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Berlin - Perspektivenwechsel

Es gibt sie bereits: Menschen mit geistiger Behinderung, die als Alltagsbegleiter in Altenhilfeeinrichtungen arbeiten. Sie helfen den Senioren z. B. bei der Essenszubereitung, begleiten sie bei Spaziergängen oder gehen für sie einkaufen. Um weitere Projekte in diesem Bereich anzustoßen, entstand in einem Kooperationsprojekt die umfangreiche Broschüre "Perspektivenwechsel".

Ausgangslage

  • Zwar bieten Werkstätten für behinderte Menschen heutzutage vielfältige Arbeitsmöglichkeiten, doch viele Menschen mit Behinderung wünschen sich – ganz im Sinn gesellschaftlicher Inklusion – eine Beschäftigung in einem „ganz normalen" Betrieb.
  • Das Arbeitsfeld Altenhilfe ist für Menschen mit Behinderung besonders attraktiv, da hier Einfühlsamkeit, Umsicht und Kommunikationsfähigkeit gefragt sind.
  • Moderne Konzepte von Altenhilfe gehen über die rein physisch-pflegerische Versorgung der Senioren hinaus und nehmen auch ihre individuellen und sozialen Bedürfnisse in den Blick. Hierfür wird vielfältiges Personal benötigt, das auch in der Bevölkerungsgruppe der behinderten Menschen zu finden ist.
  • Alltagsbegleiter-Projekte, die es mittlerweile in Braunschweig, Berlin, Bremerhaven und einer ganzen Reihe weiterer Städte in Deutschland gibt, verbinden beide Intentionen: die Inklusion behinderter Menschen im Bereich Arbeit und die Weiterentwicklung einer bedürfnisorientierten Altenhilfe.

Ziele

  • Anstoßen weiterer Projekte mit der Verknüpfung Inklusion behinderter Menschen im Bereich Arbeit und die Weiterentwicklung einer bedürfnisorientierten Altenhilfe

Umsetzung

  • Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Perspektivenwechsel" wurden behinderte Alltagsbegleiter, Altenhilfeeinrichtungen und Werkstätten für behinderte Menschen mit entsprechender Erfahrung befragt und die Ergebnisse in einer Broschüre veröffentlicht.
  • Das Projekt „Perspektivenwechsel" wurde von der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. durchgeführt.
  • Es wurden 17 Werkstätten für behinderte Menschen, 29 Einrichtungen der Altenhilfe und 56 Menschen mit Behinderung befragt.
  • Die wichtigsten Ergebnisse:
    • Die pflegefachlichen Aufgaben bleiben dem professionellen Personal vorbehalten und sind nicht Bestandteil der Alltagsbegleiter-Tätigkeiten.
    • Die Alltagsbegleiter mit Behinderung sind größtenteils im Rahmen von ausgelagerten Werkstattarbeitsplätzen tätig, denen in der Regel ein Betriebspraktikum vorausgegangen war. Manchmal gelingt auch der Sprung in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.
    • Die gute Begleitung durch einen Jobcoach aus der WfbM und möglichst auch durch einen Jobpaten aus der Altenhilfeeinrichtung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.
    • Bewährt hat sich ein Qualifizierungsmix für (angehende) Alltagsbegleiter aus inner- und außerbetrieblichen Maßnahmen. Auch auf Themen wie „Sterben und Tod" müssen die Interessenten vorbereitet werden.
    • Die Zufriedenheit und der Zugewinn an Autonomie und Selbstbewusstsein bei den beschäftigten Alltagsbegleitern sind sehr hoch. Viele Alltagsbegleiter möchten weiterhin in der Einrichtung arbeiten, einige dort sogar noch mehr Verantwortung und Aufgaben übernehmen.

Erfolge

  • Hochwillkommene Nachahmer können einfach auf das im Projekt entstandene Material zurückgreifen.
  • Mehrfache persönliche Anfragen zum Projekt.

Kontakt

Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)
Reinhardtstraße 45
10117 Berlin
Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
Leipziger Platz 15
10117 Berlin
Telefon: 030 - 20 64 11 0

Weitere Informationen

 

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Berlin

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2015

3.520.031

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

10,3

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