Samtgemeinde Neuenkirchen - Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität von älteren Menschen

In allen Wechselfällen des Lebens sicher und betreut in der eigenen Wohnung bleiben: Durch mehrere Maßnahmen wird die Wohn- und Lebensqualität älterer und kranker Menschen in Neuenkirchen verbessert. Dazu gehören z. B. Notfallmappen, Alltagshilfen, Wohnberatung und neuerdings ein Leih-Auto.

Ausgangslage

  • Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 26,1 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Neuenkirchen mindestens 65 Jahre alt sein.
  • Ältere Menschen möchten häufig möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben und auch beginnender Hilfebedürftigkeit nicht in eine stationäre Wohnform wechseln.
  • Nicht erst seit „Inklusion" ein politisches Leitbild ist, gibt es wachsenden Bedarf, behinderten Menschen moderne Formen des gemeinschaftlichen und betreuten Wohnens in den Kommunen anzubieten.
  • Aufgrund kürzer werdender Klinikaufenthalte stellt zunehmend der Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Situation ein Problem dar. Auch der medizinische Fortschritt bedingt, dass ältere Menschen in ihrer häuslichen Situation zunehmend mehr medizinisch-pflegerische Betreuung bekommen.
  • Der Landkreis Osnabrück und örtliche Initiativgruppen beschäftigen sich bereits intensiv mit diesen Themen:
    • steigende Lebenserwartung
    • weniger Kinder und Geschwister, Fortzug der jungen Generation
    • weniger Selbsthilfepotenzial in den Familien
    • wegbrechende Selbsthilfe- und Solidarstrukturen auch in ländlichen Bereichen
    • Anstieg von Hilfs- und Pflegebedürftigkeit sowie insbesondere der Demenzerkrankungen, Bedarf an neuen Dienstleistungsangeboten
    • Veränderungen auf dem Boden- und Immobilienmarkt

Ziele

  • Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in den ländlichen Gemeinden
  • Stationäre Versorgung soll vermieden oder hinausgezögert werden.
  • Die Versorgung zu Hause soll verlässlich angeboten werden.
  • Der Landkreis Osnabrück will in einem gemeinsamen Projekt mit der Samtgemeinde Neuenkirchen als Modellkommune und ihren Mitgliedsgemeinden Neuenkirchen, Merzen und Voltlage modellhaft zeigen, mit welchen sozialen, organisatorischen, infrastrukturellen und wohnungswirtschaftlichen Lösungen die Vision „In unserem Ort kann man in allen Wechselfällen des Lebens sicher und betreut wohnen bleiben!" verwirklicht werden kann.

Umsetzung

  • Zunächst wurde das Projekt vom Landkreis Osnabrück koordiniert und begleitet.
  • Die Fäden für die Gesamtorganisation liefen bereits in der Piltophase in der Samtgemeindeverwaltung Neuenkirchen zusammen. Es waren drei Verwaltungsmitarbeiter der Samtgemeinde Neuenkirchen in einem zeitlichen Umfang von insgesamt einer Vollzeitstelle mit dem Projekt befasst. Das Projekt war zunächst bis Ende 2015 befristet, die Aktivitäten wurden nun verstetigt..
  • Nach einer Bestands- und Bedarfsermittlung mit Bürgern, Gemeindeverwaltung, Bürgermeistern, Anbietern und Einrichtungen pflegerischer Dienste, Ärzten, Apotheken, Wohnberatung, Seniorenservicebüro, Pflegestützpunkt, Architekten, Handwerkern etc. wurde für jede der Mitgliedsgemeinden ein spezifisches Entwicklungskonzept erstellt.
  • In verschiedenen Arbeitsgruppen zu den Themen: „Wohnen mit Zukunft" wurden sogenannte Eckpfeiler entwickelt, die den Bürgern der Samtgemeinde Neuenkirchen zur Verfügung stehen.
  • Entwicklung einer persönlichen Notfallmappe, die dabei helfen soll, dass Ärzte im Notfall schnellstmöglich handeln können. Die darin enthaltenen Informationen umfassen persönliche und medizinische Daten, Vorsorgevollmachten und Verfügungen sowie wichtige Telefonnummern. Auch Adressen von Ärzten, Apotheken und Versicherungen können verzeichnet werden. Auch Angehörige finden so auf einen Blick wichtige Informationen und Hilfe für klare Handlungsanweisungen.
  • Gründung von ehrenamtlichen Helferkreisen in den Mitgliedsgemeinden und Angebot von Alltagshilfen wie Fenster putzen, Rasen mähen, den Einkauf in die Wohnung tragen. Für die Hilfe ist eine geringe Aufwandsentschädigung zu entrichten: für ½ Stunde 3,00 €, für 1 Stunde 6,00 € und bei Inanspruchnahme eines Fahrdienstes sind zusätzlich 0,30 € pro km fällig.
  • Ausbildung zweier ehrenamtlicher Wohnberater: Sie informieren über barrierefreies und barrierearmes Wohnen, über alternative Wohnangebote und Finanzierungshilfen bei der Umgestaltung von Wohnungen und Häusern. Es erfolgen Einzelberatungsangebote zur Modernisierung im Zusammenwirken mit dem Landkreis Osnabrück.
  • Bereitstellung eines Verleih-Autos in Kooperation mit dem Verein Triebwerk-EUG. Das Auto ausleihen können Mitglieder der „Kleinen Hilfen" oder Privatpersonen um einen Angehörigen im Rollstuhl mitzunehmen (auch für ein Wochenendausflug) gegen eine geringe Kilometerpauschale und eine einmalige Nutzungsgebühr.
  • Einrichtung von Anlaufstellen für ältere Menschen, Kranke und Menschen mit Behinderung in zentraler Lage in den Mitgliedsgemeinden. Mit festen Öffnungszeiten und ehrenamtlicher Betreuung bieten diese Anlaufstellen Gelegenheiten zu sozialen Kontakten, zur Teilnahme an Vorträgen und Beratungsangeboten.
  • Zur Einrichtung von drei Anlaufstellen erhielt der Landkreis Osnabrück vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Programm „Anlaufstellen für ältere Menschen" eine Förderung von insgesamt 30.000,00 Euro.

Erfolge

  • Mit dem Projekt etablierte sich ein neuer Seniorenbereich in der Verwaltung der Samtgemeinde Neuenkirchen.
  • Damit wurden auch die Aktivitäten aus dem Projekt zur festen Dienstaufgabe der Verwaltung.
  • 125 Ehrenamtliche helfen in den Helferkreisen vor Ort.
  • Über 800 Einsätze der kleinen Hilfen, d.h. durchschnittlich etwa 240 Einsätze pro Jahr.
  • Es wurden drei Anlaufstellen eingerichtet.
  • Iinsgesamt wurden rund 350 Veranstaltungen durchgeführt: Info- und Fortbildungsabende sowie gesellschaftliche Aktivitäten wie Klön Nachmittage, Fahrten, Besuche von neuen Firmen im Ort, Dankeschön treffen, Stände auf Weihnachtsmärkten und sonstige Veranstaltungen.

Kontakt

Uwe Hummert

Büro für Jugend, Ehrenamt und Senioren
Samtgemeinde Neuenkirchen
Alte Poststr. 5 – 7
49586 Neuenkirchen
Telefon: 05465 / 201-22

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