Landkreis Osnabrück - Demographischer Wandel als zentrale Herausforderung

Der Landkreis Osnabrück hat die demographische Entwicklung trotz wachsender Bevölkerungszahl als gesamtstrategische Aufgabe erkannt und reagiert mit der Doppelstrategie „gegensteuern und anpassen“. Die Akteure aus Politik, Verwaltung und Wohlfahrtsverbänden konzentrieren sich auf eine 2-Wege-Strategie. Die Folgen des demographischen Wandels sollen bewältigt werden und die Antriebskräfte des Prozesses verstärkt werden.

Ausgangslage

  • In den letzten 20 Jahren ist die Bevölkerung des Landkreises um ein Fünftel gewachsen. Ähnlich dynamisch war die Entwicklung bei Arbeitsplätzen, Siedlungsflächen, öffentlichen Infrastrukturen usw.
  • Zurzeit ändert sich der Trend. Nach aktuellen Prognosen wird die Bevölkerung bis 2025 bereitsleicht abnehmen. Langfristig muss sich der Landkreis in seiner Gesamtheit – wie andere Kommunen auch – auf Schrumpfung einstellen, denn immer mehr Gemeinden verlieren bereits Einwohner. Es gilt daher, alle regionalen Akteure auf diese unterschiedlichen Trends aufmerksam zu machen. Gewohnte, an Wachstum orientierte Planungs- und Verhaltensmuster müssen revidiert und Konsolidierungsstrategien entwickelt werden.
  • Der Landkreis hat als Kommunalverband eine regional koordinierende und ausgleichende Rolle als "Netwerkmanager". Er hält Fachkenntnisse vor - auch demographische -, über die die Städte und Gemeinden in der Regel nicht verfügen. Im Rahmen seiner Zuständigkeiten und in Kooperationsprojekten mit kreisangehörigen Städten und Gemeinden, Kirchen, Kammern, Bildungseinrichtungen, Medien usw. werden modellhafte Lösungen für die Fragen des demographischen Wandels im Osnabrücker Land erarbeitet. 

Ziele

  • Seit 2004 gilt für den Landkreis das mittelfristige Entwicklungsziel „Standortqualitäten ausbauen, sichern und auf den demographischen Wandel ausrichten". Aufgabe ist es, in den eigenen Zuständigkeiten und zusammen mit den regional betroffenen Akteuren (Städte und Gemeinden, Unternehmen, Kirchen, Verbänden, Medien etc.) an der
(a) Bewältigung der Folgen des demographischen Wandels und
(b) Stärkung der Antriebskräfte des demographischen Prozesses zu arbeiten. Diese strategischen Grundüberlegungen werden als 2-Wege-Strategie beschrieben und dienen weiterhin als Orientierung.
  • Die konkreten operativen Handlungsziele werden im Zuge der jährlichen strategischen Zielfindung des Landkreises Osnabrück erarbeitet, im Strategiepapier festgehalten und im Kreistag mit dem Produkthaushalt politisch beschlossen.
  • Die konkreten operativen Handlungsziele werden im Zuge der jährlichen strategischen Zielfindung des Landkreises Osnabrück erarbeitet, im Strategiepapier festgehalten und im Kreistag mit dem Produkthaushalt politisch beschlossen. Für das Jahr 2011 z. B. wurden von insgesamt 26 Handlungsschwerpunkten 9 vorgegeben, die Aspekte des demographischen Wandels bearbeiten. Der Produkthaushalt und die Controllingberichte dokumentieren die Umsetzung der Handlungsschwerpunkte im Detail und auf das jeweilige Haushaltsjahr bezogen.

