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Ulm - digitale Zukunftsarbeit im Verschwörhaus

Spielerische und eigenmotivierte Digitalisierung: Im Verschwörhaus der Stadt Ulm wird digitale Mündigkeit vermittelt und ein Raum als "Experimentierfeld für die Welt von morgen" geboten. So gestalten Bürgerinnen und Bürger in Ulm ihre Zukunftsstadt.

 

Ausgangslage

  • In Ulm gab es bereits eine aktive freiwillige Civic-Tech-Community, die auf eine offene Stadtverwaltung stieß.
  • Sehr schnell wurde klar, dass es aktiver Nachwuchsarbeit und Breitenförderung bedarf, um dieses ehrenamtliche Engagement auch nachhaltig und langfristig aufrechtzuerhalten.
  • Parallel nahm die Stadt am Wettbewerb „Zukunftsstadt" teil und erkannte, dass die Einbindung der Bürgerschaft für den Weg zur Digitalen Stadt unerlässlich ist.
  • Bei einer Jurysitzung von „Jugend hackt Süd" entstand der Gedanke, das bislang hauptsächlich an der Universität angesiedelte Engagement auch sichtbar in die Stadt hineinzutragen.
  • Daraufhin beschloss der Gemeinderat, das Projekt finanziell und mit einer 19,5h-Stelle zu fördern und die notwendigen Räume in fußläufiger Innenstadtlage anzumieten.

Ziele

  • Ulmer Bürgerinnen und Bürger nutzen Computer, Smartphones und Tablets nicht nur als bloße Konsumentinnen und Konsumenten, sondern verstehen auch ihre technische Funktionsweise sowie die damit verbundenen sozialen und ethischen Dimensionen.
  • Soziale Fähigkeiten, Teamwork und interdisziplinären Austausch fördern. Das kreative Spielfeld ist nicht allein auf „digitale" Themen beschränkt, sondern sucht aktiv die Verknüpfung mit gestalterischen und handwerklichen Betätigungsfeldern.
  • Impulse für die Vermittlung digitaler Kompetenzen im außerschulischen Bereich geben.
  • Die gesamte Breite der Gesellschaft wird erreicht und insbesondere diejenigen Gruppen angesprochen und gefördert, die im Digitalisierungsdiskurs bislang unterrepräsentiert oder marginalisiert sind.
  • Auch denjenigen Stimmen wird Gehör verschafft, denen der Zugang zur Digitalisierungsdebatte bislang erschwert wurde oder deren Probleme und Wünsche sich nicht als Produkt vermarkten lassen.

Umsetzung

  • Im Verschwörhaus vermittelt die Stadt Ulm digitale Mündigkeit und bietet einen Raum als "Experimentierfeld für die Welt von morgen". Im Vordergrund stehen vor allem eigenständiges Ausprobieren und kreatives Selbermachen.
  • Im wahrsten Sinne des Wortes werden Spiel-Trieb und die selbstbestimmte Lust zu Lernen geweckt. Weder akademische Belehrung noch die Überhöhung wirtschaftlicher Verwertbarkeit zum Ziel allen Handelns reichen an dieses freie Spiel heran.
  • Die Bürgerinnen und Bürger werden zu aktiven Mitgestalterinnen und Mitgestaltern der Zukunftsstadt, die aus ihren höchstpersönlichen Bedürfnissen und Antrieben heraus aktiv werden. Sie haben somit ein persönliches Motiv und eigene Motivation, innovative Projekte nicht nur anzustoßen, sondern auch nachhaltig weiterzuentwickeln und zu erhalten.
  • Nach Beschluss des Gemeinderats mietete die Stadt erste Räume an und schuf eine 19,5-Stunden-Stelle, die das Projekt entwickelt.
  • Von den restlichen Finanzmitteln wurde eine Erstausstattung für ein Fablab bzw. einen Makerspace beschafft, beispielsweise 3D-Drucker und ein Lasercutter.
  • Bestehende Civic-Tech-Gruppen wurden von Anfang an mit einbezogen und tragen seither zum Ziel „jeden Tag ist etwas los" bei.
  • Mit Partnern wie dem Stadtjugendring oder aktiven Wikipedianerinnen und Wikipedianern wurden Förderanträge gestellt, die die Ausstattung und das Angebot ergänzen.
  • Die lokale Unternehmerinitiative initiative.ulm.digital förderte Workshops und errichtete eine Sensornetzwerkinfrastruktur (LoRaWAN/TTN) in der Stadt.
  • Die Grundfinanzierung (Miete, Reinigung) und die Projektstelle werden von der Stadt Ulm bestritten.
  • Seit dem Sommer 2017 finanziert die initiative.ulm.digital außerdem eine weitere 19,5h-Stelle für das Angebot im Haus.
  • Im Verschwörhaus Ulm wird eines von zwei Jugend-hackt-Labs in Deutschland aufgebaut, das im späteren Verlauf Stützpunkt für zwei Ableger-Labs im Umland werden soll. Hierfür wird die bestehende, bei der Open Knowledge Foundation Deutschland angesiedelte Stelle im Haus durch eine 20h-Stelle bis 2021 ergänzt.

Erfolge

  • Es gibt an beinahe jedem Wochentag ein Angebot für Interessierte im Haus.
  • Mittlerweile bringt sich ein „harter Kern" von rund 50 Aktiven inhaltlich ein, der durch eine weitaus größere Gruppe loser Interessierter ergänzt wird.
  • Derzeit wird ein Konzept entwickelt, wie im Verschwörhaus entstandene Ideen auch in der Stadtverwaltung verstetigt werden können.
  • Das Verschwörhaus war unter anderem Austragungsort für Workshops von Wikimedia Deutschland e.V. mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland und Österreich.
  • Das Verschwörhaus ist deutschlandweites Leuchtturmprojekt für netzkulturelle Programme und Diskurse, um die „Zukunftsstadt 2030" fest und nachhaltig in der Bürgerschaft zu verankern.

Kontakt

Stefan Kaufmann

ZS/T
Stadt Ulm
Frauenstr. 19
89073 Ulm

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Demographieprofil

Demographieprofil

UlmBaden-Württemberg

Demographietyp

Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik

Bevölkerung 2017

125.596

Relative Bevölkerungsentwicklung 2012 bis 2030 (%)

4,6

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