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Torgelow – GeroMobil

GeroMobil Torgelow GeroMobil Torgelow

Wohnortnahe gerontopsychiatrische Versorgung im ländlichen Raum: Im Altkreis Uecker-Randow können sich Angehörige und Betroffene im GeroMobil zu Demenz und anderen altersbedingten Erkrankungen beraten lassen. 

Ausgangslage

  • Wirtschaftliche Strukturschwäche und demographischer Wandel prägen die Entwicklung des Altkreises Uecker-Randow:
    • Die Gemeinden sind flächenmäßig sehr weiträumig verteilt und größtenteils sehr dünn besiedelt.
    • 23 Prozent der Bevölkerung des Altkreises Uecker-Randow sind mindestens 65 Jahre alt.
    • wegbrechende Infra- und Versorgungsstrukturen
    • hohe Bedeutsamkeit altersbedingter Störungen (vor allem Demenz)
    • steigender Pflegebedarf
    • Verringerung des familiären Unterstützungspotenzials durch Wegzug
    • häufige Überlastung der Angehörigen bei der Pflege Demenzkranker
  • Um bei der ländlichen Bevölkerung weiterhin eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten und die Abwanderung zu stoppen, sind mobile Leistungserbringer sehr wichtig.
  • Aufgrund der schlechten Infrastruktur bestand gerade bei den an Demenz Erkrankten (vor allem im Frühstadium der Demenz) eine starke Unterversorgung. So entstand im Rahmen des Modellprojekts "Länger leben in Mecklenburg-Vorpommern" die Idee für das "GeroMobil".

Ziele

  • Entlastung pflegender Angehöriger 
  • Entlastung der Hausärzte und Fachärzte
  • frühzeitige Identifizierung von Hilfebedarfen bei geriatrischen Erkrankungen (Frühdiagnostik) für Leistungsberechtigte der Kranken- und Pflegeversicherung
  • längerer Verbleib der Pflegebedürftigen bei ihren Angehörigen im gewohnten häuslichen Umfeld und damit eine möglichst lange Vermeidung einer Heimeinweisung
  • Übergeordnetes Ziel ist die Akzeptanz des Krankheitsbildes Demenz in der Bevölkerung und mehr Verständnis für pflegende Angehörige

Umsetzung

  • Das GeroMobil stellt die wohnortnahe gerontopsychiatrische Versorgung im Altkreis Uecker-Randow sicher. Ein behindertengerechtes Beratungsauto bietet Senioren und ihren Angehörigen im ländlichen Raum kostenlose Information, Beratung, Betreuung und Unterstützung.
  • Durch das Fahrzeug wird ein neutraler Raum geschaffen, in dem die Persönlichkeitssphäre des Einzelnen gewahrt bleibt. Ein zusätzlicher neutraler PKW ermöglicht den GeroMobil-Beraterinnen und -beratern auch Hausbesuche.
  • Eine hauptamtliche Kraft mit 15 Wochenstunden und ehrenamtliche Kräfte beraten im GeroMobil.
  • Wichtige Schritte zur Etablierung des GeroMobils in Uecker-Randow:
    • Es wurde ein Tourenplan unter Einbeziehung der jeweiligen Bürgermeister erstellt.
    • Diese stellten kostenlos einen zentral gelegenen Stellplatz zur Verfügung.
    • Aufbau eines Netzwerkes (u. a. mit  regionalen Kostenträgern, Leistungserbringern, Kommunen, Institutionen sowie Betroffenen und deren Angehörigen)
    • Einbindung des Projektes in schon vorhandene Netzwerke
    • Bildung einer Arbeitsgruppe mit z.B. Experten für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Neurologie
    • Bildung eines Beirates mit Mitgliedern aus dem öffentliche und privaten Gesundheitsbereich
    • Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter und regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auf Honorarbasis
    • temporäre wissenschaftliche Begleitung durch das Institut für Sozialpsychiatrie der Universität Greifswald – Mecklenburg-Vorpommern
    • enge Zusammenarbeit mit dem Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern  
  • Zur Steigerung der Effektivität für den ländlichen Raum wird die Gerontopsychiatrische Beratung mit einer allgemeinen Beratung verbunden.
  • In den ersten drei Jahren wurde das Projekt zu 80 Prozent aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Frauen und Jugend und zu 20 Prozent aus Eigenmitteln der Volkssolidarität Uecker-Randow e. V. finanziert.
  • Seit 2015 übernehmen die Finanzierung des Projektes zu 90% der Landkreis Vorpommern Greifswald und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) Mecklenburg Vorpommern sowie 10 % der Träger, die Volkssolidarität Uecker Randow e.V.

Erfolge

  • Das GeroMobil-Team wurde über die regelmäßigen Routen in den ländlichen Regionen ein vertrauensvoller Partner und trägt so zu einem möglichst frühzeitigen Zugang zu Hilfen bei.
  • Das GeroMobil verzeichnet pro Woche mindestens sechs Hausbesuche.
  • Die Hausbesuche ermöglichen die frühzeitige Diagnostik von Demenz, Ermittlung persönlicher Ressourcen und Vermittlung von passgenauen individuellen Hilfen (z. B. Betreuung, Tagespflege, bestimmte Therapien, Vermittlung an Fachärzte).
  • Durch die aufsuchende Tätigkeit wird der Problematik der Mobilitätseinschränkungen und der mangelhaften Anbindung der ländlichen Räume an den öffentlichen Personennahverkehr begegnet.
  • Es sind mehrere ehrenamtliche Mitarbeiter aktiv.
  • Die Bürger erhalten eine Übersicht über die vorhandenen Angebote der Region.
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Projekt „Sinne erleben und beleben“ - ein helfendes Ehrenamt (individuelle Betreuung von Demenzerkrankten in der Häuslichkeit), Träger ist ebenfalls die Volksolidarität Uecker-Randow e.V.

Kontakt

Frau Monika Clasen

Projektleiterin
Volkssolidarität Uecker-Randow e. V.
Albert-Einstein-Straße 4
17358 Torgelow
Telefon: 03976/238 225
Telefon: 0151/587 810 07

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

TorgelowMecklenburg-Vorpommern

Bevölkerung 2017

9.250

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