Umsetzung

Umsetzungsschritte: Analysieren, Vorausdenken und Strategie entwickeln:
  • Methodisches Kernstück des Netzwerkmanagements ist die gemeinsame kleinräumige Bevölkerungsprognose für den Landkreis Osnabrück und seine Städte und Gemeinden. Die Städte und Gemeinden stellen die Bestands- und Bewegungsdaten aus ihren Einwohnerwesen bereit. Gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück werden diese Daten analysiert und um Einflüsse korrigiert, die zu Fehleffekten in der Prognose führen würden. Der Landkreis erstellt mit externer Unterstützung die Prognose. Die planenden Fachdienste sowohl des Landkreises als auch der Städte und Gemeinden verwenden diese Prognose für ihre Arbeit. In einer Arbeitsgruppe mit den Statistik-Fachleuten der Kommunen werden Methodenfragen und die Prognoseergebnisse erörtert.
  • Seit 01.04.2009 führen die Städte und Gemeinden zusammen mit dem Landkreis Osnabrück und der Stadt Osnabrück eine gemeinsame Wanderungsuntersuchung (Befragung der Zuzüge) durch. Wie die gemeinsame Einwohnerprognose ist auch dieses Wanderungsmonitoring eine notwendige Vorarbeit für die Bauleitplanung, Wohnungs-, Verkehrs- und Sozialpolitik usw. Eine jährliche Auswertung wird den beteiligten Städten und Gemeinden darüber hinaus Ansatzpunkte für das Standortmarketing bieten.
Informieren, Sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten zeigen:
  • Regelmäßig bildet die Information der regionalen Akteure – zuvorderst der Städte und Gemeinden – über die Trends und über erwartete Folgen des demographischen Wandels den Schwerpunkt. Wirkungszusammenhänge und Konsequenzen werden gezeigt und diskutiert. Die Akteure werden zum Handeln angeregt. Hier kommen besonders Präsentations- und Moderationsmethoden zum Einsatz. Allen Akteuren (z.B. auch Kirchen, Verbänden oder Unternehmen) steht die Datenbank mit Benutzeroberfläche und Auswertungstools einschließlich Handbuch und Basisbericht ebenso zur Verfügung. Insoweit wirkt die gemeinsame Prognose regional koordinierend.
Verbündete gewinnen, Kommunikation und Netzwerkarbeit:
  • Die Querschnittsaufgabe ist in der Kreisverwaltung etabliert. Alle berührten Fachdienste, Referate und Beteiligungsgesellschaften wurden für die Zusammenarbeit gewonnen. Die Einbettung in die normalen Verfahren der Strategischen Steuerung hat sich als sehr effektiv erwiesen und ist wegen der breiten Aktivierung der Ressourcen Dritter einer Projektbearbeitung gegenüber im Vorteil.
  • Der demographische Wandel erfordert das Handeln Vieler. Kommunales Handeln allein reicht nicht. Insofern ist es eine Managementaufgabe, die verschiedenen Akteure mit ihren Fachplanungen (Kinderbetreuung, Schulen, Regionalplanung, regionaler Verkehr) und Projekten in die Gesamtstrategie einzubeziehen und ihre Aktivitäten zu begleiten und zu berücksichtigen.
Modellprojekte selbst durchführen, bei Dritten anregen, begleiten und bekannt machen:
