Kreis Düren- Arbeitsmarktvermittlung für Asylbewerber und Geflüchtete

Der Kreis Düren hat ein zukunftsweisendes Projektkonzept zur Arbeitsmarktintegration von Asylbewerbern sowie Flüchtlingen mit Duldungsstatus und Bescheinigungen über die Meldung als Asylsuchende (BÜMA) gestartet. Besonders sind die Übernahme der Verantwortung durch Kommunen in Form von Vermittlungsprämien und die enge Kooperation zwischen arbeitsmarktpolitischen Akteuren, Migrationsfachdiensten, der Einrichtungen der Erwachsenenbildung und der Kreisverwaltung, hier insbesondere dem Kommunalen Integrationszentrum.

Ausgangslage

  • Im Kreis Düren mit 270.000 Einwohnern lebten mit Stand vom 31.12. 2015 25.600 Ausländer. 78 % (19.884 Personen) von ihnen sind im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren.
  • 980 Personen befanden sich zum 31.12.2015 in anhängigen Asylverfahren. 72 % (710 Personen) sind zwischen 18 und 65 Jahren.
  • Hinzu kommen ca. 2.500 Flüchtlinge mit einer sog. BÜMA, die noch keinen  Asylantrag stellen konnten, aber bereits dem Kreis Düren zugewiesen wurden.
  • Die rechtliche Situation der beiden Personengruppen differiert in Bezug auf die Arbeitsaufnahme. Geflüchtete, die mehr als drei Monate und weniger als 15 Monate in Deutschland leben, haben eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Agentur für Arbeit überprüft dann, ob ein Arbeitsplatz vorrangig mit einem Deutschen, einem EU-Ausländer oder einem Ausländer mit gesichertem Aufenthaltsstatus besetzt werden kann.
  • Die Kommunen im Kreis Düren tragen erhebliche Kosten für Aufnahme, soziale Sicherung und Unterbringung dieser Personen, haben aber keine eigenen Ressourcen, um Potentialanalysen durchzuführen oder Arbeitsstellen zu vermitteln.

Ziele

  • Der Kreis Düren möchte vor allem bei den Flüchtlingen Integration durch Arbeit ermöglichen, die nicht von der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden und die voraussichtlich über längere Zeit als Asylsuchende oder geduldete Flüchtlinge in den kreisangehörigen Kommunen leben.
  • Durch gezielte Ermittlung der mitgebrachten Potentiale, durch Beratung, Qualifizierung und Vermittlung sollen Teilhabemöglichkeiten von Asylbewerbern und Flüchtlingen frühzeitig erhöht werden, damit die mitgebrachten Qualifikationen nicht verloren gehen.
  • Die Kosten der Kommunen sollen aufgrund des Asylbewerberleistungsgesetzes gesenkt, und der gesellschaftliche Nutzen durch die Neuzuwanderung von Flüchtlingen so schnell wie möglich realisiert werden.
  • Es soll eine Beratungsstruktur aufgebaut werden, die sich auf die Arbeitsvermittlung von Asylbewerbern und geduldeten Flüchtlingen spezialisiert. Außerdem sollen Maßnahmen zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse eingeleitet werden.
  • Die Finanzierung von Anpassungsqualifikationen bzw. arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die Vermittlung in Arbeit, und die Vernetzung mit vorhandenen Akteuren und die Nutzung vorhandener Ressourcen für die Zielgruppe, sollen angestoßen werden.
  • Das im Kreis Düren sehr gut eingespielte Netzwerk von Migrationsfachdiensten, Behörden, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und arbeitsmarktpolitischen Akteuren wird genutzt um im Rahmen ihrer Zuständigkeit und mit den vorhandenen Ressourcen die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen zu verbessern.

Umsetzung

  • Vor dem Projektstart wurden kreisangehörige Kommunen als Kooperationspartner gewonnen, die bereit waren, eine Anschubfinanzierung zu leisten.
  • Für die Projektumsetzung wurde im November 2015 ein geeigneter arbeitsmarktpolitischer Träger, die Firma low-tec gGmbH durch den Kreis Düren beauftragt.
  • Die beteiligten Kommunen haben das Vorschlagsrecht für Teilnehmer/innen an dem Projekt bzw. genehmigen die Projektteilnahme.
  • Um die soziale Begleitung und ganzheitliche Unterstützung zu gewährleisten, wurden die beteiligten Kommunen, das Kommunale Integrationszentrum des Kreises und das unterstützende Netzwerk aus Migrationsfachdiensten, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und arbeitsmarktpolitischen Akteuren in Form eines Projektbeirates eingebunden.
  • In Anlehnung an die Erfahrungen der Jobcenter werden im Rahmen eines Fallmanagements Kompetenzprofile erstellt, Orientierungsberatung durchführt und individuelle Eingliederungspläne vereinbart.
  • Der arbeitsmarktpolitische Träger low-tec übernimmt die Erfassung der Qualifikationen aller Asylbewerber, geduldeten Flüchtlingen und der BÜMA-Inhaber und führt Einzelgespräche mit mehrsprachigem Personal durch.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Kontaktaufnahme mit potentiellen Arbeitgebern erfolgt durch den Träger.
  • Die Begleitung während der Einarbeitungsphase nach Vermittlung in den Arbeitsmarkt soll gewährleistet werden. Hierzu wird auch mit den ehrenamtlichen Netzwerken der Kommunen kooperiert.
  • Die Nachhaltigkeit des Projektes wird dadurch gesichert, dass die Kommunen Vermittlungsprämien anhand der eingesparten Mittel im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes und durchschnittlicher Kosten für Krankenversorgung für jeden in Arbeit vermittelten Asylbewerber oder geduldeten Flüchtling tragen. Die Vermittlungsprämie ist so gewählt, dass die Kommunen keine zusätzlichen Kosten tragen müssen und die Leistungen des Trägers kostendeckend vergütet sind.

Erfolge

  • Der Kreis Düren formulierte im November 2015 folgende Zielerreichungsindikatoren:
    • Vermittlung von mindestens 25 Asylbewerber/innen im ersten Jahr.
    • Vermittlung von mindestens 45 Asylbewerber/innen pro Jahr in den Folgejahren in versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.
    • Die Qualitätssicherung erfolgt durch die Berichterstattung gegenüber dem installierten Projektbeirat, den beteiligten Kommunen und dem Kreis Düren. Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Düren.

Kontakt

Sybille Haußmann

Kreis Düren
Bismarckstr. 16
52351 Düren
Telefon: 02421 - 22 28 14

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Düren, LK Nordrhein-Westfalen

Bevölkerung 2014

259.073

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-2,5

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