Kiel - Initiative Zukunftsdialog

Kiel befindet sich, im Gegensatz zu vielen anderen Regionen, in einer sehr guten Ausgangslage, die Chancen des demografischen Wandels zu nutzen und Herausforderungen zu bewältigen. Die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung eines Bildes von einer attraktiven, zukunftsfähigen und generationengerechten Landeshauptstadt Kiel, das ist das Ziel der Kieler Demografiestrategie.

Ausgangslage

  • Die Bevölkerungsprognose des Kieler Amtes für Wirtschaft prognostiziert für Kiel und seine Stadtteile eine Bevölkerungszunahme bis zum Jahr 2031 von 5,7 Prozent.
  • Gleichzeitig weist die Prognose einen Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren von 41,4 Jahre (2011) auf 43,4 Jahre (2031) aus.
  • Insbesondere die Alterung der heute 40- bis 50-Jährigen hinein in die Gruppe der 60-Jährigen wird für die künftige Altersstruktur der Stadt prägend sein. Zudem wird es in der Gruppe der 20- bis 30-Jährigen deutliche Rückgänge geben. Aber auch die Gruppe der 80-Jährigen wird merklich stärker werden.
  • Der Strukturwandel in Kiel stellt eine Herausforderung dar. Die Wirtschaftsstruktur wird immer stärker vom Dienstleistungssektor geprägt. Zusammen mit Bereichen der Gastronomie wird ein im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich höherer Wert erreicht, während der produzierende Sektor und das verarbeitende Gewerbe in Kiel deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen.
  • Die im Juli 2004 veröffentlichte Studie der Landesregierung „Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein – Konsequenzen des demografischen Wandels" bot mit ihrer Konzentration auf die vier Themenfelder „Wirtschafts- und Arbeitswelt", „Lebenslanges Lernen", „Infrastruktur und Lebensumfeld" und „Gesellschaftliches Leben" einen Anknüpfungspunkt für die Arbeit auf kommunaler Ebene.

Ziele

  • Ziel ist die Initiierung eines gemeinsamen Zukunftsdialoges in Kiel mit dem Ergebnis einer Kieler Demografiestrategie. Dabei stehen zunächst die Sensibilisierung, die Bewusstseinsbildung und die Vernetzung der Beteiligung im Vordergrund.

Umsetzung

  • Mit vier großen Demografie-Konferenzen (2005 bis 2007) hat die Landeshauptstadt mit rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf die Brisanz des Themas aufmerksam gemacht. Die Akteure waren die Verwaltung, die Politik, Verbände und Organisationen, die Wirtschaft, Hochschulen und Experten.
  • Weiterer Schwerpunkt der Kieler Gesamtstrategie war die Erweiterung der strategischen Ziele der Stadt. Das Querschnittsziel „den demographischen Wandel gestalten" wurde 2009 zusätzlich aufgenommen, um den künftigen Herausforderungen zu entsprechen.
  • Zur Gestaltung des demografischen Wandels hat sich die Landeshauptstadt Kiel eine auf fünf Grundsätzen aufbauende Arbeitsstruktur gegeben:
    • dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe „Demografische Entwicklung"
    • Schaffung einer gemeinsamen Datengrundlage einschließlich eines Demografiemonitorings (Bevölkerungsentwicklung für Kiel und seine Stadtteile bis 2031) für alle Fachplanungen
    • intensive Kommunikation mit allen Akteuren
    • Konkretisierung durch Einzelprojekte, Maßnahmen und zahlreiche weitere Veranstaltungen (siehe www.kiel.de/demografie)
    • ganzheitlicher Ansatz und breite Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung
  • Auf der Auftaktveranstaltung am 26. Januar 2005, an der rund 180 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teilgenommen haben, wurde ein Ausblick darauf gegeben, wie die Einwohner in Kiel in 10, 20 oder 30 Jahren leben werden. Darüber hinaus wurden auch erste Aufgaben für Stadt und Region skizziert. Außerdem ist das Projekt „Seniorenorientierter Wirtschaftsraum K.E.R.N." vorgestellt und ein Impuls zum Thema „Gleichbehandlung der Geschlechter und Sicherstellung der Kinderbetreuung als Voraussetzung für demographische Nachhaltigkeit" gegeben worden.
  • Mittels einer Konzeptskizze zu den Herausforderungen und Chancen für Kiel, aufbereitet mit den stadtteilrelevanten Daten hat eine Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung in allen Stadtteilen mit insgesamt rund 1.000 interessierten Bürgerinnen und Bürgern stattgefunden.

Erfolge

  • Das Ergebnis ist eine von der Ratsversammlung im November 2013 beschlossene Kieler Demografiestrategie. Das Kieler Demografiemanagement hat in dem Strategiepapier den Gesamtprozess abgebildet. Chancen und Herausforderungen für Kiel wurden herausgearbeitet, strategische Handlungsfelder definiert und Handlungsbedarfe benannt. Eine Zukunftsvision für Kiel beleuchtet notwendige Handlungserfordernisse.
  • Die dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe wird gemeinsam auf der Basis des Strategiepapiers ein Bild von einer attraktiven, zukunftsfähigen und generationengerechten Landeshauptstadt Kiel entwickeln.
  • Wichtige Fragen sind u. a., wie Wachstum, Nachhaltigkeit und Lebensqualität für Alteingesessene und Neubürgerinnen und Neubürger gesichert werden können.

Kontakt

Hanne Rosner

Demografiemanagement
Landeshauptstadt Kiel
Fleethörn 9
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 90 13 204

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Kiel Schleswig-Holstein

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2014

243.148

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

5,0

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