  • Der Landkreis handelt in seiner Rolle als Arbeitgeber als Vorbild, indem er seine Personalentwicklung durch die „demographische Brille" betrachtet und entsprechende Angebote und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer (Gesundheitsförderung) anbietet und durchführt.
  • Er entwickelt mit seinen Möglichkeiten in den definierten Handlungsschwerpunkten – zum Teil gemeinsam mit den Städten und Gemeinden – gute Praxisbeispiele oder regt diese bei regionalen Akteuren an und macht diese dann kreisweit bekannt (Lernen vom Nachbarn). Ein Überblick zu diesen Praxisprojekten findet sich unter „Umgesetzte Maßnahmen".
Regionalen Prozess abbilden (Monitoring):
  • Im Jahresbericht des Landkreises wird über den Prozess, seine Schritte und Ergebnisse berichtet. Die Umsetzung der jährlichen Handlungsschwerpunkte wird in den Steuerungsberichten dargestellt. Im Rahmen des Kernkennzahlensystems des Landkreises Osnabrück werden seit 2009 zwanzig Kennzahlen mit demographischem Bezug nachgehalten. Der Zwischenbericht 2010 „Wie wir den demographischen Wandel gestalten" stellt die Aktivitäten des Landkreises und der anderen gesellschaftlichen Akteure im Osnabrücker Land seit 2003 im Überblick dar und zeigt, wie diese Aktivitäten systematisch zur regionalen Entwicklung beitragen.
Umgesetzte Maßnahmen:
  • Die Städte, Samtgemeinden und Gemeinden haben sich mit dem Landkreis auf eine gemeinsame Einwohnerprognose verständigt. Diese ist Grundlage der Fachplanungen in allen beteiligten Kommunen. Bramsche, Georgsmarienhütte und Wallenhorst lassen sich die Prognosedaten jetzt auch nach Stadtteilen auswerten.
  • In vielen öffentlichen Veranstaltungen oder öffentlichen Gremiensitzungen wurde das Thema Demographischer Wandel auf Ortsebene vorgetragen und erörtert. Daraus haben sich zum Teil Folgeaktivitäten ergeben, wie Arbeitskreise zu Aspekten des demographischen Wandels.
  • Die Medien berichten regelmäßig. Die Neue Osnabrücker Zeitung brachte eine einmonatige Serie zum demographischen Wandel, führte Podiumsdiskussionen durch und das OS-Radio (der Lokalfunk) sendete mehrfach ausführlich zum Thema.
  • So wurde im Herbst 2008 eine „Woche zum Demographischen Wandel" durchgeführt, die mit einem Impulsvortrag von Professor Dr. Helmut Seitz (Universität Dresden) für die Zusammenhänge zwischen demographischem Wandel und kommunalen Haushalten sensibilisierte und in drei Fachgesprächen das Thema „Zukunft des Wohnens im ländlichen Raum" vertiefte.
  • Eine Wander-Ausstellung des Landkreises „Wie wir den demographischen Wandel gestalten" zeigt in leicht verständlicher Form den aktuellen Stand der regionalen Best-practice-Beispiele in den Bereichen Wohnen, Versorgung, Seniorenwirtschaft, Unternehmensnachfolge, Bürgerengagement der Älteren, Kinderbetreuung, Integration. In sechs Handlungsfeldern der 2-Wege-Strategie wurden gemeinsam mit anderen regionalen Akteuren zahlreiche Projekte durchgeführt.
Als Best-Practice-Beispiele in den Zielfeldern der 2-Wege-Strategie sind hervorzuheben: Wandelbarkeit der Infrastrukturen (Gebäude, Personal, Standorte)
