/Ehrenamt.
    • Darüber hinaus wirken die Koordinatorinnen an Netzwerken und Konzeptwicklungen mit, z. B. zum Campus Grünau, einem Netzwerk von Bildungs- und Erziehungseinrichtungen im Stadtteil.
    • Die verschiedenen Einrichtungen suchen gemeinsam nach Lösungen, um im Campus Grünau die Ressourcen besser zu nutzen und vorhandene Potenziale weiterzuentwickeln.
    • Bei Bildungsworkshops mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung diskutieren lokale Bildungsakteure seit 2013 über die in den Planungsräumen zu erarbeitenden Zielsetzungen. Der im Workshop initiierte Zielfindungsprozess setzt sich auf anderen Ebenen fort:
      • als Zielvereinbarungen zwischen Koordinatoren und freiem Träger,
      • in den Planungsraumarbeitskreisen,
      • in den Facharbeitskreisen der Vertiefungsgebiete und
      • in der gesamtstädtischen Facharbeitsgruppe.

    Erfolge

    • Bereits nach etwa einem Jahr Planungsraumarbeit waren erste positive Effekte (z. B. Aktivierung fachlich koordinierter Netzwerke, trägerübergreifende Synergien) spürbar, die bis heute anhalten.
    • Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit qualifizierten Fachpersonals in allen Leistungsbereichen auf Seiten der Träger wie der Verwaltung ist auf den Weg gebracht worden.
    • Mit der Arbeit der Koordinationskräfte für Jugend und Bildung im Bereich Kinder- und Jugendförderung wurde die Planungsraumarbeit modellhaft erprobt.
    • Im Rahmen der Planungsraumarbeit im Planungsraum Grünau wurden - unter anderem im Rahmen einer partizipativen Bildungswerkstatt - neue Handlungsschwerpunkte definiert, die in ein Stadtteilentwicklungskonzept einfließen sollen.

    Kontakt

    Cornelia Klöter

    amt. Abteilungsleiterin Bildung
    Rathaus Wahren
    Georg-Schumann-Straße 357
    04159 Leipzig

    Weitere Informationen

  • Leipziger Kinderbüro – Kinder planen ihre Stadt

    Damit die Orte, wo Kinder spielen und Jugendliche sich treffen, auch den Bedürfnissen junger Menschen entsprechen: Das Leipziger Kinderbüro e. V. bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich selbst aktiv in die Gestaltung ihres Wohnumfeldes einzubringen.

    Ausgangslage

    • Die Lebensbereiche für Kinder werden in den meisten Fällen von Erwachsenen geplant. Dabei werden Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen häufig nicht erkannt bzw. bewusst ignoriert.
    • Zum Aufwachsen in einer demokratischen Gesellschaft gehört jedoch die frühe Beteiligung an der Gestaltung der für Kinder und Jugendlichen wichtigen Lebensbereiche (vgl. KJHG § 8, Abs. 1). Das betrifft beispielsweise Mitentscheiden:
      • bei der Stadt- und Verkehrsplanung
      • bei der Wohn- und Spielraumgestaltung
      • im Freizeit- und Umweltbereich
      • im weiteren Sinne in der Kinder- und Jugendpolitik
    • Die Ausgangsbedingungen in Leipzig sind günstig:
      • Es gibt eine Dienstanweisung des Oberbürgermeisters, in der die Kinderbeteiligung als Regelaufgabe festgelegt ist.
      • Ein zweijähriger städtischer Modellversuch wurde durch das Leipziger Kinderbüro durchgeführt, in dem Jugendbeiräte in zwei Stadtbezirksbeiräte der Stadt implementiert wurden.
      • Die Stadtverwaltung unterstützt außerdem Partizipationsprojekte in Gebieten der Sozialen Stadt.

    Ziele

    • Erhöhung der fachlichen Kompetenz von Kindern und Jugendlichen durch unmittelbare Beteiligung an der Stadterneuerung in Richtung kinderfreundliche Stadt
    • Erhöhung der sozialen Kompetenz durch projektbezogene kommunikative Strukturen
    • Förderung von Engagementbereitschaft und des Vertrauens in demokratische Institutionen
    • Erhöhung der Identifikation der jüngeren Bewohner mit ihrem Stadtteil
    • Belebung des Gemeinwesens durch Möglichkeiten des generationsübergreifenden Dialogs mit Stadtteilbewohnern
    • Verbesserung der sozialen Situation der Stadtteilbewohner durch gezielte Projektarbeit

    Umsetzung

    • Das Leipziger Kinderbüro ging aus einem Bund-Länder-Modellversuch mit dem Titel „Kinder planen ihren Stadtteil" hervor. Es wurde ein eingetragener Verein gegründet, der den kinderzentrierten Partizipationsansatz übergreifend und nachhaltig fortführt.
    • Das Kinderbüro arbeitet als anerkannter Träger der Freien Jugendhilfe mit Kindern und Jugendlichen von 6 – 18 Jahren in Stadtvierteln mit erhöhtem Erneuerungsbedarf.
    • Wichtige Aufgaben des Leipziger Kinderbüros sind:
      • Beratung von Kindereinrichtungen und Schulen zum Thema 'Partizipation'
      • Informationsarbeit für Eltern
      • Vermittlung zwischen verschiedenen Ämtern der Stadt Leipzig, kommunalen Einrichtungen, Organisationen und Initiativen, die für Kinder und Jugendbelange tätig sind
      • Organisation von Kinderratssitzungen und Kinderanhörungen
      • breite Öffentlichkeitsarbeit
    • Bearbeiterteams, die aus interessierten Kindern und Jugendlichen sowie Mitarbeitern des Kinderbüros bestehen, ermitteln gemeinsam relevante Themen, die in die Projektarbeit einfließen.
    • Dabei handelt es sich vor allem um umsetzungsorientierte und kurzfristig realisierbare Projekte, an denen nicht nur Kinder und Jugendliche und deren Eltern, sondern auch andere Bewohner des Stadtteils teilnehmen können.
    • Alle Projekte gehen konsequent vom Kinderwillen aus. Das Leipziger Kinderbüro übernimmt hauptsächlich eine Moderatorenfunktion. Es vermittelt, verstärkt und stellt Kontakte zwischen den Kindern und den Entscheidungsträgern her.
    • Das Leipziger Kinderbüro realisiert u.a. folgende Projekte (vgl. Konzeption 2010 des Leipziger Kinderbüros):
      • Spielplatzplanungen und Schulhofumgestaltungen und Spielraumkonzept Innenstadt Leipzig
      • Aufspüren von Verkehrsproblemen für Kinder und Analyse von Stadtplätzen, Hinterhöfen und des Stadtgrüns
      • Drehen von Videofilmen/Schreibprojekte über das Leben von Kindern in den Stadtvierteln
      • Gestaltung von Hausfassaden (Graffiti, Begrünung)
      • kinderfreundliche Verwaltungen und Hausordnungen

    Erfolge

    • Die Projekte des Leipziger Kinderbüros fördern grundsätzlich das Verständnis zwischen Alt und Jung.
    • Kinder und Jugendliche erfahren eine positive Wahrnehmung auf ihr Engagement im Stadtteil und werden dadurch motiviert, sich weiter für ihr Lebensumfeld einzusetzen.
    • Bei Stadtangestellten erhöht sich das Verantwortlichkeitsgefühl bei kinderrelevanten Projekten.
    • Bei den Eltern beteiligter Kinder und Jugendlicher entwickeln sich Zuversicht in die Leistungsfähigkeit und soziale Kompetenz ihrer Kinder.
    • Die Lehrpersonen setzen bei Schulprojekten stärker auf Partizipation.

    Kontakt

    Leipziger Kinderbüro

    Deutscher Kinderschutzbund Leipzig e.V.
    Johannisallee 20
    04317 Leipzig
    Telefon: 0341 - 70 25 712

    Weitere Informationen

    Das Leipziger Kinderbüro

     

    Literatur des Leipziger Kinderbüros (herausgegeben von Gerhard Lehwald):

    • (2007) Wohnumfeldgestaltung mit Kindern - Lust oder Frust? in R. Thomsen (Hrsg.), Kinder bauen Ihre Stadt. Dokumentation zur Fachtagung. Hamburg: Thomsen-Stiftung.
    • (2005) Der Leipziger Kinder- und Familienfreundlichkeitscheck Stadt Leipzig: Jugendamt und Leipziger Kinderbüro.
    • (2004) Das Leipziger Kinderbüro - wichtiger Akteur im URBAN-Erneuerungsgebiet. In Leipziger Sanierungratgeber, VSR Verlag, S. 48-50.
    • (2002) Eine Stadt als Spielraum - Leitfragen der Kinderbeteiligung. In Reihe Stadterneuerung. Stadt Leipzig: Der Oberbürgermeister.
    • (2001) Partizipation und Demokratielernen in einem Stadtteilbüro für Kinder: Das Leipziger Kinderbüro. In Pädagogisches Handeln. Wissenschaft und Praxis im Dialog (Heft 5). Rostock: Universität, S. 71-80.
    • (2001) Beteiligung schafft Motivation und Identifikation. Wohnumfeldgestaltung mit Kindern. Corax - Magazin für Kinder und Jugendarbeit. Heft 9, S.8-13.
    • (1999) Kinder gestalten ihre Stadt. Reihe Sanierungsgebiete. Stadt Leipzig Der Oberbürgermeister.
    • (1998) Kinder bauen mit. Stadterneuerung in Leipzig - ein neues Beteiligungsfeld für Kinder und Jugendliche, Bundesbaublatt, 9, S. 59 – 63.
    • (1997) Planen mit Kindern und Jugendlichen. Kommentierter Tagungsbericht. Leipzig: Leipziger Kinderbüro.
    • (1997) Beteiligungsmodelle: Kinder- und Jugendbeiräte, -foren und -parlamente. In Palentin, C. & Hurrelmann, K.(Hrg.), Jugend und Politik. Berlin: Luchterhand.
    • (1996) Können Kinder ihren Stadtteil planen? In: Mansel (Hrsg.), Glückliche Kindheit - Schwierige Zeit?. Opladen: Leske + Budrich.
     
  • Lengerich - „Familiale Pflege“: Unterstützung von pflegenden Angehörigen

    Unterstützung pflegender Angehöriger: Die LWL-Klinik in Lengerich bietet Angehörigen kostenlose Beratung und Schulung zur Pflege psychisch erkrankter Angehöriger an. So können pflegebedürftige Menschen möglichst lange in ihrem häuslichen Umfeld verbleiben und Angehörige werden entlastet.

    Ausgangslage

    • Im Landkreis Steinfurt werden ca. 45 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt. Durch den demografischen Wandel wird die Anzahl pflegebedürftiger Menschen weiter wachsen.
    • Die Pflege von Angehörigen ist mit großen Herausforderungen verbunden:
      • Wie verhindert man Stürze?
      • Wie gehe ich mit meinem Vater und seiner Demenzerkrankung um?
      • Wie benutze ich ein Pflegebett?
      • Wie beantrage ich Hilfen für meine Mutter?
    • Nicht nur die Unterstützung bei der Körperpflege, sondern auch der Umgang mit älteren Menschen mit psychischen Erkrankungen erfordert viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen.
    • Es gibt im häuslichen Bereich einen zunehmenden Bedarf an Unterstützung und Beratung. Dies betrifft sowohl die Pflegebedürftigen als auch die Pflegenden.
    • Die Universität Bielefeld bietet das Förderprogramm "Familiale Pflege" für die Unterstützung und Beratung pflegender Angehöriger bis zu sechs Wochen nach der Entlassung an.

    Ziele

    • Angehörige, Freunde und Nachbarn von Pflegebedürftigen unterstützen und diese bei der Pflege gesund erhalten
    • Pflegebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich im häuslichen Umfeld bleiben können und dabei gut versorgt sein.

    Umsetzung

    • Die LWL-Klinik Lengerich bietet an den Standorten Lengerich und Rheine kostenlose Beratungen, Schulungen und Trainings zur familialen Pflege an.
    • Pflegende Angehörige werden in der LWL-Klinik Lengerich während der stationären Behandlung der pflegebedürftigen Person und bis zu sechs Wochen danach betreut.
    • Die Betreuung übernehmen Pflegekräfte mit langjähriger Berufserfahrung und einer speziellen wissenschaftlichen Weiterbildung zum Thema familiale Pflege.
    • Zum Angebot gehören individuelle, einzelfallbezogene Erstgespräche und Pflegetrainings auf der Station und im häuslichen Umfeld.
    • In Pflegekursen haben Angehörige die Möglichkeit, sich über den Umgang mit der veränderten Lebenssituation und eigene Entlastungsmöglichkeiten für sich als pflegende Angehörige auszutauschen. Des Weiteren werden sie an Techniken der Körperpflege und Mobilisation herangeführt.
    • Zudem dienen die Kurse der theoretischen und praktischen Wissensvermittlung, um Menschen mit einer psychischen Erkrankung (z. B. einer Depression oder Demenz) besser verstehen und mit ihnen angemessen kommunizieren zu können.
    • Bei Bedarf besteht das Angebot, die zu pflegenden Angehörigen nach vorheriger Anmeldung während des Kurses auf den Stationen der Abteilung für Gerontopsychiatrie betreuen zu lassen.
    • Ein weiteres Angebot sind Familienberatungen, die dazu dienen, Hinweise zur sicheren Gestaltung des häuslichen Umfeldes zu geben.
    • In Gesprächskreisen können sich die Angehörigen untereinander über ihre Erfahrungen austauschen.
    • Besonders die Kompetenz der psychiatrischen Pflege können die Pflegenden der LWL-Klinik Lengerich den Angehörigen weitergeben.
    • Die Kurse werden im Rahmen des Modellprogramms "Familiale Pflege" von den Gesundheitskasssen AOK-Rheinland/Hamburg und AOK Nordwest gefördert. Projektträger ist die Universität Bielefeld.

    Erfolge

    • Positive Rückmeldungen pflegender Angehöriger. Sie sind froh und dankbar, dass es dieses Angebot gibt und sie Unterstützung und Entlastung in Behördenangelegenheiten, zu Fragen der Körperpflege und entlastenden Angeboten für sich selbst bekommen.
    • Am Modellprogramm "Familiale Pflege" beteiligen sich über 400 Krankenhäuser.

    Kontakt

    Abteilung für Gerontopsychiatrie

    LWL-Klinik Lengerich
    Parkallee 10
    49525 Lengerich
    Telefon: 05481 12-0

    Weitere Informationen

  • Lenningen und Owen - Unser Netz

    Koordination und Vernetzung: In den baden-württembergischen Kommunen Lenningen und Owen begleitet der Verein „Unser Netz e. V." den bedarfsgerechten Ausbau aller Aktivitäten in der Alten- und Behindertenhilfe.

    Ausgangslage

    • Im Jahr 2030 wird der Anteil der über 65-jährigen in Lenningen voraussichtlich auf 27% steigen.
    • In Lenningen beschäftigte sich der Arbeitskreis „Älter werden in Lenningen" mit folgenden Themen:
      • veränderte Alters- und Lebensstrukturen
      • Impuls bei „Brennpunkt"-Veranstaltung
      • Analyse von Lösungsansätzen
      • Wohnformen für ältere und behinderte Menschen
      • Bedarfsermittlung durch Fragebogen
      • Analyse der bestehenden Angebote und Dienste
      • Prüfung der Projektumsetzung
      • Planung und Gründung neutraler Träger
    • Aus diesem Arbeitskreis wurde der Verein Lenninger Netz e.V. gegründet.
    • 2010 wurde das Gebiet des Netzes auf die Stadt Owen erweitert. Dabei kam es auch zur Namensänderung in Unser Netz e.V.

    Ziele

    • Der Verein hat sich die Koordination und Vernetzung sozialer Aufgaben, die Förderung und den bedarfsgerechten Ausbau aller Aktivitäten in der Alten- und Behindertenarbeit sowie die Familienhilfe zum Ziel gesetzt. Dazu gehören insbesondere:
      • Projektierung, Angebot und Einführung „Betreutes Wohnen zu Hause"
      • Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen und Organisationen zur Koordination der Angebote für ältere Mitbürger/innen = „Kooperation trotz Konkurrenz"
      • Aufbau eines regionalen Netzwerkes zur Altenhilfe, Angebote für neue Wohnformen im Alter
      • Schaffung einer altenfreundlichen Kultur in Lenningen und Owen unter Einbeziehung aller Generationen

    Umsetzung

    • Die strategische Ausrichtung der Gemeinde Lenningen und Owen soll erreicht werden durch:
      • optimale Zusammenarbeit von Trägern und Anbietern
      • keine konkurrierenden Angebote
      • Schaffung gemeinsamer Voraussetzungen, um in Lenningen in der Gemeinschaft älter und alt werden zu dürfen
      • Angebot von Wohn- und Betreuungsalternativen
      • ergänzende und aufeinander aufbauende Angebote
    • Im Mittelpunkt der Arbeit des Unser Netz e.V. steht der Mensch.
    • Die Arbeit orientiert sich an 6 Bausteinen der Seniorenarbeit.
    • Angebote für Menschen mit Demenz:
      • Betreuter Nachmittag für Menschen mit Demenz und anderen Alterserkrankungen in Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen Dettingen und Erkenbrechtsweiler
      • Gruppe für pflegende Angehörige ebenfalls in Kooperation mit den Nachbarkommunen u.a.
    • Wohnformen für ältere, hilfebedürftige Menschen:
      • betreutes Wohnen zu Hause mit Grund- und Wahlleistungen, in altersgerechten Wohnanlagen u.a.
      • Unterstützung zum Verbleib in der eigenen Wohnung: Wohnberatung des Landkreises Esslingen (ehrenamtlich), Hausnotruf und Sturzprophylaxe
      • Notfallteam bei Einlieferung ins Krankenhaus bzw. Entlassung aus dem Krankenhaus
      • RAT & TAT Kleinreparaturdienst (ehrenamtlich) sowie seniorenfreundliche Handwerksbetriebe
    • Gesundheit und Pflege:
      • Anlauf- und Beratungsstelle bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit (auch für Angehörige)
      • Präventive Vorträge, Kursangebote und Schulungsangebote
      • B.U.S. Bewegen-Unterhalten-Spaß
      • Familiencoaching als Unterstützung für Partnerschaft und Familie
      • Unterstützung und Beratung für Familien und Menschen mit Handicap
      • Beratung vorsorgende Papiere
    • Soziale Kontakte:
      • Zusammenarbeit mit Vereinen/Organisationen/Schulen
      • PC-Treff, Kochkurs für Männer, Kaffeenachmittage, Ausflüge, Männerstammtisch 50PLUS, Männergymnastik für Männer ab 60
      • Ausflüge und Betriebsbesichtigungen
    • Engagement:
      • Seniorennetzwerk „Miteinander & Füreinander" mit örtlichen und benachbarten Vereinen und Organisationen
      • ehrenamtliche Mitarbeiter/innen für Besuchs- und sonstige Dienste
      • Mitarbeitergewinnung, Aus- und Weiterbildung
      • Generationenprojekte, Kooperation mit Schulen und Betrieben
      • Kombination hauptamtliche Fachkräfte mit bürgerschaftlich Engagierten
      • Sicherstellung der Finanzierung (u. a. öffentliche Zuschüsse)
      • Nutzung öffentlicher Gebäude, Räume und Einrichtungen
      • Zielsetzung Barrierefreiheit und Sicherheit im öffentlichen Raum
    • Vernetzung und Kooperation:
      • Abstimmung mit der Kommune (Gemeinderat und Bürgermeister)
      • Gewinnung von Multiplikatoren und Vertrauenspersonen
      • lokale und regionale Vernetzung

    Erfolge

    • "Unser Netz" ist ein funktionierendes und tragendes Netzwerk für Senioren und hilfsbedürftige Menschen.
    • Realisierte Projekte sind u.a.: Betreutes Wohnen zu Hause, Betreutes Wohnen in einer altersgerechten Wohnanlage, diverse Angebote für "aktive" Seniorinnen und Senioren.
    • Alle Angebote sind sehr gut etabliert.
    • Der Verein bietet viele unterschiedliche Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in Lenningen und Owen.

    Kontakt

    Gabriele Riecker

    Leitung der Geschäftsstelle
    Lenninger NETZ e.V.
    Brunnensteige 3
    73252 Lenningen – Oberlenningen
    Telefon: 07026-370198

    Weitere Informationen

  • Lommatzsch - Lommatzscher Pflege – Der Bürgerbus verbindet

    „Bürger fahren für Bürger": Nach verlässlichem Fahrplan und an festen Haltestellen fährt in der Lommatzscher Pflege ein Bürgerbus. So können auch weniger mobile Einwohner aus abgelegeneren Ortschaften einfacher ihre Einkäufe und andere Termine wahrnehmen.

    Ausgangslage

    • Die ländliche Struktur in der Lommatzscher Pflege ist aufgrund der historischen Entwicklung geografisch sehr stark zersiedelt.
    • Es gibt viele kleine Ortschaften mit 50 – 100 Einwohnern oder teilweise weniger als 50 Einwohnern und viele landwirtschaftliche Einzelgehöfte.
    • Die Busanbindung ist aus Wirtschaftlichkeitsgründen teilweise eingestellt worden. Der Aufwand bei der Anfahrt der einzelnen Ortschaften ist sehr hoch – demgegenüber stehen nur wenige Bürger.
    • Benachteiligte sind vor allem die immobilen Bevölkerungsgruppen wie Ältere, Schüler oder sozial Schwache.
    • Im Januar 2007 wurden 63 von 238 Ortschaften nicht mehr vom ÖPNV angefahren.

    Ziele

    • Mit dem Projekt des Bürgerbusses soll die Mobilität der ländlichen Bevölkerung verbessert werden.
    • Es sollen die Orte an den ÖPNV angebunden werden, die bisher in keinen Fahrplan eingebunden waren.
    • Vor allem ältere Menschen erhalten die Möglichkeit, besser am öffentlichen Leben teilzunehmen.
    • Einkäufe, Arztbesuche, Behördengänge u. a. können wieder unabhängig erledigt werden.

    Umsetzung

    • In der Lommatzscher Pflege fährt nach verlässlichem Fahrplan ein Bürgerbus. Ehrenamtliche Fahrer und die dortige Verkehrsgesellschaft sorgen so dafür, dass auch ältere Einwohner und Schüler aus abgelegeneren Ortschaften mobil sind.
    • Der Bürgerbus bietet sich als alternative, bedarfsorientierte Bedienform an. Er ist ein Nahverkehrskonzept für ländliche Räume.
    • Der Bürgerbus ist ein Kooperationsprojekt der Verkehrgesellschaft Meißen, zwei Gemeinden und dem Bürgerbusverein Lommatzscher Pflege e.V.
    • In den Gemeinden Lommatzsch und Käbschütztal wurde eine Studie durchgeführt, welche den zukünftigen Bedarf und die Ausmaße eines Bürgerbusses abschätzen sollte. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Bürgerbuslinien in beiden Gemeinden dringend benötigt wurden.
    • Es wurde ein Linienkonzept erarbeitet und für beide Gemeinden jeweils eine Buslinie eingeführt.
    • Unter dem Motto: „Bürger fahren für Bürger" wurden Personen gesucht, die das Fahren des Bürgerbusses übernehmen – das Besondere daran ist, dass die Fahrer die Fahrten ehrenamtlich durchführen.
    • Die Mitglieder des Vereins „Bürgerbusverein Lommatzscher Pflege e.V." stellen die Dienstpläne auf und organisieren den Betrieb des Busses. Außerdem werden durch den Verein die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer qualifiziert.
    • Die Verkehrsgesellschaft Meißen mbH nahm den Bürgerbus in ihr Angebot auf und deckt die verkehrsrechtliche Seite des Projektes ab. Sie besitzt die Linienkonzession und stellt die Kleinbusse, die vom Verein gemietet werden. Es ist gewährleistet, dass Umstiege zeitlich aufgehen.
    • Die Gemeinden begleiten das Projekt beratend und unterstützend.
    • Die Passagiere zahlen den Tarif des regionalen Verkehrsverbundes.
    • Der Bürgerbus erhält einen jährlichen Zuschuss vom Landkreis in Höhe von rund 8 000 Euro.

    Erfolge

    • Es werden an drei Tagen der Woche 19 neu eingerichtete Haltestellen in Lommatzsch und Käbschütztal bedient.
    • Derzeit fahren acht ehrenamtliche Busfahrer. Das sind Berufstätige, Arbeitsuchende und Rentner.
    • Weit über 3.000 Fahrgäste konnten seit dem Start begrüßt werden.
    • Es sind auch die nicht messbaren Erfolge, wie zum Beispiel der persönliche Kontakt, die den BürgerBus zu etwas Besonderem machen.
    • Die Busfahrer helfen gerade den älteren Mitfahrern beim Ein- und Aussteigen und beim Verstauen der Einkaufstaschen.
    • Der Bürgerbus Lommatzscher Pflege ist ein Schlüsselprojekt des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) der Lommatzscher Pflege.
    • Das Konzept des Bürgerbusses soll in Sachsen-Anhalt im Zusammenhang mit RUMOBIL (Rural Mobility in European Regions affected by Demographic Change) verbreitet werden.

    Weitere Informationen

    Der Bürgerbus beim Netzwerk Ländlicher Raum: www.netzwerk-laendlicher-raum.de/de/beispiele/wettbewerb-2011/buergerbus-lommatzscher-pflege/

    Lommatzscher Pflege - Der Bürgerbus: https://www.lommatzscher-pflege.de/region/buergerbus.html

  • Ludwigsburg - Kinder- und Familienzentren

    Sozialraumorientiert und flächendeckend: Die Ludwigs-burger Kinder- und Familien-zentren bieten frühkindliche Bildung, eine familienfreundliche Infrastruktur und die Einbeziehung der Eltern. Kinder- und Familienzentren gibt es in allen Ludwigsburger Stadtteilen.

    Ausgangslage

    • Das Thema Kinder- und Familienzentren ist seit einigen Jahren deutschlandweit im Gespräch und wird in unterschiedlichen Varianten umgesetzt, meist als befristete Modellprojekte, aber nicht flächendeckend.
    • Das Ludwigsburger Stadtentwicklungskonzept sieht Aus- und Umbau der Bildungs- und Betreuungslandschaft als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
    • Da im Rahmen der Kinderbetreuung neben der Förderung der Kinder auch die Elternbildung als wichtige Aufgabe gesehen wird, war die Entwicklung des Konzeptes der Kinder- und Familienzentren eine logische Schlussfolgerung.
    • Die Gesellschaft unterliegt einem kontinuierlichen Wandel. Dieser betrifft insbesondere die Familien, verursacht durch:
      • die vermehrte Erwerbstätigkeit der Frauen
      • die Pluralität der Lebensstile 
      • die zunehmende berufliche Mobilität und die damit verbundenen Migrationsprozesse

    Ziele

    • Die familienfördernde und -unterstützende Infrastruktur in Ludwigsburg soll verbessert werden.
    • Aus binnenorientierten Kindertageseinrichtungen sollen Kinder- und Familienzentren werden, die sich an ihrem Sozialraum und den Bedürfnissen der lokalen Familien orientieren.
    • Kinder- und Familienzentren sollen zu einem Knotenpunkt familienunterstützender Leistungen werden, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll erleichtert werden.
    • Kinder- und Familienzentren halten ein niederschwelliges Angebot an Bildungs-, Beratungs- und Begegnungsleistungen bereit.

    Umsetzung

    • Die Stadt Ludwigsburg unterhält in allen Stadtteilen mindestens ein Kinder- und Familienzentrum. Konzeptionell sind die Kinder- und Familienzentren in allen Stadtteilen identisch, die Angebote orientieren sich dagegen am jeweiligen Sozialraum.
    • Die Ludwigsburger Kinder- und Familienzentren wurden zumeist aus Kindertageseinrichtungen entwickelt.
    • Das geschah häufig im Zusammenhang mit anstehenden Umstrukturierungen, wie beispielsweise der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren oder der Ausbau der Ganztagesbetreuung.
    • Bereits bestehende Kindertageseinrichtungen wurden teilweise aufwendig umgestaltet, fehlende Kinder- und Familienzentren wurden mit einem spezifischen Raumprogramm neu gebaut.
    • Mit der Formel 3 x 3 x 3 wurde die Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen vorgenommen. D. h., jeweils drei Kindertageseinrichtungen wurden für einen Zeitraum von drei Jahren in drei aufeinanderfolgenden Jahren in die Modellphase aufgenommen.
    • Die Ludwigsburger Familiendialoge dienen dazu, die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern in Ludwigsburg kennen zu lernen und die Kinder- und Familienzentren dementsprechend weiter zu entwickeln.
    • Zweimal jährlich tauscht sich der erste Bürgermeister mit den Eltern zu verschiedenen Themen aus, bspw.:
      • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
      • Betreuungsarrangements
      • Angebotsportfolio
      • Entwicklungen im Stadtteil
      • Fördermöglichkeiten 
    • Neben der Stadt engagieren sich drei weitere Träger im Modell Ludwigsburger Kinder- und Familienzentren.
    • Über den städtischen Haushalt werden alle zwölf Einrichtungen zusätzlich unterstützt.

    Erfolge

    • Zwölf Kinder- und Familienzentren von vier Trägern in zehn Stadtteilen haben sich inzwischen erfolgreich zu ganz individuellen, am Sozialraum und dem Bedarf der Eltern orientierten Kinder- und Familienzentren weiterentwickelt. 
    • Etwa ein Drittel aller Kinder in der frühkindlichen Bildung und Förderung von 1 - 6 Jahren besucht eine der Einrichtungen.
    • Netzwerkstrukturen mit lokalen und stadtweit agierenden Kooperationspartnern wurden aufgebaut.
    • Die Kinder- und Familienzentren sind in den Stadtteilen zu zentralen Anlaufstellen für Bildungs-, Beratungs- und Betreuungsangebote geworden.
    • Während der Modellphase hat sich gezeigt, dass die Entwicklung von Angeboten und die Pflege der Netzwerkstrukturen einen erhöhten Zeit- und Arbeitsaufwand mit sich bringen. Aus diesem Grund wird die finanzielle Förderung nach dem Ende der ersten Projektphase verstetigt.
    • Damit wird das Fortbestehen der Kinder- und Familienzentren nachhaltig gesichert.
    • Die Angebote für Kinder und Eltern, die sich am Bedarf der Familien orientieren, werden von diesen in allen Einrichtungen sehr gut angenommen.
    • Ludwigsburg wurde von der AG Netzwerk Familie BaWü mit dem Prädikat „Familienbewusste Kommune Plus" ausgezeichnet. (2015)

    Kontakt

    Alice Weber

    Projektkoordination
    Stadt Ludwigsburg
    Wilhelmstraße 11
    71638 Ludwigsburg

    Weitere Informationen

  • Lübeck - Lübecker Bildungsfonds

    Flexibel, diskret, unbürokratisch: So ermöglicht die Hansestadt Lübeck Kindern den Zugang zu Bildung. Kommune, Stiftungen und das Land gründeten den bundesweit einzigartigen Bildungsfonds. In ihn fließen auch die Zuschüsse des Bundes aus dem Bildungs- und Teilhabepaket.

    Ausgangslage

    • Zu Projektbeginn dokumentierte der „Armuts- und Sozialbericht der Hansestadt" für Lübecker Kinder und Jugendliche eine Armutsquote von über 30 Prozent.
    • Unter den rund 200.000 Einwohnern befanden sich etwa 32.000 Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 17 Jahren.
    • Strukturelles Haushaltsdefizit: 125 Millionen Euro
    • Vor dem Hintergrund des ökonomischen und gesellschaftlichen Strukturwandels entstand die Überlegung: Wie konnte man in Lübeck Kräfte bündeln, um Kindern und Jugendlichen möglichst optimale Bildungsmöglichkeiten eröffnen?
    • Es entstand erstmals die Idee eines Unterstützungsmodells, das gezielt, unbürokratisch und schnell dazu beiträgt, Bildungsarmut von Kindern und Jugendlichen mit all ihren Konsequenzen zu bekämpfen. 

    Ziele

    • Allen Kindern wird ungeachtet ihrer sozialen Herkunft der bestmögliche Zugang zu Bildung ermöglicht.
    • Vermeidung von Diskriminierung und Stigmatisierung: Der Gang zum „Amt" ist nicht erforderlich. Die pädagogischen Fachkräfte sind Ansprechpartner der Eltern. Sie können in Einzelfällen auch ohne die Eltern aktiv werden.
    • Bündelung der Kräfte und Finanzen
    • Stärkung der Steuerungs- und Entscheidungskompetenzen von Kindertagesstätten und Schulen
    • enge Kooperation von Land, Kommune, Stiftungen und Jobcenter

    Umsetzung

    • Der Lübecker Bildungsfonds bietet Familien mit Kindern und Jugendlichen diskret und unkompliziert finanzielle Unterstützung für Bildungsangebote.
    • Alle Kindertagesstätten und Schulen erhalten einen Vorschuss, der bei Bedarf aufgestockt werden kann, und entscheiden eigenverantwortlich, ob und wie Kinder, bzw. deren Eltern Unterstützung erhalten.
    • Unterstützung beantragen können Familien, die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beziehen, ein ermäßigtes Betreuungsentgelt in Kitas bezahlen, Wohngeld erhalten oder ihren Kindern wichtige Bildungsangebote finanziell nicht ermöglichen können.
    • Besonderheiten des Lübecker Bildungsfonds sind:
      • Kinder aus Familien, die „offiziell" keinen Anspruch auf Leistungen haben, aber plötzlich und vorübergehend in eine Notsituation geraten, können ebenfalls gefördert werden.
      • Wenn Eltern von sich aus keine Initiative ergreifen möchten, um Unterstützung zu erhalten, können Erzieherinnen und Erzieher sowie Pädagoginnen und Pädagogen auch von sich aus aktiv werden.
    • Bezuschusst werden u. a.:
      • Mittagessen in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen und Klassenausflüge
      • Schulbeiträge und  Arbeitsmaterialien
      • Musik- und Sportangebote
      • Sprachförderung, zusätzliche Bildungsangebote und Nachhilfe
      • Schulnetzwerke und der Ausbau der Ganztagsangebote an Schulen
    • Unterstützungsberechtigte können den einseitigen Antrag, der für alle möglichen Leistungen eines Jahres gilt, in der Kita oder Schule stellen.
    • Kita und Schule rechnen halbjährlich mit der Stadtverwaltung ab.
    • Nicht verbrauchte Mittel können ins nächste Jahr übertragen werden.
    • In den Bildungsfonds fließen jährlich ca. zwei Millionen Euro von Stiftungen (53 Prozent), Kommune, Land und Einzelspendern sowie rund 700.000 Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung
    • Die Hansestadt übernimmt die Verwaltung, Abrechnung und die stichprobenartige Kontrolle der Anträge.
    • Der Beirat des Lübecker Bildungsfonds überprüft die sachgerechte Verwendung der Mittel und entscheidet jährlich über die konzeptionelle Fortschreibung des Fonds. Dem Beirat gehören Vertreterinnen und Vertreter der Stiftungen, der Hansestadt, des Jobcenters und die Schulräte an.
    • Die Mittel des Bildungs- und Teilhabepakets, die in den Fonds einfließen, werden zwischen der Verwaltung der Hansestadt und dem Jobcenter auf direktem Weg geprüft und abgerechnet.

    Erfolge

    • Bildung einer Verantwortungsgemeinschaft zwischen Kommune und Stiftungen, in der Einzelinteressen einem übergeordneten gemeinsamen Interesse untergeordnet werden
    • Entwicklung einer neuen, auf Offenheit und Vertrauen basierenden Entscheidungs- und Kommunikationsstrategie
    • allseitige Bereitschaft, Verantwortung und Macht abzugeben, aber auch zu übernehmen
    • große Bereitschaft aller Handelnden, speziell auch in Kindertagesstätten und Schulen, den Verwaltungsmehraufwand im Interesse der Kinder und Familien zu übernehmen
    • Die Erkenntnis setzte sich durch, dass diejenigen, die am nächsten dran sind, am besten entscheiden können, ob und welcher Förderbedarf besteht.
    • Abbau und Verhinderung von Parallelstrukturen: Ganz wesentlich die Bereitschaft des Jobcenters, die Unterstützung durch Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket über den Bildungsfonds abzuwickeln.
    • Der Bildungsfonds entwickelt sich schrittweise zu einem wichtigen Instrument der gemeinsamen Gestaltung von Inhalten und struktureller Bildungsgerechtigkeit.

    Kontakt

    Friedrich Thorn

    Kronsforder Allee 2-6
    23539 Lübeck

    Weitere Informationen

  • Lübeck – 1001 Sprache: bilingual-picturebooks.org

    Damit alle Kinder ihren ersten Kontakt mit Büchern in ihrer Muttersprache erfahren – egal, in welchem Land sie sich befinden: Der Bücherpiraten e.V. stellt eine Online-Datenbank mit kostenlosen bilingualen Bilderbüchern von und für Kinder bereit.

    Ausgangslage

    • In Deutschland und in vielen anderen Ländern auf der Welt leben inzwischen Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern.
    • Der Anteil der mehrsprachigen Familien nimmt in Deutschland und weltweit immer weiter zu.
    • Die Kinder Zugewanderter lernen häufig innerhalb kurzer Zeit fließend die neue Sprache - im Gegensatz zu ihren Eltern.
    • Kinder, deren erster Kontakt mit einem Buch in einer fremden Sprache stattfindet, ist die Hürde später Bücher zu lesen hoch. Der erste Kontakt mit einem Buch sollte also möglichst immer in der Muttersprache sein.
    • Aus diesem Grund ist der Bedarf an zweisprachigen Büchern enorm, allerdings gibt es nur sehr wenige davon.
    • Auf einem Treffen von Leseförderinnen und Lesefördern aus 68 Nationen in London entstand die Idee, eine Datenbank mit zweisprachigen Bilderbuch-Geschichten von Kindern für Kinder bereitzustellen.

    Ziele

    • Kinder weltweit haben die Möglichkeit, den ersten Kontakt mit Büchern in der eigenen Muttersprache zu erleben – auch, wenn sie sich in einem Land mit einer fremden Sprache befinden.
    • Mehrsprachige Familien weltweit können gemeinsam Bücher lesen.
    • Kinder haben die Möglichkeit, für andere Kinder ein eigenes Bilderbuch zu schreiben und zu gestalten.
    • Übergeordnete Zielsetzungen sind:
      • Kindern möglichst viele Geschichten erfahrbar machen, denn diese eröffnen Handlungsmöglichkeiten
      • die Vielfalt der Geschichten von Kindern abbilden

    Umsetzung

    • Der Verein Bücherpiraten e.V. stellt online kostenlos und für jeden weltweit bilinguale Bilderbücher zur Verfügung. Die Sprachkombination kann dabei frei gewählt werden.
    • Dazu baut der Verein eine Datenbank mit vielen unterschiedlichen zweisprachigen Bilderbuch-Geschichten von Kindern für Kinder auf und bietet Fortbildungen zur Gestaltung einer Bücher-Werkstatt an.
    • Zielgruppe der bilingualen Bilderbücher sind insbesondere mehrsprachige Familien und Flüchtlingskinder in Schule oder Kita auf der ganzen Welt.
    • Geschrieben und illustriert werden die Bilderbücher von Kindern.
    • Pädagogen und Künstler begleiten die Erstellungsprozesse der Bilderbücher nur unterstützend. Es wird Wert daraufgelegt, dass die Geschichten und Illustrationen wirklich durch die Kinder bestimmt werden.
    • Ehrenamtliche Muttersprachlerinnen und Muttersprachler übersetzen die fertigen Bücher jeweils in eine Vielzahl von Sprachen.
    • Eine große Zahl der Versionen wird darüber hinaus als Hörbuch eingesprochen.
    • Die bilingualen Bilderbücher kann sich jeder kostenlos auf bilingual-picturebooks.org herunterladen. Dabei können die Sprachen beliebig kombiniert werden.
    • Bundesweit werden zukünftig Multiplikatoren-Werkstätten für interessierte Leseförderinnen und Leseförderer angeboten. Hier lernen sie, wie sie am besten vorgehen, um zusammen mit Kindern ein Bilderbuch für das Projekt "1001 Sprache – bilingual-picturebooks.org" zu verfassen.
    • Das Projekt wird gefördert durch verschiedene Stiftungen.

    Erfolge

    • Zurzeit sind etwa 15 Bücher in über 50 Sprachen online.
    • Bisher sind über 450 Sprachkombinationen runtergeladen worden.
    • Das Projekt ermöglicht Kindern auf der ganzen Welt, Bücher in ihrer Muttersprache zu lesen und zu schreiben.
    • Die Bücher werden in Bibliotheken, Kita, Schulen, Familien und Einrichtungen für geflüchtete Menschen mit großem Erfolg genutzt.

    Kontakt

    Lenara Sanders

    Geschäftsführerin
    Bücherpiraten e.V.
    Fleischhauerstr. 71
    23552 Lübeck

    Weitere Informationen

  • Manchester - Gesundheitslotsen

    Die Stadt Manchester qualifiziert Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen zu Gesundheitslotsen und zielt damit auf die Prävention und Gesundheitsförderung bei Risikogruppen durch Hilfe zur Selbsthilfe ab.

    Ausgangslage

    • Manchester liegt im Nordwesten von England und hat ca. 510.000 Einwohner
    • Die Stadt weist einen hohen Anteil von Menschen in sozial benachteiligten Verhältnissen auf.
    • Im Rahmen des britischen Gesundheitslotsenprogramms wurden Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen zu Gesundheitslotsen qualifiziert und im Gesundheitsdienst eingestellt.

