Osnabrück - Modell zur Unterbringung und Integration von Geflüchteten

Die Stadt Osnabrück hat ein Konzept zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen entwickelt, welches bürgerschaftliches Engagement mit einbezieht. Die Errichtung einer Koordinierungsstelle zur Flüchtlingssozialarbeit, ein Konzept zur Freiwilligenkoordinierung sowie die Einbeziehung städtischer Fachbereiche zum Aufbau eines Koordinierungsstabs wurden initiiert und miteinander vernetzt und zeichnen das breite Spektrum der Integrationsarbeit der Stadt aus.

Ausgangslage

  • Die Stadt Osnabrück hat seit 2013 über 2.000 Geflüchtete aufgenommen.
  • Der Zuzug von Flüchtlingen war in den letzten Jahren großen Fluktuationen unterworfen und weist seit kurzem wieder einen stark ansteigenden Trend auf.
  • Nach den neuesten Prognosen werden im Jahr 2016 zusätzlich zu den 2.000 Flüchtlingen weitere 1.400 Flüchtlinge in Osnabrück aufgenommen.

Ziele

  • Um die Integration von Flüchtlingen schnellstmöglich zu gewährleisten findet innerhalb der Stadtverwaltung eine Vernetzung von unterschiedlichen Arbeitsbereichen statt.
  • Die dezentrale Unterbringung ist ein wichtiger Pfeiler des Osnabrücker Integrationsmodells. Die wichtigste Zielformulierung lautet, dass Flüchtlinge so kurz wie möglich in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden sollen. Außerdem soll durch ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter/innen eine Unterstützung bei der Wohnungssuche und Betreuung im Alltag gewährleistet werden.

Umsetzung

  • Im Gegensatz zu anderen Kommunen verzichtet die Stadt Osnabrück auf einen Mehrkostenvorbehalt und eine Kostenvergleichsberechnung, aus der hervorgeht, dass die dezentrale Wohnraumversorgung günstiger ist als die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft.
  • Anhand eines selbst entwickelten Kriterienkatalogs wird entschieden, welche Personengruppe sofort dezentral untergebracht werden kann. Vorrang haben Familien mit schulpflichtigen Kindern und/ oder Jugendliche an berufsvorbereitenden Maßnahmen. Außerdem haben Personen, die aufgrund von Konflikten, die nicht durch einen Umzug in einer andere Gemeinschaftsunterkunft zu beheben sind, Vorrang zur dezentralen Unterbringung.
  • Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Kommunen ist, dass die Stadt Osnabrück bei der Umsetzung dieses Modells nicht auf eine städtische Wohnungsbaugesellschaft oder auf Belegungsrechte zurückgreifen kann. Kurzfristige Lösungen wie Wohnberechtigungsscheine oder Kostenübernahme für die Kaution, Umzug und Erstausstattung, werden je nach individueller Rechtslage des Flüchtlings bereitgestellt.
  • Eine zentrale Rolle in diesem Modell spielt die seit 2014 geschaffene Koordinierungsstelle der Flüchtlingssozialarbeit, die als Schnittstelle zwischen der Verwaltung, freien Trägern und Flüchtlingen agiert, und die Flüchtlinge sowohl in den Gemeinschaftsunterkünften als auch bei der dezentralen Unterbringung begleitet und unterstützt.
  • 2015 wurde ein Koordinierungsstab für Flüchtlingsarbeit innerhalb der Verwaltung einberufen. Dieser ist die zentrale Stelle, in dem Aufgaben der unterschiedlichen Bereiche innerhalb der Stadtverwaltung gebündelt, und Initiativen und Projekte besser aufeinander abgestimmt werden.
  • Um die Hilfe der freiwilligen Helfer in Osnabrück zu koordinieren hat die Freiwilligen-Agentur gemeinsam mit dem Fachdienst Integration und Akteuren der Flüchtlingssozialarbeit ein eigenes Konzept entwickelt, welches die Sprachförderung, schnelle Einsatzgruppen und Verbindungslotsen zwischen Professionellen und anderen Ehrenamtlichen bündelt und vernetzt.

Erfolge

  • Bereits Ende 2015 lebten über 60 % der Flüchtlinge in Osnabrück in privaten Wohnungen.
  • In Anbetracht der vielen ankommenden Flüchtlinge zeigen die Bürger der Stadt Osnabrück eine außerordentliche Bereitschaft, freiwillig und ehrenamtlich zu helfen.

Kontakt

Seda Rass-Turgut

Integrationsbeauftragte
Stadt Osnabrück
Fachbereich Integration, Soziales und Bürgerengagement Natruper-Tor-Wall 2
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 - 32 34 506

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Osnabrück Niedersachsen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

156.897

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

2,5

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