  • ca. 2000: Ein Kindergarten wurde so konzipiert, dass er später als Gemeindetreff nachgenutzt werden kann (Melle).
  • 2003-2005: Projekt „Ehrenamtliche SeniorenbegleiterInnen" (Träger: Büro für Selbsthilfe und Ehrenamt des Landkreises).
  • 2006: Machbarkeitsstudie „Altengerechte Wohnungen als Nachnutzung in einer Schule der Gemeinde Menslage" (Auftraggeber: Fachdienst Planen und Bauen des Landkreises Osnabrück).
  • 2006 – 2008: Modellprojekt des Landes Niedersachsen „Freiwilliges Soziales Projekt der Älteren (FSP 50+)" (Träger: Verein Rückenwind für Bürgerengagement e.V. in Oesede) Fortführung mit Förderung durch den Landkreis Osnabrück.
  • ab 2010: Sozialraumorientierung der Familien- und Erziehungshilfen mit dem Ziel, Familien frühzeitiger, schneller und passgenauer zu unterstützen.
Integration der Zugezogenen verbessern
  • seit 2005: Gemeinwesenprojekt „Starkes Dorf Ostercappeln"; (Gemeinde Ostercappeln mit Zuschuss des Landkreises).
  • seit 2005: Integrationsbeauftragter beim Landkreis, Arbeitskreis Migration und Integrationslotsen.
  • 2008: Integrationspreis des Landes Niedersachsen für das beste kommunale Integrationskonzept.
  • seit 2008: Umsetzung des Konzeptes und Einführung eines Integrationsmonitorings.
Lebenslanges Lernen und altersgerechte Arbeitswelt fördern
  • 2003-2004: Projekt zur Fitness alternder Belegschaften = NETAB-Projekt „Chancen wahren – Zukunft sichern".
  • seit 2006: Online-Börse und Beratung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIGOS zu Fragen der Unternehmensnachfolge.
  • 2008 und 2009: Workshops und Beratungsangebote der WIGOS zur Gestaltung des demographischen Wandels in Unternehmen.
  • ab 2009: Modellkommune im Bundesprogramm „Lernen vor Ort"; Eine unabhängige Orientierung über Lernmöglichkeiten, Träger und Bildungsangebote soll die Menschen dabei unterstützen, ihren Bildungs- und Berufsweg erfolgreich zu gestalten.
Osnabrücker Familienland - Familien haben im Osnabrücker Land ein Zuhause
  • seit 2005: Kreisverwaltung als familienfreundlicher Betrieb (s. u. Vorbildfunktion).
  • seit 2005: Netzwerk „Stärkung der Elternkompetenz" der Gesundheitskonferenz von Stadt und Landkreis Osnabrück.
  • 2006: Podiumsdiskussion der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) „Mütter, die Karriere machen".
  • 2006: Wettbewerb „Familienfreundliche Betriebe – wo seid ihr?" der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).
  • seit 2006: Umsetzung des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) „Orte verlässlicher Betreuung" (Familienbüros in allen kreisangehörigen Städten und Gemeinden).
  • 2007 und 2009: Familienfeste am Kreishaus zusammen mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, dem Zoo u. a. (30.000 und 40.000 Teilnehmer).
  • seit 2008: Initiative „Starke Kinder für ein starkes Dorf" in Ostercappeln (Hausbesuche, Gutscheinheft, Vorträge zu Erziehungsfragen, Elternbroschüre).
