Osnabrück - Datenbank Migration

Um unterschiedlichen Ämtern Daten über die Bürger mit Migrationshintergrund gleichermaßen zu Verfügung zu stellen und infolgedessen Integrations-, Partizipations- und Teilhabeprozesse unterstützen und beschleunigen zu können, entwickelte die Stadt Osnabrück eine „Migrations-Datenbank".

Ausgangslage

  • Mehr als jeder vierte der 165.000 Einwohner von Osnabrück hat ausländische Wurzeln. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 27 Prozent.
  • Unterschiedliche Osnabrücker Ämter verfügen über diverse Daten von Migranten und Flüchtlingen.
  • Diese Daten stehen unverbunden den jeweiligen Ämtern zu Verfügung. Eine Bündelung zur Verbesserung der Steuerungsprozesse hat bislang noch nicht stattgefunden.

Ziele

  • Mit der „Datenbank Migration", die ständig fortgeschrieben werden soll, soll eine Vernetzung der Ämter untereinander und ein gemeinsamer Zugriff auf die Daten erfolgen. Sie soll wichtige Detailinformationen für die Integrationsarbeit der Stadt liefern.
  • Mit der Datenbank sollen Bevölkerungsdaten tabellarisch, grafisch oder räumlich in „Echtzeit" aufbereitet werden. Sie umfasst Altersgruppen, Nationalitäten und Wohnungen. Auf der Grundlage dieser Daten kann die Stadt beispielsweise erkennen, in welchen Stadtteilen künftig wie viel mehr Kinder in die Schule gehen oder einen Platz im Kindergarten brauchen.
  • Verknüpft mit Rauminformationen, soll die Datenbank beispielsweise außerdem eine Belegungsübersicht der Gemeinschaftsunterkünfte ermöglichen und althergebrachte Erfassungsmethoden zur Verwaltung der Unterkünfte ablösen.

Umsetzung

  • Die Vorstandskonferenz der Stadt hat im September 2015 die Integrationsbeauftragte mit der Moderation des Prozesses zur Erstellung der Datenbank beauftragt. An den Beratungen zum Aufbau der Datenbank nahmen VertreterInnen vieler städtischer Dienststellen teil, unter anderem das Referat Strategische Steuerung und Rat sowie die Fachbereiche Personal und Organisation, Recht und Datenschutz, Schule und Sport sowie Kinder, Jugendliche und Familien.
  • Die gesammelten Daten unterliegen strengen Sicherheits- und Datenschutzbestimmungen. Zugang hat ausschließlich ein kleiner Kreis, für den die Daten jedoch von großer Bedeutung sind.
  • Die vom Bundesgesetzgeber in Folge des neuen Flüchtlingsausweises aggregierte „ID" für Flüchtlinge wird ins System aufgenommen. Damit ist es erstmals möglich, aktuelle amtliche Daten für die Prozesssteuerung oder die Öffentlichkeitsarbeit ohne besonderen Personaleinsatz abzurufen. Durch regelmäßige Meldungen soll die Datei immer auf dem neusten Stand bleiben.
  • Zurzeit ist die Datenbank mit einem Programm der Ausländerbehörde verknüpft. Geplant ist, sie nacheinander auch mit den Fachanwendungen für Sozialleistungen und Jugendhilfe zu verbinden. Um die Datensammlung zu komplettieren, sind auch Verknüpfungen mit dem Jobcenter und der Arbeitsverwaltung erwünscht. Dies ist jedoch von der Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg abhängig.
  • Die Datenbank wird im April 2016 den Ratsausschüssen für Schule und Sport, Feuerwehr und Ordnung sowie dem Jugendhilfeausschuss vorgestellt.

Erfolge

  • Eine entsprechende Nachfrage bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg lässt den Schluss zu, dass die Osnabrücker Datenbank deutschlandweit Modellcharakter hat.

Kontakt

Seda Rass-Turgut

Integrationsbeauftragte
Stadt Osnabrück
Fachbereich Integration, Soziales und Bürgerengagement Stadthaus 1 Natruper-Tor-Wall 2
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 - 323 4506

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Osnabrück Niedersachsen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

156.897

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

2,5

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