    Ziele

    • Die sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen soll reduziert werden.
    • Vor allem Menschen mit sozial schwierigen Lebenslagen soll der Zugang zu den bestehenden Angeboten der Kommune erleichtert werden.
    • Die Diversität der Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll verbessert werden.
    • Langzeitarbeitslosen und Menschen mit wenig bzw. keiner Berufserfahrung wird durch eine Qualifizierung zum Gesundheitslotsen der Weg in den Arbeitsmarkt geöffnet.

    Umsetzung

    • Im Mai 2006 wurden die ersten 17 Bürgerinnen und Bürger durch einen öffentlichen Prozess rekrutiert und in einer dreimonatigen Ausbildung des britischen Gesundheitsdienstes zum Gesundheitslotsen ausgebildet.
    • Die Ausbildung fokussiert vor allem auf das Erlernen von
      • Empowerment-Methoden
      • Techniken, um die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Klienten zu heben und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten
    • Nach Abschluss der Ausbildung werden die Gesundheitslotsen weiter fachlich begleitet, um mit den komplexen Verwaltungsvorgängen zurechtzukommen.
    • Gesundheitslotsen sind verpflichtet, 15 Klienten pro Woche zu kontaktieren und 85 Klienten pro Jahr zu begleiten.
    • Die Kontaktaufnahme erfolgt durch Direktansprache und „Überweisungen" des Hausarztes.
    • Einige Gesundheitslotsen arbeiten auch mit Unternehmen und Verbänden des sozialen Wohnungsbaus zusammen, um in der Nähe ihrer Klienten präsent zu sein.
    • Im ersten Gespräch macht sich der Gesundheitslotse ein Bild von der Lebenssituation des Klienten.
    • Es werden persönliche Ziele festgelegt und Barrieren von Verhaltensänderungen ermittelt, um einen Gesundheitsplan zu erarbeiten.
    • Gesundheitslotsen treffen sich mit ihren Klienten maximal sechs Mal.
    • Bei jeder Sitzung wird der Fortschritt des Klienten überprüft.
    • Hilfestellungen zur Umsetzung von Verhaltensänderungen können sein:
      • Begleitung eines Klienten mit wenig Selbstvertrauen zum Treffen einer Selbsthilfegruppe,
      • Anmeldung zu Kunstkursen, die durch Kreativitätstraining Verhaltensänderungen unterstützen.
    • Das Angebot ist für die Klienten kostenlos.

    Erfolge

    • Durch die Qualifizierung zum Gesundheitslotsen werden Menschen aus der Armut und Erwerbslosentätigkeit geholt und erhalten durch die Nutzung ihrer Expertise und persönlichen Erfahrungen mit Armut und sozialem Ausschluss Wertschätzung.
    • Einige der rekrutierten Gesundheitslotsen haben mittlerweile Karriere in der öffentlichen Verwaltung gemacht.
    • 90 Prozent der Klienten würden das Angebot weiterempfehlen
    • Eine nationale Evaluierung belegt positive und nachhaltige Veränderungen des Lebensstils. Es wurden Verbesserungen in der Ernährung, Gewichtsabnahme, Blutdruck, Alkoholkonsum und Bewegung erzielt.
    • Von 4209 Klienten in 2013, die aus der am stärksten ökonomisch und sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppe stammten, haben 2558 Personen ihre Verhaltensänderungen beibehalten.

    Kontakt

    Delana Lawson

    Health Trainer Programme Manager
    Public Health Development Service
    Manchester
    UK

    Weitere Informationen

    Health & Wellbeing Service Manchester: http://www.govint.org/good-practice/case-studies/how-community-health-trainers-in-manchester-enable-positive-lifestyle-changes/change-management/

  • Metropolregion Nürnberg – Original Regional

    Die Regionalkampagne „Original Regional“ ist ein Netzwerk, in dem Regionalinitiativen, kleine Produktionsbetriebe und lokale Dienstleister gemeinsam daran arbeiten, regionale Produkte stärker zu etablieren. Davon profitieren z.B. ansässige Erzeuger- und Verarbeitungs-betrieben, Kitas und Schulen.

    Ausgangslage

    • Wichtige Faktoren einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion sind unter anderem:
      • Erhalt der genetischen Vielfalt von Saatgut, Kulturpflanzen sowie Tieren
      • Stärkerer Fokus auf das „traditionelle Wissen“ in der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung
    • Kommunen können hierzu beitragen, indem sie den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln sowie einen regionalen Wertschöpfungskreislauf fördern.
    • Bereits seit über 20 Jahren gibt es die Regionalkampagne „Original Regional“ in der Metropolregion Nürnberg.
    • Eine enge und gut funktionierende Stadt-Land-Partnerschaft kennzeichnet die Metropolregion Nürnberg.

    Ziele

    • Hohes Bewusstsein für regionale Produkte in der Bevölkerung schaffen
    • Höherer Absatz regionaler Produkte
    • Förderung der Vielfalt regionaler Spezialitäten und Produkte
    • Übergeordnete Ziele sind:
      • die Stärkung der regionalen Identität
      • die Sicherung gewachsener Kulturlandschaften
      • die Sicherung regionalen Brauchtums

    Umsetzung

    • Die Regionalkampagne Original Regional in der Metropolregion Nürnberg ist ein Netzwerk von 29 Regionalinitiativen auf Landkreisebene, in den rund 1.500 Direktvermarkter und Erzeuger organisiert sind.
    • Seit über zehn Jahren wird das Projekt von der Geschäftsstelle der Metropolregion Nürnberg koordiniert. Die Regionalkampagne dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch untereinander – beispielsweise zu Erfolgsfaktoren und Hemmnissen bei der Erfüllung von Quoten für Regionalprodukten in Kommunen.
    • Das Lenkungsgremium besteht aus vier Landräten, den Bezirkstagspräsidenten und dem Regierungspräsidenten von Mittelfranken sowie der Geschäftsführung der Metropolregion Nürnberg. Das Gremium entscheidet über die Jahresplanung und neue Partner von „Original Regional“, prüft regelmäßig die strategische Ausrichtung der Regionalkampagne und akquiriert Projektmittel.
    • Die Leitlinien von Original Regional bilden einen Rahmen, der Qualität und Herkunft regionaler Produkte transparent macht:
      • Die Herstellung von Produkten erfolgt zum überwiegenden Teil in der Metropolregion Nürnberg
      • Transparenz über die Herkunft der Rohstoffe: 80% der Grund- und Rohstoffe des Produkts stammen – soweit verfügbar – aus der Region
      • Primat der kurzen Wege
      • Gentechnikfreiheit
      • Wahrung von bestehenden Qualitätsstandards
      • Keine Dumpingpreise
    • Besonders hervorgehoben werden auch gentechnikfreie Lebensmittel, Produkte aus Landschaftsschutzprojekten und von Streuobstflächen.
    • Etwaige produktbezogene Kriterien zur Einhaltung der Leitlinien von „Original Regional“ legen die Partnerinitiativen selbst für ihre Mitglieder fest und gewährleisten deren Einhaltung.
    • Auch zur Einhaltung der Qualitätsstandards verpflichten sich die Initiativen selbst. Aufgrund der räumlichen Nähe hat sich dies als tragfähig erwiesen.
    • Kernaufgaben der Geschäftsstelle und Beispiele für konkrete Umsetzungs-Maßnahmen:
      • Aufbau und die Pflege des Netzwerkes der Regionalinitiativen.
      • Strategische Weiterentwicklung der Regionalkampagne.
      • Fachliche Beratung und Koordination der Partnerinitiativen im Rahmen von Einzelprojekten (z.B. zu Fragen der Zertifizierung, zur Gentechnikfreiheit).
      • Beratung und Information der Verbraucher zu regional erzeugten und traditionell hergestellten Lebensmitteln.
      • Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer öffentlichkeitswirksamer Auftritte, wie z.B. auf der Bauernmarktmeile Nürnberg, der Messe Consumenta und dem Nürnberger Christkindlesmarkt.
      • Verwaltung der Anbietersuche - einer Datenbank mit über 1.100 Anbietern und Direktvermarktern von regionalen Produkten.
      • Markenmanagement und Kommunikation der Marke „Original Regional“.
      • Vernetzung mit relevanten Projekten und Partnern der Metropolregion Nürnberg, z.B. mit der der Fairen Entwicklungsagentur, den Ökomodellregionen etc.  zur Nutzung gemeinsamer Synergien.
    • Gefördert wird die Regionalkampagne durch die Bezirke Mittelfranken, Oberfranken und Oberpfalz, durch die Sparkassen in Mittelfranken, die NürnbergMesse und die AFAG Messen und Ausstellungen GmbH.

    Erfolge

    • Knapp 30 Regionalinitiativen mit rund 1.500 Direktvermarktern und Erzeugern sind Teil der Regionalkampagne Original Regional.
    • In zahlreichen Kommunen gibt es klare Ziele für den Einsatz regionaler Produkte in kommunal betriebenen Kantinen, Kindertagesstätten und Schulen.
    • „Original Regional“ ist ein Netzwerk, in dem Kommunen, kleine Produktionsbetriebe und lokale Dienstleister in der Metropolregion Nürnberg partnerschaftlich zusammenarbeiten.
    • Gemeinsam bieten sie Original-Regionale Spezialitäten an und stellen kurze Transportwege sicher.
    • Das Wissen über traditionelle Produktionsweisen wird u.a. durch Ausbildungsplätze in den kleinen Betrieben erhalten und weitergegeben.
    • „Original Regional“ stellt die größte Datenbank für Direktvermarkter in ganz Bayern.
    • Die Quoten für Regionalprodukte und die Qualitätsstandards werden kommunen-spezifisch Schritt für Schritt erhöht.
    • Aktionen wie der Spezialitäten-Wettbewerb und die Erarbeitung einer Kulinarischen Landkarte tragen dazu bei, die Thematik in der Bevölkerung publik zu machen.

    Kontakt

    Susanne Niemela

    Projektmanagerin
    Geschäftsstelle Metropolregion Nürnberg
    Theresienstraße 9
    90403 Nürnberg

    Weitere Informationen

  • Minden - Das Neue Wir – Konvent zur Stadtgesellschaft im Wandel

    Auf einem dreitägigen Konvent im Stadttheater Minden konnten Mindener Bürger und Neubürger die "Integration selbst in die Hand nehmen". Sie konnten einander in Diskussionsrunden, Speeddating und Schnippelparty und vielen weiteren kulturellen Angeboten kennenlernen und Vorurteile abbauen.

    Ausgangslage

    • In Minden leben knapp 84.000 Einwohner und Einwohnerinnen aus 122 Nationen.
    • Mehr als 1500 Geflüchtete sind 2015 und 2016 nach Minden gekommen.
    • Es gibt in Minden ein großes bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement für die Asylsuchenden (Deutschunterricht, Förderung von Schulkindern, Kultur-, Sport- und Bildungsangebote), welches seit knapp zwei Jahren größtenteils aus dem städtischen Spendenkonto finanziert wird.
    • Auch schlossen sich alle Social Clubs in Minden als „Flüchtlingspartner" zusammen und unterstützten insbesondere die individuelle Sprachförderung der Neu-Zugewanderten finanziell.
    • Vor diesem Hintergrund entstanden die Fragen: „Was kann Kultur als Motor zur Integration und Teilhabe beitragen?" und „Was kann ein Bespieltheater tun, um den gesamtgesellschaftlichen Wandel aktiv zu begleiten?"

    Ziele

    • Ziele des Konvents:
      • Ängste abbauen und Chancen einer sich verändernden Stadtgesellschaft aufzeigen
      • aufmerksam machen, auf das was bereits gut läuft, und ganz konkrete Hilfestellungen und Maßnahmen initiieren
    • Veränderung soll als positiver Prozess an die Bevölkerung kommuniziert werden - mit dem Signal: Wir laufen aktuellen Entwicklungen nicht hinterher, sondern nehmen Integration in die Hand und gestalten aktiv - mit unseren Bürgerinnen und Bürgern.

    Umsetzung

    • Das Stadttheater Minden organisierte ein dreitägiges kulturelles Programm für Alt-Mindener und Neu-Mindener. Mit Hilfe partizipativer, kultureller Angebote wurde den Bürgern die Möglichkeit geboten, ihre Stadt mitzugestalten, neue Wege der Kommunikation zu erproben und Kulturen miteinander bekannt zu machen. 
    • Wichtigste Schritte zum Konvent Das neue Wir:
      • Formulierung eines Status quo („Da stehen wir jetzt"), einer Vision („Da wollen wir hin") und einer Strategie („Dafür brauchen wir")
      • Es wurde eine gesamtstädtische Planungsgruppe unter der Federführung der Beigeordneten des Geschäftskreises Bildung, Kultur, Sport und Freizeit und der Intendantin des Stadttheaters Minden eingesetzt.
      • Durchführung eines Bürgerpanels: Dazu wurden gezielt acht Bürger angesprochen. Zuvor sind bestimmte Profile – wie jung, ehrenamtlich engagiert, weiblich oder männlich, berufstätig und Familie – erstellt worden. Mehrere Bürger wurden gefragt, ob sie sich zwei Tage lang an der Planung eines Konvents beteiligen.
      • Das Stadttheater bot mit dem Konvent einen großen Rahmen, eine Ideenschmiede zur aktiven Beteiligung am Stadtgeschehen.
      • Der Konvent bot die Chance, „Alte und Neue Mindener" einzubeziehen und etwas mit Menschen für Menschen im Medium der Kultur zu planen und zu realisieren. Dazu wurden möglichst viele Mindener Bürgerinnen und Bürger aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen für die „aktive Mitwirkung" gewonnen.
    • Auf einem „Markt der Kulturen" wurden vielfältige Kulturaktivitäten angeboten. So wurde ein intensiver Austausch zwischen allen Menschen initiiert, denen die Themen Inklusion, Diversität, Migration und Stadtgesellschaft im Wandel wichtig sind.
    • Der Konvent war für die Teilnehmer kostenfrei und es gab einen speziell für die Veranstaltung eingerichteten ÖPNV. So war der freie Zugang für jeden Interessierten sichergestellt.
    • Dolmetscher waren während des Konvents vor Ort. Das Programm in Kurzfassung:
    • 1.Tag (Freitag, 18 bis ca. 24 Uhr)
      • Weltcafé mit Urban Culture: z.B. Poetry-Slam, Weltmusik, Videoanimationen und DJ-Set
    • 2. Tag (Samstag, 16 Uhr bis ca. 24 Uhr)
      • Eröffnung „Markt der Möglichkeiten"
      • Theaterpremiere zum Thema
      • Premierenparty
    • 3. Tag (Sonntag, 10 bis 15 Uhr)
      • „Markt der Möglichkeiten" mit rund 30 Aussteller*innen aus Minden zu den Themen: Kultur & Sport, Erziehung & Bildung, Ehrenamt & Integration, Generationen & Wohnen
      • Praktikumsbörse für junge Geflüchtete: Die städtische Wirtschaftsförderin hatte die 40 Praktikumsplätze in verschiedenen Unternehmen im Vorfeld organisiert.
      • moderierte Stammtische zu aktuellen Themen und Speed-Datings
      • Open-Stage
      • Suche-Biete-Börse
      • Stadtführungen „Ich zeige Dir meine Stadt" und „ParQR" = iPad-Stadttouren
      • internationale Kurzfilme für Kinder
      • Spielzimmer „Baut das neue Minden" mit Mindcraft Consolen
      • Fotoausstellung „Alte Heimat/Neue Heimat" u.v.m. 
      • Kochzelt mit Schnippelparty – Wir kochen und essen gemeinsam! Jeder kann was Leckeres für das Büfett mitbringen.
      • Ausklang im TiC-Café mit Abschlussrunde
    • Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Kultursekretariat NRW Gütersloh und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

    Erfolge

    • Signalwirkung des Projektes: Minden ist bunt. Ungefähr 2.500 Menschen – mit und ohne Migrationshintergrund – kamen vom 10. bis 12. Februar ins Theater.
    • Eine breite Vernetzung von Akteuren der gesamtstädtischen, kulturellen, wirtschaftlichen, kirchlichen und ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder, sowie Vereinen, Bildungsträgern, etc. wurde erreicht.
    • Neue Kooperationen sind entstanden.
    • Die Planung von Folgeveranstaltungen und von neuen Formaten erfolgte.
    • Das Theaterprojekt „Blick nach vorn" wurde zu den Berliner Festspielen 2017 eingeladen.

    Kontakt

    Viola Schneider

    Theaterpädagogin
    Stadttheater Minden
    Tonhallenstraße 3
    32423 Minden

    Andrea Krauledat

    Intendantin
    Stadttheater Minden
    Tonhallenstraße 3
    32423 Minden
    Telefon: 0571 8283911

    Regina-Dolores Stieler-Hinz

    Beigeordnete für die Bereiche Bildung, Kultur, Sport und Freizeit
    Stadt Minden
    Telefon: 0571 89-437

    Weitere Informationen

  • Moers - Hackday Niederrhein

    Mit dem Hackday Niederrhein wurden lokale Open-Data-Interessierte in Moers identifiziert und aktiviert. Daraus entstand eine neue Open-Data-Commu-nity, in der Bürger und Ver-waltung zusammenarbeiten. Die Stadt Moers richtete nun einen ständigen "Hackerspace" ein.

    Ausgangslage

    • Als eine der ersten Kommunen in Deutschland begann die Stadt Moers offene Daten zu veröffentlichen.
    • Dabei wurde von Anfang an der enge Austausch mit der Community gesucht und gepflegt. Anfangs gab es in erster Linie intensive Kontakte zu Coderinnen und Codern aus ganz Deutschland, weniger jedoch aus Moers und der Region.
    • Es war unbekannt, wie viele Akteure es in Moers gibt, die sich für Open Data interessieren.
    • Wichtig für die Entwicklung der Idee, in Moers einen Hackday zu veranstalten, waren vergleichbare Aktivitäten in Städten wie z.B. Köln und die Veranstaltungen der Open Knowledge Foundation.

    Ziele

    • Der erste Hackday diente dazu, die lokale und regionale „Szene" zu identifizieren und kennenzulernen.
    • Zudem war es das Ziel, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Mitarbeitende der Verwaltung sowie auch Politikerinnen und Politiker über das Open Data-Projekt zu informieren.
    • Übergeordnete Zielsetzungen entwickelten sich nach der ersten Veranstaltung. Dazu zählen insbesondere:
      • der Aufbau einer nachhaltig wirkenden und agierenden lokalen/regionalen Community
      • die gezielte Förderung von Frauen, die bei Veranstaltungen dieser Art extrem unterrepräsentiert sind
      • die Ansprache von Kindern und Jugendlichen
      • die Initialisierung eines Diskurses über verschiedene Facetten des Themas Open Data
      • die Schaffung eines innovativen Leuchtturms im Kontext des digitalen Wandels, der die Stadtgesellschaft an vielen Stellen berührt

    Umsetzung

    • Der jährliche Hackday Niederrhein bringt Verwaltungsangestellte mit Coding-interessierten Bürgern zusammen. Gemeinsam mit professionellen Codern werden Themen wie Open-Data diskutiert und neue Anwendungen entwickelt.
    • Zunächst gab es einen Austausch mit den Kollegen aus Köln, die bereits Erfahrungen mit Hackdays gesammelt hatten. Darüber hinaus war bei der Konzeptionierung der ersten Veranstaltung ein Vertreter der Community eng involviert.
    • Als symbolträchtiger Ort für den Hackday wurde der Ratssaal als Zeichen von Offenheit und Transparenz gewählt und für die Veranstaltung mit Freifunk ausgestattet.
    • Es gibt immer drei Vorträge zum Thema Open Data bzw. artverwandten Themen.
    • Um neue Zielgruppen heranzuführen, werden seit dem 2. Hackday Workshops angeboten. Themenbereiche sind zum Beispiel:
      • Code Workshop für Frauen und Mädchen ab der 10. Klasse
      • Civic Tech: Bürgerinnen und Bürger werden selbst zu Datenbereitstellenden.
      • Code Workshop für Einsteigerinnen und Einsteiger ab 12 Jahren
    • Am Vorabend der Wochenendveranstaltung gibt es einen öffentlichen Talk mit Expertinnen und Experten zu speziellen Themen, wie Open Data und Wirtschaft oder Medienkompetenz.
    • Es werden immer zwei bis drei erfahrene Coderinnen und Coder aus ganz Deutschland eingeladen, die insbesondere den Codernachwuchs gut anleiten können.
    • In 2017 wurden erstmals gezielt Coderinnen eingeladen, zum Hackday zu kommen. Deren Reisekosten wurden dabei übernommen, sodass eine potentielle Hürde für deren Teilnahme wegfiel.
    • Es wurde gezielt Werbung an Schulen gemacht, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.
    • Konzeptionell und organisatorisch waren einbezogen: Freifunk Initiative Moers, Code for Niederrhein, Hochschule Rhein-Waal, andere Labs der Initiative Code for Germany, Bertelsmann Stiftung
    • Der Hackday wird finanziell u.a. von der Bertelsmann Stiftung unterstützt.
    • In 2017 und 2018 wurde jeweils ein Code-Workshop für Frauen und Mädchen durch das Referat Digitale Gesellschaft, Medienkompetenz in der Staatskanzlei NRW finanziert.

    Erfolge

    • Verstetigung der Hackday-Aktivitäten: Die Stadt Moers schuf im Rahmen des Projektes "Modellkommune Open Government" des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat in 2018 einen "Hackerspace" mitten in der Innenstadt. 
    • Die Resonanz des ersten Hackday war mit rund 50 Teilnehmenden bereits ein Erfolg. Die Teilnehmerzahl ist inzwischen auf über 80 angewachsen.
    • Sowohl der Frauenanteil als auch die Zahl der beteiligten Kinder und Jugendlichen konnten kontinuierlich gesteigert werden.
    • Gründung des regionalen Entwickler-Labs Code for Niederrhein beim 2. Hackday: Das Lab trifft sich inzwischen monatlich.
    • Es entstanden interessante Anwendungen und Datenvisualisierungen während der Hackdays, die u.a. auch den Mitarbeitenden der Verwaltung aufzeigen, was aus den Daten des eigenen Verantwortungsbereiches entstehen kann.
    • Zu den Genderaspekten IT-naher Veranstaltungen wie z.B. Hackdays ist auf Basis der Moerser Erfahrungen inzwischen eine Bachelorarbeit geschrieben worden, die demnächst unter einer freien Lizenz veröffentlicht wird.

    Kontakt

    Stephan Bernoth

    Leiter der Stabsstelle Digitalisierung
    Stadt Moers
    Rathausplatz 1
    47445 Moers

    Weitere Informationen

  • Moers – Screeningverfahren für Neugeborene

    Die Geburt eines Kindes ist oft mit vielen Unsicherheiten und Problemen verbunden. In Moers gibt es in den beiden Geburtskliniken ein Screeningverfahren, das versucht, mögliche Risikofaktoren für eine gesunde Entwicklung schon bald nach der Geburt zu identifizieren und den Familien passgenaue Hilfen anzubieten.

    Ausgangslage

    • In der Zeit nach der Geburt werden viele Weichen für das spätere Leben gestellt.
    • Gerade in dieser Phase ist es wichtig, mögliche Risikofaktoren zu erkennen und Familien umfassend zu beraten und zu unterstützen.
    • Die Stadt Moers ist eine der 40 teilnehmenden Kommunen im Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen!" der Landesregierung NRW und der Bertelsmann Stiftung. Durch den Aufbau kommunaler Präventionsketten sollen Weichen für gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen gestellt werden. 

    Ziele

    • Ein Screeningverfahren für Neugeborene soll helfen, mögliche Belastungen frühzeitig zu erkennen.
    • Durch die Erkennung von Unterstützungsbedarf sollen schnell und passgenau individuelle Hilfen angeboten werden können.

    Umsetzung

    • Das Screeningverfahren gibt es in beiden Geburtskliniken in Moers: im Bethanien-Krankenhaus und im Krankenhaus St. Josef.
    • Das Projekt wird im Rahmen von "Netzwerk Kinderzukunft" (ehemals KinderZUKUNFT NRW) durchgeführt. Initiiert wurde es vom IMO Institut und der Stiftung „Deutsches Forum Kinderzukunft". Es wird mit Mitteln der Bundesinitiative „Frühe Hilfen" gefördert. Für die Familien entstehen keine Kosten.
    • Mit Hilfe eines Fragebogens soll im Rahmen von aufsuchender Elternarbeit herausgefunden werden, ob es in den Familien Belastungsfaktoren gibt, die ein gesundes Aufwachsen verhindern könnten.
    • Zu diesen Belastungsfaktoren zählen z. B. Geldsorgen, Beziehungsprobleme, übermäßiger Stress, sonstige persönliche Probleme oder eine Behinderung/Krankheit des Neugeborenen.
    • Von den Eltern wird das Screeningverfahren als Bestandteil des normalen Klinikalltags wahrgenommen. Dadurch wird die Akzeptanz erhöht.
    • Um den Datenschutz zu gewährleisten, werden die Namen der teilnehmenden Familien in Fallnummern umgewandelt, sodass eine Rückverfolgung unmöglich wird.
    • Jeder Fall wird von zwei Personen geprüft, darunter immer der Chefarzt oder eine Vertretung.
    • Bei Unterstützungsbedarf können passgenaue Hilfen angeboten werden.
    • Viele verschiedene Einrichtungen arbeiten zusammen, z. B. Jugend- und Gesundheitsamt, freie Träger der Jugendhilfe, verschiedene Ärzte und Kliniken.
    • Vier bis zwölf Wochen nach der Geburt findet eine zweite Befragung statt, bei dem die Entwicklung sowohl der Familie als auch des Kindes festgehalten wird.
    • Die Nutzung des Angebotes ist freiwillig. Es geht nicht darum, die Familien zu kontrollieren. Sie können auch nachträglich noch ihre Einverständniserklärung zurückziehen und bestimmen selbst, mit welchen Personen und Institutionen ihre Situation gesprochen werden darf.
    • Auch nach dem Verlassen des Krankenhauses besteht für die Familien die Möglichkeit, sich Hilfe zu holen.
    • Das Angebot gilt für alle Babys, die in den beiden Krankenhäusern geboren wurden, auch wenn die Eltern nicht aus Moers, sondern einer umliegenden Stadt kommen.

    Erfolge

    • Im Bethanienkrankenhaus nehmen über 98 % der Familien an dem Screening teil und bei 5 – 7 % der Familien wird ein Unterstützungsbedarf festgestellt.
    • Auch die Familien, bei denen aktuell kein besonderer Beratungsbedarf festgestellt wurde, profitieren von dem Angebot, denn falls später doch noch Probleme auftauchen sollten, haben sie bereits einen Ansprechpartner.
    • Dadurch, dass nur eine Person Kontakt zur Familie hat, werden Parallelstrukturen und unnötige Kosten vermieden.

    Kontakt

    Stephan Caniels

    Koordinator frühe Hilfen
    Jugendamt der Stadt Moers
    Rathausplatz 1
    47441 Moers
    Telefon: 02841 / 201-814

    Weitere Informationen

    Netzwerk Kinderzukunft: www.netzwerk-kinderzukunft.de/

    Landeskoordinierungsstelle „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor" beim Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (2014): „Fachmagazin 2014 zum Landesmodellvorhaben „Kein Kind zurücklassen! Kommunen in NRW beugen vor". Düsseldorf.

  • Monheim am Rhein - Mo.Ki – Monheim für Kinder

    „Mo.Ki – Monheim für Kinder" ist ein Kooperationsnetzwerk, das die Entwicklungs- und Bildungschancen benachteiligter Kinder systematisch verbessern möchte. Im Fokus stehen präventive Maßnahmen.

    Ausgangslage

    • Ausgangspunkt waren fünf Kindertagesstätten im Berliner Viertel, einem Stadtteil von Monheim mit besonderem Erneuerungsbedarf. In diesem von der restlichen Kommune relativ abgetrennten Viertel ist jedes dritte Kind von Sozialleistungen abhängig, zwanzig Prozent der Familien sind ausländischer Herkunft.
    • Gestiegene Heimunterbringungen und eine Zielvereinbarung zum „Aufbau eines Jugendhilfenetzwerkes".
    • Eine frühzeitige Intervention in Familien mit hohem Armutsrisiko verbessert die Lebensbedingungen der Kinder und ihrer Familien und beeinflusst ihre Entwicklungschancen positiv.
    • So entstand der Wunsch, neue Strukturen im Sozialraum zu entwickeln, die „weg von der Reaktion auf Defizite – hin zur Prävention als aktive Steuerung und Gestaltung" führen sollten.
    • „Mo.Ki – Monheim für Kinder" wurde von 2002 bis 2004 zunächst als Projekt der Stadt Monheim am Rhein in Kooperation mit dem Bezirksverband Niederrhein der Arbeiterwohlfahrt e. V. initiiert, erprobt und dann verstetigt.

    Ziele

    • Armutsfolgen vermindern bzw. den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg abmildern
    • möglichst vielen Kindern eine erfolgreiche Entwicklungs- und Bildungskarriere eröffnen und diese absichern
    • vor allem den Kindern im Berliner Viertel eine bessere Chance auf ein selbst bestimmtes Leben eröffnen
    • Kindeswohlgefährdungen verhindern oder möglichst früh wahrnehmen

    Umsetzung

    • „Mo.Ki – Monheim für Kinder" beschreibt eine kommunale Präventionskette von der Geburt bis zur Berufsausbildung.
    • Angepasst an erschwerte gesellschaftliche Bedingungen werden Familien über institutionelle Übergänge hinweg begleitet. Es wurde ein Beratungs- und Förderangebot aufgebaut, um Eltern zu unterstützen und Kinder möglichst früh zu stärken.
    • Um nachhaltige Erfolge in der pädagogischen Arbeit zu erzielen, werden Fachkräfte trägerübergreifend qualifiziert und ein Netzwerk mit zahlreichen Kooperationspartnern aufgebaut.
    • die Gesundheitsförderung wird bei allen Maßnahmen systematisch einbezogen.
    • Familien werden in ihren eigenen Kompetenzen gestärkt und zur Partizipation angeregt.
    • Die Integration und die Teilhabe am kulturellen Leben von Familien mit und ohne Migrationshintergrund wird ermöglicht.
    • Etwa 98 Prozent aller Familien mit neugeborenen Kindern werden besucht und erhalten umfassende Informationen und Geschenke und Gutscheine.
    • Ein Leitfaden für Familienzentren, Kindertagesstätten und Schulen bei „auffälligen Kindern und Kindeswohlgefährdung" wurde gemeinsam mit dem Jugendamt entwickelt.

    Erfolge

    • Eine Vielzahl von Eltern nimmt an Bildungsangeboten wie z. B. Elternkursen teil, die nie aus eigener Motivation heraus eine Bildungsstätte aufgesucht hätten.
    • Sowohl die Zahl übergewichtiger Kinder als auch die Zahl der Fremdplatzierungen ist zurückgegangen.
    • Die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen stieg an.
    • Mehr Familien mit Migrationshintergrund meldeten ihre Kinder früher in Kindertageseinrichtungen an.
    • Innerhalb der Kommune ist die Vernetzung der unterschiedlichen Bereiche deutlich stärker geworden. Sie wurde intensiver, indem gemeinsam Projekte entwickelt werden.
    • Ämter, Träger und Einrichtungen folgen nun einem gemeinsamen Leitgedanken, woraus einrichtungsübergreifende Arbeitsstrukturen zur Gestaltung des Sozialraumes entstanden sind.
    • 10 Prozent mehr Grundschülerinnen und Grundschüler erhielten eine Gymnasial-Empfehlung.
    • Als Good Practice wird „Mo.Ki – Monheim für Kinder" im Länderbericht der Studie „Starting Strong" der OECD hervorgehoben (2004).
    • 2. Preis in Beruf und Technik „Innovative Betreuungsmodelle" (2006)
    • 1. Preis im Wettbewerb „Alle Talente fördern" von Mc Kinsey (2005)
    • Gewinner des Deutschen Präventionspreises (2004)
    • „Mo.Ki – Monheim für Kinder" ist Best-Practice-Einrichtung im Landesprojekt Familienzentrum NRW.

    Kontakt

    Inge Nowak

    Koordinatorin
    Stadt Monheim am Rhein
    Grünauer Straße 10
    40789 Monheim am Rhein
    Telefon: 02173 - 68 75 14

    Weitere Informationen

    Mo.Ki

    AWO-ISS Studie zur Kinderarmut (u. a. Hock, Beate/Holz, Gerda/Wüstendorfer, Werner (2000): Frühe Folgen – langfristige Konsequenzen? Armut und Benachteiligung im Vorschulalter. Vierter Zwischenbericht zu einer Studie im Auftrag des Bundesverbands der Arbeiterwohlfahrt. Frankfurt M. 2000).

  • Mönchengladbach - smarte Senioreninfrastruktur mit UrbanLife+

    Smarte städtebauliche Objekte für Senioren: Das Projekt UrbanLife+ in Mönchengladbach entwickelt Lösungen, um Stadtmobiliar in smarte städtebauliche Objekte zu überführen. So sollen Seniorinnen und Senioren ihren sicheren Aktionsradius im öffentlichen Raum erweitern können.

    Ausgangslage

    • Durch den demografischen Wandel wird die Anzahl unterstützungs- und pflegebedürftiger Menschen in den nächsten Jahren stark zunehmen. Schon heute sind 21,4 % der Bevölkerung in Mönchengladbach über 65 Jahre alt.
    • Der Wunsch der meisten Älteren, möglichst lange selbstbestimmt und selbständig in der eigenen Häuslichkeit und der gewohnten Umgebung verbleiben zu können, erfordert ein entsprechend ausgerichtetes Versorgungssystem.
    • Methoden der Mensch-Technik-Interaktion (MTI) eröffnen vielfältige neue Möglich­keiten, alters­be­dingte Einschränkungen auszugleichen. Derartige technische Assistenzsysteme erleichtern es, Dinge korrekt wahrzunehmen und unterstützen situationsgerechtes Verhalten.
    • Bekannt und recht weit entwickelt sind derartige unterstützenden Technologien bereits im innerhäuslichen Bereich, im außerhäuslichen Bereich, also im Sozialraum gibt es noch erheblichen Nachholbedarf.

    Ziele

    • Entwicklung seniorengerechter Stadtquartiere zur Förderung des selbstbestimmten Lebens im Alter
    • Selbstbestimmte Teilhabe am städtischen Leben Mönchengladbachs durch Mensch-Technik-Interaktionslösungen im Sozialraum
    • Verbesserung des Sicherheitsempfindens trotz individueller altersbedingter Einschränkungen
    • Städtebauliche Objekte (Ampelanlagen, Hinweisschilder, Straßenlaternen, Sitzbänke) werden „smarte" technische Assistenzsysteme.
    • Im Mittelpunkt stehen dabei die Anforderungen der Menschen in der Stadt Mönchengladbach, die zielgerichtete Auswahl und Gestaltung der tech­nischen Lösungen bis hin zur Verknüpfung zu ganzheitlichen Unterstützungssystemen.
    • Abgebildet wird dies am Ende in einem sog. „Safety Atlas", der als Handlungs- und Gestaltungsleitfaden für Stadtplaner und MTI-Entwickler gedacht ist.
    • Das Konzept führt zu einem Gestaltungsrahmen für seniorengerechte Stadtquartiere in Mön­chengladbach.

    Umsetzung

    • Mittels Quartiersanalysen, Bürgerbefragungen und der Einbindung lokaler Akteure wurden Anforderungen der Zielgruppe an das Quartier sowie an die Gestaltung und Sicherheitsaspekte der Mensch-Technik-Interaktion definiert. Dazu gehörte unter anderem ein Mobilitätstraining mit SeniorInnen aus dem Quartier zur Aufnahme von Anforderungen und Bedarfen.
    • Diese Erkenntnisse werden zur konkreten Entwicklung der Prototypen herangezogen. Entwickelt werden zum Beispiel: eine adaptive Parkbank, smarte Beleuchtung oder ein großer Informations-Touch-Display für den öffentlichen Raum, auf dem Aktionen und Routen angezeigt und geplant werden können.
    • Die technologischen Entwicklungen werden in Form von Prototypen auf einem festgelegten „Demonstratorenweg" installiert und auf Wirksamkeit bei der Zielgruppe getestet und weiter entwickelt.
    • Dies dient auch dazu, Industrie und Wirtschaft (über Verbände wie IHK, Wirtschaftsförderung, Kreishandwerkerschaft, Handelsverband) einzubinden und mit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle eine Nachhaltigkeit auch nach Projektende voranzutreiben.
    • Des Weiteren werden insbesondere das Sozial- und das Baudezernat der Stadt Mönchengladbach in den Prozess einbezogen. Darüber hinaus konnte ein Schweizer Unternehmen, ein Entwickler für Stadtmobiliar, gewonnen werden.
    • Partner des Forschungsprojektes sind die Universität Hohenheim, die Universität der Bundeswehr München, die Universität Leipzig sowie Drees & Sommer, ein international tätiges Stadtentwicklungsunternehmen.
    • Umsetzungspartner vor Ort sind sechs verschiedene lokale (teils städtische) Unternehmen.
    • Durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit werden Bürgerinnen und Bürger eingebunden und sensibilisiert. Im Rahmen einer ersten großen schriftlichen Befragung wurden alle Bewohner über 65 Jahren aus zwei Stadtteilen zu Fragestellungen des Projektes UrbanLife+ befragt.
    • Das Projekt wird seit November 2015 bis Oktober 2020 mit einem Anteil von 78 % vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

    Erfolge

    • Eine Rücklaufquote bei der schriftlichen Bürgerbefragung von über 21 % (1.300 BürgerInnen) zeigt, dass die Themen außerhäusliche Aktivitäten (Teilhabe) und unterstützende Technologien in Mönchengladbach von großem Interesse sind.
    • Die Installation des ersten Prototypen im Foyer des städt. Altenheims im Quartier: Der sogenannte Informationsstrahler ist ein Touch Screen mit einer spezifischen Software-Anwendung. Hier erhalten Menschen interaktiv Informationen über:
      • den direkten Sozialraum
      • allgemeine Informationen, wie z.B. Wetter oder Busverbindungen
      • Aktivitäten im Haus selbst
    • Die Einrichtung des Technik-Cafés: Hier werden den Bewohnern die Technologien von heute und der Prototypen nähergebracht. Gleichzeitig wird die Nutzung, die Bedienbarkeit und Akzeptanz von unterstützender Technik bei Senioren evaluiert.

    Kontakt

    Susanne Wallrafen

    Projektleitung UrbanLife+
    Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach
    August-Monforts-Str. 12-16
    41065 Mönchengladbach
    Telefon: 02161 6866 4140

    Weitere Informationen

  • Mönchengladbach – HOME – Hilfe und Orientierung für Mönchengladbacher Eltern

    Vorbeugung anstelle späterer kostenintensiver Nachsorge: In Mönchengladbach wirkt laufende Präventionsarbeit in den Projekten HOME und HOME-PLUS frühzeitig möglichen Folgen der Belastungssituation sozial benachteiligter Familien entgegen.

    Ausgangslage

    • Viele Eltern haben Probleme damit, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, damit sich ihre Kinder optimal entwickeln können. Problematische Lebensbedingungen sind z. B. Beziehungsprobleme, Trennung, mangelnde finanzielle Ressourcen oder Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
    • Zu Projektbeginn: In Mönchengladbach äußerte sich die angespannte wirtschaftliche Lage in einer hohen Arbeitslosenquote (15,1 Prozent) und einem hohen Anteil an von Armut betroffenen Kindern (29,7 Prozent). Die SGB-II-Quote lag bei 17,6 Prozent (alle Zahlen von 2012). 
    • Gerade bei kleinen Kindern kann sich die problematische Lebensbedingung ihrer Eltern gravierend negativ auf die kognitive und emotionale Entwicklung auswirken
    • Die Kosten für die „Hilfen zur Erziehung"(staatliche Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für Familien mit Kindern) in Mönchengladbach stiegen ständig an.
    • Die Stadt Mönchengladbach ist eine der 40 teilnehmenden Kommunen am Vorhaben „Kein Kind zurücklassen!" für ganz Nordrhein-Westfalen.

    Ziele

    • Mönchengladbach verfolgt mit dem HOME-Projekt das Ziel, Familien in schwierigen Lebenslagen mit Kindern bis zu zehn Jahren besonders zu unterstützen.
    • Durch diese präventiven Maßnahmen soll sich nicht nur die Lage der Familien verbessern, sondern auch weniger „Hilfen zur Erziehung" nötig werden.

