Dokumentplatzhalter

Kyritz - JugendMobil

In mehreren ländlichen Regionen Brandenburgs, die stark von Schrumpfung und Alterung betroffen sind, wurde durch das Projekt „JugendMobil" die Mobilität junger Menschen verbessert. Gerade Jugendliche ohne Führerschein sind auf dem Land oft von mangelnder Mobilität betroffen.

Ausgangslage

  • Auch in Brandenburg gibt es ländliche Regionen, die durch den demographischen Wandel stark von Schrumpfung und Alterung betroffen sind.
  • Durch sinkende Bevölkerungszahlen wird vielerorts der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt. Dies macht neue Mobilitätskonzepte erforderlich.
  • Ein schlechtes ÖPNV-Angebot kann die Abwanderung noch verstärken.
  • Insbesondere junge Menschen, die noch keinen Führerschein haben, sind in ihrer Mobilität eingeschränkt.
  • Bisher wurde die Sicherung der Mobilität Jugendlicher nur eingeschränkt als kommunale Aufgabe wahrgenommen.
  • Besonders abends, nachts, am Wochenende und in den Ferien gibt es Angebotslücken beim ÖPNV.
  • Im ländlichen Raum lässt sich der ÖPNV nicht kostendeckend organisieren. Bei weiter schrumpfender Bevölkerung wird er noch ineffizienter.

Ziele

  • Verbesserung der Mobilitätssituation Jugendlicher
  • Ausbau der Partizipationsmöglichkeiten der etwa 12 bis 18-Jährigen
  • Schaffung von Alternativen zum herkömmlichen ÖPNV, die Modellcharakter für andere Regionen haben können.
  • Junge Menschen sollen dadurch motiviert werden, in der Region zu bleiben.

Umsetzung

  • Ein Projektteam analysierte gemeinsam mit Jugendlichen die Mobilitätssituation junger Menschen und erarbeitete Verbesserungsvorschläge. Dies erfolgte in Ideenwerkstätten, Workshops und regelmäßigen Arbeitsgruppentreffen, an denen auch Experten beteiligt waren.
  • Es wurden wichtige Kernhandlungsfelder identifiziert (z. B. Angebotslücken beim ÖPNV, mangelnde Verzahnung zwischen ÖPNV und Individualverkehr, Kommunikationsdefizite).
  • Die Jugendlichen stellten ihre Vorschläge verschiedenen regionalen und lokalen Entscheidungsträgern vor.
  • Daraus ging das „Netzwerk Mobilität" hervor.
  • In einer Wissensdatenbank wurden die wichtigsten Vorschläge aus Wissenschaft und Praxis erfasst.
  • Die Hochschule Lausitz hat das Projekt durch die wissenschaftliche Erarbeitung von Mobilitätskonzepten unterstützt.
  • Ein besonderes Augenmerk lag auf dynamischen Fahrgemeinschaften.
  • Das Mitfahrsystem „flinc" schien besonders gut zu den Bedürfnissen der Jugendlichen zu passen und wurde besonders beworben. Es zeichnet sich durch flexible Fahrtrouten und -zeiten aus.
  • Auch nach Abschluss des Modellprojekts werden die Jugendlichen in Kyritz weiterhin regelmäßig zu ihren Bedarfen befragt.
  • Das Projekt „JugendMobil – immer unterwegs, immer erreichbar" wurde als eines von sechs Projekten im Modellvorhaben „Daseinsvorsorge 2030 – innovativ und modern – eine Antwort auf den demografischen Wandel" des Bundesministeriums des Innern gefördert. Die Kleeblattregion Kyritz und die Sängerstadtregion Finsterwalde waren Modellregionen für „JugendMobil".
  • Das Projekt „JugendMobil" wurde auch im Spreewalddreieck Lübbenau/Calau/Vetschau umgesetzt. Hier finanziert durch das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg.

Erfolge

  • Bekannt- und Nutzbarmachung des Mitfahrsystems „flinc". Die Mitfahrzentrale „flinc" wurde innerhalb eines Jahres von ca. 120 Mitfahrern genutzt.
  • Saisonale Taktung der Stadtlinie: Ab Mai fährt die Stadtlinie stündlich z.B. zum Strandbad. Auch am Wochenende und besonders bei großen Veranstaltungen, wie dem Stadtfest, fährt sie häufiger.
  • Bei Großveranstaltungen werden temporär auch neue Haltestellen eingerichtet, um möglichst viele Einwohner und Urlaubsgäste zu erreichen.
  • Kontinuierliche Verbesserung der Schnittstellen zwischen ÖPNV und Fahrrad in der Kleeblattregion. Dazu gehören u.a. mehr Fahhradständer im Stadtgebiet, eine Fahrrad-Leihstation am Tourismusbüro und der Ausbau der Radwege um Orte miteinander zu verbinden.
  • Vergünstigungen verschiedener bestehender Ticketangebote für junge Menschen, z.B. 50/50-Taxi-Ticket, VBB-Ferientickets.
  • Einrichtung von Rufbussen, Ruftaxen und Discomobilen. Die Fahrten werden teilweise von Krankenkassen subventioniert.
  • Verbesserung der Fahrgastinformation.
  • In allen drei Regionen soll die Netzwerkarbeit bedarfsorientiert fortgeführt werden. Das Netzwerk Mobilität in seiner bisherigen Zusammensetzung dient künftig als Steuerungsrunde für das weiter auszubauende Mobilitätsmanagement.
  • Auch Hinweise aus der Bevölkerung hinsichtlich Mobilitätslücken werden von der Stadt Kyritz gere angenommen.
  • Im Leitbild der Stadt Kyritz steht neben der kontinuierlichen allgemeinen Verbesserung der Mobilität auch das visionäre Thema Autonomes Fahren im Fokus.

Kontakt

Nora Görke

Bürgermeisterin der Stadt Kyritz
Telefon: 033971 - 85 210

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Dokument

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!