Hamm - Bürgeramt für Migration und Integration

Das Bürgeramt für Migration und Integration der Stadt Hamm soll als zentrale Servicestelle alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit Migration und Integration bündeln und somit den Kunden eine Bedienung aus einer Hand (one-stop-government) anbieten. Gleichzeitig soll die Bedeutung des Themas signalisiert werden.

Ausgangslage

  • Rund 27 Prozent der Bevölkerung der Stadt Hamm verfügen über einen Migrationshintergrund; mehr als 120 verschiedene Nationen leben hier. In einem Stadtteil liegt bei den 0- bis 35-jährigen Einwohnern der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung bei 50 Prozent.
  • Im Stadtteil Uentrop steht der größte Hindu-Tempel Europas, der an Festtagen bis zu 20.000 Gläubige aus Deutschland und den Nachbarländern anlockt. Anfang 2006 wurde der erste repräsentative Moscheeneubau mit Platz für 1.200 Personen feierlich eröffnet.
  • Vor diesem Hintergrund verstärkte die Stadt ihre Integrationsanstrengungen seit dem Jahr 2000 erheblich und machte das Thema zu einem Leitprojekt der Stadtentwicklung. Kern der Bemühungen ist ein stadtweites Netzwerk, an dem neben Politik und Verwaltung auch alle relevanten Vereine und Gruppen beteiligt sind.

Ziele

  • Weitere Optimierung der Migrations- und Integrationsarbeit der Stadt und der kommunalen Service-Leistungen für Bürger mit Migrationshintergrund.
  • Ausbau der Steuerungsmöglichkeiten der Kommune angesichts der demographischen Entwicklung (weniger, bunter, älter).

Umsetzung

  • In einem ersten Schritt wurde 2005 die bis dahin beim Amt für „Personalstands- und Ausländerwesen" angesiedelte Ausländerbehörde organisatorisch und räumlich dem Amt für Soziale Integration zugeordnet.
  • Durch die Schaffung des Bürgeramtes für Migration und Integration als zentraler Servicestelle werden alle Dienstleistungen im Zusammenhang mit Migration und Integration gebündelt, die getrennten Bereiche der Ordnungsbehörde und der Sozialverwaltung zusammengeführt und somit den Kunden eine Bedienung aus einer Hand (one-stop-government) geboten.
  • Gleichzeitig soll das Bürgeramt für Migration und Integration der gesamten Bevölkerung die gewachsene und zunehmende Bedeutung des Themas signalisieren.
  • Ebenso zogen die örtliche Migrationserstberatung und der Jugendmigrationsdienst, durchgeführt von Arbeiterwohlfahrt und Deutschem Roten Kreuz, in die Räumlichkeiten des Amtes für Soziale Integration und wurden Teil des Bürgeramtes für Migration und Integration.
  • Alle beteiligten Institutionen bewahren dabei jedoch ihre eigenständige Aufgabenwahrnehmung und die sich aus dem Zuwanderungsgesetz ergebende Unabhängigkeit. Dies wird auch den Kunden klar kommuniziert.
  • Durch die Zusammenführung wurde nicht nur der Service für die Kunden optimiert. Durch die unmittelbare räumliche Zusammenarbeit kann mit jedem Neuzuwanderer unmittelbar nach der Einreise ein individuelles Integrationsprogramm entwickelt werden. In Zukunft soll dabei auch eine gegenseitige Integrationsvereinbarung getroffen werden.
  • Durch diese neue Form der Integrationsarbeit werden Zeitverluste vermieden, die sich bis jetzt z. B. im Bereich des Familiennachzugs negativ auf den Integrationsprozess ausgewirkt haben.
  • Auch durch die räumliche Gestaltung (Front-Office, Spielecke etc.) soll den Migranten ihre Wertschätzung durch die Stadt Hamm vermittelt werden.
  • Aufbau von stadtweiten Netzwerken für Frauen sowie Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund.
  • Standort des MIMI-Projektes (Gesundheitsförderung für Migranten) sowie Gewinnung, Ausbildung und Einsatz von freiwilligen Migrantinnen und Migranten als Multiplikatoren zur Unterstützung der Erziehungs- und Bildungsarbeit in Familien mit Migrationshintergrund.
  • Einrichtung von Stadtteilbüros bzw. offenen Bewohnertreffs in Quartieren mit hohem Migrantenanteil.
  • Die Stadt verfügt über ein flächendeckendes Netz von „Integrationsbegleitern und Mediatoren". Durch direkte Ansprache werden Bürger ermuntert, als Integrationslotsen tätig zu werden.
  • Die Stadt versucht, soweit möglich, Migranten und ihre Vereine und Organisationen in Entscheidungsprozesse einzubinden. Sie erhalten auch finanzielle Unterstützung zur Selbstorganisation.
  • Regelmäßige Treffen von Vertretern der Verwaltung und dem Oberbürgermeister mit den Vorständen der Migrantenorganisationen zur Abstimmung der Integrationsarbeit.

Erfolge

  • Die neuen Projekte und Konzepte der Stadt haben in der Bevölkerung zu einer Aufbruchstimmung und vielfach neuen Aktivitäten und Kontakten geführt.

Kontakt

Günter Schwibbe

Beauftragter für Migration und Integration
Stadt Hamm
Sachsenweg 6
59073 Hamm
Telefon: 02381 - 76 004

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Hamm Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stark alternde Kommunen

Bevölkerung 2014

176.580

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-1,9

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