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Essen - „Mehr Bewegung im Alltag! - Willst Du mit mir gehen?“

In Essen sorgen begleitete Spaziergänge für Seniorinnen und Senioren für mehr Bewegung, soziale Kontakte und eine engere Bindung an den Stadtteil. Auch erhält die Stadt regelmäßige Rückmeldung über die "Spaziergangsfreundlichkeit" der einzelnen Stadtteile.

Ausgangslage

  • Über 20 % der Essener sind mindestens 65 Jahre alt.
  • Viele ältere Menschen sind einsam, bewegen sich zu wenig und verlieren die Verbindung zu ihrem Stadtteil.
  • Der Effekt von Alltagsbewegung auf die Gesundheit älterer Menschen wird unterschätzt, Präventionschancen werden zu wenig genutzt.
  • Es gibt viele ältere Menschen, die auch im Alter noch aktiv sein und sich ehrenamtlich engagieren möchten.

Ziele

  • mehr Bewegung in den Alltag von Senioren integrieren und deren vielfältige positive Auswirkungen nutzen (z.B. Prävention und Gesundheitsförderung)
  • Vertrautheit mit dem Stadtteil erhalten bzw. schaffen
  • soziale Kontakte fördern
  • Mobilisierung von bürgerschaftlichem Engagement „von Senioren für Senioren"
  • aktives Altern fördern
  • Rückmeldungen darüber, wie der Stadtteil bewegungsfreundlicher gestaltet werden kann.

Umsetzung

  • In Essen bieten ehrenamtliche Patenteams von mindestens zwei Seniorinnen oder Senioren in jeweils 'ihrem' Stadtteil einen begleiteten Spaziergang an und schaffen so ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot für ältere Menschen aller gesellschaftlichen Schichten.
  • Das Projekt „Willst du mit mir gehen? – Spazieren gehen im Stadtteil" wurde initiiert durch den Seniorenbeirat, das Seniorenreferat des Amtes für Soziales und Wohnen sowie der Gesundheitskonferenz und deren Mitgliedsorganisationen.
  • Die kostenlosen Spaziergänge dauern etwa eine Stunde und starten immer am gleichen Treffpunkt.
  • Die Spaziergänge werden so geplant, dass auch mobilitätseingeschränkte Menschen daran teilnehmen können. Sie werden auch den Wünschen der Teilnehmer entsprechend angepasst. 
  • Die Spaziergängerinnen und Spaziergänger untersuchten zudem gemeinsam mit dem Institut für Stadtplanung der Universität Duisburg-Essen 'ihre' Stadtteile auf „Spaziergangsfreundlichkeit" und erarbeiteten Vorschläge.
  • Die Paten und Patinnen haben die Möglichkeit an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen und erhalten unterstützende Materialien (Button, Stadtplan u. a.).
  • Mithilfe der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung wurden die Erfahrungen der ersten fünf Monate das Projekts wissenschaftlich ausgewertet.
  • Die Werbung im Stadtteil (z. B. mit Postkarten und Plakaten) wird von den Patenteams selbst übernommen.
  • Halbjährlich finden Patentreffen im Rathaus statt, bei denen sich die Patinnen und Paten austauschen können und das Projekt weiterentwickelt wird. Die Stadt Essen bietet so einen geeigneten kommunalen Rahmen für die Förderung und Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements. 

Erfolge

  • Inzwischen werden rund 35 wöchentliche Spaziergänge von über 140 Spaziergangspatinnen und -paten angeboten.
  • An den Spaziergängen nehmen pro Stadtteil durchschnittlich bis zu 35 ältere Menschen teil.
  • Die erarbeiteten Verbesserungsvorschläge für die "Spaziergangsfreundlichkeit" der verschiedenen Essener Stadtteile fließen in die Stadtplanung ein.
  • Auszeichnung mit dem RWE Klimaschutzpreis (2014)
  • Im Rahmen der „Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017" gibt es eine Broschüre mit den schönsten Essener Spaziergängen der 34 Stadtteilteams
  • Das Projekt realisiert zeitgemäße Gesundheitsförderung, mobilisiert ein beachtliches bürgerschaftliches Engagement und schafft Vorbilder für ein aktives Altern.

Kontakt

Manuela Mumrey

Amt für Soziales und Wohnen Seniorenreferat
Steubenstraße 53
45138 Essen

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

EssenNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2017

583.393

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-3,7

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