    Umsetzung

    • HOME ist die Abkürzung für Hilfe und Orientierung für Mönchengladbacher Eltern.
    • Das Projekt gibt es in den Stadtteilen Mülfort und Eicken und in der Innenstadt Rheydt. Es ist der Abteilung „Jugendpflege und Prävention" des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie angebunden.
    • Insgesamt gibt es 27 HOME-Partnereinrichtungen zu denen Kindertagesstätten, Familienzentren und Grundschulen mit fest zugeordneten „HOME-Partnern" gehören.
    • Die „HOME-Partner" suchen regelmäßig ihre Partnereinrichtungen auf, z. B. in Form fester Präsenzzeiten in der Bring- und Abholzeit der Kinder. Ihr Aufgabengebiet umfasst darüber hinaus individuelle Beratungen an flexiblen Orten, z. B. zur Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen und/oder bei der Erstellung von Bewerbungen.
    • Das Besondere ist, dass Mitarbeiter aus dem Jugendamt in Einrichtungen beraten, in denen sie nicht als solche wahrgenommen werden. Eltern aus belasteten Familien stehen dem Jugendamt oft negativ gegenüber. 
    • Es wird u. a. das von den kommunalen Integrationszentren NRW bereitgestellte Programm zur Sprach- und Elternbildung „Rucksack" angeboten. „Rucksack" versorgt die Eltern mit Ideen, wie sie ihr Kind spielerisch fördern und auf die Grundschule vorbereiten können.
    • Außerdem werden U3-Kinder ohne aktuellen Betreuungsplatz auf Kosten des HOME-Projektes betreut, während deren Mütter Bildungsangebote im Stadtteil, wie z. B. einen Deutschkurs, besuchen.
    • U. a. bietet Mönchengladbach Betreuungsplätze in sogenannten LENA-Gruppen ab einem Alter von 6 Monaten an. Hinter der Abkürzung LENA verbirgt sich „Lernen und Erziehen nutzt allen".
    • Diese Tagespflegestützpunkte für Kinder unter drei Jahren sind in Wohnungen untergebracht, die sich in der Nähe einer Kindertagesstätte befinden und an diese angebunden sind. Die Infrastruktur der Kitas, wie z. B. Turnhalle und Außengelände, kann mitbenutzt werden.
    • Die Kinder werden in adäquaten Räumlichkeiten betreut, ohne dass Kosten für Neubauten entstehen, und wenn sie dann mit drei Jahren in die Kita wechseln, ist ihnen diese durch die regelmäßigen Besuche dort bereits vertraut.
    • Seit 2015 gibt es in 4 der 6 HOME-Grundschulen das auf HOME konzeptionell aufbauende präventive Projekt „HOME-PLUS – Bildungsförderung an Grundschulen".
    • Dieses von der Wübben Stiftung geförderte Projekt zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler ihren Potentialen entsprechend zu fördern und ihnen einen bruchlosen Übergang von der Grund- auf die weiterführende Schule zu ermöglichen.
    • Dazu werden Eltern in ihrer Rolle als Bildungsbegleiter gestärkt und verschiedene Institutionen im Sozialraum miteinander vernetzt, sodass eine lückenlose Förderkette entsteht

    Erfolge

    • Der regelmäßige persönliche Kontakt der Fachkräfte des HOME-Projektes in Regeleinrichtungen im Stadtteil der Familien macht es Eltern leichter, sich professionell beraten zu lassen und Hilfsangebote anzunehmen.
    • Inzwischen nehmen in Mönchengladbach ungefähr 72 Mütter am Programm „Rucksack" teil, neun dieser Gruppen werden derzeit über das HOME-Projekt finanziert.
    • In 27 LENA-Gruppen werden über 240 Kinder betreut.
    • Bis Ende 2015 konnte in bis zu 43 Fällen jährlich durch die prozessorientierte aufsuchende Unterstützungs- und Beratungstätigkeit der Fachkräfte des HOME-Projektes auf Hilfen zur Erziehung verzichtet werden.
    • Das Projekt refinanziert sich durch die erreichten Einsparungen bei den ambulanten Hilfen um deutlich mehr als die Hälfte selbst.

       

       

    Kontakt

    Annika Ahrens

    HOME und HOME-PLUS / Koordinatorin „Kein Kind zurücklassen"
    Stadt Mönchengladbach
    Aachener Straße 2
    41061 Mönchengladbach
    Telefon: 02161 / 25 30 32

    Weitere Informationen

  • Mülheim - Partizipation von Kindern und Jugendlichen an der Teilraumentwicklung

    Raumplanung mit Kindern und Jugendlichen: Die Stadt Mülheim an der Ruhr integrierte die Interessen von Kindern und Jugendlichen in zwei Teilraum-entwicklungskonzepte. Nachfolgeprojekt ist der Masterplan 'Spielen und Bewegen'.

    Ausgangslage

    • Die Stadt Mülheim an der Ruhr führte in den Stadtteilen Broich und Speldorf eine Teilraumentwicklungsplanung durch. Diese sollte zum Anlass genommen werden, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu erforschen, darzustellen und in das Teilraumentwicklungskonzept zu integrieren.
    • Die Teilraumentwicklungsplanung ist ein Steuerungsinstrument in der Stadtentwicklung und legt den Fokus auf stadtbauliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Teilräume. Hier wird auf die Bedürfnisse aller, auch der nachkommenden Generation, eingegangen. Dabei soll die Attraktivität des Lebensraumes verbessert und gleichzeitig die Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil gefördert werden.

    Ziele

    • Ziel der Teilraumentwicklungsplanung Mülheim-Broich/Speldorf war die Sicherung und behutsame Weiterentwicklung vorhandener räumlicher Qualitäten wie z. B. Brachflächen mit hohem Spiel- und Erlebniswert.
    • Darüber hinaus sollten Informationen gewonnen werden, die zur Bereitstellung bedarfsgerechter Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche führen können.

    Umsetzung

    • Bei der Teilraumentwicklungsplanung wurden Erwachsene durch Bürgerforen beteiligt. Anschließend war die Meinung der Kinder und Jugendlichen gefragt.
    • Die jungen Menschen wurden in den umfassenden und komplexen Planungsprozess einbezogen, indem sie ihren Lebensraum erforschten, Treffpunkte, Spiel- und Aufenthaltsorte, Konflikträume und Veränderungswünsche benannten. Durch den Einsatz verschiedener Beteiligungsmethoden (Streifzüge, Mental Maps, Planungswerkstätten etc.) wurde eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen erreicht, die umfangreiche Ideen für die Teilraumentwicklungsplanung entwickelt haben.
    • Das Vorhaben wurde durch die Stadtentwicklung und Jugendhilfeplanung konzeptionell entwickelt. Daraufhin wurden erste konkrete Vereinbarungen mit dem Planungsbüro Stadt-Kinder aus Dortmund getroffen.
    • Die Planungsergebnisse wurden dokumentiert und den politischen Entscheidungsgremien mit dem Ziel vorgestellt, diese in die Teilraumentwicklungsplanung Broich/Speldorf aufzunehmen. Dieses Ziel wurde durch einen Ratsbeschluss erreicht. Die vorgeschlagenen Projekte sollten je nach Umfang und objektiven Kriterien kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden.
    • Die Kinder und Jugendlichen wünschten sich mehr Spiel- und Sportmöglichkeiten, die Errichtung eines Schwimmbads und eines Skaterparks, weniger Verkehr und mehr Natur, die Verschönerung von Stadt und Spielplätzen sowie eine verbesserte Angebotsstruktur (Jugendcafé, Billardspiel usw.).
    • Als Ergebnis entstand ein Themenplan, der die Grundlage für die Entwicklung eines Maßnahmen- und Vorhabenplans für die politische Entscheidungsebene sowie für die Verwaltung darstellt.
    • Schwerpunkte werden dabei auf folgende Maßnahmen gelegt: Entwicklungsschwerpunkte, Brachen, Spielplätze, Stärkung von Zentren, integrierte Aufwertung von Quartieren im mehrgeschossigen Wohnungsbau, Verkehr, Grünflächen, Spiel- und Sportflächen, Angebote für Jugendliche und Beteiligung.
    • Es nahmen Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren an den unterschiedlichen Beteiligungsformen teil.
    • Das Beteiligungsprojekt war und ist nur möglich durch die Zusammenarbeit mit den Schulen, den Tageseinrichtungen, den Jugendeinrichtungen, der Stadtteilkonferenz, den kirchlichen Jugendgruppen und interessierten Jugendlichen. Die Koordinierung der Arbeit erfolgt über die Stadtentwicklung und Jugendhilfeplanung.
    • Die Gesamtkosten des Beteiligungsprojektes sind mit ca. 30.000 EUR zu beziffern; hierbei sind die Personalkosten der beteiligten städtischen Mitarbeiter nicht enthalten. Die Finanzierung erfolgte über Haushaltsmittel aus den Bereichen der Stadtentwicklungs- und Jugendhilfeplanung. Die Beschlüsse wurden vom Verwaltungsvorstand, dem Jugendhilfeausschuss, dem Planungsausschuss und dem Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr getroffen.

    Erfolge

    • Insgesamt nahmen etwa 400 Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen an den unterschiedlichen Beteiligungsformen teil.
    • Bereits während des Projektverlaufes sind einige Hinweise der Kinder und Jugendlichen von der Verwaltung und der zuständigen Bezirksvertretung aufgegriffen und umgesetzt worden. Bereits realisiert wurden:
      • Straßenquerungshilfen im Bereich von Schulen
      • Umgestaltung des Schulhofes an einer Grundschule
    • Die Anregung, ein Beachvolleyballfeld anzulegen, wurde im Rahmen der politischen Beratung des Gesamtberichtes aufgegriffen und zur Realisierung vom Planungsausschuss beschlossen.
    • Die Beachvolleyballanlage ist im Sommer 2008 eingeweiht worden. Weitere Projektvorschläge zur Aufwertung von Spielplatzgestaltungen sind im Rahmen der Bestandspflege umgesetzt worden.
    • Auf Grund der guten Erfahrungen aus der Teilraumplanung ist dieses Beteiligungsmodell auch für einen weiteren Stadtteil mit besonderem Betreuungsbedarf (Eppinghofen) erfolgreich eingesetzt worden.
    • Die Stadt Mülheim an der Ruhr ersetzte jetzt auch die klassische Spielleitplanung durch den Masterplan 'Spielen und Bewegen', der ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit den Zielgruppen entstand.

    Kontakt

    Minka Gerent

    Amt für Kinder, Jugend und Schule Jugendhilfeplanung
    Stadt Mülheim an der Ruhr
    Am Rathaus 1
    45468 Mülheim an der Ruhr
    Telefon: 0208 - 455-4503

    Weitere Informationen

  • Mülheim an der Ruhr - Masterplan „Spielen und Bewegen“

    Generationengerecht, inklusiv und zukunftsorientiert: Der Masterplan „Spielen und Bewegen“ ersetzt die klassische Spielleitplanung in Mülheim an der Ruhr. Frühzeitige und breite Beteiligung bereichert sowohl seinen Erstellungsprozess als auch alle zukünftigen Planungsprozesse in Mülheim.

    Ausgangslage

    • Mülheim an der Ruhr ist eine stark überalterte Stadt, geprägt von einem erheblichen Strukturwandel mit großen sozialen und demografischen Verschiebungen im Stadtgebiet.
    • Es gab bereits eine breites Engagement der Stadt für die Belange der Kinder im Stadtraum: die Einrichtung des Spielpädagogischen Dienstes in den 80er Jahren und die Partizipation durch Spielplatzpatenschaften, die Kinderbeteiligung bei der Spielplatzplanung und die Durchführung von Spielplatzfesten.
    • Nach der kartographischen Erfassung der Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt in Mülheim an der Ruhr wurde von den Bezirksvertretungen die Aufstellung eines Spielflächen-Konzeptes für die Stadt gefordert.
    • Im Gleichstellungsausschuss und im Jugendhilfeausschuss wurde zunächst die Beauftragung einer klassischen Spielleitplanung beschlossen, die u.a. die Aspekte ‚behindertengerechte Spielplätze‘ und ‚Mehrgenerationen-Spielplätze‘ berücksichtigen sollte.

    Ziele

    • Der Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ hat das Ziel, Mülheim an der Ruhr zu einer lebenswerten Stadt für alle Generationen weiterzuentwickeln.
    • Auszug aus den Zielen des Masterplans:
      • Es sind Orte des Miteinanders aller Generationen in Mülheim zu schaffen.
      • Spielen und Bewegung ist auch außerhalb der klassischen Flächenkategorien zu tolerieren und zu fördern.
      • Die vielfältige Stadtstruktur mit zahlreichen Raumkategorien ist für alle Generationen erlebbar.
      • Neue und alternative Spiel- und Bewegungsangebote und -orte sind zu entwickeln. Hierzu zählen z.B. alternative Spielflächen wie Naturspielräume oderdie Nutzung von Flächen auf Zeit mittels Zwischennutzung.
      • Es sind alltagstaugliche Wegeverbindungen und Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen.
      • Spiel- und Bewegungsräume sind im System zu betrachten und zu entwickeln.

    Umsetzung

    • Eine erste inhaltliche Erweiterung zu der klassischen Spielleitplanung wurde vorgenommen, indem nicht nur Spielflächen, sondern alle Freiraumflächen betrachtet wurden.
    • In der Diskussion mit Partnern erweiterten sich außerdem die Betrachtungswinkel unter den Stichworten Inklusion und demografischer Wandel, so dass nun der Titel „Masterplan Spiel- und Bewegungsräume“ über dem Projekt steht.
    • Neben bestehenden Planungen und städtebaulichen Aspekte wurden zusätzlich die Zukunftsaufgaben Mobilität, Klimawandel und Energieeffizienz einbezogen.
    • Die Partner und die Fachbereiche kamen zu einer Auftaktveranstaltung in der Volkshochschule zusammen.
    • Über die Methoden Streifzüge und Stadtteildialoge wurden Einwohner aller Altersgruppen früh in den Prozess eingebunden.
    • An dem Prozess waren seitens der Stadt Mülheim an der Ruhr die folgenden Fachbereiche beteiligt:
      • Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung,
      • Amt für Umweltschutz,
      • Amt für Geodatenmanagement, Vermessung, Kataster und Wohnungsförderung,
      • Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen,
      • Amt für Verkehrswesen und Tiefbau
      • Amt für Kinder, Jugend und Schule
      • Mülheimer SportService
      • ImmobilienService
      • Gesundheitsamt
      • Mülheim & Business GmbH
      • Koordinierungsstelle Integration
      • Stadtteilmanagement Eppinghofen
      • Bildungsnetzwerk Eppinghofen/Styrum
    • Die Steuerung des Prozesses und die Aufstellung des Planwerks wurden an das Büro StadtKinder aus Dortmund übertragen.
    • Das Institut für Stadtplanung und Städtebau (ISS) an der Universität Duisburg-Essen begleitet das Projekt wissenschaftlich. Ein weiterer Partner ist die „plattformernährung und bewegung e.V.“ (peb e.V.) aus Berlin.
    • Darüber hinaus wurden in den Prozess einbezogen:
      • die ehrenamtlichen Spielplatzpaten
      • die Träger von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit
      • die Seniorenverbände
      • das Bündnis für Familie
      • Sportorganisationen und Wander- und Bürgervereine
      • Naturschutzverbände und die Mülheimer Initiative für Klimaschutz
    • Der Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ wird als sonstige städtebauliche Planung gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11 Baugesetzbuch bei der Aufstellung und Änderung von Bebauungsplänen und anderen städtebaulichen Planungen und Konzepten berücksichtigt.
    • Die Finanzierung des Projekts „Masterplan Spielen und Bewegen“ wurde von der Leonhard-Stinnes-Stiftung gesichert.

    Erfolge

    • Erste Inhalte des Masterplanes flossen bereits in konkrete Planungen bzw. Projekte ein:
      • Die städtebauliche Konzeption des Bebauungsplanentwurfs U21-Rudolf-Habig-Strasse wurde insoweit geändert, als dass zusätzliche ortsnahe Grün-und Spielflächen geschaffen werden sollen.
      • Ein Straßenübergang an der Aktienstraße wurde umgestaltet um eine Spiel- und Grünfläche für Kinder, Senioren und Gehbehinderte besser erreichbar zu machen.
      • Die Erweiterung und Überarbeitung der Skateanlage an der Südstraße sowie die Herstellung einer Bouleanlage im Witthausbusch konnten durch die Masterplandiskussion und deren Inhalte gefördert werden.
    • Auf der Grundlage des Masterplanes werden derzeit Fördermittel für die Neugestaltung weiterer Areale in Mülheim beantragt.
    • Nutzerinnen und Nutzer aller Altersgruppen werden in allen Phasen der Planung und Umsetzung sämtlicher Planungsprozesse im Zusammenhang mit dem Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ beteiligt. Dafür werden die bereits entwickelten Beteiligungsstrukturen genutzt.

    Kontakt

    Wolfgang Mohr

    Abteilung Stadtplanung und Stadtentwicklung
    Stadt Mülheim an der Ruhr
    Hans-Böckler-Platz 5
    45468 Mülheim an der Ruhr
    Telefon: 0208 455 6112

    Weitere Informationen

  • Mülheim an der Ruhr - Masterplan „Spielen und Bewegen“

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    Generationengerecht, inklusiv und zukunftsorientiert: Der Masterplan „Spielen und Bewegen“ ersetzt die klassische Spielleitplanung in Mülheim an der Ruhr. Frühzeitige und breite Beteiligung bereichert sowohl seinen Erstellungsprozess als auch alle zukünftigen Planungsprozesse in Mülheim.

    Ausgangslage

    • Mülheim an der Ruhr ist eine stark überalterte Stadt, geprägt von einem erheblichen Strukturwandel mit großen sozialen und demografischen Verschiebungen im Stadtgebiet.
    • Es gab bereits eine breites Engagement der Stadt für die Belange der Kinder im Stadtraum: die Einrichtung des Spielpädagogischen Dienstes in den 80er Jahren und die Partizipation durch Spielplatzpatenschaften, die Kinderbeteiligung bei der Spielplatzplanung und die Durchführung von Spielplatzfesten.
    • Nach der kartographischen Erfassung der Freizeitmöglichkeiten für Jung und Alt in Mülheim an der Ruhr wurde von den Bezirksvertretungen die Aufstellung eines Spielflächen-Konzeptes für die Stadt gefordert.
    • Im Gleichstellungsausschuss und im Jugendhilfeausschuss wurde zunächst die Beauftragung einer klassischen Spielleitplanung beschlossen, die u.a. die Aspekte ‚behindertengerechte Spielplätze‘ und ‚Mehrgenerationen-Spielplätze‘ berücksichtigen sollte.

    Ziele

    • Der Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ hat das Ziel, Mülheim an der Ruhr zu einer lebenswerten Stadt für alle Generationen weiterzuentwickeln.
    • Auszug aus den Zielen des Masterplans:
      • Es sind Orte des Miteinanders aller Generationen in Mülheim zu schaffen.
      • Spielen und Bewegung ist auch außerhalb der klassischen Flächenkategorien zu tolerieren und zu fördern.
      • Die vielfältige Stadtstruktur mit zahlreichen Raumkategorien ist für alle Generationen erlebbar.
      • Neue und alternative Spiel- und Bewegungsangebote und -orte sind zu entwickeln. Hierzu zählen z.B. alternative Spielflächen wie Naturspielräume oderdie Nutzung von Flächen auf Zeit mittels Zwischennutzung.
      • Es sind alltagstaugliche Wegeverbindungen und Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen.
      • Spiel- und Bewegungsräume sind im System zu betrachten und zu entwickeln.

    Umsetzung

    • Eine erste inhaltliche Erweiterung zu der klassischen Spielleitplanung wurde vorgenommen, indem nicht nur Spielflächen, sondern alle Freiraumflächen betrachtet wurden.
    • In der Diskussion mit Partnern erweiterten sich außerdem die Betrachtungswinkel unter den Stichworten Inklusion und demografischer Wandel, so dass nun der Titel „Masterplan Spiel- und Bewegungsräume“ über dem Projekt steht.
    • Neben bestehenden Planungen und städtebaulichen Aspekte wurden zusätzlich die Zukunftsaufgaben Mobilität, Klimawandel und Energieeffizienz einbezogen.
    • Die Partner und die Fachbereiche kamen zu einer Auftaktveranstaltung in der Volkshochschule zusammen.
    • Über die Methoden Streifzüge und Stadtteildialoge wurden Einwohner aller Altersgruppen früh in den Prozess eingebunden.
    • An dem Prozess waren seitens der Stadt Mülheim an der Ruhr die folgenden Fachbereiche beteiligt:
      • Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung,
      • Amt für Umweltschutz,
      • Amt für Geodatenmanagement, Vermessung, Kataster und Wohnungsförderung,
      • Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen,
      • Amt für Verkehrswesen und Tiefbau
      • Amt für Kinder, Jugend und Schule
      • Mülheimer SportService
      • ImmobilienService
      • Gesundheitsamt
      • Mülheim & Business GmbH
      • Koordinierungsstelle Integration
      • Stadtteilmanagement Eppinghofen
      • Bildungsnetzwerk Eppinghofen/Styrum
    • Die Steuerung des Prozesses und die Aufstellung des Planwerks wurden an das Büro StadtKinder aus Dortmund übertragen.
    • Das Institut für Stadtplanung und Städtebau (ISS) an der Universität Duisburg-Essen begleitet das Projekt wissenschaftlich. Ein weiterer Partner ist die „plattformernährung und bewegung e.V.“ (peb e.V.) aus Berlin.
    • Darüber hinaus wurden in den Prozess einbezogen:
      • die ehrenamtlichen Spielplatzpaten
      • die Träger von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit
      • die Seniorenverbände
      • das Bündnis für Familie
      • Sportorganisationen
      • Wander- und Bürgervereine
      • Radclubs
      • die Mülheimer Initiative für Klimaschutz
      • Naturschutzverbände
    • Der Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ wird als sonstige städtebauliche Planung gemäß § 1 Abs. 6 Nr. 11 Baugesetzbuch bei der Aufstellung und Änderung von Bebauungsplänen und anderen städtebaulichen Planungen und Konzepten berücksichtigt.
    • Die Finanzierung des Projekts „Masterplan Spielen und Bewegen“ wurde von der Leonhard-Stinnes-Stiftung gesichert.

    Erfolge

    • Erste Inhalte des Masterplanes flossen bereits in konkrete Planungen bzw. Projekte ein:
      • Die städtebauliche Konzeption des Bebauungsplanentwurfs U21-Rudolf-Habig-Strasse wurde insoweit geändert, als dass zusätzliche ortsnahe Grün-und Spielflächen geschaffen werden sollen.
      • Ein Straßenübergang an der Aktienstraße wurde umgestaltet um eine Spiel- und Grünfläche für Kinder, Senioren und Gehbehinderte besser erreichbar zu machen.
      • Die Erweiterung und Überarbeitung der Skateanlage an der Südstraße sowie die Herstellung einer Bouleanlage im Witthausbusch konnten durch die Masterplandiskussion und deren Inhalte gefördert werden.
    • Auf der Grundlage des Masterplanes werden derzeit Fördermittel für die Neugestaltung des Anne-Frank-Platzes in Dümpten, die entsprechende Bürgerbeteiligung fand im Frühjahr 2018 statt. Auch für den Dimbeckpark und für die Überplanung des Sportplatzes an der von-der-Tann-Straße wurden Mittel beantragt. Auf dem Sportplatz entsteht noch in diesem Jahr eine multifunktionaleHat es Sport-, Spiel- und Bewegungsfläche für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
    • Nutzerinnen und Nutzer aller Altersgruppen werden in allen Phasen der Planung und Umsetzung sämtlicher Planungsprozesse im Zusammenhang mit dem Masterplan ‚Spielen und Bewegen‘ beteiligt. Dafür werden die bereits entwickelten Beteiligungsstrukturen genutzt.

    Kontakt

    Wolfgang Mohr

    Abteilung Stadtplanung und Stadtentwicklung
  • Mülheim an der Ruhr – Integrativ wohnen im Fliednerdorf

    Alte und junge Menschen, Menschen mit oder ohne Behinderung, demente Menschen: Im Fliednerdorf leben alle zusammen. Es gibt reguläre Mietwohnungen, betreutes sowie heilpädagogisch begleitetes Wohnen und vollstationäre Pflege.

    Ausgangslage

    • Die deutsche Bevölkerung altert stark. Im Jahr 2030 werden in Mülheim an der Ruhr voraussichtlich fast 29 Prozent der Einwohner mindestens 65 Jahre alt sein.
    • Viele Menschen möchten auch im Alter noch Teil einer Gemeinschaft sein und selbstbestimmt leben. 
    • Auch Menschen mit Behinderung möchten Teilhabe erleben.

    Ziele

    • Im Fliednerdorf sollen ganz verschiedene Menschen ein Zuhause finden, das ihren ganz persönlichen Ansprüchen und Bedürfnissen entspricht.
    • Das Dorf soll sozialen Austausch ermöglichen und gleichzeitig Schutz und Geborgenheit vermitteln.
    • Ziel ist eine inklusive Gemeinschaft, die allen Menschen - ob mit oder ohne Behinderungen - die Teilhabe in allen Lebensbereichen und Lebensphasen ermöglicht.

    Umsetzung

    • Das Fliednerdorf ist ein integratives Wohnkonzept u. a. für behinderte und alte Menschen. Ein Schwerpunkt ist die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz.
    • Der Bereich "Das Dorf - Wohnen im Alter" ist Mitglied der Alzheimer Gesellschaft Mülheim a. d. Ruhr und arbeitet in einem Netzwerk der Theodor Fliedner Stiftung zum Thema Demenz.
    • Menschen in der letzten Lebensphase werden im Rahmen qualifizierter Sterbebegleitung versorgt.
    • Es gibt viele verschiedene Wohnformen, sodass jeder eine seinen Bedürfnissen und Wünschen entsprechende Wohnmöglichkeit finden kann:
      • Für ältere Menschen gibt es sowohl betreutes Wohnen in 20 Mietwohnungen als auch 210 stationäre Pflegeplätze in zwölf unterschiedlichen Häusern.
      • Acht der Pflegeplätze stehen für Kurzzeit- und Verhinderungspflege zur Verfügung.
      • Menschen mit geistigen Behinderungen können im "Wohnheim im Dorf" oder in kleinen, heilpädagogisch betreuten Wohngruppen leben.
      • Hinzu kommen 127 über das Dorf verteilte Mietwohnungen für Menschen mit Behinderungen, Menschen ab 65 Jahren und für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Fliedner Stiftung mit ihren Familien sowie für Familien mit behinderten Kindern.
    • Fast alle Wohnungen sind barrierefrei. Meistens haben die Häuser nur ein Stockwerk.
    • Um den Alltag zu bereichern und den Austausch zwischen den Bewohnern und Bewohnerinnen zu fördern, gibt es verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen. Dazu gehören:
      • ein Sinnesgarten
      • ein Frisör
      • eine Kirche 
      • ein Seniorentreff
      • Bistro und Cafeteria
      • das "Rathaus" (Treffpunkt und Veranstaltungsort für Kino, Tanz, Musik, Modenschauen, Kabarett, Theater und andere Veranstaltungen)
      • ein kleiner Laden, dessen Angebot durch Verkaufswagen ergänzt wird
    • Unweit des Dorfes befindet sich eine Werkstatt für behinderte Menschen.
    • Das Dorf ist gut an den öffentlichen Nahverkehr und an das Straßenverkehrsnetz angeschlossen.
    • Ehrenamtliche übernehmen Einkaufsdienste, gehen mit Bewohnern und Bewohnerinnen spazieren und führen Gespräche mit ihnen, bereiten den Nachmittagskaffee vor, engagieren sich bei der Hauszeitung, bieten eigenständige Angebote an oder unterstützen vorhandene Angebote wie Singkreis, Gottesdienst und Gymnastikgruppen.

    Erfolge

    • Das Wohnkonzept des Fliednerdorfs bewährt sich schon seit 1987.
    • Insgesamt leben rund 600 Menschen im Fliednerdorf: etwa 200 Menschen mit Behinderungen, 200 ältere Menschen sowie 200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihren Familien - zum Teil mit behinderten Familienangehörigen.
    • Nationale und internationale Besucher kommen ins Dorf, um sich Anregungen zu holen.
    • Im Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr2012 wurde das Fliednerdorf mit in die "Route der Wohnkultur" aufgenommen.

    Kontakt

    Das Dorf - Wohnen im Alter

    Schäfershäuschen 26
    45481 Mülheim an der Ruhr
    Telefon: 0208 / 48 43-400

    Weitere Informationen

    Das Fliednerdorf:  www.dorf.fliedner.de

  • München - Dein Nachbar e.V.

    Lösungen für den Pflegenotstand: Dein Nachbar e.V. kombiniert ehrenamtliche und professionelle Arbeitskraft mit digitalisierten Netzwerkprozessen. So sichert der Verein eine effiziente und kostengünstige häusliche Versorgung von Pflegebedürftigen.

    Ausgangslage

    • Die häuslichen Versorgungsstrukturen älterer Menschen in Deutschland sind aufgrund der demografischen Entwicklung zukünftig massiv gefährdet:
      • Die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 4,3 Mio. Menschen (BMG 07/2018).
      • Hinzu kommen noch über 8 Mio. hilfsbedürftige Menschen, die noch keinen Pflegegrad haben, aber auf Unterstützung im Alter angewiesen sind.
      • Gleichzeitig sinkt die Zahl der potenziellen Helfer aus der Generation der 50-64-Jährigen, die einen über 80-Jährigen versorgen könnten, um 34 Prozent.
      • Für diesen Zeitraum werden zudem 500.000 fehlende Pflegefachkräfte prognostiziert.
    • Die entstehende Versorgungslücke kann mit den heutigen Strukturen nicht geschlossen werden.

    Ziele

    • Flächendeckende soziale Versorgung für ältere hilfe- und pflegebedürftige Menschen innerhalb von 24 Stunden mit folgenden Merkmalen:
      • individuell auf die Patienten abgestimmt
      • qualitativ hochwertig
      • kostengünstig
      • Servicelevel 98%: Möglichst alle Anfragen werden bedient.
    • Das Angebot soll perspektivisch auf ganz Deutschland ausgeweitet werden.
    • Für die Ehrenamtlichen soll ihr Einsatz zur Bereicherung führen.
    • Pflegende Angehörige sollen entlastet werden.
    • Übergeordnete Zielsetzung ist die Schließung der Versorgungslücken in der Pflege in Deutschland.

    Umsetzung

    • Der Münchener Verein Dein Nachbar e. V. baut ein soziales Unterstützungsnetzwerk auf, das auf dem Einsatz von Pflegefachkräften und geschulten Ehrenamtlichen, sowie einer reibungslosen Logistik beruht.
    • Die aufwändigen Prozesse der Helfersuche und der Koordination wurden digitalisiert, um die Versorgung in kurzer Zeit sicherzustellen und effizient zu arbeiten.
    • Für jede Helferin und jeden Helfer wird beim Aufnahmegespräch ein Profil im System hinterlegt, sodass sie nur für passgenaue Einsätze angefragt werden. Das Profil erfasst:
      • die gewünschten Tätigkeiten
      • mögliche Zeitfenster für das Engagement
      • das gewünschte Einsatzgebiet
      • die Qualifikationen und Interessen
    • Wichtig bei Dein Nachbar e.V. ist die stringente Arbeitsteilung zwischen Pflege und Laienhelferinnen und -helfern:
    • Die hauptamtlichen Pflegefachkräfte
      • beraten hilfsbedürftige ältere Menschen und deren Angehörige rund um das Thema Pflege
      • schulen sie bei Bedarf auch in der häuslichen Umgebung
      • erfassen den Unterstützungsbedarf
      • schulen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, leiten sie für ihre Einsätze an und sind für sie erreichbar
    • Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer
      • werden nur für die Einsätze angefragt, die zu ihrem Profil passen
      • werden durch die Fachkräfte geschult und angeleitet
      • unterstützen die Hilfsbedürftigen bei der Alltagsbewältigung
      • betreuen Pflegebedürftige, um den Angehörigen etwas Freiraum zu verschaffen
      • werden gewissenhaft ausgewählt und bedarfsgerecht aus- und weitergebildet
    • Per App oder SMS-Dienste werden die Helferinnen und Helfer für Einsätze angefragt. Sie können bequem zu- oder absagen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.
    • Die Verbindlichkeit gegenüber den Klientinnen und Klienten wird durch die Engmaschigkeit des Netzwerkes und durch die digitale Koordination sichergestellt.
    • Zweimal pro Jahr und nach jedem Ersteinsatz eines Ehrenamtlichen wird eine Zufriedenheitsbefragung durchgeführt und die Bewertung im System hinterlegt.
    • Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer erhalten eine Aufwandsentschädigung und können sich im genossenschaftlichen Sinn in ein Vorsorgesystem einbringen und bei Bedarf Hilfsangebote selbst nutzen.
    • Die meisten der Leistungen von Dein Nachbar e.V. werden von der Pflegeversicherung getragen.

    Erfolge

    • Dein Nachbar e.V. wurde mit dem deutschen Exzellenzpreis in der Startup-Kategorie 'Gesundheit und Soziales' ausgezeichnet. (2019)
    • Derzeit sind rund 300 Helferinnen und Helfer bei Dein Nachbar e. V. aktiv, davon wurden mehr als 280 bereits geschult.
    • Aktuell versorgt Dein Nachbar e.V. rund 200 Klientinnen und Klienten in München mit 1.800 Einsatzstunden pro Monat.
    • Die Fachstelle von Dein Nachbar e.V. erbringt etwa 30 Beratungen pro Monat.
    • Pro Jahr werden etwa 9 Helferschulungen mit insgesamt 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt sowie 14 Fortbildungen angeboten.
    • 2 Kurse für pflegende Angehörige werden pro Jahr durchgeführt.
    • Dein Nachbar e.V. schult monatlich etwa 25 pflegende Angehörige in ihrer häuslichen Umgebung.
    • Die Prozesse und die IT-Infrastruktur sind soweit ausgebaut, dass das Projekt in andere Kommunen übertragen werden kann.
    • Die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungseinsätzen steigt kontinuierlich.

    Kontakt

    Thomas Oeben

    Vorsitzender
    Dein Nachbar e.V.
    Agnes-Bernauer-Straße 90
    80687 München
    Telefon: 089-96040400

    Weitere Informationen

  • München - Interkulturelle Qualitätsentwicklung in Münchner Sozialregionen (IQE)

    Die Stadt München entwickelte eine Strategie zur interkulturellen Öffnung von freien Trägern aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich. Einrichtungen freier Träger werden mit Hilfe von kostenlosen Workshops und Methoden zur Organisationsentwicklung beraten.

    Ausgangslage

    • Im Leitbild der Stadt München wurde festgelegt, dass Integrationspolitik keine Sonderrolle einnehmen soll, sondern im Rahmen einer sozialen Kommunalpolitik eingebunden werden muss.
    • Definiertes Ziel ist es hierbei, eine gleichberechtigte Teilnahme an Sozial-, Arbeitsmarkt-, Kultur- und Bildungspolitik zu ermöglichen, bei Erhalt der kulturellen Identität.

    Ziele

    • Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, freien Trägern aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich bei interkulturellen Öffnungsprozessen zu unterstützen und zu begleiten.
    • Dabei steht eine nachhaltige und qualitative Veränderung der interkulturellen Praxis im Vordergrund.

    Umsetzung

    • IQE ist ein dauerhaftes Angebot der Stelle für interkulturelle Arbeit, Sozialreferat der Landeshauptstadt München.
    • Es wird von den Beratungsdiensten der „Arbeiterwohlfahrt München gemeinnützige GmbH" und der „InitiativGruppe – Interkulturelle Bildung und Begegnung e.V." durchgeführt.
    • Das Projekt bietet:
      • Beratung bei interkulturellen Fragen
      • kostenlose Fortbildungen
      • vielfältige Methoden zur Organisationsentwicklung
      • kollegialen Austausch und Vernetzung mit anderen Einrichtungen
    • Teilnehmen können hierbei alle sozialen, bildungs- oder gesundheitsbezogenen Organisationen und Einrichtungen.
    • Voraussetzung ist, dass
      • die Einrichtungsleitung das Projekt unterstützt und vor allem zeitliche Ressourcen zur Verfügung stellt,
      • die Einrichtung Motivation und Engagement beim Arbeiten an den eigenen Zielen mitbringt und kontinuierlich und verbindlich teilnimmt.
    • Die Projektumsetzung und die Qualitätsentwicklung erfolgt auf drei Ebenen:
      • Organisationsentwicklung: Einrichtungen werden darin unterstützt, sich interkulturell zu orientieren und zu öffnen.
      • Personalentwicklung: Führungskräfte und Mitarbeiter der beteiligten Einrichtungen werden interkulturell weiter qualifiziert.
      • Qualitätsmanagement: Entwicklung der Angebote und Leistungen.
    • Der Ablauf des Projektes:
      • Zuerst findet in jeder Einrichtung eine individuelle Bedarfsanalyse statt. Jede Organisation entwickelt eigene Ziele, die sie in der zweijährigen Projektlaufzeit erreichen will und schließt auf dieser Grundlage eine Vereinbarung mit dem Projektteam ab. Des Weiteren benennt die Einrichtung eine „Steuerungsgruppe", die kontinuierlich an den Zielen des Projektes arbeitet.
      • Während der Projektlaufzeit begleitet und berät das IQE-Team durch regelmäßige Workshops mit der Steuerungsgruppe und führt Fortbildungen durch. 
      • Am Ende des Projektes werden zudem Abschlussberichte von den Einrichtungen erstellt und die Einrichtungen erhalten ein Zertifikat der Landeshauptstadt.

    Erfolge

    • Seit dem Projektstart nahmen bereits über 130 Einrichtungen freier Träger an dem Projekt teil.
    • Eine Evaluierung des Projektzeitraums 2008 - 2010 ergab einen hohen Wirkungsgrad, auch Jahre nach der Projektteilnahme.
    • Es gibt eine stetige Nachfrage des Angebots.

    Kontakt

    Sozialreferat - Stelle für interkulturelle Arbeit

    Landeshauptstadt München
    Franziskanerstraße 8
    81669 München

    Weitere Informationen

    Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München:  www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Wohnungsamt/Interkult.html

    Interkulturelle Qualitätsentwicklung (IQE):  www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Wohnungsamt/Interkult/iqe.html

  • München - München lebt Vielfalt – interkulturelle Öffnung der Verwaltung

    In München soll sich die Hetero-genität der Stadtgesellschaft auf allen Ebenen der Stadtverwaltung widerspiegeln. Die Stadt verfolgt nun eine Strategie der inter-kulturellen Öffnung der Verwaltung. Unterstützt werden die Referate durch die Stelle für interkulturelle Arbeit. 

    Ausgangslage

    • Über 43% der Bewohner der Stadt München haben einen Migrationshintergrund. Insgesamt kommen die Münchnerinnen und Münchner aus mehr als 180 verschiedenen Ländern.
    • Herzstück des interkulturellen Integrationskonzepts der Stadt München ist die Strategie der interkulturellen Orientierung und Öffnung der Verwaltung der Landeshauptstadt.
    • Die Umsetzung des interkulturellen Integrationskonzeptes stellt die Stelle für interkulturelle Arbeit in München sicher.

    Ziele

    • Die Referate streben an, langfristig alle Produkte und Dienstleistungen für alle Bewohner der Stadt gleichermaßen zugänglich zu machen und sich auf diese Weise bei allen Tätigkeiten interkulturell zu öffnen.
    • So soll sich die Vielfalt der Stadtgesellschaft auch auf allen Hierarchieebenen der Mitarbeiter abbilden.

    Umsetzung

    • Die Stadt München verfolgt eine systematische interkulturelle Öffnung ihrer Verwaltung durch verschiedene Maßnahmen, wie Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Gewinnung von Auszubildenden mit Migrationshintergrund.
    • Die Stelle für interkulturelle Arbeit greift das Neue Steuerungsmodell auf und führt mit den Referatsspitzen Jahresgespräche durch, in denen die Strategie der interkulturellen Öffnung von Produkten für das kommende Jahr festgehalten wird.
    • Die Stelle für interkulturelle Arbeit erstellt regelmäßig einen interkulturellen Integrationsbericht, der in einzelnen Handlungsfeldern anhand von Indikatoren den Stand der Integration überprüft. So können nun regelmäßig Bedarfe benannt, Erfolge sichtbar gemacht und entsprechend gesteuert werden.
    • Das breite Unterstützungsangebot der Stelle für interkulturelle Arbeit für die Referate umfasst beispielsweise:
      • interkulturelle Schulungen
      • fachliche Beratungen
      • Hilfe bei der Erstellung von Indikatoren zur interkulturellen Öffnung,
      • Studien/Analysen
      • Gutachten
      • Workshops und Fachveranstaltungen
      • sowie Unterstützung bei Befragungen
    • Um die interkulturelle Öffnung zu begleiten, wurden mit wissenschaftlicher Begleitung Instrumente entwickelt, die dabei helfen, in Personalauswahlverfahren und Assessment Centern die interkulturelle Kompetenz von Bewerberinnen und Bewerbern einzuschätzen.

    Erfolge

    • Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund an den Auszubildenden stieg innerhalb von 10 Jahren um etwas mehr als 15 Prozentpunkte (von 11,6% auf 26,7%).
    • Seit 2005 wurden über 15.000 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interkulturell fortgebildet.

    Kontakt

    Antje Herbst

    Leitung der Stelle für interkulturelle Arbeit
    Landeshauptstadt München
    Franziskanerstraße 8
    81669 München

    Weitere Informationen

    Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München:  www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Wohnungsamt/Interkult.html

    Interkultureller Integrationsbericht München: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Wohnungsamt/Interkult/Integrationsbericht.html

  • München - MünchenKompetenz

    Erleichterte Integration der Muslime in bestehende Strukturen: Die Stelle für interkulturelle Arbeit in München entwickelte ein neues Konzept, um die Integration von Imamen und muslimischen Seelsorgern zu fördern.

    Ausgangslage

    • Nicht alle Bürger haben einen gleichberechtigten Zugang zu den Angeboten der Stadt.
    • Zudem wünscht sich die Stadt einen besseren Zugang zu Münchnern muslimischen Glaubens.

    Ziele

    •  die Integration der Muslime in bestehende Strukturen erleichtern
    • Hierzu wurde eine Weiterbildung angeboten, deren Ziele waren:
      • die Integration von Imamen und muslimischen Seelsorgern fördern
      • ihre Kompetenz als gesellschaftliche Akteure stärken
      • die Vernetzung mit Institutionen und Einrichtungen ermöglichen
    • Insgesamt sollten mit dem Projekt negative Wahrnehmungen und Vorurteile bei der Zielgruppe und bei den Akteuren der Mehrheitsgesellschaft abgebaut werden.

