Wuppertal - Die Wuppertalbewegung

Mit Unterstützung durch Landes-, Bundes- und EU-Fördermittel wird eine alte Bahntrasse mitten durch Wuppertal in den längsten innerstädtischen Freizeitweg weltweit umgewandelt. Dutzende Brücken und Viadukte sowie sechs Tunnel ermöglichen eine kreuzungsfreie und ebene Fahrt durch die Metropole des Bergischen Landes. Die Initialzündung und Umsetzung der Idee kommt von der Wuppertalbewegung e.V., einer Bürgerinitiative mit über 3.000 Unterstützern. Die ersten Kilometer sind schon fertig und werden von Skatern, Radlern, Läufern und Fußgängern begeistert genutzt.

Ausgangslage

  • Die Ausgangslage war geprägt von jahrelangem Niedergang, Rückschnitt von Freizeitangeboten (Bäderschließungen, verfallenden Spielplätzen), Verfall von historisch bedeutsamen Bauwerken, schlechten Straßen usw.
  • Wuppertal ist in den vergangenen Jahrzehnten durch einen starken Bevölkerungsrückgang gekennzeichnet, der verbunden mit wirtschaftlichen Problemen zu einer sehr angespannten Finanzlage führte. „Leuchtturmprojekte" zur Erhöhung der Lebensqualität in der Stadt fehlten.
  • Der Verfall der Rheinischen Eisenbahnstrecke, die durch die am dichtesten besiedelten Wuppertaler Stadtgebiete geht und für viele sozial benachteiligte Mitbürger und für Behinderte einen hervorragenden Freizeitweg darstellen könnte, führte dazu, dass erste Teile verkauft und überbaut wurden.
  • Eine 21-köpfige Gruppe von Wuppertaler Bürgern hatte es sich zum Ziel gesetzt, ein Projekt zu initiieren, welches ganz konkret die Lebensqualität in der Stadt erhöhen kann und darüber hinaus Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus besitzt.

Ziele

  • Nach Einschätzung der Wuppertalbewegung kann die Umwandlung der Nordbahntrasse in einen Fuß- und Radweg aus den folgenden fünf Gründen einen signifikanten Wert für die Stadt Wuppertal schaffen (vgl. auch Abb. 4 in der Machbarkeitstudie):
  1. Integration von Stadtbezirken mit verschiedenstem kulturellen Hintergrund
  2. Erhöhung der Lebensqualität für etwa 100.000 Anwohner durch unmittelbaren Zugang zu einem ebenerdigen Fuß- und Radweg
  3. Erhalt von Ingenieurbauwerken, die – nun sinnvoll genutzt – weiter als Wahrzeichen der Stadt auch positiv nach außen wirken werden
  4. Eröffnung von Wachstumspotential entlang der Strecke, insbesondere im Bereich innovativer kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMUs)
  5. Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus
  • Übergeordnetes Ziel war es, zu zeigen, welches immense kreative Potenzial in der „Bürgerschaft" schlummert, das – wenn aktiviert – mit Leichtigkeit viele Aufgaben übernehmen kann, die Verwaltungsapparate infolge ihrer Struktur nicht mehr bewältigen können.

Umsetzung

  • Um den Umbau der Rheinischen Strecke in einen Rad- und Wanderweg zu erreichen wurden öffentliche Mitmachaktionen, Feste, Trassenbegehungen veranstaltet sowie bei Unternehmen, Privatleuten und Stiftungen über 3 Mio. Euro Spenden gesammelt.
  • An konkreten Maßnahmen wurden umgesetzt:
    • die Spendensammlung,
    • die Erarbeitung der Entwurfsplanungen,
    • das Verfassen der Förderanträge,
    • Trassenbau sowie
    • Öffentlichkeitsarbeit.
  • Wichtige Meilensteine waren: Spendenakquise, Förderantragseinreichungen und -bewilligungen, LED-Wettbewerb, Inbetriebnahme der Draisinenstrecke.
  • Das alles möglich gemacht haben die Wuppertalbewegung e. V. und ihre vielen hundert Unterstützer mit ehrenamtlichen Fachleuten, die Bürger durch das Aufbringen des kompletten Eigenanteils und die Wuppertaler Nordbahntrassen GmbH für den Bau und Betrieb.

Erfolge

  • Komplette Beschaffung der notwendigen Eigenmittel i. H. v. über 3 Mio. Euro durch die ehrenamtliche Wuppertalbewegung e. V., Verfassen der relevanten Förderanträge, für die mittlerweile über 20 Mio. Euro bewilligt wurden, Bau eines ersten Teilstückes von rund 2 km Trasse. 
  • Die ersten Trassenkilometer sind bereits nutzbar und werden hervorragend angenommen. Die Trasse wurde begehbar gemacht, Draisinenfahrten werden angeboten und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Kontakt

Olaf Nagel

Kürfürstenstr. 74
42369 Wuppertal
Telefon: 0177 - 86 02 180

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Wuppertal Nordrhein-Westfalen

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

345.425

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-4,4

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