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Schleswig-Holstein – CoWorkLand

Popup-Coworking im ländlichen Raum: In einem designthinking-getriebenen Prototyping erprobt die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein den Betrieb von Coworking-Spaces im ländlichen Raum. Geplant ist zudem eine Coworking-Genossenschaft, die auch Kommunen beraten wird.

Ausgangslage

  • Im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins findet ein tiefgreifender Strukturwandel statt. Damit einhergehend brechen die Versorgungs- und soziale Infrastruktur nach und nach weg.
  • Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt schafft neue Möglichkeiten für ortsunabhängiges Arbeiten. Coworking-Spaces sind Teil dieser Entwicklung. Sie können zahlreiche positive Effekte für den ländlichen Raum haben:
    • geringeres Verkehrsaufkommen und geringere CO2-Ausstöße durch reduzierte Pendlerströme
    • mehr Zeit und geringere Kosten für Arbeitnehmer, die an weniger Wochentagen pendeln
    • Dorfkerne werden wiederbelebt, durch Menschen, die auch tagsüber im Dorf bleiben
    • Innovation wird aufs Land gebracht, durch junge kreative Unternehmer die angezogen werden
    • neue lokale Initiativen können entstehen, durch intensive Vernetzung der Coworker
  • Zu Projektbeginn gab es in Schleswig-Holstein Coworking-Spaces nur in Städten.
  • Die Idee zum Projekt CoWorkLand entstand nach einem Workshop zum Thema ‚Wie bekommt man StartUps aufs Land?‘ auf dem Waterkant-Festival in Kiel.
  • Die teilnehmenden Gründer bekundeten eine grundsätzliche Bereitschaft, mindestens zeitweise auf dem Land zu arbeiten. Voraussetzungen dafür sind:
    • gute technischen Ausstattung
    • besonders schöne Räume
    • „Leute wie wir“

Ziele

  • Schleswig-Holstein ist DAS CoWorkLand in Deutschland und übernimmt eine Vorreiterrolle in diesem Bereich.
  • Teilziele sind:
    • Erkenntnisse über Voraussetzungen für die Entwicklung des CoWorkLand Schleswig-Holstein
    • Die Idee des Coworking ist im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins bekannt und verbreitet.
    • Neue Coworking-Spaces in Schleswig-Holstein entstehen.
  • Übergeordnete Zielsetzung ist ein Strukturwandel in der Arbeitswelt, um die Transformation unserer Gesellschaft positiv, gerecht und nachhaltig zu gestalten.

Umsetzung

  • Im Forschungsprojekt CoWorkLand erprobt die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein den Betrieb von CoWorking-Spaces im ländlichen Raum. Voraussetzungen werden identifiziert, Menschen inspiriert und Neugründer unterstützt.
  • Herzstück des Projekts ist der mobile PopUp-Coworking-Space. Damit werden in einem Design-Thinking getriebenen Prototyping die Voraussetzungen für die Entwicklung des CoWorkLand Schleswig-Holstein getestet.
  • Der mobile Coworking-Space steht zu verschiedenen Coworking-Szenarien an unterschiedlichen Orten. Die Szenarien entsprechen weltweiten Vorbildern und werden jeweils an 2 Orten und jeweils für 4 Wochen erprobt:
    • ‚Pendlerhafen‘ in Dorfkernen
    • ‚Workation‘ an Stränden
    • ‚Retreat‘ auf Gutshöfen
    • ‚Festival‘ als Teil des jeweiligen Angebots
  • Der CoWorkLand-Space besteht aus zwei umgebauten Containern und weiteren Einzelelementen, wie Terrasse und Café-Häuschen. Die Angebote:
    • etwa 8 regensichere Arbeitsplätze und etwa 4 Arbeitsplätze im Außenbereich
    • Nutzung kostenfrei, von Montag bis Freitag
    • am Wochenende für Veranstaltungen buchbar
    • Ausstattung u.a.: Wlan, Drucker, Kaffee, Besprechungsraum
    • standortbezogene variable Aufenthalts- und Übernachtungsmöglichkeiten, wie z.B. eine Strandsauna
  • Design-Thinking-Workshops und Seminare als Begleitprogramm werden mit Vereinen und Unternehmen vor Ort entwickelt. Seminar-Themen sind u.a.: 3D-Druck, Virtual Reality, Hausautomatisierung, Gründen lernen etc. sowie Informationen rund um das Thema CoWorking.
  • Größte Herausforderungen zur Nutzbarmachung des Coworking-Spaces sind:
    • Internet ist oft nicht oder nicht ausreichend vorhanden, die Lösung bringen Richtfunk und LTE.
    • Es muss jeweils individuell eine Community entwickelt werden. Das ist je nach Einstellung und Erfahrungen der Ortsansässigen unterschiedlich herausfordernd.
  • Das Projekt CoWorkLand arbeitet mit vielzähligen Institutionen zusammen, wie dem „Masterplan Mobilität“ der KielRegion, Unfallkasse Nord, Dataport, Wirtschaftsförderungen der Kreise und AktivRegionen.
  • Das Projekt CoWorkLand wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt Landwirtschaft und Ernährung.

Erfolge

  • Die Prototyping-Phase des CoWorkLand wurde aufgrund der guten Resonanz um 1 Jahr verlängert. So können die gewonnen Erkenntnisse vertieft und neu entstandene Fragen bearbeitet werden.
  • 2019 wird CoWorkLand an 3 Orten an der Westküste Schleswig-Holsteins sowie in Wolfenbüttel Station machen.
  • Ca. 20 Akteure bekunden ernsthaftes Interesse an einer Gründung eines Coworking-Spaces im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins.
  • Aus dem Projekt CoWorkLand wird eine Genossenschaft für CoWorking-Spaces auf dem Land in Schleswig-Holstein und der gesamten Metropolregion Hamburg hervorgehen.
  • In Papenwohld wurde aufgrund des CoWorkLand-Prototyping im Sommer 2018 der Glasfaserbau von 2019 auf 2018 vorgezogen.
  • CoWorkLand ist „Zukunftsort“ des Wissenschaftsjahres 2018

Kontakt

Ulrich Bähr

Projektleiter CoWorkLand
Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein e.V.
Heiligendammer Str. 15
24106 Kiel

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

Schleswig-Holstein

Bevölkerung 2016

2.879.437

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

0,4

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