    Umsetzung

    • Unter Leitung der Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München wurde in acht eintägigen Modulen über einen Zeitraum von acht Monaten vormittags Theorie unterrichtet und nachmittags eine Exkursion veranstaltet.
    • Inhalt der Weiterbildung waren beispielsweise Themen wie „Angekommen in Bayern", „Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland", „Bildungs-/Ausbildungssystem und Arbeitsmarkt" und „Interkulturelles und interreligiöses Leben".
    • Die Integration der Imame und Seelsorger wurde durch die Vermittlung von Wissen über Bundes-, Landes-, und kommunale Strukturen des Gemeinwesens sowie staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen und der diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen gefördert.
    • Die Imame und Seelsorger als Multiplikatoren wurden mit dem Wissen und der Kompetenz ausgestattet, ihre eigene Klientel an jeweils zuständige soziale Einrichtungen und staatliche Institutionen verweisen bzw. begleiten zu können.
    • Zugleich helfen die Imame dabei, bestehende Hemmschwellen beim Zugang zu Einrichtungen, Diensten und Angeboten abzubauen. Als religiöse Autorität genießen sie das Vertrauen ihrer Klientel und wirken als Multiplikator und/oder Mittler.

    Erfolge

    • 25 Imame und muslimische Seelsorger aus 13 Ländern, darunter vier Frauen, nahmen an der Weiterbildung teil.
    • Die Teilnehmer haben sich nach Ablauf der Weiterbildung zum Verein MünchenKompetenz für Imamweiterbildung e. V. zusammengeschlossen. Dieser Verein wird derzeit vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert und führt in Eigenregie die Weiterbildung deutschlandweit fort.

    Kontakt

    Matthias von Sarnowski

    Sozialreferat
    Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München
    Franziskanerstraße 8
    81669 München

    Weitere Informationen

    Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München: www.muenchen.de/interkult

  • München - Schule für Alle

    Das Förderprogramm "Schule für Alle" in München sensibilisiert für den Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt und Diversität in der Ausbildung und Schule. Es bietet Studierenden die Möglichkeit, Praxis- und Lehrerfahrung zu sammeln und zu reflektieren.

    Ausgangslage

    • Schulen, die interkulturelle, migrationsgesellschaftliche Fragestellungen vertiefen und sich diversitätssensibel weiter entwickeln wollen, brauchen Begleitung und Unterstützung.
    • Zukünftige Lehrkräfte und Schulsozialpädagoginnen und -pädagogen müssen auf ihre Tätigkeit in kulturell-sprachlich heterogenen Klassen und Gruppen adäquat vorbereitet werden. Dies ist jedoch noch nicht Bestandteil der regulären Ausbildung.
    • Des Weiteren haben viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund Probleme mit der deutschen Sprache. Sie bedürfen individueller, ihren Sprachstand berücksichtigende Angebote.

    Ziele

    • Das Projekt nimmt mit additiven Maßnahmen und der Implementierung des Angebots an der Universität und Fachhochschule, Einfluss auf die Weiterentwicklung der Ausbildung.
    • Es unterstützt die Kinder und Jugendlichen an den teilnehmenden Schulen bei ihrer Sprach- und Persönlichkeitsentwicklung mit individuellen Förderangeboten (im allgemein-/fachsprachlichen und sozial-emotionalen Bereich).
    • Zudem trägt es mit neuen Angeboten für Studierende und Schulen zur Förderung interkultureller Öffnung und Schulentwicklung bei (durch Erprobung an  Schulen, Entwicklung neuer Tools und Veröffentlichung von Handreichungen). 

       

    Umsetzung

    • „Schule für Alle" wird in Kooperation mit mehreren universitären und kommunalen Partnerinnen und Partnern umgesetzt und von der Stelle für interkulturelle Arbeit gesteuert und koordiniert. Entwickelt wurde es aus dem Projekt Mercator der Stiftung Mercator.
    • Es richtet sich sowohl an Lehramtsstudierende und Studierende der Sozialen Arbeit als auch an Münchner Schulen.
    • Die Studierenden und teilnehmenden Schulen wurden in der Vergangenheit von der Initiativgruppe e.V., der LMU München und TUM begleitet. Seit 2015 sind dafür die LMU München, die Katholische Stiftungsfachhochschule (Soziale Arbeit) und Stelle für interkulturelle Arbeit verantwortlich.
    • Die teilnehmenden Studierenden haben ein großes Interesse an den Themen Diversität, Deutsch als Zweitsprache und an Praxiserfahrung. Mittlerweile gibt es für das Engagement neben Leistungsnachweisen (Praktikumsanerkennung) auch ECTS-Punkte.
    • Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund werden von Lehramtsstudierenden und Studierenden der Sozialen Arbeit im sprachlichen und sozial-emotionalen Bereich individuell gefördert und fit gemacht.
    • Zur Förderung des Umgangs mit Diversität und Vermittlung von Hintergrundwissen zu interkultureller Schulentwicklung werden ein Online-Seminar angeboten, ein Webportal mit Anregungen und Tipps entwickelt und Fachveranstaltungen angeboten.
    • Das Projekt wird bis Mitte 2020 für weitere zwei Jahre aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) gefördert. Die (Sprach-)Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund werden städtisch finanziert.

    Erfolge

    • Im Schuljahr 2017/18 wurden 100 Förderkurse und Lehrassistenzen an 27 Münchner Schulen angeboten.
    • Damit konnten über 550 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erreicht und gefördert werden.
    • Mit der Durchführung der Förderangebote waren rund 120 Studierende betraut.
    • Die weitere Förderung durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (EU) bis Mitte 2020.
    • Der Bedarf und das Interesse sind weiterhin groß. Es gibt eine Warteliste interessierter Schulen, auf die beim Ausbau des Förder- und Beratungsprogramms zurückgegriffen wird.

     

    Kontakt

    Reyhan Kulac-Brechfeld

    Stelle für interkulturelle Arbeit
    Landeshauptstadt München
    Franziskanerstr. 8
    81669 München

    Weitere Informationen

    Schule für Alle: www.muenchen.de/schulefueralle

    Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München:  www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Wohnungsamt/Interkult.html

     

  • München - „Mein Papa kommt“

    Wenn getrennte Eltern weit entfernt wohnen: Das bundesweite Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" vermittelt getrennt lebenden Eltern am Wohnort des Kindes kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten und ein pädagogisches Eltern-Coaching.

    Ausgangslage

    • Viele Kinder wachsen bei nur einem Elternteil auf, weil ihre Eltern sich getrennt haben.
    • Oftmals wohnt ein Elternteil in einer anderen Stadt. Unsere gesellschaftlichen Strukturen sind nach einer Trennung nicht auf die oft entstehende Multilokalität von Familie eingestellt.
    • Wenn die Wohnverhältnisse es nicht zulassen oder persönliche Gründe dagegensprechen, können die Eltern, die ihr Kind besuchen, nicht beim ehemaligen Partner/bei der ehemaligen Partnerin übernachten.
    • Für viele Eltern sind die dann anfallenden Reise- und Übernachtungskosten eine große finanzielle Belastung, die zusätzlich zum Unterhalt zu leisten sind.
    • Häufig steht außerdem kein geeigneter Raum für ein Treffen mit dem Kind zur Verfügung.

    Ziele

    • Das Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" zielt darauf ab, den Kontakt zwischen Kindern und ihren weiter entfernt lebenden Elternteilen trotz großer räumlicher Distanz aufrecht zu erhalten.

    Umsetzung

    • Die „Flechtwerk 2+1" gGmbH vermittelt bundesweit kostenfreie Übernachtungsmöglichkeiten bei ehrenamtlichen Gastgebern am Wohnort des Kindes.
    • 90 % der Eltern, die das Angebot in Anspruch nehmen, sind Väter.
    • Flechtwerk 2+1 richtet sich mit dem Programm „Meine Mama kommt" aber auch an Mütter, die von ihren Kindern getrennt leben. Oftmals haben die Eltern monatlich eine Anreise von 500 Kilometern zu bewältigen.
    • Das Besuchsprogramm wird auch von alleinerziehenden Eltern genutzt, die ihr Kind zum weit entfernt lebenden Elternteil begleiten und im Anschluss eine Übernachtungsmöglichkeit benötigen.
    • Außerdem bietet die „Flechtwerk 2+1 gGmbH" Kindern und besuchenden Eltern die Möglichkeit, sich am Wohnort des Kindes in einem geschützten Raum zu treffen – dem „Kinderzimmer auf Zeit".
    • Die kindgerechten Räume bieten pädagogisch wertvolles Spielzeug.
    • Bei Bedarf wird auch ein Raum zur „Umgangsbegleitung" zur Verfügung gestellt.
    • In München stehen drei „Kinderzimmer auf Zeit" zur Verfügung.
    • Das bundesweite „Kinderzimmer auf Zeit"-Netzwerk befindet sich im Aufbau. So gibt es mittlerweile auch zum Beispiel in Berlin, Freiburg, Erlangen und Karlsruhe „Kinderzimmer auf Zeit".
    • Abgerundet wird das Angebot durch ein individuelles Eltern-Coaching, das Eltern und Kindern dabei helfen soll, konstruktiv mit der oftmals als schwierig empfundenen Situation umzugehen.
    • Das Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" wird durch die Auridis Stiftung und Spenden finanziert.
    • Die Eltern zahlen einen Mitgliedsbeitrag von 12 Euro pro Monat. Eltern, die sich diesen Beitrag nicht leisten können, wird ein Antrag auf Erlass angeboten.

    Erfolge

    • Bundesweit konnte „Flechtwerk 2+1" mit dem Programm „Mein Papa kommt" / „Meine Mama kommt" in neun Jahren bereits rund 1000 Eltern und noch mehr Kinder unterstützen. Die meisten Kinder sind zwischen 0 und 6 Jahre alt.
    • Einige Eltern reisen sogar aus dem Ausland an.
    • Das bundesweite Angebot an kostenfreien Übernachtungsplätzen für besuchende Eltern ist inzwischen auf über 1.000 Gastgeber angewachsen. 
    • Das Projekt „Mein Papa kommt" wurde von Bundeskanzlerin Merkel mit dem startsocial-Bundespreis ausgezeichnet. (2012)

    Kontakt

    FLECHTWERK 2+1 gGmbH

    c/o Impact Hub Munich
    Gotzingerstraße 8
    81271 München
    Telefon: 089 - 92928396

    Weitere Informationen

  • München – Schulanaloger Unterricht für junge Flüchtlinge

    Schulanaloger Unterricht und individuelle Betreuung: Die SchlaU-Schule unterrichtet junge Geflüchtete analog zum bayerischen Schulsystem unterrichtet. Durchschnittlich innerhalb von 3 Jahren erlangen sie einen qualifizierenden Mittelschulabschluss.

    Ausgangslage

    • Mittlerweile unterliegen auch Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahren der Berufsschulpflicht. Die SchlaU-Schule wurde vor der eingeführten Berufsschulpflicht speziell für diese „verlorene Zielgruppe", der 16-21-Jährigen gegründet.
    • Viele der Schülerinnen und Schüler sind traumatisiert und leiden unter Zukunftsängsten.
    • Sie befinden sich in einem Alter, in dem wichtige Weichen für die Zukunft gestellt werden.

    Ziele

    • Der Besuch der SchlaU-Schule soll jungen Flüchtlingen im Alter von 16 bis 21 Jahren (in Ausnahmefällen bis 25 Jahren) ermöglichen, den raschen Einstieg ins deutsche Regelschul- oder Ausbildungssystem zu schaffen.
    • Den SchülerInnen wird das Menschenrecht auf Bildung zugesichert und somit die Teilhabe an der Gesellschaft gewährleistet.

    Umsetzung

    • Die SchlaU-Schule richtet sich an junge Menschen, die sich gerade im Asylverfahren befinden oder bereits als Flüchtling anerkannt oder ohne Aufenthaltsstatus geduldet sind. Sie ist eine staatlich anerkannte Schule, die vom Trägerkreis Junge Flüchtlinge e. V. getragen wird.
    • Der Unterricht erfolgt gemäß dem Kernfächerkanon der bayrischen Haupt- und Mittelschulen und orientiert sich an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler. Außerdem wird Wissen über die deutsche Gesellschaft vermittelt.
    • Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erlernen der deutschen Sprache. Alphabetisierungskurse, die sich an Flüchtlinge richten, die auch in ihrer Muttersprache noch nicht alphabetisiert sind, werden ebenfalls angeboten.
    • Die Klasseneinteilung erfolgt aufgrund eines Einstufungstests.
    • In der SchlaU-Schule gibt es ein durchlässiges Klassenstufensystem und kleine Klassen mit durchschnittlich 16 Schülern und Schülerinnen pro Klasse, da die Flüchtlinge über sehr unterschiedliche Lernbiografien verfügen.
    • Der Mathematikunterricht wurde inzwischen aus dem Klassenverband ausgegliedert, da sich die Kenntnisse hier oft stark von den sprachlichen Fähigkeiten unterscheiden.
    • Wie in einer Regelschule gibt es zweimal im Jahr Zeugnisse. Ein Sitzenbleiben ist jedoch nicht möglich, da es individuelle Schuljahreslernziele gibt.
    • Die Schulabschlüsse werden an einer Kooperationsschule abgelegt.
    • Durchschnittlich bleiben die Schüler und Schülerinnen zwei bis drei Jahre an der SchlaU-Schule.
    • Zusätzlich zum Schulunterricht bekommen die jungen Menschen eine intensive individuelle Förderung in einem geschützten Rahmen.
    • Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die den Übergang ins Berufsleben erleichtern sowie das berufsbegleitende Programm „SchlaUzubi".
    • Die sozialpädagogische Betreuung unterstützt z. B. bei Mobbing, rassistischen Übergriffen, ausländerrechtlichen Fragen, familiären Belastungssituationen und anderen Problemen.
    • Die Abteilung „Schulentwicklung und Qualitätsmanagement" sorgt für eine stetige Verbesserung der Schule.
    • Finanziert wird die Schule aus öffentlichen Mitteln, Stiftungsmitteln und Spenden.
    • Die „SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik" arbeitet an der Multiplikation des SchlaU-Konzepts und veröffentlichte den ersten Lernordner der SchlaU-Lehrmaterialreihe. Der Ordner bietet ein ganzheitliches Alphabetisierungslehrmaterial speziell für junge Geflüchtete.
    • Zusätzlich bietet die SchlaU-Werkstatt Fortbildungen nach dem SchlaU-Konzept für Pädagogen, Schulsozialarbeiter und Ehrenamtliche an.

    Erfolge

    • Jedes Jahr erwerben ca. 70 Schüler und Schülerinnen einen Schulabschluss.
    • In den Schuljahren 2011 bis 2015 konnten durchschnittlich 88% aller Schülerinnen und Schüler an weiterführende Schulen oder in eine Ausbildung vermittelt werden.
    • Insgesamt wurden bereits über 2.000 Flüchtlinge betreut.
    • Inzwischen werden über 300 junge Flüchtlinge in bis zu 20 Klassen unterrichtet.
    • Für ihr erfolgreiches Schulkonzept erhielt die Schule den Münchner Schulpreis (2016).
    • Der Deutsche Engagementpreis 2016 in der Kategorie "Chancen schaffen" ging an die SchlaU-Schule.
    • Die SchlaU-Schule erhielt 2016 das Spendensiegel (Wirkt-Siegel) des unabhängigen Analysehauses PHINEO für seine besonders wirkungsvolle Arbeit. 
    • Michael Stenger erhielt für die Gründung der SchlaU-Schule das Bundesverdienstkreuz am Bande (2016).

    Kontakt

    SchlaU! Schulanaloger Unterricht für junge Flüchtlinge

    Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V.
    Schertlinstraße 4
    81379 München

    Weitere Informationen

  • Münster - Betreutes Wohnen für ältere ehemalige Wohnungslose

    Eine ehemalige Kirche bietet älteren ehemaligen Wohnungslosen Wohnmöglichkeiten, die auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Durch innenstadtnahes Wohnen und Einbindung ins Stadtquartier werden die Bewohner ins Leben der Stadt integriert.

    Ausgangslage

    • In Münster waren zu Projektbeginn über 700 Menschen wohnungslos.
    • Die meisten Wohnungslosen leben in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe.
    • Darunter sind auch ältere Menschen, die lange auf der Straße gelebt haben.
    • Diese leiden häufig unter besonderen körperlichen, psychischen und sozialen Problemen.

    Ziele

    • Es werden Wohnmöglichkeiten für ältere und pflegebedürftige Obdachlose in Münster bereitgehalten, die den besonderen Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht werden.

    Umsetzung

    • Nach der Profanierung der Dreifaltigkeitskirche beherbergt sie nun acht Apartments und eine Gemeinschaftsfläche für Langzeitwohnungslose mit anerkanntem pflegerischem und hauswirtschaftlichem Bedarf.
    • Es handelt sich um barrierefreie Mietwohnungen für Menschen, die sonst auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind.
    • Die Bewohner wurden bei der Gestaltung mit einbezogen.
    • Durch die Bewohnung eines eigenen Apartments inklusive Küche, Dusche und WC wird dem Bedürfnis nach Individualität und Privatsphäre Rechnung getragen.
    • Im Gemeinschaftsbereich hingegen stehen Zugehörigkeit, Geselligkeit und gemeinsame Aktivitäten im Vordergrund.
    • Die Bewohner werden von einer Sozialarbeiterin, einer Wirtschafterin, einer Hauswirtschafterin, fünf studentischen Mitarbeitern und ambulanten Pflegediensten unterstützt.
    • Die Hauswirtschafterin bereitet in der Gemeinschaftsküche Mahlzeiten für die Bewohner zu.
    • Um die Integration zu fördern, gibt es auch einige gemeinsame Aktivitäten mit anderen Bewohnern des Quartiers.
    • Die Mieter finanzieren die Wohnungen über ihre Renten sowie gegebenenfalls zusätzlich durch Grundsicherungsleistungen. Die Pflegeleistungen werden über die individuellen Ansprüche realisiert.
    • Träger ist der Förderverein für Wohnhilfen e. V., der mit verschiedenen anderen Trägern kooperiert, darunter das Haus der Wohnungslosenhilfe.
    • Während der Pilotphase wurden Sozialarbeit und wissenschaftliche Evaluation aus dem Aktionsprogramm „Obdachlosigkeit verhindern – Weiterentwicklung der Hilfen in Wohnungsnotfällen" gefördert.
    • Insgesamt ist festzustellen, dass aufgrund von Alter und Erkrankungen mehr Pflegeeinsätze und hauswirtschaftliche Unterstützungen im Laufe der Jahre notwendig wurden.

    Erfolge

    • In Münster können acht ehemalige Wohnungslose nun im Rahmen des Projekts „Wohnen 60plus" in der profanierten und umgebauten Dreifaltigkeitskirche leben.
    • Die „Wohn+Stadtbau" wird aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Wohnprojekt „Wohnen 60plus" eine weitere Gruppenwohnung mit 11 Appartements für die Zielgruppe älterer und hilfebedürftiger wohnungsloser Menschen im Geschosswohnungsbau errichten.
    • Ein Mieter konnte in eine Wohnung in der unmittelbaren Nachbarschaft des Projektes vermittelt werden. Seine Situation hatte sich stark verbessert, so dass dieser Auszug möglich war.
    • Ein großer Erfolg ist auch, dass alle Personen, die im Februar 2014 eingezogen sind, dort immer noch wohnen und sich wohlfühlen.
    • Die ambulante Versorgung durch „Wohnen 60plus" ist ausreichend, das Konzept hat sich somit als tragfähig erwiesen.
    • Darüber hinaus gibt es viele an dem Projekt interessierte nationale und internationale Einrichtungen und Personen aus der Wohnungslosenhilfe und der Gesundheitshilfe. 

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Münster - Dezentrales Unterbringungs- und Betreuungskonzept für Geflüchtete

    In Münster wurde ein dezentrales Unterbringungs- und Betreuungskonzept für Geflüchtete geschaffen. Durch die Bündelung vielfältiger kommunaler Instanzen zu gemeinsamen Arbeitsnetzwerken gelingt die Integration von Flüchtlingen.

    Ausgangslage

    • Münster verfügt nicht über Leerstände im Wohnungsbestand und gehört zu den wachsenden Städten Deutschlands. Preisgünstiger Wohnraum ist kaum oder nur schwer zu erhalten.
    • Vor fast zwanzig Jahren erklärte die Verwaltung der Stadt verstärkt die Integration von Flüchtlingen und Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern als Ziel ihrer Aktivitäten und konkretisierte ein dezentrales Unterbringungskonzept.
    • Zugleich wurde eine Koordinierungsstelle für die Unterbringung von Aussiedlern, Asylbewerbern und Flüchtlingen eingerichtet, die im Jahr 2005 zur Koordinierungsstelle für Migration und Interkulturelle Angelegenheiten erweitert wurde.

    Ziele

    • Vermeidung einer räumlichen Isolation von Flüchtlingen
    • Die Belegungszahl soll 50 Plätze nicht übersteigen, sodass Konflikten zwischen den Flüchtlingen und den Stadtteilbewohnern aufgrund von Überfremdungsgefühlen seitens der Einheimischen entgegen gewirkt und dem Sicherheitsbedürfnis der Flüchtlinge entsprochen wird.
    • Durch die Vermeidung von Großküchen und großen Sanitäranlagen soll sich eine höhere Verantwortung der Flüchtlinge für ihren Wohnraum einstellen.
    • Flüchtlingsfamilien erhalten innerhalb der Einrichtungen Wohnraum, der so konzipiert ist, dass Konflikte verringert werden sollen.

    Umsetzung

    • Die Konkretisierung des dezentralen Unterbringungskonzepts in Münster erfolgte zwischen unterschiedlichen kommunalen Instanzen. Beteiligt waren Vertreterinnen und Vertreter des Rates, der Bezirksvertretungen, des Ausländerbeirates, der Freien Wohlfahrtspflege, NGO‘s, der Kirchen, der Polizei, Unterstützerorganisationen, der Religionen und der Verwaltung.
    • In verschiedenen Münsteraner Stadtteilen erfolgt die sozialräumliche Nähe zu Bewohnern der Stadt auf Grundlage standardisierter Raumprogramme in Anbindung an bestehende Wohnflächen.
    • Ausgenommen sind Stadtteilen mit besonderem Integrationsbedarf. Hier werden keine neuen Flüchtlingswohnheime errichtet.
    • Die Einrichtungen werden in Anbindung an bestehende Bebauungen platziert. Dabei werden die baulichen Standards so umgesetzt, dass eine Flüchtlingseinrichtung an Baukörper und Umfeld nicht erkennbar ist.
    • Das Wohnkonzept sieht für jeweils etwa acht Personen eine Wohneinheit mit eigener Wohnküche, eigenem Bad mit WC und einem zusätzlichen WC vor.
    • Jede Einrichtung wird mit einem Gemeinschaftsraum und einem Kinderbetreuungsraum ausgestattet. Die Betreuung der Kinder erfolgt durch ehrenamtliche Mitarbeiter, teilweise in den vorgesehenen Gemeinschaftsräumen.
    • Bei akut hohem Bedarf wird temporär auf die Nutzung von Containern zurückgegriffen, die die bislang geltenden Rahmenbedingungen nicht mehr einhalten können. Soweit möglich wird versucht, die sozialräumliche Verteilung angemessen zu gestalten.
    • Zusätzlich werden im größeren Umfang Häuser der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW (BLB NRW) für die Unterbringung von Flüchtlingen der Stadt Münster zur Verfügung gestellt.
    • Die Flüchtlingseinrichtungen werden auf einem Stadtplan online öffentlich gemacht.
    • Die Betreuung der Flüchtlinge wird durch die Stadt gesteuert. Im Rahmen des neuen Betreuungskonzeptes ist eine Mischung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorhanden.
    • Sprache, Arbeit und gegenseitiges Kulturverständnis sind Kernelemente des Betreuungskonzepts. Durch die starke Einbindung von Fachkräften können in den Gruppenräumen der Wohneinrichtungen Begleitangebote wie Hausaufgabenhilfe, Kleinkindbetreuung, Frauengruppentreffen etc. angeboten werden.
    • Die Stadt Münster legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Akquise und Begleitung der ehrenamtlichen Arbeit. Sie fördert diese durch geringe Projektmittel und durch den Austausch der Beteiligten.
    • Bewährt hatte sich für Entwicklung dieses Betreuungsangebotes die Arbeit des Koordinationskreises. Hier arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, der Zivilgesellschaft, der Politik und Migrantenvertretungen regelmäßig zusammen.
    • In einem stadtinternen Arbeitskreis mit Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Ämtern von Finanz-, Sozial-, Schul- und Baudezernat wird die Arbeit aus der Perspektive der Verwaltung analog begleitet.

    Erfolge

    • Die Konzepte wurden im Rat einstimmig beschlossen.
    • 22 Flüchtlingseinrichtungen mit einer Belegungskapazität von bis zu 50 Plätzen wurden auf der Grundlage der Bedarfs- und erwarteten Nachfrageentwicklung geplant und bebaut, bzw. finden sich noch in der Bebauung.
    • Das dezentrale Unterbringungskonzept ist eines der wenigen gut funktionierenden Privat-Public-Partnership-Modelle. Voraussetzung dafür ist ein gutes Investitionsklima für langfristige Investments.
    • Kein Stadtbezirk fühlt sich auf der Basis des Konzeptes überfordert.
    • Das Unterbringungskonzept ist vermutlich deutschlandweit einmalig weil u.a. weder der Bund noch die Länder diese Maßnahme fördern.
    • Durch die Einbindung von ehrenamtlichen Mitarbeitern in die Sozialarbeit in den Einrichtungen, besuchen fast alle Flüchtlingskinder Kindergärten und Schulen.

    Kontakt

    Thomas Schulze auf’m Hofe

    Sozialamt
    Stadt Münster
    Hafenstraße 8
    48153 Münster

    Weitere Informationen

  • Münster - Wohnen für Hilfe

    Das Projekt „Wohnen für Hilfe" führt in Münster und vielen anderen Städten weltweit Senioren und junge Menschen zusammen. Die Senioren stellen kostenlosen Wohnraum zur Verfügung und profitieren im Gegenzug von kostenfreier Hilfe z. B. in Haushalt oder Garten. 

    Ausgangslage

    • In vielen Universitätsstädten ist günstiger Wohnraum für Studierende knapp. Dieses Problem verschärft sich durch die steigende Zahl der Studierenden. 
    • Alleine im Wintersemester 2016/17 waren rund 65.000 Studierende an der Westfälischen Wilhelms-Universität eingeschrieben.  
    • Außerdem wohnen viele ältere Menschen in Münster. Der prozentuale Anteil der 65-79 jährigen lag 2017 (Mai) bei 11.7 % und der über 80-Jährigen bei 5.1%.
    • Ältere Menschen bewohnen häufig Häuser oder Wohnungen, die ihnen zu groß geworden sind, z. B. durch den Auszug der Kinder oder den Tod der Partnerin oder des Partners.
    • Gleichzeitig können viele ältere Menschen Hilfe im Haushalt, im Garten oder beim Einkaufen gebrauchen oder wünschen sich ein bisschen Gesellschaft.

    Ziele

    • Das Projekt „Wohnen für Hilfe" möchte Senioren und Studierende zusammenbringen, damit sie voneinander profitieren können.
    • Junge und alte Menschen bekommen Kontakt miteinander, können Erfahrungen und Wissen austauschen. Gleichzeitig üben sie Toleranz, Verständnis und Solidarität und verbessern ihre sozialen Fähigkeiten.

    Umsetzung

    • Ältere Menschen in Münster stellen einzelne Zimmer oder ganze Wohnungen als Wohnraum für Studierende zur Verfügung und verzichten dabei auf die Kaltmiete. Es fallen lediglich die üblichen Nebenkosten an.
    • Für jeden m² Wohnfläche leisten die Studierenden im Monat eine Stunde Arbeit. Welche Hilfsleistungen erbracht werden, wird individuell abgesprochen.
    • Die ursprünglich aus England stammende Idee wurde in Münster vom Amt für Wohnungswesen im Projekt „Wohnen für Hilfe" umgesetzt.
    • Seit rund 10 Jahren wird es ehrenamtlich weitergeführt. Aktuell engagieren sich vier Ehrenamtliche für dieses Projekt.
    • Wohnen für Hilfe wird weiterhin von der Stadt Münster finanziell gefördert und es besteht eine Kooperation mit dem Amt für Wohnungswesen.
    • Grundsätzlich kann jeder an dem Projekt teilnehmen. So können nicht nur Senioren Wohnraum bereitstellen, sondern auch andere Menschen, die Hilfe benötigen, wie z. B. Alleinerziehende.
    • Die Mieter müssen nicht unbedingt studieren. Auch andere Menschen, die ausreichend viel Zeit für die zu leistenden Arbeitsstunden haben, sind herzlich willkommen.
    • So funktioniert's im Detail:
      • Die Ehrenamtlichen besuchen die älteren Menschen oder andere Menschen, die Wohnraum gegen Arbeitsstunden anbieten wollen, zu Hause. In einem ausführlichen Gespräch wird geklärt, ob die Person für das Projekt in Frage kommt.
      • Die ehrenamtlichen Helfer kennen außerdem die jungen Menschen persönlich und führen die beiden Parteien schließlich zusammen.
      • Ein ausführlicher Fragebogen hilft dabei, herauszufinden, ob die jeweiligen Wünsche zusammenpassen.
      • Wenn sich die Parteien einig sind, wird ein Wohnpartnerschaftsvertrag geschlossen, in dem auch Regelungen für Krankheit und Urlaub getroffen werden.
      • Alle Interessenten werden ausführlich beraten und auf Wunsch auch nach dem Vertragsabschluss weiter betreut.

    Erfolge

    • Das Projekt wird vor allem von potenziellen Mietern und Mieterinnen sehr gut angenommen. Die Nachfrage nach kostenfreiem Wohnraum gegen Arbeitsstunden übersteigt das Angebot bei Weitem.
    • Seit Start des Projektes wurden bereits über 210 Wohnpatenschaften vermittelt.
    • Die Studierenden sparen Mietkosten und finden eine Wohnmöglichkeit in der sehr beliebten Studentenstadt Münster.
    • Die älteren Menschen profitieren von den individuell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Hilfsleistungen.
    • Unnötiger Leerstand wird vermieden.
    • Das Projekt wurde 2010 von der Stiftung "Bürger für Münster" mit dem Bürgerpreis in Gold, verbunden mit dem Betrag von 3.000 Euro, ausgezeichnet.
    • Der jährliche Kongress der "Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnen für Hilfe, Deutschland" fand 2016 in Münster statt. Vertreterinnen und Vertreter aus rund 20 Städten nahmen daran teil.

    Weitere Informationen

  • Neumünster – Dynamisches Steuerungsunterstützungsinstrument

    Vom Papierkonzept zum dynamischen Steuerungs-instrument: Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) der Stadt Neumünster verbindet strategische Ziele mit Produkt-bereichen im doppischen Haushalt. Eine ISEK-Geschäftsstelle steuert die Prozesse.

    Ausgangslage

    • Kommunen als Träger der Daseinsvorsorge sind gemäß des Nachhaltigkeitsziels 11 ‚Nachhaltige Städte und Siedlungen‘ der UN angehalten, sich vernetzt und widerstandsfähig aufzustellen.
    • Kommunalentwicklung und kommunales Management lassen sich zunehmend nur Sektor-übergreifend bewältigen, deshalb sind vernetzte Strategien notwendig, um eine nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene umzusetzen.
    • Leicht geraten einzelne Ziele aus dem Blickfeld von Politik und Verwaltung. Die UN möchte die Anzahl der Städte steigern, die integ­rierte kommunale Strategien umsetzen.
    • Das “ISEK Neu­münster 2020“ wurde vor über 10 Jahren entwickelt, um die städtische Identität, die Wohn- und Lebensqualität vor Ort zu stärken. In der politischen und administrativen Praxis entstanden jedoch nicht die erhofften Effekte. Deshalb wurde beschlossen, das Konzept fortzuschreiben und wesentlich zu verbessern.

    Ziele

    • Entwicklung eines Integrierten Stadtentwicklungsmanagements als dynamisch reagierendes System, das jederzeit von allen genutzt werden kann
    • Durchbrechen der sektoralen Strukturen der Organisation der Stadt Neumünster
    • Unterstützung von Verwaltung und Politik bei der Entschei­dungsfindung

    Umsetzung

    • Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „ISEK Neumünster 2020“ wird vom Papierkonzept zu einem dynamischen Steuerungsunterstützungs-instrument weiterentwickelt. Mit Hilfe der Haushaltsplanung verbindet es steuerungsrelevante Informationen, Elemente und Prozesse der Stadt Neumünster.
    • Informationen werden dabei über alle Fachressorts hinweg systemati­siert und über das monatlich aktualisierte verwaltungsinterne Haushalts-berichtswesen bzw. den jährlich veröffentlichten Stadtentwicklungsbericht transparent dokumentiert.
    • Das Prozessmanagement liegt bei der ISEK-Geschäftsstelle, die organisatorisch dem Büro des Oberbürgermeisters zugeordnet ist. Die Geschäftsstelle wird von einer ressortübergreifenden ISEK-Arbeitsgruppe unterstützt.
    • Zunächst wurden gesamtstädtische Ziele definiert. Darunter wurden den sechs Produktbereichen des Haushalts themenbezogene Stadt-entwicklungsziele zugeordnet.
    • Die ISEK-Schlüsselmaßnahmen der unterschiedlichen Fachdienste wurden unter Beteiligung der gesamten Verwaltung erarbeitet. Alle Schlüssel-maßnahmen müssen sich dem Zielsystem und damit den entsprechenden Produkten im doppischen Haushalt zu­ordnen lassen.
    • Das System ist für alle Verwaltungsmitarbeiter und Politiker einsehbar. So werden der Haushalt und die Vorhaben der Stadt transparenter und z.B. zugehörige Budgets erkennbar.
    • Weitere ISEK-Elemente sind Fachplanungen, Konzepte und Berichte.
    • Das Haushaltsberichtswesen enthält ein Ampelsystem, das transparent macht, welche ISEK-Schlüsselmaßnahmen
      • abgeschlossen sind,
      • bereits in der Umsetzung sind,
      • noch geklärt werden müssen,
      • von der Verwaltung empfohlen werden.
    • Die Fortschreibung des Zielsystems ist im Rhythmus der Haushaltsplanung geplant. Die Ziele werden so regelmäßig geprüft und ggf. geändert.
    • Die Fortschreibung der Schlüsselmaßnahmen erfolgt, koordiniert durch die ISEK-Arbeitsgruppe, nach jeder Sitzungsfolge der politischen Gremien mit allen Fachdiensten.

    Erfolge

    • Das ISEK-Zielsystem in Neumünster wurde 2018 erstmals fortgeschrieben. Das produktrahmenbezogene ISEK-Zielsystem wird ab dem Doppelhaushalt 2019/2020 im Haushaltsplan dokumentiert.
    • Einführung von Standards zur Bewirtschaftung der ISEK-Elemente (Wer macht was wann und auf welche Art und Weise mit welchen ISEK-Elementen?).
    • Die Deckblätter von Vorlagen beinhalten jetzt eine Angabe, welchem ISEK-Ziel der Verhandlungsgegenstand zuzuordnen ist.
    • Der Stadtentwicklungsbericht erscheint von nun an vollständig in der neu konzipierten Form.
    • Beförderung der fachdienstübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung
    • Erhöhte Transparenz über kommunale Prozesse für alle kommunalen Akteure und die Öffentlichkeit

    Kontakt

    Uta Rautenstrauch

    Geschäftsstelle ISEK
    Stadt Neumünster

    Weitere Informationen

  • Nuthetal - vorbeugende Hausbesuche von und für Senioren

    ...und manchmal hilft ein wichtiger Tipp über´n Gartenzaun weiter: Ehrenamtliche in Nuthetal beraten Seniorinnen und Senioren und ihre Familien besonders niederschwellig. Themen sind Demenz, Pflege und weitere Fragestellungen des Alterns.

    Ausgangslage

    • Personen, die an Demenz erkranken und deren Angehörige, sind oftmals auf sich allein gestellt.
    • Die Angehörigen wissen oft nicht, wo sie sich informieren können.
    • Vorhandenes Informationsmaterial ist teilweise sehr komplex.
    • Vielen Menschen fällt es schwer, zuzugeben, dass sie Hilfe benötigen und darum zu bitten.
    • Die Initiatorin der Hausbesuche im Nuthetal erlebte selbst diese Familien-Situation und wünschte sich derzeit eine besser zugängliche Informationsbasis und mehr Unterstützung.

    Ziele

    • Seniorinnen und Senioren können zuhause alt werden
    • dementiell erkrankten Personen und deren Angehörigen wird der Alltag erleichtert
    • Familienfreundlichkeit „ein Gesicht“ geben

    Umsetzung

    • Ehrenamtliche des Netzwerks ‚Füreinander – vorbeugende Hausbesuche von und für Senioren‘ in Nuthetal beraten Seniorinnen und Senioren sowie deren Familien unkompliziert und niedrigschwellig.
    • Das Informationsangebot reicht über Demenz bis hin zu allgemeinen Fragen zum Thema Altern und Pflege.
    • Die Ehrenamtlichen informieren zu Themen wie Wohnraumanpassung, Pflegestützpunkt, Betreuungsvollmacht o.ä. und sensibilisieren so für präventive Maßnahmen.
    • Geschulte Helferinnen und Helfer führen regelmäßig Hausbesuche durch. Das Wissen wird über den Gartenzaun, im Hausflur oder über die Nachfrage im Mehrgenerationenhaus Nuthetal weitergegeben.
    • Die Ehrenamtlichen verfügen über eine Menge an fachlichen Kenntnissen, an Wissen zu hilfreichen Beratungsstellen und zu cleveren Erfindungen.
    • Ihre Aufgabe ist es, festzustellen, ob ein Mensch einsam ist und vielleicht Anschluss sucht oder Hilfe braucht, weil er oder sie z.B. nicht mehr alleine einkaufen gehen kann.
    • Die Ehrenamtlichen erreichen hierbei nicht nur die ursprüngliche Zielgruppe der Älteren, sondern auch Jüngere, die sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern.
    • Die fünf Projekt-Bausteine der vorbeugenden Hausbesuche in Nuthetal:
      • Menschen: Interessierte, die neue Herausforderungen suchen und auf andere zugehen können, z.B. kurz vor dem Ruhestand
      • Befürworter und Strukturen: z.B. Bürgermeisterin, Friseursalon, Apothekerin, Ärzte, Orthopäde, Sport- und andere Vereine, Chor
      • Lokales und regionales Wissen: über Beratungsstellen, Unterstützungsstrukturen des Sozial- und Gesundheitswesens, Selbsthilfegruppen, Vereine
      • Geld: Ehrenamtliche brauchen Hauptamtliche, die die bestmöglichen Strukturen für die Ehrenamtlichen schaffen.
      • Geduld: damit sich das Informationsangebot und gute Beispiele herumsprechen und bis die Angst überwunden ist, sich bzw. Angehörige als hilfsbedürftig „zu outen“
    • Zum offiziellen Projektabschluss wurde der ganz jungen Generation die Krankheit Demenz in einem Puppentheaterstück erklärt.
    • Projektträger von ‚Füreinander – vorbeugende Hausbesuche von und für Senioren‘ ist das Mehrgenerationenhaus Nuthetal e.V.
    • Die Bekanntmachung des Projekts erfolgte auf 25 öffentlichen Veranstaltungen, mit einem Stand auf dem Markt und in der Apotheke, in 12 Schaukästen verteilt über den Ort sowie in 16 Artikeln in der Lokalpresse.
    • Die Finanzierung der Präventiven Hausbesuche erfolgte während der ersten 2 Projektjahre über die Robert Bosch Stiftung ("Neulandgewinner"-Förderung).

    Erfolge

    • Auch nach Projektabschluss stehen Ehrenamtliche mit ihrem Spezialwissen beratend, unterstützend oder begleitend zur Verfügung (z.B. Spazierengehen, Vorlesen, Begleitung beim Arztbesuch).
    • Im Projektzeitraum wurden etwa 260 Personen erreicht. Häufig kam es zu Gesprächen während der Projektpräsentationen oder während des alltäglichen Lebens, z.B. beim Einkaufen, bei Kontakten unter Nachbarn, Bekannten.
    • Gerade diese „Gespräche nebenbei“ sind bedeutsame präventive Kontakte, die weiterhelfen mit wichtigen Informationen oder die zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.
    • Etwa 20 präventive Hausbesuche wurden von den Ehrenamtlichen durchgeführt.
    • 12 Ehrenamtliche - von anfangs 15 - bleiben dem Beratungsangebot des Mehrgenerationenhauses verbunden.

    Weitere Informationen

  • Nürnberg - Kinderkommission mit dem Projektschwerpunkt „Straße der Kinderrechte“

    Kinderrechte bekannter machen: Die Kinderkommission richtete im Nürnberger Stadtpark die „Straße der Kinderrechte" in enger Zusammenarbeit mit Kindern und regionalen Künstlern ein. So erfahren Kinder in kindgerechter Weise mehr über ihre Rechte.

    Ausgangslage

    • Nürnberg verfolgt eine kinder- und familienfreundliche Stadtentwicklung.
    • Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen.
    • Die in der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Kinderrechte besitzen einen großen Stellenwert bei der Stadt Nürnberg.
    • Auch in einem reichen Land wie Deutschland sind Kinderrechte nicht selbstverständlich.

    Ziele

    • Kinder können auf der „Straße der Kinderrechte" in kindgerechter Weise und spielerisch mehr über ihre Rechte erfahren.
    • Die „Straße der Kinderrechte" soll die Kinderrechte bekannt machen und auf kommunaler Ebene stärken.
    • Ein erlebnisorientiertes Lernen soll zu einer Verwirklichung der Kinderrechte führen.
    • Übergeordnete Zielsetzung ist es, die Kinderrechte nachhaltig zu verorten und eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderrechte anzustoßen.

