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Mönchengladbach - smarte Senioreninfrastruktur mit UrbanLife+

Smarte städtebauliche Objekte für Senioren: Das Projekt UrbanLife+ in Mönchengladbach entwickelt Lösungen um beispielsweise Stadtmobiliar, Ampeln und Hinweisschilder mittels Mensch-Technik-Interaktion in smarte städtebauliche Objekte zu überführen. So sollen Seniorinnen und Senioren ihren sicheren Aktionsradius im öffentlichen Raum erweitern können.

Ausgangslage

  • Durch den demografischen Wandel wird die Anzahl unterstützungs- und pflegebedürftiger Menschen in den nächsten Jahren stark zunehmen. Schon heute sind 21,4 % der Bevölkerung in Mönchengladbach über 65 Jahre alt.
  • Der Wunsch der meisten Älteren, möglichst lange selbstbestimmt und selbständig in der eigenen Häuslichkeit und der gewohnten Umgebung verbleiben zu können, erfordert ein entsprechend ausgerichtetes Versorgungssystem.
  • Methoden der Mensch-Technik-Interaktion (MTI) eröffnen vielfältige neue Möglich­keiten, alters­be­dingte Einschränkungen auszugleichen. Derartige technische Assistenzsysteme erleichtern es, Dinge korrekt wahrzunehmen und unterstützen situationsgerechtes Verhalten.
  • Bekannt und recht weit entwickelt sind derartige unterstützenden Technologien bereits im innerhäuslichen Bereich, im außerhäuslichen Bereich, also im Sozialraum gibt es noch erheblichen Nachholbedarf.

Ziele

  • Entwicklung seniorengerechter Stadtquartiere zur Förderung des selbstbestimmten Lebens im Alter
  • Selbstbestimmte Teilhabe am städtischen Leben Mönchengladbachs durch Mensch-Technik-Interaktionslösungen im Sozialraum
  • Verbesserung des Sicherheitsempfindens trotz individueller altersbedingter Einschränkungen
  • Städtebauliche Objekte (Ampelanlagen, Hinweisschilder, Straßenlaternen, Sitzbänke) werden „smarte" technische Assistenzsysteme.
  • Im Mittelpunkt stehen dabei die Anforderungen der Menschen in der Stadt Mönchengladbach, die zielgerichtete Auswahl und Gestaltung der tech­nischen Lösungen bis hin zur Verknüpfung zu ganzheitlichen Unterstützungssystemen.
  • Abgebildet wird dies am Ende in einem sog. „Safety Atlas", der als Handlungs- und Gestaltungsleitfaden für Stadtplaner und MTI-Entwickler gedacht ist.
  • Das Konzept führt zu einem Gestaltungsrahmen für seniorengerechte Stadtquartiere in Mön­chengladbach.

Umsetzung

  • Mittels Quartiersanalysen, Bürgerbefragungen und der Einbindung lokaler Akteure wurden Anforderungen der Zielgruppe an das Quartier sowie an die Gestaltung und Sicherheitsaspekte der Mensch-Technik-Interaktion definiert. Dazu gehörte unter anderem ein Mobilitätstraining mit SeniorInnen aus dem Quartier zur Aufnahme von Anforderungen und Bedarfen.
  • Diese Erkenntnisse werden zur konkreten Entwicklung der Prototypen herangezogen. Entwickelt werden zum Beispiel: eine adaptive Parkbank, smarte Beleuchtung oder ein großer Informations-Touch-Display für den öffentlichen Raum, auf dem Aktionen und Routen angezeigt und geplant werden können.
  • Die technologischen Entwicklungen werden in Form von Prototypen auf einem festgelegten „Demonstratorenweg" installiert und auf Wirksamkeit bei der Zielgruppe getestet und weiter entwickelt.
  • Dies dient auch dazu, Industrie und Wirtschaft (über Verbände wie IHK, Wirtschaftsförderung, Kreishandwerkerschaft, Handelsverband) einzubinden und mit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle eine Nachhaltigkeit auch nach Projektende voranzutreiben.
  • Des Weiteren werden insbesondere das Sozial- und das Baudezernat der Stadt Mönchengladbach in den Prozess einbezogen. Darüber hinaus konnte ein Schweizer Unternehmen, ein Entwickler für Stadtmobiliar, gewonnen werden.
  • Partner des Forschungsprojektes sind die Universität Hohenheim, die Universität der Bundeswehr München, die Universität Leipzig sowie Drees & Sommer, ein international tätiges Stadtentwicklungsunternehmen.
  • Umsetzungspartner vor Ort sind sechs verschiedene lokale (teils städtische) Unternehmen.
  • Durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit werden Bürgerinnen und Bürger eingebunden und sensibilisiert. Im Rahmen einer ersten großen schriftlichen Befragung wurden alle Bewohner über 65 Jahren aus zwei Stadtteilen zu Fragestellungen des Projektes UrbanLife+ befragt.
  • Das Projekt wird seit November 2015 bis Oktober 2020 mit einem Anteil von 78 % vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Erfolge

  • Eine Rücklaufquote bei der schriftlichen Bürgerbefragung von über 21 % (1.300 BürgerInnen) zeigt, dass die Themen außerhäusliche Aktivitäten (Teilhabe) und unterstützende Technologien von großem Interesse sind.
  • Die Installation des ersten Prototypen im Foyer des städt. Altenheims im Quartier.

Kontakt

Susanne Wallrafen

Projektleitung UrbanLife+
Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach
Königstr. 151
41236 Mönchengladbach
Telefon: 02166 455 4140

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

MönchengladbachNordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2015

259.996

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-2,6

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