Dörentrup – Dial4Light – bedarfsgesteuerte Straßenbeleuchtung durch digitale Technik

Durch eine bedarfsgesteuerte Straßenbeleuchtung in wenig frequentierten Straßen können Kommunen Geld sparen, die CO²-Emissionen senken und nächtliche Unsicherheitsgefühle von Bürgerinnen und Bürgern verringern. Diese können die Beleuchtung einfach per Anruf und zukünftig per Dial4Light App registrierungsfrei einschalten.

Ausgangslage

  • Viele Städte und Kommunen haben eine schlechte bis sehr schlechte Haushaltslage. Hinzu kommen oftmals sinkende Einwohnerzahlen durch den demographischen Wandel.  
  • Um Geld zu sparen, werden teilweise die Leuchtzeiten der öffentlichen Straßenbeleuchtung drastisch verkürzt.
  • Auch in Dörentrup im Kreis Lippe wurde die Straßenbeleuchtung teilweise um 22.30 Uhr abgestellt. Dies sparte zwar Geld, führte aber zu Ängsten in der Bevölkerung.

Ziele

  • bedarfsgerechte Schaltzeiten der öffentlichen Beleuchtung
  • sinnvolle Investition öffentlicher Gelder
  • Umweltschutz

Umsetzung

  • Ein Bürger kam auf die Idee, das Licht per Handy einzuschalten und kontaktierte die Stadtwerke Lemgo, die offen für den Vorschlag waren.
  • Die Stadtwerke Lemgo GmbH entwickelte die Internetplattform „Dial4Light", wo die Bürgerinnen und Bürger sich einmalig für den Service anmelden müssen. Die Anmeldung kann auch durch Mitarbeiter der Kommune erfolgen. Dies ist z. B. für ältere Menschen von Vorteil.
  • Registrierte Benutzer haben die Möglichkeit, Straßenlaternen per Telefon durch ein benutzerfreundliches Sprachverfahren und registrierungsfrei per Dial4Light App einzuschalten.
  • Es lassen sich nicht nur Wege und Straßen, sondern auch Sportplätze und Sehenswürdigkeiten beleuchten. Die Kosten für die Beleuchtung trägt – wie auch bei der regulären Beleuchtung – die Gemeinde. Es gibt Ausnahmen, z. B. bei Sportplatzbeleuchtung. In einem solchen Fall werden die Nutzerinnen und Nutzer aber vorher auf die Kosten hingewiesen.  
  • Die ausgewählte Strecke wird in der Regel 10 – 15 Minuten beleuchtet, individuell auf die Strecke abgestimmte Leuchtzeiten sind möglich.
  • Durch die Auswertung der Nutzungsdaten (z. B. Schaltzeiten pro Strecke, Schalthäufigkeit) können ca. zwei Monate nach der Erstinstallation von Dial4Light Leuchtzeitenoptimierungen umgesetzt werden.
  • Der Installationsaufwand für die benötigten Modems beträgt nur ca. eine halbe Stunde.
  • Das Dial4Light-Verfahren wurde inzwischen zum Patent angemeldet.  
  • Für die Zukunft sind eine App und ein registrierungsfreier Zugang geplant.

Erfolge

  • Die Straßenbeleuchtung ist nur an, wenn sie auch benötigt wird – dies spart Geld und schon die Umwelt.
  • Die Bürgerinnen und Bürger profitieren zu Zeiten, zu denen die reguläre Straßenbeleuchtung abgeschaltet ist, von der bedarfsgerechten Steuerung und die dadurch ausgeweiteten Beleuchtungszeiten.
  • Durch die Ersparnisse bei den Energiekosten amortisieren sich die Investitionskosten nach ca. einem Jahr.
  • Die Akzeptanz unter den Bürgerinnen und Bürgern ist hoch.
  • Inzwischen gibt es Dial4Light nicht nur in Dörentrup, sondern in vielen verschiedenen Kommunen: Bakum, Belgershain, Borken, Groß Pankow, Güster, Gütersloh, Lemgo, Rahden, Saalfeld, Schlangen, Weilburg, Wezep.
  • Die Medien haben weltweit über das Projekt berichtet. Das Medieninteresse zeigt, wie gefragt die Lösung ist. Jedes Jahr zur „dunklen Jahreszeit" häufen sich die Anfragen seitens der Kommunen. Sogar aus den Vereinigten Staaten, Norwegen und Israel kamen Besucher, um sich anzuschauen, wie Dial4Light funktioniert.

Kontakt

Stadtwerke Lemgo GmbH, Frank Bräuer

(Projektleiter)
Bruchweg 24
32657 Lemgo
Telefon: 05261/255 251

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Dörentrup Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Städte und Gemeinden in strukturschwachen ländlichen Räumen

Bevölkerung 2014

7.941

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-12,4

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