    Umsetzung

    • Im Nürnberger Stadtpark werden für alle zugänglich die Kinderrechte in Form einer "Straße der Kinderrechte" präsentiert. Die Kinderkommission der Stadt entwickelt gemeinsam mit Kindern die einzelnen Stationen.
    • Die Kinderkommission erarbeitete in enger Zusammenarbeit mit einem Kinderhort, einem Kinder- und Jugendhaus sowie regionalen Künstlern Ideen und Möglichkeiten zur Verwirklichung des Projekts „Straße der Kinderrechte".
      • Die Kinder der beiden Einrichtungen befassten sich mit dem Thema „Kinderrechte", um kleine Experten auf dem Gebiet zu werden. In einem ersten Schritt lernten sie ihre Rechte kennen.
      • Ein zweiter Schritt umfasste die Entwicklung von kreativen Ideen und deren gestalterische Umsetzung in Modelle. Dies geschah unter professioneller Anleitung von Betreuern und den beteiligten Künstlern.
    • Die „Entwicklungsarbeiter" präsentierten ihre Pläne dem Urheber der „Straße für Menschenrechte", Dani Karavan, der daraufhin die Schirmherrschaft über das Projekt übernahm.
    • Das Motto zum Tag der Offenen Tür der Stadt Nürnberg lautete „ACHTUNG vor KINDERn – Aktionen und Informationen zu den Kinderrechten" und stand ganz im Zeichen der Kinderrechte.
    • Die Kinder entwickelten und realisierten bisher neun Kinderrechts-Stationen im Nürnberger Stadtpark:
      • „Parlament": Recht auf freie Meinungsäußerung, Information und Beteiligung (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 12, 13 und 14)
      • „Gleichheitsfiguren": Recht auf Gleichheit (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 2)
      • „Trinkwasser-Schildkröte": Recht auf Gesundheit und eine intakte Umwelt (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 24)
      • „Buchstabenbaum": Recht auf Privatsphäre und Intimität (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 16)
      • „Elternskulptur": Recht auf elterliche Fürsorge (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 9, 10, 18, 19)
      • „Spiele-Weg": Recht auf Spiel und Freizeit (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 31)
      • „Bildungsskulptur": Recht auf Bildung (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 28)
      • „Bespielbares Memo": Flüchtlingskinder (UN-Kinderrechtskonvention Artikel 22)
    • Für die Straße der Kinderrechte gibt es eine Handreichung für die pädagogische Arbeit mit Kindern im Grundschulalter, da viele Schulen und Einrichtungen die Straße der Kinderrechte als außerschulischen Lernort wahrnehmen.

    Erfolge

    • Die „Straße der Kinderrechte" wird u. a. von Kindertagesstätten, Schulen, Jugendverbänden und Kinder- und Jugendeinrichtungen meist in Verbindung mit einem Ausflug spielerisch genutzt, um die Rechte der Kinder sowie der Bezug zu den Menschenrechten leichter thematisieren und erklären zu können.
    • 2. Preis des Deutschen Kinderhilfswerkes für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen – „Golden Gore" (2009).
    • 2016 fand das Bundesnetzwerktreffen Kinder- und Jugendbeteiligung in Nürnberg statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung gab es auch eine Exkursion an die Straße der Kinderrechte. Die Kollegen*innen berichten, dass sie sich in Nürnberg Inspirationen für ihre Kommunen und Gemeinden holen und es dann im Rahmen ihrer Möglichkeiten individuell gestalten.
    • Für das Zeitfenster 2018 bis 2021 ist die letzte Station geplant: Artikel 23, Förderung behinderter Kinder.

    Kontakt

    Ilka Soldner

    Stadträtin und Vorsitzende der Kinderkommission
    Stadt Nürnberg
    Rathausplatz 2
    90403 Nürnberg
    Telefon: 0911 - 43 89 660

    Weitere Informationen

  • Nürnberg - Lebendige Stadtteilarbeit in Kulturläden

    Die Kulturläden in Nürnberg sind traditionell wichtige Orte interkultureller Arbeit in den Stadtteilen. Sie bieten Kurs- und Gruppenangebote für verschiedene Zielgruppen, dienen Vereinen und Gruppen als Treffpunkt, Übungs- und Auftrittsmöglichkeit. 

    Ausgangslage

    • Die Zuwanderung nimmt in den letzten Jahren wieder zu. Insbesondere Menschen aus den EU-Krisenstaaten, aus den neuen EU-Ländern sowie wieder vermehrt Flüchtlinge und Asylbewerber kommen nach Nürnberg.
    • Die Stadt Nürnberg betreibt Integration und interkulturelle Öffnung als „Chefsache" und Querschnittsaufgabe.
    • Die kulturelle Dimension der Integration stand – neben den mit den Lebenslagen der Zugewanderten einhergehenden Themen Sprache, Bildung, Arbeit und Soziales – bereits früh im Fokus der Nürnberger Stadtpolitik, die dadurch den Blick bewusst auf Potenziale und Ressourcen lenkte.
    • Der Auftrag „Kultur für alle" wird seit den 70er-Jahren vom Amt für Kultur und Freizeit durch stadtteilnahe, vielfältige Angebote umgesetzt.

    Ziele

    • Aktive Beteiligung und Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements in den Stadtteilen durch Kultur- und Bildungsaktivitäten.
    • Widerspiegeln der kulturellen Vielfalt Nürnbergs und seiner Bevölkerung in der Kunst- und Kulturlandschaft einer modernen Großstadt.

    Umsetzung

    • Die heute elf Nürnberger „Kulturläden" in städtischer Trägerschaft arbeiten als Zentren stadtteilorientiert und altersübergreifend. Der breitgefächerten Arbeit dieser Einrichtungen ist ein weiter Bildungs- und Kulturbegriff zu Grunde gelegt.
    • Die Angebote orientieren sich an den Bedürfnissen der Stadtteilbevölkerung und erreichen somit auch bildungsferne Stadtteilbewohner/-innen.
    • Basis der Arbeit der Kulturläden als Teil der Integrationspolitik der Stadt Nürnberg ist die interkulturelle Kulturarbeit. Sie schaffen Begegnungsmöglichkeiten und Formen der Bürgerbeteiligung. Dadurch tragen sie dazu bei, dass Einwander/-innen sich in Nürnberg „heimisch" fühlen und ermöglichen der bereits deutschen Bevölkerung das Kennenlernen anderer Kulturen.
    • Hinter der Arbeit der Kulturläden steht eine soziokulturelle Sichtweise, die Menschen nicht auf soziale Defizite und Bedürfnisse reduziert, sondern ihre Kompetenzen wahrnimmt und zum Einsatz bringt.
    • Neben diesen Gruppen- und Kursangeboten dienen die Kulturläden auch als Treffmöglichkeiten für Vereine, als Übungs- und Auftrittsmöglichkeiten für künstlerisch Aktive bis hin zu einem profilierten Kulturveranstaltungsangebot in den größeren Einrichtungen.
    • Das Angebot ist jeweils stadtteilspezifischer Ausprägung und das Programm passt sich den sich jeweils ändernden Bevölkerungsstrukturen an.
    • Konkrete Beispiele:
      • Der Kulturladen Röthenbach arbeitet eng mit dem Russisch-Deutschen Kulturzentrum e. V. zusammen, fördert gezielt die Integration russischsprachiger Einwander/-innen in Nürnberg. Im Vordergrund steht neben der gezielten Förderung von Kindern und Jugendlichen der Kontaktaufbau zu alteingesessenen Nürnberger/-innen.
      • Zwei Kulturläden waren intensiv am Modellprojekt „Spielend lernen in Familie und Stadtteil" beteiligt. Durch dieses wurde eine bessere Vernetzung und Verkettung von Maßnahmen zur Förderung von Familien mit Kindern ermöglicht.
    • Das Inter-Kultur-Büro, ebenfalls im Amt für Kultur und Freizeit, setzt darüber hinaus mit kulturellen Schwerpunktprojekten und Kooperationen nachhaltige Programmakzente. Mit seinen mehrsprachigen Publikationen sorgt es für Überblick und Vernetzung. Migrantenvereine erhalten Beratung und Unterstützung.

    Erfolge

    • Die lockeren Treffpunkte und offenen Angebote der Kulturläden bieten einen einfachen Zugang, über den viele Stadtteilbewohner und besonders -bewohnerinnen für längerfristige und verbindliche Angebote gewonnen werden.
    • Der persönliche Kontakt und die räumliche Nähe (niedrigschwelliges Angebot) verringern die Angst, professionelle Hilfe oder Qualifizierungsangebote wie Sprachkurse in Anspruch zu nehmen.
    • Besonders Frauen und Mütter aus Familien mit Migrationshintergrund werden auf diese Art besser erreicht. Viele Frauen finden durch ein Angebot der Kulturläden Zugang zu den regulären Bildungs- und Kulturangeboten der Stadt.
    • Die Kulturläden haben sich als Zentren des Stadtteillebens in Nürnberg etabliert und bewährt.
    • Auf dem Gelände des ehemaligen AEG-Standortes entwickelte sich die Kulturwerkstatt. Neben dem Kulturbüro Muggenhof sind dort z.B. das Amt für Kultur und Freizeit, die Musikschule und das Centro Espagnol vertreten.

    Kontakt

    Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg

    Gewerbemuseumsplatz 1
    90403 Nürnberg

    Weitere Informationen

  • Oberaurach - „Bürger helfen Bürgern“

    Integrierter Besuchsdienst für ältere Menschen: In der Gemeinde Oberaurach wirkt "Bürger helfen Bürgern" der Vereinsamung älterer Menschen entgegen und erhöht die Lebensqualität von Senioren sowie allein lebender und kranker Menschen.

    Ausgangslage

    • Oberaurach ist eine Einheitsgemeinde mit rund 4.000 Einwohnern im unterfränkischen Kreis Haßberge.
    • Im Jahr 2009 initiierte die damalige 3. Bürgermeisterin und neu ernannte Seniorenbeauftragte einen ersten kleineren Besuchs- und Fahrdienst für ältere Bürger. Dieser bot Senioren in Oberaurach unentgeltlich Unterstützung an:
      • Spaziergänge
      • Gespräche
      • Krankenbesuche zu Hause, im Krankenhaus oder im Seniorenheim 
    • Als Lehrerin in der Gemeinde gut verdrahtet, rekrutierte sie die ersten rund 20 Freiwilligen und Koordinatoren in den einzelnen Ortsteilen über Mund-zu-Mund-Propaganda.

    Ziele

    • Oberstes Anliegen des Netzwerks "Bürger helfen Bürgern" ist es, ein flächendeckendes soziales Netz über alle Gemeindeteile zu spannen. Jeder, der Hilfe wünscht, soll diese auch bekommen.
    • Als Motto gilt: „Es ist keine Schande, Hilfe zu benötigen. Aber es ist eine Schande, sie nicht zu bekommen, wenn man sie braucht."

    Umsetzung

    • Im Zusammenhang mit der Ausarbeitung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts im Landkreis wurde nach zwei erfolgreichen Jahren des kleinen Besuchs- und Fahrdienstes für ältere Bürger eine örtliche Pilot-Gruppe mit sechs engagierten Bürgerinnen und Bürgern gebildet.
    • Die Pilotgruppe trieb den Ausbau der bestehenden ehrenamtlichen Angebote und den Aufbau eines koordinierenden Bürgernetzwerks "Bürger helfen Bürgern" voran. Das Hauptaugenmerk lag darauf, Fahr-, Besuchs-, und Einkaufsdienste weiter zu intensivieren und zu koordinieren. Träger wurde die Gemeinde.
    • In allen Haushalten wurde eine Fragebogenaktion durchgeführt. Abgefragt wurde, in welchen Bereichen die Bürger Hilfen benötigen und/oder freiwillige Unterstützung anbieten können.
    • Wichtige Angebote für ältere Bürger: die Vertretung pflegender Angehöriger, Besuchs- und Fahrdienste, Garten- und Technikhilfe, Schneeschippen und Trauerbegleitung und weitere Hilfsangebote für alle Generationen.
    • Es gibt mittlerweile ein tägliches Veranstaltungsprogramm (außer Donnerstags) und eine monatliche Veranstaltung im 'Sternstübla'. dazu gehören beispielweise Tanznachmittage und Ausflüge.
    • Alle Angebote basieren grundsätzlich auf den Prinzipien der Freiwilligkeit und absoluter Kostenfreiheit.
    • Freiwillige der Besuchsdienste können eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten, wenn sie eine 40-stündige Fachschulung durch den Pflegestützpunkt absolviert haben und das Angebot auf dieser Basis als niedrigschwellige Betreuungsleistung mit der Pflegekasse abgerechnet wird.
    • Über Fördermittel des Landes stellte der Landkreis in den ersten drei Jahren für jede im Seniorenbereich geleistete Ehrenamtsstunde einen finanziellen Bonus von 1-3 Euro für ein Gemeinschaftskonto zur Verfügung. Gemeinsam wurde beschlossen, diese Finanzmittel zur Errichtung eines festen Bürgertreffs in der Gemeinde einzusetzen.
    • Halbjährlich findet ein Treffen aller Freiwilligen für Austausch und Weiterbildung statt.
    • Halbjährlich wird ein Flyer mit den angebotenen Veranstaltungen an alle Bürger herausgegeben.

    Erfolge

    • "Bürger helfen Bürgern" ist von anfangs 20 Aktiven auf mittlerweile fast 70 freiwillige Helfer angewachsen.
    • In allen neun Ortsteilen der Gemeinde gibt es mindestens einen festen ehrenamtlichen Ansprechpartner, der die Hilfsangebote und -anfragen koordiniert und Fragen beantwortet.
    • Durch das Helfernetz kann auch hilfs- und pflegebedürftigen Senioren ein Verbleib in der eigenen Häuslichkeit mit ermöglicht werden.
    • Im Oberaurach-Zentrum Trossendorf wurde auf die "Bürger helfen Bürgern"-Initiative hin der Bürgertreff „Sternstübla" in einer ehemaligen Gaststätte als fester Ort der Begegnung eingerichtet. Finanziert wurde die Renovierung durch die Gemeinde. 
    • Eine Spende über 1500 € für die Leistungen des "Bürger helfen Bürgern" vom lokalen Stromversorger, die Unterfränkische Überlandzentrale.

    Kontakt

    Anita Amend

    Behinderten- und Seniorenbeauftragte, Leiterin "Bürger helfen Bürgern"
    Gemeinde Oberaurach
    Sandersgrund 11
    97514 Oberaurach
    Telefon: 09529 - 12 49

    Weitere Informationen

  • Oberlausitz - Fabmobil: Ein fahrendes Zukunftslabor

    Digitale Bildung auf dem Land: Das Fabmobil bietet Workshops zu 3D-Druck, Virtual Reality, Robotik und Programmierung an. Wichtigste Zielgruppe des Fabmobil sind Jugendliche. Sie können hier ihre kulturellen, künstlerischen und sozialen Kompetenzen ausbauen.

    Ausgangslage

    • Die Region Ostsachsen und der Kulturraum Oberlausitz sind geprägt von starken Abwanderungsbewegungen in den 90er und 2000er Jahren. Dadurch fehlt eine gesellschaftlich wichtige Kerngruppe, die nötige Impulse in verschiedenen kulturellen Bereichen gibt.
    • In den ländlichen Regionen Ostdeutschlands gibt es extreme Lücken im Bereich der kulturell-politischen Bildung und der Bildung mit Neuen Medien.
    • Die Initiatoren des Projektes gaben bereits seit fünf Jahren regelmäßig Creative Technologies Workshops im ländlichen Raum.
    • Während eines Aufenthalts in Bautzen wurden die Projektinitiatoren Zeugen von Hetzjagden auf Geflüchtete durch Neonazis. „Das hat uns sehr schockiert und wir wollten einen nachhaltigen Beitrag zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung leisten.“ Christian Zöllner, Fabmobil

    Ziele

    • Jugendliche in der Oberlausitz besitzen ein tieferes Verständnis von Digitalität.
    • Vitalisierung und Aktivierung bestehender kultureller Angebote
    • Aufbau neuer digitaler und zeitgenössischer Kultur- und Erlebnisformate
    • Übergeordnete Zielsetzung ist es, einen gesellschaftspolitischen und nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der kulturellen, künstlerischen und sozialen Kompetenz der Jugendlichen zu leisten.
    • Ausweitung des Projekts auf ähnliche Gebiete in ganz Deutschland

    Umsetzung

    • Das Team des Fabmobil macht „coole Projekte“ mit jungen und interessierten Menschen zu Digitalkultur. Um auch Jugendliche im ländlichen Raum zu erreichen, wurde ein Digitalwerkstatt-Bus eingerichtet.
    • Das Fabmobil ist ein mit Digitaltechnik und Werkzeugmaschinen ausgestatteter Doppeldeckerbus. Es fährt in regelmäßigem Turnus Schulen und Kulturorte im ländlichen Raum an. Seine Ausstattung beinhaltet u.a.:
      • Internet of Things Werkstatt
      • Workshop-Bereich für ca. 16 Personen
      • zwei 3D-Drucker
      • Lasercutter
      • CNC-Fräse
      • weitere kleinere Arbeitsplätze zum Experimentieren, Aufbauen und Abdrehen
      • kleine Werkstatt mit Handwerkzeugen, Standbohrmaschine, Tellerschleifer und Bandsäge
      • eine Bibliothek von bereits realisierten Projekten
    • Die Workshops behandeln Themen, die den jugendlichen Lebensrealitäten entsprechen und von Schule und Soziokultur nicht abgedeckt werden.
    • Inhaltlich werden vor allem kulturelle, soziale und gesellschaftspolitische Aspekte thematisiert.
    • Die Teamer agieren dabei auf Augenhöhe mit den Jugendlichen.
    • Workshops werden u.a. zu folgenden Themen angeboten:
      • 3D-Drucken
      • 360°-Video und Virtual Reality
      • Hardware hacking – Umbauen elektronischer Geräte
      • Digital Urban Inventions – digitale Streetart
      • New musical Interfaces
    • Die Angebote des Fabmobil sind für die Jugendlichen kostenlos und eine Anmeldung ist nicht zwingend.
    • Generationsübergreifender Lernprozess: In den Workshops des Fabmobil arbeiten Smartphone-erfahrene Jugendliche mit arbeitserfahrenen und teils pensionierten Technikexperten zusammen.
    • Das Fabmobil vernetzt die in der Region verteilten Kultur- und Bildungsorte. Informationsmaterialien werden breiter verteilt und Aufmerksamkeit für ein regionales Kulturangebot erzeugt. Das erleichtert die Knüpfung neuer Netzwerke.
    • In den Prozess einbezogen sind vielzählige Vereine, Initiativen und Institutionen, wie das „Medienkulturzentrum Dresden“, die „Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung“ u.a.
    • Gefördert wurde und wird das Fabmobil durch die Kulturstiftung des Bundes, die Kulturstiftung des Freistaat Sachsen, das Sächsische Ministerium für Kunst und Wissenschaft, sowie die PWC Stiftung. 

    Erfolge

    • Die Workshops des Fabmobil sind regelmäßig optimal ausgelastet.
    • Erste Jugendliche entwickeln mittlerweile selbständig eigene Projekte.
    • Eine Folgefinanzierung des Fabmobil ist in Aussicht.
    • Das Fabmobil wurde für verschiedene Preise nominiert:
      • BKM-Preis Kulturelle Bildung (2018)
      • Innovationspreis Weiterbildung Sachsen (2018)
      • Sächsischer Staatspreis Design (2018)

    Kontakt

    Sebastian Piatza

    Projektleitung
    Constitute e.V.
    Jordanstraße 16
    01099 Dresden
    Telefon: 0151-59215114

    Weitere Informationen

    FABMOBIL: www.fabmobil.org
  • Oberlausitz – Raumpioniere

    Städter für das Landleben begeistern: Die Raumpioniere in der Oberlausitz sind ein Netzwerk aus Zu- und Zurückgezogenen, die Städter individuell zum Leben auf dem Land beraten. Sie machen Mut, zeigen Vor- und Nachteile auf und teilen ihre Erfahrungen. 

    Ausgangslage

    • Die Initiatoren der ‚Raumpioniere‘ waren selbst aus großen Städten in ein kleines Dorf an der Neiße gezogen. Dort beobachteten sie mehrere Trends:
      • Im ländlichen Raum wurden die Menschen immer weniger und älter und immer mehr günstiger Raum wurde frei.
      • In den großen Städten entwickelte sich eine Landsehnsucht, gleichzeitig stiegen die Mieten dort kräftig.
      • Durch die Digitalisierung wurde Landleben auch für Berufstätige in den Städten immer möglicher.
    • Was fehlte war eine Brücke zwischen Städtern und Landbewohnern. Menschen, die sichtbar und ansprechbar waren und einfache Fragen beantworten konnten, wie:
      • Gibt’s da jemanden wie mich, mit dem ich Freundschaft schließen kann oder bin ich da ganz alleine?
      • Wie sieht‘s mit Kindergartenplätzen aus und wie kommt man als Städter mit dem Landleben zurecht.

    Ziele

    • Potentielle Zuzügler haben es leicht, sich über das Landleben in der Oberlausitz zu informieren und erste Erfahrungen mit dem Leben vor Ort zu machen.
    • Übergeordnete Zielsetzungen sind:
      • Mehr Städter begeistern sich für das Landleben und die Oberlausitz.
      • Mehr kreative Menschen ziehen in die Oberlausitz (zurück).

    Umsetzung

    • Die Raumpioniere in der Oberlausitz bauen eine Brücke zwischen Städtern und Landbewohnern. Die bereits ansässigen Landbewohner im Netzwerk beraten individuell und persönlich interessierte Städter und erleichtern so den ersten Schritt für Zuzügler und Rückkehrer.
    • Das Projekt funktioniert von Mensch zu Mensch, hier werden:
      • subjektive Erfahrungen geteilt
      • positive Beispiele für das Landleben gezeigt
      • Mut gemacht
    • Die Beratung durch die Raumpioniere ist kostenlos. Man kann unkompliziert anrufen, schreiben, vorbeikommen und jegliche Fragen stellen.
    • Einmal im Jahr veranstalten die Raumpioniere die „Landebahn für Landlustige“ - eine Veranstaltung für bereits ansässige und potentielle Raumpioniere aus z.B. Berlin, Dresden und Leipzig.
    • Der Anspruch der Raumpioniere ist dabei, positive sowie negative Seiten des Landlebens transparent und ehrlich zu beleuchten.
    • Die Raumpioniere in der Oberlausitz machen eine umfangreiche bundesweite Pressearbeit über klassische Medien, Blogger und Influencer sowie Marketing.
    • Ein Netzwerk von bereits ansässigen Raumpionieren ist beteiligt, davon stellen sich rund 30 im Internet vor.
    • Die Entwicklungsgesellschaft des Landkreises wird darüber hinaus in den Prozess miteinbezogen.
    • Die Raumpioniere in der Oberlausitz finanzieren sich über Fördergelder und Spenden: Demographierichtlinie des Freistaates Sachsen, Neulandgewinnerprogramm der Robert-Bosch-Stiftung, Leader, Sparkasse, private Spenden.

    Erfolge

    • In 2 Jahren berieten die Raumpioniere bereits etwa 150 Menschen.
    • Die Landebahn 2018 für Landlustige war 2 Wochen vorher ausgebucht (87 Städter, 43 Interessierte auf der Warteliste).
    • Es gibt mittlerweile rund 200 Raumpioniere in der Oberlausitz.
    • Über die Medien (z. B. die gängigsten deutschen Tages- und Wochenzeitungen, Online-Berichte usw.) wurde eine Reichweite von mehreren Millionen Kontakten erzielt.

    Kontakt

    Arielle Kohlschmidt & Jan Hufenbach

    Projektleiter
    Raumpioniere Oberlausitz
    Podroscher Straße 26
    02957 Klein Priebus
    Telefon: 035775 41664

    Weitere Informationen

    Raumpioniere Oberlausitz: http://www.raumpioniere-oberlausitz.de/

     

  • Olfen – Bedarfsgesteuerter Bürgerbus für mehr Mobilität auf dem Land

    In Olfen gibt es einen Bürgerbus mit bedarfsgerechter Steuerung. Fahrgäste werden auf Wunsch von zu Hause abgeholt oder nach Hause gebracht. Fahrtzeiten und -routen richten sich nach dem aktuellen Bedarf. Mittlerweile wurde das Modell auf weitere Kommunen übertragen.

    Ausgangslage

    • Die Gemeinde Olfen ist nur moderat vom demografischen Wandel betroffen. Von 2012 bis 2030 wird die Einwohnerzahl voraussichtlich um etwa 2 Prozent schrumpfen.
    • Dennoch gibt es aus wirtschaftlichen Gründen nur ein geringes ÖPNV-Angebot.
    • Gerade Jugendliche und ältere Menschen sind jedoch oftmals auf den ÖPNV angewiesen. 2012 waren 16,7 Prozent der Olfener jünger als 18 Jahre, rund 20 Prozent hingegen schon mindestens 65 Jahre alt. Im Jahr 2030 wird der Anteil der mindestens 65-Jährigen voraussichtlich bei über 30 Prozent liegen.
    • Gleichzeitig hat sich die Struktur des Einzelhandels verändert. Durch das Verschwinden der Tante-Emma-Läden fehlt es an Einkaufsmöglichkeiten in den Außenbezirken.
    • Bereits seit rund 20 Jahren gibt es einen Bürgerbus in Olfen. Dieser war jedoch bislang nicht bedarfsgesteuert.

    Ziele

    • Der Bürgerbus Olfen springt dort ein, wo aus ökonomischen Gründen keine Linienbusse verkehren.
    • Auch in den Randgebieten soll es eine kostengünstige Verbindung in die Innenstadt geben.

    Umsetzung

    • Im Zuge des Regionale-2016-Projektes „Bewegtes Land" wurde die bedarfsgerechte Steuerung des Bürgerbusses in Olfen erprobt.
    • Die Fahrgäste können sich von zu Hause abholen lassen oder sich nach Hause bringen lassen. Ein Start- oder Endpunkt muss allerdings immer eine Haltestelle sein.
    • Extra für den Bürgerbus wurden neue Haltestellen errichtet. Insgesamt gibt es derzeit ca. 40 Stück.
    • Jeder Bus hat nur 8 Fahrgastplätze und kann deswegen auch bei geringer Nachfrage kostengünstig fahren. Die Fahrscheine kosten maximal 1,50 Euro.
    • Eine Fahrt mit dem Bürgerbus muss mindestens eine Stunde im Voraus telefonisch angemeldet werden. Bei der Bestellung wird die genaue Abfahrtszeit bekannt gegeben. Der Bus fährt montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.
    • Die Fahrten und Fahrtrouten werden bedarfsgerecht zusammengestellt und via Internet auf das im Bus befindliche iPad übertragen. Das iPad enthält zudem eine Navigationssoftware, welche den Fahrer zum Ziel leitet.
    • Die Zusammenstellung der Fahrtrouten erfolgt durch fünf Ehrenamtliche, die durch städtisches Personal ergänzt werden, in der Bürgerbuszentrale. Die Erfassung der Fahrtwünsche erfolgt mit Hilfe einer speziellen Software.
    • Überwiegend wird der Bus jedoch von älteren Menschen genutzt, die so preisgünstig zum Arzt oder zum Supermarkt kommen, doch auch einige jüngere Menschen, darunter sogar einige Kindergartenkinder, nutzen das Angebot. Der Bürgerbus wird auch im Schülerverkehr eingesetzt.
    • Die verkehrliche Verantwortung für den Bus liegt beim Verkehrsunternehmen RVM. Eventuell entstehende Defizite werden von der Kommune übernommen. Weitere Einnahmen entstehen durch die Vermietung von Werbeflächen auf den Bussen an Sponsoren.

    Erfolge

    • Inzwischen gibt es 36 ehrenamtliche Fahrer und Fahrerinnen.
    • Die Anzahl der Fahrgäste ist seit Einführung des Bedarfsgesteuerten Fahrens kontinuierlich gestiegen: von 4300 im Jahr 2013 (Linienbetrieb) auf fast 10 000 im Jahr 2016 (bedarfsgesteuert).
    • Der Billerbecker Bürgerbusverein hat das Olfener System mit Beginn des Fahrbetriebes (Neugründung) übernommen und fährt seit April 2016 bedarfsgesteuert.
    • Mehrere weitere Vereine haben Interesse signalisiert.
    • In Mettingen soll ein elektrobetriebenes Bürgermobil betrieben werden, das auch mit dem Olfener System starten soll. 
    • Das Projekt gehört zu den „Ausgezeichneten Orten im Land der Ideen".

    Kontakt

    Weitere Informationen

  • Osnabrück - Datenbank Migration

    Dieselben Daten für alle Ämter: Stadt Osnabrück entwickelte eine „Migrations-Datenbank". So können Integrations-, Partizipations- und Teilhabeprozesse unterstützt und beschleunigt werden.

    Ausgangslage

    • Mehr als jeder vierte der 165.000 Einwohner von Osnabrück hat ausländische Wurzeln. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 27 Prozent.
    • Unterschiedliche Osnabrücker Ämter verfügen über diverse Daten von Migranten und Flüchtlingen.
    • Diese Daten stehen unverbunden den jeweiligen Ämtern zu Verfügung. Eine Bündelung zur Verbesserung der Steuerungsprozesse hat bislang noch nicht stattgefunden.

    Ziele

    • Die „Datenbank Migration" soll wichtige Detailinformationen für die Integrationsarbeit der Stadt liefern.
    • Es soll eine Vernetzung der Ämter untereinander und ein gemeinsamer Zugriff auf die Daten erfolgen.
    • Mit der Datenbank sollen Bevölkerungsdaten tabellarisch, grafisch oder räumlich in „Echtzeit" aufbereitet werden. 
    • Verknüpft mit Rauminformationen, soll die Datenbank beispielsweise eine Belegungsübersicht der Gemeinschaftsunterkünfte ermöglichen und althergebrachte Erfassungsmethoden zur Verwaltung der Unterkünfte ablösen.

    Umsetzung

    • Die Stadt Osnabrück unterhält eine Migrations-Datenbank und stellt so sicher, dass alle relevanten Stellen auf ausführliche Daten zugreifen können. Die Datenbank umfasst die Bereiche Altersgruppen, Nationalitäten und Wohnungen.
    • Auf der Grundlage dieser Daten kann die Stadt beispielsweise erkennen, in welchen Stadtteilen künftig wie viel mehr Kinder in die Schule gehen oder einen Platz im Kindergarten brauchen.
    • Die Vorstandskonferenz der Stadt beauftragte die Integrationsbeauftragte mit der Moderation des Prozesses zur Erstellung der Datenbank.
    • An den Beratungen zum Aufbau der Datenbank nahmen Vertreterinnen und Vertreter vieler städtischer Dienststellen teil, unter anderem das Referat Strategische Steuerung und Rat sowie die Fachbereiche Personal und Organisation, Recht und Datenschutz, Schule und Sport sowie Kinder, Jugendliche und Familien.
    • Die gesammelten Daten unterliegen strengen Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen. Zugang hat ausschließlich ein kleiner Kreis, für den die Daten jedoch von großer Bedeutung sind
    • Durch regelmäßige Meldungen bleibt die Datei immer auf dem neusten Stand.
    • Zurzeit ist die Datenbank mit einem Programm der Ausländerbehörde verknüpft. Geplant ist, sie nacheinander auch mit den Fachanwendungen für Sozialleistungen und Jugendhilfe zu verbinden.
    • Um die Datensammlung zu komplettieren, sind auch Verknüpfungen mit dem Jobcenter und der Arbeitsverwaltung erwünscht. 

    Erfolge

    • Die Osnabrücker Datenbank hat deutschlandweit Modellcharakter.
    • Die vom Bundesgesetzgeber in Folge des neuen Flüchtlingsausweises aggregierte „ID" für Flüchtlinge wird ins System aufgenommen. Damit ist es erstmals möglich, aktuelle amtliche Daten für die Prozesssteuerung oder die Öffentlichkeitsarbeit ohne besonderen Personaleinsatz abzurufen.

    Kontakt

    Seda Rass-Turgut

    Integrationsbeauftragte
    Fachbereich Integration, Soziales und Bürgerengagement der Stadt Osnabrück
    Natruper-Tor-Wall 5
    49076 Osnabrück
    Telefon: 0541 - 323 4506

    Weitere Informationen

  • Osnabrück - Aufstiegschancen durch Mentoring

    Mit „Mentoring für MigrantInnen bei der Stadt Osnabrück – IQ (interkulturelle Qualität)" wurden die Potentiale von Mitarbeitern mit Migrationserfahrungen gefördert. Heute werden die interkulturellen Kompetenzen aller Angestellten der Stadtverwaltung im Folgeprojekt TWOgether erhöht.

    Ausgangslage

    • Die Stadt Osnabrück erlebte eine erhebliche Veränderung der städtischen Wohnbevölkerung durch die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte. Insgesamt leben derzeit in der Stadt ca. 43.200 Personen, die im Ausland geboren sind.
    • Durch den demographischen Wandel wird sich der Anteil von Migrantinnen und Migranten an der Stadtbevölkerung auf mindestens ein Drittel erhöhen, während der allgemeine Trend einen Rückgang der Gesamtbevölkerung bei gleichzeitiger Alterung abzeichnet.
    • Die Stadt als Arbeitgeberin sieht sich vor der Herausforderung, dass sich die Zahl der qualifizierten Fachkräfte verringert und es dadurch Probleme bei der Rekrutierung neuen Personals geben wird. Sie sieht sich auch in der Selbstverpflichtung, Menschen verschiedener Ethnien zu beschäftigen.

    Ziele

    • Das Programm „Mentoring für MigrantInnen bei der Stadt Osnabrück – IQ (Interkulturelle Qualität)" verfolgt als Teil der Gesamtstrategie „Interkulturelle Qualität für die Stadt Osnabrück" folgende langfristige Ziele:
      • Langfristig soll der Migrantenanteil an der Stadtverwaltung Osnabrück erhöht werden und die bereits dort arbeitenden Migranten besser integriert werden.
      • Die interkulturellen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen erhöht werden.
      • Im Rahmen des Programms „Mentoring für MigrantInnen bei der Stadt Osnabrück – IQ (interkulturelle Qualität)" sollen die vielfältigen Potentiale von Mitarbeitern mit Migrationserfahrungen sowohl in deren Interesse als auch im Interesse der Organisation genutzt werden.
      • frühzeitige Förderung und Integration von Migrantinnen und Migranten in der Stadtverwaltung Osnabrück
      • praxisnahe Vorbereitung von Migrantinnen und Migranten auf berufliche Anforderungen und Führungspositionen bei der Stadtverwaltung Osnabrück
      • Schaffung von Rahmenbedingungen, die es Migrantinnen und Migranten ermöglichen, in der Zukunft verstärkt Führungspositionen zu übernehmen
      • Unterstützung der Migrantinnen und Migranten in der selbstbewussten Wahrnehmung und Einbringung ihres interkulturellen Wissens
      • systematische Weiterentwicklung der Führungsqualitäten und interkulturellen Kompetenzen der Mentorinnen und Mentoren
    • Ebenso versucht die Stadt durch dieses Programm, ihr Leitbild der Friedenskulturstadt vorbildlich nach innen und außen zu leben.

    Umsetzung

    • Im Rahmen einer Informationskampagne werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt auf das Programm aufmerksam gemacht. Man kann sich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter selber bewerben oder von einer Führungskraft für die Teilnahme am Programm vorgeschlagen werden.
    • Für einen Zeitraum von zehn Monaten werden aus den Bewerberinnen und Bewerbern „Mentoring-Tandems" zusammengestellt. Als Mentorinnen und Mentoren agieren erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, die durch das Programm ihre interkulturellen Qualifikationen schulen sollen. Diesen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationserfahrungen als Mentees zur Seite gestellt.
    • Das Programm setzt sich aus den Bausteinen Mentoringbeziehung, Seminare/Workshops und interkulturell relevanten Gruppenprojekten der Mentees zusammen.
    • Das Steuerungsteam des Projekts setzt sich aus der Fachbereichsleitung, Personalentwicklung, Personalverantwortlichen der städtischen Gesellschaften, dem Personalrat, der Gleichstellungsbeauftragten und je einer Vertreterin bzw. einem Vertreter der Mentoren und der Mentees zusammen.
    • Das Projekt wurde durch Fördermittel aus dem Sozialfonds der Europäischen Union aus dem EQUAL Programm initiiert. Seitdem wurde es aus dem Budget der Personalentwicklung als eigenständiges Projekt finanziert.
    • Das Programm und seine Ergebnisse sind als Baustein in das Personalentwicklungsprogramm der Stadt aufgenommen worden.
    • Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück entwickelt, die es auch wissenschaftlich begleitet und evaluiert hat.

    Erfolge

    • In den wiederholten Durchläufen des Programms nahmen bereits über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund teil.
    • Aus „Mentoring für MigrantInnen bei der Stadt Osnabrück – IQ (interkulturelle Qualität)" entstand ein Folgeprojekt: das interkulturelle Tandemprojekt TWOgether. Dabei handelt es sich um die Fortschreibung des Mentorings für Migranten.
    • Das Programm hat durch seinen praxisorientierten, pragmatischen und innovativen Charakter inzwischen nicht nur andere Kommunen, sondern auch Wirtschaftsunternehmen zur Nachahmung angeregt.
    • 1. Preis für kulturelle Vielfalt am Arbeitsplatz im Rahmen des Wettbewerbs der Kampagne „Vielfalt als Chance" in der Kategorie „Öffentliche Verwaltung" (2008). Der Wettbewerb war ausgeschrieben von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

    Kontakt

    Hülliye Zengin

    Lern- und Kompetenzzentrum Stadt Osnabrück
    Vitihof 15A
    49074 Osnabrück

    Weitere Informationen

  • Paderborn - Führungskompetenzen für Pädagogen

    Berufsbegleitende Weiterbildung: Das Bildungs- und Integrationszentrum Kreis Paderborn bietet speziell für Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte die zweijährige Weiterbildung 'Systemisch Führen' an.  

    Ausgangslage

    • Leitungen von Kitas und Schulen sind Pädagoginnen bzw. Pädagogen mit Führungsverantwortung. Sie brauchen Führungskompetenzen, die sie meistens nicht professionell erworben haben.
    • Der Alltag in Kindertageseinrichtungen und Schulen fordert jedoch von den pädagogischen Führungskräften immer mehr Spezialkenntnisse, beispielsweise in:
      • Personal- und Organisationsentwicklung
      • Projektmanagement
      • Öffentlichkeitsarbeit
      • sowie in Bezug auf die pädagogische Profilierung

    Ziele

    • Nach Abschluss der Weiterbildung können die Absolventinnen und Absolventen
      • institutionelle Entwicklungs- und Veränderungsprozesse nachhaltig und effizient durchführen
      • systemisch „Werkzeuge" aus den Bereichen Beratung, Organisationsentwicklung und des Veränderungsmanagements anwenden.

    Umsetzung

    • Das Bildungs- und Integrationszentrum Kreis Paderborn bietet für Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte eine berufsbegleitende Weiterbildung zu Führungskompetenzen an. 
    • Die gesamte Weiterbildung 'Systemisch Führen' erstreckt sich über einem Zeitraum von 2 Jahren mit 8 Workshops (davon 7 zweitägig) und 6 halbtägigen Projektreflexionstagen.
    • Die Module enthalten Schwerpunkte wie „Rolle in Veränderungsprozessen", „systemische Führung", „Projektmanagement", „Veränderungsmanagement", „Konfliktarbeit" und „Projektkommunikation und Projektmarketing".
    • Eine Bedarfsabfrage im Rahmen des ersten Bausteins war die Grundlage für das Angebot „Projektmanagement".
    • Die Praxisreflexionsgruppen tagen an den verschiedenen Institutionen, um einen Einblick in die verschiedenen Einrichtungen damit verknüpfen zu können.
    • Auf der Grundlage der Abschlussreflexion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ergaben sich Veränderungen für das Curriculum.
    • Die Inhalte der Weiterbildung werden durch Anregungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie durch regelmäßige Evaluationen noch passgenauer auf die Zielgruppe zugeschnitten.
    • Die teilnehmenden Pädagogen zahlen eine Eigenbeteiligung von 300 € für die gesamte Weiterbildung.

    Erfolge

    • Pro Durchgang nehmen etwa 15 Führungskräfte aus verschiedenen Institutionen (Kindertagesstätten, Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasium, Grundschulen, Berufskolleg) an der Weiterbildung teil.
    • Die letzte Evaluation ergab, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der gesamten Konzeption, der Durchführung der Maßnahme sowie den Referenten und den Praxisgruppen sehr zufrieden waren und eine Fortsetzung in dieser Art und Weise auch weiterhin begrüßen.

    Kontakt

    Dr. Oliver Vorndran

    Bildungs- und Integrationszentrum Kreis Paderborn
    Rathenaustraße 96
    33102 Paderborn

    Weitere Informationen

  • Potsdam - Haus der Generationen

    Begegnungsraum für gute Nachbarschaft: Im Wohngebiet „Am Schlaatz" etablierte sich der Nachbarschaftstreff „Haus der Generationen und Kulturen" im Friedrich Reinsch Haus.