  •  2009: Ausbau der Familienbüros zu Familiendienstleistungszentren; Aufbau eines Neugeborenen-Besuchsdienstes.
  • ab 2009: Bad Iburger Baukindergeld (100,- EURO je Kind und Monat bis zum 18. Lebensjahr) zur Förderung von Familien mit Kindern.
Clever Altwerden ermöglichen – Seniorengerechtes Umfeld schaffen
  • 2003-2005: Projekt „Chancen im Älterwerden" des Netzwerkes miteinander e.V. Bad Iburg mit Zuschüssen des Landkreises Osnabrück.
  • 2005: Aktivierende Befragung „Wohnen der Älteren in Bissendorf" zusammen mit der Universität Osnabrück im Auftrag der Gemeinde Bissendorf.
  • 2005, 2007, 2009: Messe „Mach was – Zukunft planen und genießen" in der Stadthalle Osnabrück.
  • 2006: Forum und Messe für die Seniorenwirtschaft „Heute für morgen" durch die Samtgemeinde Artland zusammen mit dem Landkreis Osnabrück.
  • seit 2008: Netzwerk „Selbständig Wohnen und Leben im Alter" der Gesundheitskonferenz von Stadt und Landkreis Osnabrück; Selbsttest: „Wie will ich zukünftig wohnen und leben?"
  • 2008 u. 2009: VHS-Veranstaltungen zu konkreten Bewältigungsmöglichkeiten wie „Altersvorsorge", „Sicherheit im Alter", „Verkehrsteilhabe/Mobilität" und „Wohnen im Alter" thematisieren wie auch als Erweiterung des Themenfeldes „Grundkenntnisse des Erbrechtes", „Übertragung von Hauseigentum" und „Elternunterhalt".
  • 2009: Seniorengesundheitstag für Stadt und Landkreis Osnabrück, Forum „Wohnen u. Leben im Alter – und plötzlich ist alles anders".
  • seit 2009: Mobile Wohnberatung
Kreis-, Stadt- und Gemeindeentwicklung auf den demographischen Wandel ausrichten
  • 2004: Strategie zur Entwicklung der Samtgemeinde Artland „Artland aktiv" (Samtgemeinde Artland).
  • seit 2004: Rund 30 Vorträge in öffentlichen Informationsveranstaltungen zum demographischen Wandel in den Städten und Gemeinden durch das Referat für Strategische Steuerung und Kreisentwicklung.
  • seit 2005: „Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft"; (Prozessmanagement im Referat für Strategische Steuerung und Kreisentwicklung).
  • 2006-2010: Planerwerkstätten „Zukunft der Nahversorgung" mit elf Gemeinden durch den Fachdienst Planen und Bauen zusammen mit dem Referat für Kreisentwicklung und Gemeinden; Tool-Box „Zukunftscheck Ortskernentwicklung".
  • 2006: Aktivierende Bürgerbefragung Gemeinde Menslage; zusammen mit der Universität Osnabrück im Auftrag der Gemeinde Menslage.
  • 2007: Arbeitsgruppen zur Gemeindeentwicklung in mehreren Gemeinden.
  • 2007-2009: Modellprojekt „Zukunft des Wohnens im ländlichen Raum" zusammen mit Melle, Bad Essen und Samtgemeinde Artland (Kommunales Aktionsprogramm mit Sensibilisierungs-, Aktivierungs- und Informationsmodulen).
  • 2009-2012: INTERREG-Projekt „Wohnen im Wandel / Wonen in beweging" zusammen mit der Handwerkskammer Münster, Wohnungsunternehmen u. a.
  • 2009: Tendenzanalyse zur „Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum – Eine Koordinationsaufgabe für die Kommunen" durch das Referat für Strategische Steuerung und Kreisentwicklung.

