Kyritz - JugendMobil

In mehreren ländlichen Regionen Brandenburgs, die stark von Schrumpfung und Alterung betroffen sind, soll durch das Projekt „JugendMobil" die Mobilität junger Menschen verbessert werden. Gerade Jugendliche ohne Führerschein sind auf dem Land oft von mangelnder Mobilität betroffen.

Ausgangslage

  • Auch in Brandenburg gibt es ländliche Regionen, die durch den demographischen Wandel stark von Schrumpfung und Alterung betroffen sind.
  • Durch sinkende Bevölkerungszahlen wird vielerorts der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt. Dies macht neue Mobilitätskonzepte erforderlich.
  • Ein schlechtes ÖPNV-Angebot kann die Abwanderung noch verstärken.
  • Insbesondere junge Menschen, die noch keinen Führerschein haben, sind in ihrer Mobilität eingeschränkt.
  • Bisher wurde die Sicherung der Mobilität Jugendlicher nur eingeschränkt als kommunale Aufgabe wahrgenommen.
  • Besonders abends, nachts, am Wochenende und in den Ferien gibt es Angebotslücken beim ÖPNV.
  • Im ländlichen Raum lässt sich der ÖPNV nicht kostendeckend organisieren. Bei weiter schrumpfender Bevölkerung wird er noch ineffizienter.

Ziele

  • Durch das Projekt „JugendMobil" sollen die Mobilitätssituation Jugendlicher verbessert und Partizipationsmöglichkeiten ausgebaut werden (Zielgruppe: etwa 12 bis 18-Jährige).
  • Es sollen Alternativen zum herkömmlichen ÖPNV geschaffen werden, die Modellcharakter für andere Regionen haben können.
  • Junge Menschen sollen dadurch motiviert werden, in der Region zu bleiben.

Umsetzung

  • Das Bundesministerium des Innern initiierte im Jahr 2010 das Modellvorhaben „Daseinsvorsorge 2030 – innovativ und modern – eine Antwort auf den demografischen Wandel".
  • Das Projekt „JugendMobil – immer unterwegs, immer erreichbar" wurde als eines von sechs Projekten gefördert.
  • Die Kleeblattregion Kyritz und die Sängerstadtregion Finsterwalde waren Modellregionen für „JugendMobil".
  • Von September 2011 bis Dezember 2012 gab es das Projekt „JugendMobil" auch im Spreewalddreieck Lübbenau/Calau/Vetschau (finanziert durch das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg).
  • Ein Projektteam analysierte gemeinsam mit Jugendlichen die Mobilitätssituation junger Menschen und erarbeitete Verbesserungsvorschläge.
  • Dies erfolgte in Ideenwerkstätten, Workshops und regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen, an denen auch Experten beteiligt waren.
  • Die Jugendlichen stellten ihre Vorschläge verschiedenen regionalen und lokalen Entscheidungsträgern vor.
  • Daraus ging das „Netzwerk Mobilität" hervor.
  • In einer Wissensdatenbank wurden die wichtigsten Vorschläge aus Wissenschaft und Praxis erfasst.
  • Die Hochschule Lausitz hat das Projekt durch die wissenschaftliche Erarbeitung von Mobilitätskonzepten unterstützt.
  • Ein besonderes Augenmerk lag auf dynamischen Fahrgemeinschaften.
  • Das Mitfahrsystem „flinc" schien besonders gut zu den Bedürfnissen der Jugendlichen zu passen und wurde besonders beworben. Es zeichnet sich durch flexible Fahrtrouten und -zeiten aus.

Erfolge

  • Die zahlreichen Aktivitäten haben zu einer besseren Vernetzung der beteiligten Akteure beigetragen.
  • Es wurden wichtige Kernhandlungsfelder identifiziert (z. B. Angebotslücken beim ÖPNV, mangelnde Verzahnung zwischen ÖPNV und Individualverkehr, Kommunikationsdefizite).
  • Erste Projekte wurden bereits umgesetzt (Auswahl):  

Bekannt- und Nutzbarmachung des Mitfahrsystems „flinc" (Sängerstadt- und Kleeblattregion) Die Mitfahrzentrale „flinc" wurde innerhalb eines Jahres von ca. 120 Mitfahrern genutzt. Ein Anfang wurde gemacht, auch wenn das Angebot insgesamt noch nicht sehr intensiv genutzt wird.  

            Verbesserung der Schnittstellen zwischen ÖPNV und Fahrrad (Kleeblattregion)

Verbesserung des 50/50-Taxi-Ticket-Angebot (vergünstigte Taxinutzung für junge Menschen) 

            Verbesserung des VBB-Ferientickets

            Verbesserung der Fahrgastinformation (Sängerstadtregion und Kleeblattregion)

  • Unabhängig von „JugendMobil" haben sich weitere Ansätze ergeben, mit denen die Mobilität von Jugendlichen im ländlichen Raum erhöht werden kann. Dazu gehören z. B. ein landesweites Mobilitätsmanagement und der „Bürgerladen Mobil" (Informations-, Beratungs- und Vermittlungsangebot für Mobilitätsdienstleistungen).
  • In allen drei Regionen soll die Netzwerkarbeit bedarfsorientiert fortgeführt werden. Das Netzwerk Mobilität in seiner bisherigen Zusammensetzung dient künftig als Steuerungsrunde für das weiter auszubauende Mobilitätsmanagement
  • Die Stadt Kyritz hat jetzt einen Mobilitätsbeauftragten.

Kontakt

Nora Görke

Bürgermeisterin der Stadt Kyritz
Telefon: 033971 - 85 210

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Kyritz Brandenburg

Demographietyp

Stark schrumpfende Kommunen mit Anpassungsdruck

Bevölkerung 2014

9.140

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-14,1

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