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Stuttgart – Salz & Suppe Bürgerdialog

Gemeinsam kochen und die Stadt weiterentwickeln: Die Stadt Stuttgart erprobte eine innova-tive Beteiligungsmethode um den Bürgerdialog zu fördern und neue Ideen für Stuttgart zu gene-rieren. Ein Handbuch unterstützt nun die Anwendung von Salz & Suppe in anderen Kommunen.

Ausgangslage

  • Stadtentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und betrifft damit alle Gesellschaftsgruppen.
  • Der Wunsch der Bürgerschaft, die Stadt und ihre Räume mitzugestalten und selbst aktiv zu werden, wächst stetig.
  • Klassische Beteiligungsinstrumente erreichen oftmals nur bestimmte – meist privilegierte – Zielgruppen.
  • Für eine lebendige, offene und solidarische Stadt braucht es neue Ansätze einer milieuübergreifenden Bürgerbeteiligung und eine neue Gesprächskultur über bestehende gesellschaftliche und räumliche Grenzen hinweg.
  • Der Projektaufruf „Städtische Fragen – Zusammenleben in der Stadt“ der Nationalen Stadtentwicklung (NSP) gab den Impuls zur Entwicklung des innovativen Pilotprojekts zur Bürgerbeteiligung.

Ziele

  • Beitrag für ein besseres (Zusammen-)Leben in Stuttgart durch
    • Förderung eines gesellschafts- und stadtteilübergreifenden Dialogs
    • neue Ideen für die Stadtentwicklung
    • eine Bürgerbeteiligung, die alle gesellschaftlichen Gruppen erreicht
  • Das übergeordnete Ziel war es, ein auch auf andere Kommunen übertragbares Beteiligungsmodell zu entwickeln und in der Praxis zu testen, das alle diese Punkte beinhaltet.

Umsetzung

  • Die Stadt Stuttgart entwickelte die neue Beteiligungsmethode ‚Salz & Suppe‘ und erprobte sie in einem Pilotprojekt. Für die Übertragung auf andere Kommunen wurde ein Handbuch verfasst.
  • Salz & Suppe bringt die unterschiedlichsten Bürgerinnen und Bürger zusammen an einen Tisch. Das Format beinhaltet:
    • eine Auftaktveranstaltung
    • 4 Kochabende innerhalb eines Monats in Kleingruppen
    • eine Abschlussveranstaltung mit der Präsentation der erarbeiteten Projektvorschläge
  • Das gemeinsame Essen in Kleingruppen ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in die Gespräche und stärkt das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
  • Im Pilotdurchlauf in Stuttgart entwickelten Bürgerinnen und Bürger in mehreren Quartiers-Kochrunden konkrete Ideen für die Stadtentwicklung.
  • Interessierte konnten sich für Salz & Suppe bewerben. Die Veranstalter bildeten gesellschaftlich heterogene 6er-Gruppen.
  • Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in entspannter Atmosphäre eine Zukunftsvision, entwickelten umsetzbare Ideen und visualisierten konkrete Projekte.
  • Zur Wahl standen den Kochgruppen diese Leitthemen der Stadtentwicklung:
    • Integration und Zuwanderung
    • (Bezahlbarer) Wohnraum
    • Öffentlicher Nahverkehr
    • Zusammenleben von Jung und Alt
    • Freizeit und Erholung in der Stadt
    • Gesundes urbanes Leben
  • Die Kochgruppen wurden jeweils durch eine ehrenamtliche Moderatorin oder einen ehrenamtlichen Moderator unterstützt.
  • Die erarbeiteten Projekte wurden bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung präsentiert und nach folgenden Kriterien bewertet:
    • Innovation der Idee
    • Umsetzbarkeit
    • gesellschaftlicher Mehrwert
  • Gemeinsam mit lokalen Initiativen, Sponsoren und relevanten Verwaltungsstellen erarbeitete die Stadt Strategien, damit die drei ausgewählten Ideen umgesetzt werden können. 
  • Salz & Suppe wurde unter Federführung des Amtes für Stadtplanung und Wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart erarbeitet. Zahlreiche, auch ehrenamtliche Projektpartner leisteten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Projekts.
  • Bis Ende 2017 erfolgte die finanzielle Förderung zu 50% durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, sowie zu 50% durch die Landeshauptstadt.

Erfolge

  • Im Ergebnis entstanden unterschiedlichste Ideen, die zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung und besseren Miteinander beitragen können, z. B. ein Pop-up-Wohnzimmer zur Nutzung von Leerstand und eine Stadt-App für ältere Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts.
  • Einzelne Projekte konnten zeitnah realisiert werden.
  • Auf 54 Teilnehmerplätze bewarben sich rund 280 Bürgerinnen und Bürger. Alle Gruppen konnten milieuübergreifend besetzt werden.
  • Viele Gruppen treffen sich weiterhin regelmäßig, um sich auszutauschen und ihre Vorhaben umzusetzen.
  • 87% der Befragten würden Salz & Suppe weiterempfehlen oder noch einmal daran teilnehmen.
  • 51% der Befragten gaben an, dass sich ihr Interesse an der Stadtentwicklung sich im Verlauf des Projekts gesteigert hat.
  • Die Beteiligungsmethode Salz & Suppe wird bereits von anderen Kommunen erfolgreich umgesetzt.

Kontakt

Ulrich Dilger und Birgit Kastner

Projektleitung
Amt für Stadtplanung und Wohnen
Landeshauptstadt Stuttgart

Weitere Informationen

Salz und Suppe

  • Publikation »Salz & Suppe – Kann man beim Essen die Stadt verbessern?« (Krämer Verlag Stuttgart, 2017; ISBN: 978-3-7828-1234-2)
  • https://www.youtube.com/watch?v=rKS9zJYvNeg

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

StuttgartBaden-Württemberg

Demographietyp

Zentren der Wissensgesellschaft

Bevölkerung 2017

632.743

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

7,0

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