Erfolge

  • Die Einsicht vieler Akteure in den Handlungsbedarf: Die tief greifenden Veränderungen in der Folge des demographischen Wandels und die Notwendigkeit von Anpassungen sind auf der Ebene der Meinungsführer und Entscheider entstanden. Auch die Notwendigkeit, neben der Anpassung der Rahmenbedingungen für Ältere auch den demographischen Trend positiv zu beeinflussen – durch Kinder- und Familienfreundlichkeit – wird als Aufgabe erkannt.
  • Vorbildfunktion des Landkreises als Arbeitgeber: Der Landkreis Osnabrück hat seine Handlungsmöglichkeiten als kinder- und elternfreundlicher Arbeitgeber ergriffen. So hat der Landkreis Osnabrück 2005 an der von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung initiierten Auditierung Beruf & Familie teilgenommen und das Grundzertifikat „audit beruf und familie" erhalten. Angebote und Leistungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind insbesondere die flexible Arbeitszeitregelung ohne Kernarbeitszeit, ein Eltern-Kind-Büro, die Online-Kinderbetreuungsbörse, der Fonds „Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten", die Möglichkeit zur Telearbeit, die Möglichkeit zur Beurlaubung über die 3-jährige Elternzeit hinaus, das Kontaktprogramm im Erziehungsurlaub, der Quasianspruch auf eine Teilzeitbeschäftigung für die Betreuung eines Kindes oder zur Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen. Wünschen auf Reduzierung der Arbeitszeit wird grundsätzlich entsprochen, sofern nicht zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen. Seit 2005 gab es ein Spontanbetreuungsangebot für Kleinkinder durch die Gruppe „sugar babies". Es ist 2007 in den betrieblichen Kindergarten übergegangen, der jetzt zusammen mit dem Kinderhospital Osnabrück angeboten wird (Betreiber: „Charlys Kinderparadies"). Fortbildungsangebote zum Thema Beruf und Familie bieten Orientierung. 2009 bildet die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen Themenschwerpunkt im Vorschlagswesen/Ideenmanagement. Betriebliches Gesundheitsmanagement erleichtert Älteren die Erwerbstätigkeit. 2009 wurde der Landkreis erneut zertifiziert. 2010 beteiligt sich der Landkreis an einem von ver.di geförderten Projekt „Beruf und Pflege besser vereinbaren".
  • Wander-Ausstellung: Unter der Überschrift „Ich spreche mit dir! – Gemeinsam sind wir nicht allein" wirbt die vom Referat für Gleichstellung/Kultur zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Osnabrück konzipierte und von den Sparkassen im Osnabrücker Land und von RWE geförderte Wanderausstellung für ein neues Miteinander der Generationen. Es kommt darauf an, wieder den Handschlag zwischen den Generationen herzustellen, in der Arbeitswelt, im Freizeit- und ehrenamtlichen Bereich und auch im privaten Bereich. 29 anschauliche Tafeln zeigen dafür viele gute Beispiele im Landkreis Osnabrück, die zum Weiterdenken und zur Nachahmung anregen.
  • Modellprojekte: Der Landkreis Osnabrück ist Partner in dem dreijährigen deutsch-niederländischen INTERREG-Projekt „Wohnen im Wandel/Wonen in beweging". Das Projekt greift das Thema demographischer Wandel auf und will kleine und mittelständische Unternehmen des Handwerks dabei unterstützen, neue Projekte und Dienstleistungen insbesondere für die steigende Anzahl älterer Menschen zu entwickeln. Ziel ist ferner, Eigentümer und Mieter frühzeitig darauf aufmerksam zu machen, dass Häuser und Wohnungen modern gehalten werden müssen, damit sie ihren Gebrauchs- und Marktwert nicht verlieren. Von 2010 bis 2012 profitiert der Landkreis vom Bundesmodellvorhaben „Altersgerecht umbauen", das die Möglichkeiten der KfW-Förderung thematisiert.
  • Beteiligung am interkommunalen Erfahrungsaustausch: Der Landkreis Osnabrück beteiligt sich auf verschiedenen Ebenen am interkommunalen Erfahrungsaustausch (European Public Sector Award (EPSA), Bertelsmann-Stiftung, KGSt, DHV Speyer, forum demografie der EUREGIO, Akademie für Raumforschung und Landesplanung ARL, Akademie für den ländlichen Raum ALR u. a.).

Kontakt

Dr. Dirk Heuwinkel

Referatsleiter
Landkreis Osnabrück
Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück

Weitere Informationen

  • Landkreis Osnabrück (Hrsg.): Wie wir den demographischen Wandelgestalten. Aktuelle Trends und Zwischenergebnisse, Osnabrück 2010
  • Bevölkerungsprognose 2009-2025 - Daten und Analysen. CD ROM-Veröffentlichung des Landkreises Osnabrück, November 2009.
  • Demographischer Wandel als Managementaufgabe auf Kreisebene in: European Public Sector Award ESPA – How to innovate public sector innovations? Conference and Awards Ceremony 12th & 13th November 2007, Lucerne (CH), S. 254.
  • Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Demographie konkret – Handlungsansätze für die kommunale Praxis, Gütersloh 2004, S. 90-94.
  • Dirk Heuwinkel und Carsten Große Starmann: Bewältigung des demographischen Wandels im Landkreis Osnabrück – Eine Zwei-Wege-Strategie. in: Der Landkreis August/September 2004, S. 567-670.
  • Wie wir den demographischen Wandel gestalten: Gesammelte, aktuelle Informationen für Unternehmer, Kommunalpolitiker und Bürger rund um die Gestaltbarkeit des demographischen Wandels im Landkreis Osnabrück.

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Osnabrück Niedersachsen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

156.897

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

2,5

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