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Landkreis Marburg-Biedenkopf - Netzwerkarbeit

Die Stabstelle Altenhilfe im Landkreis Marburg-Biedenkopf vernetzt seit fast 30 Jahren Akteure der Altenhilfe und Altenpflege miteinander, darunter auch Akteure der Gerontopsychiatrie. Einige Modellprojekte aus diesen Kooperationen wurden bereits in die Regelversorgung aufgenommen.

Ausgangslage

  • Der Landkreis Marburg-Biedenkopf zählt mit einer Bevölkerungsdichte von rund 190 Einwohnern je km² zu den stärker ländlich geprägten Landkreisen.
  • Durch die Einführung der Pflegeversicherung sind die Steuerungsmöglichkeiten im Pflegesektor auf die Bundes- und Länderebene verlagert worden. Die Kommunen haben keine direkten Steuerungsmöglichkeiten.
  • Der Aufbau von Vernetzungsgremien im Handlungsfeld Pflege (z.B. Pflegekonferenzen, Pflegenetzwerke) stellt für die Kommunen eine Möglichkeit dar, eine kommunale Pflegepolitik aufzubauen.

Ziele

  • Förderung und Weiterentwicklung ehrenamtlicher, ambulanter, teilstationärer und stationärer Hilfen zur Verbesserung der Situation alter Menschen, Pflegebedürftiger und pflegender Angehöriger

Umsetzung

  • Ein Schwerpunkt der Stabsstellenarbeit ist seit jeher die Beförderung und Moderation von Entwicklungs- und Abstimmungsprozessen mit Akteuren der Altenhilfe und -pflege.
  • Im Jahr 2000 wurde der Gerontopsychiatrische Verbund als ein freiwilliger Zusammenschluss von Einrichtungen, Diensten und Fachkräften zur Verbesserung der Situation psychisch kranker alter Menschen und ihrer Angehörigen gegründet.
  • Die Organisation und Moderation erfolgte durch die Stabsstelle Altenhilfe. Die regelmäßig tagenden Arbeitsgruppen Planung, Ambulante Dienste, Stationäre Einrichtungen und Fortbildung/Qualifizierung entwickelten das gerontopsychiatrische Konzept des Landkreises weiter und füllten es durch Ziel- und Kooperationsvereinbarungen mit Leben.
  • Zusätzlich initiierte und moderierte die Stabsstelle zahlreiche weitere temporäre Arbeitsgruppen und Projekte, bspw. im Rahmen des kreisweiten Modellprojektes Demografischer Wandel.
  • In Nachfolge der Kreis-Pflegekonferenz wurden zeitgleich mit der Einrichtung des Pflegestützpunktes fünf Versorgungsregionen definiert.
  • Zweimal jährlich finden dort Netzwerkkonferenzen mit insgesamt rund 100 aktiven Teilnehmern aus Pflege- und pflegenahen Anbietern, Pflegekassen, Kliniken, Kommunen, Vereinen, Seniorenvertretungen sowie Selbsthilfe-, Bürger- und Nachbarschaftsinitiativen statt.
  • In den durch die Stabsstelle Altenhilfe und die Pflegestützpunkt-Mitarbeiter koordinierten Netzwerkkonferenzen werden aktivierende Methoden der Gruppenarbeit eingesetzt. Dazu gehört auch die kollegiale Reflexion anonymisierter Fallbeispiele, die den Austausch über die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Akteuren besonders fördert. Themenauswahl und Arbeitsweise erfolgen grundsätzlich in enger Absprache mit den Netzwerkteilnehmern.
  • Im Jahr 2010 wurde in Kooperation mit der kreisangehörigen Universitätsstadt Marburg das „Beratungszentrum mit integriertem Pflegestützpunkt", geschaffen, eine zentrale, trägerübergreifende Anlaufstelle zu den Themen Pflege, Betreuung, Wohnen im Alter und Engagement.
  • Pflegestützpunkt, städtische Pflege- und Wohnberatung sowie Altenhilfe/Altenplanung, Alzheimer Gesellschaft, Betreuungsverein und die Freiwilligenagentur arbeiten hier unter einem Dach eng zusammen und tauschen sich auch institutionalisiert mindestens einmal monatlich aus.

Erfolge

  • Entwicklung von Leitlinien für eine bedarfsgerechte Versorgung von Menschen mit Hilfebedarf
  • Durch zentrale Einblicke in das komplexe und weitverzweigte Hilfesystem kann die Leistungserbringung der verschiedenen Teilnehmer der Netzwerkkonferenzen qualifiziert werden.
  • Mehr als 90% aller Netzwerkkonferenzteilnehmer sehen eine positive Beziehungsveränderung, 84% glauben, dass sie die dortigen Erkenntnisse gut in die eigene Arbeit einbringen können.
  • Projekt „Mobile ambulante geriatrische Rehabilitation" als Regelangebot etabliert
  • Beteiligung am Modellprojekt „Personengebundenes Pflegebudget"
  • umfängliche finanzielle und fachliche Unterstützung der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf
  • Etablierung von Case Management-Strukturen im Pflegestützpunkt und in der Hilfe zur Pflege

Kontakt

Ruth Schlichting

Leitung Stabsstelle Altenhilfe
Landkreis Marburg-Biedenkopf
Im Lichtenholz 60
35043 Marburg

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Marburg-Biedenkopf, LKHessen

Bevölkerung 2016

245.013

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-3,0

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