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Osnabrück - Modell zur Unterbringung und Integration von Geflüchteten

Eine Koordinierungsstelle zur Flüchtlingssozialarbeit, ein Konzept zur Freiwilligenkoordinierung und ein Koordinierungsstab: Die Stadt Osnabrück hat ein Konzept zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen entwickelt, welches bürgerschaftliches Engagement mit einbezieht.

Ausgangslage

  • In der Stadt Osnabrück leben zurzeit etwa 4.000 Flüchtlinge.
  • Der Zuzug von Flüchtlingen war in den letzten Jahren großen Fluktuationen unterworfen. Zum Zeitpunkt des Projektstarts, wies der Zuzug von Flüchtlingen wieder einen stark ansteigenden Trend auf.

Ziele

  • Die wichtigste Zielformulierung lautet, dass Flüchtlinge so kurz wie möglich in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden sollen.
  • Außerdem soll durch ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter/innen eine Unterstützung bei der Wohnungssuche und Betreuung im Alltag gewährleistet werden.

Umsetzung

  • Im Gegensatz zu anderen Kommunen verzichtet die Stadt Osnabrück auf einen Mehrkostenvorbehalt und eine Kostenvergleichsberechnung, aus der hervorgeht, dass die dezentrale Wohnraumversorgung günstiger ist als die Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft.
  • Anhand eines selbst entwickelten Kriterienkatalogs wird entschieden, welche Personengruppe sofort dezentral untergebracht werden kann. Vorrang haben Familien mit schulpflichtigen Kindern und/ oder Jugendliche an berufsvorbereitenden Maßnahmen. Außerdem haben Personen, aufgrund von Konflikten, die nicht durch einen Umzug in einer andere Gemeinschaftsunterkunft zu beheben sind, Vorrang zur dezentralen Unterbringung.
  • Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Kommunen ist, dass die Stadt Osnabrück bei der Umsetzung dieses Modells nicht auf eine städtische Wohnungsbaugesellschaft oder auf Belegungsrechte zurückgreifen kann. Kurzfristige Lösungen wie Wohnberechtigungsscheine oder Kostenübernahme für die Kaution, Umzug und Erstausstattung, werden je nach individueller Rechtslage des Flüchtlings bereitgestellt.
  • Eine zentrale Rolle in diesem Modell spielt die Koordinierungsstelle der Flüchtlingssozialarbeit. Sie agiert als Schnittstelle zwischen der Verwaltung, freien Trägern und Flüchtlingen und begleitet und unterstützt die Flüchtlinge sowohl in den Gemeinschaftsunterkünften als auch bei der dezentralen Unterbringung.
  • Es wurde ein Koordinierungsstab für Flüchtlingsarbeit innerhalb der Verwaltung eingerichtet. Dieser ist die zentrale Stelle, in dem Aufgaben der unterschiedlichen Bereiche innerhalb der Stadtverwaltung gebündelt, und Initiativen und Projekte besser aufeinander abgestimmt werden.
  • Um die Hilfe der freiwilligen Helfer in Osnabrück zu koordinieren, hat die Freiwilligen-Agentur gemeinsam mit dem Fachdienst Integration und Akteuren der Flüchtlingssozialarbeit ein eigenes Konzept entwickelt, welches die Sprachförderung, schnelle Einsatzgruppen und Verbindungslotsen zwischen Professionellen und anderen Ehrenamtlichen bündelt und vernetzt.

Erfolge

  • Heute leben 70 % der Flüchtlinge in Osnabrück in privaten Wohnungen.
  • In Anbetracht der vielen ankommenden Flüchtlinge zeigen die Bürger der Stadt Osnabrück eine außerordentliche Bereitschaft, freiwillig und ehrenamtlich zu helfen.
  • Das Konzept zur Integration und Wohnraumversorgung von Flüchtlingen aus dem Jahr 2013 wird zzt. fortgeschrieben. Ziel des Konzeptes „Von der Erstaufnahme zur Überleitung in die Regelsysteme" ist es, aktuelle Bedarfe und mögliche kommunale Handlungsoptionen abzubilden, die über die Aufgaben einer Erstversorgung, beispielsweise Bildung und Wohnraumvermittlung, hinausgehen.

Kontakt

Seda Rass-Turgut

Integrationsbeauftragte
Stadt Osnabrück
Fachbereich Integration, Soziales und Bürgerengagement Natruper-Tor-Wall 2
49076 Osnabrück
Telefon: 0541 - 32 34 506

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