    Ausgangslage

    • Die Großwohnsiedlung „Am Schlaatz" liegt im Südosten Potsdams und ist das Zuhause von Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Nationen. Den größten Bevölkerungsanteil bilden hier Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, dem Libanon, aus Afrika und Deutschland.
    • Etwa 25 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das Wohngebiet ist geprägt von den Auswirkungen der ökonomischen und soziokulturellen Benachteiligung eines Großteils der Bewohner.
    • Als Sanierungsfall wurde der Stadtteil in das Förderprogramm „Städtebauliche Weiterentwicklung großer Neubaugebiete" aufgenommen.
    • Aus den Förderprogrammen „ZiS 2000 – Zukunft im Stadtteil" und „Soziale Stadt" wurden dem Stadtteil erhebliche Mittel für den Stadtteilumbau und die Entwicklung der sozialen Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

    Ziele

    • Schaffung eines Raumangebotes für Begegnung im wohnungsnahen Umfeld
    • Förderung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens und der sozialen Integration
    • Vermittlung zwischen den Kulturen
    • kreativer Lernort für Jung und Alt

    Umsetzung

    • Der Nachbarschaftstreff Milanhorst, „Haus der Generationen und Kulturen" wurde in einer leerstehenden ehemaligen Seniorenfreizeitstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) eingerichtet.
    • Initiiert wurde das Projekt von der Eigentümerin des Wohnkomplexes der GEWOBA (einer Wohnungsbaugenossenschaft). Träger ist der Verein „Soziale Stadt Potsdam e. V."
    • Die offizielle Eröffnung des Nachbarschaftstreffs Milanhorst fand im Mai 2006 statt. Seither bietet der Nachbarschaftstreff einen großen Raum für Feste, Feiern, Bildungsveranstaltungen, Vorträge und vielfältige soziokulturelle Angebote. Kleinere Räume stehen für Beratungen und Kleingruppenarbeiten zur Verfügung.
    • Das Angebot des Nachbarschaftstreffs konzentriert sich auf konkrete und niedrigschwellige Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren und mit den Akteuren vor Ort gemeinsam geplant und durchgeführt werden.
    • Die Angebote reichen von der Gestaltung des Nachbarschaftstreffs über Schulprojekte für den dauerhaften Aufbau nachbarschaftlicher Beziehungen bis hin zu Jugendkonferenzen. Auch generationenübergreifende Projekte in Form von Patenschafts- und Mentorenprogrammen sind Teil des Konzeptes.
    • Jährlich lädt das Haus zur Nachbarschaftskonferenz über zwei Tage ein, in der Projekte und Angebote entwickelt werden.
    • Generationengespräche finden vierteljährlich zu interessanten und aktuellen Themen aus Politik und Kultur statt.
    • Potsdamer Köpfe: Hier stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region Potsdam ihre aktuellen Forschungsthemen einem interessierten Publikum vor.
    • Jährliche Stadtteilfeste mit allen Kulturen und Religionen, die im Stadtteil leben.
    • Zusammen mit der „Schlaatzer Allianz" werden jährlich zwei Stadtteilkonferenzen abgehalten.
    • Weitere Projekte sind u.a.:
      • das Kieztheater, das von einer Theaterpädagogin angeboten wird
      • Lesungen und Malen mit und für Kinder,
      • Bildungsangebote von Afrikanern an afrikanische Kinder mit dem Ziel, mehr Selbstbewusstsein in die eigene Kultur des Lernens zu gewinnen
      • Stärkung der Eltern,
      • Senioren-AG Verkehrslenkung,
      • Amtsbegleiter für Menschen unterschiedlicher Herkunft,
      • psychologische Beratung für russischsprachige Migranten
      • das Schlaatzer Liederbuch
      • das Stadtteilradio "schlaatzfm", das von 2011 bis 2015 auf Sendung war
      • Seniorenprojekt Teppichcurling
    • Veranstaltungen und Neuigkeiten werden über die eigene Website, Facebookseite und einen RSS-Feed angekündigt.
    • Der Umbau wurde von der GEWOBA finanziert und mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Zukunft im Stadtteil" (ZiS) gefördert.

    Erfolge

    • Der Nachbarschaftstreff hat sich inzwischen etabliert.
    • Aus den Nachbarschaftskonferenzen entstehen regelmäßig neue Projekte, die selbstorganisiert von den Ideenbringern umgesetzt werden.
    • Integrationspreis der Stadt Potsdam mit dem Projekt der Nachbarschaftskonferenz „Nachbarn leben miteinander" (2010)

    Kontakt

    Friedrich Reinsch Haus

    Soziale Stadt Potsdam gGmbH
    Milanhorst 9
    14478 Potsdam
    Telefon: 0331 - 55 04 169

    Weitere Informationen

  • Potsdam - Netzwerk "Älter werden in Potsdam"

    Pflege-Netzwerk weiter gedacht: Im Netzwerk „Älter werden in Potsdam" wird die gesamte Lebensphase Alter betrachtet. Pflege ist eines der Handlungsfelder. Die Stadt Potsdam übernimmt Steuerungs-, Koordinierungs- und Moderationsfunktionen.

    Ausgangslage

    • Durch die Einführung der Pflegeversicherung sind die Steuerungsmöglichkeiten im Pflegesektor auf die Bundes- und Länderebene verlagert worden. Die Kommunen haben keine direkten Steuerungsmöglichkeiten.
    • Der Aufbau von Vernetzungsgremien im Handlungsfeld Pflege (z.B. Pflegekonferenzen, Pflegenetzwerke etc.) stellt für die Kommunen eine Möglichkeit dar, eine kommunale Pflegepolitik aufzubauen.
    • Seinen Ursprung hat das Netzwerk "Älterwerden in Potsdam" in der Arbeitsgruppe „Demenz". Mit Akteuren der Stadt, der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg und Wohlfahrtsverbänden u.a. gab sie den „Wegweiser für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen" heraus.

    Ziele

    • für ältere Menschen ein würdevolles, selbstständiges Leben im Alter ermöglichen und Rahmenbedingungen für deren aktive Teilhabe schaffen
    • die Zusammenarbeit zwischen Trägern, Anbietern, Initiativen und Einrichtungen auf dem Weg zu einer bedürfnisorientierten Versorgung älterer Menschen nachhaltig verbessern

    Umsetzung

    • Das Netzwerk "Älter werden in Potsdam" vereint Kooperationspartner aus den Bereichen:
      • ambulante und stationäre Pflegeanbieter
      • Kliniken
      • Wohnungsunternehmen
      • Beratungsstellen
      • Stadtverwaltung
      • Seniorenbeirat
      • ehrenamtliche Initiativen und gemeinnützige Vereine
      • Wohlfahrtsverbände
      • Bildungsträger
      • ambulante Hospizdienste 
    • Das für weitere Partner grundsätzlich offene Netzwerk entscheidet gemeinsam über die Aufnahme neuer Mitglieder. Voraussetzung für die Aufnahme ist die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung und einer Geschäftsordnung.
    • Die Geschäftsordnung des Netzwerks "Älter werden in Potsdam" schreibt eine aktive Mitwirkung u.a. in den Arbeitskreisen und an gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen des Netzwerks vor.
    • Grundsätzlich wird das Netzwerk durch zwei Sprecherinnen oder Sprecher vertreten. Zum Ausgleich unterschiedlicher Interessenlagen sollen diese paritätisch besetzt werden:
      • eine Vertretung eines Trägers
      • eine Vertretung der Stadtverwaltung der Landeshauptstadt Potsdam
    • Die Netzwerkkoordination und -moderation erfolgt aktuell durch die Gesundheits- und Sozialplanerin der Stadt und eine Steuerungsgruppe. Viele Jahre lang stellte zudem die Alzheimergesellschaft eine zweite gleichberechtigte Netzwerkkoordinatorin.
    • Durchschnittlich gibt es jährlich 2-3 Netzwerkkonferenzen der Kooperationspartner sowie eine „Zukunftskonferenz" mit einem jeweils aktuellen thematischen Schwerpunkt.
    • Darüber hinaus finden regelmäßig Zusammenkünfte im Rahmen von zwei Stammtischen (Ambulante Pflege und Stationäre Einrichtungen) und verschiedenen themenbezogenen Arbeitskreisen statt:
      • Zusammenarbeit
      • Alter und Ehrenamt
      • Gerontopsychiatrie
      • Pflegestrukturen und Bedarfe
      • Wohnen im Alter
    • In den Arbeitskreisen werden auf der Basis konkreter Arbeitsaufträge gemeinsame Positionspapiere formuliert und neue gemeinsame Angebote bzw. Qualitätsstandards entwickelt.
    • Zusätzlich unterstützt das Netzwerk das jährlich stattfindende Fest der Pflege als Würdigung aller im Pflegebereich tätigen Menschen (hauptamtlich, ehrenamtlich oder in der Familie) in Potsdam.

    Erfolge

    • Das Netzwerk "Älter werden in Potsdam" ist in der kommunalen Politik und Verwaltung etabliert. Der Aufbau von Netzwerken ist auch in weiteren Politikfeldern gelungen.
    • Die Anzahl der Netzwerkpartner ist seit dessen Gründung von 15 auf rund 50 Partner angewachsen.
    • Im Handlungsfeld Pflege kann eine Unter- oder Überversorgung verhindert und gezielt die (soziale) Infrastruktur gefördert werden.
    • Neben einem zu beobachtenden besseren Informationsaustausch zu bestehenden Bedarfen und Angeboten sowie erleichterten Kooperationsmöglichkeiten infolge des stärkeren persönlichen Kontakts wurden durch das Netzwerk insbesondere eine Vielzahl konkreter Instrumente entwickelt:
      • Standard für ambulante Pflegedienste zur Durchführung von Beratungseinsätzen
      • Positionspapier „Ambulant betreute Wohnformen"
      • Qualitätsstandard für die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
      • Überleitungs- und Nachsorgekonzept für eine lückenlose Versorgung nach Klinikaufenthalten
      • Broschüre „Was tun, wenn der Alltag nach einem Aufenthalt im Krankenhaus zu Hause neu geregelt werden muss?"

    Kontakt

    Imke Bremer

    Netzwerkkoordinatorin
    c/o Bürgerhaus
    Galileistraße 37-39
    14480 Potsdam
    Telefon: 0163 - 67 46 679

    Weitere Informationen

  • Prüm - Coworking-Space im ländlichen Raum

    Coworking: Im Modellprojekt ‚Schreibtisch in Prüm‘ erproben die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, die Verbandsgemeinde Prüm und der Eifelkreis Bitburg-Prüm gemeinsam den Betrieb von Coworking-Spaces auf dem Land. Erste Ergebnisse wurden bereits veröffentlicht.

    Ausgangslage

    • Etwa 60% der Arbeitnehmer in Deutschland pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsstätte (Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung BBSR 2017).
    • Die Digitalisierung ermöglicht „neue Arbeitsformen“ wie dezentrales Arbeiten. Dies bietet Chancen für den ländlichen Raum von Rheinland-Pfalz.
    • Coworking ist eine Entwicklung im Bereich „neue Arbeitsformen“, die sich die Möglichkeiten von flexiblerem und standortunabhängigem Arbeiten zunutze macht. Der Begriff „Coworking“ bedeutet, dass Arbeitsplätze und Besprechungsräume in einem professionellen Arbeitsumfeld zeitlich flexibel angemietet werden können.
    • Ein Coworking-Space im ländlichen Raum kann:
      • Menschen in der Region halten, um Ortskerne zu beleben und z.B. ehrenamtliches Engagement tagsüber zu ermöglichen
      • Pendelzeiten verringern und damit Lebensqualität erhalten
      • Menschen unterschiedlicher Professionen vernetzen, z.B. um neue Ideen für die Region zu entwickeln
      • leerstehende Gebäude nutzen und damit Werte erhalten
    • Die Idee für das Projekt entstand in der Jury für das Projekt „Digitale Dörfer“.

    Ziele

    • Ziel des Modellprojekts ‚Schreibtisch in Prüm‘ ist der Erkenntnisgewinn über Zielgruppen, Bedarfe, Ausstattung und Betriebsmodelle von Coworking Spaces im ländlichen Raum.
    • Vor diesem Hintergrund soll auch die Übertragbarkeit des Modells „Coworking auf dem Land“ auf andere ländliche Gemeinden in Rheinland-Pfalz überprüft werden.
    • Die übergeordnete Zielsetzung ist die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen im ländlichen Raum.

    Umsetzung

    • Die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. betreibt in einem zweijährigen Modellprojekt einen Coworking Space im ländlichen Raum. Zielgruppen sind Arbeitspendler, Selbstständige, Studenten u.a.
    • Der Coworking-Space in Prüm wird in einem leerstehenden ehemaligen Kreisverwaltungsgebäude betrieben und Erkenntnisse über Bedarfe und Anforderungen werden regelmäßig festgehalten.
    • Der Coworking-Space ‚Schreibtisch in Prüm‘ bietet:
      • eine starke Internetverbindung
      • großzügige Räumlichkeiten
      • mehrere Multifunktionsdrucker und Platz für Beamer und Co.
      • eine Kaffeeküche
      • einen tollen Ausblick über Prüm,
      • die Lage abseits der Hektik in größeren Städten
      • Parkplätze direkt vor der Tür
      • eine Auswahl an Restaurants in der Nähe
    • Für die Raumbuchung wird ein kostenloses Online-Formular-Angebot genutzt. Das lässt sich immer wieder leicht an neue Bedarfe anpassen.
    • Ein wöchentlicher Besuchertag ist fest eingerichtet, so können sich Interessierte regelmäßig ein Bild von dem neuen Angebot machen.
    • Projektträger ist die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. Projektpartner sind die Verbandsgemeinde Prüm und der Eifelkreis Bitburg-Prüm. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm stellt die Räume zur Verfügung.
    • Finanziert wird das Modellprojekt ‚Schreibtisch in Prüm‘ aus Eigenmitteln der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V.
    • Perspektivisch sollen übertragbare Handlungsanleitungen für Kommunen zu Einrichtung und Betrieb von Coworking-Spaces in Rheinland-Pfalz ermittelt und veröffentlicht werden.

    Erfolge

    • Die Entwicklungsagentur Rheinland.Pfalz unterstützt rheinland-pfälzische Kommunen bei der Einrichtung und dem dreijährigen Betrieb von eigenen Dorf-Büros finanziell und beratend.
    • 4 der 8 Schreibtisch sind dauerhaft vermietet. Die anderen Schreibtische sowie der Besprechungsraum sind tagesweise gebucht.
    • Eröffnung des ersten Coworking Space im peripheren ländlichen Raum von Rheinland-Pfalz
    • Besuch einer belgischen Kulturministerin

    Kontakt

    Annika Saß

    Projektleitung
    Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz
    Adolf-Kolping-Str. 4
    55116 Mainz
    Telefon: 06131 - 4908223

    Weitere Informationen

    Schreibtisch in Prüm: www.schreibtischinpruem.de

  • Ravensburg - Lebensräume für Jung und Alt

    Wer aktiv ist, bleibt länger jung. Diese Erfahrung liegt dem Konzept der "Lebensräume für Jung und Alt" zugrunde: Sie setzen nicht nur auf professionelle Dienstleistungen, sondern auf aktive Nachbarschaft in überschaubaren Wohnanlagen.

    Ausgangslage

    • Wo keine Familienangehörigen zur Verfügung stehen, wird professionelle Hilfe durch ambulante Pflegedienste mit den entsprechenden Kosten nötig. 
    • Versorgungsmodelle in der Altenhilfe, wie betreutes Wohnen oder Heimversorgung, bergen viele Nachteile: 
      • Passivität der Bewohner
      • Professionalisierung/Kostenintensität
      • Separierung der Bewohner u.ä.
    • Die meisten Menschen wollen im Alter möglichst selbstständig bleiben.
    • Konkreter Anlass für die Entstehung des ersten Projekts war die Suche nach einer Alternative zu einem nicht realisierbaren Pflegeheimprojekt in Vogt.

    Ziele

    • Vermeidung der Nachteile von Vollversorgungssystemen durch ein gemeinwesenorientiertes, subsidiär ausgerichtetes Konzept
    • generationsübergreifendes Wohnen von Jung und Alt, Begegnung, Nachbarschaftshilfe
    • Aktivierung und Förderung von Selbständigkeit, Prävention von Hilfebedürftigkeit
    • subsidiärer Hilfemix von Selbst-, ehrenamtlicher und professioneller Hilfe
    • Quartiersintegration und Aktivierung kommunalen bürgerschaftlichen Engagements
    • Kostenersparnis durch Prävention und Aktivierung

    Umsetzung

    • Die "Lebensräume für Jung und Alt" der Stiftung Liebenau/St. Anna-Hilfe sind barrierefreie Wohnanlagen mit normalen, altengerechten 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen (40 bis 100 Quadratmeter) für junge und ältere Bewohner, Alleinstehende, Paare oder Familien sowie je einem Servicezentrum mit Büro und Gemeinschaftsräumen
    • Der größte Teil der Wohnungen wird an Privateigentümer verkauft, zur Eigennutzung, als Kapitalanlage oder als Vorsorge für die Zukunft.
    • Die Wohnanlagen zeichnet aus:
      • Wohnprojekte mit entsprechend differenziertem Wohnangebot
      • Räume für Begegnung, Beratung, Vermittlung etc.
      • zentrale Lage im Wohnquartier mit entsprechender Infrastruktur
      • professionelle Gemeinwesenarbeit (GWA) zur Moderation der Aktivitäten, Begleitung etc.
      • quartiersbezogene, offene Gemeinwesenarbeit
    • Die Unabhängigkeit der Gemeinwesenarbeit wird durch ein Finanzierungsmodell mit Sozialfonds und Bürgerstiftung gesichert.
    • Ein Kontingent an Wohnungen ist öffentlich gefördert.
    • Käufer dieser Wohnungen können zinsverbilligte Darlehen in Anspruch nehmen.
    • Zur Finanzierung der Gemeinwesenarbeit haben die Stiftung Liebenau und die jeweilige Gemeinde vor Ort einen Sozialfonds gegründet, in den Verkaufserlöse der Wohnungen, Mitteleinlagen der Gemeinde und Spenden einfließen.
    • Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt durch Prof. Dr. Kallfass.

    Erfolge

    • Projekt mit hoher präventiver und sozialer Wirkung
    • Bundespreis beim Wettbewerb „Netzwerk Nachbarschaft" für die Wohnanlage Gänsbühl in Ravensburg (2006)
    • Lebensräume Gänsbühl und Weinbergstraße in Ravensburg aufgrund der generationenübergreifenden Kommunikation und des Generationenaustauschs aufgenommen als Bundesmodellprojekt Mehrgenerationenhäuser des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2006)
    • Mittlerweile wurden an rund 20 Standorten in Süddeutschland und Österreich Projekte realisiert.

    Kontakt

    Gerhard Schiele

    Stiftung Liebenau St. Anna-Hilfe gGmbH "Lebensräume für Jung und alt"
    Siggenweilerstr. 11
    88074 Meckenbeuren-Liebenau
    Telefon: 07542 - 10 40 05

    Ulrich Kuhn

    Stiftung Liebenau St. Anna-Hilfe gGmbH "Lebensräume für Jung und alt"
    Siggenweilerstr. 11
    88074 Meckenbeuren-Liebenau
    Telefon: 07542 - 10 12 06

    Weitere Informationen

  • Rheine - Offene Moscheen gegen Vorurteile

    Gemeinsame Gottesdienste und religiöse Feiern: Die Stadt ermunterte und unterstützte die muslimischen Gemeinden Rheines, die beiden Moscheen für alle Bürger zu öffnen. Auch die anderen Glaubensgemeinschaften öffneten sich im Gegenzug.

    Ausgangslage

    • Als nahe zu den Niederlanden gelegene Stadt und als ehemaliger Standort der Textilindustrie ist Rheine schon seit der Industrialisierung Ziel von Zuwanderern.
    • Die größten ausländischen Gruppen in Rheine sind Türken, Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien und Portugiesen. Außerdem leben hier viele Aussiedler.
    • Die Stadt Rheine hat ein Migrations- und Integrationskonzept mit klaren Zielen, Handlungsfeldern und Prioritäten.
    • In der Stadt existieren zwei Moscheen, die Heimat für Muslime insbesondere türkischer, arabischer und jugoslawischer Herkunft sind.

    Ziele

    • Etablierung eines interkulturellen Dialogs
    • Abbau von Vorurteilen und Ängsten auf allen Seiten

    Umsetzung

    • Die Stadt trat mit beiden muslimischen Gemeinden in einen direkten Dialog, stellte den gegenseitigen Kontakt her und ermunterte sie, ihre Gotteshäuser für alle Bürger der Stadt zu öffnen.
    • In der Folge besuchten Gruppen aus allen gesellschaftlichen Bereichen die Moscheen und lernten auch deren religiösen Zeremonien kennen.
    • Im Gegenzug luden die evangelischen und katholischen Gemeinden islamische Gruppen zu ihren Gemeindefesten ein. Zu bestimmten Anlässen werden auch gemeinsam interreligiöse Gottesdienste durchgeführt.
    • In zahlreichen weiteren Schritten wird auf verschiedenen Ebenen gegenseitiges Vertrauen aufgebaut:
      • Herstellen von Kontakten zur Polizeiinspektion, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Moschee liegt
      • Einführen von jährlichen „Neujahrsempfängen"
      • Begehen islamischer Feiertage in Projektkindergärten
      • gemeinsame Organisation und Durchführung eines christlich-islamischen Friedensgebets
      • Imame werden bei Amtsantritt durch die Bürgermeisterin empfangen. Dadurch soll das Amt des Imams in seiner gesellschaftlichen Relevanz gewürdigt werden.
      • Ein Imam ist an besonderen Schulgottesdiensten (Entlassfeiern, Jubiläen) beteiligt.
      • Ein Imam und der Dechant sind Mitglied im Netzwerk Migration.
      • Die „Freitagspredigt" liegt in deutscher Sprache aus.
    • Es wurde ein „Interkulturelles Aktionsforum für Beheimatung" von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit gebildet. Es besucht Moscheen, Kirchen und Tempel sowie Museums-Ausstellungen zur Religionsgeschichte.

    Erfolge

    • Durch die Öffnung der Moscheen konnten zahlreiche Vorurteile abgebaut werden. Vor allem konnten Ängste beseitigt werden, die Moscheen könnten etwa als Orte für Hasspredigten und extremistisches Gedankengut dienen.
    • Inzwischen gibt es zahlreiche Zeichen der Annäherung: Eltern aller Religionen kommen zum Ramadanfest in den Kindergarten, muslimische Kinder nehmen am Nikolausfest teil und alle gemeinsam feiern das Lichterfest der Hindus.
    • Bei religiösen schulischen Veranstaltungen (Entlassfeiern usw.) werden auch muslimische Geistliche eingeladen.
    • Eine katholische Kirchengemeinde stellt einen Teil ihres Friedhofs für muslimische Begräbnisse zur Verfügung.
    • In den Rheiner Schulen stellen unterschiedliche Religionen keinen Anlass für Auseinandersetzungen unter Schülern dar.
    • In der Stadt konnte sich keine ausländerfeindliche Szene etablieren.

    Kontakt

    Wiebke Gehrke

    Integrationsrat Rheine
    Rathaus Stadt Rheine
    Klosterstraße 14
    48431 Rheine
    Telefon: 05971 939 957

    Weitere Informationen

    Stadt Rheine

    Integrationsrat Rheine

    Bertelsmann Stiftung, Bundesministerium des Innern: Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik. Gütersloh 2005, S. 64

  • Rostock – Kommunale Fairtrade-Koordination

    Kommunales Engagement für globale Gerechtigkeit: In Rostock sorgt eine Projektkoordinatorin für verstärkte Aktivitäten zum Fairen Handel in der Stadt-verwaltung und der Stadtgesell-schaft. So trägt die Stadt Rostock zu menschenwürdiger Arbeit weltweit im Sinne des Nachhaltigkeitsziels 8 der UN bei.

    Ausgangslage

    • „In einer immer stärker voneinander abhängigen Welt sind wir alle gefragt, unseren Beitrag für Fairness und Chancengleichheit zu leisten.“ Roland Methling, Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock
    • Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) finanzierte für zwei Jahre eine 10-Stunden-Stelle für die Projektkoordination Fairtrade-Stadt Rostock.
    • Erfolgreich etablierte sich der Fair-Handels-Gedanke in Rostock: Zunächst wurde Rostock als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet, dann als Hauptstadt des Fairen-Handels in Deutschland.
    • Mit dem Preisgeld von 30.000 Euro wurde – neben der Einrichtung eines Förderfonds für Initiativen – die Weiterführung der Honorarstelle Fair-Trade-Koordination für zwei Jahre finanziert.

    Ziele

    • die öffentliche Aufmerksamkeit für Fairen Handel in Rostock steigt
    • Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt beteiligen sich an den Aktivitäten
    • die Stadtverwaltung und kommunale Unternehmen stellen ihre Beschaffung um
    • Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie bieten verstärkt fair gehandelte Produkte an
    • ein Netzwerk für Fairtrade-Städte im Bundesland ist im Aufbau

    Umsetzung

    • Durch die Bereitstellung von städtischen Mitteln sichert die Stadt Rostock die Weiterführung der Koordinationsstelle Fairtrade-Stadt Rostock. Träger der Stelle ist weiterhin das Eine-Welt-Landesnetzwerk Mecklenburg-Vorpommern e.V.
    • Beispiele für Fairtrade-Aktivitäten in Rostock:
      • Vorträge, Workshops, Ausstellungen, Fair-Handels-Gottesdienste, diverse Verkostungsaktionen u.a. im Rahmen der jährlich bundesweit stattfindenden „Faire Woche“
      • Informationsveranstaltungen und Events mit internationalen Akteuren des Fairen Handels 
      • Textilführer „ShoppingFAIRgnügen“ 2015 und Modenschau im Edutainment-Format sowie weitere Veranstaltungen zum Thema „Faire Textilien“
      • „Klimasparbuch - Rostock und Umgebung“ 2014: Informationen und Gutscheine
      • World Fairtrade-Challenge 2016: große Fairtrade-Kaffeepause auf dem Neuen Markt für Rostocker Bürger in Kooperation mit lokalen Unternehmen, Studierenden und Schülern
      • Initiierung von Weiterbildungsmaßnahmen an Rostocker Bildungseinrichtungen, wie Veranstaltungen zum Fairen Handel an der Universität Rostock oder im Sommerprojekt ‚Faire Kinderstadt‘ am Rostocker Freizeitzentrum
      • Weitere Fairtrade-Auszeichnungen für Rostocker Bildungseinrichtungen: Fairtrade-Universität Rostock (2014), Erasmus-Gymnasium „Fairtrade-School“ (2015)
    • Hauptaufgaben der Koordinationsstelle Fairtrade-Stadt Rostock zur Weiterführung der Aktivitäten:
      • Leitung der Steuerungsgruppe
      • Einbindung und Vernetzung neuer und alter Akteure der Fairtrade-Stadt
      • Organisation gemeinsamer Veranstaltungen
      • Initiierung von Projekten
    • Die Steuerungsgruppe besteht aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Kirche, der Universität Rostock, der IHK, des Handelsverbands Nord, der Großmarkt GmbH, mehrerer Bildungsträger und des Eine-Welt-Landesnetzwerks.
    • Kooperationspartner für Aktionen sind die Volkshochschule, die Stadtbibliothek, ein Einkaufszentrum, ein Kino und eine Vielzahl lokaler Unternehmen z.B. in der Gastronomie.
    • Die Stadtverwaltung übernimmt Teile der Pressearbeit für das Projekt,finanziert die Produktion von Materialien und stellt Plakatflächen kostenfrei zur Verfügung.
    • Für die Koordinationsstelle des Projektes stellt die Rostocker Bürgerschaft 45.000€ im Jahr bereit.
    • Viele Aktionen und Veranstaltungen wurden durch das Preisgeld des Hauptstadttitels unterstützt.
    • Heute unterstützt die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung die Fairtrade-Koordinatorin Rostock beim Aufbau eines Netzwerkes für Fairtrade-Städte in Mecklenburg-Vorpommern.

    Erfolge

    • Fertigstellung eines Konzepts zur Entwicklung des Fairen Handels in der Stadtgesellschaft. Darin enthalten ist ein Meilensteinplan, der die Aktivitäten und Ziele von 2018 bis 2020 aufzeigt.
    • Die Stadt stockte die Unterstützung für das Projekt von jährlich 25.000€ auf 45.000€ für die Koordinationsstelle und die Öffentlichkeitsarbeit auf.
    • Die Rostocker Bürgerschaft sprach sich für die Beschaffung von fair gehandelten Produkten (z.B. Kaffee) und regionalen Milchprodukten in der Stadtverwaltung und allen kommunalen Eigenbetrieben und Unternehmen aus.
    • Dem Netzwerk für (potenzielle) Fairtrade-Städte in Mecklenburg-Vorpommern gehören mit Rostock bereits sechs Städte an.

    Kontakt

    Elisabeth Möser

    Projektkoordinatorin Fairtrade-Stadt Rostock
    Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V e.V.
    Kröpeliner Straße 10
    18055 Rostock
    Telefon: 0381 - 36767464

    Ulrich Kunze

    Büro des Oberbürgermeisters
    Stadt Rostock
    18050 Rostock
    Telefon: 0381 381-1417

    Weitere Informationen

  • Saarbrücken - denkwerkstadt saarbrücken e.V.

    Wieso gibt‘s das eigentlich nicht in Saarbrücken? Diese Frage stellten sich engagierte Saarbrücker und gründeten gemeinsam die denkwerk-stadt saarbrücken e.V. Sie wollen Saarbrücken nun zur l(i)ebens-wertesten Stadt für jung und alt im Südwesten machen.

     

    Ausgangslage

    • Engagierte, ehrenamtlich tätige Menschen aus den Bereichen Wirtschaft, Pädagogik, Verwaltung, Justiz, Soziales und Politik sehen noch Verbesserungspotential für die Lebensqualität in Saarbrücken.
    • Deshalb gründeten sie die 'denkwerk-stadt saarbrücken e.V.'
    • Auch die unmittelbare Nähe zu Frankreich spielt eine Rolle bei der Entwicklung vielfältiger Projekte und der Medienarbeit.

    Ziele

    • Saarbrücken aktiv zur l(i)ebenswertesten Stadt für jung und alt im Südwesten weiterentwickeln.
    • Gemeinsam mit interessierten Saarbrückerinnen und Saarbrückern und allen die sich der Landeshauptstadt verbunden fühlen, sollen Gleichgesinnte zusammengebracht, Gedanken und Ideen gebündelt, Projekte initiiert, neue Konzepte verwirklicht und generationenübergreifende Netzwerke geschaffen werden.
    • generationenübergreifende Umsetzung von zukunftsweisenden Projekten und Strategien für Saarbrücken

    Umsetzung

    • Im Rahmen von Ideenworkshops, Mitgliederversammlungen und Vorstandsitzungen werden Projektideen und Denkanstöße gesammelt. Diese werden auf Relevanz, Machbarkeit und Vereinbarkeit mit denVereinszielen geprüft.
    • Auch von Städte- oder Auslandsreisen werden oftmals Projektideen mitgebracht.
    • Aus für gut und interessant befundenen Ideen werden die Projekte entwickelt. Federführend für die Umsetzung ist dabei im Regelfall die Person, von der die Idee stammt.
    • Als Grundlage für das weitere Vorgehen, d.h. zur Präsentation bei Partnern dient immer ein Konzeptmemo oder eine Powerpointpräsentation.
    • Gemeinsam werden, die richtigen Organisationen, Behörden, Ansprech- und Umsetzungspartner, sowie Sponsoren kontaktiert.
    • Der Verein verfügt über keinerlei öffentliche Mittel. Für alle umzusetzenden Projekte werden Sponsoren gewonnen und / oder Projektanträge bei Stadt, Land oder Stiftungen gestellt.
    • Die Projekte werden frühzeitig in den regionalen deutschen und französischen Medien bekannt geben.
    • Grundsätzlich gilt: Entdecken, Finden, Anstoßen, Präsentieren, Überlassen und schließlich Loslassen.
    • Oberstes Ziel und Leitgedanke der denkwerk-stadt ist bei allen Projekten: Nachdem das Projekt umgesetzt und abgeschlossen ist, wird es in die „Selbstständigkeit" entlassen (z. B. Heartchor) oder der Öffentlichkeit zur allgemeinen Nutzung übergeben (Offene Tür).
    • Es kann aber auch sein, daß eine gute und spannende Projektidee auf Grund fehlender, finanzieller Ressourcen der Partner oder starrer Verwaltungsstrukturen nicht zur Umsetzung gelangt.
    • Beispiele für Projekte sind u.a.:
      • Bilder unserer Nachbarn, ein interaktives, sozio-kulturelles Ausstellungsprojekt wird unterstützt durch: das Ministerium für Bildung und Kultur, die Sparkasse Saarbrücken, das Zuwanderungs- und Integrationsbüro der Stadt Saarbrücken und das Netzwerk „Ankommen". Schirmherr ist Ulrich Commercon, Minister für Bildung und Kultur.
      • Filmevent zum Thema Inklusion in Kooperation mit der Lebenshilfe Saarbrücken.
      • Schaffung mehrerer Werke durch Bürger mit Bildhauer Werner Bärmann.
      • Ausrichtung von Fachtagungen zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen wie Quartiersentwicklung in Kooperation mit der Arbeitskammer.

    Erfolge

    • Für das Projekt Seniorenrockchor „HeartChor" erhielt die denkwerk-stadt einen Preis im Wettbewerb „356 Orte im Land der Ideen". Der HeartChor ist mittlerweile ein eigenständiger Verein.
    • Initiierung des „Lebens- und Bildungsräume e. V.", der sich für bedarfsgerechte Kinderbetreuung und Kitas mit flexiblen Öffnungszeiten einsetzt.
    • Mehrfache Ausrichtung des Bühnenprogramms auf dem Altstadtfest Saarbrücken mit deutschen und französischen Akteuren aus den Bereichen Tanz, Gesang, Musik, klassisches Ballett , Lesung, Theater und Kleinkunst.
    • Die denkwerkstadt saarbrücken e. V. setzt sich erfolgreich für die längerfristige Sicherstellung des Projektes „Mutter-Kind-Flüchtlingshilfe Lebach", sowie für Durchführung von Schulungsveranstaltungen für ehrenamtliche Helfer und Helferinnen in der Landeshauptstadt Saarbrücken ein.

    Kontakt

    Birgit Quien

    Präsidentin
    denkwerkstadt saarbrücken e.V.
    Europa-Allee 22 (Quartier Eurobahnhof)
    66113 Saarbrücken

    Weitere Informationen

  • Saarbrücken – IMMIGRA

    Besserer Austausch zwischen Migrantinnen und Migranten und Fachkräften aus dem Handlungs-feld der Integration: Das Veranstaltungsformat IMMIGRA der Stadt Saarbrücken berücksichtigt dabei insbesondere die Perspektive der Ratsuchenden.

    Ausgangslage

    • Saarbrücken ist eine internationale Stadt an der Grenze zu Frankreich:
      • Ein Viertel der Saarbrücker Bevölkerung besitzt einen Migrationshintergrund.
      • Es gibt zahlreiche Einpendlerinnen und Einpendler aus den Nachbarregionen.
    • Saarbrücken ist Standort einer großen Universität und mehrerer Hochschulen mit Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt.
    • Im ersten Integrationskonzept für Saarbrücken wurde das Ziel formuliert, eine regelmäßige Vernetzungsplattform zu schaffen.
    • Initiiert wurde die IMMIGRA von der Landeshauptstadt Saarbrücken (Zuwanderungs- und Integrationsbüro) und der Forschungs- und Transferstelle Gesellschaftliche Integration und Migration GIM (FITT gGmbH) im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“.

    Ziele

    • Ziel der IMMIGRA ist ein besserer Austausch zwischen Migrantinnen und Migranten und Akteurinnen und Akteuren aus dem Handlungsfeld der beruflichen und gesellschaftlichen Integration in Saarbrücken.
    • Als weitere Zielgruppe sind Ehrenamtliche aus Vereinen und Initiativen angesprochen, die sich insbesondere im Rahmen der Flüchtlingshilfe zu wichtigen Schlüsselpersonen entwickelt haben.
    • Übergeordnetes Ziel ist die bessere Integration von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt.

    Umsetzung

    • Die IMMIGRA ist ein Veranstaltungskonzept, das Fachkräfte aus dem Handlungsfeld der beruflichen und gesellschaftlichen Integration mit Ratsuchenden zusammenbringt. Dabei präsentieren die Akteurinnen und Akteure an einem Tag ihr Angebot und bieten den Ratsuchenden mit Migrationshintergrund Information und Beratung.
    • Das Veranstaltungsformat IMMIGRA vereint die folgenden drei Bausteine:
      • eine Informations- und Beratungsbörse
      • Workshops zu unterschiedlichen Themen
      • eine Fachtagung
    • Die Informations- und Beratungsbörse wurde aus der Perspektive der Ratsuchenden entwickelt. Sie erhalten nach Themen sortiert Information und Beratung.
    • Die Themen sowie die Gestaltung der Informations- und Beratungsbörse orientieren sich an der IQ-Prozesskette der beruflichen Integration.
    • Des Weiteren ermöglicht die Informations- und Beratungsbörse den lokalen Akteurinnen und Akteuren sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.
    • Die Workshops richten sich sowohl an die Ratsuchenden als auch an die Akteurinnen und Akteure. Die Themen der Workshops orientieren sich dabei an politischen, gesellschaftlichen und integrationsrelevanten Schwerpunkten.
    • Die Fachtagung findet zeitversetzt zur Informations- und Beratungsbörse statt. Sie bietet den Akteurinnen und Akteuren die Möglichkeit, sich zu aktuellen migrationsspezifischen Themen fortzubilden.
    • Auf der Projektwebseite werden Werbematerialien und Vorlagen im Messe-Design auch für andere Veranstalter kostenlos bereitgestellt.
    • Veranstalter sind die Landeshauptstadt Saarbrücken und GIM/FITT gGmbH. Sie stellen den organisatorischen Rahmen für die Messe.
    • Darüber hinaus sind Behörden (Jobcenter, Arbeitsagentur, Ausländerbehörde, verschiedene Ämter der Stadtverwaltung), Bildungsträger, Wohlfahrtsverbände, Kammern, unterschiedlichste Projektträger, Migrantenvereine und Initiativen beteiligt.
    • Die Kosten teilen sich die beiden Veranstalter. Für die beteiligten Kooperationspartner entstehen keine Kosten. Sie tragen durch ihre aktive Mitwirkung bei Beratung und Workshop-Gestaltung zum Gelingen der Veranstaltung bei.

    Erfolge

    • Die IMMIGRA fand bereits fünfmal in Saarbrücken statt.
    • Das Modell wurde von Saarbrücken aus auf andere saarländische Kommunen – in Kooperation mit den jeweiligen Stadtverwaltungen – übertragen. Sie fand sechsmal in anderen (meist saarländischen) Kommunen statt.
    • Weitere Durchführungen der IMMIGRA in Saarbrücken sind geplant.

    Kontakt

    Giusy Grillo

    FITT gGmbH / GIM
    Saaruferstr. 16
    66117 Saarbrücken
    Telefon: 0681 - 5867-708

    Veronika Kabis

    Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB)
    Landeshauptstadt Saarbrücken
    Rathaus St. Johann
    66111 Saarbrücken
    Telefon: 0681 - 905 1588

    Weitere Informationen

  • Samtgemeinde Neuenkirchen - Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität von älteren Menschen

    In allen Wechselfällen des Lebens sicher und betreut in der eigenen Wohnung bleiben: Durch vielfältige Maßnahmen wird die Wohn- und Lebensqualität älterer und kranker Menschen in Neuenkirchen verbessert. Dazu gehören z. B. Notfallmappen, Alltagshilfen, Wohnberatung und neuerdings ein Leih-Auto.

    Ausgangslage

    • Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 26,1 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Neuenkirchen mindestens 65 Jahre alt sein.
    • Ältere Menschen möchten häufig möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben und auch beginnender Hilfebedürftigkeit nicht in eine stationäre Wohnform wechseln.
    • Nicht erst seit „Inklusion" ein politisches Leitbild ist, gibt es wachsenden Bedarf, behinderten Menschen moderne Formen des gemeinschaftlichen und betreuten Wohnens in den Kommunen anzubieten.
    • Aufgrund kürzer werdender Klinikaufenthalte stellt zunehmend der Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Situation ein Problem dar. Auch der medizinische Fortschritt bedingt, dass ältere Menschen in ihrer häuslichen Situation zunehmend mehr medizinisch-pflegerische Betreuung bekommen.
    • Der Landkreis Osnabrück und örtliche Initiativgruppen beschäftigen sich bereits intensiv mit diesen Themen:
      • steigende Lebenserwartung
      • weniger Kinder und Geschwister, Fortzug der jungen Generation
      • weniger Selbsthilfepotenzial in den Familien
      • wegbrechende Selbsthilfe- und Solidarstrukturen auch in ländlichen Bereichen
      • Anstieg von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit sowie insbesondere der Demenzerkrankungen, Bedarf an neuen Dienstleistungsangeboten
      • Veränderungen auf dem Boden- und Immobilienmarkt

    Ziele

    • Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in den ländlichen Gemeinden
    • Stationäre Versorgung soll vermieden oder hinausgezögert werden.
    • Die Versorgung zu Hause soll verlässlich angeboten werden.
    • Der Landkreis Osnabrück will modellhaft zeigen, mit welchen sozialen, organisatorischen, infrastrukturellen und wohnungswirtschaftlichen Lösungen die Vision „In unserem Ort kann man in allen Wechselfällen des Lebens sicher und betreut wohnen bleiben!" verwirklicht werden kann.

