Berlin - Start in den Beruf mit der Initiative JOBLINGE

In der Initiative JOBLINGE engagieren sich Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam, um benachteiligte junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.

Ausgangslage

  • Trotz des demographischen Wandels und einer relativ guten Wirtschaftslage sowie drohendem Fachkräftemangel in einigen Branchen haben es gering qualifizierte junge Menschen oftmals schwer, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden.
  • Viele sind arbeitslos oder befinden sich im Übergangssystem zwischen Schule und Beruf.
  • Jeder zweite Hauptschulabgänger hat auch ein Jahr nach dem Schulabschluss noch keinen Ausbildungsplatz gefunden.
  • Viele haben sich bereits aufgegeben und können nicht auf die Unterstützung ihres Umfeldes zählen.

Ziele

  • In der Initiative JOBLINGE engagieren sich Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft gemeinsam, um benachteiligte junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
  • Das Programm möchte allen Jugendlichen, unabhängig von Herkunft und Startbedingungen, über Arbeit ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und sie nachhaltig in die Gesellschaft integrieren.

Umsetzung

  • Die gemeinnützige Initiative JOBLINGE wurde 2007 von der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG konzipiert und ins Leben gerufen. JOBLINGE ist als Social-Franchise-System organisiert.
  • Die JOBLINGE-Dachorganisation, die die Arbeit der Initiatoren fortsetzt, unterstützt die bestehenden Standorte in ihrer täglichen Arbeit, ermöglicht den Erfahrungsaustausch, sichert gemeinsame Qualitätsstandards und koordiniert den Ausbau der Initiative und des Netzwerks. BCG leitet diese Organisation als Teil ihres gesellschaftlichen Engagements honorarfrei und unterstützt die Arbeit über die JOBLINGE-Stiftung.
  • Lokal ist die Initiative in Form von gemeinnützigen Aktiengesellschaften (gAGs) organisiert, in die sich Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einbringen. Unternehmen und Kommunen engagieren sich als (Gründungs-)Aktionäre und stellen das Startkapital für einen JOBLINGE-Standort in ihrer Stadt bereit; ehrenamtliche Vorstände und Aufsichtsräte unterstützen, lenken und stellen ihr Netzwerk zur Verfügung.

Ablauf des Joblinge-Programms

  • Das sechsmonatige, intensive Programm beginnt mit einer gemeinnützigen Projektarbeit, bei der die „Joblinge" ihre Motivation unter Beweis stellen können. Erst danach werden sie ins Programm aufgenommen. Schließlich erhalten sie Orientierung über die eigenen Stärken und passenden Berufe, bevor sie dann in JOBLINGE-Partnerunternehmen Praxiserfahrung sammeln. Bei einem Qualifizierungspraktikum können sie erste Berufserfahrungen sammeln, beim Bewerbungspraktikum ihre Eignung für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz unter Beweis stellen. Die Jugendlichen erhalten die Chance, sich ihren Ausbildungsplatz aus eigener Kraft zu „erarbeiten" – unabhängig von Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen.
  • Während der gesamten Zeit werden sie nicht nur von den hauptamtlichen JOBLINGE-Mitarbeitern begleitet, sondern jedem Teilnehmer steht auch ein/e ehrenamtliche/r und geschulte/r Mentor/in mit Rat und Tat zur Seite. Die Freiwilligen verfügen über Lebens- und Berufserfahrung. Sie hören zu, motivieren und helfen in schwierigen Phasen dabei, nicht aufzugeben.  
  • Zum JOBLINGE-Programm gehören auch kreative Projekte und das Kultur- und Sportprogramm, das gemeinsam mit vielen Künstlern, Museen, Theatern, Hochschulen und Sportvereinen umgesetzt wird. Die Auseinandersetzung mit Kultur und Sport spielt eine wichtige Rolle dabei, verantwortungsbewusste und starke Persönlichkeiten hervorzubringen, die sich nachhaltig sozial integrieren und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
  • Auch nach Abschluss des Programms und während der Ausbildung bleiben die JOBLINGE-Mitarbeiter den Teilnehmern und Teilnehmerinnen und den Unternehmen als Ansprechpartner erhalten. Der Kontakt zu den Mentoren und Mentorinnen wird oftmals ebenfalls über die Projektdauer hinaus aufrechterhalten.

Erfolge

  • Inzwischen ist JOBLINGE bundesweit aktiv: in Hamburg, München, Berlin, Köln, Leipzig, Stuttgart, Essen, Gelsenkirchen, Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und der Region Bergstraße.
  • Mehr als 1.100 Unternehmen aller Größen und Branchen, 1.000 ehrenamtlich engagierte Privatpersonen und 30 Institutionen der öffentlichen Hand bilden das JOBLINGE-Netzwerk.
  • Durch den gemeinsamen Einsatz für die Jugendlichen erreicht die Initiative Vermittlungserfolge in den ersten Arbeitsmarkt, die mit mehr als 65 Prozent weit überdurchschnittlich sind.
  • 80 Prozent derjenigen, die einen Ausbildungsplatz gefunden hatten, befanden sich auch nach 6 Monaten noch in der Ausbildung.
  • 2.200 „Joblinge" konnten bisher auf ihrem Weg unterstützt werden.
  • Das Projekt hat zahlreiche Auszeichnungen bekommen, darunter die Auszeichnung durch die Deutschlandstiftung Integration als „Integrationsprojekt des Jahres" im September 2014.

Kontakt

Christina Schinz

JOBLINGE Dachorganisation
Ludwigstraße 21
80539 München

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Berlin

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2014

3.469.849

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

10,3

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