Trier - Zukunftsmanagement einer Stadt

Die Stadt Trier (Rheinland-Pfalz) hat sich zum Ziel gesetzt, dass 2020 120.000 Menschen mit einer ausgewogenen Alters- und Erwerbsstruktur in Trier leben. In einem gesamtstrategischen Ansatz und mit dem Instrumentarium „Zukunftsmanagement" soll dieses Ziel verwirklicht werden. Die Akteure kommen aus der Politik und Verwaltung, aus Unternehmen. Es sind Bürger sowie Fachexperten beteiligt.

Ausgangslage

  • Die Stadt Trier stellt als Oberzentrum für einen Einzugsbereich von über 500.000 Menschen zentrale öffentliche Infrastruktur- und Dienstleistungsangebote bereit. Um dies auch gewährleisten zu können, müssen frühzeitig entsprechende Weichenstellungen im Hinblick auf den demographischen Wandel erfolgen.
  • Dabei besitzen die Stadt und die Region Trier eine gute Ausgangsbasis um die Herausforderungen des demographischen Wandels proaktiv zu gestalten: beide verzeichneten in den vergangenen Jahren ein Bevölkerungswachstum. Außerdem strahlt die Wirtschaftskraft des Großherzogtums Luxemburg in die Region hinein.
  • Der 1999 vollzogene Abzug der französischen Streitkräfte und das damit verbundenen Freiwerden von über 600 ha vormals öffentlicher Nutzung entzogener Flächen verursachten zunächst beträchtliche Probleme. In Trier erkannte man aber frühzeitig die große Chance für die künftige Entwicklung und Zukunftsfähigkeit der Stadt. Eingebunden in das Handlungskonzept „Trier Zukunft 2020" ist seit Jahren die Konversion militärischer Flächen ein fester Bestandteil der Stadtentwicklung in Trier.
  • Laut aktuellen Erhebungen des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik hat die Zahl der Betriebe und Institutionen auf Konversionsflächen stark zugenommen. Maßgeblicher Impulsgeber ist dabei der Wissenschaftspark, der durch eine rege Gründer- und Ansiedlungstätigkeit genau die erwartete Entwicklung genommen hat und zu einem Wissenschaftspark Trilux (Trier-Luxemburg) ausgebaut wurde.

Ziele

  • Das (demographisch) wichtigste Ziel des Zukunftskonzeptes „Zukunft Trier 2025" lautet: In Trier leben 120.000 Einwohner mit einer ausgewogenen Alters- und Erwerbsstruktur.

Umsetzung

  • Das Konzept „Zukunft Trier 2025" ist ein gesamtstrategischer Ansatz, der die kurz- bis langfristige Entwicklung der Stadt mit Visionen, Leitbildern, konkretisierenden Zielen und konkreten Maßnahmen (im Sinne von Leitbildern) formuliert.
  • Die Stadt Trier verfolgt eine ganzheitliche Strategie, die die Entwicklung der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes, des Sozialbereiches bis hin zur Umwelt umfasst. Es sind eindeutige Ziele und entsprechende Verantwortlichkeiten (Zielmanager und Projektmanager) definiert.
  • Die strategische Ausrichtung des Zukunftskonzeptes beinhaltet die strategische Zielsetzung, Menschen in der Stadt zu halten und neue Einwohner von außen anzuziehen.
  • Ein interessantes Instrument ist das so genannte Zukunftsmanagement. Zukunftsmanagement ist bisher vor allem ein Instrument von Unternehmen, die so versuchen, vorausschauendes Denken und Handeln zu etablieren. Trier will von den Erfahrungen des privaten Sektors profitieren und formuliert die Methoden und Prozesse für ihren Zweck um. Im Fokus steht die Beantwortung der folgenden Kernfragen:
    • Welche Veränderungen des wirtschaftlichen, technologischen, politischen und soziokulturellen Umfeldes kommen in den nächsten Jahren auf unsere Stadt zu?
    • Welche Chancen stecken für uns in diesen Veränderungen?
    • Welche Risiken bringen diese Veränderungen für die Entwicklung unserer Stadt?
    • Wie kann und soll unsere Stadt in fünf, zehn und dreißig Jahren aussehen?
    • Was müssen die Führungsebenen unserer Stadt jetzt konkret dafür tun?
    • Welche Etappenziele müssen wir definieren und umsetzen?

Erfolge

  • Die Stadt Trier hat mit dem Konzept „Zukunft Trier 2020" bereits 1995 die Grundlage für eine bis heute erfolgreiche und nachhaltige Stadtentwicklung geschaffen. Das Konzept, das die Verwaltung zusammen mit etwa 120 Institutionen und anderen öffentlichen Einrichtungen der Stadt erstellt hat, hat sich aufgrund seiner konzeptionellen Zielaussage und seinen eindeutigen Zielfestlegungen als hervorragende Handlungsgrundlage erwiesen, auf deren Basis inzwischen zahlreiche konkrete Maßnahmen verwirklicht werden konnten.
  • Mit der Konversion hat die Stadt einen Beitrag zu dem Hauptziel, der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, erreicht. Das Oberzentrum Trier konnte so seinen Status als wichtiges Arbeitsplatzzentrum in der Region ausbauen. Hinsichtlich der zu erwartenden demografischen Entwicklung bietet das Konzept ebenfalls eine wichtige Grundlage zur zukünftigen Planung der Nahversorgung der Bevölkerung. Hierbei spielt die Entwicklung stadtteilübergreifender Nahversorgungszentren eine wichtige Rolle.
  • Auf dem Weg „einem hohen Anteil nachhaltig arbeitender zukunftsorientierter Betriebe" zu schaffen, konnte mit der Einrichtung bzw. Umsetzung des Wissenschafts-Parks Trier-Luxemburg nach erfolgreicher Machbarkeitsstudie ebenfalls eine bedeutende Maßnahme begonnen werden, um gezielt spezifisch ausgewählte Wachstumsbranchen mit einem grenzüberschreitenden Business-Provider-Angebot in ihrer unternehmerischen Entwicklung zu fördern. Dieser Ansatz dient ebenfalls der Vernetzung regionaler Wirtschaftspotenziale und Kompetenzen und bildet ein Element zur Umsetzung der Vision eines gemeinsamen Kultur- und Wirtschaftsraums mit Luxemburg.
  • Die Stadt Trier setzt als Projektträgerin seit Anfang 2010 gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Trier das Modellprogramm „Regionaler Beschäftigungsentwickler" des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen um.

Kontakt

Dr. Johannes Weinand

Stadt Trier
Kaiserstr. 18
54224 Trier
Telefon: 0651 - 71 81 129

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Trier Rheinland-Pfalz

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

108.472

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

0,3

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