    Umsetzung

    • In einem gemeinsamen Projekt des Landkreises Osnabrück und der Samtgemeinde Neuenkirchen als Modellkommune sowie ihren Mitgliedsgemeinden Neuenkirchen, Merzen und Voltlage wird die Wohn- und Lebensqualität älterer und kranker Menschen in Neuenkirchen verbessert.
    • Die Fäden für die Gesamtorganisation laufen in der Samtgemeindeverwaltung Neuenkirchen zusammen. Es waren drei Verwaltungsmitarbeiter der Samtgemeinde Neuenkirchen in einem zeitlichen Umfang von insgesamt einer Vollzeitstelle mit dem Projekt befasst.
    • Nach einer Bestands- und Bedarfsermittlung mit Bürgern, Gemeindeverwaltung, Bürgermeistern, Anbietern und Einrichtungen pflegerischer Dienste, Ärzten, Apotheken, Wohnberatung, Seniorenservicebüro, Pflegestützpunkt, Architekten, Handwerkern etc. wurde für jede der Mitgliedsgemeinden ein spezifisches Entwicklungskonzept erstellt.
    • In verschiedenen Arbeitsgruppen zu den Themen: „Wohnen mit Zukunft" wurden sogenannte Eckpfeiler entwickelt.
    • Entwicklung einer persönlichen Notfallmappe, die Ärzte im Notfall unterstützen soll: Die darin enthaltenen Informationen umfassen persönliche und medizinische Daten, Vorsorgevollmachten und Verfügungen sowie wichtige Telefonnummern. Auch Angehörige finden so auf einen Blick wichtige Informationen und Hilfe für klare Handlungsanweisungen.
    • Gründung von ehrenamtlichen Helferkreisen in den Mitgliedsgemeinden und Angebot von Alltagshilfen: Für die Hilfe ist eine geringe Aufwandsentschädigung zu entrichten: für ½ Stunde 3,00 €, für 1 Stunde 6,00 € und bei Inanspruchnahme eines Fahrdienstes sind zusätzlich 0,30 € pro km fällig.
    • Ausbildung zweier ehrenamtlicher Wohnberater: Sie informieren über barrierefreies und barrierearmes Wohnen, über alternative Wohnangebote und Finanzierungshilfen bei der Umgestaltung von Wohnungen und Häusern.
    • Bereitstellung eines Verleih-Autos in Kooperation mit dem Verein Triebwerk-EUG. Das Auto ausleihen können Mitglieder der „Kleinen Hilfen" oder Privatpersonen um einen Angehörigen im Rollstuhl mitzunehmen (auch für einen Wochenendausflug) gegen eine geringe Kilometerpauschale und eine einmalige Nutzungsgebühr.
    • Einrichtung von Anlaufstellen für ältere Menschen, Kranke und Menschen mit Behinderung in zentraler Lage in den Mitgliedsgemeinden. Mit festen Öffnungszeiten und ehrenamtlicher Betreuung bieten diese Anlaufstellen Gelegenheiten zu sozialen Kontakten, zur Teilnahme an Vorträgen und Beratungsangeboten.
    • Zur Einrichtung von drei Anlaufstellen erhielt der Landkreis Osnabrück vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Programm „Anlaufstellen für ältere Menschen" eine Förderung von insgesamt 30.000,00 Euro.

    Erfolge

    • Mit dem Projekt etablierte sich ein neuer Seniorenbereich in der Verwaltung der Samtgemeinde Neuenkirchen.
    • Damit wurden auch die Aktivitäten aus dem Projekt zur festen Dienstaufgabe der Verwaltung.
    • 125 Ehrenamtliche helfen in den Helferkreisen vor Ort.
    • Über 800 Einsätze der kleinen Hilfen, d.h. durchschnittlich etwa 240 Einsätze pro Jahr.
    • Es wurden drei Anlaufstellen eingerichtet.
    • Insgesamt wurden rund 350 Veranstaltungen durchgeführt: Info- und Fortbildungsabende sowie gesellschaftliche Aktivitäten wie Klön Nachmittage, Fahrten, Besuche von neuen Firmen im Ort, Dankeschön treffen, Stände auf Weihnachtsmärkten und sonstige Veranstaltungen.

    Kontakt

    Uwe Hummert

    Büro für Jugend, Ehrenamt und Senioren
    Samtgemeinde Neuenkirchen
    Alte Poststr. 5 – 7
    49586 Neuenkirchen
    Telefon: 05465 / 201-22

    Weitere Informationen

  • Schleswig-Holstein – CoWorkLand

    Popup-Coworking im ländlichen Raum: Die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein erprobt den Betrieb von Coworking-Spaces im ländlichen Raum. Geplant ist zudem eine Coworking-Genossenschaft, die auch Kommunen beraten wird.

    Ausgangslage

    • Im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins findet ein tiefgreifender Strukturwandel statt. Damit einhergehend brechen die Versorgungs- und soziale Infrastruktur nach und nach weg.
    • Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt schafft neue Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten. Coworking-Spaces sind Teil dieser Entwicklung. Sie können zahlreiche positive Effekte, wie reduzierte Pendlerströme und Wiederbelebung des Dorfkerns, für den ländlichen Raum haben.
    • Zu Projektbeginn gab es in Schleswig-Holstein Coworking-Spaces nur in Städten.
    • Die Idee zum Projekt CoWorkLand entstand nach einem Workshop zum Thema ‚Wie bekommt man StartUps aufs Land?‘ auf dem Waterkant-Festival in Kiel.
    • Die teilnehmenden Gründer bekundeten eine grundsätzliche Bereitschaft, mindestens zeitweise auf dem Land zu arbeiten. Voraussetzungen dafür sind:
      • gute technischen Ausstattung
      • besonders schöne Räume
      • „Leute wie wir“

    Ziele

    • Schleswig-Holstein ist DAS CoWorkLand in Deutschland und übernimmt eine Vorreiterrolle in diesem Bereich.
    • Teilziele sind:
      • Erkenntnisse über Voraussetzungen für die Entwicklung des CoWorkLand Schleswig-Holstein
      • Die Idee des Coworking ist im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins bekannt und verbreitet.
      • Neue Coworking-Spaces in Schleswig-Holstein entstehen.
    • Übergeordnete Zielsetzung ist ein Strukturwandel in der Arbeitswelt, um die Transformation unserer Gesellschaft positiv, gerecht und nachhaltig zu gestalten.

    Umsetzung

    • Im Forschungsprojekt CoWorkLand erprobt die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein den Betrieb von CoWorking-Spaces im ländlichen Raum. Voraussetzungen werden identifiziert, Menschen inspiriert und Neugründer unterstützt.
    • Herzstück des Projekts ist der mobile PopUp-Coworking-Space. Damit werden in einem Design-Thinking getriebenen Prototyping die Voraussetzungen für die Entwicklung des CoWorkLand Schleswig-Holstein getestet.
    • Der mobile Coworking-Space steht zu verschiedenen Coworking-Szenarien an unterschiedlichen Orten. Die Szenarien entsprechen weltweiten Vorbildern und werden jeweils an 2 Orten und jeweils für 4 Wochen erprobt:
      • ‚Pendlerhafen‘ in Dorfkernen
      • ‚Workation‘ an Stränden
      • ‚Retreat‘ auf Gutshöfen
      • ‚Festival‘ als Teil des jeweiligen Angebots
    • Der CoWorkLand-Space besteht aus zwei umgebauten Containern und weiteren Einzelelementen, wie Terrasse und Café-Häuschen. Die Angebote:
      • etwa 8 regensichere Arbeitsplätze und etwa 4 Arbeitsplätze im Außenbereich
      • Nutzung kostenfrei, von Montag bis Freitag
      • am Wochenende für Veranstaltungen buchbar
      • Ausstattung u.a.: Wlan, Drucker, Kaffee, Besprechungsraum
      • standortbezogene variable Aufenthalts- und Übernachtungsmöglichkeiten, wie z.B. eine Strandsauna
    • Design-Thinking-Workshops und Seminare als Begleitprogramm werden mit Vereinen und Unternehmen vor Ort entwickelt. Seminar-Themen sind u.a.: 3D-Druck, Virtual Reality, Hausautomatisierung, Gründen lernen etc. sowie Informationen rund um das Thema CoWorking.
    • Größte Herausforderungen zur Nutzbarmachung des Coworking-Spaces sind:
      • Internet ist oft nicht oder nicht ausreichend vorhanden, die Lösung bringen Richtfunk und LTE.
      • Es muss jeweils individuell eine Community entwickelt werden. Das ist je nach Einstellung und Erfahrungen der Ortsansässigen unterschiedlich herausfordernd.
    • Das Projekt CoWorkLand arbeitet mit vielzähligen Institutionen zusammen, wie dem „Masterplan Mobilität“ der KielRegion, Unfallkasse Nord, Dataport, Wirtschaftsförderungen der Kreise und AktivRegionen.
    • Das Projekt CoWorkLand wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt Landwirtschaft und Ernährung.

    Erfolge

    • Die Prototyping-Phase des CoWorkLand wurde aufgrund der guten Resonanz um 1 Jahr verlängert. So können die gewonnen Erkenntnisse vertieft und neu entstandene Fragen bearbeitet werden.
    • 2019 wird CoWorkLand an 3 Orten an der Westküste Schleswig-Holsteins sowie in Wolfenbüttel Station machen.
    • Etwa 20 Akteure bekunden ernsthaftes Interesse an einer Gründung eines Coworking-Spaces im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins.
    • Aus dem Projekt CoWorkLand entstand eine Genossenschaft für CoWorking-Spaces auf dem Land in Schleswig-Holstein und der gesamten Metropolregion Hamburg.
    • In Papenwohld wurde aufgrund des CoWorkLand-Prototyping im Sommer 2018 der Glasfaserbau von 2019 auf 2018 vorgezogen.
    • CoWorkLand ist „Zukunftsort“ des Wissenschaftsjahres 2018.

    Kontakt

    Ulrich Bähr

    Projektleiter CoWorkLand
    Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein e.V.
    Heiligendammer Str. 15
    24106 Kiel

    Weitere Informationen

  • Schöningen - Interkommunale Verwaltung

    Eine gemeinsame Personalabrechnung, ein gemeinsames Finanzwesen und der Landkreisübergreifende Standesamtsbezirk Süd-Elm: Um die Verwaltungskosten zu senken, arbeitet Schöningen eng mit den Nachbargemeinden zusammen.

    Ausgangslage

    • Aufgrund der prekären wirtschaftlichen Situation war die Region um Schöningen im Landkreis Helmstedt besonders stark von der Abwanderung großer Teile der Bevölkerung betroffen.
    • Hinzu kam die angespannte Finanzsituation der öffentlichen Haushalte. Im Jahr 2010 hatte Schöningen ein Haushaltsdefizit von über 5,8 Mio. € zu verzeichnen, der Schuldenstand belief sich auf 26,6 Mio. €. Die Bilanzsumme in Höhe von 52,4 Mio. € ist zu 90 Prozent in Sachanlagen gebunden.
    • Es gab personalwirtschaftliche Handlungsbedarfe aufgrund von Vakanzen, die nicht neu besetzt werden konnten oder sollten. Das bot Gelegenheit, Ressourcen zusammenzulegen und Kosten einzusparen.

    Ziele

    • Ziel der beteiligten Gemeinden war vor allem die Kostensenkung bei gleichzeitigem Erhalt der Qualität.
    • Sicherung von Arbeitsplätzen insbesondere in Schöningen

    Umsetzung

    • Die Stadt Schöningen senkt durch interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden die Verwaltungskosten und erhält gleichzeitig die Qualität ihrer Dienstleistungen. Drei Grundfragen wurden als Bedingung einer Zusammenarbeit gestellt:
      • Welcher Mehrwert kann für die Bürger geschaffen werden?
      • Welche Effekte entstehen durch die Zusammenlegung?
      • Können zusätzliche Kosten reduziert werden?
    • Drei interkommunale Kooperationsprojekte wurden realisiert:
      • eine gemeinsame Personalabrechnung
      • der Standesamtsbezirk Süd-Elm
      • ein gemeinsames Finanzwesen
    • Die Zusammenlegung des Personalabrechnungswesens mit der Gemeinde Büddenstedt und der Samtgemeinde Heeseberg entstand aufgrund dortiger personeller Vakanzen: Für Projektmanagement und Implementierung erhielt Schöningen partiell eine personelle Unterstützung durch das Land Niedersachsen über die Regierungsvertretung Braunschweig.
    • Die Gründung des Standesamtsbezirks Süd-Elm zwischen den Gemeinden Schöningen, Büddenstedt, Schöppenstedt und der Samtgemeinde Heeseberg:
      • Sitz des Standesamtes ist Schöningen mit vier dauerhaften Standesbeamten, dazu kommen je ein Standesbeamter aus Büddenstedt und Schöppenstedt, die abrufbereit eingesetzt werden können.
      • Die Finanzierung erfolgt durch Umlagezahlen auf Basis der Einwohnerzahlen.
      • Es handelt sich um die erste Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen (Schöppenstedt gehört zum Landkreis Wolfenbüttel) hinweg.
    • Die Stadtverwaltung Schöningen wickelt für die Samtgemeinde Heeseberg das komplette Finanzwesen und die Rechnungsprüfung ab. Die Zusammenlegung des Finanzwesens erstreckt sich über den gesamten Back-Office-Bereich, aber z. B. auch über die Vollstreckung.
    • Auch für die Zukunft sind weitere Kooperationen geplant, so zum Beispiel im Handlungsfeld Bauhöfe und Bäderwesen. Diese Kooperationsprojekte unterliegen allerdings längeren Prozessen in der Willens- und Meinungsbildung.

    Erfolge

    • Senkung der Personal-, Aus- und Fortbildungskosten und weitere Einsparungen bei den IT-Kosten durch die Einsparung bei den Softwarelizenzen
    • Reduzierung der Kosten durch den Standesamtsbezirk teilweise um 70 Prozent bei den einzelnen Kommunen: In Schöningen wurde die Fallpauschale von 6,49 € pro Einwohner auf 3,96 € reduziert, in Büddenstedt waren es vor der Kooperation sogar 14,52 € pro Einwohner.
    • Verbesserung der Service-Qualität: durch die neuen Vertretungsregelungen konnte vor allem das Wochenendangebot ausgeweitet werden.
    • Die Städte Schöningen und Helmstedt arbeiten mittlerweile auf dem Gebiet der Informationstechnologie zusammen.
    • Die Entlastung der einzelnen Mitarbeiter durch die kooperative Zusammenarbeit zwischen alten und neuen Mitarbeitern führte zu einer allgemeinen Steigerung der Wirtschaftlichkeit.
    • Die betroffenen Mitarbeiter zeigten sich durch die transparente Beteiligung an den Projekten offen für die neuen Arbeitsmodelle.
    • In den politischen Gremien der Partner gab es naturgemäß in Einzelfällen zuweilen Zurückhaltung bis Skepsis gegenüber den Kooperationsmodellen. Während politisch weniger bedeutende Bereiche, wie die Personalabrechnung, ohne Probleme die Räte passierten, verzögerte sich beispielsweise die Zusammenlegung der Bauhöfe durch die Haltung von Ratsmitgliedern.

    Kontakt

    Karsten Bock

    Städtischer Oberrat
    Stadt Schöningen
    Markt 1
    38364 Schöningen
    Telefon: 05352 - 51 21 25

    Weitere Informationen

  • Siegen-Wittgenstein - „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren“

    Fachliche Qualifizierung junger Flüchtlinge: Umfassende Theorie- und Praxis-Kurse werden ergänzt durch Praktika in Betrieben. Die Erfahrungen aus dem Projekt bilden die Grundlage für das Folgeprojekt „Haus der Berufsvorbereitung für Flüchtlinge".

    Ausgangslage

    • Unternehmen in Siegen-Wittgenstein und Olpe zeigen eine große Bereitschaft Flüchtlingen Praktikums- oder Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
    • Flüchtlinge benötigen jedoch oftmals eine intensive Betreuung und Unterstützung aufgrund nicht hinreichender Deutschkenntnisse und fehlende Kenntnisse der rechtlichen Arbeitsvoraussetzungen.
    • Im Mai 2015 startete das Projekt "Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren". Die Teilnehmer sollten:
      • auf die theoretischen und praktischen Anforderungen einer Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich vorbereitet werden
      • über die notwendigen Deutschkenntnisse für die praktische Arbeit verfügen
      • und sich dann weiter qualifizieren
    • Obwohl die teilnehmenden jungen Menschen sehr motiviert waren, musste das ursprüngliche Ziel der direkten Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit aufgegeben werden, weil die Deutsch- und Mathematikkenntnisse bei weitem nicht für eine Qualifizierung im Metallbereich ausreichten.
    • Ein dreimonatiger Kurs ermöglichte es, Kandidaten mit Interesse an einer Ausbildung und entsprechenden metalltechnischen Fähigkeiten und Fertigkeiten herauszufiltern.

    Ziele

    • Das Ziel ist es, die geflüchteten jungen Menschen auf das Arbeitsleben in Deutschland und auf eine Ausbildung mit all den schulischen und praktischen Anforderungen vorzubereiten.
    • Das Projekt soll zur Fachkräftesicherung in den Regionen Siegen-Wittgenstein und Olpe beitragen.
    • Durch die Schaffung sinnvoller Beschäftigungsmöglichkeiten soll der gesellschaftliche Dialog und die Integration in die Gesellschaft gefördert werden.
    • Die Diskussion des Themas „Migration" soll in der lokalen Öffentlichkeit um den Aspekt der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Notwendigkeit des Zuzugs junger Menschen aus dem Ausland ergänzt werden.
       

    Umsetzung

    • In Siegen-Wittgenstein und Olpe wurden junge Flüchtlinge mit Freude an der Arbeit mit Metall umfassend für die Aufnahme einer Ausbildung oder Arbeit in deisem Bereich vorbereitet.
    • Das Angebot „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren" richtete sich an Flüchtlinge
      • zwischen 18 und 25 Jahren
      • mit einer relativ gesicherten Bleibeperspektive,
      • die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz unterstützt werden
      • die nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen
    • Der praktischen Maßnahme ging ein Deutschkurs von zwölf Stunden voraus. Dieser beinhaltete die Vermittlung von Kenntnissen zu den wichtigsten Werkzeugen und Sicherheitsvorschriften in der Werkstatt. 
    • Im weiteren Verlauf arbeiteten die Teilnehmer drei Monate in der Werkstatt an kleineren Metallprojekten.
    • Im Anschluss an die Praxisphase sollten die Personen ermittelt werden, die in der Lage waren, eine weitere Qualifizierung zu durchlaufen. Hier war ein Grundlehrgang Metall mit Aufbaulehrgang in Richtung Drehen/Fräsen oder Schweißen angedacht. Für den Kurs war eine Dauer von drei Monate vorgesehen.
    • Aufgrund der großen Schwierigkeiten im sprachlichen und im mathematischen Bereich war kein Teilnehmer in der Lage, diese Qualifizierung zu beginnen. Aufgrund dessen wurde der Zeitplan geändert.
    • Die Vorbereitungszeit auf das Praktikum wurde verlängert und inhaltlich um Deutsch und Mathematik erweitert.
    • Das Praktikum in den Firmen wurde vorgezogen und die weitere Qualifizierung von den Bedarfen der Firmen abhängig gemacht.
    • Finanziert wurde das Programm von der IHK Siegen und aus dem Europäischen Sozialfonds.

    Erfolge

    • Durch die verlängerte Vorbereitungszeit gelang es, alle Teilnehmer in ein Praktikum zu vermitteln.
    • 12 Flüchtlinge konnten durch das Projekt „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren" in eine Ausbildung vermittelt werden.
    • 10 Teilnehmenden gelang es, ein Arbeitsverhältnis aufzunehmen.
    • Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt „Junge Flüchtlinge metalltechnisch qualifizieren" dienen als Grundlage für das neu entwickelte Projekt „Haus der Berufsvorbereitung für Flüchtlinge (HdB-F)".
    • Im Folgeprojekt „Haus der Berufsvorbereitung für Flüchtlinge" werden 6 Berufsbereiche (Metall, Handel, Lager/Logistik, Pflege, Bau, Gastronomie) angeboten. Auch hier ist das Ziel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Ausbildung und/oder Arbeit zu vermitteln.

    Kontakt

    Ute Joachimczak

    Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK Siegen
    Birlenbacher Hütte 10
    57078 Siegen
    Telefon: 0271 89057-35

    Weitere Informationen

  • Solingen - Das Solinger Modell: „Bürgerbeteiligte Haushaltssicherung"

    Breiter gesellschaftlicher Konsens beim Sparen: Um nicht in die Haushaltssicherung zu gelangen, setzt die Solinger Verwaltung auf bürgerliche Partizipation an den Sparmaßnahmen.

    Ausgangslage

    • Nach einem Höchststand Mitte der 1960er Jahre ging die Bevölkerung Solingens kontinuierlich zurück. Auch in Zukunft ist mit einem moderaten Bevölkerungsrückgang zu rechnen.
    • Solingen war im Jahr 2008, trotz langjähriger Haushaltssicherungskonzepte, akut von Überschuldung bedroht. Im Jahr 2009 betrug das Haushaltsdefizit 65 Mio. €, für 2010 wurde bereits ein Defizit von 80 Mio. € prognostiziert. Die städtische Verschuldung summierte sich 2010 auf 198 Mio. €. Ebenfalls besorgniserregend hoch waren die Kassenkredite und deren Zinsleistungen. Laut internen Berechnungen musste demnach mit dem vollständigen Verzehr des Eigenkapitals bereits ab dem Jahr 2013 gerechnet werden.

    Ziele

    • In Solingen wurden zwei Ziele angestrebt:
      • Vermeidung von Überschuldung und daraus resultierender Haushaltsüberwachung durch jährliche Einsparungen von 45 Mio. €.
      • Erhaltung des sozialen und ehrenamtlichen Netzwerkes
    • Strategisch sollten die Bürger aktiv an den Sparmaßnahmen beteiligt werden, um so die Legitimation innerhalb der Bevölkerung zu erhöhen. Als Beteiligungsmodell wurde der Bürgerhaushalt gewählt.

    Umsetzung

    • Bevor der Bürgerhaushalt realisiert werden konnte, musste das Projekt von der zuständigen Aufsichtsbehörde genehmigt werden, da die 52.000 € für das E-Partizipationsvorhaben zunächst als „unzulässige freiwillige Ausgaben" gesehen wurden. Nach erfolgreicher Genehmigung durch die Bezirksregierung erfolgte die Haushaltskonsolidierung in drei Phasen: Produktkritik, Prioritätenprüfung und Bürgerbeteiligung.
    • Produktkritik: In gemeinsamen Workshops der Organisationsabteilung der Kämmerei und den Verwaltungsstellen wurden wesentliche Arbeitsinhalte und Arbeitsprozesse der Verwaltung daraufhin untersucht, in wieweit der Aufwand gesenkt und die Einnahmen erhöht werden konnten. In insgesamt 65 Workshoptagen wurden 248 Sparmaßnahmen aus allen Verwaltungsbereichen erarbeitet.
    • Prioritätensetzung: Unter Teilnahme des Verwaltungsvorstands, der Führungskräfte der Fachbereiche und den Ratsmitgliedern wurden in drei Strategieworkshops im Zeitraum November 2009 bis Dezember 2010 die Einsparmaßnahmen priorisiert. Als Ergebnis wurden die Bereiche „Bildung", „Wirtschaft und Arbeit" sowie „Kinder und Familien" von den Einsparungen ausgeschlossen.
    • Bürgerbeteiligung: Im Anschluss an die Einbringung der Vorlage in die Politik wurde eine Auswahl von 78 der 248 Sparvorschläge auf dem Internetportal www.solingen-spart.de dokumentiert. Es handelte sich dabei um die Sparvorschläge mit den unmittelbarsten Auswirkungen für die Bürgerschaft. Dazu kamen noch 30 einschneidende Sparvorschläge, die in den Beratungen des Vorstandes verworfen worden waren (z. B. die Schließung des Deutschen Klingenmuseums, welches von großer lokaler Bedeutung ist).
    • Internetnutzer, die sich auf der Seite registrierten und eine E-Mail-Adresse hinterlegten, konnten die Verwaltungsvorschläge drei Wochen lang mit pro oder contra bewerten und eigene Kommentare und Vorschläge hinterlassen. Die Verwaltungsvorschläge wurden dabei jeweils mit einer kurzen Beschreibung und dem erwarteten Einsparvolumen dokumentiert, um fachfremden Bürgern eine Entscheidungsgrundlage zu geben.

    Erfolge

    • Insgesamt registrierten sich 3.595 Bürger auf dem Onlineportal, was 2,2 Prozent der Bevölkerung Solingens entsprach. Hinzu kamen über 20.000 nicht registrierte Besucher der Webseite.
    • Im Durchschnitt gaben die registrierten Bürger 43 Bewertungen ab und verbrachten damit mindestens 45 Minuten auf der Internet-Plattform.
    • Von den 78 Vorschlägen der Verwaltung wurden in der Onlinebeteiligung nur fünfzehn abgelehnt. Die abgelehnten Vorschläge (vor allem Real-Steuererhöhungen und Schließung von Schwimmbädern) hatten allerdings ein finanzielles Volumen von rund 13,6 Millionen, so dass das von den Bürgern mitgetragene, Gesamteinsparvolumen nur bei 31,6 Millionen lag.
    • Die erfolgreichsten Bereiche waren „Verwaltung und Gebäude" mit 96 Prozent Zielerreichung und „Sport und Freizeit" mit 63 Prozent Zielerreichung. Der Finanzbereich mit alleine 22 Mio. € Einsparvolumen wurde aufgrund der Komplexität von den Bürgern kaum beachtet.
    • Die Bürger trugen mit der Abstimmung auch umstrittene Maßnahmen mit, wie z. B. die Schließung städtischer Festsäle, die Aufgabe des Stadions, die Reduzierung der Bürgerbüros und die Schließung von Schulstandorten.
    • Die Vorschläge, die von der Seite der Bürger stammten, wurden von der Verwaltung zwar geprüft, konnten aber nicht realisiert werden, da sie in den meisten Fällen nicht gesetzeskonform waren oder die Komplexität von den Bürgern unterschätzt wurde. Allerdings wird versucht, die Vorschläge in zukünftige Sparmaßnahmen einzubinden.

    Kontakt

    Thomas Koch

    Konzernkoordinierung / Organisation
    Stadt Solingen
    Cronenberger Straße 59/61
    42651 Solingen
    Telefon: 0212 - 290 2329

    Weitere Informationen

  • Steinhagen - Grundschule Amshausen

    Individuelle Lernprozesse und sanfte Übergänge: Das pädagogische Konzept der Grundschule Amshausen wird durch das Kollegium kontinuierlich weiterentwickelt. Im Fokus steht die Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes.

    Ausgangslage

    • Kindheit und Jugend waren in den letzten 50 Jahren einem rasanten Wandel unterlegen. So haben sich die Aufgaben der Schule beständig erweitert.
    • Kinder werden mit unterschiedlichsten Voraussetzungen eingeschult.
    • Die Altersbandbreite in Grundschulklassen beträgt bis zu zwei Jahre.
    • Die unterschiedlichen persönlichen Neigungen und Fähigkeiten der Kinder fordern in fast allen Bereichen des Unterrichtes Maßnahmen innerer Differenzierung und Indivi­dualisierung.

    Ziele

    • Die Grundschule Amshausen fühlt sich den Gedanken der Agenda 21 verpflichtet. Sie will ein Haus des Lernens sein, in dem:
      • sich Eltern und Lehrerende wohlfühlen und rücksichtsvoll miteinander umgehen
      • Gemeinschaftserlebnisse auf kulturellem, sozialem und sportlichem Gebiet die Menschen verbinden
      • Verstehen, Kreativität und Selbstständigkeit genauso wichtig sind, wie Wissen
    • Jedes Kind soll mit Freude so viel lernen, wie es ihm möglich ist und dabei auch soziale Verantwortlichkeit entwickeln.
    • Durch nachhaltige Lernerfahrungen sollen die Kinder offen werden für die gegenwärtigen und zukünftigen Schlüsselprobleme gegenwärtiger der Gesellschaft.

    Umsetzung

    • Das pädagogische Konzept der Grundschule Amshausen setzt auf individuelle Lernprozesse und sanfte Übergänge. Im Fokus steht die Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes.
    • Begabungsförderung durch Individualisierung:
      • frühzeitiges Screening zu besser begabten Kindern sowie Kinder mit fehlender Schulfähigkeit
      • individualisiertes Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen mit flexibler Eingangsstufe
      • Lernen in Lerngruppen
      • Akzeptanz des längeren Verweilens und Lernens in verzögertem Tempo 
      • „Expertenaufgaben" für begabte Kinder innerhalb des Unterrichts 
    • Übergang Kindertageseinrichtung - Grundschule:
      • Die Begleitung der künftigen Erstklässler erfolgt bereits in der Kindergartenzeit.
      • Bei der Schulanmeldung im November erhalten die Eltern einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung des Entwicklungsstandes des eigenen Kindes, den sie später wieder mitbringen.
      • Grundsätzlich werden alle schulpflichtigen Kinder aufgenommen, um so eine frühzeitige Selektion und Stigmatisierung zu verhindern.
      • Auch die vorzeitige Einschulung (Akzeleration) wird erleichtert, da die Kinder bei Bedarf bis zu drei Jahre in der Eingangsstufe verbleiben können.
      • Die erste Diagnostik erfolgt lange vor der Einschulung um eine bruchlose Bildungsbiographie zu gewährleisten.
      • Eventuelle Entwicklungsdefizite oder besondere Begabungen werden schon jetzt dokumentiert und nach Gesprächen mit den Erzieherinnen und Erziehern als Grundlage für ein zeitnahes Elternberatungsgespräch genutzt.
      • Den Eltern werden anhand einer schriftlichen Lern- und Förderempfehlung (für Eltern und Kindergarten) Fördermöglichkeiten aufgezeigt, so dass in dem halben Jahr vor der Einschulung noch Forder-/Fördermaßnahmen greifen können.
      • Kinder erhalten eine so genannte „Lerntüte" mit spielerischen Materialien zu unterschiedlichen Forder- oder Förderschwerpunkten.
      • Es folgen einige Monate vor der Einschulung regelmäßige Übergabegesprächen zur Einschulung, zwischen amtsärztlichem Dienst und Schule sowie Kindergarten und Schule mit Zustimmung der Eltern.
      • LehrerInnen besuchen bei Bedarf bereits sehr früh ihre späteren SchülerInnen.
      • Seit einigen Jahren nimmt die Grundschule Amshausen vermehrt hochbegabte Kinder aus den Nachbargemeinden und -städten in die Eingangsstufe auf.
      • Darüber hinaus wechseln noch weitere hochbegabte Kinder während der Grundschulzeit an die Schule.
      • Die enge Zusammenarbeit mit der Bildungs- und Schulberatung des Kreises Gütersloh im Arbeitskreis „Hochbegabung" und die Zusammenarbeit mit Eltern erleichtert die Förderung von Kindern.
    • Individualisierung von Anfang an:
      • In der ersten bis zweiten Schulwoche erhalten alle Kinder das kleine „Ich kann-Heft". 
      • 1. – 4. Schulwoche: Diagnostik und weitere Beobachtung in Teilungsstunden durch Förderlehrkraft in den Klassen
      • Klassenlehrkraft und Förderlehrkraft weisen Kinder Forder- und Fördergruppen zu
      • Förderlehrkraft: Weitere Testung aus Diagnosebox Mathe oder Diagnosebox Deutsch
      • Förderlehrkraft: Forder- und Förderplanaufstellung
      • Spätestens zu den Herbstferien startet die durchgängige Individualisierung durch Lernangebote auf unterschiedlichem Niveau (fächerübergreifend und projekt­orientiert). 
      • Der Schultag wurde neu rhythmisiert und der Klassenraum umstrukturiert.
      • Die Notwendigkeit und Problematik einheitlicher Leistungsvergleiche und die damit verbundene Stigmatisierung einzelner Kinder entfällt. Das Aufrücken in eine weiterführende Gruppe in einzelnen oder allen Fächern wird zeitlich individuell gestaltet.
    • Übergang Grundschule - Sekundarstufe I:
      • Als Referenzschule im Netzwerk Zukunftsschulen NRW wurde ein Kooperationsvertrag mit den weiterführenden Schulen am Ort geschlossen, um das Übergangsmanagement von einer Schulform in die andere zu optimieren.
      • Jährlich startet die Kl. 4 mit der Anmeldung an den weiterführenden Schulen.
      • Im zweiten Halbjahr der Klasse 4 hospitieren Realschullehrkräfte und Gymnasiallehrkräfte für jeweils mehrere Schulstunden in den beiden vierten Klassen der Grundschule, sind im Team­teaching eingebunden und lernen künftige Schülerinnen und Schüler kennen.
      • Intensive Übergabegespräche im Frühsommer nehmen einzelne Kinder zielgerichtet in den Blick.
      • Im ersten Schulhalbjahr der Klasse 5 nehmen zwei Kolleginnen und Kollegen der Grundschule möglichst mit je zwei Wochenstunden im Team­teaching-Modell am Unterricht der Klasse 5 an einer der beiden weiterführenden Schulen teil.
      • Sie begleiten ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler noch über das erste Schulhalbjahr in Klasse 5. Sie sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die Kinder bei großen und kleinen Sorgen und für die Kolleginnen und Kollegen der weiterführenden Schulen in Fragen besonderer Förderung und Begleitung einzelner Kinder.

    Erfolge

    • Der Blick auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes ist geschärft. Kinder und Lehrende nehmen die Unterschiedlichkeiten der Menschen als normal und gewinnbringend für alle Beteiligten wahr.
      • Individuelle Entwicklungsverzögerungen können durch den längeren Verbleib in der Eingangsstufe in gewohnter Umgebung ohne Wechsel der Lerngruppe relativ stressfrei aufgefangen werden.
      • Schnellerer Entwicklung kann durch einjährige Verweildauer in der Schuleingangsphase begegnet werden. Unterforderung und Langeweile werden so vermieden. 
    • Seitdem die flexible Eingangsstufe neu geregelt ist, gibt es keine Nichtversetzungen mehr.
    • Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern hat die schulische Entwicklung enorm bereichert und befördert.
    • Vielfache Auszeichnungen unterschiedlicher Institutionen, darunter:
      • Agenda 21-Schule in NRW
      • mehrfach Schule der Zukunft
      • Netzwerk der Zukunft 2015
      • Netzwerk Hochbegabtenförderung NRW 2010
      • Zukunftsschule NRW – Referenzschule 2014
      • Schulpreis NRW 2014 für Begabtenförderung an Grundschulen
      • Netzwerk Zentren für Begabtenförderung NRW 2016

    Kontakt

    Annette Hellmann

    Schulleitung
    Grundschule Amshausen
    Auf dem Kampe 2
    33803 Steinhagen

    Weitere Informationen

  • Steinhagen - Kommunale Wohnberatung für barrierefreies Bauen und Wohnen

    Präventive Wohnberatung: Die Wohnberatungsstelle in Steinhagen bietet insbesondere auch jüngeren Menschen kostenlose und unabhängige Beratung zu den Themen barrierefreies Wohnen und Pflege an.  

    Ausgangslage

    • Durch den demographischen Wandel gibt es immer mehr ältere und pflegebedürftige Menschen.
    • Im Jahr 2030 sind voraussichtlich 28,9 Prozent der Steinhagener mindestens 65 Jahre alt.
    • Viele Menschen möchten in ihrer vertrauten Umgebung alt werden, doch dafür sind oftmals Veränderungen in Wohnung oder Haus erforderlich. Dies gilt auch bei schweren Erkrankungen oder Behinderungen.
    • Betroffene und Angehörige sind häufig nicht ausreichend über die verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten informiert.
    • Die Ratschläge neutraler Personen werden oftmals besser angenommen, da sie nicht als Bevormundung erlebt werden.

    Ziele

    • Möglichst viele Menschen in Steinhagen können auch im Alter, bei Krankheit oder Behinderung in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

    Umsetzung

    • Die Gemeinde Steinhagen ergänzte die trägerunabhängige, kostenlose und neutrale Pflegeberatung um das Wohnberatungsangebot „Blick-Winkel". Dabei stehen insbesondere auch jüngere Bürgerinnen und Bürger im Fokus, die neu bauen.
    • Die Wohnberatungsstelle "Blick-Winkel" in Steinhagen bietet eine kostenlose, neutrale und unverbindliche Wohnberatung im häuslichen Wohnumfeld an.
    • Der Fokus liegt dabei auf der Prävention. Somit richtet sich das Angebot an alle Steinhagener Bürgerinnen und Bürger – an die, bei denen noch keine gesundheitlichen Einschränkungen vorhanden sind und an die, die bereits vor konkreten Problemen stehen.
    • So kann bei einem Neu- oder Umbau von Anfang an auf Barrierefreiheit geachtet werden. Vorteile:
      • Kosten eines späteren erneuten Umbaus werden gespart
      • Die Wohnumgebung ist auch bei plötzlich auftretenden gesundheitlichen Problemen weiterhin nutzbar, ohne dass erst eine aufwändige Renovierung notwendig wird. 
    • Die bereits bestehende Pflegeberatung (in enger Kooperation mit der Koordinationsstelle Pflegeberatung Kreis Gütersloh) wurde um das Angebot der Wohnberatung erweitert.
    • Die Pflege- und Wohnberatung erfolgen aus einer Hand. Das Angebot umfasst:
      • Vor-Ort-Beratung zu konkreten Problemlösungen
      • Neubauberatung, wenn Barrierefreiheit von Anfang an eingeplant werden soll
      • gemeinsames Planen von räumlichen Veränderungen, wie z. B. bodengleiche Dusche, Beseitigung von Stolperfallen und Barrieren, Rampe am Hauseingang, Herdsicherung u.v.m.
      • Aufzeigen von Finanzierungs- und Zuschussmöglichkeiten und Unterstützung bei der Antragstellung
      • Zusammenarbeit mit Behörden, Vermietern, Handwerkern und Angehörigen
      • Informationen über Hilfsmittel
      • Erstellung von Umbauvorschlägen und Begleitung der Umbaumaßnahmen
      • Information und Beratung über seniorengerechte und alternative Wohnformen in der Gemeinde
      • trägerunabhängige Pflegeberatung
      • Beratung zum Thema „Zuhause leben mit Demenz"  
    • In einem regelmäßigen Rhythmus werden alle Bürgerinnen und Bürger ab dem 40. Lebensjahr mit einem Informationsschreiben nebst Informationsflyer angeschrieben.
    • Die Wohnberatung Steinhagen ist ein zusätzliches Angebot, welches nicht in Konkurrenz mit anderen Beratungsangeboten, wie der AWO Wohnberatung für den gesamten Kreis Gütersloh, steht.

    Erfolge

    • Die Wohnberatung wird weiterhin rege nachgefragt: Jährlich werden bis zu 100 Wohnberatungen durchgeführt. Davon oft mehr als die Hälfte Erstberatungen.
    • Neuralgische Punkte im Rahmen einer Wohnberatung konnten ausgemacht werden: Dies sind insbesondere das Badezimmer und Treppenstufen.
    • In einigen Fällen konnte durch entsprechende Beratung und Begleitung von Umbaumaßnahmen (u. a. Einbau von bodengleichen Duschen, Einbau eines Treppenliftes, Ausgestaltung von Rampen) ein Auszug aus der eigenen Wohnung vermieden werden.

    Kontakt

    Stefan Hellweg

    Amt für Generationen, Arbeit, Soziales und Integration
    Gemeinde Steinhagen
    Wohnberatung „Blick-Winkel" Am Pulverbach 25
    33803 Steinhagen
    Telefon: 05204 - 99 71 08

    Weitere Informationen

  • Stendal - Bürgerinitiative Stendal e.V.

    Ausgezeichnete Pflege-Unterstützung: Die „Bürger-initiative Stendal e.V." engagiert sich für die Entlastung pflegender Angehöriger und die Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Die betroffenen Menschen sollen dabei möglichst lange in den eigenen vier Wänden verbleiben.

    Ausgangslage

    • Der Anteil der über 65-Jährigen in Stendal steigt und wird weiter steigen. Damit nimmt auch die Zahl derjenigen zu, die Hilfe im täglichen Leben benötigen, bei gleichzeitig zurückgehenden Zahlen von jungen Menschen, die diese Unterstützungsleistungen übernehmen könnten.
    • Außerdem ist zu erwarten, dass die Zahl der Menschen mit demenziellen Erkrankungen ansteigt.
    • Die Angehörigen dieser Menschen (sofern in der Region wohnhaft) übernehmen zunehmend pflegende Hilfen und sind damit immer stärker belastet oder sogar überfordert.

    Ziele

    • Entlastung pflegender Angehöriger durch ehrenamtliche Unterstützung und damit auch die Förderung ehrenamtlichen Engagements
    • Betreuung, Versorgung und Aktivierung von Menschen mit Demenz bzw. Schlaganfallbetroffenen
    • Sicherung eines möglichst langen Verbleibens bei der Familie und damit die Vermeidung bzw. das Hinauszögern einer stationären Pflege

    Umsetzung

    • Mit der Gründung des Vereins begann die Suche nach Freiwilligen, die sich für ältere und hilfebedürftige Menschen einsetzen wollen.
    • Der Verein unterstützt mit verschiedenen Projekten Hilfebedürftige und deren Angehörige:
      • Hilfe beim Einkaufen, bei Kleinstreparaturen im und am Haus, Haushalts- und Gartenhilfe sowie bei Anträgen u.ä.
      • Ein Generationscafé wird mit Jugendlichen organisiert. Es finden monatliche Treffen statt, die der Information und dem Austausch dienen. Das junge Organisationsteam verbessert dabei seine Kommunikations-, Organisations- und Planungskompetenz.
      • In der Tagesstätte für Demenzkranke und Schlaganfallbetroffene werden diese unterstützt und versorgt, die Angehörigen werden entlastet und Ehrenamtliche gewonnen sowie in die Betreuung einbezogen.
      • Ausgebildete ehrenamtliche Pflegebegleiter begleiten pflegende Angehörige, beraten und unterstützen in Notfallsituationen.
    • Auf Grund des Hilferufes der Selbsthilfegruppe „Pflegende Angehörige Alzheimer-Dementer" wurde in Kooperationen mit der Alzheimergesellschaft Magdeburg und der Hochschule Magdeburg/Stendal („Flechtwerk Demenz") die Qualifizierung der Ehrenamtlichen organisiert.
    • Der Aufbau eines Netzwerkes und die Bindung von weiteren Kooperationspartnern (Wohnungsbaugenossenschaft Altmark, Stendaler Wohnungsbaugesellschaft, ambulanter Pflegedienst Sozialstation Süd GmbH usw.) gewährleistet eine dauerhafte Projektumsetzung.
    • Die Finanzierung erfolgt über Monats- und Tagespauschalen der Betreuten, ca. 30 Prozent durch das Land Sachsen-Anhalt und der Pflegeversicherung sowie durch Spenden und Preisgelder von Wettbewerben.

