Arnsberg - Potenziale Älterer nutzen

Engagement, Selbsthilfe unter älteren Bürgern und ideenreicher Austausch zwischen den Generationen sodass alle Seiten profitieren: Die Fachstelle Zukunft Alter in Arnsberg vernetzt, koordiniert und setzt Projekte gemeinsam mit den 'Experten in eigener Sache' um.

Ausgangslage

  • Die Arnsberger Bevölkerung altert deutlich. Im Jahr 2012 waren schon 21,7 Prozent der Bevölkerung mindestens 65 Jahre alt. Insbesondere die Gruppe der Hochaltrigen wird immer größer: Im Jahr 2030 wird der Anteil der über 80-Jährigen voraussichtlich bei 8,9 Prozent liegen.
  • Die Bevölkerungsgruppe der Menschen in der zweiten Lebenshälfte ist sehr heterogen. Alt zu sein beinhaltet heute einerseits die Chance (und Herausforderung) Potenziale, Erfahrungen, Wissen, Kompetenzen und freie Zeitressourcen zu nutzen und möglicherweise in bürgerschaftliches Engagement einzubringen. Andererseits kann eine höhere Lebenserwartung auch von nachlassender Mobilität und eingeschränkter Gesundheit geprägt sein.
  • Um einerseits Engagementpotenziale zu nutzen und andererseits die Lebensqualität von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen in Arnsberg langfristig zu sichern, musste die Stadt die Verantwortung für eine zunehmende Daseinsvorsorge und Netzwerkstruktur übernehmen. Diese beiden Komponenten entwickelten sich zum Schwerpunkt der Seniorenpolitik in Arnsberg.

Ziele

  • Die Potenziale, das Wissen und die Erfahrung der älteren Generation für die Bürgergesellschaft nutzbar zu machen.
  • Wohnortnahe Netzwerkstrukturen und Wohnformen unter Berücksichtigung und Stärkung der Selbsthilfe und Selbstorganisation zu gestalten und fachlich zu unterstützen.
  • Entsprechende Konzepte und Projekte zu koordinieren und in Kooperation mit den „Experten in eigener Sache" sowie unterschiedlichsten Trägern zu entwickeln und umzusetzen sowie bestehende Angebote und Dienstleistungen zu vernetzen und transparent zu machen.  

Umsetzung

  • Das Konzept fördert in Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, engagierten Senioren und Seniorenbeirat das bürgerschaftliche Engagement und vernetzt die unterschiedlichen Initiativen und Projekte miteinander. Dabei haben die einzelnen Akteure folgende Aufgaben:
  • Die Verwaltung unterstützt, moderiert und steuert mit der Koordinierungsstelle „Zukunft Alter" und der Koordinationsstelle „Bürgerschaftliches Engagement" das Projektmanagement. Dazu gehört die Weiterbildung und Qualifizierung im Hinblick auf Engagementaufgaben, die Bereitstellung von Räumlichkeiten mit entsprechender medientechnischer Ausstattung, die Übernahme des Versicherungsschutzes sowie logistische und organisatorische Unterstützung. .
  • Die Senioren führen in Selbstorganisation zahlreiche Projekte in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen durch. Dabei beraten, unterstützen und stärken sie sich gegenseitig mit ihren unterschiedlichsten Kompetenzen und Interessen.
  • Mit Hilfe des bundesweiten Modellprojektes EFI-Erfahrungswissen für Initiativen soll die Selbstorganisation von Senioren weiter gestärkt werden. Das Qualifizierungsprojekt bildet Senioren zu Senior-Trainern aus, die dann ihr Wissen und ihre Erfahrung in bürgerschaftliche Projekte einfließen lassen und so als Multiplikatoren dienen.
  • Dazu gehört die Mitwirkung in Stadtteilmarketingprozessen und Stadtentwicklungsprojekten, an Zukunfts- und  Planungswerkstätten zu Fragen der Infrastruktur, Nahversorgung und Wohnungswirtschaft, im Fahrgastbeirat ÖPNV sowie das Engagement in Arbeitskreisen wie „Gewaltprävention" oder „Sucht im Alter".
  • Intergenerative Projekte, um Kinder und Jugendlich stark zu machen, gehören ebenso dazu, wie Unterstützungsstrukturen für Behinderte und hilfsbedürftige Menschen.
  • Viele Projekte sind auf Geselligkeit, Lebensfreude, Kultur, Sport und Freizeitgestaltungen gerichtet und beugen auf diese Weise der Vereinsamung, Isolation und Inaktivität im Alter vor.

Erfolge

  • Es entstanden und entstehen viele Projekte wie z.B. die Lern-Werkstadt Demenz, Märchen erzählen für Menschen mit Demenz und ein Mehrgenerationenhaus.
  • Die Gesellschaft in Arnsberg nimmt durch das bürgerschaftliche Engagement die Potenziale und Ressourcen der älteren Menschen wieder als Gesamtleistung einer Generation wahr. Dies führt zu einer Wertschätzung und Anerkennung und einem veränderten Altenbild.
  • Auch für die älteren Menschen ist das Engagement ein großer persönlicher Gewinn. Gebraucht und gefragt zu sein, bedeutet Partizipation und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
  • Für ihren gesamtstrategischen Ansatz, der Übertragbarkeit und des hohen Engagement der älteren Generation in Arnsberg ist das Arnsberger-Senioren-Netzwerk inzwischen mehrfach ausgezeichnet worden.

Kontakt

Marita Gerwin

Stadt Arnsberg
Lange Wende 16a
59755 Arnsberg

Weitere Informationen

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