Landkreis Gütersloh - "Erfolgreich in Ausbildung"

Mit dem Projekt wird auf die ungenügende Ausbildungsplatzsituation für Hauptschüler reagiert. „Übergangscoaches“ unterstützen die Schulabgänger um einen passenden Ausbildungsplatz zu finden und werben in der lokalen Wirtschaft für neue Plätze.

Ausgangslage

  • Die Ausbildungssituation für Hauptschüler im Kreis Gütersloh stellte sich 2005 als zunehmend problematisch heraus. Die Ausbildungsplatzlücke entsteht insbesondere durch hohe Schulabgängerzahlen und ein nicht ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen und wird noch bis mindestens 2013 fortbestehen. Die Lücke wird zudem durch die jährlich hohe Anzahl an Altbewerbern aufrechterhalten.
  • Nicht einmal mehr ein Viertel der Betriebe bildet noch aus, Gründe dafür sind u. a. die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern sowie ein Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage. Das rechnerische Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei den gemeldeten Ausbildungsstellen lag noch im April 2008 im Kreis Gütersloh nach der Statistik der Bundesagentur für Arbeit bei etwa 1:2.
  • Das Handwerk ist Hauptarbeitgeber für Hauptschüler, die technischen und kognitiven Anforderungen steigen aber auch im Handwerk. Hauptschüler werden zunehmend von Absolventen anderer Schulformen verdrängt. 

Ziele

  • Passgenaue Vermittlung von Schüler/innen mit Hauptschulabschluss in berufliche Ausbildung.
  • Verringerung der Abbrecherquote, insbesondere im ersten Ausbildungshalbjahr
  • Akquise von Partnerunternehmen
  • Verbesserung der schulischen Berufsorientierung mit weiteren Akteuren

Umsetzung

  • „Erfolgreich in Ausbildung" wurde im Kreis Gütersloh im September 2005 initiiert. Die 1. Projektphase lief bis Dezember 2007. Entstanden ist es aus einem Modellprojekt in ganz Ostwestfalen Mitte und wird in den Kreisen Gütersloh, Lippe und in der Stadt Bielefeld weitergeführt.
  • Seit Januar 2008 arbeitet das Projekt mit 21 Übergangscoaches sowie mit einer Projektleitung, einer Projektkoordination und weiteren Mitarbeitern. Arbeitgeber der Coaches sind freie Träger (AWO, Kolping, Caritas), Städte und Gemeinden oder der Kreis Gütersloh.
  • Teilnehmende Schulen sind alle Haupt- und Gesamtschulen im Kreis. Erste Zielgruppe sind Schüler der 9. und 10. Klassen (Abgangsschüler).
Übergangscoaches: Folgende Kernaufgaben werden Jugendlichen durch den Übergangscoach bereit gestellt:
  • Erstgespräch: Es erfolgt eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation des Schülers. Der Rahmen für das ggfs. folgende Coaching wird festgelegt.
  • Berufsinteressentest: Der Berufsinteressentest liefert dem noch orientierungslosen Schüler eine erste Information über die mögliche berufliche Ausrichtung und dem Übergangscoach Aufschluss über den Unterstützungsbedarf.
  • Einzelcoaching: Ein kontinuierlicher Prozess der beruflichen Wegeplanung des Schülers mit Unterstützung des Übergangscoaches. Entsprechend der Fähigkeiten, Stärken und Interessen des Schülers werden passende berufliche Perspektiven eröffnet, Umsetzungsschritte vereinbart und umgesetzt.
  • Akquise und Vermittlung: Der Schüler erhält eine individuelle Unterstützung bei der Suche und der geeigneten Auswahl von Praktikums- und Ausbildungsplätzen.
  • Simuliertes Vorstellungsgespräch: Das simulierte Vorstellungsgespräch dient der Erprobung eines Vorstellungsgespräches unter nahezu realen Bedingungen.
  • Nachbetreuung: Der Übergangscoach ist auch noch im ersten Ausbildungshalbjahr Ansprechpartner für Auszubildende und Ausbildungsbetriebe.
  • Dabei kooperieren die Übergangscoaches mit zahlreichen weiteren schulischen und außerschulischen Akteuren der Berufsorientierung, wie den Berufswahlkoordinatoren, Schulsozialarbeitern, Kompetenzagenturen, Berufsberatern, Fallmanagern, Kammern und Unternehmerverbände, freien Trägern, Unternehmen etc.
Die Projektkoordination
  • Die Projektkoordination übernimmt im Projekt „Erfolgreich in Ausbildung" im Wesentlichen eine Mittlerfunktion, die sich in unterschiedlichen Aufgabenbereichen widerspiegelt.
  • Die vier wesentlichen Funktionen der Projektkoordination werden in der folgenden Graphik (mittlerer Kasten) veranschaulicht.

Erfolge

Nicht nur die regelmäßig erhobenen Vermittlungszahlen in betriebliche und schulische Berufsausbildung, die kontinuierlich gestiegen sind, belegen den Nutzen von „Erfolgreich in Ausbildung". Durch das Projekt wurde auch erreicht, dass
  • in Zeiten der Wirtschaftskrise mit einem Rückgang von Ausbildungsstellen um 9,9% (Angabe der Arbeitsagentur Kreis Gütersloh) die Vermittlungsquote von Abgangsschüler/innen der 15 Hauptschulen in duale Ausbildung im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,3%-Punkte gesunken ist,
  • die Vermittlungsquote in eine vollqualifizierende schulische Berufsausbildung gesteigert wurde,
  •  insgesamt knapp 45% aller Schulabgänger/innen der 15 Hauptschulen in eine Berufsausbildung einmünden konnten (bundesweit ca. 20 %),
  • durch das Angebot der Nachbetreuung im ersten Ausbildungshalbjahr der vermittelten Jugendlichen die Abbrecherquote auf ein Minimum gesenkt werden konnte,
  • alle Projektschüler/innen die Schule mit einem beruflichen Ziel vor Augen verlassen und einer persönlichen Planung, wie sie dieses Ziel erreichen können.

Kontakt

Melanie Genrich

Projektkoordinatorin
Kreis Gütersloh
Herzebrocker Str. 140
33324 Gütersloh
Telefon: 05241 - 85 15 17

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Gütersloh, LK Nordrhein-Westfalen

Bevölkerung 2014

354.463

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-0,8

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