LK Bautzen - Der Dresdner Heidebogen – kreativer Umgang mit Leerstand

Der Verein Dresdner Heidebogen versucht, Lösungen für den Umgang mit leerstehenden Gebäuden und brachliegenden Flächen aufzuzeigen. Dazu gehört neben dem klassischen Abriss von Gebäuden auch eine kreative Nachnutzung der neuen Freiflächen, Zwischennutzungsmodelle bis eine Nachnutzung erreicht ist oder der Teilrückbau mit anschließender Sanierung des noch verbliebenen Gebäudeteils.

Ausgangslage

  • Der Dresdner Heidebogen ist ein Zusammenschluss von fünf Städten und 16 Gemeinden in den Landkreisen Bautzen und Meißen.
  • Die Region ist vom demographischen Wandel betroffen. Durch die Nähe zum Ballungsraum Dresden und die verdichteten Räume der Kreisstädte sind die Schrumpfungsraten allerdings moderater als in anderen sächsischen ländlichen Gebieten.
  • Die Bevölkerung dieser Landkreise ist mit 60 % über 40-jähriger vergleichsweise alt, liegt aber noch deutlich unter dem deutschen Mittel von 47 Jahren. Problematisch sind die Wegzüge junger Menschen – vor allem junger Frauen im gebärfähigen Alter – aufgrund von Studium und Beruf.
  • Von 2009 – 2013 hat die Region ca. 15 % ihrer Einwohner verloren.
  • Dies führte dazu, dass viele Gebäude leerstehen.
  • Leerstand verursacht den Gebäudeeigentümern sowohl echte als auch remanente Kosten. Desweiteren prägt er das Ortsbild und dadurch auch das Image eines Ortes negativ.

Ziele

  • Der Dresdner Heidebogen e. V. versucht, mit diesem Leerstand umzugehen und neue Konzepte für leerstehende Gebäude zu entwickeln. Dazu gehört im Einzelnen:
    • Sammlung und Vorstellung praktikabler, finanzierbarer und möglichst förderfähiger Lösungen für Beseitigung oder Verhinderung von Leerstand im Ortskern
    • Bewertung verschiedener Instrumente zur Leerstandsbeseitigung (Abriss, Teilrückbau, Zwischennutzung, Sanierung, Ruinensicherung)
    • Vorstellung und Bewertung korrespondierender Instrumente (Ökokonto, Gebäudebörse, Förderung und Beratung zur Wohnraumschaffung, Regionalmarketing)

Umsetzung

  • Die Bürgermeister der Gemeinden beratschlagten die Probleme auf Regionalkonferenzen.
  • Für eine Broschüre wurde der Umgang mit 16 Gebäuden exemplarisch dokumentiert und den Gemeindevertretern als Katalog an die Hand gegeben.
  • In einer von der Region betriebenen Gebäudebörse können kostenfrei durch jedermann Gebäude eingestellt und zum Erwerb angeboten werden

Erfolge

  • Durch den Abbruch sanierungsbedürftiger alter Bausubstanz sparen die Kommunen Betriebs- und Sanierungskosten.
  • Außerdem wird das Ortsbild wieder attraktiver und die entstandenen Freiflächen können anderweitig genutzt werden – z. b. für Spielplätze, Rastplätze oder andere Grünflächen.
  • Nach Teilrückbau und Sanierung können Gebäude einem neuen Verwendungszweck zugeführt werden – einem, der sich an den aktuellen Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert.

Weitere Informationen

  • Dresdner Heidebogen 
  • Sächsische Staatskanzlei (2014): Dem demografischen Wandel mit Ideen begegnen. Praxisbeispiele und Modellprojekte aus dem Freistaat Sachsen. Dresden.

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Bautzen, LK Sachsen

Bevölkerung 2014

306.570

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-13,6

image

Kennen Sie innovative Projekte aus Ihrer Kommune?

Wir freuen uns, auch Ihr Beispiel auf dieser Seite vorzustellen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!