Landkreis Dithmarschen- Projekt "Kreis Dithmarschen im Demographischen Wandel"

Der Landkreis Dithmarschen steht vor großen Veränderungen in seiner Bevölkerungsstruktur. Die Zahl der im Kreis lebenden Menschen wir nach der neuesten Bevölkerungsvorrausberech-nung stetig abnehmen und gleichzeitig stark altern. Diese Entwicklung wird im Kreis Dithmarschen im Vergleich zu anderen Kreisen Schleswig-Holsteins deutlich stärker und früher eintreten. Insgesamt werden die Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung zahlreiche Herausforderungen mit sich bringen, die gestaltet werden sollen.

Ausgangslage

  • Die Schere zwischen dem Anteil an Jugendlichen und dem an Senioren klafft immer weiter auseinander. Bereits seit dem Jahr 2008 leben im Kreis Dithmarschen mehr über 65-Jährige als unter 20 Jahre alte Menschen. Bis zum Jahr 2020 werden entsprechend der neuesten Bevölkerungsvorausberechnung auf 100 Jugendliche 180 Senioren kommen. Und kamen im Jahr 2006 noch 39 Senioren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter, so werden es im Jahr 2025 schon 55 Senioren sein. Insbesondere der Anteil an Hochbetagten, also die Gruppe der über 80 Jahre alten Menschen, wird im Kreis Dithmarschen bis zum Jahr 2025 um gut 68 % ansteigen.
  • Der Kreis Dithmarschen wird mit einem Rückgang der Bevölkerung von fast einem Drittel in der bildungsrelevanten Altersgruppe der 3- bis 20-Jährigen die Spitze der Tabelle im landesweiten Vergleich anführen. Diese Entwicklung hat entsprechende Konsequenzen für die öffentliche Infrastruktur.
  • Gleichzeitig führt der Anstieg der Anzahl an Hochbetagten um fast 70% zu einer verstärkten Nachfrage nach seniorenbezogenen Infrastruktureinrichtungen (u. a. des Gesundheitswesens etc.).

Ziele

  • Sensibilisierung der Akteure durch Herstellung von Transparenz über die kommenden Herausforderungen des demographischen Wandels in Dithmarschen und Aufzeigen der Möglichkeiten und Chancen für eine aktive Gestaltung.
  • Aktive Gestaltung des demographischen Wandels in enger Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Partnern (Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Unternehmen, Schulen, Seniorenbeiräte etc.) in der Region.
  • Milderung der Bevölkerungsschrumpfung und langfristige Trendumkehr.
  • Anpassung der Infrastruktur an die negativen Folgen der sich verändernden Altersstruktur.
  • Initiierung von Modellprojekten zur Gestaltung des demographischen Wandels. Unterstützung und Förderung von Eigeninitiativen.
  • Festlegung der strategischen Ausrichtung für langfristiges Handeln des Kreises auch mit Blick auf die Finanzen.

Umsetzung

  • Auf der Basis des von der Bertelsmann Stiftung konzipierten Strategiezyklus, entstanden verschiedene Phasen des Prozesses, in dessen Rahmen die Strategie erarbeitet wird.
    • Phase 1: Transparenz schaffen über Ausgangslage und voraussehbare Entwicklung
    • Phase 2: Strategische Zielsetzungen mit Akteuren vereinbaren und Prioritäten setzen
    • Phase 3: Entwicklung und Umsetzung von Handlungskonzepten mit konkreten Projekten
    • Phase 4: Analyse und Bewertung der Wirkungen
Meilensteine
  • März 2005 Kreistag beauftragt die Verwaltung mit Durchführung des Projektes „Kreis Dithmarschen im Demographischen Wandel
  • ab August 2005: Zahlen - Daten - Fakten zur demographischen Lage in Dithmarschen (Ausbau einer Internetdatenbank)
  • 20. August 2005: Workshop „Zukunft gestalten"
  • September 2005: Projektwerkstätten zur Vertiefung der identifizierten Handlungsfelder mit folgenden Themen:
    • Bildungsstandort Dithmarschen
    • Seniorenfreundliches Dithmarschen
    • Kinder- und Familienfreundliches Dithmarschen
  • Frühjahr 2006: Kreistag beschließt strategisches Gesamtkonzept
  • Frühjahr 2006: „Zukunftskonferenz" (Projektpräsentation und Auftakt zur langfristigen Fortführung des Prozesses „Gestaltung des demographischen Wandels")
  • Sommer 2006: Durchführung einer bundesweit einzigartigen Befragung aller Familien mit Kindern unter 18 Jahren nach der gefühlten Familienfreundlichkeit in ihrer Gemeinde
  • 1. Halbjahr 2008: Aktualisierung der Daten auf der Grundlage der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung
  • 2. Halbjahr 2008: Bewertung der Handlungsziele und Projekte – Nach der Aktualisierung der Daten im 1. Halbjahr 2008 erfolgte die Überprüfung der Zielsetzungen. Ergebnis: Das strategische Oberziel wie auch die strategischen Leitziele haben weiterhin Bestand. Die Handlungsziele sind in fast allen Bereichen an laufende Prozesse gekoppelt und werden ständig dem Handlungsbedarf entsprechend angepasst. Nahezu alle Projekte und Projektideen wurden umgesetzt. Einige Projekte sind bereits abgeschlossen, andere sind an laufende Prozesse gekoppelt und ständig kommen neue hinzu.
  • Seit 2009 wird der Prozess zur aktiven Gestaltung des demographischen Wandels auf allen Ebenen fortgesetzt und weiter ausgebaut.

Erfolge

  • Aufnahme des Landkreises Dithmarschen als Modellkommune zur aktiven Gestaltung des demographischen Wandels durch die Bertelsmann Stiftung.
  • Umsetzung zahlreicher und vielfältiger Projekte und Initiativen in den Handlungsschwerpunkten.
  • Durchführung der Bürgerbefragung zur gefühlten Familienfreundlichkeit (Rücklaufquote fast 20%).
  • Aufnahme des Kreises Dithmarschen als Modellregion gemeinsam mit dem benachbarten Kreis Steinburg in das Modellvorhaben der Raumordnung „Regionalplanerische Handlungsansätze zur Gewährleistung der öffentlichen Daseinsvorsorge".
  • Das Modellvorhaben der Raumordnung endete im Februar 2008 mit der Unterzeichnung regionaler Zielvereinbarungen zu den Handlungsfeldern Bildung, ÖPNV, Kindertagesbetreuung und Pflege.
  • Zahlreiche Projekte wie das Familienportal oder der Sozialatlas des Kreises sind abgeschlossen.
  • Die aus einer Projektidee entstandene Seniorenakademie befindet sich mit ca. 100 Teilnehmern bereits im 5. Semester.

Kontakt

Astrid Geruhn

Kreis Dithmarschen
Stettinger Straße 30
25746 Heide
Telefon: 0481 - 97 14 28

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Dithmarschen, LK Schleswig-Holstein

Bevölkerung 2014

132.685

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

-5,0

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