Pößneck - „Pößneck kommt zurück“ eine Kampagne zur Gestaltung des demografischen Wandels

Was macht die Stadt für Menschen attraktiv? Wie können neue Einwohner gewonnen werden? Die Ost-Thüringische Stadt Pößneck reagierte mit einer breit angelegten Kampagne auf den demographischen Wandel und die Abwanderung aus der Region.  Mit Erfolg: 2015 wurde die Kampagne beendet und sie wirkt bis heute.

Ausgangslage

  • Die Stadt Pößneck hat seit der Wende etwa ein Drittel ihrer Einwohnerschaft verloren.
  • Gleichzeitig stieg das Durchschnittsalter der verbleibenden Bevölkerung.
  • In den letzten Jahren hat sich die Entwicklung verlangsamt, zum Stillstand gekommen ist sie jedoch nicht.
  • Die Folgen von Abwanderung und Überalterung hinterlassen deutliche Spuren im Stadtbild – besonders Teile der Innenstadt sind von Leerstand und Verfall betroffen.

Ziele

  • Pößneck zukunftsfähig machen
  • Einwohner (zurück)gewinnen
  • die Entwicklung der Stadt aktiv gestalten
  • negative Folgen minimieren 

Umsetzung

  • Auf Initiative der Stiftung Schloss Ettersburg wurde eine Kampagne erarbeitet. Anfangs erarbeitete man, was eine Stadt für Menschen attraktiv macht und welche Kriterien eine Entscheidung für oder gegen eine Stadt beeinflussen.
  • Mit dem Titel„Pößneck kommt zurück" soll zum einen dokumentiert werden, dass Pößneck nach dem industriellen Niedergang in den Jahren nach der Wende wieder eine positive Entwicklung nimmt. Zum anderen ist es der Aufruf an ehemalige Pößnecker zurück zu kommen.
  • Das Motiv der Kampagne zeigte den Bildungsstandort am Pößnecker Viehmarkt. Die Brücke symbolisierte dabei die Verbindung zwischen den Traditionen der Stadt und einer modernen Zukunft.
  • Suchende sollten auf emotionale Art und Weise an die Stadt herangeführt werden. Pößneck warb nicht nur mit harten Fakten wie Arbeitsplätzen und günstigem Wohnen, sondern auch mit den weichen Faktoren wie Kultur, Freizeit, attraktiven Bildungsangeboten und Angeboten für Familien.
  • Auf der eigens erarbeiteten Webseite wurden für verschiedene Nutzergruppen individuell zugeschnittene Informationen geliefert. In einer  interaktiven Karte wurden Inhalte aus allen Bereichen des Lebens zusammengestellt, so dass sich  Interessenten schon in der Phase der Entscheidungsfindung anschaulich über das Leben und Arbeiten in Pößneck informieren konnten. Die hinterlegten Daten wurden durch die Stadt Pößneck regelmäßig aktualisiert und ergänzt.
  • Für die Umsetzung der Kampagne standen für die erste Stufe Mittel des Landes Thüringen, der Stiftung Schloss Ettersburg und der Stadt Pößneck zur Verfügung.
  • Die Planung und Umsetzung erfolgte durch die Stadtmarketing Pößneck GmbH, einer Tochter der Stadt Pößneck sowie durch die Stiftung Schloss Ettersburg.
  • Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eröffnete die Kampagne symbolisch durch das Entrollen des Motivbanners an einem ehemaligen Sanierungsobjekt am Pößnecker Viehmarkt, in dem sich heute ein überbetrieblicher Bildungsträger, die Euro-Schule befindet.
  • Es wurde gezielt in der Stadt Jena um Wohnungssuchende geworben. Dies erfolgte über eine zweite Plakatkampagne, für die ein neues Motiv entwickelt wurde. Zielgruppe waren zum Einen Neu-Jenaer, die aufgrund beruflicher Neuorientierung nach Jena ziehen wollten, zum Anderen auch Jenaer, die aufgrund der attraktiven Bauland-Preise einen Hausbau im Jenaer Umland in Erwägung zogen.
  • Die Stadt hat gemeinsam mit der GWG die zum Verkauf stehenden GWG-Immobilien katalogisiert und dabei die Informationen zielgerichtet für eine effektivere Vermarktung aufbereitet. So beinhalten die Exposés beispielsweise jetzt auch Nutzungsvorschläge für das jeweilige Objekt. Die Immobilien werden nicht nur von der GWG direkt, sondern auch in allen gängigen Immobilien-Portalen im Internet angeboten, um einen breiteren Personenkreis anzusprechen. Interessenten finden einen kompetenten Ansprechpartner vor, der sie unterstützt und bei Bedarf weitere Kontakte herstellt. Restgrundstücke und Grundstücke für EFH-Bebauung in erschlossenen Wohngebieten wurden ebenfalls zielgerichteter vermarktet.
  • In Jena studieren – in Pößneck wohnen: Aufgrund der Wohnungsknappheit und den damit verbundenen hohen Mietkosten in Jena vermutete man, dass sich Pößneck zu einer echten Alternative für viele Studenten entwickeln könnte.
  • Die Stadt Pößneck stellte ihre Wohnstandort-Vorteile zielgruppenorientiert auf einem Flyer dar, der nach dem Start der Kampagne für die Studierenden in Jena auslag. Sowohl die Fachhochschule als auch die FSU haben die Flyer ausgelegt und über ihre studentischen Vertretungen auch ins Internet gestellt. Der Flyer lieferte kurz und knapp konkrete Informationen zu Wohnungsangeboten, Mietkosten, Entfernung und Fahrzeit nach Jena und sogar einen Fahrplanauszug. Auch hier wurde wieder ein fester Ansprechpartner für die Interessenten benannt. (Das Projekt „Studentenwohnen" wurde nach 2014 eingestellt. Hier waren keine nachhaltigen Erfolge zu verzeichnen.)

Erfolge

  • Seit 2012 hat Pößneck einen positiven Wanderungssaldo. Es entstehen lediglich marginale Einwohnerverluste durch den Überschuss bei der Sterberate ggü. der Geburtenrate.
  • Städtebauliche Ziele, die mit dem Projekt im Zusammenhang stehen, wurden umgesetzt. Es konnten größere Bauvorhaben realisiert werden (Schwimmbad, Museum, Schützenhaus-Sanierung, Beräumung und Neugestaltung von Industriebrachen, städtebauliche Sanierungsprojekte).
  • Es konnten viele Investoren gewonnen werden, die in den Gebäudebestand investieren, um attraktive Wohnangebote zu schaffen.
  • Das Image der Stadt hat sich wesentlich verbessert.

Kontakt

Andreas Dreißel

Stadtmarketing Pößneck GmbH
Straße des Friedens 20
07381 Pößneck
Telefon: 03647 - 4490820

Dr. Julia Dünkel

Stadt Pößneck
Markt 1
07381 Pößneck

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