Lengerich - Unterstützung von pflegenden Angehörigen durch das Projekt „Familiale Pflege“

Durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr pflegebedürftige Menschen. Viele davon wollen ihren Lebensabend im häuslichen Umfeld verbringen. Doch die Angehörigen brauchen häufig intensive Unterstützung, um die neue Aufgabe bewältigen zu können und dabei selbst gesund zu bleiben.

Ausgangslage

  • Im Landkreis Steinfurt werden ca. 45 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt. Durch den demografischen Wandel wird die Anzahl pflegebedürftiger Menschen weiter wachsen.
  • Die Pflege von Angehörigen ist mit großen Herausforderungen verbunden. Wie verhindert man Stürze? Wie gehe ich mit meinem Vater und seiner Demenzerkrankung um? Wie benutze ich ein Pflegebett? Wie beantrage ich Hilfen für meine Mutter? Nicht nur die Unterstützung bei der Körperpflege, sondern auch der Umgang mit älteren Menschen mit psychischen Erkrankungen erfordert viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen.
  • Es gibt im häuslichen Bereich einen zunehmenden Bedarf an Unterstützung und Beratung. Dies betrifft sowohl die Pflegebedürftigen als auch die Pflegenden.

Ziele

  • Um Angehörige, Freunde und Nachbarn von Pflegebedürftigen zu unterstützen und diese bei der Pflege gesund zu erhalten, bietet die LWL-Klinik Lengerich an den Standorten Lengerich und Rheine seit Herbst 2013 kostenlose Beratungen, Schulungen und Trainings zur familialen Pflege an.
  • Pflegebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich im häuslichen Umfeld bleiben können und dabei gut versorgt sein.

Umsetzung

  • Pflegende Angehörige werden in der LWL-Klinik Lengerich während der stationären Behandlung der pflegebedürftigen Person und bis zu sechs Wochen danach betreut.
  • Die Betreuung übernehmen Pflegekräfte mit langjähriger Berufserfahrung und einer speziellen wissenschaftlichen Weiterbildung zum Thema familiale Pflege. 
  • Zum Angebot gehören individuelle, einzelfallbezogene Erstgespräche und Pflegetrainings auf der Station und im häuslichen Umfeld.
  • In Pflegekursen haben Angehörige seit Oktober 2014 die Möglichkeit, sich über den Umgang mit der veränderten Lebenssituation und eigene Entlastungsmöglichkeiten für sich als pflegende Angehörige auszutauschen. Des Weiteren werden sie an Techniken der Körperpflege und Mobilisation herangeführt.
  • Zudem dienen die Kurse der theoretischen und praktischen Wissensvermittlung, um Menschen mit einer psychischen Erkrankung (z. B. einer Depression oder Demenz) besser verstehen und mit ihnen angemessen kommunizieren zu können.
  • Bei Bedarf besteht das Angebot, die zu pflegenden Angehörigen nach vorheriger Anmeldung während des Kurses auf den Stationen der Abteilung für Gerontopsychiatrie betreuen zu lassen.
  • Ein weiteres Angebot sind Familienberatungen, die dazu dienen, Hinweise zur sicheren Gestaltung des häuslichen Umfeldes zu geben.
  • In Gesprächskreisen können sich die Angehörigen untereinander über ihre Erfahrungen austauschen.
  • Besonders die Kompetenz der psychiatrischen Pflege können die Pflegenden der LWL-Klinik Lengerich den Angehörigen weitergeben.
  • Die Kurse werden von der AOK-Rheinland und Westfalen-Lippe finanziert, vom Gesundheitsministerium NRW gefördert und von der Universität Bielefeld wissenschaftlich betreut.

Erfolge

  • Pflegende Angehörige sind froh und dankbar, dass es dieses Angebot gibt und sie Unterstützung und Entlastung in Behördenangelegenheiten, zu Fragen der Körperpflege und entlastenden Angeboten für sich selbst bekommen.

Kontakt

Frau Rosenthal

Abteilung für Gerontopsychiatrie
LWL-Klinik Lengerich
Parkallee 10
49525 Lengerich
Telefon: 05481 / 12 203

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Lengerich (ST) Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Stabile Mittelstädte

Bevölkerung 2014

22.056

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-1,2

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!