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Grafschaft Bentheim und südliches Emsland - Dorfgemeinschaft 2.0

Digitalisierung für Gesundheit: In vielfältigen Modellprojekten erprobt der Gesundheitsregion EUREGIO e. V. die Chancen der Digitalisierung für die Bewältigung des demografischen Wandels im ländlichen Raum. Im Kern: ein virtueller Dorfmarktplatz.

Ausgangslage

  • Bedingt durch den demographischen Wandel sind die gewohnten lokalen Versorgungs- und familiären Unterstützungsstrukturen der realen Dorfgemeinschaften stark gefährdet.
  • Besonders in ländlichen Regionen wird mit steigendem Alter eine rasche Veränderung der Lebensbedingungen und individuellen Bedürfnisse wahrgenommen.
  • Aus diesem Grund stehen die Kommunen vor der Herausforderung neue Hilfen zu schaffen, die der Bevölkerung ein möglichst langes Leben im Eigenheim ermöglichen und dabei ein hohes Maß an Sicherheit und Lebensqualität erreichen.
  • Die Ergebnisse der durchgeführten Workshops und Studie zeigen, dass die Herausforderungen in der ländlich geprägten Modellregion (Niedersachsen) insbesondere in
    • einer defizitären, nicht den Bedarfen der älteren Bürger (Altersgruppe 50+) entsprechenden medizinischen und sozialen Versorgungsinfrastruktur,
    • großen Entfernungen zu Dienstleistern und
    • erheblichen Unterschieden im Zugang zu und der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen liegen.
  • Die Grafschaft Bentheim und das südliche Emsland gehören zu den vergleichsweise dünn besiedelten Regionen in Deutschland.

Ziele

  • Ältere Menschen können möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben.
  • Verbesserung der Versorgungsituation von Patienten und eine Entlastung der Krankenhäuser, Pflegeheime und Angehörigen
  • Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle, damit die entwickelten und evaluierten Konzepte auch nach Projektende weitergeführt werden
  • Sicherung eines für den Raum Grafschaft Bentheim/südliches Emsland prägenden Lebensgefühls in einer generationenübergreifenden Dorfgemeinschaft für die älterwerdenden Menschen

Umsetzung

  • Das Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ entwickelt in enger Zusammenarbeit mit den Konsortialpartnern und den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen in der Region „Grafschaft Bentheim/südliches Emsland“ ein gesundheitsbezogenes Versorgungskonzept mit vier Bausteinen:
    • „Dorfladen“ für Produkte des täglichen Bedarfs
    • „Mobilität“: bedarfsorientierte Mobilitätskonzepte für die Dorfgemeinschaft, z.B. Kombibus und Patientenbegleitdienst
    • „Digitalisierte Pflege“: ein multiprofessionelles, technologieorientiertes Konzept für die häusliche Pflege
    • „Mobile Gesundheitsversorgung“ zur Etablierung einer aufsuchenden telemedizinischen Gesundheitsversorgung
  • Im Mittelpunkt steht hierbei die Koordination aller relevanten Dienste über einen virtuellen Dorfmarktplatz. Hier werden innovative und mobile Dienste bedarfsgerecht bereitgestellt bzw. sind buchbar.
  • In der Gemeinde Ohne wird zudem ein „Dorfladen“ errichtet, in dem diese Dienste persönlich gebucht werden können. Im ersten Schritt wird eine bauliche Umsetzung des neuen Dorfladens anvisiert. Im zweiten Schritt soll das Dorfladenkonzept, welches technische Möglichkeiten beinhaltet, integriert und in Form von Piloten wissenschaftlich evaluiert werden.
  • Vor Projektstart wurde die Bedarfslage im Raum „Grafschaft Bentheim/südliches Emsland“ bezüglich der lokalen Versorgungs- und familiären Unterstützungsstrukturen untersucht. Dazu wurden verschiedene Beteiligungsformate angewandt:
    • drei Bürgerforen
    • ein Expertenforum
    • eine schriftliche Bürgerbefragung
    • 24 qualitative Interviews mit unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitssystems
  • Alle Anwendungen der Dorfgemeinschaft 2.0 werden dabei kontinuierlich durch ethische und datenschutzrechtliche Fragestellungen sowie Forschungsfragen seitens der Universität Osnabrück und der Hochschule Osnabrück begleitet.
  • Das Projekt wird von verschiedenen Konsortialpartnern aus unterschiedlichen Bereichen unterstützt. Konsortialführer ist der Gesundheitsregion EUREGIO e.V., Praxispartner sind: EUREGIO-KLINIK Grafschaft Bentheim Holding GmbH, LEBENSHILFE Nordhorn gGmbH, Bentheimer Eisenbahn AG, I.T. Out, Optadata und Eno telecom GmbH.
  • Zudem gibt es weitere assoziierte Verbundpartner aus der Region, die über die Gesundheitsregion EUREGIO e.V. eingeschlossen sind.
  • Eine Leitzentrale in Nordhorn ist das Bindeglied aller Aktivitäten in den beteiligten Gemeinden.
  • Die Projektergebnisse werden so aufbereitet, dass sie auch auf andere Regionen übertragen werden können.
  • Das Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Zuge des Demographiewettbewerbs „Innovationen für Kommunen und Regionen im demographischen Wandel (InnovaKomm)“ bis 2020 gefördert.

Erfolge

  • Die virtuelle Plattform und digitale Basis der „Dorfgemeinschaft 2.0“ steht zur Verfügung. Somit können bereits erste Widgets technisch getestet und angepasst werden.
  • Die Ergebnisse der Erhebungen in der Modellregion zeigen, dass die Bürger ihren Alltag selbständig und selbstbestimmt im gewohnten Umfeld verbringen möchten.
  • Nach Abschluss der gezielten Bedarfsanalysen wurden innerhalb der Teilprojekte „Use Cases“ erstellt. Die darin enthaltenen praxisnahen Szenarien bilden die Basis für die Lösungsansätze über den „virtuellen Dorfmarktplatz“.
  • Erste Projekte laufen bereits:
    • In Emlichheim: präventive Hausbesuche „DaHeim in Emlichheim“
    • In Spelle: Behandlungen im Voraus planen (BVP)
    • In Neuenhaus: Eine leerstehende alte Hofstelle wird für innovatives Wohnen von Jung und Alt umgebaut.
  • Der Kreativ- und Beteiligungsprozess für Bürger der Samtgemeinde Spelle ist abgeschlossen. Auf dieser Basis werden nun Handlungsempfehlungen für Spelle erarbeitet und zukünftig in machbare Projekte überführt.

Kontakt

Thomas Nerlinger

Projektleiter Dorfgemeinschaft 2.0
Gesundheitsregion EUREGIO e.V.
Albert-Schweitzer-Straße 10
48527 Nordhorn
Telefon: 0 59 21-84 10 11

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

NordhornNiedersachsen

Demographietyp

Städte und Gemeinden in strukturschwachen ländlichen Räumen

Bevölkerung 2016

53.286

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

0,3

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