Hamburg - Zuwanderer in der Verwaltung

Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Migrationshintergrund auch in den Berufen der hamburgischen Verwaltung eine gleichberechtigte Teilhabe und Gestaltung des beruflichen Werdeganges zu ermöglichen. Hierbei ist es von großer Bedeutung, in den Prozessen der Personalauswahl und der Personalentwicklung ihre speziellen Kompetenzen zu erkennen und zu fördern und ihre berufliche Integration optimal zu realisieren.

Ausgangslage

  • Die Integration von Zuwanderern in unsere Gesellschaft ist auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben unserer Zeit. Neben Sprache und Bildung sind insbesondere Ausbildung und Erwerbstätigkeit, also die berufliche Integration in den Arbeitsmarkt, wesentliche Schlüssel für eine erfolgreiche Integration.
  • Kulturelle Vielfalt ist auch für die hamburgische Verwaltung und ihren Personalbestand eine Bereicherung, sie ist Chance und Herausforderung zugleich. Kompetenzen wie Mehrsprachigkeit oder Erfahrungen aus anderen Kulturen sind wertvoll und hilfreich im Kundengespräch oder in der fachlichen Aufgabenplanung.
  • Für die hamburgische Verwaltung in ihrer Dienstherrn- und Arbeitgeberfunktion leitet sich hieraus eine besondere Verantwortung ab.
  • Interkulturelles Personalmanagement ist daher Schwerpunktthema in der Konzeption und Umsetzung des Personalmanagements der Freien und Hansestadt Hamburg.
  • Die adäquate und zielgenaue Umsetzung der vor dem Hintergrund der politischen Zielvorgaben entwickelten Maßnahmen und Ziel- und Leistungsvereinbarungen zur Hebung von Bewerbungs-, Ausbildungs- und Beschäftigtenanteilen von Personen mit Migrationshintergrund setzt ein dezidiertes Wissen über den Ausgangszustand (hier: Ist-Anteile) in den jeweiligen Berufsgruppen voraus; bisher waren jedoch nur Aussagen zu Staatsangehörigkeiten verfügbar.
  • Mit der Beschäftigtenbefragung 2008 sollten erstmalig Aussagen zu den Anteilen der Beschäftigten mit Migrationshintergrund an der Gesamtbelegschaft gewonnen werden. Insbesondere war von Interesse, ob in bestimmten fachlichen Bereichen oder Berufsgruppen Beschäftigte mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert sind.

Ziele

  • Ziel der Beschäftigtenbefragung war es:
    • den Senatsauftrag vom 31. Oktober 2006 zur Erhöhung der Bewerbungs- sowie der Ausbildungsanteile junger Menschen mit Migrationshintergrund in der hamburgischen Verwaltung adäquat umsetzen zu können
    • bereichs- oder berufsspezifische anbieten zu können;
    • regelmäßig wiederkehrende der Beschäftigten mit einem Migrationshintergrund beantworten zu können.

Umsetzung

  • Das Personalamt – und hier das Zentrum für Aus- und Fortbildung (ZAF) – hat in 2007/2008 zu statistischen und planerischen Zwecken eine freiwillige und anonyme Befragung aller rd. 73.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Behörden und Ämter realisiert, um den möglichen Migrationshintergrund der Beschäftigten zu erfassen.
  • Die Befragung erstreckte sich auf Angaben zum Migrationshintergrund.
  • Mit der konkreten Durchführung der Beschäftigtenbefragung hatte das Personalamt das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Statistikamt Nord) beauftragt (inhaltliche Beratung, Befragung, Auswertung und Abschlussbericht).
  • Gegen die freiwillig und anonym durchgeführte Befragung der Beschäftigten zu statistischen und planerischen Zwecken bestanden keine dienst- oder datenschutzrechtlichen Bedenken. Um Anonymität zu gewährleisten, wurden die Ergebnisse vom Statistikamt Nord so aggregiert aufbereitet, dass Rückschlüsse auf einzelne Personen nicht möglich waren.

Erfolge

  • Insgesamt haben sich – bei einer Gesamtmenge von 71.830 zugestellten Fragebögen – 20.081 Beschäftigte mit auswertbaren Datensätzen an der Befragung beteiligt, dies entspricht einem Gesamtrücklauf von rd. 28 Prozent. Auf Grund der relativ gleichmäßigen Verteilung der Rückläufe über alle Behörden und Ämter sowie auch über die Tätigkeitsbereiche, die Altersstruktur, das Geschlecht und den Bildungsstand der Beschäftigten konnte eine insgesamt repräsentative Stichprobe erreicht werden.
  • Als wesentliches Ergebnis der Befragung ist festzuhalten, dass 8,9 Prozent der Beschäftigten der hamburgischen Verwaltung einen Migrationshintergrund haben (größte Gruppen bezogen auf die Herkunftsländer: Polen, Türkei, Russland), teils als ausländische Staatsangehörige (2,1 Prozent), teils als deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund (6,8 Prozent).
  • Alle Behörden und Ämter sind aufgerufen, soweit sie in ihren Beschäftigtenbereichen bzw. für ihre Berufsgruppen ggü. dem hamburgischen Durchschnittswert von 8,9 Prozent deutliche Abweichungen nach unten verzeichnen, auf eine entsprechende Hebung der Anteile von Beschäftigten mit Migrationshintergrund hinzuwirken.
  • Mit den Bemühungen um eine Hebung darf sich inhaltlich weder eine Einstellungsquote noch eine Absenkung der Standards in den Auswahlverfahren verbinden.

Kontakt

Stefan Müller

Projektleitung Integration von jungen Menschen mit Mirgrationshintergrund
Senat der Freien und Hansestadt Hamburg
Normannenweg 26
20537 Hamburg

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Hamburg

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2014

1.762.791

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

7,5

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