    Erfolge

    • Die Tagesstätte für Demenzkranke und Schlaganfallbetroffene wird von „Phineo – damit Engagement wirkt" empfohlen.
    • Die Bürgerinitiative Stendal erhielt weitere vielfache Auszeichnungen. Darunter beispielsweise:
      • Qualitätsempfehlung "Demenz-Projekte" bei PHINEO Plattform für soziale Investoren (2012)
      • Körber-Stiftung USable transatlantische Ideenwettbewerb (2010)
      • Generationendialog in der Praxis „Bürger initiieren Nachhaltigkeit" (2009)
      • Hertie-Preis für Engagement und Selbsthilfe (2008)
      • Landessieger Netzwerk Nachbarschaft (2007)

    Kontakt

    Marion K. Zosel-Mohr

    Vorstandvorsitzende
    Bürgerinitiative Stendal e.V.
    Carl-Hagenbeck-Str. 39
    39576 Hansestadt Stendal
    Telefon: 03931 - 49 06 39

    Weitere Informationen

  • Stuttgart - Regionales Übergangsmanagement Schule - Beruf

    Ziel des Programms ist die Koordination und Abstimmung der Angebote für chancenarme Jugendliche im Übergang von der Schule ins Berufsleben. Wichtige Bausteine dazu sind der Aufbau eines Monitorings sowie die Abstimmung einer gemeinsamen Maßnahmenplanung.

    Ausgangslage

    • Das Angebotsspektrum an Maßnahmen für chancenarme junge Menschen im beruflichen Übergang war weitgehend unkoordiniert und unübersichtlich (Doppelstrukturen, fehlende Kommunikation und Abstimmung). 
    • Passgenauigkeit: Es bestand eine Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen der Jugendlichen und vorgehaltenen, standardisierten Angeboten. Die Abbruchquoten der Jugendlichen waren entsprechend hoch. Flexible Lösungen oder Ansätze, die von allen Systemen rechtsübergreifend getragen werden, waren noch die Ausnahme.
    • Es bestand wenig Wissen über die Wirkungen der Angebote und wenig Verständigung darüber, was als Erfolg oder Wirkung benannt werden soll und kann. 
    • Es existierte keine gemeinsame, von allen Systemen akzeptierte kommunale Datengrundlage. 

    Ziele

    • Jugendarbeitslosigkeit verringern
    • Begabungsreserven der jungen Menschen besser nutzen
    • Talente fördern und Jugendliche bedarfsorientiert an das Berufsleben heranführen
    • Darüber hinaus soll die Kooperation zwischen den Institutionen verbessert und die Angebote sollen besser verzahnt werden.
    • Abgestimmte, aufeinander aufbauende Maßnahmenplanung bei:
      • Verbesserung der Datengrundlage
      • verbesserter Übergang am „Startplatz Schule": Übergangsbegleitung und Elternberatung
      • stringente Einbeziehung der örtlichen Wirtschaft

    Umsetzung

    • Am „Startplatz Schule" ansetzend, unterstützt RÜM einzelne Schulen dabei, die verschiedenen Angebote der Berufsorientierung, Berufsberatung, Wirtschaft, Schulsozialarbeit und Lotsen/Mentoren möglichst optimal miteinander zu verknüpfen, bzw. eine aktive Zusammenarbeit mit Eltern und Wirtschaft im beruflichen Übergang systematisch aufzubauen.
    • Es wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen den beteiligten Verwaltungseinheiten geschlossen, die Transparenz und gegenseitige Information sowie einen einheitlichen Ablauf für die Zielgruppe der Unter-25-Jährigen festschreibt.
    • Die Steuerungsgruppe „u25" besteht aus den Geschäftsführungen der Agentur für Arbeit, des JobCenters, des Jugendamtsleiters, der Leiterin des Staatlichen Schulamtes, dem Leiter der Abteilung für Integration und der Arbeitsförderung. In diesem Kreis wird die systemübergreifende Zusammenarbeit sichergestellt.
    • Es fanden drei Jugendkonferenzen als Beteiligungsformen der örtlichen Praxis und der Jugendlichen statt.
    • 2007 – 2009 wurde vom Deutschen Jugendinstitut eine Längsschnittstudie zu den Verläufen von Jugendlichen auf ihrem Weg von der Schule in die Ausbildung durchgeführt. Es handelt sich dabei um eine Vollerhebung an allen Stuttgarter Haupt- und Förderschulen des Abgangsjahrgangs 2007.
    • Die Projektleitung lag im Jugendamt der Stadt. Die Gesamtverantwortung lag beim Ersten Bürgermeister.
    • Die Landeshauptstadt Stuttgart nahm am Programm des BMBF „Aufbau und Verstetigung eines kommunalen Übergangsmanagements" (RÜM) teil.

    Erfolge

    • Die Längsschnittstudie erbrachte wichtige Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Praxis und für den Aufbau eines Übergangsmanagements.
    • Die Zusammenarbeit in der Steuerungsgruppe u25 hat sich etabliert, der Kreis wurde um die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, die stellvertretende Geschäftsführung der IHK und der Geschäftsbereichsleitung „Berufliche Bildung" der HWK erweitert.
    • Unter Federführung von RÜM und Mitwirkung von Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, der IHK, der HWK, der Schulen und der Schulsozialarbeit entstand ein Berufswahl-Portfolio, das mit Beginn des Schuljahres allen Schülerinnen und Schülern der Stuttgarter Haupt- und Werkrealschulen ab Klasse 6 ausgehändigt wird.
    • Ein Online-Service gibt einen Überblick über die Angebote, die hilfreich für den erfolgreichen Übergang von der (Haupt-)Schul- in die Berufswelt sein können.
    • Der Aufbau nachhaltiger Förderstrukturen wird gemeinsam angegangen.

    Kontakt

    Angelika Münz

    Jugendhilfeplanung
    Landeshauptstadt Stuttgart
    Telefon: 0711/216-55867

    Weitere Informationen

  • Stuttgart - Stuttgarter Weg "Wir für Flüchtlinge"

    Der „Stuttgarter Weg" steht für die Verantwortung der Bürgergesellschaft für die freundliche Aufnahme und Notwendigkeit einer bestmöglichen Versorgung, sowie für die Stärkung der gelebten Willkommens- und Anerkennungskultur in Stuttgart.

    Ausgangslage

    • Die Landeshauptstadt Stuttgart ist mit einem Migrantenanteil von 43% eine kulturell vielfältige Einwanderungsstadt mit Menschen aus über 180 Nationen.
    • Die Stadt verfolgt einen inklusiven Ansatz: alle Menschen, die in Stuttgart leben, sind Stuttgarter – unabhängig von Pass und Herkunft.
    • Hierzu gehören derzeit auch über 8.500 geflüchtete Menschen, die in Stuttgart vielleicht eine neue Heimat finden werden.
    • Die Integrationsarbeit ist mit dem Konzept „Stuttgarter Bündnis für Integration" als Gesamtstrategie für die Verwaltung, Wirtschaft und die Bürgergesellschaft und somit als Querschnittsaufgabe ämter- und ressortübergreifend verankert und wird fortlaufend weiterentwickelt. Dementsprechend ist auch die Flüchtlingsarbeit eine Querschnittsaufgabe.

    Ziele

    • Förderung und Unterstützung des Ankommensprozesses der Flüchtlinge und ihre Integration und Teilhabe in die Bürgergesellschaft in allen Stadtbezirken
    • Sensibilisierung der Bürgergesellschaft für die Aufnahme und Notwendigkeit einer humanitären und bestmöglichen Versorgung von Flüchtlingen
    • Stärkung des Verständnisses für den Zuwachs der Flüchtlingszahlen in der Bevölkerung
    • Stärkung der Akzeptanz und Respekts für Flüchtlinge und damit Stärkung der gelebten Willkommens- und Anerkennungskultur in der Stadt Stuttgart

    Umsetzung

    •  Der „Stuttgarter Weg" besteht aus vier Säulen:
      1. Die adäquate Betreuung der Flüchtlinge und pädagogische Hausleitung aus „einer Hand" nach dem Subsidiaritätsprinzip durch freie Träger der Wohlfahrtspflege 
      2. Der Aufbau und die Unterstützung des Ehrenamts (Gründung von Flüchtlingsfreundeskreisen)
      3. Die Berücksichtigung der besonderen Belange unterschiedlicher Zielgruppen
      4. Die dezentrale Unterbringung der Menschen in Wohnheimen und Wohnungen mit einer adäquaten Betriebsgröße von maximal 250 Plätzen pro Unterkunft in möglichst allen Stadtbezirken
    • Derzeit engagieren sich über 3000 ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger in rund 40 Flüchtlingsfreundeskreisen in allen Stadtbezirken, um den Ankommensprozess der Flüchtlinge zu begleiten und deren Integration und Teilhabe in die Stadtgesellschaft zu unterstützen.
    • Die Freundeskreise sind ein wichtiges Brückenglied zum Wohnumfeld der Flüchtlingswohnheime und leisten einen wichtigen Beitrag zur Willkommenskul­tur der Stadt Stuttgart.
    • Zur Unterstützung der Arbeit der Ehrenamtlichen hat die Stadt mit Unterstützung der Bürgerstiftung eine Koordinierungsstelle zur Begleitung und Qualifizierung der Freundeskreise eingerichtet
    • Um eine problematische Abschiebung zu vermeiden, wird mit den Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive eine humane Rückkehr mit Wiedereingliederungsperspektive im Herkunftsland vorbereitet und durchgeführt.
    • Zur Unterstützung des Konzeptes entwarfen Schülerinnen und Schüler der Johann-Friedrich-von-Cotta-Schule in Werbeagenturen Plakate zum Thema „Aufnahme von und Umgang mit Flüchtlingen" mit Willkommensbotschaften für Flüchtlinge.
    • Gemeinsam mit der Abteilung Integration der Landeshauptstadt Stuttgart wurde ein Fotoshooting organisiert, bei dem ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger mit Willkommensbotschaften fotografiert wurden.
    • Eine stadtweite Plakatkampagne unter dem Motto „Wir für Flüchtlinge" wurde durchgeführt: City-Light-Poster, auf denen ehrenamtliche Flüchtlingshelfer zu sehen sind und Postkarten mit Willkommensbotschaften wurden stadtweit verteilt.
    • Das Motto der Plakatkampagne „Wir für Flüchtlinge" wurde für die Homepage der Stadt Stuttgart übernommen.

    Erfolge

    • Trotz der hohen Flüchtlingszahlen kann die Stadt die dezentrale Unterbringung aufrechterhalten, Ausnahmen gibt es nur bei Interimslösungen.
    • Der jährliche Flüchtlingsbericht wird in den verschiedenen Gremien vorgestellt.
    • Durch die Spende einer großen ortsansässigen Firma konnte ein Fördertopf für Kleinprojekte auf Stadtteilebene für Flüchtlinge eingerichtet werden.
    • Ausbau verschiedener Angebote für Flüchtlinge, wie:
      • flächendeckender Ausbau der städtischen Deutsch- und „Mama lernt" Deutschkurse für Flüchtlinge
      • „Urban Gardening Projekt"
      • Stuttgarter Asylcup (Fußballturnier) 
      • Initiative „Stuttgarter Weg zur Flüchtlingskulturarbeit"
    • Zur Stärkung des Stuttgarter Weges wurde neben den bestehenden Gremien zur Flüchtlingsarbeit die Taskforce Integration von Flüchtlingen eingerichtet. Deren Ziel ist es, ein abgestimmtes Verfahren der jeweiligen Ämter und Einrichtungen zu etablieren und den Austausch zwischen den Akteuren zu fördern und Doppelmaßnahmen zu verhindern.

    Kontakt

    Ayse Özbabacan

    Abteilung Integrationspolitik
    Landeshauptstadt Stuttgart

    Weitere Informationen

  • Stuttgart – Salz & Suppe Bürgerdialog

    Gemeinsam kochen und die Stadt weiterentwickeln: Die Stadt Stuttgart erprobte eine innova-tive Beteiligungsmethode um den Bürgerdialog zu fördern und neue Ideen für Stuttgart zu gene-rieren. Ein Handbuch unterstützt nun die Anwendung von Salz & Suppe in anderen Kommunen.

    Ausgangslage

    • Stadtentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und betrifft damit alle Gesellschaftsgruppen.
    • Der Wunsch der Bürgerschaft, die Stadt und ihre Räume mitzugestalten und selbst aktiv zu werden, wächst stetig.
    • Klassische Beteiligungsinstrumente erreichen oftmals nur bestimmte – meist privilegierte – Zielgruppen.
    • Für eine lebendige, offene und solidarische Stadt braucht es neue Ansätze einer milieuübergreifenden Bürgerbeteiligung und eine neue Gesprächskultur über bestehende gesellschaftliche und räumliche Grenzen hinweg.
    • Der Projektaufruf „Städtische Fragen – Zusammenleben in der Stadt“ der Nationalen Stadtentwicklung (NSP) gab den Impuls zur Entwicklung des innovativen Pilotprojekts zur Bürgerbeteiligung.

    Ziele

    • Beitrag für ein besseres (Zusammen-)Leben in Stuttgart durch
      • Förderung eines gesellschafts- und stadtteilübergreifenden Dialogs
      • neue Ideen für die Stadtentwicklung
      • eine Bürgerbeteiligung, die alle gesellschaftlichen Gruppen erreicht
    • Das übergeordnete Ziel war es, ein auch auf andere Kommunen übertragbares Beteiligungsmodell zu entwickeln und in der Praxis zu testen, das alle diese Punkte beinhaltet.

    Umsetzung

    • Die Stadt Stuttgart entwickelte die neue Beteiligungsmethode ‚Salz & Suppe‘ und erprobte sie in einem Pilotprojekt. Für die Übertragung auf andere Kommunen wurde ein Handbuch verfasst.
    • Salz & Suppe bringt die unterschiedlichsten Bürgerinnen und Bürger zusammen an einen Tisch. Das Format beinhaltet:
      • eine Auftaktveranstaltung
      • 4 Kochabende innerhalb eines Monats in Kleingruppen
      • eine Abschlussveranstaltung mit der Präsentation der erarbeiteten Projektvorschläge
    • Das gemeinsame Essen in Kleingruppen ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in die Gespräche und stärkt das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
    • Im Pilotdurchlauf in Stuttgart entwickelten Bürgerinnen und Bürger in mehreren Quartiers-Kochrunden konkrete Ideen für die Stadtentwicklung.
    • Interessierte konnten sich für Salz & Suppe bewerben. Die Veranstalter bildeten gesellschaftlich heterogene 6er-Gruppen.
    • Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in entspannter Atmosphäre eine Zukunftsvision, entwickelten umsetzbare Ideen und visualisierten konkrete Projekte.
    • Zur Wahl standen den Kochgruppen diese Leitthemen der Stadtentwicklung:
      • Integration und Zuwanderung
      • (Bezahlbarer) Wohnraum
      • Öffentlicher Nahverkehr
      • Zusammenleben von Jung und Alt
      • Freizeit und Erholung in der Stadt
      • Gesundes urbanes Leben
    • Die Kochgruppen wurden jeweils durch eine ehrenamtliche Moderatorin oder einen ehrenamtlichen Moderator unterstützt.
    • Die erarbeiteten Projekte wurden bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung präsentiert und nach folgenden Kriterien bewertet:
      • Innovation der Idee
      • Umsetzbarkeit
      • gesellschaftlicher Mehrwert
    • Gemeinsam mit lokalen Initiativen, Sponsoren und relevanten Verwaltungsstellen erarbeitete die Stadt Strategien, damit die drei ausgewählten Ideen umgesetzt werden können. 
    • Salz & Suppe wurde unter Federführung des Amtes für Stadtplanung und Wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart erarbeitet. Zahlreiche, auch ehrenamtliche Projektpartner leisteten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projekts.
    • Bis Ende 2017 erfolgte die finanzielle Förderung zu 50% durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, sowie zu 50% durch die Landeshauptstadt.

    Erfolge

    • Im Ergebnis entstanden unterschiedlichste Ideen, die zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung und besseren Miteinander beitragen können, z. B. ein Pop-up-Wohnzimmer zur Nutzung von Leerstand und eine Stadt-App für ältere Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts.
    • Einzelne Projekte konnten zeitnah realisiert werden.
    • Auf 54 Teilnehmerplätze bewarben sich rund 280 Bürgerinnen und Bürger. Alle Gruppen konnten milieuübergreifend besetzt werden.
    • Viele Gruppen treffen sich weiterhin regelmäßig, um sich auszutauschen und ihre Vorhaben umzusetzen.
    • 87% der Befragten würden Salz & Suppe weiterempfehlen oder noch einmal daran teilnehmen.
    • 51% der Befragten gaben an, dass sich ihr Interesse an der Stadtentwicklung sich im Verlauf des Projekts gesteigert hat.
    • Die Beteiligungsmethode Salz & Suppe wird bereits von anderen Kommunen erfolgreich umgesetzt.

    Kontakt

    Ulrich Dilger und Birgit Kastner

    Projektleitung
    Amt für Stadtplanung und Wohnen
    Landeshauptstadt Stuttgart

    Weitere Informationen

    Salz und Suppe

    Publikation »Salz & Suppe – Kann man beim Essen die Stadt verbessern?« (Krämer Verlag Stuttgart, 2017; ISBN: 978-3-7828-1234-2)

    https://www.youtube.com/watch?v=rKS9zJYvNeg

  • Südwestfalen – Schülerwettbewerb zur Region Südwestfalen

    Identifikation mit der Heimatregion: Schülerinnen und Schüler aller Schulformen wurden aufgefordert, sich mit der „Gegenwart und Zukunft des ländlichen Raums in Südwestfalen" zu beschäftigen und ein kreatives Spiel zu erfinden. 

    Ausgangslage

    • Die fünf Landkreise Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, der Märkische Kreis und der Hochsauerlandkreis bilden gemeinsam die Region „Südwestfalen". Insgesamt gehören 59 Städte und Gemeinden mit zusammen 1,4 Millionen Einwohnern dazu.
    • Südwestfalen ist eine starke Wirtschaftsregion, in der mehr als 140 Weltmarktführer angesiedelt sind.
    • Gleichzeitig ist die Region sehr ländlich geprägt – mit den dazugehörigen Chancen und Problemen.
    • Durch den demographischen Wandel wird Südwestfalen von 2011 bis 2030 vermutlich 11 Prozent seiner Einwohner verlieren (Quelle: Statistisches Landesamt NRW).
    • Außerdem wird die Bevölkerung stark altern. Bis 2030 wird der Anteil der über 65-Jährigen um mehr als 20 Prozent steigen, während gleichzeitig die Zahl der unter 25-Jährigen um knapp 23 Prozent abnehmen wird (Quelle: Mikrozensus 2012).
    • Viele junge Menschen verlassen die Region im Rahmen der sogenannten „Bildungswanderung".
    • Aufgabe der REGIONALE 2013 war u. a., Handlungsansätze zu finden, um die Auswirkungen dieser Veränderungen zu gestalten. Dazu wurden unterschiedliche Strategien und Projekte entwickelt.
    • Da die Region weiterhin auch für junge Menschen attraktiv sein möchte und muss, wurde auch überlegt, wie diese Zielgruppe besser erreicht werden kann. Daraus entstand die Idee, einen Schülerwettbewerb zu entwickeln.

    Ziele

    • Die Jugendlichen machen sich mit ihrer Heimatregion vertraut und entwickeln Zukunftsperspektiven.
    • Sie werden dazu angeregt, die Stärken und Schwächen ihrer Heimat zu erkennen und Visionen für die Region zu entwickeln.
    • Die Schülerinnen und Schüler werden zur Mitgestaltung ermuntert.
    • Die Abwanderung junger Menschen soll reduziert bzw. die Zahl der Rückkehrer erhöht werden.  

    Umsetzung

    • Der Schülerwettbewerb Südwestfalen entstand im Rahmen des REGIONALE-Netzwerkprojekts „Zukunft der Dörfer in Südwestfalen".
    • In Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Arnsberg wurde eine Expertengruppe aus Lehrern, Ortsheimatpflegern, Interessierten und Vertretern der Initiative „Schule der Zukunft" gebildet.
    • Durch eine Exkursion und mehrere Projektwerkstätten wurden die regional relevanten Themen der Expertengruppe nahe gebracht und gemeinsam so aufbereitet, dass sie für einen Schülerwettbewerb geeignet waren.
    • Anschließend wurden Lehrer gewonnen, die mit ihren Klassen am Wettbewerb teilnahmen. Für sie gab es die Möglichkeit, eine Fortbildung zu besuchen.
    • Das Thema des Wettbewerbs war außerdem auf die Kernlehrpläne der Schulen abgestimmt und in den Unterricht integrierbar.
    • Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 beschäftigten sich mit der Frage: „Was wäre die Welt ohne unsere Region Südwestfalen?".
    • Passend dazu entwickelten sie Spielideen, die das Thema „Gegenwart und Zukunft des ländlichen Raums in Südwestfalen" aufgreifen. Dabei ging es auch darum, kreative Problemlösungen zu finden.
    • Mögliche Leitfragen für die Jugendlichen waren:
      • Was bietet dein Dorf, deine Stadt, deine Region? Untersuche deine Umgebung!
      • Welche Probleme findest du vor? Welche positiven Ansätze sind vorhanden?
      • Wie kann dein Lebensraum attraktiver gestaltet werden?
      • Wie sieht deine Zukunftsvision für dein Dorf, deine Stadt, deine Region aus?
    • Diese Überlegungen sollten als Grundlage für die Spielidee dienen. Die Form des Spiels konnten die Schülerinnen und Schüler frei wählen.
    • Für die Erstellung der Spiele waren teilweise intensive Recherchearbeiten durch die Schülerinnen und Schüler notwendig.
    • Zu den Bewertungskriterien zählten unter anderem ein deutlich erkennbarer regionaler Bezug, problemlösendes Denken und die Umsetzbarkeit der Visionen in die Realität.
    • Im Rahmen des Wettbewerbs wurde gemeinsam mit dem Arbeitsbereich Geographiedidaktik der Ruhr-Uni Bochum das Methodenhandbuch „Südwestfalen 360° - Die eigene Region entdecken, erleben, erfahren" entwickelt.

    Erfolge

    • Aus dem Wettbewerb ging das Spiel "Vision Südwestfalen" hervor, das nun als Unterrichtsmaterial an alle südwestfälischen Schulen verteilt wird. 
    • Außerdem entstand ein Methodenhandbuch für Lehrer: Südwestfalen 360° - die eigenen Region entdecken, erleben, erfahren. 
    • Die Spiele wurden auf einer Spielemesse in Attendorn vorgestellt.
    • Ein weiteres der Spiele (Südwestfalen von A bis Z) wurde veröffentlicht und wird seitdem für Grundschul- und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. 
    • Aufgrund des Erfolgs des Spielewettbewerbs wurde der Schülerwettbewerb für 2013/2014 mit dem Thema „Südwestfalen 360°- die eigene Region entdecken, erleben, erfahren" neu aufgelegt. Es wurden insbesondere Exkursionen zu besonderen Orten der Region erarbeitet. Die Exkursionen werden in einem Exkursionsführer veröffentlicht.
    • Insgesamt beteiligten sich 24 Schülergruppen verschiedener Schulformen an beiden Wettbewerben. 

    Kontakt

    Dr. Stephanie Arens

    Projektentwicklung/Projektmanagement
    Südwestfalen Agentur GmbH
    Martinstraße 15
    57462 Olpe

    Weitere Informationen

    Vision Südwestfalen - das Spiel: www.suedwestfalen-macht-schule.com/lehrmaterialien/spiel-vision-suedwestfalen/

    Südwestfalen macht Schule: www.suedwestfalen-macht-schule.com

    Projektdokumentation: „SchülerInnenwettbewerb 2011/2012: Was wäre die Welt ohne unsere Region Südwestfalen? Ein Projekt des Netzwerks ‚Zukunft der Dörfer in Südwestfalen‘"

    Methodenhandbuch für den Unterricht: „Südwestfalen 360° - Die eigene Region entdecken, erleben, erfahren"

  • Telgte - „Telgte, Dein Zuhause"

    In Telgte zogen alle mit, die Verwaltung, der Rat und die Bürger. So wurde ein um-fassender Demographieprozess entwickelt, aus dem viele Projekte wie „Telgte, Dein Zuhause" entstanden sind. Ein wichtiges Ziel war die Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

    Ausgangslage

    • Die Stadt Telgte verzeichnete über mehrere Jahre eine niedrigere Geburten- als Sterberate und eine niedrigere Zuwanderung als Abwanderung.
    • Telgte verlor innerhalb von 5 Jahren rund 500 Einwohner.
    • Die wachsende Altersgruppe der aktiven Senioren bietet beste Voraussetzungen für das ehrenamtliche und freiwillige Engagement.

    Ziele

    • Bewältigung des demographischen Wandels
    • Gewinnung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Gesamtstadt Telgte, eine der bedeutendsten Querschnittsaufgaben zur Bewältigung des demographischen Wandels.

    Umsetzung

    • Die Stadt Telgte aktiviert das ehrenamtliche Engagement in der Stadt um den Folgen des demographischen Wandels zu begegnen. Dazu entwickelte sie eine Online-Plattform, die auf der sich alle lokalen Vereine und Initiativen präsentieren können. 
    • Das Projekt „Telgte, Dein Zuhause" ist eine der Maßnahmen des Telgter Ziel- und Projektplan zum Thema Demographie. In dem Ziel- und Projektplan werden ein Leitbild, die prioritären Handlungsfelder, Ziele und 18 konkrete Maßnahmen dargestellt.
    • Die Präsentationsplattform für alle Telgter Vereine, Initiativen oder Interessengruppen im ehrenamtlichen Bereich soll aufzeigen, wie viele Möglichkeiten die örtlichen Vereine, Institutionen und Gruppen bieten, sich zu engagieren und das gesellschaftliche Leben in Telgte mitzugestalten.
    • Auf der Informationsplattform werden alle Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements in Text und Bild inklusive Terminen präsentiert.
    • Die Stadt Telgte konzipierte die Präsentationsplattform und begleitet die örtlichen ehrenamtlichen Vereine, Initiativen und Gruppen bei der Einstellung der Daten in Text und Bild.
    • Die Datenpflege erfolgt über die Vereine, Initiativen und Gruppen selbst.
    • Die Teilnahme der Vereine, Initiativen und Gruppen ist kostenlos.

    Erfolge

    • Bereits über 70 Vereine, Initiativen oder Interessengruppen aus Telgte, Westbevern-Dorf und Westbevern-Vadrup stellen sich auf der Informationsplattform vor und haben ihre Aktivitäten und Termine in einem gemeinsamen Kalender dargestellt.
    • Die monatliche Zugriffszahl der Plattform liegt konstant bei rund 1.000 und hat damit alle Erwartungen übertroffen.
    • Die Plattform wird derzeit hinsichtlich der Handhabung auf Smartphones weiterentwickelt.

    Kontakt

    Andreas Bäumer

    Stadt Telgte
    Baßfeld 4-6
    48291 Telgte
    Telefon: 02504 - 13 298

    Weitere Informationen

  • Torgelow – GeroMobil

    GeroMobil Torgelow GeroMobil Torgelow

    Wohnortnahe gerontopsychiatrische Versorgung im ländlichen Raum: Im Altkreis Uecker-Randow können sich Angehörige und Betroffene im GeroMobil zu Demenz und anderen altersbedingten Erkrankungen beraten lassen. 

    Ausgangslage

    • Wirtschaftliche Strukturschwäche und demographischer Wandel prägen die Entwicklung des Altkreises Uecker-Randow:
      • Die Gemeinden sind flächenmäßig sehr weiträumig verteilt und größtenteils sehr dünn besiedelt.
      • 23 Prozent der Bevölkerung des Altkreises Uecker-Randow sind mindestens 65 Jahre alt.
      • wegbrechende Infra- und Versorgungsstrukturen
      • hohe Bedeutsamkeit altersbedingter Störungen (vor allem Demenz)
      • steigender Pflegebedarf
      • Verringerung des familiären Unterstützungspotenzials durch Wegzug
      • häufige Überlastung der Angehörigen bei der Pflege Demenzkranker
    • Um bei der ländlichen Bevölkerung weiterhin eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten und die Abwanderung zu stoppen, sind mobile Leistungserbringer sehr wichtig.
    • Aufgrund der schlechten Infrastruktur bestand gerade bei den an Demenz Erkrankten (vor allem im Frühstadium der Demenz) eine starke Unterversorgung. So entstand im Rahmen des Modellprojekts "Länger leben in Mecklenburg-Vorpommern" die Idee für das "GeroMobil".

    Ziele

    • Entlastung pflegender Angehöriger 
    • Entlastung der Hausärzte und Fachärzte
    • frühzeitige Identifizierung von Hilfebedarfen bei geriatrischen Erkrankungen (Frühdiagnostik) für Leistungsberechtigte der Kranken- und Pflegeversicherung
    • längerer Verbleib der Pflegebedürftigen bei ihren Angehörigen im gewohnten häuslichen Umfeld und damit eine möglichst lange Vermeidung einer Heimeinweisung
    • Übergeordnetes Ziel ist die Akzeptanz des Krankheitsbildes Demenz in der Bevölkerung und mehr Verständnis für pflegende Angehörige

    Umsetzung

    • Das GeroMobil stellt die wohnortnahe gerontopsychiatrische Versorgung im Altkreis Uecker-Randow sicher. Ein behindertengerechtes Beratungsauto bietet Senioren und ihren Angehörigen im ländlichen Raum kostenlose Information, Beratung, Betreuung und Unterstützung.
    • Durch das Fahrzeug wird ein neutraler Raum geschaffen, in dem die Persönlichkeitssphäre des Einzelnen gewahrt bleibt. Ein zusätzlicher neutraler PKW ermöglicht den GeroMobil-Beraterinnen und -beratern auch Hausbesuche.
    • Eine hauptamtliche Kraft mit 15 Wochenstunden und ehrenamtliche Kräfte beraten im GeroMobil.
    • Wichtige Schritte zur Etablierung des GeroMobils in Uecker-Randow:
      • Es wurde ein Tourenplan unter Einbeziehung der jeweiligen Bürgermeister erstellt.
      • Diese stellten kostenlos einen zentral gelegenen Stellplatz zur Verfügung.
      • Aufbau eines Netzwerkes (u. a. mit  regionalen Kostenträgern, Leistungserbringern, Kommunen, Institutionen sowie Betroffenen und deren Angehörigen)
      • Einbindung des Projektes in schon vorhandene Netzwerke
      • Bildung einer Arbeitsgruppe mit z.B. Experten für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Neurologie
      • Bildung eines Beirates mit Mitgliedern aus dem öffentliche und privaten Gesundheitsbereich
      • Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auf Honorarbasis
      • temporäre wissenschaftliche Begleitung durch das Institut für Sozialpsychiatrie der Universität Greifswald – Mecklenburg-Vorpommern
      • enge Zusammenarbeit mit dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern  
    • Zur Steigerung der Effektivität für den ländlichen Raum wird die Gerontopsychiatrische Beratung mit einer allgemeinen Beratung verbunden.
    • In den ersten drei Jahren wurde das Projekt zu 80 Prozent aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Frauen und Jugend und zu 20 Prozent aus Eigenmitteln der Volkssolidarität Uecker-Randow e. V. finanziert.
    • Seit 2015 übernehmen die Finanzierung des Projektes zu 90% der Landkreis Vorpommern Greifswald und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) Mecklenburg Vorpommern sowie 10 % der Träger, die Volkssolidarität Uecker Randow e.V.

    Erfolge

    • Das GeroMobil-Team wurde über die regelmäßigen Routen in den ländlichen Regionen ein vertrauensvoller Partner und trägt so zu einem möglichst frühzeitigen Zugang zu Hilfen bei.
    • Das GeroMobil verzeichnet pro Woche mindestens sechs Hausbesuche.
    • Die Hausbesuche ermöglichen die frühzeitige Diagnostik von Demenz, Ermittlung persönlicher Ressourcen und Vermittlung von passgenauen individuellen Hilfen (z. B. Betreuung, Tagespflege, bestimmte Therapien, Vermittlung an Fachärzte).
    • Durch die aufsuchende Tätigkeit wird der Problematik der Mobilitätseinschränkungen und der mangelhaften Anbindung der ländlichen Räume an den öffentlichen Personennahverkehr begegnet.
    • Es sind mehrere ehrenamtliche Mitarbeiter aktiv.
    • Die Bürger erhalten eine Übersicht über die vorhandenen Angebote der Region.
    • Enge Zusammenarbeit mit dem Projekt „Sinne erleben und beleben“ - ein helfendes Ehrenamt (individuelle Betreuung von Demenzerkrankten in der Häuslichkeit), Träger ist ebenfalls die Volksolidarität Uecker-Randow e.V.

    Kontakt

    Herr Thom

    Volkssolidarität Uecker-Randow e. V.
    Bahnhofstraße 44
    17358 Torgelow

    Weitere Informationen

  • Trier - Kommunales Bildungsmanagement

    Durch die Implementierung eines Kommunalen Bildungsmanagements in Trier werden stetig strategische Konzepte sowie passgenaue Bildungsangebote entwickelt. Eine zentrale Datenbank bietet dafür eine wichtige Basis.

    Ausgangslage

    • Bis zum Projektstart war die kommunale Bildungslandschaft in Trier durch folgende Aspekte gekennzeichnet:
      • Bildung als übergreifendes kommunales Thema ist nicht im Blick; zuweilen Reduktion auf Schule (und hier auf Gebäudewirtschaft)
      • getrennte Zuständigkeit in verschiedenen Dezernaten
      • gemeinsame Datengrundlagen bestehen nicht; Bildungsplanung findet ohne Gesamtkoordination und auf Ebene der Einzelämter statt
      • Kooperationen bestehen im Rahmen des ausgelaufenen Programms „Lernende Region" des Bundesministerium für Bildung und Forschung vor allem auf dem Gebiet der Weiterbildung

    Ziele

    • Die zentrale Aufgabe der Stabsstelle „Lernen vor Ort" war die Entwicklung eines kommunalen Bildungsmanagements.
    • Das Kommunale Bildungsmanagement soll als neue Abteilung in der Verwaltung über die geförderte Projektlaufzeit von „Lernen vor Ort" hinaus weitergeführt werden. 

    Umsetzung

    • Mit dem Projekt „Lernen vor Ort – Grenzenloser Bildungsraum Trier" verbunden, war die Einrichtung einer Stabsstelle „Lebenslanges Lernen" beim Oberbürgermeister.
    • Alle bildungsrelevanten Ämter wurden erstmals in einem Dezernat für Bildung, Soziales, Jugend und Sport zusammengeführt. Alle Bereiche der formalen Bildung wurden in dem neuen Dezernat zusammengefasst und mit einer neuen Dezernentin besetzt.
    • Das Projekt „Lernen vor Ort" wurde strukturell als Stabsstelle des Oberbürgermeisters in die Verwaltung integriert. Damit wurde die Grundlage einer ressortübergreifenden Koordination des Bildungsbereichs in der Kommune geschaffen.
    • Über aktuelles Wissen zur Bildungssituation in Trier verfügt das kommunale Bildungsmanagement als Betreiberin einer zentralen Datenbank. Aus dieser Datenbank produziert das kommunale Bildungsmanagement regelmäßig Berichte für verschiedene Nutzergruppen wie z. B. den Stadtrat.
    • Relevante städtische Ämter sowie die Stadtspitze verfügen über eigens eingerichtete Zugänge zu dieser Datenbank und erhalten so die für sie wichtigen Informationen.
    • Zur Anbindung der breiten (Fach-)Öffentlichkeit und Vernetzung der Bildungsorganisationen wurden die Instrumente Bildungskonferenz (1 x jährlich) und Bildungsgespräche (ca. 4 x jährlich) etabliert.
    • Die Kernziele und Aufgaben der Stabstelle bestanden darin, durch die Entwicklung und Umsetzung von bedarfsorientierten Maßnahmen und Projekten die Bildungslandschaft der Stadt und der Region Trier zu gestalten sowie die Bürger und Bürgerinnen, Bildungsorganisationen, Wirtschaft und Politik zu informieren und zu vernetzen.
    • Zu den Projekten, die von der Stabsstelle umgesetzt wurden, gehörten z. B.:
      • die Bildungsstrategie „MINT – Lernen in Trier"
      • „TILL Trierer Informationssystem lebenslanges Lernen"
      • das „Trierer Bündnis für Alphabetisierung und Grundbildung"
      • die Gewinnung ehrenamtlicher Lese-/Lernpaten

    Erfolge

    • Nach vier Jahren erfolgreicher Projektarbeit wird die Arbeit der Stabsstelle „Lernen vor Ort" als Stabsstelle „Kommunales Bildungsmanagement" fest in der Stadtverwaltung verankert.
    • Das kommunale Bildungsmanagement mit insgesamt 1,5 Stellen bearbeitet in der Tradition von „Lernen vor Ort" Bildungsthemen, die nicht explizit in den Fachämtern verankert sind als Querschnittsaufgabe für alle Dezernate.
    • Damit werden die erfolgreich eingeführten Bildungsangebote und Netzwerke aus den Bereichen MINT und Alphabetisierung ebenso fortgeführt wie das Bildungsmonitoring, das der Stadt Trier die Entscheidungsgrundlagen für ein datenbasiertes Bildungsmanagement bietet.
    • In der zentral gelegenen Stadtbibliothek wurde ein Lerntreff eingerichtet, in dem umfassende Bildungsberatunginstrumente zur Verfügung stehen sowie zahlreiche Lernangebote gerade für benachteiligte Nutzergruppen angeboten werden.
    • Einbindung des Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts 'Bildungskoordination für Zugewanderte' im Kommunalen Bildungsmanagement.

    Kontakt

    Rudolf Fries

    Kommunales Bildungsmanagement
    Stadt Trier
    Am Domfreihof 1b
    54290 Trier

    Weitere Informationen

  • Trier - Zukunftsmanagement einer Stadt

    Mit einem gesamtstrategischen Ansatz und dem Instrumentarium „Zukunftsmanagement" gestaltet die Stadt Trier die Alters- und Erwerbsstruktur in der Bevölkerung ausgewogener. Beteiligte Akteure kommen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Bürgerschaft.

    Ausgangslage

    • Zukunftsmanagement ist bisher vor allem ein Instrument von Unternehmen, das dazu dient, vorausschauendes Denken und Handeln zu etablieren.
    • Die Stadt Trier stellt als Oberzentrum für einen Einzugsbereich von über 500.000 Menschen zentrale öffentliche Infrastruktur- und Dienstleistungsangebote bereit.
    • Dabei besitzen die Stadt und die Region Trier eine gute Ausgangsbasis um die Herausforderungen des demographischen Wandels proaktiv zu gestalten: Beide verzeichneten in den vergangenen Jahren ein Bevölkerungswachstum. Außerdem strahlt die Wirtschaftskraft des Großherzogtums Luxemburg in die Region hinein.

    Ziele

    • Das (demographisch) wichtigste Ziel des Zukunftskonzeptes „Zukunft Trier 2025" lautet: In Trier leben 120.000 Einwohner mit einer ausgewogenen Alters- und Erwerbsstruktur.

    Umsetzung

    • Die Methoden und Prozesse des Zukunftsmanagements aus Unternehmen wurden durch die Stadt Trier für ihren Zweck umformuliert.
    • Im Fokus steht die Beantwortung der folgenden Kernfragen:
      • Welche Veränderungen des wirtschaftlichen, technologischen, politischen und soziokulturellen Umfeldes kommen in den nächsten Jahren auf unsere Stadt zu?
      • Welche Chancen stecken für uns in diesen Veränderungen?
      • Welche Risiken bringen diese Veränderungen für die Entwicklung unserer Stadt?
      • Wie kann und soll unsere Stadt in fünf, zehn und dreißig Jahren aussehen?
      • Was müssen die Führungsebenen unserer Stadt jetzt konkret dafür tun?
      • Welche Etappenziele müssen wir definieren und umsetzen?
    • Auf dieser Grundlage erstellte die Verwaltung gemeinsam mit etwa 120 Institutionen und anderen öffentlichen Einrichtungen der Stadt ein Zukunftskonzept.
    • Das Konzept „Zukunft Trier 2020" (heute: Zukunft Trier 2025) ist ein gesamtstrategischer Ansatz, der die kurz- bis langfristige Entwicklung der Stadt mit Visionen, Leitbildern, konkretisierenden Zielen und konkreten Maßnahmen formuliert.
    • Die Stadt Trier verfolgt eine ganzheitliche Strategie, die die Entw