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Hoyerswerda - Stadtumbau von außen nach innen

Wie demographische und wirtschaftliche Einschnitte städtebaulich und infrastrukturell positiv gewendet werden können, zeigt die Stadt Hoyerswerda. Die Schließung eines Industriestandorts und Abwanderung ließen die Einwohnerzahl seit 1996 um 41 Prozent schrumpfen. Durch Abriss von Plattenbauten einerseits und Wiederherstellung älterer Stadtteile ist die Stadt zu neuer Identität gelangt.

Ausgangslage

  • Hoyerswerda war zu DDR-Zeiten Wohnstadt für den benachbarten Industriestandort Schwarze Pumpe und zählte zur Hochzeit fast 71.000 Einwohner.
  • Seit der Wende hat die Stadt aufgrund einer verstärkten Abwanderung 50 Prozent seiner Bevölkerung verloren. Bis 2030 rechnet man mit einem Rückgang bis auf 24.080 Einwohner.
  • Der aktuelle Leerstand und die Bevölkerungsprognosen erforderten und erfordern einen alle Strukturen umfassenden Stadtumbau, der auch den Rückbau von Wohneinheiten beinhaltet.
  • Die bisherige Entwicklung und die Einwohnerprognosen ergeben einen Rückbauumfang von 12.100 Wohnungen. Das sind 42,6 Prozent des 1999 am Wohnungsmarkt Hoyerswerda vorhandenen Angebotes.
  • Hoyerswerda ist zweisprachig, die Stadt liegt im sorbischen Siedlungsgebiet.

Ziele

  • Hoyerswerda wird zu einer attraktiven Stadt umgebaut.
  • Die Neustadt wird als eine intensiv durchgrünte, moderne Stadtform im inneren Kern erhalten, aber auch zu größerer Urbanität weiterentwickelt. In den teilweise neu strukturierten Gebieten wird die ortsnahe Verknüpfung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit ermöglicht.
  • Der Altstadt wird das Gesicht einer historisch gewachsenen Stadt wiedergegeben.
  • Mit der Umsetzung des aktuellen "Leitbild Hoyerswerda 2030 – für eine solidarische, selbstbewusste und weltoffene Heimatstadt | Směrodajny program Wojerecy 2030 – za solidarne, sebjewědome, swětej wote-wrjene domjace město" sollen u.a. Antworten auf folgende Fragen gefunden werden:
    • Wie gelingt es uns, gemeinsam den anhaltenden Einwohnerrückgang durch zielgerichtetes Handeln perspektivisch zu stoppen?

    • Wie wollen und wie werden wir 2030 in unserer Stadt leben?

    • Wie fühlt sich unser Hoyerswerda von morgen an?

Umsetzung

  • In einer ganzheitlichen Strategie werden die Maßnahmen des klassischen Stadtumbaus (Rückbau, Aufwertung, Anpassung Infrastruktur) in Zusammenhang mit den wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklungskonzepten gestellt.
  • Für den Rückbau von Wohnungen haben sich die Akteure auf folgende Kriterien geeinigt:
    • Rückbau von außen nach innen
    • Rückbau von unbeliebten Wohnungstypen
    • Rückbau von 5- bis 11-geschossigen Gebäuden
    • Rückbau von Gebäuden ohne Komplexmodernisierung
    • Entdichtung in den Wohngebieten durch punktuellen Rückbau
  • Grob lassen sich drei Gebiete im Stadtumbauprozess abbilden:
    • Die Neustadt ist hauptsächlich von Plattenbauten geprägt: Die am Stadtrand liegenden Wohnkomplexe werden großflächig rückgebaut, die Wohnkomplexe im inneren Kern der Neustadt werden modernisiert bzw. punktuell abgebaut.
    • Die Altstadt ist bis 1990 von zunehmendem Verfall der Bausubstanz gezeichnet: Mittels Sanierung, Neubau und Aufwertungsmaßnahmen sowie durch die Festsetzung von zwei förmlichen Sanierungsgebieten wurde der Altstadt das Gesicht einer historisch gewachsenen Stadt wiedergegeben. Mit Neuordnungskonzeptionen und der Förderung des individuellen Wohnens in der Altstadt sollen weitere Zuwächse für die Urbanität verwirklicht werden. Ein weiteres Fördergebiet im Zentrenbereich der Altstadt erhält und stabilisiert nachhaltig den historischen Stadtkern als funktionales und identitätsprägendes Zentrum.
    • Ortsteile mit Dorfcharakter, die stark mit der sorbischen Tradition verbunden sind: Die Erhaltung der Ortskerne und das harmonische Nebeneinander von alter Bebauung und ergänzender Neubebauung hat hier Priorität.
  • Für den Erfolg des Stadtumbaus ist es wichtig, alle betroffenen Akteure einzubinden. Dabei zeigte sich, dass Bürger den Bevölkerungsrückgang und den Stadtumbauprozess nur in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld wahrnehmen. Eine Sensibilisierung für den Gesamtprozess gestaltet sich schwierig.

Erfolge

  • Weite Teile der Neustadt und der Altstadt sind bereits modernisiert.
  • Bis heute umfasst der Rückbau ca. 9.900 Wohnungen. Durch die gezielten Maßnahmen des Stadtumbaus entwickelt sich eine kompakte, lebenswerte und abwechslungsreiche Stadt.
  • Leitbild Hoyerswerda 2030 – für eine solidarische, selbstbewusste und weltoffene Heimatstadt
  • Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts zum Stadtumbaugebiet Hoyerswerda

Kontakt

Stefan Skora

Oberbürgermeister
Stadt Hoyerswerda
S.-G.-Frentzel-Str. 1
02977 Hoyerswerda
Telefon: 03571 - 45 61 00

Annette Krzok

Fachgruppenleiterin Stadtentwicklung
Stadt Hoyerswerda
S.-G.-Frentzel-Str. 1
02977 Hoyerswerda
Telefon: 03571 - 45 65 40

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